ARRAY(0xaa7476cc)
 
Profil für Berthold > Rezensionen

Persönliches Profil

Beiträge von Berthold
Top-Rezensenten Rang: 33.428
Hilfreiche Bewertungen: 188

Richtlinien: Erfahren Sie mehr über die Regeln für "Meine Seite@Amazon.de".

Rezensionen verfasst von
Berthold "nemoo" (Essen)

Anzeigen:  
Seite: 1 | 2 | 3 | 4
pixel
Ashore
Ashore
Preis: EUR 18,93

18 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Meer, Schottland, Bretagne, Fernweh, Kunst statt Kitsch, 14. März 2011
Rezension bezieht sich auf: Ashore (Audio CD)
Wer diese Stichwörter mit der Aussage "das mag ich" verbindet, findet in diesem Album ein Juwel. Die englische Folksängerin June Tabor (62) steht hierzulande leider im Schatten der Berühmten des Faches "Folk", rechne man sie nun zu Kunst (Alan Stivell, Clannad), Kitsch (The Corrs) oder zu etwas dazwischen (Mora Brennan, Enya). Nun, gerade mit letzteren kann June Tabor stimmlich locker konkurrieren, dazu hat sie noch die Gabe größter musikalischer Intensität. Dies gepaart mit fantastischen Songs, bestem Klavierspiel und größter Schlichtheit der Darbietung ergibt eine fantastische CD, die dazu auch noch herausragend klingt.

Es überrascht bestimmt, unter den Komponisten der Songs Elvis Costello zu finden; aber man überzeugt man sich beim Hören, dass gerade dessen "Shipbuilding" einen der Höhepunkte des Albums darstellt. Dazu gibt es a capella-Darbietungen und auch Lieder in französischer Sprache, z. B. das Kinderlied "Le Petit Navire", in dem die Seeleute hungern und leider das Letzte tun müssen, das ihnen bleibt...
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jun 12, 2011 5:09 PM MEST


Yes
Yes
Preis: EUR 7,97

7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen ProgRock im Original, 25. September 2010
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Yes (Audio CD)
Heute vergleicht es sich so wunderbar. Zehntausend neue Progrock-Alben sind erschienen. Alles klingt heute perfekt, nicht mehr so rau, alles ausgefeilt und im Studio auf Stromlinienform gebügelt. Wer aber kann sich noch erinnern, wie Yes uns damals vor gut 40 Jahren in die Ohren kroch?

Ich weiß noch, wie sie mit einem Stück des Folgealbums ("No Opportunity Necessary, No Experience Needed") im legendären Beat-Club auftraten, weiß auch noch, wie ich etwas später, als ich dann dieses Album kannte, zu meinem Freund sagte: "Ich glaube, Jethro Tull ist nicht mehr meine Lieblingsgruppe!" Und was antwortete er mir? "Wegen Yes?" - Yes, genau das war es. Damals wie heute. Dies ist das Original. "Beyond and Before" oder der Anti-Kriegs-Song "Harold Land" sind noch heute Lieblingsstücke; haben Lennon/McCartney wohl geahnt, was man aus "Every Little Thing" machen kann? (Etwas "Day Tripper" ist übrigens auch drin - genial gemacht, als sei es ein Stück.) "I See You" (orig. The Byrds) klingt dank treibend-swingenden Drums und flockig phrasierter Gitarre sehr jazzig. Das Album weist bis auf die spätere immense Komplexität alles auf, was Yes kennzeichnet, besonders auch die hohe, glockenklare Stimme Jon Andersons und den mächtigen Bass Chris Squires. Alles spätere, was Yes und moderne Gruppen wie IQ gebracht haben, hat hier seinen Ursprung.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jun 29, 2012 11:35 AM MEST


The Family That Plays Together
The Family That Plays Together
Preis: EUR 6,99

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen 40 Jahre Begeisterung, 20. Juli 2010
Rezension bezieht sich auf: The Family That Plays Together (Audio CD)
Die Gruppe Spirit gehört zu den Legenden der Rockmusik. Schön und gut. Wenn man sich dieses Album anhört, erübrigt sich jede Frage, was das wohl bedeuten mag. Für mich stellt es sich so dar: ich möchte, dass die Musik so bald nicht endet. Jedes Stück passt zu dem vorherigen, jedes macht neugierig auf das nächste, die Musik fließt ohne Bruch und ohne Halt. Zu gut für den Kommerz wahrscheinlich, denn bekannt oder gar chartverdächtig war Spirit nie; durch den Rockpalast-Auftritt in den späten 70ern erlangten sie in Deutschland so eine Art "Kultstatus". Ihr Sound darf ohne Übertreibung als einzigartig gelten, Spirit nahm vieles vorweg, was später kam: wenn man genau hinhört, hört man manchmal sogar etwas Sgt. Pepper, und viele, die berühmter geworden sind, berufen sich auf Spirit.

Die Songs sind perfekte Prototypen der Rockmusik, ohne dass einer nun besonders hervorstäche. Zwischen geradlinigem Rock ("I've Got a Line On You") und melodischer Ballade ("Darlin' If") wird eine große stilistische Bandbreite abgedeckt, die bis zu hebräischem Gesang reicht ("Jewish"); auf diesem Stück hört man auch die typische, melodische E-Gitarre, wegen der Gitarrist Randy California oft mit Jimi Hendrix verglichen wurde. Manchmal erklingen die Songs schön und einfach zu hören ("Drunkard"), aber nie banal. Manchmal erscheinen sie komplex und herausfordernd ("Poor Richard" im Übergang von "It Shall Be"), nie aber überkandidelt oder schwierig.

Wer einen Überblick über die Musik dieser Zeit haben möchte, "muss" dieses Album kennen. Das beste Zeugnis aber: die Scheibe ist von 1968, und ich höre sie 2010 mit ungebrochener Begeisterung. Vielleicht gefällt sie mir sogar besser als damals, weil sie alle Wellen und Moden überdauert.


The Temptations - Papa was a Rollin' Stone
The Temptations - Papa was a Rollin' Stone
DVD ~ The Temptations
Preis: EUR 10,46

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Wären sie doch rechtzeitig in Rente gegangen!, 4. Juni 2010
Diese DVD enttäuscht vollkommen. Dabei geht es nicht einmal so sehr um die mäßige Qualität von Bild und Ton oder den gänzlichen Mangel an Information. Nein:

1.) Es ist eine Mogelpackung. Das Cover zeigt die Temptations so um 1968, würde ich schätzen. Das Konzert aber ist irgendwann aus den 90er Jahren; die beiden letzten Originalmitglieder sind jedenfalls schon deutlich gealtert. Das ist der Lauf der Dinge, aber es klappt einfach nicht mehr so gut, dass man es auf DVD anbieten müsste. Was klappt denn so alles nicht, mal sehen:

2.) Die instrumentalen Arrangements sind ein wenig langweilig. Nichts kommt so knackig und funky, wie es damals von den Funk Brothers, der Tamla Motown-Studioband gespielt wurde, sondern eher geglättet und wie von einer Showband, wie es sie zu Hunderten auf der Welt gibt. Die Temptations und die Background-Musiker aber waren damals, als die Songs entstanden, einzigartig gut. Es geht los mit dem Titeltrack, und oh schauer, dieses elektrisierende Intro fehlt! Stattdessen setzt der (in der Leadstimme sehr mäßige) Gesang über einem tuschartigen Klangbrei ein.

3.) Der Gesang ist nicht schlecht, aber das ist doch eine vernichtende Aussage, oder? Die schwierigen und glanzvollen Parts sind geglättet, ganze Stimmführungen sind verändert, wodurch manche Stücke zu Schlagern verkommen:
"Ain't too proud to beg", klang als Original von den Temptations damals NOCH schärfer als das Cover von den Stones.
"Papa Was a Rollin' Stone": die gemütvolle Trauer, die früher trotz des sehr fetzigen Arrangements durchklang, ist weg.
Und ehrlich gesagt fand ich die Leadsänger der Tempations nach denen von damals (Eddie Kendricks, David Ruffin, Dennis Edwards) nie wieder so gut. Einziger Trost: Melvin Franklin kriegt die kellertiefen Töne noch immer so rabenschwarz.

4.) Was früher bestens einstudierte Choreographien waren, sieht heute aus wie die erste Probe von Let's Dance. Hüftsteif sind sie geworden, die älteren Herren. Werfen wir es ihnen nicht vor. Aber sie müssen es uns dafür doch auch nicht so deutlich zeigen.

5.) Der Teil mit den Four Tops ist nur peinlich. Ein Trauerspiel, dass sie bei ihren alten Monsterhits wie "Reach Out I'll Be There" auch nicht mehr annähernd die Töne treffen.

Schade. Ich liebe diese alten Soulnummern heiß und innig. Aber nicht so. Wenn schon neu interpretiert, dann vielleicht gesungen von Ben Harper oder Meshell Ndegeocello und gespielt wie damals von den Funk Brothers. Gibt's auch als DVD...


Gonna Take a Miracle (Remastered)
Gonna Take a Miracle (Remastered)
Preis: EUR 15,28

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die gesangliche Essenz großer Soulhits, 27. Mai 2010
Rezension bezieht sich auf: Gonna Take a Miracle (Remastered) (Audio CD)
Das ist einfach nur großartig. Auf ihren Soloalben muss man Laura Nyro schon lieben, sonst nervt sie manchmal mit der Höhe und Lautstärke ihrer Stimme. Auf dieser Platte zeigt sie anhand großer Soulhits, was sie gesanglich wirklich draufhat. So gut, dass es dem britischen Rock-Magazin The Word einen Platz auf einer Liste der 60 besten "unterschätzten Alben" wert war.

Angeblich braucht man eine "schwarze Stimme", um Soul singen zu können. Ich verkneife mir die Äußerung einer Meinung und sage: Laura Nyro hören! Zusammen mit dem Soul-Trio Labelle demonstriert sie, was an vokaler Essenz in großen Soulhits steckt. Mal A Capella ("I Met Him on a Sunday"/Shirelles), mal dezent anklingender Motown Sound ("Nowhere to Run"/Martha & The Vandellas); die Interpretation des großen Ben E. King-Hits "Spanish Harlem" ist die schönste, die ich je gehört habe. Ach, und noch ein Tip für die angehenden Soul-Ladies aus "Deutschland sucht den Superstar": bevor ihr dieses Jahr wieder "Natural Woman" (Aretha Franklin) malträtiert, hört euch lieber erst Laura Nyros Live-Solo an. So werden die Autoren Gerry Goffin und Carole King es sich ohne Zweifel vorgestellt haben, und Kings Meilenstein-Album TAPESTRY (auch 1971) klingt in den Klaviersätzen manchmal sogar durch.

Musikalisch ist das Album angenehm schlank produziert. Der bekannte Soulsound à la Tamla Motown klingt sanft durch, zum Glück fehlt die typische Übersteuerung. Der Gesang steht immer im Vordergrund und zeigt deutlich die Wurzeln dieser Musik: der Gospel ist immer präsent, prägt den Charakter des Albums, nicht zuletzt durch den Backgroundgesang. Das alles klingt so authentisch und eigenständig, dass man begreift, warum die Originale Hits wurden: Laura Nyro bringt die Lieder auf den Punkt. Einziger Kritikpunkt: Nyros Klavierspiel könnte passagenweise feinere Dynamik aufweisen.

Nach dem Hören dieses Album halte ich Laura Nyro für eine der allergrößten Interpretinnen der populären Musik, egal ob sie Standards/Hits singt oder eigene Songs. Spätestens ihre vier Solostücke am Ende des Albums, sich "unplugged" auf dem Klavier begleitend, geben Anlass dazu. Schade, dass nach "Up on the Roof" von den Drifters Schluss ist; aber es ist ein Höhepunkt, wie er würdiger kaum sein könnte. Mitreißend!


The Temptations - Aufstieg in den Pop-Olymp
The Temptations - Aufstieg in den Pop-Olymp
DVD ~ The Temptations
Preis: EUR 9,48

8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Musikbiographie ersten Ranges, 8. Mai 2010
Du hast den Temptations oder den Supremes gelauscht? Dir gefallen Songs anderer Soulgrößen wie "Reach Out I'll Be There" oder "I Heard It Through The Grapevine"? Du möchtest wissen, wo das Feuer des Funk geboren wurde? Oder wo die Bee Gees die Wurzeln ihrer Disco-Music fanden? Und eine spannende Biographie siehst Du auch gerne? Dann brauchst Du diese DVD, eine Miniserie des amerikanischen Fernsehens aus dem Jahr 1998.

Otis Williams (Charles Malik Whitfield) war ein Junge in der Motor Town Detroit, als er Ende der Fünfziger Jahre von der Musik der frühen Soulgruppen "infiziert" wurde. Gemeinsam mit Freunden gründete er die Vorläufer der Temptations. Er ist zusammen mit dem Bass Melvin Franklin der rote Faden durch die verzwickte, teils tragische Geschichte der Temptations, die er, schon längst der einzige noch Lebende aus der wichtigsten Besetzung, aus autobiographischer Sicht erzählt. Franklin wird anrührend dargestellt von einem glänzenden D.B. Woodside, den man vielleicht aus "Numb3rs", "Grey's Anatomy", "24" und "CSI Miami" kennt. Hier aber mausert er sich zu einem echten Charakterdarsteller; die tiefe Stimme der Temptations nimmt man ihm sowas von ab! Filmischer, musikalischer und dramatischer Höhepunkt ist die Aufnahme von "Papa Was A Rolling Stone" und die mit ihr überblendete Szene - deren Inhalt natürlich nicht verraten wird. Inhaltlich wichtiges Nebendrama ist die Geschichte des Leadsängers David Ruffin, der die Temptations auf einigen ihren frühen Hits klanglich prägte und wegen seiner Eitelkeit und Heroinsucht Auslöser für Umbesetzungen und Turbulenzen war.

Originalmusik in erstklassiger Tonqualität (z.B. "Cloud Nine", "Ball of Confusion"; "Papa..." mit superbem Bass für "Bauchhörer"), kongeniale Choreographien, erstklassig und so glaubwürdig dargestellt, dass man die echten Temptations kennen muss, um die Musikszenen nicht für Originalmaterial zu halten (wenngleich dafür natürlich die technische Qualität zu gut ist). Da das Ganze Otis Williams' Autobiographie zur Vorlage hat, darf man von hoher geschichtlicher Treue ausgehen. Ein Hit, vor allem für Fans der alten Soulmusik. Wer die nicht kennt, dürfte durch diesen Film zum Fan werden.


Gonna Take a Miracle
Gonna Take a Miracle
Preis: EUR 11,07

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die gesangliche Essenz großer Soulhits, 21. Januar 2010
Rezension bezieht sich auf: Gonna Take a Miracle (Audio CD)
Das ist einfach nur großartig. Auf ihren Soloalben muss man Laura Nyro schon lieben, sonst nervt sie manchmal mit der Höhe und Lautstärke ihrer Stimme. Auf dieser Platte zeigt sie anhand großer Soulhits, was sie gesanglich wirklich draufhat. So gut, dass es dem britischen Rock-Magazin The Word einen Platz auf einer Liste der 60 besten "unterschätzten Alben" wert war.

Angeblich braucht man eine "schwarze Stimme", um Soul singen zu können. Ich verkneife mir die Äußerung einer Meinung und sage: Laura Nyro hören! Zusammen mit dem Soul-Trio Labelle demonstriert sie, was an vokaler Essenz in großen Soulhits steckt. Mal A Capella ("I Met Him on a Sunday"/Shirelles), mal dezent anklingender Motown Sound ("Nowhere to Run"/Martha & The Vandellas); die Interpretation des großen Ben E. King-Hits "Spanish Harlem" ist die schönste, die ich je gehört habe. Ach, und noch ein Tip für die angehenden Soul-Ladies aus "Deutschland sucht den Superstar": bevor ihr dieses Jahr wieder "Natural Woman" (Aretha Franklin) malträtiert, hört euch lieber erst Laura Nyros Live-Solo an. So werden die Autoren Gerry Goffin und Carole King es sich ohne Zweifel vorgestellt haben, und Kings Meilenstein-Album TAPESTRY (auch 1971) klingt in den Klaviersätzen manchmal sogar durch.

Musikalisch ist das Album angenehm schlank produziert. Der bekannte Soulsound à la Tamla Motown klingt sanft durch, zum Glück fehlt die typische Übersteuerung. Der Gesang steht immer im Vordergrund und zeigt deutlich die Wurzeln dieser Musik: der Gospel ist immer präsent, prägt den Charakter des Albums, nicht zuletzt durch den Backgroundgesang. Das alles klingt so authentisch und eigenständig, dass man begreift, warum die Originale Hits wurden: Laura Nyro bringt die Lieder auf den Punkt. Einziger Kritikpunkt: Nyros Klavierspiel könnte passagenweise feinere Dynamik aufweisen.

Nach dem Hören dieses Album halte ich Laura Nyro für eine der allergrößten Interpretinnen der populären Musik, egal ob sie Standards/Hits singt oder eigene Songs. Spätestens ihre vier Solostücke am Ende des Albums, sich "unplugged" auf dem Klavier begleitend, geben Anlass dazu. Schade, dass nach "Up on the Roof" von den Drifters Schluss ist; aber es ist ein Höhepunkt, wie er würdiger kaum sein könnte. Mitreißend!


Fire & Water (Deluxe Edition)
Fire & Water (Deluxe Edition)
Preis: EUR 28,81

5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Warum der Blues so wichtig für den Rock ist..., 30. Dezember 2009
Rezension bezieht sich auf: Fire & Water (Deluxe Edition) (Audio CD)
... versteht man spätestens, wenn man dieses Album gehört hat. Dieser erdige Sound, diese uneitle Spielweise, diese Stimme (erst 21 Jahre jung, kaum zu fassen), und ein Blues-Feeling, das direkt in den Bauch geht. Warum Queen wohl Paul Rodgers als Sänger haben wollte? Nun, einen zweiten Freddy M. gibt es sicher nicht. Einen zweiten Paul Rodgers aber auch nicht.

Herausragende Songs gibt es, ich finde "Oh How I Wept" noch besser als die Klassiker "All Right Now", "Fire and Water" oder "Mr Big". Aber entscheidender finde ich, dass ich dieses Album von Anfang bis Ende durchhöre, ohne verzweifelt auf die Highlights zu warten. Es ist aus einem Guss, einfach ein Meilenstein der Rockmusik und handwerklich von erster Güte: es fast vierzig Jahre nach seiner Entstehung wieder aus dem Regal zu holen, kommt ja nicht von ungefähr.

Die "DeLuxe"-Edition bringt durchaus hörenswerte Varianten von "All Right Now", doch der eigentliche Kern des Albums ist vollauf genug für ein absolutes Meisterwerk.


Dresden
Dresden
Preis: EUR 22,99

16 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Augen zu und genießen, 30. Dezember 2009
Rezension bezieht sich auf: Dresden (Audio CD)
Noch bevor ich wusste, wer da im einzelnen spielt, war ich gefangen. Jan Garbarek erkenne ich natürlich an der Art und Weise, wie er spielt, schätze ihn seit eh und je. Aber was anderes als Augen zu, zuhören und genießen geht gar nicht. Es gibt wohl niemanden, der so schön (ich sage absichtlich nicht: so gut) Saxophon spielt wie Jan Garbarek. Was ihm immer für Melodien einfallen: so einfach, so klar, und doch so profund (z.B. "Maracuja")! Mein sicherlich etwas gewagter Tip: Allein seine Interpretation von Milton Nascimentos "Milagre Dos Peixes" lohnt schon den Kauf.

Aber erst kommt ja noch CD 2. Und da zeigt Bassist Yuri Daniel, dass er zur Elite zu zählen ist; er setzt wunderschöne, flockige und leise Akzente, die ein wenig an Jaco Pastorius erinnern, aber auf dezentere Art. Zu richtiger Höchstform läuft Rainer Brüninghaus auf ("The Reluctant Saxofonist", "Transformations"). Ein wenig erinnern mich die Duette mit J.G. in ihrer einsamen Qualität schon an die Alben der 70er Jahre (Belonging, My Song) mit Keith Jarrett, wenngleich Brüninghaus ganz anders spielt als dieser. Unnötig zu erwähnen, dass Drummer Manu Katché seine erstklassige Rhythmusarbeit so souverän erledigt, dass es auch Spaß macht, nur ihm allein zuzuhören.

Wunderbares Album, schönste Musik, melodisch, meditativ, auch schon mal heftiger zu Werke gehend, weckt große Gefühle und fängt Dich ein. Ein Höhepunkt nach dem anderen. Und wie immer erstklassiger Klang.


Milton
Milton
Wird angeboten von Fulfillment Express
Preis: EUR 18,62

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein ganz seltenes Glanzstück, 29. Dezember 2009
Rezension bezieht sich auf: Milton (Audio CD)
Milton ist in Brasilien DER Superstar der siebziger und achtziger Jahre. Diese CD, bereits 1976 als Schallplatte erschienen, ist zumindest für meine Ohren mit das Beste, das aus Brasilien zu haben ist: unter den Top 5 aller Zeiten.

Damals wurde die Schallplatte euphorisch angepriesen, und so ging ich zu meinem Schallplattenhändler; er drückte mir die Platte gleich in die Hand und sagte breit grinsend: "Die willst du doch, oder?" Ja, er kannte seine Stammkunden! Ich nickte, und zuhause flogen mir die Ohren weg. Ungemein poetisch, traumhafte Melodien ("One Coin"), Miltons Stimme ist mehr als hörenswert. Wer nicht reinhört, ist selbst schuld. Wer auch nur etwas übrig hat für südamerikanische Musik, wird dieses Album lieben. Wer es noch nicht so recht weiß, den wird dieses Album wohl zum Fan machen.


Seite: 1 | 2 | 3 | 4