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MattG (Mödling)

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Gilbert Goodmate
Gilbert Goodmate

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Wird keine Zielgruppe wirklich treffen!, 9. September 2010
= Spaßfaktor:2.0 von 5 Sternen 
Rezension bezieht sich auf: Gilbert Goodmate (Computerspiel)
"Gilbert Goodmate" wirkt auf den ersten Blick wie ein Kinderspiel, aber ich zweifle sehr, inwieweit die Art der Rätsel auch tatsächlich Gefallen bei Kindern finden wird. Es könnte zu schwer sein (ich tippe mal, auch ältere Semester werden hier den einen oder anderen Hänger erleben)! Für Jugendliche wiederum, wird dieses klassische Adventure optisch vor allem wahrscheinlich zu kindlich sein - wie für die meisten Erwachsenen wohl auch. Meine Präferenzen hat es eher nicht getroffen. Ich habe es auch nicht lange gespielt (meine Rezension ist somit mit dieser Einschränkung zu verstehen!).

Pro's:
--> Lange Spieldauer (wie bei kaum einem anderen Adventure dieses Jahrzehnts)
--> Viele Rätsel
--> Ansatzweise schrägwitziger Humor (oft sehr kindlich)
--> Passable Steuerung
--> Zahlreiche Interaktionspunkte
--> erfordert keine starke CPU Leistung

Contra's:
--> Manchmal meiner Meinung nach künstlich in die Länge gezogen
--> Grafik wie aus den 90er Jahren (Pixelhunting als logische Folge)
--> Logik manchmal in Frage zu stellen
--> Sprachausgabe ziemlich mäßig und nervig
--> Feedback manchmal stereotyp und wenig konstruktiv
--> Musikalisch kaum berauschend

Die Story kann man nett finden oder nicht. Runde Narration mit interessanten Charakteren sollte man sich eher nicht erwarten. Phasenweise wird es comicartig und kindlich naiv und der Holzhammer kann im wahrsten Sinne schon mal ausgepackt werden. Das macht hier wohl auch den individuellen Charme aus. Ein emotionaler Spannungsbogen kommt wenigstens im ersten Drittel leider nicht auf und falls doch, vermutlich eher deswegen, weil sich die Antipathien gegen die Hauptfigur sprachausgabebedingt häufen. Was die Rätsel angeht, so sind diese vielfach sehr passabel und immer wieder auch recht knackig. Über Logik im Spiel kann man zuweilen streiten und das man sich teilweise von Pixel zu Pixel vorarbeiten muß, ist unangenehm. Die logische Berechtigung gewisser Rätsel darf man sowieso nicht anfangen zu hinterfragen. Oft tauchen Rätsel auf, die einem Kinderspiel gut stehen würde und dann im nächsten Atemzug folgt etwas, dass dazu gar nicht passen würde. So wirklich war mir nicht klar, wem das Spiel nun gefallen möchte. Manches wirkte auf mich, als hätten sich die Entwickler einfach mal spontan überlegt, welches Rätsel man noch irgendwo einfügen könnte - ohne viele Gedanken daran zu verschwenden, ob es die Sache nicht vielleicht ein bisschen überlädt. Zur Abwechslung würde hier im Gegensatz zu den meisten anderen Adventures der letzten paar Jahre ein bisschen weniger und dafür gezielter nicht schaden.

Fazit: "Gilbert Goodmate" ist ein Spiel, dem in meinen Augen keine Zielgruppe zuordenbar ist. Einem Kauf ohne die Demo gespielt zu haben, würde ich abraten und besonders beim Gedanken, dieses Spiel einem Kind oder Jugendlichen zu schenken, ist Vorsicht geboten (selbst wenn es von Fall zu Fall auch gut gehen kann). Für mich ein eher durchschnittliches Adventure (also 2.5). Weil das Spieldesign für mich aber zu inkonsequent ist, gibt es hier zwei Punkte. Wäre das Spiel beispielsweise besser auf eine jüngere Zielgruppe abgestimmt worden, hätte es schon eine wenig höhere Wertung geben können!


A Vampyre Story [Hammerpreis]
A Vampyre Story [Hammerpreis]

16 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Gut mit Schönheitsfehler..., 8. September 2010
= Spaßfaktor:4.0 von 5 Sternen 
Rezension bezieht sich auf: A Vampyre Story [Hammerpreis] (Computerspiel)
"A Vampyre Story" sieht verdammt gut aus, spielt sich rund und hört sich überzeugend an (klasse SprecherInnen, schöne Musik). Vom Humor her zählt es für mich ganz klar zur oberen Adventure Klasse, wobei es nicht immer ganz so lustig ist, wie es gerne wäre. Aber witzige Momente gibt es einige und sich durch die Dialoge zu klicken oder auch einfach so mit dem fledermausigen Kumpel zu plaudern... das macht Spaß. Vereinzelt kann die Lösung eines Rätsels mehr Zeit brauchen und ich muß zugeben, es gab zwei, drei Fälle, da war die Komplettlösung mein bester Freund (auch zumal mir manchmal etwas die Geduld fehlt). Wie auch immer, darüber zu sinnieren, ob jene Rätsel bei denen ich Schwierigkeiten hatte, deswegen automatisch unfair sind, macht wohl nicht wirklich viel Sinn, auch zumal es ohnehin sehr wenige Momente betrifft und die Schwierigkeit grundsätzlich passt. Die Rätsel sind meist fair. Positiv ist zudem, dass es oft mehr Interaktionsmöglichkeiten gibt und nicht blos solche, die zwangsläufig mit der Lösung in Verbindung stehen. Eventuell ist das Spiel für fortgeschrittenere SpielerInnen besser geeignet.

Bis hierher hat die Sache - die sich rund um die Flucht der Vampirin Mona aus den Fängen des Vampir-Barons Shrowdy dreht - noch den richtigen Biss. Geboten wird also eine gelungene Story, mit netten Wendungen und Rätseln.

Ehe ich mit kritischen Aspekten beginne, sei zunächst positiv angemerkt, dass sich "A Vampyre Story" trotz schöner, comicartiger Optik auch auf eher durchschnittlichen PC's gut spielen lässt - nur gegen Ende kann es auf solch weniger guten Systemen ruckelige Momente geben und im letzten Drittel sind bei manchen Videosequenzen zudem Abstürze möglich. Ansonsten läuft das Spiel aber in der Regel recht sicher.

Eine Sache ärgert mich jedoch gewaltig. Ein offenes Ende ist bei PC Spielen immer ein zweischneidiges Schwert, aber es scheint mir besonders seltsam, wenn man 2-4 Jahre auf eine Fortsetzung warten muß (vorausgesetzt es gibt überhaupt eine Fortsetzung - so sicher ist das auch nie). Ich will zumindest ansatzweise das Gefühl haben, dass irgendetwas abgeschloßen ist. Bei einer Fernsehserie kann man sich sowas auch nicht leisten. Das Spiel erreicht einige Zeit vor dem tatsächlichen "Ende" dieses Teils bereits seinen Höhepunkt und hängt danach in der Luft... um schließlich mit einem Cliffhanger zu enden. Wenngleich die Spieldauer sich im soliden Durchschnitt bewegt, sowas schmeckt mir gar nicht. Ebenso die Qualität der Rätsel lässt im letzten Drittel etwas nach und wirkt gehetzt. "A Vampyre Story" fühlte sich für mich zudem während des letzten Drittels so an, als wäre es ursprünglich als EIN Spiel konzipiert worden und irgendwann ist den Entwicklern dann wohl gedämmert, dass es nie rechtzeitig fertig werden wird. So erblickte die Idee einer Fortsetzungsgeschichte das Licht der Welt. Nur eine Theorie und trotzdem.

UPDATE (DEZ. 2011) - Momentan liegt das Projekt Vamypre Story 2 (wie auch das ebenfalls geplante Vampyre Episodenspiel) auf Eis. Es ist anzunehmen, dass es eine Fortsetzung geben wird, aber das kann einige Zeit dauern, bis die Finanzierung endlich gesichert ist und fix ist leider noch nix... - UPDATE (DEZ. 2011)

Fazit: "A Vampyre Story" ist technisch gesehen in vieler Hinsicht einwandfrei gelungen, weist vereinzelt Rätsel der knackigeren Sorty auf und eine charmante Story, die mit einigem Humor angereichert wurde. Leider wird das Niveau nicht durchgehend gehalten und das offene Ende sorgt für einen bitteren Beigeschmack. Trotzdem von meiner Seite aus ein sehr empfehlenswertes Adventures...


The Deaths of Ian Stone
The Deaths of Ian Stone
DVD ~ Mike Vogel
Wird angeboten von svalv
Preis: EUR 19,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Im Ansatz nicht schlecht, allerdings..., 2. September 2010
Rezension bezieht sich auf: The Deaths of Ian Stone (DVD)
"The Deaths of Ian Stone" würde ich zu jener Sorte Film zählen, die zunächst schön spannend und verschachtelt beginnt. Die Story bringt dabei allerdings eine fundamentale Problematik mit sich: Es ist nicht leicht aus dieser Ausgangslage eine interessante Conclusio zu schnitzen. Genau hier scheitert dieses Werk von Regisseur Dario Piana meiner Meinung nach...

Ausgangspunkt ist eine Erinnerung an eine Highschool Karriere, die sich so gar nicht ereignet haben soll. So dreht und wendet sich die Handlung immer weiter und kommt dem Kern der Sache auf die Sprünge. "The Deaths of Ian Stone" könnte man vielleicht als Mixture aus "Matrix", "They Live" und "Final Destination" beschreiben. Leider wird die Handlung dabei zu krampfhaft in ein typisches drei-Akt System gepresst. Die Wende gegen Ende des ersten Aktes wirkt vielleicht deshalb überhastet herbeigeschrieben - die Handlung kommt für meinen Geschmack ins Rollen, noch ehe ich mich richtig mit dem Setup anfreunden konnte. Der Film liess mich schlussendlich leider kalt.

Im weiteren Handlungsverlauf erschweren es sich die Macher des Films unter anderem selbst, echte Überraschungen zu liefern. Der Autor des Drehbuchs lässt sich meiner Meinung nach zu einer höchst unentschlossenen, eigenartigen Mischung aus Trash und Mainstream hinreissen. Dabei wären die Voraussetzungen für ein interessantes Filmerlebnis bestimmt vorhanden gewesen. Die Besetzung glänzt vielleicht nicht vor grossen Namen, ist aber relativ stimmig. Nur gegen die immer unsinniger werdende Story können sich Jaime Murray, Mike Vogel und Co. nicht lange zur Wehr setzen!

Visuell ist der Film recht gut umgesetzt. Die Bildsprache drängt sich nicht zu sehr in den Vordergrund, wobei die Stimmung unheimlicher sein hätte können, aber okay. Die akustische Untermalung (Musik, FX) macht zunächst vieles richtig... arbeitet ab der zweiten Hälfte jedoch zuviel mit Effekten. Wenn ein Film so sehr versucht, Schockeffekte auf diesem Weg zu erzeugen, dann ist das selten ein gutes Zeichen. Zum Fürchten ist dieser Streifen sehr selten - dazu fehlt es auch an narrativer Geduld, echten Überraschungen. Im Vergleich dazu, sind die Action Sequenzen immerhin aber recht ansprechend gelungen. Am ehesten würde ich "The Deaths of Ian Stone" als eine Art Mystery-SciFi-Action-C-Thriller kategorisieren.

Fazit: Kein wirklich empfehlenswerter Film, wenn auch mit interessantem Auftakt und guten Ansätzen. Im weiteren Verlauf schreitet die Handlung aber zu überhastet voran, wird immer trashiger und endet schließlich eher enttäuschend. Mein Urteil pendelt zwischen zwei und drei Sternen...


Full Pipe
Full Pipe
Wird angeboten von Online-Versand-Grafenau GmbH
Preis: EUR 9,29

14 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen crazy knobelei, 28. August 2010
= Spaßfaktor:2.0 von 5 Sternen 
Rezension bezieht sich auf: Full Pipe (Computerspiel)
Eins vorweg, sobald man sich ein Adventure erwartet, ist "Full Pipe" fast zwangsläufig eine Enttäuschung! Das Werk der "Machinarium" Macher geht weiter, als "Machinarium", welches eine Art künstlerischer Grenzgänger zwischen Puzzle und Adventure war. Von einem Adventure ist da kaum noch was zu spüren! Die vormals ohnehin knappe Story scheint inzwischen sogar völlig belanglos. Es existiert zwar die latente Motivation, die Spielfigur wieder aus dem Röhrensystem nach Hause zu bringen, doch rein narrativ wird das nicht wirklich konsequent weitergesponnen und eigentlich ist es nebensächlich. Statt dessen arbeitet man sich im Röhrensystem von Rätsel zu Rätsel und macht mit vielen seltsamen Kreaturen Bekanntschaft. Von der schönen "Machinarium" Ästhetik und Atmosphäre ist dabei wenig übrig geblieben.

Die Rätsel von "Full Pipe" setzen die herkömmliche Rationalität ausser Kraft. Ich mußte hin und wieder an die sehr gelungenen "The Incredible Machine" Spiele der 90er Jahre zurückdenken. Man probiert, stellt fest welche Wirkung welche Aktion hat und versucht jene Handlung herauszufinden, die eine positive Wirkung hat - wobei jedoch oft nicht von vorne herein klar ist, welcher Natur diese Wirkung schließlich sein wird. Aus meiner Sicht ein spannender Ansatz. Blos bin ich der Meinung, dass sich Herausgeber und Entwickler mit dem Label "Adventure" ein Loch ins eigene Bein geschossen haben. Womöglich ist diese irreführende Bezeichnung eine Hauptursache dafür, warum das Spiel bisweilen meist negativ bewertet wurde. Meinen Geschmack hat es schließlich ebensowenig getroffen. Aber vielleicht bin ich auch einfach zu sehr klassischer Adventure Spieler und jene strenge Linearität, wie hier bei "Full Pipe", reizt mich nicht, wenn der narrative Überbau fehlt. Den Machern würde ich empfehlen, nächstes Mal bei so einem Projekt, eher ein klassisches Leveldesign zu wählen, d.h. mit Schwierigkeitsgraden und mehreren frei wählbaren Levels (und ein Editor wäre sogar noch spannender) - oder eben am narrativen Konzept zu feilen, je nach Genre Orientierung, sonst ist es leider weder Fisch noch Fleisch.

Fazit: Aus meiner Sicht ist "Full Pipe" kein gelungenes Adventure, aber dafür ein recht innovativer, verquerter Knobelansatz, fern gewohnter Rationalität. Ein alternative, verrückte Anhäufung von "Puzzles", die jedoch nicht vielen Menschen bekommen dürfte und so gesehen nicht uneingeschränkt empfohlen werden kann. Mich hat es nicht überzeugt, wer sich für schräge Knobelspiele der anderen Art aber begeistern kann, der sollte es sich vielleicht trotzdem mal näher ansehen...


Alter Ego
Alter Ego

4 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Verpfuschtes Potential..., 27. August 2010
= Spaßfaktor:2.0 von 5 Sternen 
Rezension bezieht sich auf: Alter Ego (Computerspiel)
Man stelle sich "Black Mirror" vor, mache zwei Schritte zurück und voila... wir stehen vor "Alter Ego". Ich versteh nicht, warum die Macher von Black Mirror derzeit ein Adventure nach dem anderen herausbrettern. Auf Dauer kann das nicht gut gehen und der Trend zeigt für meinen Geschmack deutlich abwärts! Technisch scheint "Alter Ego" die Engine von "Nibiru" und Co. übernommen zu haben. Die Locations sind ansprechend düster gezeichnet. Leider wirken sie in der Regel recht leer und statisch, wie oft bei Spielen dieses Teams. Kaum gibt es andere Figuren als jene, die für den Spielverlauf relevant sind (bescheidene Ausnahme: Gasthaus). Die Steuerung ist dafür aber von gewohnt guter Qualität. Auch Sprachausgabe und Musik gehen sehr OK!!!

Was sind nun die gravierenden Macken aus meiner persönlichen Sicht?

--> Die Rätsel fand ich einfallslos, die Lösungen meist zu simpel, zu banal und teils geradezu naiv (z.B. die Sache mit den Handschellen). Es gibt jeweils lediglich eine einzige Lösung, die fast immer ohne viel Nachdenken lösbar ist (auch zumal sich Interaktionsmöglichkeiten in Grenzen halten). Wer sich ähnlich "Black Mirror" Rätsel der mechanischen Sorte erhofft (z.B. Maschinen, Mechanismen die es zu aktivieren gilt), wird enttäuscht sein. Abstrakt-komische Rätsel gibt es ebensowenig (und falls doch, so zweifle ich an einer Absicht). Viele Aufgaben laufen frei nach dem Motto: Wenn ich das für dich tue, wäscht du für mich die Wäsche. Tja, und dann geht man tatsächlich mal zur Maschine gibt die Wäsche hinein und schaltet ein. Was für ein Spaß. Seltsam wird es zuweilen auch, wenn ein wesentlicher Teil der Haupthandlung sich plötzlich abspielt, ohne das man als Spieler berücksichtigt wird - was passiert erfährt man in Form einer verbalen Erzählung. Vielleicht stelle ich falsche Erwartungen an ein Adventurespiel, aber förderlich für ein interaktives Spielfeeling ist das doch wohl eher nicht...

--> Die lineare Story beginnt im Ansatz ansprechend, kommt jedoch nie auf Touren und bleibt letztlich finde ich ohne Linie. Mir scheint die Urheber dieses Spiels haben sich in die fixe Idee von Horror Spielen verbissen und versucht alles in diese Richtung zu biegen. Bei "Alter Ego" klappt das mehr schlecht als recht. Ein breiter Handlungsbogen kommt kaum zustande. Gruselig wirkt es nicht, höchstens depressiv und steril. Die Vermischung von zwei Handlungssträngen klappt nicht wirklich. Der Plot ist bestensfalls C-Movie Niveau und das narrative Unvermögen gipfelt schließlich in einem erstaunlich sinnlosen, wenig lohnenden Finale... als wäre den Entwicklern plötzlich die Lust (oder das Geld...) vergangen.

--> Die Charaktere sind typisch für die Entwickler: unsympathisch und negativ. In einem Spiel kann sowas durchaus eine willkommene Abwechslung sein - vorausgesetzt, ein Adventure ist inhaltlich reizvoll genug und/oder die Charaktere durchleben eine interessante Wandlung. Aus meiner Sicht trifft nichts davon im aktuellen Fall zu. Mit keiner dieser unangenehmen Figuren konnte ich viel anfangen. Zwar wird die Charakterisierung aus meiner Sicht gerade anfangs passabel umgesetzt, danach tritt dieser Aspekt in den Hintergrund und kommt mehr und mehr zum Stillstand. Hier nützen auch gute SprecherInnen wenig. Am Ende sind die Hauptfiguren genauso unsympathisch wie zu Beginn!

Und ausserdem (weniger problematisch, aber dennoch erwähnenswert):

--> Die Dialoge bieten null Wahlmöglichkeit. Fragen muß man im Spiel sowieso alles. Dieses "Manko" trifft aber auf die meisten Vertreter des Genres zu. Da kann der Dialog ja gleich automatisch laufen.

--> Die Spieldauer ist extrem kurz (6-8h) und wirklich zufrieden ist man hinterher nicht (man fühlt sich eher verschaukelt). Überraschungen, ein grandioses Finale... es fehlt an allen Ecken und Enden. Schade!

Fazit: "Alter Ego" ist ein Adventurespiel, dass nur auf technischer Ebene halbwegs passt! Gerade narrativ und was die Rätsel angeht, haut wenig hin. Ein in Summe leeres, sehr enttäuschendes, verpfuschtes Spiel, dem ein paar Monate mehr Entwicklungszeit gut getan hätten. Ich will den Entwicklern nicht unrecht tun, aber für meinen Geschmack steht da entweder zuviel Halherzigkeit oder zuwenig Budget dahinter. Das mehr möglich wäre, wurde von Future Games in der Vergangenheit bewiesen!
Kommentar Kommentare (4) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Aug 8, 2011 6:39 PM MEST


Lost Horizon
Lost Horizon
Preis: EUR 4,99

31 von 37 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein kurzweiliger Trip :), 24. August 2010
= Spaßfaktor:4.0 von 5 Sternen 
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Lost Horizon (Computerspiel)
Animation Arts und Deep Silver haben sich in den letzten Jahren vielfach für gelungene Adventures ausgezeichnet. Die beiden Geheimakten (hier beide gemeinsam), Perry Rhodan, The Whispered World (jeweils Deep Silver, aber in anderer Zusammenarbeit), jeweils Genre Vertreter von oberer Güte. Das Spiel zerbrach jedenfalls nicht an meinen hohen Erwartungen.

"Lost Horizon" gehört zu jener Sorte Abenteuer, bei der die Hauptfigur (der britsche Ex-Soldat Fenton Paddock) im Stile von Indiana Jones um die Weltkugel hetzt. Nicht selten darf man sich dabei an die kultige Filmtrilogie (den vierten Teil klammere ich jetzt mal aus) zurückerinnern, aber das soll jeder für sich beurteilen. Nostalgische Erinnerungen beschränken sich nicht auf die Filmwelt, denn grafisch erinnern manche Dinge an das Spiel "Fate of Atlantis". Manche Objekte zeigen gegen Ende gewisse Ähnlichkeiten zur Architektur der Unterwasserstadt von damals...

Die für mich ansprechende Story um die Suche nach einen in Tibet verschwundenen Freund, die sich bald zur Suche nach Shambala entwickelt, bewegt sich über weite Strecken entlang des Mainstreams. Der Mix aus Geschichte, Religion, Philosophie und Esotherik ist grundsätzlich aber kreativ gelungen und hat seinen Reiz. Schade aus meiner Sicht ist jedoch, dass der Fokus sehr auf einer Figur lastet (übrigens: im Handbuch findet sich ein nett gemachtes, wenngleich etwas kurzes Tagebuch des Protagonisten) und die weiteren Akteure wenig zur Geltung kommen bzw. etwas halbherzig ins Spiel geworfen wurden. Kim wirkte auf mich wie das 5te Rad am Wagen und kann sich kaum in Szene setzen. Gerade die Rätsel was sie anbelangt sind besonders flau. Hier bleibt viel Potential auf der Strecke.

Die Dialoge zählen für meinen Geschmack durchaus zur besseren Sorte (auch wenn man sie verkürzen hätte können). Die SprecherInnen können sich die Texte in der Regel gut zueigen machen. Oft mag dieses Adventure viel, wenn nicht sogar zuviel Erklärung brauchen, doch es ist durch einen einfachen Rechtsklick jederzeit möglich, den Dialog abzukürzen - auch ohne inhaltlich den Anschluß zu verlieren. In der Regel wird das Wichtigste im Anschluß ohnehin nochmal kurz gefasst und so schwer zu kapieren ist die Handlung nun auch wieder nicht. Bei den Dialogen ist allerdings oft schwer abzuschätzen, ob das, was bei einer auswählbaren Frage gefragt wird, auch wirklich das ist, was man fragen möchte (die Dialogoptionen sind zu allgemein bezeichnet). Nachdem sich das im Spiel nie wirklich rächt (gestorben wird nicht), fällt das aber kaum ins Gewicht. Zu Beginn gäbe es einmal die Möglichkeit, sich mit einer Sängerin zu unterhalten, wobei der Dialog auf zwei Varianten enden kann. Schade, dass dieser interessante Ansatz nicht weiter verfolgt wird. An einigen Stellen im Spiel hätte es für meinen Geschmack mehr Interaktion zwischen Kim und Fenton gebraucht, damit deren Beziehung zueinander glaubhaft vermittelt werden kann.

Die gesamte Spieldauer geht mit rund 10-12 Stunden in Ordnung und bewegt sich im Durchschnitt. Das Spiel beschränkt sich großteils auf Rätsel, die für den Handlungsverlauf wirklich notwendig sind. Botengänge gibt es kaum und wenn doch, dann zählen sie finde ich zur unterhaltsameren Sorte. Was die technische Umsetzung anbelangt, so stößt das Spiel in dieselbe Kerbe wie "Geheimakte Tunguska" oder "Puritas Code". Es scheint mir auch nicht nötig, hier viel zu ändern. Die Steuerung geht prima von der Hand/Maus. Es bedarf zudem keiner zu gewaltigen CPU Leistung Bedarf, um dieses Spiel selbst auf hoher Stufe spielen zu können - und das ohne das "Lost Horizon" einen verstaubten Eindruck hinterlasse würde. Notfalls lassen sich die Settings aber herunterschrauben. Bugs, Abstürze und co passieren desweiteren kaum. Wehmutstropfen an dieser Stelle ist die etwas mangelhafte Animation der Charaktere. Den Gesichtern sind kaum Emotionen zu entnehmen. Dafür machen die SprecherInnen hier aber viel wett. Bemerkenswert fand ich zudem die musikalische Untermalung, denn die ist äusserst filmreif gelungen und bringt enorm viel Stimmung!

Was die Rätsel angeht: sie sind zwar sehr leicht geraten, aber in Summe nett gelungen. Vom Prinzip her erinnerte es mich teilweise ein bisschen an Lucas Arts (d.h. etwas Querdenken schadet manchmal nicht). Nur kann man sich sehr oft die Lösung ganz einfach nach Ausschlußprinzip zusammenreimen, da sich im Inventar in der Regel nur eine stark beschränkte Anzahl von Gegenständen befindet und man in der Umgebung oft nur mit recht wenigen Objekten interagieren kann. Dieses Problem teilt "Lost Horizon" mit vielen Adventures und diese Problematik sorgt mitunter dafür, dass selbst die wenigen potentiellen Kopfnüsse oft zu leicht zu lösen sind. Zudem gibt es in der Regel stets eine einzige Lösungsmöglichkeit. Ein bisschen mehr Komplexität hätte dem Rätseldesign keineswegs geschadet. Eine Sache fand ich zudem sehr suboptimal: Manchmal werden Mechanismen lediglich verbal in einer totalen Einstellung beschrieben. Das ist aus meiner Sicht unzeitgemäß und unvorteilhaft. Hier würde sich eine andere Umsetzung anbieten, v.a. ein Close Up. Weiters wäre es aus meiner Sicht besser gewesen, alle Gegenstände im Inventar aus der Nähe drehen und wenden zu können.

Ein interessanter Ansatz im Spiel ist die Möglichkeit, an bestimmten Stellen den Schwierigkeitsgrad selbst zu bestimmen. Schade nur, dass gerade diese Rätsel so oder so keine Herausforderung darstellen - das wäre eine gute Sache, an der Animation Arts und Deep Silver in Zukunft festhalten sollten. Interessant fand ich zudem den Endkampf, wenngleich der zu kurz gerät. Diese Konfrontation hat zudem wenig mit rationaler Überlegung zu tun. Ein längerer, weniger absehbarer Kampf mit mehr Handlungsalternativen, wäre meinem Empfinden nach besser gewesen. Und ich finde, man sollte anfangs mit dem Gegenüber mehr Schwierigkeiten haben und mit der Zeit die richtige Strategie auf Basis des Kampfverlaufs herausfinden. Dann wäre es perfekt :).

Fazit: "Lost Horizon" wird dem Genre locker gerecht. Es ist kurzweilig, abwechslungsreich und interessangt umgesetzt. Im Detail gibt es freilich ein paar Streitpunkte, aber grundsätzlich zählt dieses Spiel für mich zu den besten Adventures der letzten fünf Jahre. Wer die beiden "Geheimakte" Spiele mochte, wird wahrscheinlich zufrieden sein. Wer sich jedoch Innovationen und Kopfnüsse erhofft, wird kaum fündig werden. Aus meiner Sicht jedenfalls ein gutes Spiel.
Kommentar Kommentare (5) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jul 27, 2011 11:33 PM MEST


Mata Hari
Mata Hari
Wird angeboten von Game World
Preis: EUR 4,99

5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Enttäuschung!, 24. August 2010
= Spaßfaktor:2.0 von 5 Sternen 
Rezension bezieht sich auf: Mata Hari (Computerspiel)
"Mata Hari" lässt bei Adventure Fans mit Namen wie Hal Barwood und Noah Falstein einiges klingeln. Wir denken sofort an Spiele wie "Fate of Atlantis" zurück - vielleicht ein Fehler, denn die Latte hängt somit schlußendlich zu hoch!

Die Locations im Spiel sind liebevoll gezeichnet und dennoch... "Mata Hari" wirkt für meinen Geschmack sehr starr und kalt. Die Grafik mag klar über Indy 4 zu stellen sein und ein hohes Bemühen um eine detaillierte, korrekte Abbildung der vergangenen Zeit wird sofort deutlich - das ist positiv hervorzustreichen -, der Funke sprang aber bei mir nicht über. Fate of Atlantis hatte für mich mehr Charme. Und ja, es ist mutig, sich an diesem Stoff im Rahmen eines klassischen point and click Adventure Spiels zu versuchen. Keine Frage! Nur so wirklich scheint es sich zumindest in dieser Spielkonzeption nicht fürs Genre zu eignen.

Die meisten Rätsel bestehen in reiner Kommunikationsarbeit. Rede mit A, mit C, wieder mit A... und immer wieder kommt man eine Spur weiter und kann so neue Dinge erfragen. Wäre das ein Teilaspekt, es wäre nicht uninteressant. Aber durch die Schwerpunktsetzung wird es eintönig. Und ja, mir ist klar, das Agentenarbeit wohl zum Großteil in Kommunikation besteht, aber gerade in einem Spiel dieser Art funktioniert das nur sehr bedingt. Die Story plätschert zudem eher vor sich hin. Dabei würde der Stoff "Mata Hari" gerade hier Potential bieten. Ebenso die meist nur mässig in die Handlung integrierten Mini-Games (z.B. Tanzeinlagen - eher mühsam als lustig) können das Spiel nicht auflockern, im Gegenteil. Interessantere Rätsel hätten die Spieldauer bestimmt verlängert und mehr Unterhaltung hinein gebracht, aber so ist nach kurzer Zeit der Spuk vorbei (ca. 7 Stunden).

Aus heutiger Sicht ist das ebenfalls mitverantwortliche Entwicklerteam von Cranberry Productions (Black Mirror II & III) übrigens eine interessante Adventure Quelle (leider zählen sie inzwischen zu den "Opfern" der dtp Insolvenz). Bei "Mata Hari" haben wir es aber mit einem Frühwerk zu tu und das spürt man finde ich.

Fazit: Diese PC-Umsetzung zu "Mata Hari" kommt in netter Aufmachung und großen Namen, endet aber leider in einer Enttäuschung. Weder die Handlung, noch die Rätsel konnten mich überzeugen. Schade ums Potential!


Blade Runner
Blade Runner

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen eines der bemerkenswertesten Adventures !, 23. August 2010
= Spaßfaktor:5.0 von 5 Sternen 
Rezension bezieht sich auf: Blade Runner (Computerspiel)
"Blade Runner" ist eines jener wenigen Spiel, die man gerne öfter spielt. Zum einen, weil es tatsächlich ungewohnt viele alternative Handlungsmöglichkeiten bietet. Wie "Realtime" Blade Runner nun tatsächlich ist, darüber lässt sich freilich streiten. Tut dem großen Spielraum aber keinen Abbruch. Als dieser spielgewordene Sci-Fi-Detective-Thriller veröffentlicht wurde, war die Konkurrenz im Adventure Sektor jedenfalls ausserordentlich stark und Spielereferenzen wie "Monkey Island" und "Indiana Jones" extrem präsent im Gedächtnis. Westwoods Werk hatte soweit ich mich erinnere kein leichtes Standing und wurde in einigen Spielzeitschriften und von Genre-Fans zunächst etwas unterschätzt. Spätestens im Vergleich zu heutigen Spielen lernt man es zu schätzen. Vielleicht ist es kein Spiel der großen Kopfnüsse, aber narrativ ein starkes und spielerisch zudem abwechslungsreiches Spiel, welches ungemein viele Möglichkeiten erlaubt und auf diese Weise fast schon lebendig erscheint...

"Blade Runner" lässt sich genretechnisch nicht schubladisieren. Es versucht einen Brückenschlag zwischen Adventure und Action. Dieser Versuch glückt aus meiner Sicht hervorragend, was auch zum Teil an der angenehmen Steuerung liegen mag. Was heutige Spiele angeht, so wäre wohl am ehesten "Fahrenheit" ein ähnliches Kaliber. Dieses nicht minder aufwändig produzierte Spiel weist aber eine deutlich aufwändigere Steuerung auf und etwas mühsame Minigames. Technisch war Blade Runner zu seiner Zeit top! Selbst heute noch sieht es ansprechend aus. Ich glaube, Westwood hat sich mit Blade Runner (viel mehr als mit der Kyrandia Trilogie) eine Art zeitloses Denkmal gesetzt. Schade, dass dieses Spiel nie eine Fortsetzung fand. Wahrscheinlich hat sich der enorme Aufwand hier einfach nicht mit dem finanziellen Erfolg gedeckt - und womöglich teilt Blade Runner dieses Schicksal mit Fahrenheit, dem der wirklich große Erfolg ebenso versagt geblieben ist - selbst wenn dieses Spiel ebenso heute noch einen Namen hat.

Fazit: Ein höchst innovativer, vielfach unterschätzter Klassiker an den ich selbst heute noch immer gerne zurück denke. Mehr als nur würdiger Beitrag zu einem grandiosen Filmklassiker!

Anmerkung: Die Wertung zum Spaßfaktor ist bezogen auf den Humor des Spiels (es ist ein bisschen schwierig, diese Bewertungskategorie von Amazon sinnvoll zuzuordnen).


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