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Rezensionen verfasst von
Julia (Köln)

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Peace Food: Wie der Verzicht auf Fleisch und Milch Körper und Seele heilt - Bio
Peace Food: Wie der Verzicht auf Fleisch und Milch Körper und Seele heilt - Bio
von Ruediger Dahlke
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,90

14 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Verzichtbar für Leser von Campbell und Foer, 25. Juni 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Mit seinem Buch "Peace Food" liefert Rüdiger Dahlke eine motivierende, leicht und verständlich lesbare, esoterisch/spirituell ergänzte Zusammenfassung der "China Study" von Campbell und des Buches "Tiere essen" von Foer (wer diese beiden Bücher bereits gelesen hat, kann - hinsichtlich des reinen Informationsgehalts - auf das vorliegende Buch verzichten).

Im Gegensatz zu Campbell und Foer mit ihrer vergleichsweise wissenschaftlichen und journalistischen Sachlichkeit und Strukturiertheit, entwirft Dahlke mit "Peace Food" ein eher gezwungen wirkendes ganzheitliches Gesamtkonstrukt durch die Vermischung von wissenschaftlich belegten Fakten mit bekannten Philosophenthesen, Theorien verschiedenster religiöser Strömungen und Ideengut, das meiner Meinung nach im Bereich der Esoterik anzusiedeln ist (z.B. Lichtnahrung und Resonanzprinzip). Ich konnte bei der Lektüre den Eindruck nicht abschütteln, dass der Autor die eigentlich relevanten Fakten aus Campbells und Foers Büchern lediglich als Informationsgrundlage wiederverwendet, auf der er seine eigenen moralischen Wunschvorstellungen, Anregungen und Praktiken transportiert.

Im letzten Viertel des Buches verweist der Autor wiederholt auf die sog. Take-Me-Glücksnahrung (Bio-Nahrungsergänzung). Was vielleicht nur ein gutgemeinter Ratschlag des Autors ist, kann in einem seriösen Sachbuch schnell in ungewollter Weise von der Leserschaft aufgefasst werden. Wer in einem Buch im Stil eines zusammengefassten, moralischen Imperatifs die Geldmacherei der Weltkonzerne kritisiert und die Vernebelungstaktiken des Nahrungsmittel-Marketings, sollte im Sinne der eigenen Glaubwürdigkeit besser jeden Verdacht verkappter eigener Werbebotschaften vermeiden (ein einfacher Hinweis auf bspw. Grüne Smoothies oder allgemein verfügbare Präparate dieser Art hätte durchaus ausgereicht, ohne exklusive und mehrfache namentliche Nennung ausgerechnet dieses einen Produkts). Die Begegnung zwischen Autor und - einer vom Autor möglichst mündig und verantwortungsbewusst gewünschten - Leserschaft auf intellektueller Augenhöhe hat für mich in diesem Fall leider an Glaubwürdigkeit verloren.


Die Mutter des Erfolgs: Wie ich meinen Kindern das Siegen beibrachte
Die Mutter des Erfolgs: Wie ich meinen Kindern das Siegen beibrachte
von Amy Chua
  Taschenbuch

30 von 32 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Eine deutliche Empfehlung zum Selberdenken, 22. November 2012
Ich kaufte dieses Buch aufgrund von Negativreaktionen meines Bekanntenkreises und beschloss: Ich würde es gerade deshalb mit größtmöglicher Offenheit für fremdartige Ansichten und Einstellungen lesen. Nach der Lektüre muss ich zugeben: Es fiel mir schwer. Amy Chua gibt durch Beschreibung ihrer Erziehungsmethoden Einblick in das Menschen-, Lebens- und Leistungsverständnis des (vornehmlich) asiatischen Kulturkreises. Meine Reaktionen beim Lesen reichten von Ungläubigkeit und Kopfschütteln über Mitgefühl für die Töchter Chua bis hin zu Selbstzweifeln:

Frau Chuas Tochter konnte mit drei Jahren schon Sartre lesen und anspruchsvolle Klavierstücke spielen?! Während meine Vierjährige mit Memory-Karten eine Straße durch die Wohnung legt, mit Stützrädern Fahrrad fährt und immer wieder Plastik in den Biomüll wirft? Verlange ich etwa zuwenig von meiner Tochter - und falls ja, schadet ihr das? Lasse ich ihr Potential verkümmern und mache sie schon vor dem Grundschulalter zum zukünftigen Spielball einer übermächtigen High-Performer-Elite, neben der sie als Erwachsene beruflich und gesellschaftlich nur versagen kann? Lasse ich meine Tochter ihr Lebensglück verfaulenzen, wenn ich sie mit anderen kleinen Mädchen Puppe spielen lasse statt sie ans Klavier, ans Sprachbuch oder an Matheaufgaben zu setzen? Was ist das überhaupt, Kindheit? Ist das nicht vielleicht überhaupt bloß so eine kitschige Trendverirrung der "Generation Super Nanny"?

Muss ich meine Definition von Kindheit umschreiben?

Ich fragte mich beim Lesen: Wie kann man die eigenen Kinder bloß so antreiben, demütigen und beleidigen - wenn man sie liebt? Frau Chua fragte sich beim Schreiben: Wie kann man seine Kinder NICHT mit allen Mitteln zur Höchstleistung antreiben, um ihnen eine gute Zukunft und Ansehen zu sichern - wenn man sie liebt? Ist die respekt-, rücksichts- und liebevolle Erziehungsweise des Westens etwa eine Erziehung des mangelnden Einsatzes, die an der globalen Entwicklung vorbeigeht? Eine Erziehung, die sich blindstellt für die wachsende Konkurrenz auf den internationalen Wirtschaftsmärkten? Machen wir westliche Eltern es uns zu bequem, scheuen wir die Konfrontation mit und den Zeitaufwand für unsere Kinder? Lieben wir uns selbst zu sehr, um Wut und Hass durch unsere Kinder zu riskieren? Tauschen wir Beliebtsein bei unseren Kindern ein gegen das gute Leben unserer Kinder?

Muss ich meine Definition von Mutterliebe umschreiben?

Bei allem kritischen Selbsthinterfragen: Ich musste mich bemühen, "Die Mutter des Erfolgs" nicht beiseitezulegen. Soviel Stolz über die eigene Härte und Gemeinheit gegenüber ihren Kindern vermittelte mir die Autorin. Nicht, dass nicht auch intelligente Menschen dumme Sachen schreiben können - aber Amy Chua hatte in diesem Fall den Vorteil, dass sie Harvard-Professorin ist, sich gewählt auszudrücken weiss und die "Ungeheuerlichkeiten" in ihrem Buch mit einer Prise Humor und Selbstironie würzt. Bei der Lektüre ermahnte ich mich daher einerseits, das Buch nicht mit vorschnellem Urteil beiseitezulegen, nur weil ich mich und meine eigenen Erziehungsmethoden vielleicht nicht hinterfragen wollte. Andererseits ermahnte ich mich aber ebenso, Amy Chua nicht zu ernst zu nehmen, nur" weil sie eine Elite-Uni in ihrem Lebenslauf und zwei musikalische Töchter hat. Meine empörten Gefühlswallungen bei der Lektüre beiseitegeschoben, ziehe ich aus diesem Buch folgendes Fazit:

Amy Chua polarisiert nur vordergründig in Fragen der Kindererziehung - was ihr Buch vielmehr von seinen Lesern fordert, ist ein strenges Hinterfragen der eigenen Werte: Was ist uns wichtig - und was ist uns für unsere Kinder wichtig? Was bedeutet Menschsein - und was nicht? Was ist Liebe - und was nicht? Was fordern die Welt und die Zeit, in der wir leben, von uns, was unsere Mitmenschen - und was fordern wir von uns selbst, von unseren Kindern und von unseren Mitmenschen? Was ist Realität - und was Wunschdenken? Und letztlich vor allem: Was oder wem wollen wir gerecht werden - und wie weit wollen wir dafür gehen?

Bücher wie dieses erinnern daran, selbst zu denken.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Sep 16, 2014 6:33 AM MEST


Stupid White Men
Stupid White Men
von Michael Moore
  Taschenbuch

6 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Grund zu Verzweiflung, Lachkrämpfen - und herrlich boshaft!, 12. August 2003
Rezension bezieht sich auf: Stupid White Men (Taschenbuch)
Endlich mal ein politisches Buch, das sich einfach so "runterlesen" läßt, auch von Laien, die nicht mal unbedingt regelmäßig dazu kommen, die Nachrichten zu sehen! Michael Moore zerpflückt das Durcheinander von Regierung, Wirtschaft und speziell der Rüstungsindustrie der USA vor den Augen des Lesers, der plötzlich ungeahnte Zusammenhänge erkennt und blaue Flecken am Kinn bekommt - weil der Unterkiefer immer wieder auf die Tischplatte fällt. Endlich wird dem Leser klar, wie genau das damals mit den Wahlen in Florida gelaufen ist! Und weshalb Georgie-Boy, wie Moore den Präsidenten sehr liebevoll-kumpelhaft bezeichnet, in seiner eigenen Regierung der große Verlierer ist! Es baut auf, zu sehen, dass auch Trinker und Kriegsdeserteure, die in ihrem Leben scheinbar nichts auf die Reihe bekommen haben, Präsident der Vereinigten Staaten werden können - ist das der berühmte "amerikanische Traum"? Oder eher der "amerikanische Albtraum"?
Besonders interessant - internationale Vergleiche, unglaubliche statistische Zahlen und die Übertragbarkeit vieler amerikanischer Verhältnisse auf unser eigenes Leben in Deutschland. Kein Anti-Amerika-Buch, sondern eine äußerst amüsante Anregung, sich vor allen Dingen auch mal an die eigene Nase zu packen und fragwürdige Zustände im eigenen Land endlich einmal kritisch zu hinterfragen....
Lückenlos recherchiert (wer würde sich sonst trauen, bei den rekordverdächtigen Entschädigungssummen, die in US-Gerichtssälen verhängt werden, ein solch boshaftes Buch herauszugeben?!) und mit herzerfrischend direkter Ironie ein wahrer Lese-Genuß!


Das Samtkaninchen oder Das Wunder der Verwandlung
Das Samtkaninchen oder Das Wunder der Verwandlung
von Margery Williams
  Gebundene Ausgabe

8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine philosophische Geschichte - nicht nur für Kinder..., 12. August 2003
Eines der schönsten (Kinder-)Bücher, die ich je gelesen habe. Mit einer Geschichte, die auch den hartgesottenen Erwachsenen daran erinnern, dass es mal andere Werte gab als die, die uns heute von der Gesellschaft und unserem oft wurzellosen Ich auferlegt werden. Das Buch ist mit wunderschönen Bildern illustriert, die man minutenlang anschauen mag. Und seine fast schon philosophische Geschichte über den Wunsch, anders zu sein, vielleicht besser zu sein, als man ist, sich in harter Zeit zu bewähren und seinem Zielbild von sich selbst somit als Belohnung näherzukommen, rührt in jedem Leser etwas an.
Dieses Buch ist nicht nur ein tolles Geschenk für Kinder, sondern auch für Erwachsene, die vielleicht gerade eine schwierige Zeit durchmachen oder nicht mehr wissen, wie es weitergehen soll. Auf jeden Fall immer eine sehr liebe Geste... Denn letztlich ist doch jeder von uns ein kleines Samtkaninchen...


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