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Rezensionen verfasst von
Sascha Rauhaus (Duisburg)

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Dark Stories Von Kindern, Tod und Teufel: 13 hammerharte Geschichten
Dark Stories Von Kindern, Tod und Teufel: 13 hammerharte Geschichten
von Chris S Dawson
  Taschenbuch
Preis: EUR 14,00

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Genial ... aber nichts für Weicheier!, 9. März 2010
Mir wurde das Buch von einem Bekannten empfohlen, der den Autor persönlich kennt. Also habe ich mir ein Exemplar besorgt und erst einmal skeptisch hineingelesen, da mir die Coverzeichnung vorgaukelte, es handle sich um Stories für Kids. Doch dem war überhaupt nicht so und schon von der ersten Story an zog mich das Buch sofort in seinen Bann. Ich habe schon Jahre nicht mehr so geniale Kurzgeschichten und Erzählungen gelesen. Dawson schreibt zwar ganz anders als Stephen King und trotzdem erinnert er an ihn - und zwar in seinen besten Zeiten. Obwohl es sich hier nicht um echte Horrorstories handelt, sind die Situationen in den Geschichten oft der blanke Horror.Doch wo King aufhört, macht Dawson weiter. Zugegeben, die Situationen in den Geschichten lassen einen manchmal wirklich schlucken und diese zum Teil superheftige Brutalität hat mich einige Male wirklich geschockt. Aber Dawson gebraucht trotzdem die Brutalität nicht plakativ, nicht als bloßes Stilmittel. Er setzt sie dort ein, wo der Realismus es erfordert. Und gerade dieser Realismus macht seine Geschichten zusätzlich erschreckend. Wären da nicht diese brillianten Wendungen und unerwarteten Schlüsse oder sein sehr schwarzer, makaberer Humor, der einen trotz allem auch mal zum Lachen bringt und so den angespannten Gefühlen des Lesers eine Pause verschafft, würde man zuweilen das Buch sicher etwas verstört aus der Hand legen.Doch so ist es nicht. Ich kann nicht sagen, wie Dawson es geschafft hat, aber trotz aller Härte machen seine Stories wirklich süchtig. Er hat eine Art zu schreiben, wie ich sie bislang noch bei keinem anderen mir bekannten Autoren entdeckt habe. Man schafft es einfach nicht, vom Buch loszukommen. Wirklich absolut lesenswert - doch nichts für schwache Nerven. Und ganz sicher nicht für jüngere Leser. Für alle anderen, die es etwas kerniger mögen ein absoluter Geheimtip!


Charles Dickens' Oliver Twist (2007) [2 DVD Set]
Charles Dickens' Oliver Twist (2007) [2 DVD Set]
DVD ~ Sophie Okonedo
Preis: EUR 12,99

57 von 62 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Besser als Polanski!, 25. November 2008
Jetzt werden sicher viele denken "Na toll, noch eine weitere, zigte Verfilmung der abgenudelten Story". Richtig, es gab da schon so einige... Wir erinnern uns:
Hatte doch erst Starregisseur Roman Polanski 2005 seine angeblich ultimative Verfilmung des Stoffes mit Ben Kingsley vorgelegt. Leider gibt es aber nicht wirklich DIE ultimative Verfilmung. Die ach so hochgelobte, uralte David Lean - Verfilmung, die laut Kritikern immer noch als die beste gilt, mutet für heute Sehgewohnheiten seltsam langatmig, künstlich und überzogen theatralisch an (versteht mich richtig, Alec Guinness war ein toller Schauspieler, aber sein Fagin bleibt seltsam farblos und steif), die Polanski - Verfilmung bietet ausser tollen Bildern und einer wirklich bedrohlichen Spannung leider auch nichts neues, mal abgesehen von dem bis dato wohl hübschesten Oliver Twist - Darsteller Barney Clarke, der allerdings schauspielerisch sehr wenig zu bieten hat. Und der sonst oft so grandiose Ben Kingsley orientiert sich mit seinem Spiel nur allzu sehr an der Alec Guinness - Rollenvorgabe und fügt dem Charakter daher auch keine neuen Nuancen hinzu, bleibt blass und steif.
Auch die kindgerechte und deshalb eher "beschönigte" Disney - Variante( ein wunderschöner Kinderfilm, aber eine katastrophale Literaturadaption) mit einem geradezu knuddeligen Richard Dreyfuss als Fagin und "Frodo" Elijah Wood als Dodger kann nicht wirklich überzeugen. Elijah Wood gab zwar der Dodger - Rolle neue Nuancen und Charakterzüge und versah diese charismatische Figur mit einem ganz eigenen, liebenswerten Charme, doch streng genommen, war er für diese Rolle damals schon zu alt. Dreyfuss war zudem zu sehr der "liebe Onkel" und gewann Fagin nichts an Verschlagenheit und Niedertracht ab. Es gab unzählige Verfilmungen, darunter auch so prominent besetzte mit George C. Scott, Tim Curry, Andy Serkis oder Keira Knightley.
Aber rein von der Rollenbesetzung her bleibt das seinerzeit mit sechs Oscars ausgezeichnete 68er ( oder war es 1969?) Musical "Oliver" tatsächlich bis heute unerreicht. Ron Moody als "Fagin"( Oscar für die beste Hauptrolle ), Oliver Reed als "Bill Sikes" und der erst zwölfjährige Jack Wild als "Dodger" ( Oscar für beste Nebenrolle) setzten darstellerische Messlatten, die keiner ihrer Rolennachfolger jemals auch nur annähernd erreichten. Und obwohl das Musical aus heutiger Sicht eher verkitscht, zuckersüß und auch stellenweise langatmig wirkt, so bleibt es doch mit Abstand die einprägsamste aller Versionen.
Nachdem Polanski dann mit seinem "Oliver Twist" 2005 so grandios floppte ( sowohl in künstlerischer als auch finanzieller Hinsicht), weil er trotz Stars, Aufwand und toller Fotografie einfach nicht schaffte, den Zuschauer wirklich emotional zu berühren ( zu kühl, steril und distanziert inszeniert), sah es so aus, als wäre die Zeit der "Oliver Twist" - Verfilmungen endgültig vorbei.
Doch dann entschloss sich die BBC, die sich bekanntermaßen auf Literaturverfilmungen spezialisiert hat ( unter ihnen entstand auch - ebenfalls nach einer Charles Dickens - Vorlage - "David Copperfield" mit "Harry Potter"-Darsteller Daniel Radcliffe, Maggie Smith ( ebenfalls aus Harry Potter bekannt), "Gandalf" Ian Mc Kellen und "Roger Rabbitt" - Star Bob Hoskins ) mit weniger bekannten Darstellern eine weitere Neuauflage des Stoffes zu inszenieren. Und was Polanski misslang, schaffte diese Verfilmung: den Zuschauer emotional zu berühren.
Der neue britische Kinderstar William Miller ist zwar ebenso wie sein Polanski Rollenkollege Barney Clarke ein für die Rolle fast zu hübsches Kind, allerdings besitzt er etwas, dass ihn von Dutzenden seiner Vorgänger unterscheidet: Er kann nämlich schauspielern und das sogar auf eine sehr natürliche und daher glaubwürdige Weise. Wie hier bereits ein anderer schrieb, ist er nicht so edel wie Mark Lester und auch nicht so verletzlich wie Barney Clarke, er ist trotziger, wehrt sich und schafft es der sehr eindimensionalen Oliverrolle neue Facetten abzugewinnen. Ähnlich wie Timothy Spall ( Peter Pettigrew alias "Wurmschwanz" in Harry Potter) als Fagin, der zunächst aufgrund seines Äußeren eher gewöhnungsbedürftig ist, aber im Laufe des Filmes zeigt, dass er es durchaus versteht, die allzu bekannte Figur tatsächlich noch neu zu definieren. Überhaupt ist der Film bis in die Nebenrollen hervorragend besetzt und inszeniert, er bietet mehr Nebenhandlung und macht einiges nachvollziehbarer. Ganz bemerkenswert ist auch die Darstellung der Nancy erstmals durch eine farbige Darstellerin verkörpert), die sich dem Zuschauer nachhaltig ins Gedächnis brennt. Man merkt, dass er mit viel Liebe zum Detail erstellt wurde. Mit Abstand eine der besten Verfilmungen, was vielleicht auch daran liegen mag, dass der Film - auch wenn es sich jetzt blöd anhören mag - eine sehr weibliche Handschrift besitzt. Regisseur,Drehbuchautor und Produzent sind Frauen, und zwar - wie man im Making of - welche mit viel Liebe zur literarischen Vorlage. Sie versuchen sich weitestgehend nicht an vergangene Verfilmungen zu orientieren und schaffen es tatsächlich neue Ansätze zu entdecken, sowie im Film die Gratwanderung zwischen klassischem Stoff und modernen Sehgewohnheiten zu meistern.
Mit dieser Verfilmung hat BBC nicht nur eine sehr frische, entstaubte Version vorgelegt, sondern die mit Abstand realischstste, glaubwürdigste und authentischste Verfilmung geschaffen, die ohne Zweifel zu den allerbesten Verfilmungen gehört. Nur halb so teuer wie die Polanski - Großproduktion ist sie doch dreimal so wirkungsvoll.
Ich kann diese DVD ( endlich in Deutsch erschienen) vorbehaltlos empfehlen. Erwachsene meines Jahrgangs wird der Film in seiner Machart auch so manches mal sehr an die großen Kinder - TV - Klassiker der 80er Jahre erinnern, wie etwa "Jack Holborn" oder "Silas". Natürlich hat jeder "Oliver Twist" - Fan seinen persönlichen Favoriten, doch diese Verfilmung ist sicherlich einer der stimmungsvollsten, gelungensten und vor allem am besten gespielten. Ein echtes Highlight!
Kommentar Kommentare (6) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Mar 10, 2014 4:46 PM CET


Die Schatzinsel [2 DVDs]
Die Schatzinsel [2 DVDs]
DVD ~ François Goeske
Wird angeboten von tvhits
Preis: EUR 10,50

10 von 42 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Endlich mal wa anderes!, 27. November 2007
Rezension bezieht sich auf: Die Schatzinsel [2 DVDs] (DVD)
Seien wir doch mal ehrlich: Der ach so gepriesene Weihnachtsmehrteiler mit Michael Ande ( der bei weitem zu alt für die Rolle war!!!)aus den 60ern ist nach heutigen Fern-und Filmsehgewohnheiten ätzend langweilig. Er zieht sich wie Gummi, die Darsteller sind hölzern und alles wirkt doch arg antiquiert und verstaubt. Nicht besser die ebenfalls berühmten Verfilmungen mit Orson Welles ( der einzige Lichtblick dieser sehr uninspirierten Euroverfilmun) (1972) oder RobertPowell ( Kitsch pur) im Disney-Realfilmklassiker von 1950. Alle wirken arg altbacken und brav, es fehlt der frische Wind.
Die einzig wirklich gelungene und regelrecht brilliante Verfilmung ist hierzulande nie erschienen: "Treasure Island" (1990) mit Charlton Heston, als Long John Silver, Oliver Reed als Billy Bones, Sir Christopher Lee als der blinde "Pew" und der junge Christian Bale als "Jim Hawkins.
Diese Verfilmung topt alles und wird immer unereicht bleiben.
Dennoch begrüße ich die Pro / -Neuverfilmung sehr. GERADE, weil sie nicht akribisch die xte austauschbare Version ist, sonbern eigene Aspekte einbringt. Sie merzt viele der bisherigen logischen Schlaglöcher aus (z.B warum sollten Livsey, Trelawney und co. den jungen Jim überhaupt mitnehmen und mit ihm teilen, das wurde nie hinreichend erklärt) und füllt sie mit Erklärungen. Es gibt mehr Millieu und die Uminterpretierung mancher Charaktere tut der Story angenehm gut, da sie für neue Wendungenb und Spannungsmomente sorgt. Diese sentimentale Anhänglichkeit mancher Zuschauer an Wertreue und dieses ewige "Alles-muss sein -und-bleiben-wie es-immer-war" nervt. Anscheinend ist diversen Kritikern hier entgangen, das einige der Figuren so facettenreich und tiefer ausgelotet werden, als inb irgendeiner anderen der bisherigen Verfilmungen. Wer will schon zum tausendsten Mal dasselbe sehen,. den ewig selben Ablauf, nie überraschende Wendungen, etc. Auch das leichte "Fluch der Karibik"-Flair schadet dem Film nicht, im Gegenteil.
Der Film ist flott inszeniert, wendungsreich und kein bißchen langatmig ( das einzig langatmige waren die ständigen Werbepausen alle 14 min).
Francois Göske spielt mit Abstand den besten und temperamentvollsten ( und somit lebendigsten) Jim Hawkins der Filmgeschichte und lässt zusammen mit dieser Rolle und den anderen bisherigen Auftritten ( z.B "Französisch für Anfänger" und demnächst "Die Brücke") auf eine vielversprechende Karriere hoffen. Gegen seine Darstellung bleibt der ach so gelobte Michael Ande blass, stocksteif und leblos. Tobias Moretti macht seine Sache auch nicht übel, wobei hier Charlton Heston für mich der bessere Silver ist. Aber es ist nun mal eine 100% deutsche Produktion und unsere Darsteller haben eben nicht das Charisma amerikanischer Charakterdarsteller von Rang. Doch dafür ist der Film ausgezeichnet geworden.
Nein liebe Leute, diese Verfilmung hat es in sich und das Figuren hinzuerfunden werden, stört nicht im geringsten.
Das war echt mal große Kino aus dem TV. Flott, ansprechend und höchst unterhaltsam. Vielleicht nichts für Nostalgiker, aber sicher für den Rest der Welt.
Kommentar Kommentare (9) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Dec 26, 2012 3:46 PM CET


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