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Rezensionen verfasst von
Werner G. (Innsbruck)

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Plains of Oblivion
Plains of Oblivion
Preis: EUR 17,99

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Der Flitzefinger schlägt zurück! - darkscene.at, 10. Oktober 2012
Rezension bezieht sich auf: Plains of Oblivion (Audio CD)
Es war nur eine Frage der Zeit, bis der vierzigjährige Amerikaner nach seinem Abgang bei Nevermore seine zweite Solo-Langrille aus dem Ideenkammerl raus holt. Der Blondschopf gehört zweifelsohne zu den einflussreichsten Flitzefingern, welche die Gitarrenwelt, speziell im Heavy/Thrash Genre, in den letzten zehn, fünfzehn Jahren zu Tage befördert hat. So steht außer Frage, dass es im technischen Bereich so wieso nie ernsthaft was zu meckern gab und gibt.

Aber eben genau diese Solo-Alben, also von hauptberuflichen Saitenzupfern, stoßen bekanntlich nicht immer auf allzu große Gegenliebe, weil das meist (zu) intensive Angebot an Soli und Licks manchem Konsument spätestens nach fünf Songs den letzten Nerv zieht.

Doch dieses mal ist die Ausgangsposition ein wenig anders. Erstens konnte sich Jeff, der sich abermals im Fahrwasser von Progressive und Neoclassical bewegt, aufgrund der Nevermore Kündigung reichlich Zeit für das Songwriting nehmen, zweitens gibt es exzellente Beiträge an den Äxten (unter anderem Marty Friedman im rassig-harten Opener "Mercurial" und Tony MacAlpine im munter dahin treibenden "The Ultimatum"), und drittens sind auch einige Songs mit interessanten Gesangsbeiträgen vor Ort. Wenn auch nur drei an der Zahl: man könnte sie als die nötige Prise Salz in der Suppe für "Plains Of Oblivion" (z. D. Prärie der Vergessenheit) werten.

Des Meisters unverkennbare Handschrift zieht sich wie ein roter Faden durch die zehn Stücke, dass man sich allen Ernstes fragen muss, was Nevermore ohne ihn in Zukunft eigentlich noch bezwecken wollen. Speziell bei den vehement auf Speed betonten Instrumentalabfahrten stromt Jeff und seine Gefolgschaft ziemlich heftig durch die bemitleidenswerte Botanik. Wer sich noch an Marty Friedman’s frühere Band Cacophony (der auch Jason Becker angehörte) erinnert, erkennt bald den Einfluss des späteren (bzw. ehemaligen) Megadeth Members, was sich nicht selten in hyperschnellen, aber schier hörenswerten Sweep Picking- und Tapping Läufen entlädt. Doch muss man dem guten Jeff bei allen Geschwindigkeitsrekord-Verdachtsmomenten attestieren, auf ausreichend Kontraste Wert gelegt zu haben. Gerade die von Christina Rhodes ein geträllerten Stücke ("Tragedy And Harmony" und "Chosen Time"), welchen er eine vitale Groove-Injektion verpasste, zeigen durchaus Affinitäten zu Hollands Überfliegern Epica. "Surrender", das von keinem geringeren wie Ihshan (u. a. Empereror) stimmlich bereichert wurde, kann sich samt seiner verstört wirkenden Kulisse ebenso hören lassen.

Doch auch die anderen, reinrassigen Instrumentalstücke hinterlassen einen positiven Eindruck: "Requiem For The Living" mit dem zeitweiligen Nevermore Liveersatz Attila Vörös, das herrlich relaxte "Continuum Drift" (featuring ex- Megadeth Gitarrengott Chris Poland), sowie das zu Beginn atmosphärische, deutlich an die letzten Nevermore Werke erinnernde "Sibylline Origin", gehen runter wie frisch gezapfter Gerstensaft. Mit "Rapture" befindet sich zudem ein reines Akustikstück darauf, was die sonst so vorherrschende Stromriff Dominanz etwas auflockert.

Modern, elegant, fliessend und im selben Atemzug druckvoll, extrem heavy, aber vor allen Dingen sehr entschlossen wirkt sie, die zweite Langrille des Herrn Loomis. Sehr ans Herz legen sollten sich das flockige Teil aber nicht nur die eisernen Nevermore und Megadeth Lunatics, denn die Fülle bietet, wie schon erwähnt, einiges mehr.


Indulgence
Indulgence

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Achtziger Power/Thrash vom Feinsten! - darkscene.at, 10. Oktober 2012
Rezension bezieht sich auf: Indulgence (Audio CD)
Nasty Savage sind eine dieser Bands, denen gleichermaßen Kultstatus und Loserimage bis heute anhaften. Sozusagen ein doppeldeutiges Phänomen, welches einen gewissen Nostalgiereiz aus einer Epoche, als vieles in der Szene unprofessionell und naiv, dafür jedoch etwas persönlicher ablief, herauf beschwört. Das ganze bekommt im Falle Nasty Savage zusätzlich Würze: Sänger und Hobbywrestler Nasty Ronnie (bürgerlich Ronny Galetti), ein fleischgewordener Kleiderschrank, ließ kaum eine Gelegenheit aus, TV Geräte auf unliebsame Art am Bühnenrand zu zerkleinern, ehe er im nächsten Moment mit (Kunst) Blut spuckte und sich obendrein in Glasscherben wälzte.

Der Florida Fünfer wurde bereits 1985, als das gleichnamige Debüt erschien, im Underground als mittlere Sensation gefeiert, denn was nützt alleine das Image einer Band, deren Frontsau alles, was griffbereit ist, zu Kleinholz verarbeitet, ohne entsprechend gutem Stoff in der Hinterhand? Das Songmaterial hob sich schon frühzeitig von den unüberschaubaren Metallica und Slayer Kopisten angenehm ab: als zu eigenbrötlerisch entpuppte sich der Mix aus schrägen Rifflandschaften und den extravaganten Vocals, die neben tieferen Lagen ebenso Eunuchentöne beherbergten, so, als würde King Diamond völlig unbemerkt das Mikro übernehmen. Als Vergleich fallen mir nur Realm ein, die nur ein Jahr später das nicht minder reizvolle Debüt "Endless War" auf die Menschheit losließen.

Warum ich den Zweitling "Indulgence" letztlich als Classic vorgezogen habe? Liegt wahrscheinlich daran, weil es meine erste Beschnüffelung mit Nasty Savage war und mich besonders in puncto Coverartwork beeindrucken konnte: es handelt sich um ein surrealles Gemälde von einem gewissen Van Dercar. Der Künstler, welcher den Jungs auch noch die ebenso affengeile "Abstract Reality" EP und den dritten Longplayer "Penetration Point" optisch eingekleidet hat und inzwischen wie Bassist Chris Moorehouse leider nicht mehr unter den Lebenden weilt. Und Produzenten Legende Tom Morris besorgte (in Kooperation mit Nasty Savage) wie für gefühlte 90% der damaligen Tampa/Florida Szene den nötigen Soundschliff, der sich ein Vierteljahrhundert später im noch stolz zeigen kann.

Stilistisch sind Nasty Savage weder als reinrassige Thrash-, noch als gewöhnliche Heavy Metal Truppe einzugliedern. Die Ursprünge rühren nicht zuletzt von der NWoBHM her, doch in den mittleren Achtzigern war es wahrscheinlich zu verlockend, diese aggressiven und schnellen Elemente einer neuen, speziell im Süden der USA groß florierenden Generation im Songwriting zu integrieren. Die logische Konsequenz: Gitarrist Ben Meyer kanalisierte die besten Ideen beider Stile und formte daraus Killersongs, wie man sie nicht selten auf dem Debüt und auf vorliegendem "Indulgence" Brecher vorfindet. Besonders hervorzuheben sind das gierig-lechzende Doublebass Monster "XXX" (ursprünglich auf dem "Metalmassacre VI" Sampler von 1985 zu hören!), das auf ähnliche Weise hemmunglos aufgeigende "Inferno", der treibend-fiese Opener "Stabbed In The Back" und das im Refrain mit angedeuteten King Diamond look-alike Vocals bezirzende "Divination". Und mit "?" gibt es noch das Sahnehäubchen am Ende dieser Scheibe, ist es doch ein Instrumentalsong, dessen morbide Grundstimmung den eigentlichen Nasty Savage Sound ganz edel repräsentiert.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jun 9, 2015 10:56 PM MEST


Catalyst
Catalyst
Preis: EUR 18,26

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Tolle Atmosphäre (für Nevermore Fans) - darkscene.at, 10. Oktober 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Catalyst (Audio CD)
Auch wenn das letzte, mir bekannte Werk ("Trinity") aus dem Jahre 2004 datiert, sind mir die virtuosen Kalifornier stets in angenehmer Erinnerung geblieben. Die offiziell letzte Drehscheibe "Continuum" (2006), welche stilistisch in die ziemlich selbe Kerbe schlägt, hat der Band vermutlich nicht den erhofften Sprung gebracht: Metal Axe Records sind wieder Geschichte, "Catalyst" (z. D.: Auslöser, Beschleuniger, Katalysator) kommt nun als Import CD über den großen Teich daher.

Der leicht progressiv geschmückte Power/Thrash Metal mit auffälligen Nevermore Skills besitzt zwar nicht annähernd den imposanten Wiedererkennungswert der momentan auf Eis liegenden Großmacht aus Seattle, heimst andererseits wie gehabt durch eine ebenso grazile, ja mitunter sehr mystische Atmosphäre, Sympathiepunkte ein.

Was bieten uns die Jungs um die beiden Gründer Vince Levalois (vocals/guitar) und Kragen Lum (guitar) im Jahre 2012? Die umwerfende Überraschung: Die bewährte Formel. Abermals schaffen es Prototype auf wundersame Weise, diese besondere, fast schon Space artige Aura zu erzeugen, obschon die komplexen Arrangements nicht wirklich zurück geschraubt wurden. Zünden tun die akribisch ausgetüftelten Tracks daher nur zögerlich, aber wenigstens verlässlich. Mit Ausnahme des balladesken Instrumentalsongs "Impetus" ist es die beschwingende Mischung aus tonnenschweren Riffs der modernen Thrash-Schule und den fast schon intervallartig anzutreffenden Akustikparts, die den Hörer immer wieder ins Land des Träumens entführen, bevor der Knüppel abermals erbarmungslos einen Scheitel zieht ("The Chosen Ones", "The Ageless Heart of Memory"). Doch dieses Mal haben sich Prototype noch mehr Mühe gegeben, diese nicht ganz unwichtigen Memory-Effekte heraus zu schleifen, insbesondere gilt dieses Lob für die beiden episch durchtränkten, in Midtempo gehaltenen "My Own Deception" (teilweise von gewöhnungsbedürftigen Röchel-Parts begleitet), "Cynic Dreams" und auch ein wenig für das finale "Communion".

Selbst wenn mir die neue Plattenfirma der Jungs mit dem TRIPLE AAA ("Advanced Aggressive Attitude") im Pressetext etwas zu dick aufträgt, ist "Catalyst" genau eine dieser charmanten Scheiben, die man trotz ihrer winzigen Mängel immer wieder gerne raus kitzelt und zu genießen weiß. Fans der erwähnten Nevermore, Control Cenied, Mystic Force oder Eyefear sollten Protoype kennen (bzw. kennen lernen).


Icarus (Limited First Edition)
Icarus (Limited First Edition)
Preis: EUR 19,99

4.0 von 5 Sternen Die bewährte Konstante - darkscene.at, 10. Oktober 2012
Rezension bezieht sich auf: Icarus (Limited First Edition) (Audio CD)
Dew-Scented gehören jener Kategorie von Bands an, die aufgrund konsequenter Selbsttreue seit den ersten Tagen beim Thrasher-Volk eine hohe Wertschätzung genießt. Jedoch hat sich im Laufe der letzten Jahre gerade deshalb eine (unvermeidbare?) Stagnation manifestiert, die wahrscheinlich einer der Hauptgründe für das allmähliche Verharren in der zweiten Reihe ist. Nun, im Vorfeld der bereits neunten (!) Veröffentlichung erfuhr man gar über einen radikalen Mannschaftswechsel, den Bandleader/Sänger Leif Jensen dieses mal sogar an allen - mit Ausnahme seiner selbst am Mikro - Positionen für notwendig hielt. Sind jene vier jetzt die überfälligen, besser kehrenden Besen?

Aber bei genauerem hinschauen gibt es im aktuellen Line-Up doch eine vertraute Personalie: Marvin De Vries - ein guter, alter Bekannter an der Axt, der Dew-Scented schon des Öfteren on stage aus der Patsche geholfen hat und nun immerhin in die Rolle des Hauptsongwriters geschlüpft ist. Ansonsten? Der Tradition eines „i“-Titels (Ikarus ist in der griechischen Mythologie bekanntlich der Sohn des Daidalos) bleibt man ebenso treu, wie dem Metal Blade Stall, mit welchem man erst vor zwei Jahren eine neue Partnerschaft ("Invocation") einging. Und die Rekrutierung von Jörg Unken an den Reglern spricht ebenso für eine Konstante.

Nichts desto Trotz und gerade deshalb: Vom erhofften Überraschungseffekt kann auch im Jahre 2012 keineswegs die Rede sein. Das obligatorische Markenzeichen, nämlich hetzenden, schnörkellosen Thrash Metal mit gelegentlich eingestreuten Blastbeats und Halftime-Parts durch die leidgeprüften Röhren zu jagen, bleibt nach wie vor die Quintessenz des Fünfers. Leifs unverwechselbares (durchaus dem Death Metal Metier angelehntes) Organ, dessen Derbheit in diesem Genre nahezu unerreicht ist, setzt dem Ganzen - wie schon so oft - das Krönchen auf. Und, ja: auch in Sachen Aggressivität wird wieder ans äußerste Maximum gegangen, wie schon der wegweisende, durch Mark und Bein marschierende Opener "Sworn To Obey" alle Zweifel beseitigt. Eben genau diese Etat-mäßigen Highspeed-Knüppel-Behandlungen gibt es zu gut 75% über den Scheitel bzw. um die Ohren gezogen (speziell in "Gleaming In Silver" oder "Thrown To The Lions"), um lediglich in den Tempo gedrosselten Songs "Storming Within" und "Reawakening" (featuring Dan Swanö von Edge Of Sanity!) ein durchaus angebrachtes „Rasterl“ zu machen. Auch wenn es keine signifikanten Mängel am Songwriting zu vermelden und die ein oder andere entschuldbare Riffkopie von den mighty Slayer gibt, fehlen mir die bombenhaften Hooklines, die ich auf meinen persönlichen Dew-Scented Lieblingsalben "Inwards" und "Impact" wesentlich öfter orten konnte bzw. kann.

Wie gesagt: "Icarus" repräsentiert Dew-Scented in absoluter Reinform und ist eine optimale Maßnahme, um sich allwöchentlich im Boxring auszutoben oder um sich mal nach einer kapitalen Moshsession die Seele aus dem Leib zu kotzen (um sich nur fünf Minuten später einen Kebab reinzuziehen;-). Ob es allerdings für den viel zitierten Test-of-Time reicht, wage ich zu bezweifeln, denn da draußen ist es inzwischen ohnehin extrem schwer geworden, sich zwischen den ewigen Speed & Thrash Klassikern aus allen Herren Länder einzunisten. Doch wer weiß, in wie weit sich die frisch engagierten Burschen - Rory (g), Joost (b) & Koen (d) - neben den alten Hasen Leif und Marvin beim künfigen Songwriting bewähren können?


Monolith
Monolith
Preis: EUR 12,99

1 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Sooo muss zeitgemäßer Speed/Thrash klingen! - darkscene.at, 7. Oktober 2012
Rezension bezieht sich auf: Monolith (Audio CD)
Ich sage es ohne Umschweife gerade heraus: Sylosis haben mich eiskalt erwischt. Die englischen Modern Thrasher, die ich bisher als vermeintlich austauschbare Metalcore Truppe schon gar nicht an mich heran ließ, rütteln mich im Herbst 2012 ordentlich wach. Kein Fall von Retro-Thrash (bei aller Liebe zur Nostalgie), kein Deathcore Brocken der schwer verdaulichen Sorte. Nein, als zeitgemäßen und knackig in Szene gesetzten Speed Metal würde ich es am ehesten bezeichnen, den die vier Vollprofis breit geschwellter Brust aus ankarren.

Mag sich zunächst gar nicht sonderlich aufregend lesen, auf Konserve klingt das Endergebnis jedoch ungemein spritzig und dynamisch. Da verzeiht man auch mal gern die Blind Guardian Anleihen im Opener "Out From Below", ein Song der sonst alles inne trägt, was man braucht: Riffs und Beats, die sämtliche Körperöffnungen mit dem entscheidenden Druck durch putzen, sowie Hooklines, die ihrem Namen hochgradig gerecht werden. Die ebenso gelungenen "What Wells Within" und "Behind The Sun" zeigen das epische Gesicht der Insulaner auf, zünden können sie allemal, mit leichter Verzögerung wohl bemerkt. Am liebsten sind mir Sylosis jedoch, wenn sie ihre sechssaitigen Arbeitsgeräte mit einer scharfen Prise Hardcore verfeinert durch die Galaxie jagen, und das selbstverständlich in dementsprechend fiesem Tempo: "The River", Born Anew" oder "A Dying Vine" sind geradezu die Paradebeispiele dafür, wo sich Sylosis in die ein oder andere Stakkato-Orgie (speziell "A Dyimg Vine") rein spielen. Apropos Gitarrenarbeit. "Monolith", so der bescheidenen Titel, strotzt bei aller vorherrschender Härte nur vor Details und Variantenreichtum. Ich wäre geneigt zu sagen: endlich wieder einmal Soli und Licks, derer man sich purer Herzenslust erfreut. Weitere Pluspunkte: der organische und Raum greifende Sound (Produced and Mixed by Romesh Dodangoda, mastered by Jens Bogren), sowie das schicke Coverartwork, das sich genau genommen hinter dem Pappschuber (andere Optik) verbirgt.

Lediglich die leicht monoton gehaltenen Vocals von Mainman Josh Middleton könnte man hier und da bemängeln, doch seien wir uns doch mal ganz ehrlich: dieser Trend zeichnet sich schon seit etlichen Jahren in einigen Genre der härteren Gangart ab, und weshalb sollte Josh, der seit "The Edge Of The Earth" (2011), neben Gitarre und Keyboards auch das Mikro bedient, plötzlich den Kurs abdrehen? Zurück zu "Monolith": Schwachen Songs gibt es keinen zu orten, nur die gedrosselten "Paradox" und "All Is Not Well" hinken dem Rest ein wenig hinten nach und das finale "Enshrined+ wurde bei allem Respekt doch etwas zu sehr in die Länge gezogen.


The Parallax II: Future Sequence
The Parallax II: Future Sequence
Preis: EUR 11,99

7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine Wundertüte voller Goodies - darkscene.at, 7. Oktober 2012
Rezension bezieht sich auf: The Parallax II: Future Sequence (Audio CD)
Between The Buried And Me gehören zu diesen Exponaten, die mir zwar schon lange Zeit zuzwinkern, mit denen ich mich aber nie ernsthaft auseinander gesetzt hatte. Nun, mit "The Paralax II: Future Sequence", dem inzwischen neunten Album, soll sich diese Situation zwischen mir und den frei denkenden Jungs aus North Carolina langfristig ändern. Eine Seelenverbindung, die darauf nur gewartet hat, erschlossen zu werden? Um genau dieses Motto geht bei dieser (Science Fiction) Story, nur mit dem Unterschied, dass beide Seelen voneinander nichts wissen und Lichtjahre, in jeweils anderen Galaxien, getrennt leben. Es soll das erste Konzeptalbum BTBAM sein und wurde eigentlich schon durch die EP "The Parallax: Hypersleep Dialoges" thematisch eingeleitet, wonach speziell bei den Fans erster Stunde die Spannung unerträglich sein muss.

Für mich nicht weniger spannend, denn die Grenzen sprengenden Charakteristika dieses Klangkosmos schäumen förmlich über. Wie könnte so ein Dialog in einem Fünf Hauben Restaurant vonstatten gehen? Führen sie vielleicht ein bisschen was schräges in ihrem geschätzten Sortiment? Selbstverständlich, wie viel dürfen wir ihnen servieren? Herbe Kost? Haben wir ebenso, bitte bedienen sie sich dort drüben. Episches? Klaro, bitte greifen sie zu. Durchgeknalltes? Na, was denken sie? Verträumtes? Mit Vergnügen, lässt sich gleichfalls machen. Wahnwitziges? Für sie, liebster Gourmet, immer und jederzeit! Dem entsprechend schwer lässt sich das aus allen Nähten platzende Buf ... äähhh ... Gesamtprodukt in ein oder zwei passende Schubladen pressen. Somit gehört "The Paralax II: Future Sequence" definitiv zu den schrillsten und extravagantesten Veröffentlichungen, die mir seit langem zu Ohren gekommen ist.

Zum Einen werden mit unglaublicher Coolness filigrane Zitate aus dem Hause Dream Theater ("Astralbody") mit der Derbheit des modern gestylten Grindcore fusioniert, zum Anderen gehen der psychedelische Wahnsinn mit wieder kehrenden, ethnoartigen Zwischenparts Hand in Hand, als wäre es das Selbstverständlichste im Alltagsleben eines Musikers. Ist es aber bei Weitem nicht. Wenn dann noch massive orientalische Soundvibes wie beispielsweise in "Extremophile Elite" mit dem kleinen linken Finger drüber gezuckert werden, muss man diesen 72 minütigen Audiokoloss spätestens jetzt als atemberaubende Reise bezeichnen. Unkonventionell agierende Künstler, die sich so weit aus dem kreativen Fenster lehnen, laufen nicht selten Gefahr, den Konsumenten massiv vor dem Kopf zu stoßen, um letztlich als zu diffus, zu dissonant usw. abgestempelt werden, doch BTBAM haben trotz der unüberschaubaren Palette an Ideen tatsächlich das Wunderwerk vollbracht, das nötige Maß an Schlüssigkeit zu bewahren. Und ohne Ende zu verblüffen.

Raue Thrash-Abfahrten á la "Telos" müssen nicht im krassen Widerspruch mit solch Nummern wie "Bloom", deren Essenz aus Jazz, Rock n‘ Roll und wahnwitziger Zirkusmusik besteht, stehen. Aber auch innerhalb einer einzigen Nummer, man nehme nur "Melting City" (Hau-drauf-Attacken neben friedvollen, Coheed And Cambria-artigen Streicheleinheiten) sind so viele Kontraste ineinander verwoben, wie andere es nicht einmal auf einer kompletten LP vorweisen. Spricht natürlich nicht automatisch für hohe Qualität, nur Between The Buried And Me bringen damit eine unfassbare und vor allem Song fokusierte Dynamik zum Laufen, der man keineswegs entkommt. Verspielt-melodisch bis chillig zeigt sich im Weiteren auch "Silent Flight Parliament", bevor "Goodby Everything Reprise" klassisch und entspannt den Deckel dort drauf macht, wo er beim gleichnamigen Intro gelockert wurde.

Dickes Lob an jeden einzelnen Musiker dieser bahnbrechenden Truppe, generell gilt dies für das sensationelle Songwriting und für Sänger Tommy Rogers im Speziellen: von glockenheller und leichtflüssiger Stimmakrobatik über irrwitzigen Sprechgesang bis zum ultraderben Gebrüll und noch vieles mehr hat dieser ausgefuchste Kerl im Repertoire alles parat. Es muss wohl nicht gesondert betont werden, dass so ein hochkomplexes und gleichzeitig gigantisches Phonpuzzle nur unter der Voraussetzung konzentrierten Hörens voll zur Geltung kommt. Der richtige Soundtrack für Abenteurer, die den Ottonormalverbraucherstoff mal wieder gerne zur Seite legen, um sich gänzlich von fremdartigen Welten verschlingen zu lassen. Erfreuet euch, ihr unentdeckten Synapsen der betroffenen Klientel.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Oct 10, 2012 6:24 PM MEST


Phantom Antichrist
Phantom Antichrist
Preis: EUR 6,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Unerwartet frische Zutaten bei alter Stärke - darkscene.at, 5. Oktober 2012
Rezension bezieht sich auf: Phantom Antichrist (Audio CD)
Keine Frage, seit der Rückbesinnung zu alten Tugenden, die mit "Violent Revolution" im Jahre 2001 einher ging, sind Kreator mehr denn je eine unangreifbare Macht. Die Thrash-Pioniere aus Essen haben es seit diesem versöhnlichen Werk tatsächlich geschafft, kein einziges mittelprächtiges Liedchen, geschweige ein solches Album abzuliefern. Nach dem gleichfalls als fulminant zu bezeichnenden "Hordes Of Chaos" Opus (2009), wurde die Latte für künftiges Material wiederum extrem hoch gelegt. Doch selbst anno 2012 haben Mille und seine Treuschaft keinen wirklichen Grund zur Sorge bei den Fans und Kritikern: "Phantom Antichrist" ist abermals ein Klein- und Großmäuler stopfendes Statement auf Silberscheibe, welches sich problemlos zwischen den letzten drei Studio-Hämmern einreiht. Eigentlich bräuchte man nur mehr darüber diskutieren, auf welchem Spitzenplatz innerhalb der strahlenden Kreator Diskographie dieses Brett genauer einzuordnen wäre.

Wer Kreator will, will (nicht nur) Speed. Wer (authentische) Aggression braucht, kommt um Kreator nicht herum. So einfach ist das. Daher kann gesagt werden: geändert hat sich an der Basis des Kreator Sounds zunächst nichts. Mille schimpft wie eh und je, zeigt sein gesangliches Talent aber genauso (wie z. B. in "Your Heaven, My Hell"), das Riffbombardement ist einmal mehr in allen Belangen über jeden Zweifel erhaben, und die Rhythmus Sektion braust wie ein Tornado über den Hörer hinweg, dass sich selbiger aus der kleinsten Duck-Stellung fast nicht mehr raus lugen traut. Zudem wissen die vier Routiniers auf dem insgesamt dreizehnten Studio Donnerschlag anhand zahlreicher Kontraste das Spannungsbarometer heftig erzittern zu lassen.

Das Quartett zeigt nun epischere Züge, auch sind deutlich mehr Harmonien aus der klassischen Heavy Metal Schule zu hören: speziell beim tragenden, elegisch gefärbten "Flood From The Fire" und beim darauf folgenden "Civilization Collapse", wo einem eine nicht ganz unbekannte Bombast Metal Truppe aus Krefeld in den Sinn kommt, ist dieses neue Gesicht von Kreator dezent enttarnbar. Und mit "Your Heaven, My Hell" und "Until Our Paths Cross Again" sind obendrein sogar zwei, man muss fast sagen, Weltklassenummern entschlüpft, die man sich seit Ewigkeiten von den bald abdankenden Iron Maiden gewünscht hätte. Ja, ihr habt richtig gelesen. Alleine dieses Gänsehautintro bei ersterem und die warmherzigen, akustischen Einsprengsel (Marke "Piece Of Mind") bei letzterem, streicheln im Kontext des Kreator Soundprofils den Gehörgang in orgasmischen Sphären - echt gewaltig! Unter den künftigen Crowdpleasern dürfte sich auch "The Few, The Proud, The Broken" einreihen, dieser hält nämlich einen so richtig mitreißenden Refrain inne, bei dem sich die geballte Faust wie von allein gegen den Plafon reckt. Die typisch pfeilschnellen Hassbatzen nennen sich indes "Mars Mantra / Phantom Christ" und "United in Hate". Aber selbst die wurden mit solch galanten Hooklines ausgestattet, denen man als Genreliebhaber eigentlich nur erliegen kann.

Thrash Metal Fans, und auch solche, die sich gelegentlich in diesem Metier verirren, sollten, nein, müssen in "Phantom Antichrist" rein hören. Das satte CD/DVD Paket zwingt ohnehin zum Kauf. Die bekannte Bandbreite wurde geschickt in Richtung traditionelle Heavy Metal Zutaten erweitert, ohne dass die Kapelle an Biss eingebüßt hat. Und noch viel wichtiger: die neun Songs funktionieren ausnahmslos hochprozentig und verleiten zum endlosen Befummeln der Repeat-Taste. Nein, ganz ehrlich, so einen Feger hätte ich den Herrschaften Ventor, Sami, Chris und Mille trotz der bekannten Steilvorlage nicht mehr zugetraut!


I am Anonymous (Limited Edition)
I am Anonymous (Limited Edition)
Preis: EUR 17,48

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Interessantes Projekt mit Damien Wilson - darkscene.at, 5. Oktober 2012
Rezension bezieht sich auf: I am Anonymous (Limited Edition) (Audio CD)
Das Bandprojekt Headspace scheint ähnliche Charakterzüge der, ebenfalls auf Inside Out gesignten Prog-Union Affector zu haben. Steht bei letzteren mit Ted Leonhard von Enchant ein recht bekanntes Goldkehlchen an der Front, so ist es bei Headspace kein geringerer als der zu Threshold zurück gekehrte Damien Wilson, der seit den frühesten Tagen das Mikro erstklassig bedient. Dass Damien auf dem alten Kontinent längst schon eine fixe Szenegröße ist, liegt aber deutlich mehr an den brillanten Performances bei den opulenten, niederländischen Prog/Space Metal Großunternehmen Ayreon und Star One.

Der Urheber und Ideengeber dieses britischen Quintetts ist allerdings ein Keyboarder. Adam Wakeman, Sohn des legendären Yes Mitgründer Rick Wakeman, hat ausschließlich Vollprofis mit dem fast schon logischen Ziel um sich geschart, das geistige Erbe von solch Giganten wie Marillion, Genesis und Rush fort zu führen. Jedoch ohne dabei Gefahr zu laufen, sich im purem Anachronismus zu verlieren, hinterlassen Headspace eine durchaus individuelle Duftnote. Nun, ja. Für diese Falle klingt "I Am Anonymous" ohne hin viel zu zeitgemäß und zu zahnig, ja beinahe martialisch. Auch hier, wie bei den eingangs erwähnten Debütanten Affector bewegen sich die Kompositionen am gerade noch zumutbaren, oberen Zeitlimit. Die wahre Kunst, nämlich bei solchen Überlängen ausreichend Spannungsbögen zu kreieren, ist Headspace auf dem Zweitwerk letzten Endes gut gelungen. Obschon es eine nahezu unausweichliche Referenz ist, machen Wakeman und Co. überhaupt keinen Hehl daraus, Dream Theater neben den ganz alten Helden als wichtigste Inspiration zu nennen. Spätestens beim fetzigen Keyboard Solo von "Die With A Bullet" wird dies offenkundig.

Zumeist sehr düster und dramatisch in Szene gesetzt, entpuppt dieser dreiundsiebzig minütige Audiokoloss seine wahre Größe erst mit jeder weiteren Rotation, wobei es mir persönlich das sehr dynamische und farbenreiche "Invasion" am meisten angetan hat - ein Wechselbad der Gefühle wäre wohl noch sehr gelinde formuliert! Zum Einsteigen würde ich aber doch zu "Fall Of America" raten, weil der Track abgesehen von der harten Kantenführung und drückenden Kulisse der ziemlich eingängigste ist. Genauso die Pink Floyd Hommage "Soldier" ist hörenswert!


March of Progress (Ltd. Digipak)
March of Progress (Ltd. Digipak)
Preis: EUR 16,44

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Einer der essentiellsten Prog-Releases des Jahres - darkscene.at, 5. Oktober 2012
Rezension bezieht sich auf: March of Progress (Ltd. Digipak) (Audio CD)
"March Of Progress" gehört zu sicher zu den meist erwarteten Veröffentlichungen des heurigen Jahres, denn seit der letzten Studioscheibe "Dead Reckoning" sind immerhin fünf Jahre verstrichen. Noch im selben Jahr, also 2007, wurde verlautbart, dass Altsänger Damien Wilson in die Band zurück kehren wird. Doch bei aller Euphorie (vor allem für die "Alt-Fan-Fraktion") darüber musste die Band den plötzlichen Tod von Ex-Röhre Andrew McDermott im letzten Jahr verdauen, der bis dato in enger Freundschaft mit den Jungs gestanden war und dessen Gesangskünste - zumindest mir - eine Ecke besser gefielen als jene des Mister Wilson. Das aber nur am Rande.

Nichts desto Trotz hat das britische Sextett wieder hochkarätiges Material zusammen gewürfelt, das keinen enttäuschen wird. Primär gilt das für jene Klientel, die den Terminus Progressive nicht überstrapaziert. Da war auch nicht zu befürchten, dass der, fast zwei Jahrzehnte erfolgreich geführte Songwriting Kurs radikal abgedreht wird. Abermals hat es Gitarrist/Produzent/Komponist Karl Groom geschafft, der obligatorischen Basis frische, dezente Vibes einzuhauchen, was durch die Rückkehr von Damien, der das Aufzüchten der neuen Perlen maßgeblich beflügelt hat, zusätzlich profitiert. Und ... ja: genau dieser Mann wächst stimmlich auf "March Of Progress" über sich hinaus!

Zunächst fällt auf, dass Threshold im Jahre 2012 epischer und bombastischer klingen, ohne die nötige Aggressivität der letzten Alben missen zu lassen. Der klare Fokus auf den Song selbst war und ist ja die große Stärke der Briten, denen halsbrecherische Breaks nie wirklich was bedeutet haben und dafür mal lieber ein durchputzendes Riff ordentlich zum Laufen bringen, ohne es gleich abzuwürgen. Vielleicht braucht man ein, zwei Aufwärmrunden mehr, ehe das Kopfkino satt Fahrt aufnimmt und die schlafenden Hormone provoziert werden, aber die tollsten Songs sind ja meist die, die etwas Zeit zum Reifen brauchen. Und wer einmal in die schwer zu greifende, kühle Atmosphäre der Jungs eingetaucht ist, wird sich selbiger nur ungern entziehen. Weniger trifft dies auf den Hitverdächtigen Titeltrack am Beginn und auf die brillante Ballade "That's Why We Came" zu, als auf die lang geratenen, aber nie langatmig wirkenden Stücke "The Hours", "Liberty Complacency Dependency" oder "Don't Look Down".

Mit dem heftig groovigen "Coda" gibt es dann den vielleicht härtesten Song der Threshold Discographie ever, was vielleicht sogar Eingefleischte überraschen wird. Das leckerste Gustostückerl wartet allerdings wie schon bei der letzten CD "Dead Reckoning" an der letzten Position: das knapp zehnminütige "Rubicon" verzückt den Hörer mit einem Meer von verträumt-samtigen Melodien, bei denen man gegen Ende hin Gefahr läuft, freudig zu ersticken.

Threshold haben es erneut geschafft, ein opulent klingendes Werk mit vielen Gesichtern zu kreieren. Obwohl vieles vertraut und konventionell klingt, reißt die Spannung nie ab und erschließt immer wieder neue Räume zum Staunen. Und das fast 70 Minuten lang. Threshold gehören damit zu den wenigen Konstanten der Szene und dürfen in dieser ausgeglichenen Form gerne bald wieder das Studio entern.


Solving for X
Solving for X
Preis: EUR 15,51

4.0 von 5 Sternen Kompakter und straighter als früher - darkscene.at, 5. Oktober 2012
Rezension bezieht sich auf: Solving for X (Audio CD)
Der letzte, mir bekannte Longplayer der US Metaller datiert aus dem Jahre 1999, nämlich in Form des Zweitwerks "Obscure Masterplan". In meiner damaligen Vision, alles, was nur annähernd nach US Power/Progressive Metal riecht, käuflich erwerben zu müssen, war dieser Nuclear Blast Release quasi einer von zahllosen Blindkäufen. Irgendwann stellte sich halt doch heraus, wonach die Musiker um Steelprophet Klampfer Colmenares zwar hohe technische Fertigkeiten haben, allerdings keine schlüssigen Songs daraus zu machen im Stande sind.

Dass in der Zwischenzeit ein Longplayer ("Stagnant Progression") im Jahre 2003 in den Orbit gefeuert wurde, war für mich nur mehr Randnotiz. Ein bißchen hat mich die Neugier dann aber doch gepackt, als von einem Comeback Album zu lesen war. Mit neuem Sänger an Bord, heißen tut der Bursche Rod Arias (ex- Recon), wollen die vier Kalifornier nun ihren progressiv angehauchten Power Metal, mental gestärkt durch Pure Steel Records, unters Volk mischen.

Und siehe da, das Quartett agiert im Jahre 2012 deutlich straighter und songdienlicher als in früheren Jahren. Das speedige "Anthem Of Hate" zeigt diese positive Wende gleich zu Beginn auf, auch Shouter Rod lässt uns wissen, dass er seinen beileibe nicht schlechten Vorgängern Rick Mythiasin (Steelprophet) und James Rivera (Helstar, Malice u. v. m.) Parolie bietet. Seine kraftvolle Mittellage und die spitzen Screams müssten Genrefreaks gänzlich zufriedenstellen. Zum weiteren Antesten empfohlene Tracks wie "Brainless", "Unsolved Aggressions" und "Infect The Lie" bieten neben diversen, markanten Hooks ebenso einige hörenswerte Soli, die ungewohnt homogen ins Gesamt passen. Bei aller löblichen Kompaktheit der CD würde ich unterm Strich das dramatische "Crawling Erect" als das Album Highlight hervor heben, wahrscheinlich einer der stärksten NE Tracks ever. Die klasssichen Attribute sind also alle vorhanden, oder doch nicht? Nun, lediglich der Western Song "Three Words" am Ende ist dann schon eher die Ausnahme.

Abgerundet durch eine zeitgemäße, spritzige und wuchtige Produktion können New Eden via "Solving For X" durchwegs überraschen. Zwar erfinden die Westcoast Metaller das Rad nicht neu, bringen aber eine frische Prise auf den vermeintlich ausgelatschten Pfad und wären für das traditionsbewusste KIT sicher eine absolute Bereicherung.


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