ARRAY(0xac1f2b88)
 
Profil für Werner G. > Rezensionen

Persönliches Profil

Beiträge von Werner G.
Top-Rezensenten Rang: 1.926
Hilfreiche Bewertungen: 380

Richtlinien: Erfahren Sie mehr über die Regeln für "Meine Seite@Amazon.de".

Rezensionen verfasst von
Werner G. (Innsbruck)

Anzeigen:  
Seite: 1-10 | 11 | 12 | 13 | 14 | 15 | 16 | 17 | 18 | 19 | 20 | 21-30
pixel
Oblivion
Oblivion
Preis: EUR 17,58

4.0 von 5 Sternen Wiederum fast zu vielschichtig, aber eine klare Steigerung der Schweden! - darkscene.at, 16. Juni 2011
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Oblivion (Audio CD)
Ich befürchte, dass Zero Illusions weiterhin das kleine Problem haben werden, welches schon beim Vorgänger "Enter Eternity" erläutert wurde: die schwer definierbare Stilbreite wird die Metallerschaft spalten. Das vorliegende, zweite Full-Length Werk "Oblivion" wurde von Sound Pollution (u. a. Bullet) lizensiert und abermals werden Zero Illusions als New Swedish Metal Sensation im Promotext gefeiert. Man ist von solchen Slogans eigentlich schon seit Ewigkeiten satt und nimmt sie in 99% der Fälle nicht mehr wahr, dennoch überraschen mich Zero Illusions auf "Oblivion" in bestimmten Momenten, wie ich es nicht auf der Rechnung hatte.

Der zunächst knackig-munter daher stampfende Opener "Alive" erzeugt im Chorus leider nur geringe Spannung und auch dem treibenden Folgetrack "Rise To The Challenge" fehlt irgendwie der allerletzte Kick, um vom gefälligen Kopfnicken in kräftiges Headbangen umgestimmt zu werden, jedoch vermag "Who are You", seineszeichen ein bratend-quietschendes Monster wie es Riff-Zottel-Yeti Zakk Wylde samt seiner Black Label Society kaum besser hinkriegen würden, den Kahn plötzlich auf eine andere Fährte zu bringen - genau von hier an lassen die Göteborger so gut wie nichts mehr anbrennen, sofern man das Lied im einzelnen betrachtet. Der düstere, im Refrain mit saftigen Doublebass-Attacken aufwartende Brecher "Honesty" bringt Thrash-Vibes hervor, die sogar an bessere Overkill (!) Phasen erinnern. Das nächste Highlight folgt Gewehr bei Fuß mit dem herrlich groovigen "Son Of The Devil", dessen abercoole Rhythmuswechsel und Refrains einfach nur restlos entzücken - das vielleicht beste Stück innerhalb der 50 Minuten. Und auch der hart peitschene Titletrack lässt die imaginäre Wünschelrute wedeln, auch deshalb, weil geschmeidigste Nevermore (Riff-) Affinitäten hervorquillen. Prinzipiell lässt Janne Luethje anhand seiner lässigen Soli und Powerchords ein ums andere mal seine Klasse aufblitzen.

Doch das schlitzohrige Chamäleon namens Zero Illusions treibt es weiter bunt. Die melancholisch gefärbte Halbballade "Call Of Duty" könnte da aus der Feder der frühen Morgana Lefay stammen und das stramme "Follow The Sign" schielt ganz frech in Richtung Royal Hunt, nicht zuletzt wegen des mehrstimmigen Refrains. "Get Out" besitzt hingegen eine bemerkenswerte (und durchaus sympathische) Saxon Schlagseite, dem sich das dicht-atmosphärische "Carpe Diem" mit seinem warmen Gitarrensound nahtlos anschließt. Ganz am Ende hauen die fünf Jungs aber nochmal eine oberamtliche Granate ins Spielfeld: das von Mustaine'schen Akkorden flott angetriebene "Enemy Within" zieht den Hörer nochmal mächtig aus den Socken - ein fantasischer Song, der es locker auf das Niveau der letzten Megadeth Scheibe bringt.

Betrachtet man die Kehrseite der Medaille, bremst sich die nachhallende Euphorie etwas ein. Denn: berauschend ist der teils holzige (skandinavische?) Akzent bei Frontman Björn Asking nicht unbedingt, was man von Vokalisten seiner Herkunft normal nicht kennt. Das könnte auch im Zusammenhang mit der hohen/nasalen und dadurch nicht allzu voluminösen Stimme im Zusammenhang stehen, die einen Hauch Biff Byford meets Blaze Bailey inne hält. Und auch die Homogenität des Gesamtwerkes lässt wie eingangs gesagt zu wünschen übrig. Doch genug gemotzt, weil andererseits lassen Zero Illusions dahin gehend Mut erkennen, sich keine stilistischen Grenzen zu setzen, sondern Tradition (NWoBHM) und Moderne (Shredding Riffs etc.) auf doch recht eigenwillige Art zu fusionieren.

Erstklassig von King Diamond's Axewizard Andy LaRoque produziert (endlich wieder ein hörbarer, aggressíver Bass Sound!), gönne ich es den Schweden trotzdem aus tiefstem Herzen, mit "Oblivion" größere Aufmerksamkeit auch außerhalb ihrer Heimat zu bekommen, denn der Hang, auf Songwritingbasis nicht nur auf Nummer Sicher zu gehen und die spürbare, dichte Energie in einigen Liedern locken die Phon-Endorphine geschickt an die Peripherie. Ich bin mir sicher, dass Zero Illuions in ein, zwei Jahren der große Wurf gelingen wird, sofern das Arsenal an Ideen kompakter gebündelt wird.


2
2
Preis: EUR 19,98

4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wahnsinn, welch ein makelloses Masterpiece! - darkscene.at, 16. Juni 2011
Rezension bezieht sich auf: 2 (Audio CD)
Unglaublich: gerade einmal zehn Monate sind nach dem Release des Debüts vergangen, da holen Black Country Communion dieser Tage nun schon ihr zweites Baby aus dem Brutkasten. Erwähnen sollte man auch noch die Fertigstellung von Joe Bonamassa's Solo CD "Dust Bowl" (Review), deren Veröffentlichung erst drei Monate zurück liegt und qualitativ auch nicht gerade von schlechten Eltern ist. Der Verdacht, dass die vier Routiniers vom geistigen Vater und Produzenten Kevin Shirley etwa zu einem Schnellschuss unter Akkordbedingungen gezwungen wurden, verpufft zum Glück rasch. Im Gegenteil: man hat sogar den Eindruck, dass die Quadriga, bestehend aus Hughes, Bonamassa, Bonham und Sherinian, in dieser kurzen Zeitspanne immens zusammen gewachsen ist, sowohl in menschlicher als auch in kreativer Hinsicht!

Und Ja ' man bekommt natürlich was man erwarten durfte. Und obendrein einiges mehr. Erwarten durfte man unter anderem einen schnörkellosen Opener wie "The Outsider", der mir persönlich mehr zusagt, als "Black Country" (ebenso in Pole Position) vor knapp einem Jahr. Auch ist "Man In The Middle", seines Zeichen der wahrscheinlich groovigste aller BCC Songs to date, einer, den man irgendwie im Urin hatte. Doch schon das episch angehauchte und semiakustische, von Bonamassa eingesungene "The Battle For Hadrian's Wall" und der knapp achtminütige, an Spannung kaum zu überbietende Monumental Brocken "Save Me" (für mich bisher DER Song des Jahres 2011!) sowie das in eine ähnliche Kerbe schlagende, von Glenn und Joe wechselnd ein geträllerte "An Ordinary Son", zeigen sich als vollwertige O(h)rgasmus Garanten, denen man auf dem Erstling in dieser ausschweifenden Pracht noch nicht begegnen durfte ' Gänsehautfaktor 20!

Obwohl die ganze Palette insgesamt bedrückender als auf "1" tönt, wurden natürlich lockere Swings und Gute Laune Momente nicht vergessen, da hätten wir zunächst das urgemütliche "Smokesmack Woman" oder den in den tiefsten Siebzigern verwurzelten Rocker "I Can See Your Spirit". Was gibt es sonst noch? Ach ja ' "Crossfire" samt seinen funky Vibes lässt vor dem geistigen Auge den letzten Hughes Kracher "F.U.N.K." (Review) grell aufblitzen. Und die vor nackter Leidenschaft nur so strotzenden "Little Secret" und das finale "Cold" (mit einem Wort - gewaltig!) entpuppen sich als reinrassige Blues Perlen. Während diese betörenden Schwingungen den Raum erfüllen, überkommt dem Hörer deutlich der Gedanke, als hätte das Allstar Team den Spirit der leider erst heuer verstorbenen Legende Gary Moore zu den Sessions geladen ' da wären wir wieder bei Gänsehautfaktor 20, wenn nicht sogar 30!!!

Der gehabt zeitlose Charakter, die klare und zugleich erdige Produktion von Shirley runden auch "2" wundervoll ab. Das Liedgut ist eine Schippe härter und dunkler geworden, aber, und das war nicht unbedingt vorhersehbar: noch gereifter und überzeugender. Ein Album, das sowohl bei längeren Autofahrten als auch im romantischen Ambiente bei Kerzenschein und ähnlichen Vorhaben vorzüglich funktioniert. Ich wiederhole mich nicht gerne, aber solch gediegene Phonknospen à la "Man In The Middle", "Save Me" und "Cold" muss man verdammt nochmal gehört haben. Ergo: für mich eine der großen Überraschungen des bisherigen Jahres!


Pepper'S Ghost
Pepper'S Ghost
Preis: EUR 18,28

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Gewohnt niveauvolle Kost aus dem Königreich - darkscene.at, 6. Mai 2011
Rezension bezieht sich auf: Pepper'S Ghost (Audio CD)
Mal ganz unvoreingenommen: spätestens seit dem '98er Edellängsschnitt "The Visitor" zählen die Engländer ohne Zweifel zur Elite der hiesigen Prog Rock-Szene. Kaum ein andere Kapelle versteht es so vorzüglich, jedes einzelne Album in einem völlig anderem Licht erstrahlen zu lassen, erfrischend kontrastierende Ideen - sei es in rein musikalischer oder ganzheitlicher Form - einzunähen und sich dabei stets treu zu bleiben. Das selbstverständlich auf erschwinglichem Niveau und einer gewissen Portion Eleganz. Diesmal, zum zehnjährigen Band Jubiläum haben sich Clive Nolan und Co. zudem etwas ganz besonderes einfallen lassen: beruhend auf Professor Henry Pepper's Illusionsspiel aus dem neunzehnten Jahrhundert, das in einem Londoner Theater anhand Glas/Licht Reflexionen uraufgeführt wurde und dabei die 'virtuellen Darsteller' in Form von Geister erscheinen ließ, übernehmen die Arena Musiker als viktorianische Comichelden hier quasi selbst die Hauptrollen (Charaktere & Details siehe Booklet). Erster Blickfang hierfür das Wahnsinns Cover Artwork von David Wyatt (!), das gerade zu nach Vinyl & Gatefold schreit!

Obwohl dieses Album - für Arena Verhältnisse versteht sich - relativ hart aus den Membranen oszilliert, gibt es auch hier A-Ha Efekte en masse. Jene ereilen den geneigten Hörer unentwegt kompetent und fesselnd fortab bei "Bedlam Fayre", einem äußerst verspielten, hochmelodischen und gleichermaßen eingängigen Pförtner, der es problemlos versteht, alle Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Solche und ähnliche Attribute treffen im weiteren wirklich auf jeden einzelnen Track zu, als da wären "Smoke And Mirrors" - ausgestattet mit einem absoluten Zuckerwatte Refrain, "The Shattered Room" - eine zunächst schüchtern startende Gehörgangsspülung, die sich im weiteren Verlauf zu einem leidenschaftlich garnierten Metal Geschoß wandelt; "The Eyes Of Lara Moon" - sentimental und zerbrechlich schön (!) und zum kollektiven Abdriften die herzlich ladenden "Tantalus" und "Purgatory Road". Und wie so oft bekommt man auch hier die längste Praline (') ganz am Schluss serviert: das dreizehnminütige "Opera Fanatica" erfüllt alle akustischen Bedürfnisse von Klassik über Oper bis ans andere Ufer der anspruchsvollen Rockmusik, übertaucht und durchdringt jegliches Klischee, glänzt an jeder Ecke mit seinen noch so versteckten Details, bietet drallsten Bombast und gehört mit zum Besten, was in den letzten Jahren für die heilige Stätte der 'Monumental Gifts Of Rock & Metal' geopfert wurde!

Fast schon logisch, dass man diese Wonnepropen, sieben an der Zahl, in einen cremig-druckvollen Sound verpacken ließ, bei der auch unüberhörbar Threshold's Karl Groom seine kompetenten Fingerchen im Spiel hatte und mitverantwortlich ist, dass der "Pepper's Ghost" derart galant tönt. Jeder, der glaubt, nur im Entferntesten mit anspruchsvoller Mucke in Verbindung zu stehen, kommt an diesem Prachtstück der britischen Kunstschmiede namens Arena nie und nimmer vorbei!


Meet Your Maker
Meet Your Maker
Wird angeboten von Hausmusik
Preis: EUR 8,99

4.0 von 5 Sternen Dänische Hardcore/Thrash Rabauken - darkscene.at, 5. Mai 2011
Rezension bezieht sich auf: Meet Your Maker (Audio CD)
(Review aus dem Jahre 2009)

Was für eine Abrissbirne aus dem Staate Dänemark! Im Spannungsfeld der Blutsbrüder Hatesphere-Illdisposed-Barcode bieten die sechs (davon zwei Frontschreihälse) Krawallmacher auf Album No. 3 erneut modernen, intellligent gestrickten Thrash/Core/Death Metal in gewohnt superbem Sound (Jacob Bredahl/Tue Madsen) gekleidet. Dass das Rad hierbei nicht neu erfunden wird, versteht sich wie von selbst.

Allerdings bringen sie es mit ihren 10 vertonten Mosh-Wutklumpen aber schon so was von auf den Punkt, dass es nahezu unmöglich scheint, nur eine Sekunde während des knapp 40 minütigen Infernos ruhig zu halten, oder: most asskicking metal with high precision! heißt die klare und raue Devise. Keine Frage, das hier ist latent überschüssige Energie, die in Songs nahe zu perfekt kanalisiert wurde und in wenigen Momenten auch mal kurze, typische Souveniers aus Göteborg (In Flames artige Leads sind gemeint) offenbart, um zumindest einen Hauch an Harmonie durch schimmern zu lassen - ansonsten entspricht "Meet Your Maker" dem ultimativen Streetfight, der keinerlei Rücksicht oder Regeln kennt!


Touched By the Crimson King/Ltd.
Touched By the Crimson King/Ltd.
Preis: EUR 18,83

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Man kennt besseres von den beiden Köpfen - darkscene.at, 5. Mai 2011
Rezension bezieht sich auf: Touched By the Crimson King/Ltd. (Audio CD)
(Review aus dem Jahre 2005)

Die Erwartungshaltung des Schaffer/Kürsch Projektes reißt bereits im Vorfeld einen tiefen Graben zwischen den schwer enttäuschten Iced Earth Anhängern einerseits (und zur Abwechslung wieder einmal eine Anspielung auf das umstrittene "The Glorious Burden" Album) und den ruhelosen Verfechtern andererseits auf. Zwar gab es im Rahmen der ersten Demons & Wizards Veröffentlichung nicht derart oppositionelle Meinungen, aber selbst wenn ich mir damit keine Freunde schaffe, sag ich es unverblümt heraus: das Debut ist lediglich bessere Durchschnittskost.

Typische Schaffer Riffs und Harmonyleads, prägnante Hooklines, eingeflochtene Akustikparts, Hansi Kürsch's unverwechselbare Stimme und eine gewohnt trockener Morris Sound obendrein bestimmen auch auf dem zweiten Silberling das Geschehen, also so ziemlich alles was Herr und Frau Metaller gerne konsumieren - und dennoch: erneut ertönt das Ganze ein wenig lieblos. Wer sich schon für den gleichnamigen Erstling begeistern konnte, wird hier ebenso die ein oder andere bescheidene Perle heraus quetschen können, was mir allerdings schwer fällt. Vermutlich deshalb, weil ich beide Bands - also Iced Earth und Blind Guardian - am lang gedehnten Gipfel ihres kreativen Höhepunktes erlebt habe und seit geraumer Zeit - vor allem was Iced Earth (indirekt auch das von Jon geschriebene D & W Material) betrifft - Stagnation feststelle. Hervorzuheben wären lediglich der bombastische Opener "Crimson King", der deutliche Parallelen zum IE Klassiker "Angels Holocaust" besitzt, das flotte "Terror Train" und das ohrwurmverdächtige "Dorian". Abgerundet wird auch diesmal per Coverversion, nämlich mit dem "Immigrant Song" von Led Zeppelin. Den euphorischen Reaktionen, die vorwiegend aus dem Deutschen Raum kommen, schließe ich mich ergo nicht so recht an, denn dafür bräuchte "Touched By The Crimson King" wie sein Vorgänger trotz einwandfreiem Handwerk einfach mehr Herz, Feuer und Leidenschaft.


Insurgentes CD+DVD AUDIO
Insurgentes CD+DVD AUDIO
Preis: EUR 7,99

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein Album, das viel in sich stecken hat - darkscene.at, 5. Mai 2011
Rezension bezieht sich auf: Insurgentes CD+DVD AUDIO (Audio CD)
(Review aus dem Jahre 2009)

Ein großes Team namhafter Künstler hat Steven Wilson ' bekannt als Mastermind von den Neoprog Rockern Porcupine Tree ' für sein erstes Full-Length Album um sich geschart. Dass die Fangemeinde schon länger auf diesen Output heiß gewartet hat, war nach den teils brillanten Veröffentlichungen aus dem Bass Communion - No-Man - Blackfield Umfeld und dem aktuellen PP Werk "Fear Of A Blank Planet" logische Konsequenz. Ein weiteres mal wird dadurch bestätigt, wie ehrgeizig, emsig und unermüdlich die personifizierte Arbeitsbiene bzw. der frisch gebackene Vierziger seit vielen Jahren ist.

Leicht verdauliche Kost durfte man von vorn herein keine erwarten. Nun, da eigentlich ziemlich alles, was Wilson so aus dem Ärmel schüttelt, zumindest tendenziell in die progressive bzw. nonkonventionelle Kerbe schlägt, kann man von seinem Solowerk von einer ähnlich getrimmten Fährte ausgehen - und liegt damit nicht daneben. Die Tracks sind allesamt als sehr experimentell zu bezeichnen und decken ein wie angedeutet großes Repertoire ab. Teilweise auch in einem einzelnen Song. Der Opener "Harmony Korine" z.B. besitzt leichtes Airplay Flair und erinnert an Wilson's Hauptband, jedoch zeigt beim Gesang ein neue Nuanceb. Der nachfolgende Track "Abandoner" klingt dann wiederum nach früheren Radiohead, die Wilson seit jeher inspirieren und den Hörer in eine ganz andere Sphäre lockt. Aber pauschal lässt sich sagen, dass einige Songs der zweiten Albumhälfte ebenso auf einem Blackfield Album gute Figur abgeben würden; nun, gut - "No Twilight Within The Courts Of The Sun" ist eigentlich ein großes Sound- und Noise- Mischmasch, bei dem die Geräuschkulisse an sich die Hauptrolle spielt. Prinzipiell wird des Öfteren die Musik zu Gunsten der Industrial-Elemente zurück gefahren, wobei mehr als ein Song durch Rückkopplungen sein Ende findet. Geschmacksache? Absolut. Und ja, nicht selten werden Erinnerungen an musikalische Entdeckungsreisen wie "The Sky Moves Sideways" wach. Die Atmosphäre ist aber deutlich düsterer als bei allen anderen Projekten von Steven Wilson. Das klingt nun alles etwas zerfahren, ist aber in der Praxis letztlich halb so schlimm.

Nach einer gewissen Einarbeitungsphase wächst dieses Album fast schon als homogener Soundball zusammen, und dies, obwohl manches zunächst unlogisch, ja zertreut erscheint. Melodien, Riffs, harmonische Gesangslinien und die für Steven Wilson typische raffinierte Produktionsart sind auch hier wie auf allen Alben der Hauptbands zu finden, jedoch nicht auf dem Niveau einer CD wie dem 2002er Hammer "In Absentia" oder dem Blackfield Debüt etwa.


World Circus
World Circus
Preis: EUR 17,44

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Speed/Thrash in seiner Blütezeit - darkscene.at, 5. Mai 2011
Rezension bezieht sich auf: World Circus (Audio CD)
(Review aus dem Jahre 2003)

Ich kann mich noch gut an die transparente Flexi Disc im 7" Format erinnern, die Mitte '88 aus dem Metal Hammer rauspurzelte. Dieser von Roadrunner herausgegebene "Stars On Thrash" Sampler mit den damals angesagtesten Underground Knüppel-Acts (u. a. vertreten: Atrophy, Hades, S.O.D.) riß mir förmlich die Denkschüssel aus der Verankerung, da sich meine Wenigkeit noch in stählernen "Kinderschuhen" befand und von Thrash nicht wirklich viel Ahnung hatte. Das sollte sich aber ändern ...

Toxik's Sampler Beitrag "Heart Attack" (zugleich Opener des hier vorliegenden Debuts) gehört zu jenen Abrissbirnen, eine Highspeed-Granate mit anspruchsvollen, aber nie den Fluss störenden Hooklines und diesen typisch hohen, für manchen Hörer nervtötenden Gesangsstil. Klar dauerte es nicht zu lange, bis dieses Scheibchen ins heimische Plattenregal immigrieren sollte. Die vorzeitige Ohrenschmalz Entsorgung übernehmen in weiterer Folge "Pain And Misery", "Voices" (zweimal drückend-geiles Midtempo Kraftfutter mit gehörig Thrash Vibes) oder das wiederum sauschnelle, von zahlreichen Breaks durchsetzte "Door To Hell". Als absoluter Geniestreich entpuppt sich obendrein das Titelstück, ein Atombombenabwurf mitsamt seinen fatalen Folgen wurde hier als neuzeitliche "Zirkusattraktion" in den Lyrics, die ansonsten eher sozial- und gesellschaftskritische Aspekte beinhalten, verpackt. Toxik's, sagen wir mal "parodistischer" Denkzettel für die damals groß aufgeigenden Atomgroßmächte USA und UdSSR (man betrachte auch das passende Coverartwork von E.D. Repka) gelingt unter anderem mit Hilfe abgedrehter Melodien aus dem Hause Elfi Althoff & Jakobi als Würze sämtlicher rauf und runter geknüppelter Thrashgalopp Orgien und stellt somit ein gefundenes Fressen für das unermüdliche Headbangervolk dar.

Nicht jedermanns Sache sind die bereits erwähnten Vocals des Mike Sanders', der hier ausnahmslos chronische Falsett Ausflüge praktiziert. Ich für meinen Teil find ihn einfach cool, wie auch Josh Christian's virtuose Klampfenbefummelung, der Mann genoß unüberhörbar eine Ausbildung in klassischer Musik. Als CD Pressung ist dieses kleine Meisterwerk leider kaum noch anzutreffen, aber wer weiß, vielleicht macht sich Roadrunner die Mühe einen aufgepeppten Rerelease (siehe u.a. Carnivore, Exhorder) auf den Markt zu werfen. Tom Morris, heutiger Stammproduzent von Iced Earth, verpasste den Jungs einen etwas dünnen, aber immerhin zeitgemäßen Sound, jener Job gelang ihm auf dem zweiten und zugleich letzten Toxik Album ("Think This"), einer genialen Melange aus Prog und Speed Elementen um Längen besser.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Aug 18, 2011 9:20 PM MEST


Behind the Mask
Behind the Mask
Preis: EUR 22,90

4.0 von 5 Sternen Niveauvolle Thrash/Death Scheibe mit "death" Referenzen! - darkscene.at, 5. Mai 2011
Rezension bezieht sich auf: Behind the Mask (Audio CD)
(Review aus dem Jahre 2008)

Wie, ihr kennt Moshquito nicht? Ha, mir waren sie bisher auch kein Begriff! Immerhin: schon seit den mittleren Achtzigern sind die Sachsen Thrasher am Ball und legen via "Behind The Mask" dieser Tage ihr viertes Tondokument in einem Zeitraum von knapp zehn Jahren vor. Genau genommen kocht das Quintett ein deftiges Süppchen dessen Zutaten olfaktorisch anregende Death- als auch dezente Progressiv Gewürze sind, welche nach gepflegter Servierung mit jedem weiteren aufgehäuften Löffel mehr und mehr zu munden wissen. Da braucht es keinen klassischen Geschmacksverstärker wie Maggi, denn die Stammwürze, sprich Produktion ist edel ausgefallen, nämlich transparent und organisch.

Nicht von der Hand zu weisen sind Einflüsse der späten Death Phase sowie sämtliche Parallelen zum bisherigen Schaffen der Kanadier Into Eternity, was vor allen Dingen den Lead/Soli Sektor angeht. Somit werden die Rahmenbedingungen schon etwas klarer: äußerst facettenreich inszenierte Mucke ist hier vor Ort, gespickt von filigranen, dem Einheitsbrei ' teils prekär ' entflohenen Melodien und eher dem Todesblei - weil growl'iger Natur - zuzuordnende Vocals. Allesamt erfreuliche Fakten jedenfalls aus Deutschen Landen auf einer Spanne von 50 Minuten, die ich in solcher Art keineswegs auf der Rechnung hatte. Denn: immer wieder gelingt es dem Fünfer obendrein, an der unstreitbaren Klasse obiger Genrekönige zu kratzen, ja Moshquito verstehen auf "Behind The Mask" wirklich was von komplexen und intelligentem Songwriting, da die meisten Breaks und Stimmungswechsel einen harmonisch und liquiden Aftertaste garantieren. So strotzt und atmet schon der Opener "Schizophrenia" nur so vor Riffgewalt und Abwechslung, ohne dabei ein Mindestmaß an Dynamik missen zu lassen. Weitere Highlights wären da noch der gleichsam Chamäleonartig wandelnde "Perverted Appetite", das unleugbare Death Bekenntnis in Form des brillanten Titelstückes, der durch orientalische Vibes hervorstechende Smasher "The Atheist", das semiakustische Instrumental "Visions Of A Better World" und ein mächtig drückendes "Amputated", welches sich erneut ein paar Slowmo- als auch Geböllerparts mitten im Song erlaubt. Kurz und bündig: Thrasher mit Hang zum Progressivmetier können da nichts falsch machen ' eine astreine Sache!


Rising
Rising

4.0 von 5 Sternen Solide Scheibe zwischen Punkrock, Alternative & Pop - darkscene.at, 5. Mai 2011
Rezension bezieht sich auf: Rising (Audio CD)
Die Niederösterreicher sind mir bis dato verborgen geblieben, ist "Rising" immerhin das zweite Full-Length-Album, welches bereits Anfang April veröffentlicht wurde, dass - so viel voraus - in seiner gesamten Aufmachung sehr professionell ins Auge sticht. Im Osten unserer Alpenrepublik sind die Perchtoldsdorfer längst schon keine Unbekannten mehr, vermochten sie unter anderem bei größeren Festivals (u. a. Frequency, Nova Rock etc.) erste Achtungserfolge einzufahren.

Zwar ist der darauf enthaltende, rundum homogene Mix aus flockigem Rock, Pop, Punkrock Anleihen und Alternative nicht unbedingt meine bevorzugte Baustelle, dennoch können die vier Kerle bzw. ihre zwölf kurz und stramm gehaltenen Stücke auch meine Wenigkeit überzeugen. Die aufstrebenden Jungspunde ziehen mitunter ordentlich vom Leder, was sich vorwiegend in eingängig-effizientem Songwriting inklusive üppigen Harmonieanteilen - allem voran im Vokalsektor - niederschlägt. Nicht dass From Dawn To Fall hier das Rad der (modernen) Rock Musik neu erfinden würden, das gewiss nicht. Es ist weit mehr diese spürbare Frische in jeder einzelnen Note, es sind diese positiven, authentisch wirkenden Vibes zwischen all den Beats. Der Synergieeffekt macht es wie so oft aus. Und natürlich das Gespür für den Songfokus. Die angesprochene Professionalität braucht nicht weiter verwundern: produziert wurde "Rising" nämlich in Rom unter der Leitung von Vannila Sky Sänger Daniele Autore, obendrein hatte man mit niemand geringerem wie Brian Gardner (u. a. 30 Seconds To Mars, Beastie Boys, Foo Fighters) einen Topmann für das Mastering engagiert. Und der Sound ist in allen Belangen wirklich erste Sahne!

Die großteils im Up-Tempo (und gelegentlich auch richtig fetzig) gehaltenen Songs bereiten durch die Bank einen Easy-Listening-Fun, was jedoch nicht als geschmälerte spielerische Komponente verstanden werden soll. Wenn man einen Verbesserungsvorschlag für die Zukunft anbringen müsste, wäre es lediglich, da und dort mehr Kontraste bzw. Überraschungsmomente einzuflechten. Anspieltipps: "Golden City", "Rising", New Start", "Safety Suits", "Suburban Wake-Up Call". Auch die knackige Owl City Coverversion "Fireflies+ am Ende als Ghostrack ist absolut gelungen. Am Tourplan ist übrigens ein Gig im Weekender Club Innsbruck vorgemerkt, und zwar am 11. Juli 2011. Das wäre natürlich eine passende Gelegenheit, die stilistisch nicht weit entfernten Trinser von Pharoty gleich mit rein zu packen.


Dead End
Dead End
Preis: EUR 16,67

3.0 von 5 Sternen Gute Ansätze aus Bolläs, aber nicht viel mehr - darkscene.at, 15. April 2011
Rezension bezieht sich auf: Dead End (Audio CD)
(Review aus dem Jahre 2008)

Mit einer jungen Band (Altersschnitt 22á) aus Edsbyn, Schweden hat der über die Jahre nimmer so begeisterungsfähige Schreiber hier die Ehre. Nun, was schwebt dem Vorurteilsbehafteten Banger beim Anblick einer Truppe, die es mit kurz geschorenen Haar, schwarzen Sakko, ebensolcher Krawatte mitsamt weißem Hemd auf sich hat, vor? Alles, nur kein waschechter Power Metal ...

Doch das Kristian Wåhlin Cover im typischen Morgana Lefay Stil lässt es irgendwie erahnen, wie auch die zitierte Zusammenarbeit mit Produzent Per Ryberg, der ja schon für die genannten Bolnäss Lieblinge, den aus selbigem Nest kommenden Tad Morose und Bloodhound einen ordentlichen Mix braute. So auch hier, auf dem Debüt der im Jahre 2001 gegründeten Kapelle, die stilistisch aber auch haargenau zwischen ML und TM positioniert den Kraftschwengel in Bewegung bringt. Das bürgt zwar für ein Mindestmaß an Qualität, lässt in Punkto Originalität allenfalls einen Hauch selbiger erahnen, ergo. Sicherheit, die sicherer nicht sein könnte. So muss man wie in zig Reviews der Vergangenheit einmal mehr die Fitness an den Arbeitsgeräten nebst vereinzelt hervorstechenden Parts honorieren wie den bereits erwähnten, obligat druckvollen Klang einer Nordproduktion, doch mehr als ein halbherziges Nicken will mir selbst nach mehreren Applikationen von "Dead End" nicht entgleiten. Während das Tad Morose Syndrom zumeist bei Midtemposongs wie "Shattered", "The Forgotten oder "Nevermore" mit latent- dezenter Keyboardbegleitung präsent, sind es die thrashigen Stücke "The Touch Of Death+ und der Titeltrack, denen eine aggressivere Etkette namens Morgana Lefay angeheftet wurde. Tja. Nicht nur, weil's dazu passt: gesanglich hegt Johan Falk einige Parallelen mit ex- Tad Morose Shouter Kristian Andrèn, der ebenso auf der dritten Memento Mori CD "La Danse Macabre" seine Stimmbänder strapazierte. Dass es im vorliegenden Fall mal leicht nerven kann, liegt am gepresst und teils nasalen Stil des jungen Herrn Falk. "Dead End" besitzt durchaus passable Momente, der anspruchsvollere Banger wird im Jahre 2008 auf selbige nur marginal hellhörig reagieren. Mitgewirkt haben auf "Dead End" die Gäste Daniel Olsson (Tad Morose) und Markus Sigfridsson (Dark Water, Harmony). Okay, reinhören auf deren myspacesite kann man allemal ...


Seite: 1-10 | 11 | 12 | 13 | 14 | 15 | 16 | 17 | 18 | 19 | 20 | 21-30