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Rezensionen verfasst von
Katharina

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Das ganz Andere im Stein: Was sakrale Steine, Felsen und Berge vor uns verbergen
Das ganz Andere im Stein: Was sakrale Steine, Felsen und Berge vor uns verbergen
von Wolfgang Bauer
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 24,90

5.0 von 5 Sternen Das Sein im Stein ist mehr als Schein, 1. Februar 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Nun also das dritte Buch des Authorenduos Wolfgang Bauer und Clemens Zerling zum Themengebiet Naturheiligtümer - dieses Mal über Heilige Steine. Zusammen mit anderen Authoren sind bereits "Heilige Haine - Heilige Wälder" (2005) und "Heilige Quellen, Heilende Brunnen: Ein kulturgeschichtlicher Reiseführer zum Wasser des Lebens" (2009) erschienen.

Doch wie schreibt man eine Rezension zu einem Buch, auf dessen 288 Seiten sich dicht gedrängt Information an Information reiht, ohne den Leser mit ellenlangen Ausführungen zu langweilen oder etwas Wichtiges unerwähnt zu lassen? Das Buch endet mit der Steinkunst von Joseph Beuys und herman de vries. Warum also nicht auch bei einer Rezension mal etwas Künstlerisches? Ein Wortwolke aus Stein-Stichworten, die zeigt, wie vielfältig dieses Thema ist:

Steingötter (Kybele, Mithras), Kindlisteine, Opfersteine für gute Ernte oder Regen, Teufelsstein, Kalenderstein, Meteoritenstein, Omphalos von Delphi, biblisches Steinmal des Jakob, phallischer Stein, Menhire, Steinhaufen des Hermes als Wegzeichen, steinerne Grabhügel, Steinmännchen, Steinaltar, heilige Steine, heilige Berge, Totenberge (Kyffhäuser, Hörselberg, Untersberg), steinerner Kärtner Herzogstuhl, Mora-Stein (Krönungstein), Stone of Scone (Steinthron), Ahnenstein, Seelenthron, Opferstele, Wunderstein, Klingstein, Hinkelstein, Visierstein, Steinkreis, Steinstaub für Wunderkuren, Geisterfelsen, Stonehenge, Felszeichnungen, Steinrelief, Malsteine, Steintanz, Lügensteine, blaue Steine, Klagesteine, Asylstein, Freistein, Lästersteine, Tränensteine, Steinwurf als Rechtsgrundlage, Steinzeuge, Lochstein, Wallfahrten zum heiligen Stein, Felsendom in Jerusalem, Kaba in Mekka, Steinheiliger Wolfgang, Rast-, Spur-, Trittstein, Durchkriechsteine, Hirtensteine, Schalensteine, Steinsagen, Berggeister (Rübezahl), schlafende Bergkönige (Karl der Große, Friedrich der Staufer, Friedrich Barbarossa), Erweckung des Bergdrachens vom Wurmberg, Blocksberg, Elfenhügel, Verwunschene im Stein (König Watzmann mit Familie), wandernde Felsen, Steinheilkunde (Hildegard von Bingen, Michael Gienger), Heilhöhle, Zaubersteine, von den Bauleuten verworfener Stein, Grund-, Eck-, Schlussstein, Stein der Weisen, Steinwesen, Steingesichter, Steinkunst.


Kraftorte im Schwarzwald - Wandern im nördlichen Schwarzwald und Nationalpark
Kraftorte im Schwarzwald - Wandern im nördlichen Schwarzwald und Nationalpark
von Birgit-Cathrin Duval
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,95

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein blaues Licht-Gesicht, 17. Dezember 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
hat mich nach mehrmaligem Durchblättern dieses Buches plötzlich aus einer Felsnische des Naturdenkmals "Heidenkirche" bei Oberharmersbach angesehen. Zwei verschmitzte Äuglein, eine Knollennase und ein freches, breites Grinsen. Schon seltsam. Die Authorin Birgit-Cathrin Duval schreibt in ihrem Buch lediglich von einem nebligen blauen Lichtschimmer, der nur in dieser Felsnische im Display ihrer Digitalkamera aber nicht mit bloßem Auge in der Realität zu erkennen gewesen sei. Was sie da wohl fotografiert hat in dieser "Kathedrale aus zerklüftetem Fels"? Ich kann mir einiges denken, schließlich weist die Bezeichnung "Heidenkirche" auf einen uralten, heidnischen Kultplatz der Naturverehrung hin.

Einer von insgesamt 29 Kraftorten, die die Authorin im Schwarzwald erwandert hat. Wobei sie Kraftorte nicht in einem geomantischen Sinne meint, sondern darunter jene schönen, mystischen Orte in der Natur versteht, wo sie sich auf natürliche Art und Weise geerdet fühlt, durchatmen kann und neue Kraft schöpft. Auszeitorte! Um sich einfach nur wohl zu fühlen. Jenseits des Massentourismus in einer weitgehend unberührten Natur. Sie schreibt: "Beim Wandern läuft man sich leer, es scheint, dass mit jedem Schritt der Alltag mit seinen Anforderungen von einem abfällt."

Einige der beschriebenen Orte sind jedoch nicht nur schön, sondern zeigen anhand ihrer Sagen auf, dass sie wohl schon von unseren Vorfahren zu kultischen Zwecken der Naturverehrung genutzt wurden. So erwähnt die Authorin z. B. das Edelfrauengrab, eine Höhle neben einem Wasserfall mit einer leider sehr entstellenden Sage, die nur noch in Fragmenten auf die ursprüngliche Bedeutung des Ortes hinweist. Schaut man sich die Sage und den Ort genauer an, was die Authorin selbst nicht tut, erkennt man unter einem landschaftsmythologischen Blickwinkel einen alten, weiblichen Fruchtbarkeitskultplatz. Interessant auch die Ruine von Burg Waldeck mit der Sage vom Burgfräulein Kriemhild, die nach ihrem Tod als silberne Schlange mit einer goldenen Krone einen unterirdischen Schatz hütet (Hinweis auf besondere geomantische Erdkräfte); und zwei außergewöhnliche Felsformationen mit entsprechenden Sagen: der "verteufelte" Pudelstein und die "verhimmelte" Engelskanzel.

Und dann darf natürlich der sagenumwobene Mummelsee nicht fehlen, an dem sich im Sommer so viele Touristen tummeln, dass ihn die Authorin scherzhaft als "Rummelsee" bezeichnet. Trotzdem hat sie es geschafft, diesen See so zu fotografieren, dass man etwas von seiner Mystik im Nebel erahnen kann, wie auf dem Buchumschlag sehr gut zu erkennen ist.

Wenn die Nebel über dem Mummelsee schweben,
und eine andere Wirklichkeit weben,
jenseits der Zeit,
dann sei bereit,
zu kommen, zu sehen,
zu staunen, zu gehen.


Odilia: Lebensspuren und Heilimpulse
Odilia: Lebensspuren und Heilimpulse
von Michaela Spaar
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 22,90

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "und ich sah und hörte, was man mit Augen nicht sehen und mit Ohren nicht hören, sondern nur mit dem Herzen wahrnehmen kann.", 13. Dezember 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
spricht die Heilige Odilia zu ihren Mitschwestern als sie laut Legende aus dem Zustand des Todes noch einmal kurz ins Leben zurückkehrt (zit. nach ökomenischem Heiligenlexikon). Das (Hell-)Sehen ist das Leitmotiv ihres Lebens. Wurde sie doch blind geboren, erlangte das Augenlicht erst im Alter von 13 Jahren bei der Taufe und gilt seither als Helferin bei Augenleiden.

Abbildungen der Heiligen Odilia zeigen sie u. a. mit einem Augenpaar. Sehr schön ist das auch auf dem Buchumschlag zu erkennen: Einer gelungenen Fotomontage der Odilienstatue aus dem Dom von Arlesheim (mit einem Buch, auf dem in einer Schale ein Augenpaar ruht) und der Sonne, die durch einen Felsspalt in die Ermitage in Arlesheim scheint.

Wie schrieb schon Goethe:
"Wär' nicht das Auge sonnenhaft,
Die Sonne könnt' es nie erblicken;
Läg' nicht in uns des Gottes eigne Kraft,
Wie könnt' uns Göttliches entzücken?"

Sehen und Licht. Wie unmittelbar sie doch zusammenhängen. Als Todestag der Heiligen Odilia gilt der 13. Dezember, der alte Tag der Wintersonnenwende und damit der Wiederkunft des Lichtes nach dem julianischen Kalender. Ihr Leichnam ruht noch immer in dem von ihr gegründeten Kloster auf dem Odilienberg im Elsass.

Mit viel Liebe zum Thema, tiefen Einsichten, Gespür für das Wesentliche, einer umfangreichen Literaturliste und schönen Fotos führt die der Antroposophie nahestehende Authorin Michaela Spaar die Leser zu jenen vier Orten, die laut Legende als wichtige Stationen im Leben der Odilia fungierten: das Kloster auf dem Odilienberg (Elsass, Frankreich), Kloster Niedermünster am Fuße des Odilienberges, das Waldheiligtum St. Ottilien bei Freiburg (Deutschland) und Arlesheim in der Schweiz.

Das Buch ist damit eine hervorragende Ergänzung zu dem leider vergriffenen Standardwerk von Petra van Cronenburg (Geheimnis Odilienberg) und dem kürzlich erschienenen Buch von Heide Göttner-Abendroth (Matriarchale Landschaftsmythologie: Von der Ostsee bis Süddeutschland), die Arlesheim aus dem Blickwinkel der matriarchalen Landschaftsmythologie betrachtet.


Matriarchale Landschaftsmythologie: Von der Ostsee bis Süddeutschland
Matriarchale Landschaftsmythologie: Von der Ostsee bis Süddeutschland
von Heide Göttner-Abendroth
  Taschenbuch
Preis: EUR 29,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Mater, Mythen und Madonnen, 6. Dezember 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Da die Funktion "Blick ins Buch" hier leider nicht aktiv ist, wenigstens für interessierte Leserinnen ein Blick ins Inhaltsverzeichnis, um zu erkennen, welche Landschaften Dr. Heide Göttner-Abendroth unter dem Blickwinkel der matriarchalen Landschaftsmythologie betrachtet:

1. Einleitung
- Begriff und Grundzüge der matriarchalen Landschaftsmythologie

2. Die "Witten Wiwer" von Rügen
- Megalithkultur und Matriarchat in Nordost-Deutschland

3. Frau Holle und Frau Venus in Thüringen und Hessen
- Heilige Berge in Mitteldeutschland

4. Der Strom der Frau Ley
- Matriarchale Sagen und Plätze am Rhein von der Schweiz bis Holland

5. Der Schoß der Dreifachen Göttin im Schwarzwald
- Kultorte und Kultlinien im Dreisamtal bei Freiburg

6. Die symbolische Sprache der Kapellen und Madonnen
- Das Donautal zwischen Passau und Straubing

7. Uralte Handelswege im Schutz der Göttin
- Im Bayerischen Wald in Südost-Deutschland

8. Drei Göttinen auf ihrem Drachen
- Der Böhmer Wald zwischen Bayern und Tschechien


Mythologische Landschaft Deutschland
Mythologische Landschaft Deutschland
von Heide Göttner-Abendroth
  Sondereinband

5.0 von 5 Sternen "Brigach und Breg bringen die Donau zuweg", 1. Dezember 2014
so ein bekannter Merkspruch über die beiden Quellflüsse der Donau, die Brigach und die Breg, die in Donaueschingen zusammenfließen. Doch woher kommen diese drei Flussnamen und was bedeuten sie ursprünglich? Wenig wird man dazu in den herkömmlichen Lexika finden. Umso spannender die Erläuterungen von Kurt Derungs in seinem Aufsatz "Mythologische Landschaft Bodensee", einer von insgesamt 13 Abhandlungen verschiedener Authoren in diesem Buch über die mythologische Landschaft Deutschlands:

1. Weinhold, Kurt: Die Verehrung der Quellen
2. Beitl, Richard: Kinderherkunft und Kinderbringer
3. Lauffer, Otto: Lebens- und Schicksalsbäume
4. Meyer, Elard Hugo: Pflügebräuche
5. Ranke, Kurt: Rosengarten
6. Kirchner, Horst: Menhire in Mitteleuropa
7. von Reden, Sibylle: Megalithkultur
8. Derungs, Kurt: Brautstein und Ahnenstätte
9. Göttner-Abendroth, Heide: Die Alte vom Arber (Bayern)
10. Kutter, Erni: Heilige Jungfrauen, Salige und Wilde Fräulein
11. Göttner-Abendroth, Heide: Frau Holle und Frau Venus in Thüringen
12. Göttner-Abendroth, Heide: Die "Witten Wiwer" von Rügen
13. Derungs, Kurt: Mythologische Landschaft Bodensee

Und um auf die drei Flussnamen zurückzukommen. Nach Derungs gehen die Namen der Quellflüsse Brigach und Breg auf eine keltische Namensform brig (hoch bzw. weiß) zurück, die auf die junge, weiße, alteuropäische Göttin Brigid hinweist, eine der drei Ausprägungsformen der Grossen Göttin der Jungsteinzeit mit Namen Dana/Ana, die wiederum der Donau ihren Namen gab.


Magische Kraftorte in Franken
Magische Kraftorte in Franken
von Fritz Fenzl
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 16,95

4.0 von 5 Sternen "Wohlauf die Luft geht frisch und rein ..., 3. Oktober 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
wer lange sitzt muss rosten.
Den allerschönsten Sonnenschein
Lässt uns der Himmel kosten.
Jetzt reicht mir Stab und Ordenskleid
Der fahrenden Scholaren.
Ich will zur schönen Sommerszeit
Ins Land der Franken fahren ..."

Welcher Franke kennt es nicht, das Frankenlied, ursprünglich ein studentisches Wanderlied, das Joseph Victor von Scheffel 1859 geschrieben hat. Einen starken Genius muss dieser Dichter gehabt haben, wenn er ein derart beschwingtes, befreiendes Lied - man höre sich Vertonungen auf youtube an - ausgerechnet in Kloster Banz, einem wuchtigen, erdrückenden Sandsteinbau, zu Papier gebracht hat.

Was für ein Gegensatz zu diesem statischen Ort ist doch die liebliche, barock-beschwingte Basilika Vierzehnheiligen auf der anderen Seite des Maintales, die der Münchner Author Fritz Fenzl ebenfalls besucht hat. Und als dritten Kraftort, um das oberfränkische Dreieck vollständig zu machen, der schon von den Kelten besiedelte Staffelberg mit seinen sagenhaften Querk-ele (= Zwerg-ele), wuselig werkenden Höhlenzwergen. Schön, dass der Author an einigen Stellen auch örtliche Sagen in seinen Kraftortführer mit einbezieht, denn das unterscheidet ihn wohltuend von den herkömmlichen auf Zahlen, Daten und Fakten fokusierten Reiseführern.

Fritz Fenzl lädt die Leser ein, an seiner persönlichen Fahrt durch das Frankenland teilzunehmen, plaudert charmant und tiefsinnig über seine Kraftorterlebnissse, beschreibt mit Fakten und viel Fantasie 35 Kraftorte quer durch Franken: darunter viele Burgen wie z. B. die Burgruine Neideck in der fränkischen Schweiz, ettliche Kirchen (Münster in Heilsbronn, Ritterkapelle in Haßfurt) und typische fränkische Städte (Nürnberg, Bamberg) und Städtchen (Miltenberg). Er schwärmt von den kulinarischen Köstlichkeiten Frankens, den Aischgründer Karpfen und fränkischen Bratwürsten. 17 Stück habe er bei seinem letzten Besuch in Nürnberg verdrückt, gesteht er auf einer Lesung im September 2014.

Fenzl's fantasievolle Beschreibungen des Frankenlandes werden von vielen, schönen Farbfotos und einem ausführlichen Literaturverzeichnis begleitet. So weit, so gut. Leider wurde mein Lesevergnügen durch eine konfuse, mit recht vagen Geografiekenntnissen erstellte Landkarte getrübt, die teilweise nicht mit der Nummerierung der 35 Kraftorte im Inhaltsverzeichns übereinstimmt. Auch die Gliederung an sich konnte mich nicht überzeugen. Im Gegensatz zu früheren Veröffentlichungen des Rosenheimer Verlages, bei denen im Inhaltsverzeichnis jeder Ort noch mit einer zusätzlichen, neugierig machenden Überschriftszeile versehen war, kommt dieses Buch mit einer knappen Orts-Auflistung daher, die eher an die kühle, sachliche Ausstrahlung von Anzeigetafeln in Bahnhöfen erinnert, als den Lesern die einzelnen Orte gleich von Anfang an schmackhaft zu machen.

Und was sagen die Franken selbst zum Kraftort Franken? Wenig. Leider. Erwähnenswert ist da nur die schon ältere Veröffentlichung von Irene und Oswald Tränkenschuh (Felsenkräfte Kraft der Erde. Eine geomantische Heilweise). Ferner aus jüngerer Zeit Wolfgang Körner's Buch (Das spirituelle Gesicht Nürnbergs - Strukturen einer geomantischen Stadtentwicklung) und ein geomantisch-historischer Roman von Silke Jordan (Kunigunde, heilige Magierin: Die Lebensgeschichte der Kaiserin Kunigunde).


Die alte Göttin und ihre Pflanzen: Wie wir durch Märchen zu unserer Urspiritualität finden
Die alte Göttin und ihre Pflanzen: Wie wir durch Märchen zu unserer Urspiritualität finden
von Wolf-Dieter Storl
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 16,99

30 von 37 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen „Bäumchen, rüttle dich und schüttle dich, wirf Gold und Silber über mich.“, 15. August 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Dreimal ruft Aschenputtel am Grab seiner Mutter unter dem Haselnussbaum. Wie es weiter geht und schließlich nach einigen Irrungen und Wirrungen mit einer Hochzeit endet, kann jedes Kind nacherzählen, das dieses Märchen kennt, das die Gebrüder Grimm im 19. Jahrhundert für ihre Märchensammlung aufgeschrieben haben. Vorher wurde es, wie andere Märchen auch, von Generation zu Generation mündlich überliefert, erzählt an warmen Herdfeuern in langen, kalten Winternächten. Sogar heute noch erfreut die etwas abgewandelte Film-Version "Drei Haselnüsse für Aschenbrödel" jedes Jahr an Weihnachten tausende von Menschen.

Doch was ist es, das Märchen so faszinierend macht, dass wir immer wieder gerne lauschen? Wolf-Dieter Storl antwortet, dass Märchen uns mit der Urspiritualität der Menschheit in Kontakt bringen, Erinnerungen an eine ferne Zeit aufscheinen lassen, in der Mensch und Natur noch eins waren und uns so einen Weg zurück zu unserer eigenen, natürlichen Spiritualität aufzeigen. Man muss nur genau hinschauen und erkennt, dass z. B. der Haselnussstrauch bevorzugt an Orten wächst, die das außergewöhnliche Sehen, den Kontakt mit der Anderswelt erleichtern, und der Hol-under nicht nur sprachlich mit dem Märchen "Frau Hol-le", der alten Erdgöttin, verbunden ist. Ihre drei Farben weiß, rot und schwarz, die den Jahreskreislauf der Natur vom weißen, lichtvollen, jungfräulichen Frühling über den roten, fruchtbaren Sommer bis hin zum schwarzen, dunklen, lebensfeindlichen Winter symbolisieren, finden sich sowohl in den beiden weiß- bzw. rotblühenden Rosenbäumchen im Märchen von "Schneeweißchen und Rosenrot" als auch vereint in einer Person bei Schneewittchen ("dessen Haut war so weiß wie Schnee, dessen Lippen waren so rot wie Blut und dessen Haar war so schwarz wie Ebenholz").

Vier von vielen Märchen, in denen spirituelle NatURerfahrungen der Menschheit in versteckter Form bis in die heutige Zeit überdauert haben. Das Buch insgesamt ein echter, typischer Storl. Umfangreiche Informationen, erzählt von einem Wissenden, der hier mittels Märchen weit in die Vergangenheit zurückblickt, Erkenntnisse aus der Tiefe der Zeit ins Licht der Gegenwart emporhebt. Und doch ist dieses Buch im Lebenswerk des 1942 geborenen Wolf-Dieter Storl auch etwas ganz Besonderes, denn es schreitet in einem grünen, ästhetischen Gewand einher. Bezaubernd schön aufeinander abgestimmt; vom Buchumschlag, über die grün hinterlegten Märchenkästchen im Inneren, die grüngetönten Zeichnungen bis hin zu den Überschriften. Ein Zufall? Sicher nicht, denn schließlich handelt es ja von der alten Göttin und … ihren Pflanzen.


Pfingstrosen: Rosenpracht ohne Dornen
Pfingstrosen: Rosenpracht ohne Dornen
von Christa Brand
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 24,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wenn ein Pfingstrosen-Buch, dann dieses, 14. Juni 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Insgesamt drei Bücher zum Thema Pfingstrosen habe ich mir angeschaut, und nur dieses hat mich überzeugt. Hauptsächlich wegen der wunderschönen Farbfotos. Das beginnt schon mit dem Buchumschlag, auf dem Pfingstrosen in rosa, der Farbe für Pfingstrosen schlechthin, zu sehen sind. Von der hervorragenden Qualität weiterer Fotos können sich Interessenten mittels der Funktion "Blick ins Buch" überzeugen.

In acht Kapiteln (Blütenlust, Begeisterung, Pfingstrosenparadies, Duft, Gestaltung, Floristik, Praxis und Unterwegs) erfährt die Leserin manch Interessantes über Strauch- und Staudenpfingstrosen. Insgesamt 50 Pfingstrosen werden mittels wunderschönen Fotos und eines kurzen "Steckbriefes" (Blühzeitpunkt, Farbe, Höhe, Herkunft, Besonderheit) von der Gärtnerin und Journalisten Kathrin Hofmeister und der Fotografin Christa Brand vorgestellt. Darunter natürlich auch die alten Klassiker bekannter französischer Züchter: die pinkfarbene "Edulis Superba" (Lemoine, 1824), die weiße "Festiva Maxima" (Miellez, 1851) und die hellrosa "Sarah Bernhardt" (Lemoine, 1906).

Fazit: Für diejenigen, die ein Pfingstrosen-Buch mit ein paar Infos und wunderschönen Fotos suchen, genau das Richtige für den Bücherschrank. Allerdings bekäme man für diesen Buchpreis auch gleich zwei Pfingstrosenpflanzen bei einer der im Buch angegebenen Spezialgärtnereien, wie z. B. der Staudengärtnerei Gaissmayer, dem Pfingstrosenparadies Stephan Tetzlaff oder auch der Staudengärtnerei Gräfin von Zeppelin. Wer sich hauptsächlich dafür interessiert, Pfingstrosen zu kaufen, wird in den umfangreichen Internetkatalogen dieser und anderer Spezialversender schnell und gut fündig, wie ich aus eigener Erfahrung weiß.


Sagen und Legenden von München
Sagen und Legenden von München
von Gisela Schinzel-Penth
  Sondereinband
Preis: EUR 19,80

4.0 von 5 Sternen Reihe Sagen und Legenden ..., 21. Mai 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Alle zehn derzeit bei amazon erhältlichen Bücher "Sagen und Legenden ...", für die Gisela Schinzel-Penth mehr als 40 Jahre lang Material aus ihrer oberbayerischen Heimat gesammelt hat.

1. Sagen und Legenden aus Wolfratshausen und Umgebung. Umfasst das Gebiet des alten Landkreises Wolfrat
2. Sagen und Legenden um Chiemgau und Rupertiwinkel
3. Sagen und Legenden um das Berchtesgadner Land
4. Sagen und Legenden um das Fünfseenland
5. Sagen und Legenden um das Werdenfelser Land und Pfaffenwinkel: Mittenwald, Partenkirchen, Garmisch, Ettal
6. Sagen und Legenden um Fürstenfeldbruck und Germering: Aus dem Gebiet des Landkreises Fürstenfeldbruck
7. Sagen und Legenden um Miesbach und Holzkirchen: Landkreis Miesbach mit Tegernsee, Schliersee, Spitzingsee, Seehamer See
8. Sagen und Legenden um Tölzer Land und Isarwinkel: Jachenau, Lenggries, Tölz, Heilbrunn, Benediktbeuern, Kochel, Walchensee
9. Sagen und Legenden von Bischofsmais und Umgebung
10. Sagen und Legenden von München


Heilige Quellen in Oberbayern
Heilige Quellen in Oberbayern
von Dorothea Steinbacher
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 26,90

4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Wo ist das Wasser?, 15. Mai 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Weg! Wegretuschiert auf dem Buchumschlag, wo auf dem bearbeiteten Foto nur noch ein Wasserhahn in Form eines überdimensionierten, künstlichen, metallenen Fisches vor einem rotsteinernen Hintergrund zu sehen ist. Ein Blick ins Buch zeigt, dass es sich bei dem zugehörigen Originalfoto um die Quelle in Maria Birkenstein handelt; allerdings mit fließendem Wasser aus dem Hahn! Schade, dass ausgerechnet dieses bearbeitete Foto für den Buchumschlag ausgewählt wurde, hätte es doch im Buch einige Andere gegeben, die wesentlich besser geeignet gewesen wären, das darzustellen, was meiner Ansicht nach eine heilige Quelle ausmacht: natürliches, fließendes Wasser, Fruchtbarkeit in Form von Lebenskraft, die Farben grün und blau und jenen geheimnisvollen Faktor X, der das Göttliche erahnen lässt.

Doch was versteht die Authorin eigentlich unter "heiligen Quellen"? Sie schreibt: "Aufgenommen wurden Quellen, Brünnlein und Wasser, die aus irgendeinem Grund besonders sind: heilsam, heilkräftig, als heilig verehrt, mit Wundern und/oder Heiligen in Verbindung gebracht".

Manche inzwischen auch vertrocknet und vergessen, wie die Augenheilquelle in der Magdalenenklause im Nymphenburger Schlosspark, der seine Entstehung ebenfalls einer heiligen Quelle verdankt. Schloss Nymphenburg war ein Geschenk des Kurfürsten an seine Frau Henriette Adelaide (= Adelheid) von Savoyen für die lang ersehnte Geburt des Thronfolgers, der nach jahrelanger Kinderlosigkeit nach einer Bäderkur seiner Mutter in Bad Heilbrunn zur Welt kam. Die dortige Kurfürstin-Adelheid-Quelle ist inzwischen leider geschlossen. Wasser und Fruchtbarkeit, ein uraltes Thema, das mythologisch bis in vorchristliche Zeiten zurückreicht. Man denke da nur an die vielen Kinderbrunnen, von denen es in Überlieferungen heißt, die Hebammen hätten die Babys dort abgeholt. Oder an den Storch, der die kleinen Kinder aus dem Teich fischt.

Um welche 60 Quellen im oberbayerischen Raum es sich genau handelt, und ob vielleicht eine in der Nähe dabei ist, kann jeder Leser anhand der Funktion "Blick ins Buch" überprüfen, die das Inhaltsverzeichnis enthält. Dort finden sich z. B. die drei Quellen von Wessobrunn, von denen im Jahr 753 der bayerische Herzog Tassilo träumte, das bekannte Frauenbründl in Glonn, die erst 1975 entdeckte Irlmaierquelle in der Almbachklamm (Untersberg), die verehrte Quelle im Mühltal bei Leutstetten aber auch die heute kommerziell genutzten Mineralwasserquellen St. Leonhard in Leonhardspfunzen und die Primusquelle in Bad Adelholzen, deren Wasser als Adelholzener Mineralwasser verkauft wird.

Fazit: Nach Strauß/Strauß (1987) (Heilige Quellen zwischen Donau, Lech und Salzach), Fenzl (2005) (Jungbrunnen - Quellen der Kraft und Heilung in Bayern) und Kölbl (2005) (Heilige und heilsame Quellen zwischen Isar und Salzach) liegt hier das vierte Buch über heilige Quellen im oberbayerischen Raum vor. Mit 256 Seiten, vielen Farbfotos und einer intensiven Literaturrecherche ist es das Aktuellste und Umfangreichste zum Thema. Hätte man auf dem Buchumschlag als Würdigung des Themas heilige Quellen ein Foto mit natürlichem, fließendem Wasser gewählt, wie z. B. die heilige Quelle bei der Abendmahlkapelle in Bucha, eine der Quellen bei Maria Ponlach oder den Edelbach in Eichstätt, hätte es fünf Sterne bekommen.


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