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Rezensionen verfasst von
MRuhnke

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Weber: Der Freischütz (Gesamtaufnahme)
Weber: Der Freischütz (Gesamtaufnahme)
Wird angeboten von musikdrehscheibe
Preis: EUR 98,99

23 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der Geheimtipp!, 17. Februar 2003
Mit Aufnahmen von Webers "Nationaloper" sieht es aktuell nicht allzu gut aus - gerade wer von historischen Aufnahmen tendenziell absieht, steht vor einer nur sehr kleinen, wenn auch unübersichtlichen Auswahl an Aufnahmen. Die großen Dirigenten unserer Zeit haben sich am "Freischütz" fast ausnahmslos gar nicht erst versucht, und einige interessante Kuriosa (wie den Wiener Radiomitschnitt unter Karl Böhm oder die Wiedereröffnung der Semperoper) sind gar nicht erst verfügbar.
Da verwundert es kaum, daß als "Referenz" von allen Seiten einzig die Aufnahme unter Carlos Kleiber aus den frühen 70ern empfohlen wird. Mit der kann der geneigte Opernfreund, zumal ob der durchweg guten Solistenbesetzung, nun durchaus leben, aber "Referenz"? Wohl eher nicht, nicht jederman will den "Freischütz" in der aufdringlichen halligen Akustik einer Kirche hören, von Kleibers etwas nervöser Orchesterführung und den extremen Tempi sowie den reingeschnittenen, von Schauspielern gesprochenen Dialogen gar nicht zu reden. Hier ist eine gemeinhin unbekannte Alternative:
Rafael Kubelik hat das Radiosinfonie des BR wirklich perfekt im Griff, die rhythmische Präzision des Klangkörpers erstaunt insbesondere im Vergleich zu Konkurrenzaufnahmen. C. Kleibers Hyperinflation der Tempi (Introduktion Nr. 1!) macht Kubelik nicht mit und überzeugt mit gemäßigten Taktschlägen, die aber dank der präzisen und spannungsreichen Führung des Orchesters niemals langweilig oder schleppend erscheinen. Zu absoluter Hochform laufen die Münchner in der Ouverture, dem Finale und der gesamten Wolfsschluchtszene (wo das gesamte Repertoire der Schlagwerkabteilung und Geräuschemacher ausgenutzt wird) auf. Wie überhaupt die gesamte Orchesterarbeit eine sehr gute Werkkenntnis verrät, die Aufnahme kann man immer und wieder hören und wird jedes Mal neue Feinheiten entdecken (Generalpausen!). Kubelik leitet das Orchester zu durchaus starker, aber nie übertriebener Dynamik an, die kleiner besetzten Szenen (Bühnenmusik Nr. 1, Jungfernchor) wirken geradezu kammermusikalisch-filigran.
Zum hervorragenden Gesamteindruck trägt auch der gute Chor bei, der textgenau und rhythmisch präzise endlich mal nicht im Orchesterklang untergeht, Jägerchor wie Gespensterchor kommen souverän, doch ohne falsches Pathos.
Eine vokale Glanzleistung liefern die beiden Damen ab: So jugendlich, so locker, glaubwürdig und dabei technisch überragend wie von Hildegard Behrens und Helen Donath hat man die Partien (Agathe/Ännchen) wohl noch nie gehört, die beide von Takt zu Takt mühelos zwischen Sprechen, leichtem, verzierungsreichen Gesang und hochdramatischem Ausdruck wechseln können - ich warne ausdrücklich jeden Opernfreund, daß er nach dem Hören dieser Aufnahme i.B.a. diese Partien deutlich kritischer sein wird. Nicht nur die Einzelleistungen, sondern besonders das Zusammenspiel mit den anderen Akteuren gelingt perfekt, insbesondere mit René Kollo, der hier (1979) auf der Höhe seiner stimmlichen Karriere einen ungewöhnlich leichten, aber sehr ausdrucksstarken Max gibt, ein hörbar intelligenter Sängerdarsteller.
Peter Meven verkörpert einen etwas zurückhaltenden, eher hintergründig bösen Kaspar, kann es mit Stimmgewalt und dämonischer Kraft nicht mit der Konkurrenz (Theo Adam/Kurt Böhme) aufnehmen - trotzdem ein sehr überzeugendes Rollenportrait, zumal er in der Höhe nicht wie andere kämpfen muß. Auch Wolfgang Brendel als Ottokar gehört eher in die leichte Kategorie Bariton, überzeugt hier ohne Abstriche. Insbesondere der stimmliche Kontrast der beiden vorgenannten mit dem extrem tiefen und sauber-dominanten Baß von Kurt Moll als Eremiten läßt die Sängerbesetzung durchdacht wie perfekt erscheinen.
Die Technik der Studioaufnahme ist - wie bei jüngeren Decca-Aufnahmen zu erwarten - perfekt, nur ein ganz minimales, kaum wahrnehmbares Rauschen verrät, daß es sich hier 1979 noch um eine Analogaufnahme handelte. Das Orchester erklingt räumlich, dynamisch und doch homogen, die Solisten dabei niemals überdeckend. Die Textverständlichkeit ist perfekt. Samiel erscheint per Tontechnik unschlagbar furchteinflößend, beim "hier bin ich" (Finale II) fährt einem der Schreck durch die Glieder.
Absoluter Kauftipp. Wundern kann man sich nur, warum diese Aufnahme sonst so wenig empfohlen wird - Kleiber mag zwar eine etwas emotionalere Darstellung liefern, aber die von Kubelik ist insgesamt überzeugender.


Freischütz (Gesamtaufnahme)
Freischütz (Gesamtaufnahme)
Wird angeboten von deko-idee24 ( Versandkosten bitte hier anklicken )
Preis: EUR 19,80

7 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Enttäuschende historische Aufnahme, grandiose Einzelleistung, 6. Februar 2003
Rezension bezieht sich auf: Freischütz (Gesamtaufnahme) (Audio CD)
Die Erfolgsgeschichte des "Freischütz", gerade auf deutschen Bühnen, hat auf Tonträger eine nur sehr lückenhafte Entsprechung gefunden, die meisten großen Dirigenten haben dieses Werk diskret umschifft. Da wundert es kaum, daß es neben der fast kultisch verehrten Studio-Einspielung unter Carlos Kleiber aus den 70ern fast nur historische Aufnahmen sind, die in den Plattenläden stehen: Furtwängler, Keilberth, E. Kleiber und eben die vorliegende Aufnahme unter Eugen Jochum. Gegenüber den anderen hebt sie sich vor allem dadurch ab, daß sie in Stereo aufgenommen wurde, was 1959 noch ein besonderes tontechnisches Wagnis war.
Bei dieser Aufnahme fällt die durchgehend etwas langweilige und unpräzise Orchesterarbeit auf, besonders der Streicher. Vieles ist rhythmisch ungenau und wirkt lustlos - Schon in der Ouverture scheinen die meisten beim 'Waldthema' den Takt zu vergessen, ebenso bei den zugegebenermaßen rhythmisch schwierigen Linien in der Introduktion von Nr.1 (die gerade im Vergleich zur Kleiber-Aufnahme besonders schwerfällig wirkt). Die berühmte 'quälend lange' Generalpause am Ende der Ouverture gleicht bei Jochum eher einem Einschlafen als einem Moment der Hochspannung.
Trotz der nicht gerade langsamen Tempi wirken viele Passagen schleppend, was insbesondere am Hang des Orchesters zu einem stampfenden Marschrhythmus liegt ("Hier im irdisch' Jammertal"). Ansonsten bleibt die Orchesterarbeit eher unauffällig, nicht selten ist es der Dynamik jedoch etwas zuviel, insbesondere der Chor geht lautstärkemäßig oft unter.
Bei den Solisten gehen die 'Nebenrollen' zumeist in Ordnung, aber Holm als Max hat nur wenig darstellerische Fähigkeiten, wirkt mit seiner leichten, etwas "Belcanto"-angehauchten Tenorstimme und übertriebener Aussprache nicht selten deplaziert ("Durch die Wälder, durch die Auen"). Die herbste Enttäuschung jedoch ist Irmgard Seefried als Agathe - in den leichteren Passagen geht es noch, aber besonders in "Leise, leise" ist es teilweise kaum zum Aushalten, wie sie in die hohen Töne hineindrückt, ihre Stimme klingt angestrengt, im oberen Register wie "durch die Nase gesungen", die Koloraturen werden verschmiert, gepaart mit Intonationsproblemen. Rita Streich als Ännchen zieht sich da wesentlich besser aus der Affäre, wenn auch ihr schnelles, gezwungenes Vibrato Geschmackssache ist und sie ein eher flaches Rollenportrait abliefert. Überragend hingegen Eberhard Wächter als sonor-souveräner Ottokar und Kurt Böhme, der die Rolle des Kaspars zu einer heimlichen Hauptrolle macht - seine Leistungen besonders im ganzen 1. Aufzug und in der Wolfsschluchtszene sind nur als "perfekt" einzustufen.
Die Entscheidung der Produzenten, alle Dialoge getrennt in einem anderen Studio aufzunehmen, geht hier ziemlich nach hinten los - gerade die zahlreichen Schnitte wirken besonders hart. Auch ansonsten hapert es an der Technik - beim ersten Hinhören erstaunt angesichts des Alters noch der relativ klare und unverrauschte Klang. Die Lautstärkeverhältnisse jedoch wirken merkwürdig verschoben: Die Geigen sitzen erklingen sehr nah und direkt, die Blechbläser hingegen und das Schlagwerk sind hingegen leise, hallig und schlecht ortbar. Bei den Solisten hat man hingegen fast den Eindruck, sie würden nicht im selben Raum singen wie das Orchester spielt. Der Chor ist schlecht verständlich und geht passagenweise völlig unter ("Viktoria", Schlußszene), nicht selten trüben deutliche und unangenehme Verzerrungen den Hörgenuß ("Irdisch Jammertal", der Kavatine etc.).
Unterm Strich bleibt wenig vom Glanz dieser frühen Stereoproduktion, außer den grandiosen Einzelleistungen von Wächter und Böhme. Als Alternative sei hier insbesondere die weithin unbekannte Aufnahme unter Kubelik (ebenfalls RSO München), genannt, wo insbesondere das Protagonistenpaar Behrens/Kollo Referenzcharakter für sich in Anspruch nehmen kann, aber auch die Orchesterarbeit ist trotz gemäßigter Tempi eine andere Liga. Einzig der wirklich günstige Preis spricht für die Jochum-Aufnahme.


Der Ring des Nibelungen (Gesamtaufnahme)
Der Ring des Nibelungen (Gesamtaufnahme)
Preis: EUR 86,51

36 von 38 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Wenn nur einen "Ring", dann diesen ???, 5. Februar 2003
Aufnahmen des "Rings" im Bayreuther Festspielhaus, besonders für den Rundfunk, gab es im "Neubayreuth" der Wagner-Enkel oft und regelmäßig, doch auf Schallplatte erschien in den 50er und 60er Jahren davon zunächst keine einzige. Erst 1967 wurde der gesamte Ring, von Wieland Wagner kongenial wie radikal in Szene gesetzt, von Philips in Stereo aufgezeichnet. Liveaufnahmen galten ja damals noch als besonderes technisches Wagnis, und "der Böhm-Ring" hat unter Wagnerianern, besonders jenen, die die Solti-Studioaufnahme verachten, seitdem von seiner Faszination und seinem Referenzstatus nichts verloren.
Das liegt zum großen Teil an Böhms Dirigat. Er versteht es meisterhaft wie kein zweiter, Orchester und Solisten als eine Einheit musizieren zu lassen, der dramatische Funke, die Faszination an diesem Mammutwerk, reißt dabei während der knapp 15 Stunden nicht ab. Über Böhms Interpretationsstil zu schreiben, ist dabei recht schwierig, läßt er sich doch nicht in gängige Schubladen zwängen. Mit jeder Szene, jedem Takt hat man als Hörer das Gefühl, daß er sich einzig und allein dem Drama und den Intensionen des Komponisten verpflichtet fühlt, dem Orchester, sich selber und den Solisten dabei immer nur die Rolle zuweist, die dem Sinne des Gesamtkunstwerkes dienlich ist. Eine Überbetonung der orchestralen Passagen (s. Solti!) findet dabei nicht statt, obwohl Böhm auch Trauermarsch und Walkürenritt mit Emotion zu spielen weiß. Für die Zeit der Entstehung ungewöhnlich das recht hohe Tempo, was Böhm an den Tag legt, heute freilich gilt das als Durchschnitt. Einzige Kritikpunkte an der Orchesterarbeit wäre der Hang zum sehr kompakten, einheitlichen Klang, der manchmal feine Details der Partitur etwas zudeckt, und vereinzelte Intonationsprobleme gerade bei den Bläsern, das darf in Bayreuth eigentlich nicht sein.
Bei der Sängerbesetzung gibt es nichts zu diskutieren: Dies ist die Bestmögliche ohne Abstriche. Nicht nur die technische Qualität des Gesanges überzeugt, jeder Solist scheint auch bestens mit seiner Rolle vertraut zu sein, sie zu leben, ohne dabei die eigene Stimme zu weit in den Vordergrund zu rücken. Unvergleichlich die Besetzung der beiden großen Tenorpartien mit einem ungewohnt dunkel timbrierten James King als Siegmund (der wohl mit Leonie Rysanek das heimliche Traumpaar der Aufführung darstellt) und einem kontrastierenden, partiell lyrisch angehauchten, aber auf gleich hohem Niveau mit unglaublicher Kondition singenden Wolfgang Windgassen als Siegfried (und Loge, der Mann muß eine unglaubliche Kondition gehabt haben). Birgit Nilsson als Brünnhilde mit sehr hohem Krafteinsatz, aber unverkennbar "hochdramatisch".
Über die durchgehende Besetzung des Wotan/Wanderer mit Theo Adam kann man etwas erstaunt sein, aber die Rechnung geht bestens auf, auch wenn es Adam manchmal ein wenig an sonorem Schönklang mangelt, den er mit hervorragender Deklamation wieder ausgleicht. Die stimmliche Ähnlichkeit zu Gustav Neidlinger macht es dem Ersthörer etwas kompliziert, aber auch dieser singt auf höchstem Niveau. Über Erwin Wohlfahrts Mime darf man geteilter Meinung sein, aber eine Karikaturisierung der Partie mit keifend-flüsterndem Ton war damals einfach "en vogue". Annelies Burmester gibt eine sehr glaubwürdige, aber niemals "kreischende" Fricka. In der "Götterdämmerung" sind es neben den Protagonisten vor allem Martha Mödl als Waltraute und Thomas Stewart als Gunter, die den Weltklasserang der Produktion ausmachen, Josef Greindl als Hagen und Ludmilla Dvorakova als Gutrune liefern erstklassigen Gesang, aber eher flache Rollenportraits ab, ebenso wie Vera Soukupova als Erda. Was besonders positiv auffällt, daß alle Rollen innerhalb des Zyklus' konsistent mit den selben Solisten besetzt sind (Man denke an die Wotan-Besetzungsquerelen bei Solti und Karajan).
Das könnte also glatt eine "Überreferenzaufnahme" mit verdienten 6 Sternen werden - wenn da nicht die Technik wäre. Es ist eine Schande, daß ausgerechnet diese Aufnahme mit solchen Mängeln zu kämpfen hat. Der Gesamtklang geht dabei noch in Ordnung, ein gewisser Baßmangel ist zu verschmerzen. Die Technikern waren sichtlich bemüht, die Sänger lauter einzumischen als das Orchester, was in vielen Szenen nicht nur zu unplausiblen Lautstärkeverhältnissen, sondern auch zu technischen Fehlern wie Mehrfachabbildungen und springenden Schallquellen führt. Ansonsten gibt es die ganze Palette ungewollter Nebeneffekte einer Liveaufnahme: ständig knarzende Stühle, ein ungestüm hustendes Publikum (man fragt sich unwillkürlich, ob die Festspiele 1967 im Winter stattfanden), die Souffleuse immer zu hören, teilweise so laut wie die Solisten (Besonders in den leisen Passagen der Walküre nervt das ständige "sss....sss" ungemein), auch das Niveau des Grundrauschens ist für anno 1967 nicht gerade eine Empfehlung, teilweise machen sich aus ausfallende Mikrofone bemerkbar (Finale Rheingold) und derbe Schnitte (die ersten Takte von Götterdämmerung III). Die Dynamik der Musik wurde spürbar reduziert, zuweilen hört man sogar das "Pumpen" der Kompressoren bei Bühnengeräuschen (Finale I Walküre).
So wirkt diese Aufnahme, so modern und zeitlos Interpretation und Umsetzung des Dramas auch sein mögen, heute seltsam antiquiert, ein großes historisches Zeitdokument, aber keine Referenzaufnahme, die man immer und immer wieder hören kann und will. Im Verhältnis zu meiner uneingeschränkten Bewunderung für Interpretation und Gesang höre ich diese Aufnahme auch relativ selten in längeren Stücken. Anfänglich wird man immer wieder hineingezogen in den dramatischen Sog, den Böhm und die Solisten verursachen, um dann passagenweise jäh wieder von der Souffleuse oder den Störgeräuschen in präganten Stellen in die Realität gerissen zu werden. Besitzen muß man diese Aufnahme zweifelsohne, vielleicht ist es die größte Wagner-Sternstunde auf Tonträger - aber allzu oft hören wird man sie nicht, es sei denn, man stört sich an all den technischen Mängeln und Störgeräuschen nicht und hat die Imaginationskraft, sich selber geistig ins Festspielhaus zu versetzen.
Freuen wir uns, daß eines der größten Tondokumente zu haben ist, und vergessen wir die technischen Mängel.


Bilder einer Ausstellung (Orchester und Klav)
Bilder einer Ausstellung (Orchester und Klav)
Preis: EUR 19,34

29 von 29 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wirklich neue Einblicke in ein altbekanntes Stück..., 30. Januar 2003
Wenn es ein Werk gibt, wo sowohl Anzahl als auch Details der Einspielungen mittlerweile absolut unüberschaubar geworden sind, dann sind es Mussorgskys "Bilder einer Ausstellung". Allein die Suchfunktion von Amazon gibt fast 300 Treffer aus, wenn man danach sucht. Es dürfte wohl kaum einen Klassikinteressierten geben, der nicht mindestens eine CD davon sein eigen nennt.
Da fragt man sich natürlich gleich: Warum dann noch eine Einspielung kaufen, zumal eine hochpreisige? Ich gebe eine einfache Antwort: Weil sie Neues bringt! Hier liegt das Werk nicht in der allseits bekannten, in meinen Augen leider nicht besonders werkgerechten Ravel-Instrumentierung vor, sondern in einer vom Dirigenten selbst erstellten Fassung. Ashkenazy beweist dabei nicht nur einen erstaunlichen Sinn für Klangfarben und die Instrumentierung (dies kann man zweifelsfrei Ravel ebenfalls zugestehen), sondern entwickelt eine neue Sicht auf die "Bilder", die wirklich von der originalen Klavierfassung ausgeht (die es als Zusatz auf der CD erstmal vorweg gibt).
Auffallend ist vor allem die im Vergleich zur opulenten Ravel-Fassung sehr sparsame Melodieführung und der Verzicht auf allzuviele polyphone Schnörkel - man spürt förmlich, hier ein Klavierwerk für 2 Hände zu hören, wenn auch von einem Orchester gespielt. Das zeigt sich insbesondere in den zunächst ungewöhnlich erscheinenden Unisoni wie bei "Samuel Goldenberg..." - insbesondere aber Stücke wie die "Tuileries" und das Kükenballett klingen erstaunlich kammermusikalisch und kein bißchen aufgeblasen. Auch bei rhythmisch vertrackten Stücken wie "Limoges", "Gnomus" oder vor allem der "Baba Yaga" verfährt der Arrangeur nach dem Motto "weniger ist mehr" und läßt sehr kleine Instrumentengruppen spielen.
Als Kontrast dazu fällt die satztechnische und klangliche Opulenz der Promenaden etwas aus dem Rahmen, wobei mir gerade die massierten Blechbläserklänge besonders Mussorgsky-typisch vorkommen und an Werke wie "Boris Godunow" oder "Khowantschina" gemahnen. Geradezu magische Klangschichtungen und -massierungen hören wir vor allem in den "Catacombae", während Instrumentalfarben sonst vorzugsweise nacheinander und weniger im Zusammenklang eingesetzt werden. Das gilt vor allem für das finale "Große Tor", das (völlig anders als bei Ravel) nicht im blechgepanzerten fff den ganz harten Kontrast zur ungestümen Rhythmik der "Baba Yaga" sorgt, sondern geradezu zurückhaltend beginnt und sich langsam entwickelt. Besonders wohltuend sieht Ashkenazy im Gegensatz zu seinem Vorgänger von allzu aufdringlichem und peinlichem Gebrauch der Schlagwerkbatterie ab, was gerade dieses Stück von jedem unpassenden Marschrhythmus befreit.
Das Philharmonia Orchestra zeigt sich in Bestform und gewinnt dem etwas "ausgelutschten" Klassiker auch interpretatorisch noch viele neue Seiten ab. Fast schon als Geniestreich darf die Tempovariation insbesondere im "Gnomus" gelten - das Orchester agiert hier, auch dank der schlanken Instrumentierung, wie ein einheitlicher Klangkörper und nicht wie ein träger Kirchenchor.
Aufnahmetechnisch gesehen gibt es ebenfalls nur Gutes zu vermelden, die Digitalaufnahmen der frühen CD-Ära (1982) werden ja zuweilen nicht gerade lobend erwähnt. Diese hier ist schlicht perfekt, das Orchester räumlich gestaffelt, klar durchhörbar, mit zuweilen schon furchterregendem Baßgrollen.
Fazit: Wenn nur eine "Bilder"-Aufnahme, dann diese. Aber Vorsicht: Gerade die Ravel-Fassung mag man danach kaum mehr hören...


Vivaldi: Vier Jahreszeiten (DVD-Audio) [DVD-AUDIO] [DVD-AUDIO]
Vivaldi: Vier Jahreszeiten (DVD-Audio) [DVD-AUDIO] [DVD-AUDIO]

40 von 41 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Hören Sie noch in Stereo? Nicht mehr lange..., 30. Januar 2003
Und noch eine Einspielung von Vivaldis "4 Jahreszeiten"... dem geneigten Klassikfan kommt sofort das unschöne Wort "Repertoirewert" in den Sinn, was bei Neueinspielungen dieses Werkes nicht selten dem absoluten Nullpunkt zustrebt - soll heißen: Alles schonmal dagewesen. Das ist im vorliegenden Fall allerdings ganz anders, was ausnahmsweise nicht einer radikalen und unkonventionellen Interpretation eines egomanen Solisten zuzuschreiben ist. Die Gründe sind zum einen technischer Natur: Bisher lag das Werk noch nicht als Mehrkanalaufnahme vor, und hier gibt es von Naxos eine DVD-Audio (die sich auf jedem normalen DVD-Player auch abspielen läßt).
Von einer historischen, bei diesem Werk schnell als langweilig empfundenen Aufführungspraxis sind David Juritz und die London Mozart Players allerdings weit entfernt: Hier wird Vivaldi etwas durch eine modische, fast romantisierende Brille gesehen und die 4 Konzerte mit Verve und Engagement zu Gehör gebracht. Manchmal wird die Grenze des guten Geschmacks doch arg strapaziert und wir hören mehr romantische Klangteppiche als ein barockes Konzert, das allerdings bei einer sehr soliden musikalischen Leistung der Akteure, so daß man niemals das Gefühl hat, hier profiliert sich ein Ensemble mit allzu radikaler Interpretation - insofern geht das völlig in Ordnung. David Juritz spielt technisch einwandfrei und ohne große Allüren, insbesondere das Zusammenspiel mit dem Ensemble ist vorzüglich. Einzig in einigen sehr schnellen (und schweren) Passagen kippt sein Geigenton von nüchtern-klar nach harsch und angestrengt.
Aber was bringt die Aufnahmetechnik? Bei den ersten Takten Ernüchterung: Solist und Orchester spielen noch da, wo man sie bei einer Stereoaufnahme auch erwartet hätte, der Aha-Effekt bleibt zunächst aus. Was allerdings die 5.1-Aufnahme auszeichnet, ist ein hervorragende Abbildung der Räumlichkeit (es wurde in einer Kirche aufgenommen), man hört den Nachhall, freilich ohne daß die Musik in ihm versinkt, die vielen rhythmischen Feinheiten erklingen klar und durchhörbar - das schafft eine Stereo-Aufnahme nicht.
Die gewaltige Überraschung kommt jedoch, wenn man die knappe 3/4 Stunde der Jahreszeiten durchgehört hat: Die beiden "Konzerte für Violine und 2 Orchester"(!). Angesichts von über 250 Konzerten mit Violinbeteiligung, die sich im Vivaldi-Werkverzeichnis finden, wenig verwunderlich, daß diese Werke bisher in der Versenkung verschwunden waren, hat man hier ein ebenso unbekanntes wie hochinteressantes Kuriosum ausgegraben (mir wäre sonst keine Aufnahme bekannt).
Und dieses technisch gleich superb umgesetzt: Das eine Orchester spielt "regulär vorne" mit dem Solisten, das andere spielt hinter (!) dem Hörer. Klingt verrückt, aber bereits nach wenigen Takten merkt man, wie genial die Komposition und die räumliche Anordnung zusammenpassen: wir hören teilweise kontrapunktische Passagen, Echo- und Kanoneffekte zwischen den beiden Orchestern, die bei einer Stereo-Aufnahme völlig verlorengegangen wären. Gegen "experimentelle" Gestaltung bei Mehrkanalaufnahmen gibt es ja nun eine Menge Vorbehalte ("alles nur billige Effekte"), und leider auch einige Aufnahmen, die diese bestätigen: Diese 2 Vivaldi-Konzerte blasen alle Vorbehalte und alle Vorurteile in gerade mal 20 Minuten weg und werden den eingefleischtesten Stereo-Hörer sofort zum Surround-Fan machen - eben weil die Gestaltung auch musikalisch so genial paßt.
Einen Pferdefuß gibt es jedoch: Es bedarf einer dafür ausgerüsteten Anlage, diese Aufnahme zu hören, man benötigt also 5 identische Lautsprecher im Kreis normgerecht angeordnet, ein normales Heimkino reicht nicht aus. Dafür kann man die DVD-Audio auf allen DVD-Playern abspielen, sowohl in dts als auch in Dolby Digital.
Fazit: Bedauerlich ist es immer, wenn eine neue Technik wie 5.1 als Selbstzweck eingesetzt wird. Umso erfreulicher, daß hier die Technik innovativ wie ungewöhnlich eingesetzt wurde, und dies trotzdem im besten Sinne der Musik! Diese Aufnahme ist geeignet, auch unter Klassikhörern die 5.1-Technik populär zu machen. Absoluter Kauftipp!


Richard Wagner: Die Walküre (Gesamtaufnahme) (live München 2002)
Richard Wagner: Die Walküre (Gesamtaufnahme) (live München 2002)
Preis: EUR 35,32

37 von 38 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die erste Wagner-Oper in echtem 5.1 - Klang + Musik perfekt!, 30. Januar 2003
Eigentlich ist es geradezu unglaublich, was im Bereich DVD-Veröffentlichungen zur Zeit passiert - da gibt es ein Medium wie die DVD, das einen unglaublichen Siegeszug feiert und technische Möglichkeiten bietet, von denen viele Opernfreunde schon immer geträumt haben, und der Musikindustrie ist es egal. Gerade die Opern Richard Wagners, wo ja nicht zuletzt die Klänge und die vielschichtige Instrumentierung Teil der Werkqualität sind, wären für eine Aufnahme in modernen Wiedergabeverfahren wie 5.1 geradezu prädestiniert, aber: Es gab bis zu dieser Veröffentlichung keine in Europa erhältliche Oper von Wagner in einer originären 5.1-Aufnahme, und über einen in Italien aufgenommenen, nur in den USA vertriebenen "Tannhäuser" mit fragwürdiger vokaler Qualität wollen wir lieber schweigen. Die hierzulande verfügbaren Veröffentlichungen sind alles noch Aufnahmen aus der Stereo-Ära, wo man an Mehrkanalklang noch nicht dachte, und mehr als ein bißchen künstlicher Hall von hinten ist davon kaum zu erwarten. Und ausgerechnet ein kleines "Independent" Label aus München schafft es, als erstes eine komplette "Walküre" auf DVD-Audio herauszubringen, während die Major-Konkurrenz sich noch im Tiefschlaf zu befinden scheint oder 20 Jahre alte Aufnahmen auf DVD wiederveröffentlicht.
Dabei ist die vorliegende Aufnahme musikalisch auf Weltklasseniveau. Zubin Mehta leitet ein schon fast berauscht wirkendes, sehr engagiert wie emotional aufspielendes Bayrisches Staatsorchester. Hier gibt es keine "intellektuelle" oder "kammermusikalische" Wagner-Deutung, hier wird das Drama gelebt und in Klang umgesetzt, insbesondere in den sehr emotionalen Passagen drückt Mehta auf Dynamik und Tempo (Finale I, Vorspiel II und natürlich die Abschiedsszene in III), ohne die "leisen" Passagen zu vergessen, wie die Todesverkündigung oder den Rest des 1. Aufzugs. Der Walkürenritt selber erscheint da gerade anfänglich sehr zurückgenommen, ja schon fast zaghaft zu sein, Mehta setzt mehr auf dynamische Steigerung denn auf Dauerfortissimo (was ihn besonders von der Solti-Einspielung sehr unterscheidet), hat aber das Orchester perfekt im Griff.
Bei der Sängerbesetzung überraschte mich vor allem John Tomlinson als Wotan positiv: Fehlte es ihm in der 12 Jahre älteren Bayreuther Einspielung noch an sonorem Stimmmaterial, hören wir ihn hier als gereiften und immer souveränen Bariton - seine Defizite in er Höhe weiß er besser zu kaschieren (wenn man auch das Stemmen immer deutlich hört), der leicht metallische Klang seiner Stimme hat nichts tonloses, unangenehmes mehr. Seine Gestaltungskraft und der individuelle Charakter seiner Stimme sind jedoch geblieben. Eine ganz besondere Entdeckung ist Mihoko Fujimara als Fricka, die angesichts ihrer musikalischen "Vorgeschichte" (Brangäne, Venus, Donna Elvira) als doch sehr dunkel klingender Mezzo überrascht, schon fast eine Altstimme an den Tag legt. Dies aber mit unglaublicher Souveränität, Deklamation und Ausdrucksvermögen, wirkt dabei in keinem Takt angestrengt.
Ein fulminantes Geschwisterpaar geben Waltraud Meier und Peter Seiffert: letzterer ist deutlich gereift, weg vom leichten hin zum heldischen Tenor, auch konditionstechnisch hat er die Partie gut im Griff, seine Stimme scheint ihre Bestform erreicht zu haben. Wundern kann man sich nur über seine schlechte Textkenntnis, laufend werden Pronomina verwechselt und Wagners Text versehentlich umgedeutet - und daß, obwohl er sich jeden Halbsatz von der Souffleuse ansagen läßt (s.u.). Waltraud Meier ist mit "perfekt" fair beurteilt, obwohl ihre Stimme gegen Mehtas Dynamikausbrüche fast etwas zierlich wirkt (3. Aufz.), überzeugt sie mit einer überragenden Deklamation und Rollengestaltung und einer im wahrsten Sinne des Wortes auch schönen Stimme.
Gabriele Schnaut als Brünnhilde fällt da besonders im direkten Vergleich etwas ab: Ihre Stimme klingt alt, zeigt schon leichte Abnutzungstendenzen, das Vibrato zu stark und zu gleichförmig. Gerade im 3. Aufzug wirkt sie etwas undeutlich, liefert unterm Strich aber immer noch eine solide Leistung ohne störende Patzer ab, was sicherlich auch dadurch bewirkt wird, daß sie ihre imposant laute Stimme stark zurückhält und niemals an die Grenzen geht.
Aber, eine DVD-Audio ohne Bild kauft man ja auch wegen des Mehrkanaltons: Der ist unglaublich gut gelungen. Wir hören die Akustik der Bayrischen Staatsoper plausibel, man fühlt sich fast dorthin versetzt. Auf Effekte, wie die Einspielung von einzelnen Instrumenten von hinten, wird dabei glücklicherweise verzichtet, eher eine klassische Frontalaufführung, aber mit beeindruckender Räumlichkeit. Das Orchester ist mit unglaublicher Dynamik und Durchhörbarkeit aufgezeichnet, die Solisten dabei aber sehr dominant und mit superber Textverständlichkeit noch darübergemischt. Das Niveau an Störgeräuschen ist erfreulich gering, mit Ausnahme der viel zu lauten Souffleuse im 1. Aufzug.
Als netten Zusatz kann man die ganze Oper auch in Stereo hören (Abmischung der CD-Version), was insbesondere beim direktem Umschalten eine absolute Ernüchterung bringt, so viel räumlicher und faszinierender ist der Mehrkanalton. Verzweifeln wird man allerdings, wenn man diese Aufnahme auf einer kleinen kompakten Heimkinoanlage hört: Die Dynamik wird eine solche sehr schnell an ihre Grenzen treiben, hier muß ordentliches Equipment her.
Trotz einzelner Detailmängel gibt es einen 5. Punkt für die Pionierleistung der ersten Wagner-5.1-Aufnahme und den überragenden Klang. Absoluter Kauftipp, zumal die DVD-Audio nicht mehr kostet als die CD.


Wagner: Der Ring des Nibelungen (Gesamtaufnahme)
Wagner: Der Ring des Nibelungen (Gesamtaufnahme)

11 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Wenn nur einen "Ring", dann diesen ???, 2. Januar 2003
Aufnahmen des "Rings" im Bayreuther Festspielhaus, besonders für den Rundfunk, gab es im "Neubayreuth" der Wagner-Enkel oft und regelmäßig, doch auf Schallplatte erschien in den 50er und 60er Jahren davon zunächst keine einzige. Erst 1967 wurde der gesamte Ring, von Wieland Wagner kongenial wie radikal in Szene gesetzt, von Philips in Stereo aufgezeichnet. Liveaufnahmen galten ja damals noch als besonderes technisches Wagnis, und "der Böhm-Ring" hat unter Wagnerianern, besonders jenen, die die Solti-Studioaufnahme verachten, seitdem von seiner Faszination und seinem Referenzstatus nichts verloren.
Das liegt zum großen Teil an Böhms Dirigat. Er versteht es meisterhaft wie kein zweiter, Orchester und Solisten als eine Einheit musizieren zu lassen, der dramatische Funke, die Faszination an diesem Mammutwerk, reißt dabei während der knapp 15 Stunden nicht ab. Über Böhms Interpretationsstil zu schreiben, ist dabei recht schwierig, läßt er sich doch nicht in gängige Schubladen zwängen. Mit jeder Szene, jedem Takt hat man als Hörer das Gefühl, daß er sich einzig und allein dem Drama und den Intensionen des Komponisten verpflichtet fühlt, dem Orchester, sich selber und den Solisten dabei immer nur die Rolle zuweist, die dem Sinne des Gesamtkunstwerkes dienlich ist. Eine Überbetonung der orchestralen Passagen (s. Solti!) findet dabei nicht statt, obwohl Böhm auch Trauermarsch und Walkürenritt mit Emotion zu spielen weiß. Für die Zeit der Entstehung ungewöhnlich das recht hohe Tempo, was Böhm an den Tag legt, heute freilich gilt das als Durchschnitt. Einzige Kritikpunkte an der Orchesterarbeit wäre der Hang zum sehr kompakten, einheitlichen Klang, der manchmal feine Details der Partitur etwas zudeckt, und vereinzelte Intonationsprobleme gerade bei den Bläsern, das darf in Bayreuth eigentlich nicht sein.
Bei der Sängerbesetzung gibt es nichts zu diskutieren: Dies ist die Bestmögliche ohne Abstriche. Nicht nur die technische Qualität des Gesanges überzeugt, jeder Solist scheint auch bestens mit seiner Rolle vertraut zu sein, sie zu leben, ohne dabei die eigene Stimme zu weit in den Vordergrund zu rücken. Unvergleichlich die Besetzung der beiden großen Tenorpartien mit einem ungewohnt dunkel timbrierten James King als Siegmund (der wohl mit Leonie Rysanek das heimliche Traumpaar der Aufführung darstellt) und einem kontrastierenden, partiell lyrisch angehauchten, aber auf gleich hohem Niveau mit unglaublicher Kondition singenden Wolfgang Windgassen als Siegfried (und Loge, der Mann muß eine unglaubliche Kondition gehabt haben). Birgit Nilsson als Brünnhilde mit sehr hohem Krafteinsatz, aber unverkennbar "hochdramatisch".
Über die durchgehende Besetzung des Wotan/Wanderer mit Theo Adam kann man etwas erstaunt sein, aber die Rechnung geht bestens auf, auch wenn es Adam manchmal ein wenig an sonorem Schönklang mangelt, den er mit hervorragender Deklamation wieder ausgleicht. Die stimmliche Ähnlichkeit zu Gustav Neidlinger macht es dem Ersthörer etwas kompliziert, aber auch dieser singt auf höchstem Niveau. Über Erwin Wohlfahrts Mime darf man geteilter Meinung sein, aber eine Karikaturisierung der Partie mit keifend-flüsterndem Ton war damals einfach "en vogue". Annelies Burmester gibt eine sehr glaubwürdige, aber niemals "kreischende" Fricka. In der "Götterdämmerung" sind es neben den Protagonisten vor allem Martha Mödl als Waltraute und Thomas Stewart als Gunter, die den Weltklasserang der Produktion ausmachen, Josef Greindl als Hagen und Ludmilla Dvorakova als Gutrune liefern erstklassigen Gesang, aber eher flache Rollenportraits ab, ebenso wie Vera Soukupova als Erda. Was besonders positiv auffällt, daß alle Rollen innerhalb des Zyklus' konsistent mit den selben Solisten besetzt sind (Man denke an die Wotan-Besetzungsquerelen bei Solti und Karajan).
Das könnte also glatt eine "Überreferenzaufnahme" mit verdienten 6 Sternen werden - wenn da nicht die Technik wäre. Es ist eine Schande, daß ausgerechnet diese Aufnahme mit solchen Mängeln zu kämpfen hat. Der Gesamtklang geht dabei noch in Ordnung, ein gewisser Baßmangel ist zu verschmerzen. Die Technikern waren sichtlich bemüht, die Sänger lauter einzumischen als das Orchester, was in vielen Szenen nicht nur zu unplausiblen Lautstärkeverhältnissen, sondern auch zu technischen Fehlern wie Mehrfachabbildungen und springenden Schallquellen führt. Ansonsten gibt es die ganze Palette ungewollter Nebeneffekte einer Liveaufnahme: ständig knarzende Stühle, ein ungestüm hustendes Publikum (man fragt sich unwillkürlich, ob die Festspiele 1967 im Winter stattfanden), die Souffleuse immer zu hören, teilweise so laut wie die Solisten (Besonders in den leisen Passagen der Walküre nervt das ständige "sss....sss" ungemein), auch das Niveau des Grundrauschens ist für anno 1967 nicht gerade eine Empfehlung, teilweise machen sich aus ausfallende Mikrofone bemerkbar (Finale Rheingold) und derbe Schnitte (die ersten Takte von Götterdämmerung III). Die Dynamik der Musik wurde spürbar reduziert, zuweilen hört man sogar das "Pumpen" der Kompressoren bei Bühnengeräuschen (Finale I Walküre).
So wirkt diese Aufnahme, so modern und zeitlos Interpretation und Umsetzung des Dramas auch sein mögen, heute seltsam antiquiert, ein großes historisches Zeitdokument, aber keine Referenzaufnahme, die man immer und immer wieder hören kann und will. Im Verhältnis zu meiner uneingeschränkten Bewunderung für Interpretation und Gesang höre ich diese Aufnahme auch relativ selten in längeren Stücken. Anfänglich wird man immer wieder hineingezogen in den dramatischen Sog, den Böhm und die Solisten verursachen, um dann passagenweise jäh wieder von der Souffleuse oder den Störgeräuschen in präganten Stellen in die Realität gerissen zu werden. Besitzen muß man diese Aufnahme zweifelsohne, vielleicht ist es die größte Wagner-Sternstunde auf Tonträger - aber allzu oft hören wird man sie nicht, es sei denn, man stört sich an all den technischen Mängeln und Störgeräuschen nicht und hat die Imaginationskraft, sich selber geistig ins Festspielhaus zu versetzen.
Freuen wir uns, daß eines der größten Tondokumente zu haben ist, und vergessen wir die technischen Mängel.


Wagner: Der Ring des Nibelungen (Gesamtaufnahme)
Wagner: Der Ring des Nibelungen (Gesamtaufnahme)
Wird angeboten von Music-Shop
Preis: EUR 540,02

13 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Inszenierung ohne Bild?, 31. Dezember 2002
Nach dem gefeierten "Jahrhundertring" von 1976 war es in Bayreuth vor allem der Regisseur Harry Kupfer, der mit der 2. Ring-Produktion in den 80er Jahren Kritiker und Publikum aufhorchen ließ. In der Bayreuther Inszenierungsgeschichte wirkte diese Aufführung eigentlich genauso neu und radikal wie der "Jahrhundertring". Da fragt sich der geneigte Wagnerfan natürlich, ob es denn gutgehen kann, ausgerechnet diese Produktion als Audio-CD ohne Bild zu genießen?
Was die Orchesterarbeit betrifft, sorgt vor allem Dirigent Daniel Barenboim für (überwiegend positive) Überraschungen: Immer wieder gelingt es ihm, sehr dichte und fast magische Klänge aus dem Graben zu zaubern, immer die Einheit des Klangkörpers im Blick, weniger die Einzelteile des Ganzen. Von der Boulez-Interpretation ist er dabei ebenso weit entfernt wie von seinem Bayreuther Vorgänger Solti, der die 16 Stunden des "Rings" eher als Aneinanderreihung effektbetonter Orchestertutti mit unwichtigen Zwischentönen sah denn als dramatisches Gesamtkunstwerk. Leider entgleitet Barenboim zuweilen die Führung der Solisten, was angesichts eher durchschnittlicher Tempi schon irgendwie peinlich wirkt.
Ein vielbeklagtes Phänomen der letzten 20 Jahre ist der "Tenormangel", gerade im Wagnerfach. Umso erstaunlicher, daß ausgerechnet die beiden Partien Siegmund und Siegfried mit Poul Elming und Siegfried Jerusalem hervorragend besetzt sind. Beide überzeugen, wobei letzterer - gerade im Vergleich zu seinen Studioaufnahmen - ein wenig zu viel mit der Kraft haushalten muß. Graham Clark als Loge und Mime, vom Stimmmaterial her gerade zu Jerusalem sehr kontrastierend leicht, läßt den Ruf nach neuen Tenören vollends verstummen.
Ansonsten erscheint die Besetzung vielfach unglücklich: John Tomlinson als Wotan ist an der Grenze zur Fehlbesetzung (man vergleiche ihn als überragenden Hagen in der Haitink-Einspielung!), seine Stimme klingt tonlos, metallisch und angestrengt, er kämpft (aussichtslos) mit den hohen Tönen. Einzig die gute Tiefe und Deklamation kann man ihm zugutehalten. Anne Evans ist als Brünnhilde mindestens zwei Nummern zu leicht besetzt und geht passagenweise sogar richtig unter. Die restliche Besetzung bleibt überwiegend unauffällig mit der Tendenz zum Mittelmaß, einzig Günter von Kannen als dämonischer Alberich, Matthias Hölle als Hagen und Waltraud Meier als stimmgewaltige Waltraute stechen ein wenig hervor.
Technisch geht die CD in Ordnung - das Orchester klingt sehr einheitlich, wuchtig und präsent, teilweise aber schlecht durchhörbar. Einzelne Lautstärkeverhältnisse sind teilweise etwas verschoben, was es gerade den "leichteren" Solisten schwer macht, über das Orchester herüberzutönen.
Daß ich die Aufnahme nicht uneingeschränkt empfehlen kann, liegt vor allem an der parallel verfügbaren Videoaufnahme derselben Produktion, wo die Schwächen ungleich weniger vorhanden sind. Da haben plötzlich Anne Evans und Siegfried Jerusalem keine Konditionsprobleme mehr (wen wundert es, die Akte wurden einzeln aufgenommen), Barenboim hat das Orchester besser im Griff, und vor allem machen die düsteren, von spärlichen Lichtstimmungen und postmodernen Minimalkulissen bestimmten Bühnenbilder Harry Kupfers sowie seine geniale Personenregie plötzlich zusammen mit Barenboims magischen Klängen den Reiz dieses Rings aus. Der Preisvorteil zugunsten der Videoausgabe macht die Entscheidung relativ leicht, eine DVD liegt leider nicht vor.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Mar 12, 2013 1:50 PM CET


Wagner: Der fliegende Holländer (Gesamtaufnahme) (Wien 1992)
Wagner: Der fliegende Holländer (Gesamtaufnahme) (Wien 1992)
Preis: EUR 14,88

25 von 34 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Studioaufnahme=technisch perfekt, dramatisch unbefriedigend?, 21. Dezember 2002
Der Disput, ob Opern auf Tonträgern nur im Studio oder nur als Liveaufnahme genießenswert sind, tobte vor einigen Jahrzehnten, in den Frühzeiten der Stereophonie. Beide "Lager" hatten gute Argumente: nur Studioaufnahmen seien in der Lage, ein ausgewogenes Klangbild ohne Störgeräusche zu liefern, sagten die einen, während die anderen davon überzeugt waren, nur in einer Liveaufnahme würde die Athmosphäre der Aufführung bewahrt, nur hier hätten Sänger wie Orchester die Chance, die Handlung auch akustisch überzeugend darzustellen. Der Streit indes ist verstummt, seit sich viele Produzenten und Dirigenten von Studioaufnahmen um "Live-Athmosphäre" bemühen (s. Soltis "Ring") und spätestens im Zeitalter der Digitaltechnik Liveaufnahmen technisch nicht nachstehen müssen.
Warum dieser Exkurs? Weil wir es hier mit einer Studioaufnahme zu tun haben, die, obwohl in den 90er Jahren entstanden, im Verdacht steht, die meisten alten Vorurteile über Studioaufnahmen zu bestätigen. Ein Rundfunkorchester mit einem Chor aus einem anderen Lang kombiniert, keine parallele Live-Aufführung des Werkes, und einige Solisten, die in ihren Rollen eher dramatisch eher unerfahren sein dürften. Darf man also eine Studioaufnahme erwarten, die "steril" klingt und dem dramatischen Geschehen nur unzureichend Rechnung trägt?
Das trifft zumindest für das Dirigat von Pinchas Steinberg zu. Handwerklich kann man ihm und dem ORF-Orchester kaum Vorwürfe machen, doch vom musikalischen Charakter des "Holländers" sind sie Lichtjahre entfernt: Statt düsterer Schauerromantik und dem Aufblitzen von Wagners "Zukunftsmusik" hören wir einen Hang zum Schönklang, der jeder Operettengala zur Ehre gereichen würde. Schon in der Ouverture trauen sich die Blechbläser kaum, ihre Instrumente beim Holländer-Motiv mal richtig verzerren zu lassen, alles klingt sanft, zurückhaltend und weich. Das geht in den "volkstümlichen" Passagen des Werkes noch in Ordnung, aber bei den großen Szenen mit dem Holländer und Senta fehlt es komplett an dramatischer Glaubwürdigkeit und Spannung. Das gilt auch für den Chor, mit dem die Zusammenarbeit ansonsten erstaunlich gut funktioniert, hier werden mehr richtige Noten abgesungen als den Gehalt des Werkes zu transportieren.
Leider haben sich auch die Solisten davon anstecken lassen: Alfred Muff hat stimmlich ausreichendes Format für die Partie des Holländers, aber zu einer Charakterisierung der Person, zu einer glaubwürdigen Darstellung seiner Verzweiflung, dringt er an keiner Stelle der Aufnahme vor, selbst in "Die Frist ist um..." und im Duett hören wir Schöngesang, allzu sehr bedacht auf Meisterung der technischen Finessen inkl. Tiefen und Höhen. Ingrid Haubold leistet sich ebenfalls keine technischen Fehler, aber sie klingt als Senta unglaubwürdig, weil zu alt, und läßt mit starkem Vibrato ihre Stimme manchmal metallisch klingen. Erich Knodt gibt einen blassen Daland, trotz des Gefühls, er würde nur vom Blatt singen, ist er irgendwie unverständlich. Die einzige positive Überraschung in jeder Beziehung ist Peter Seiffert als Erik, der stimmlich wie von der Deklamation her in Höchstform ist und die wenigen Szenen mit seiner Mitwirkung zu Höhepunkten der Aufnahme werden läßt.
Technisch hingegen, und das bestätigt alte Vorurteile, ist die Aufnahme ohne Fehl und Tadel, klingt räumlich und klar bei immer guter Textverständlichkeit.
Empfehlen kann ich sie dennoch nicht, allzu schwer wiegt die Tatsache, daß hier an den Intentionen des Komponisten vorbeimusiziert wurde, wenn auch auf hohem Niveau. Zum Kennenlernen des Werkes für wagnerunerfahrene Hörer kann das ein Vorteil sein, aber führt auf Dauer in die Irre. Zumal starke Konkurrenz aufwartet, ich empfehle nur mal exemplarisch die (vor allem technisch gesehen absolut) historische Aufnahme unter Antal Dorati (die Besetzung London/Rysanek/Tozzi ist definitiv eine andere Liga), und die dramatisch gesehen IMHO packendsten unter Woldemar Nelsson (Bayreuth) und Leif Segerstam (mit Grundheber/Behrens/Salminen, leider nur als Video erhältlich). Da wird Wagners Frühwerk nicht durch die rosa Brille des Studio-Schönklanges gesehen, sondern bis in psychologische Tiefen dargestellt, ja scheinbar fast gelebt.


Weber, Carl Maria von - Der Freischütz
Weber, Carl Maria von - Der Freischütz
DVD ~ Wolfgang Rauch
Preis: EUR 32,74

56 von 62 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Achtung! Opernskandal, intelligent gemacht!, 20. Dezember 2002
Rezension bezieht sich auf: Weber, Carl Maria von - Der Freischütz (DVD)
Ahhh, eine Skandalaufführung auf DVD! Moderne Inszenierungen gibt es ja nun eine ganze Menge, und nur wenige haben das Zeug, einen echten Skandal zu produzieren - auch wenn Peter Konwitschny in dieser Disziplin zugegenermaßen recht erfolgreich ist ("Rosenkavalier"). Was macht nun aber das Skandalöse an dieser Produktion aus? Kann man mit einigen Requisiten dieses Werk tatsächlich "beschädigen"? Wohl kaum. Dichtet der Regisseur die Handlung komplett um? Auch nicht. Gibt es Obszönitäten auf der Bühne? Nein...
Viel schlimmer: Konwitschny übt Werkkritik mit seiner Inszenierung, und das am "deutschen Heiligtum", dem Freischütz! Er legt den Finger in die Wunden des dramatisch unschlüssigen und passagenweise banalen Textbuches. Beispiele gibt es viele:
1. Der Text des Jägerchores, der sonst im Blech und großen Chor untergeht, wird vor der Schlußszene von einem Sprecher (Samiel) vorgelesen und der Lächerlichkeit preisgegeben.
2. Die Figur des Eremiten, des "Deus' ex machina", der das Werk ohne dramatische Notwendigkeit zum Happy End führt, wird von der Bühne in das Publikum verlegt, mithin "in eine andere Welt". Das personifizierte Wunschdenken des Zuschauers manipuliert das eigentlich unglücklich endende Stück hin zu einem glücklichen Ende der allgemeinen Versöhnung.
Das sind nur die prägnantesten Beispiele, Belegstellen finden sich wie Sand am Meer. Doch der Regisseur kritisiert nicht nur, er interpretiert auch: Die Allgegenwart des Teufels in Gestalt von Samiel wird uns in jeder Szene in Erinnerung gerufen. Das Bratschensolo in der 1. Szene des 3. Aktes wird "vom Teufel persönlich" auf der Bühne gespielt. Bei aller Überfrachtung der Handlung mit pantomimischen Details und "kleinen Gags" wirkt die Regiearbeit dabei sehr durchdacht, die Personenregie glaubwürdig, das handwerkliche Element fehlt also keineswegs. Der weitgehende Verzicht auf Bauten und Kulissen stellt den Freischütz dabei schonungslos als das dar, was er eigentlich ist: Ein Volksstück zur Unterhaltung.
Ingo Metzmacher hat das Orchester der Hamburgischen Staatsoper hervorragend im Griff, es spielt schwungvoll und dynamisch. In einigen Passagen greift er zu eher langsamen Tempi, was diesem Werk eigentlich nicht so gut tut, aber das ist letztendlich Geschmackssache. Besonders die Wolfsschluchtszene habe ich selten mit soviel dramatischer Kraft gehört wie hier.
Die Sängerbesetzung ist erstklassig. Albert Dohmen gibt einen glaubwürdigen wie dämonischen Caspar, dem nur das letzte Quentchen Kraft fehlt. Die beiden Solistinnen Sabine Ritterbusch und Charlotte Margiono überzeugen weniger optisch, haben aber die sehr schwierigen Partien, die (bei Sopranistinnen gefürchtet) immer wieder zwischen dramatischen Passagen und schwierigen Koloraturen changieren, hervorragend im Griff. Jorma Silvasti ist ein idealer Weber-Tenor, der nicht den Fehler macht, die Partie zu schwer anzulegen; einzig die schlechte Aussprache bei den gesprochenen Dialogen könnte man ihm ankreiden.
Bei der Technik der DVD gibt es auch nur positives zu vermelden: Ein anamorphes 16:9-Bild und glasklareren Stereoklang.
Fazit: Wer die DVD kauft, sollte sich darüber im Klaren sein, was ihn erwartet, eine Überdosis modernes Regietheater und einige Szenen, wo der eher konservative Opernfreund sich vor den Kopf gestoßen fühlt. Dies ist keine DVD zum Kennenlernen der Oper, auch nicht zum schnellen Genuß, sondern hier ist man gezwungen, sich mit dem Stück und der Inszenierung auseinanderzusetzen. Leider wird der Zuschauer damit ziemlich allein gelassen, das Booklet verheißt keinerlei Aufklärung. Das Buch von Frank Kämpfer über Konwitschnys Regieideen ist übrigens sehr hilfreich dabei. Spätestens dann bin ich sicher, daß die DVD den Zuschauer in ihren Bann ziehen wird...


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