Profil für Marcus Tesch > Rezensionen

Persönliches Profil

Beiträge von Marcus Tesch
Top-Rezensenten Rang: 6.861
Hilfreiche Bewertungen: 596

Richtlinien: Erfahren Sie mehr über die Regeln für "Meine Seite@Amazon.de".

Rezensionen verfasst von
Marcus Tesch
(REAL NAME)   

Anzeigen:  
Seite: 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6
pixel
Anekdoten frommer Chaoten
Anekdoten frommer Chaoten
von Adrian Plass
  Taschenbuch
Preis: EUR 12,95

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Funke springt nicht über, 23. August 2011
Rezension bezieht sich auf: Anekdoten frommer Chaoten (Taschenbuch)
Vor mehr als 20 Jahren, als ich zum ersten Mal das "Tagebuch eines frommen Chaoten" von Adrian Plass las, war ich absolut begeistert. Sein Tagebuch exzentrischer Erfahrungen in seiner charismatisch angehauchten Hausgemeinde, die völlig eindrücklich geschilderten Persönlichkeiten - das alles war ein humorvolles Kaleidoskop evangelikaler Frömmigkeit.
Die Geschichten waren lustig, überzeichnet, oftmals aber hintersinnig und trafen meinen damaligen Humor sehr gut. Auch heute noch, wenn ich in den Seiten dieses christlichen Klassikers lese, muss ich an vielen Stellen lachen, obwohl natürlich der Charme der Darstellung von damals auch ein wenig mit der Zeit verloren hat. Es bleibt jedenfalls für mich ein Meilenstein der christlichen Literatur und der Titel sprachbildend.
Leider konnte ich das von den nachfolgenden Werken von Adrian Plass in dieser Form nicht sagen. Was ich auch immer gelesen habe, abgesehen von seiner Biographie, hat mich weniger berührt. Viele Ideen seines Erstlingswerks schienen nur verlängert und verloren dadurch an Bissigkeit und Würze.
Das ist nun leider auch beim neuen Werk nicht anders. Der Titel, erinnert an das Tagebuch aus den späten 80ern - ist aber ein komplett neues Buch, das einen Schriftwechsel zwischen dem Autoren und einem, zumindest mir völlig unbekannten, US-amerikanischen Pastor enthält.
In diesen Schriftwechseln, die sich ein wenig wie der launische Austausch zweier älterer Herren liest, geht es, wie in vielen anderen Büchern von Plass, um die mehr oder weniger wahnsinnige Normalität im Leben der Kirche. Das ist auch hin und wieder recht lustig - insgesamt sind die Geschichten, die beide sich gegenseitig schreiben, eher recht bieder, um nicht zu sagen banal. Vom Tagebuch eines frommen Chaoten sind diese Anekdoten leider meilenwert entfernt.
Irgendwann habe ich das Buch enttäuscht aus der Hand gelegt. Aber ein Nützliches hatte es dann doch. Ich habe noch einmal zum "Tagebuch" gegriffen und mich wieder köstlich amüsiert. Wenn ich auch längst nicht mehr so fasziniert war wie damals und auch nicht mehr so köstlich lachen konnte, so erregte es doch immer wieder ein Schmunzeln. Das konnte ich vom neuen Buch so leider nicht sagen.


Niemand muss vollkommen sein
Niemand muss vollkommen sein
von Reinhard Deichgräber
  Taschenbuch

4.0 von 5 Sternen Kleine Perle, 27. Juli 2011
Rezension bezieht sich auf: Niemand muss vollkommen sein (Taschenbuch)
Reinhard Deichgräbers Bücher sind immer kleine Perlen des Glaubens. von großer (Alters)weisheit getragen, gelingt es ihm, Apsekte des Lebens und Glaubens in einer sehr klaren und einfachen Sprache auszudrücken. Auch dieses Buch über den Perfektionismus bildet darin keine Ausnahme.

In meditativem Ton führt Deichgräber in diesem Büchlein eigene Erfahrungen, Beobachtungen und biblische Gedanken zu einem geistlich wertvollen zusammen. Allen, die unter dem Druck leiden, dass immer alles perfekt sein muss, kann man dieses Buch sehr ans Herz legen. Aber natürlich auch allen anderen.


Nokia C5 Smartphone (5.6 cm (2.2 Zoll) Display, Bluetooth, 3.2 Megapixel Kamera) weiß
Nokia C5 Smartphone (5.6 cm (2.2 Zoll) Display, Bluetooth, 3.2 Megapixel Kamera) weiß
Wird angeboten von c-commerce2010
Preis: EUR 189,99

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Kein Statussymbol, sondern ein solides Mobiltelefon ohne erkennbaren Schwächen, 26. Juli 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Das Nokia C5 habe ich nun seit einigen Wochen im Gebrauch und kann nur bestätigen, was CONNECT und ComputerBILD in ihren Tests ebenfalls herausgefunden haben: Dass es sich bei dem C5 um ein ausgezeichnetes "Handy" handelt, obwohl es mit seinem Symbian-Betriebssystem (kleine) Smartphone-Ambitionen hat.

Ich suchte ein Handy mit langer Akku-Laufzeit, möglichst mit physikalischen Wähl- und Annahmetasten, Internetfähigkeit und guter Verarbeitung. Außerdem waren und sind mir eine Kamera für Schnappschüsse und ein mp3-Player für gelegentliches Hören noch wichtig. Außerdem wollte ich das Handy zum Navigieren benutzen können.

Diese Grundfunktionen erfüllt das C5 ganz ausgezeichnet. Zum Telefonieren ist es hervorragend geeignet. Die physikalischen Tasten sind sehr gut verarbeitet, wie das gesamte Telefon überhaupt. Der Kunststoff ist einen metallenen Rahmen eingefügt. Der Akkudeckel lässt sich ganz leicht öffnen und er schließt auch nahezu lückenlos. Sprach- und Empfangsqualität lassen bis jetzt bei mir kaum zu Wünschen übrig (anders als das Sony Ericsson ELM, das ich wegen mangelndem Empfang leider außer Dienst nehmen musste).

Zum Surfen im Internet empfiehlt sich die Nachinstallation des Opera-Mini-Browsers, vor allem bei GSM oder EDGE-Empfang. Diese Installation lässt sich übrigens gut mittels des Nokia-eigenen Ovi-Store durchführen (kostenlos!). Auch E-Mails kann man mit dem C5 durchaus sehr gut empfangen und lesen. Das E-Mail Programm beherrscht u.a. IMAP. Für eine schnelle Info oder Recherche lässt sich also das Gerät durchaus gut gebrauchen. Das Aufrufen größerer Inhalte dauert je nach Verbindung natürlich länger und das Lesen längerer Texte ist wegen des kleinen Displays sicher nicht ideal.

Die Kamera mit 3,2 Mepapixeln liefert akzeptable Bilder für Schnappschüsse - mehr allerdings auch nicht. Lieder kann man wiederum mit dem eingebauten mp3-Player sehr gut hören. Evtl. muss man die eingebaute 2GB-Speicherkarte erweitern, wenn eine entsprechende Menge an Musik gespeichert werden soll.

Auch die Navigation funktioniert dank des eingebauten GPS-Empfängers recht gut. Da ich das Navi aber nur selten gebrauche und ansonsten keinen Vergleich habe, kann ich nichts über die Qualität aussagen. Bis jetzt hat es mich jedenfalls an die richtigen Orte gebracht. Manchmal hatte ich allerdings den Eindruck, dass die Wegführung nicht unbedingt die beste und direkteste war. Aber das soll ja auch bei professionelleren Geräten vorkommen. Mir jedenfalls reicht das C5 als Navigationsgerät völlig aus.

Nachteile könnten das schon mehr angesprochene Display und die Menüführung sein. Das Display ist in der Tat bei Sonnenschein nur sehr schwer abzulesen. Außerdem erscheint mir die Menürführung des Symbian S60 nicht unbedingt immer stringent zu sein. Im Vergleich zum Menü meines vorher genutzten Elm erscheinen mir manche Funktionen etwas "versteckt" zu sein. Im Vergleich zu Android kommt es mir aber übersichtlicher vor. Aber mit dieser Ansicht vertrete ich wohl eher eine Minderheitsmeinung.

Noch brauche ich kein Touchscreen-Handy und/ oder ein Tablet, die ja in gewisser Weise zwei Geräteformen sind, deren Funktionen sich stark überschneiden. Für mich und meine Tätigkeit ist dagegen die Kombination dieses sehr gut ausgestatteten und günstigen Handys (oder vielleicht doch Smartphones?) und einem Notebook mit traditioneller Tastatur die deutlich bessere Kombination. Und die insgesamt sehr überzeugende Qualität des Nokia C5 lässt mich doch an dem immer weiter um sich greifenden Smartphone-Hype zweifeln. Für mich ist das C5 einfach ein (ich zitiere eine Werbung) "Statussymbol für Leute, die kein Statussymbol brauchen."


DIE ZEIT
DIE ZEIT
Preis: EUR 12,99

32 von 34 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sehr attraktive Alternative zur Printausgabe, 30. Juni 2011
Rezension bezieht sich auf: DIE ZEIT (Kindle Edition)
Allein die Ausgabe der ZEIT ist Anschaffung eines Kindles wert. Für 2,99 EUR pro Ausgabe, bzw. 11,99 EUR im Monat erhält man die ZEIT als Kindle-Ausgabe. Diese unterscheidet sich nur geringfügig, was den Inhalt angeht, von der gedruckten Ausgabe. Jedenfalls habe ich - direkt nach Erhalt meines Kindles - das Abonnement der ZEIT gekündigt und beziehe nun die ZEIT als Kindle-Abo.

Was sind die Vorteile? Der größte Vorteil ist m.E. die absolut handliche Kompaktheit. Wem also immer schon die Seriosität der ZEIT besonders bedeutsam war, sich aber an dem unhandlichen Format gestört hat, findet nun endlich eine gut lesbare Ausgabe, die man überall(!) mitnehmen kann. Überall, wo eine W-Lan-Verbindung steht, also in der Regel auch im Urlaub, bekomme ich die ZEIT zugestellt und muss keine Adressänderung vornehmen lassen oder jemand mit der Leerung meines Briefkastens beauftragen.
Auch bei der abendlichen Lektüre im Bett, geht weder mir noch meiner Partnerin das Knistern beim Umblättern auf die Nerven. Und Wind kann mir nicht mal am stürmischsten Tag ein Problem bereiten.

Das Layout - bislang ohne Bilder und nur in s/w - ist übersichtlich und hervorragend zu lesen. Man stelle sich die Texte der ZEIT als gedruckte Ausgabe in Buchformat vor. Dies ergibt ungefähr den Eindruck, den man beim Lesen auf dem Kindle erhält. Dieses Format stärkt die Fixierung auf den Inhalt enorm und das Fehlen von Fotos und Grafiken trübt mir die Lesefreude nicht. Im Gegenteil, würde ich sogar Wert darauf legen, die ZEIT auch ohne diese in Zukunft zu bekommen. Hier sticht auch der größte Trumpf des Kindles gegenüber den so genannten Tablet-PCs: Er dient der Vermittlung von Information, fokussiert den Leser auf das Wort und den Inhalt und das für einen vernünftigen Preis. Außerdem gibt es (noch) keine Werbeanzeigen, die beim Lesen stören könnten. Der Tablet punktet mit Buntheit und animierten Inhalten und spielt eher in der Klasse der oberflächlichen Medien wie TV und Illustrierte.

Natürlich vermisse ich schon mal das besondere haptische Gefühl beim Lesen der ZEIT. Den Geruch von Druckerschwärze. Die Freude an der ansprechend gestalteten Titelseite. Aber wiegt das den Lesekomfort auf, den ich jetzt für meine Lieblingszeitung gewonnen habe? Bis jetzt denke ich nicht.


Gotteszahl: Kriminalroman (Yngvar Stubø-Reihe, Band 4)
Gotteszahl: Kriminalroman (Yngvar Stubø-Reihe, Band 4)
von Anne Holt
  Gebundene Ausgabe

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Mühselig, 23. Juni 2011
Dies ist der erste Krimi von Anne Holt, den ich gelesen habe, und vermutlich wird er erst einmal für längere Zeit der letzte gewesen sein.

Die Geschichte um die Gotteszahl und um die Gotteskrieger liest sich sehr mühselig und konstruiert. Schuld daran sind die mindestens fünf Erzählstränge, die Holt in ihrem Roman beginnt, die auf den ersten Blick nichts miteinander zu tun haben, dann aber zum Ende(!) langsam zusammen geführt werden. Mehrere Todesfälle, bzw. Morde erschüttern die norwegische Hauptstadt Oslo, darunter auch der Mord an einer angesehenen Bischöfin der norwegischen Staatskirche in Bergen. Wer sollte diese liebevolle Frau getötet haben? Und was hat ihr Tod mit dem Sterbefall eines jungen pakistanischen Stricherjungen zu tun? Auf den ersten Blick nichts.

Gut für den Leser, wenn er wenigstens den Klappentext oder die Buchrückseite gelesen hat. Dann weiß er nämlich, dass dahinter vermutlich eine Gruppe von religiösen Fundamentalisten steckt, die nach einem bestimmten Zahlenprinzip Homosexuelle ermorden. Nur, wer mit dieser Information den Roman zu lesen beginnt, muss bis gut 2/3 des Buches warten, bis diese Spur aufgenommen wird, bzw. bis sie von den handelnden und ermittelnden Personen verfolgt wird. Ernsthaft, wenn bis 100 Seiten vor Schluss, die in den Blick genommene kriminelle Organisation nur als Gegenstand von Spekulation in den Blick genommen wird, kann sich keine rechte Spannung aufbauen. Ja, man fragt sich überhaupt, warum man es dann nicht auch auf dem Buchdeckel bei kryptischen Andeutungen gelassen hat. So wartet der Leser ja eigentlich mehr als 350 Seiten darauf, dass sich der Gegner mal zu erkennen gibt.
Das Lesevergnügen wird damit jedenfalls deutlich geschmälert.

Ja, überhaupt, werden hier mal wieder gerne Klischees gegen religiöse Fundamentalisten bedient. Die Vorstellung, dass islamische und christliche Fundamentalisten über ihre vermeintlichen Hass auf alles Homosexuelle zu Verbündeten werden, ist schon an sich eine sehr krude Vorstellung. Dieser ganze klischeehafte Hintergrund führt den Roman deshalb nicht über die Qualität eines Groschenromans hinaus. Und es verwundert nicht, dass Frau Holt eine so extrem lange Zeit braucht, bis sie die Stränge zusammenführt.


John Wesley: Eine Biografie
John Wesley: Eine Biografie
von Stephen Tomkins
  Gebundene Ausgabe

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Konflikte begleiteten seinen Weg, 2. Juni 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Die Biographie von Stephen Tomkins ist meines Wissens die einzige, die es zur Zeit auf Deutsch über John Wesley, den Begründer der Methodisten gibt. Insofern hat sie eine Alleinstellung, zumal sie auch noch in einem renommierten methodistischen Verlag erscheint. Da liegt der Verdacht nahe, dass dabei, handelt es sich doch um den Gründungsvater, eine Art Heiligenlegende und/ oder Erbauungsliteratur herausgekommen ist.

Nichts liegt allerdings ferner als dieser Verdacht, wenn man sich an die Lektüre dieser gut 250 Seiten begibt. Diese äußerst lesenswerte und sprachlich herausragende Biographie ist weder eine Heiligenschein-ummäntelte fromme Erbauungsschrift noch eine wissenschaftlich trockene mit Fußnoten versehene akademische Biographie. Sie ist in einem guten Sinne allgemeinverständliche Lebensbeschreibung einer schillernden christlichen Persönlichkeit, die die Entwicklung von Kirche, Theologie und Gesellschaft im England des 18. Jahrhunderts und darüber hinaus entscheidend geprägt hat.

Tomkins wählt bei seiner Darstellung den Weg, die inneren und äußeren Konflikte des Weges von John Wesley aufzuzeigen. Sie zeigt einen Mann und Theologen, einen Reformer und Prediger in eigener inneren Zerrissenheit, der an seinen eigenen Vollkommenheitsidealen stets scheitert und sie doch bis zu seinem Lebensende immer wieder auch von anderen fordert. Sie zeichnet das Bild eines überaus erfolgreichen Predigers, der es schafft vor Tausenden von Menschen zu predigen und doch immer wieder an Details des persönlichen Lebens zu scheitern. Für Tomkins ist Wesley ein Mann der Widersprüche, der gleichzeitig ein Eiferer für die Sache Gottes gewesen ist. Die Darstellung seines Lebens erfolgt in kritischer Sympathie, wobei die Schwachstellen seines Lebens deutlich benannt werden - manchmal so deutlich, dass sich dem Leser die Frage stellt, wie er überhaupt "erfolgreich" wirken konnte. Der "Kirchengründer" verschwindet hinter dem Bild eines Mannes aus Fleisch und Blut mit seinen ganz persönlichen Zweifeln und Versuchungen. Dies macht gleichzeitig die besondere Stärke der Biographie aus, denn sollte dies nicht gerade der Sinn eines solchen Werkes sein, wie auch seine besondere Schwäche: Der Mann steht so stark im Vordergrund, dass sein Werk darüber beinahe nur noch als eine Ansammlung von halbwegs gelösten Konflikten erscheint.
Die Lektüre dieses Buches lohnt sich. Wer allerdings geistliche Erbauung oder eine "Heldenverehrung" erwartet, wird es über kurz oder lang wieder aus der Hand legen.


Über allem die Liebe: Ein John Wesley Brevier
Über allem die Liebe: Ein John Wesley Brevier
von John Wesley
  Taschenbuch

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Überraschendes und Anregendes - Weite des Herzens und tiefer Glaube, 22. Mai 2011
Ich kann mich nicht erinnern, dass John Wesley in meinem Studium oder sonst irgendwo besonders vorgekommen wäre. Für mich war er der "Gründer" der Methodisten, ein Erweckungsprediger aus England, der mehr oder weniger zufällig zum Kirchengründer wurde.
Durch dieses kleine Brevier hat sich meine Sicht auf John Wesley grundlegend verändert: Plötzlich entdecke ich in den ausgewählten Zitaten und Worten einen Mann, dem viele Anliegen wichtig sind, die auch mich beschäftigen: Ein tiefer Glaube, eine Weite des Herzens und ein geschärfter Verstand. Ich habe einen Autor, einen Kirchenmann, entdeckt, der zwar im 18. Jahrhundert lebte, dessen Aussagen aber erstaunlich aktuell sind.
Mich beeindruckt besonders, wie dieser tief fromme Mann gleichzeitig mit einer Weite des Herzens gesegnet war: Sein Einsatz für sozial Entrechtete, seine Predigten vor den Arbeitern und seine Ausführungen zur Ökumene sind auch heute noch eine gute Orientierung.

Dieses kleine Buch jedenfalls hat mich, der ich kein Methodist bin, dazu gebracht, mich mit dieser wichtigen Persönlichkeit der Kirchengeschichte neu zu befassen und mich von ihm im Glauben und Leben inspirieren zu lassen. Natürlich genieße ich erst Mal viele seiner Gedanken und lasse sie auf mich wirken. Es ist jedenfalls eine sehr gute Idee gewesen, Gedanken Wesleys in diesem Buch zusammenzustellen - und ich hoffe, dass damit auch andere Nicht-Methodisten so wie ich zu einem Nachdenken angeregt werden.


Liturgik (de Gruyter Lehrbuch)
Liturgik (de Gruyter Lehrbuch)
von Karl-Heinrich Bieritz
  Taschenbuch
Preis: EUR 39,95

10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Zu viel und zu wenig, 17. Mai 2011
Rezension bezieht sich auf: Liturgik (de Gruyter Lehrbuch) (Taschenbuch)
Als Kind hatte ich, als es noch kein Internet und kein Wikipedia gab, Bücher zu Hause, die nannten sich: "Alles Wissen dieser Welt" oder ähnlich. Natürlich konnte in diesen Büchern nicht das komplette Wissen der ganzen Welt Platz finden. Trotzdem war ich irgendwie schon der Meinung, dass da was dran sein müsse.
In Wirklichkeit waren diese Bücher aber eigentlich mehr ein Sammelsurium von Nützlichem und Unnützlichem aus allen möglichen Wissensgebieten: z.B. das chemische Periodensystem, die Auflistung der Veranstaltungsorte früherer Olympiaden oder deutscher Fußballmeister. Vieles stand dort mehr oder weniger zusammenhanglos, wurde nur angerissen und war leider am Ende auch wenig verwertbar trotz des mächtigen Titels.
So ähnlich ging es mir auch mit dem hier zu rezensierenden Buch von Karl-Heinz Bieritz. "Liturgik" deckt wirklich eine fast unüberschaubare Menge von Feldern ab (Baustile von Kirchen, Abendmahlspraxis, Gewänder, (liturgische) Kalender u.v.v.m.). In der Regel beginnt er seine Darstellung jeweils mit dem urchristlichen Hintergrund, geht ein auf die Entwicklung in der Alten Kirche, fährt fort mit der Differenzierung in Ost- und Westkirche, um schließlich auf die Praxis in den reformatorischen Kirchen zu sprechen zu kommen. Seine Darstellung zeugt von großer Expertise, die einzelnen Abschnitte sind sehr konzis, strotzen aber gleichzeitig von Fachbegriffen aus der jeweiligen Zeit in lateinischer, griechischer, syrischer oder sonstiger Sprache. Das ist sehr beeindruckend und auf über 650 Seiten fasst Bieritz zusammen, was man so über Liturgik alles wissen kann und vielleicht wissen sollte.
Allerdings erschlägt den Leser auch die Fülle der Information. Zwar lässt sich durchaus ein roter Faden in der Darstellung erkennen. Trotzdem wünscht man sich an vielen Stellen entweder eine tiefergehende Diskussion des Themas oder eine Konzentration auf Wesentliches. Immer wieder stellt sich bei mir beim Lesen der Eindruck ein: Von allem zu viel und gleichzeitig zu wenig.
Die Gefahr scheint Bieritz selbst geahnt zu haben. Sein Buch besteht in der Grundlage aus so genannten Hand-Outs, die er an seine Studierenden anlässlich seiner Seminare und Vorlesungen verteilt hat. Diese hat er verbunden, überarbeitet und - so seine Hoffnung - auch zusammenhängend lesbar gemacht. Herausgekommen ist dabei ein Kompendium, eine Fundgrube des Wissens, die - zumindest mich - am Ende ein wenig ratlos zurücklässt. Was soll ich mit diesem Buch anfangen? Um ein Überblickswissen über das gesamte Gebiet der Liturgik zu bekommen, sind mir die Ausführungen an vielen Stellen zu detailliert. Viele der dargestellten Probleme stellen sich im Alltag und der Praxis nicht. Wenn sich für mich am Ende der Lektüre über Gesang als Ergebnis einstellt, dass die reformatorischen Kirchen wieder den Gemeindegesang entdeckt haben, ist mir das nach all den Seiten zu wenig. Aber die vielen genannten Details bleiben eben nicht hängen, sind vielleicht auch nicht "anschlussfähig".
Auf der anderen Seite: Würde mich das Thema "Gesang im Gottesdienst" tatsächlich vertieft interessieren, gäbe es da nicht bessere Einführungen speziell zu diesem Thema?
Hochachtung vor dem Wissen von Karl-Heinz Bieritz, großes Lob für die Breite seines Wissens und die Kunst, dieses Wissen in den fast 700 Seiten dieses Buches zusammenzufassen. Trotzdem bleibt für mich am Ende ein zwiespältiges Gefühl: Alles Wissen der Liturgik - ja, aber eben zu viel und gleichzeitig zu wenig. Am Ende ist ein Nachschlagewerk herausgekommen, in das man zu bestimmten Themen schauen und einen ersten Eindruck gewinnen kann, sozusagen der Brockhaus der Liturgik, ohne allerdings einer alphabetischen Gliederung zu folgen.
Zum Thema zu viel bliebe am Ende noch anzumerken, dass Bücher aus dem Verlag Walter de Gruyter immer schon ein bisschen teurer waren. So bleibt tatsächlich zu überlegen, ob man die Unkosten für dieses Buch wirklich aufbringen will, wenn es für den Einsteiger zu viel und für den Experten zu wenig bietet. Ich werde jedenfalls schauen, ob ich es nach Abbruch der Lektüre in Zukunft als ein solches Nachschlagewerk nutzen kann und werde. Aber das bleibt abzuwarten.


Wunderbarer Hirt
Wunderbarer Hirt
Preis: EUR 20,19

2 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Moderne geistliche Musik auf höchstem Niveau, 9. Mai 2011
Rezension bezieht sich auf: Wunderbarer Hirt (Audio CD)
Ich möchte die Lieder von Lothar Kosse auf dieser Doppel-CD eigentlich nicht "Worship" nennen. Denn von dem, was üblicherweise darunter verstanden wird, hebt sich diese Sammlung, wie mein Vorrezensent zu Recht betont, sowohl musikalisch als auch inhaltlich weit ab.
Kosse gehört neben Albert Frey zu den herausragenden Musikern, Komponisten und Produzenten der christlichen Szene und der Hörer darf hier eine erstklassig produzierte Sammlung von neuer geistlicher Musik hören, die teilweise schon Einzug in Gottesdienste, Liederbücher und Chorliteratur gefunden hat.
Sehr angenehm fällt auf, dass Lothar Kosses Texte nicht nur um die typischen Worship-Themen (Reinigung von Sündenschuld, Majestätsbekundungen u.ä.) kreisen, sondern sehr persönlich auch Zweifel und Ängste thematisieren. Viel mehr beeindruckt aber noch die musikalische Vielfalt seiner Kompositionen und Arrangements. Die Lieder wechseln im Stil, vor allem in der Rhythmik, stark ab. Insgesamt hält sich durchweg ein gitarrenorientierter Rocksound. Ich finde jedenfalls, dass Lothar Kosses Aufnahmen nicht den Vergleich mit nationalen Größen wie Latih Al-Deen, Ich und Ich, Söhne Mannheims u.a. zu scheuen brauchen.

Seit einiger Zeit begleiten mich die Lieder von diesem Doppelalbum und ich kann mich nicht müde daran hören. Jedem, der modern arrangierte, eingängige und mitsingbare christliche Lieder gefallen mit vorrangig deutschen Texten(!), sei diese Doppel-CD von Herzen empfohlen.


Kagawa Toyohiko (1888-1960): Sein soziales und politisches Wirken
Kagawa Toyohiko (1888-1960): Sein soziales und politisches Wirken
von Karl H Schell
  Taschenbuch

5.0 von 5 Sternen Einführung in das Werk Kagawas auf Deutsch, 1. Mai 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Tohoyiko Kagawa, japanischer Christ, Sozialreformer und Theologe ist eine der besonderen Gestalten der Kirchengeschichte des vergangenen Jahrhunderts. Leider ist sein Erbe weithin vergessen, obwohl er sehr viel bewirkt hat in seiner Heimat Japan und auch in Europa und den USA gereist ist.

Nach einer kurzen Kagawa-Euphorie in der Nachkriegszeit ist es still geworden um ihn, obwohl die heutige Kirche noch viel von ihm lernen kann, auch aus seinen Fehlern.

Diese Arbeit, ursprünglich eine Dissertation in Missionswissenschaft, führt grundlegend in das Werk und Leben Kagawas und gibt einen kritischen Überblick über sein Schaffen und seine Bedeutung. Das Schriftbild mit vielen japanischen Schriftzeichen ist scheinbar original von der möglicherweise aus MS-DOS-Zeiten stammenden Promotion übernommen worden. Einen Schönheitspreis gewinnt das Buch daher sicher nicht.

5 Punkte gibt es aber trotzdem: Schlicht und einfach für die Tatsache, dass dieses Buch eine gut lesbare und nüchterne Einführung das Leben und Werk Kagawas bietet. Ich bin jedenfalls sehr froh, dass es über Amazon bestellbar ist.


Seite: 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6