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Rezensionen verfasst von
Heinrich

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Garderobenständer / Kleiderständer ca. 172cm hoch in verschiedenen Farben
Garderobenständer / Kleiderständer ca. 172cm hoch in verschiedenen Farben
Wird angeboten von JAGO24_
Preis: EUR 14,95

4.0 von 5 Sternen Gutes Preis-Leistungs-Verhältnis, 9. Januar 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Nachdem der Ständer jetzt seit einigen Wochen bei mir in der Wohnung steht, kann ich dieses Produkt wohl guten Gewissens beurteilen. Die Scheibe, die auf dem Sockel (lose) aufliegt, kam bereits mit einer Delle bei mir an; das beeinträchtigt den Eindruck ein wenig. Wenn man Kleidungsstücke zu heftig von den Haken zieht, fallen auch schon mal die Kugeln am Ende ab, da diese nur aufgesteckt sind. Damit kann ich aber leben; insgesamt ist das Preis-Leistungs-Verhältnis sehr gut; die Schraub-Verbindungen sind solide, und der recht massive Sockel sorgt dafür, dass auch bei schwereren Kleidungsstücken (Wintermantel) nix umkippt.


Kim und Struppi: Ferien in Nordkorea
Kim und Struppi: Ferien in Nordkorea
Preis: EUR 12,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Amüsant, doch bedingt informativ, 21. Juli 2014
Ich habe mir spontan dieses Buch vor meiner jüngsten Korea-Reise gekauft, da es überraschenderweise neben den Reiseführern stand, die ich in einer Spezial-Buchhandlung durchblätterte. Ein Reiseführer ist dies bestimmt nicht; vom Genre her ist es ein eigenwilliger Mix, aber das stört mich nicht. Es ist eher eine anekdotische Reise-Reportage, bei der der Autor wenig Scheu hat, viel von sich selbst zu reden - und von seiner Reisepartnerin. Das ist oft amüsant, manchmal auch etwas penetrant und gelegentlich naiv. Wesentlich interessanter (aus meiner Sicht) sind die Schilderungen der Begegnungen mit (mehr oder minder) normalen Nordkoreanern. Einiges kam mir bekannt vor von meinen Reisen nach Südkorea; etwa die Angewohnheit, Fremde, mit denen man sich nicht verständigen kann, schlicht zu ignorieren. Das war einer der Punkte, wo ich mir dachte, das etwas mehr Vorbereitung dem Autor nicht geschadet hätte. Wenn er mal in (Süd-)Korea gewesen wäre, so hätte ihn die Sitte nicht überrascht, an der Tür die Schuhe auszuziehen; er hätte sich auch nicht den Fauxpas geleistet, dies mit japanischen Sitten zu vergleichen. Auch das Fehlen von Stadttauben muss man nicht darauf zurückführen, dass die Nordkoreaner diese womöglich fangen und essen; in koreanischen Städten (jedenfalls in denen, die ich kenne) begegnet man eher Elstern denn Tauben.

Viel ist im Buch vom Fotografieren die Rede. Angesichtsdessen ist es schade, dass der Band relativ wenige und kleine Farbbilder enthält. Insgesamt war dieses Buch aber eine interessante Ergänzung zu meinem Korea-Bild. Und vielleicht lässt man mich auch mal nach Nordkorea rein ...


be.ez LE reporter Air 11 Tasche für MacBook Air 27,9 cm (11 Zoll) Black/Safran
be.ez LE reporter Air 11 Tasche für MacBook Air 27,9 cm (11 Zoll) Black/Safran
Preis: EUR 47,89

3.0 von 5 Sternen Gut, nicht perfekt, 16. Juli 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Ich habe mir diese Tasche für mein 11-Zoll-Apple-MacBook Air besorgt, und dieses passt auch perfekt da hinein. Wenn man allerdings zusätzlich etwa das Netzteil und eine normal große Maus mit unterbringen will, dann beult sich die Tasche schnell recht unschön aus. Sie kann aber noch problemlos geschlossen werden dank des sehr breiten Klett-Verschlusses; tatsächlich braucht es fast schon zu viel Kraft, um die Tasche zu öffnen. Praktisch für Papiere, Blöcke etc. die breiten Taschen mit Reisverschluss an der Vorder- und Rückseite. DINA4-Blätter passen allerdings nur in das vordere Innenfach!

Die Tasche ist nicht ganz billig; daher hätte ich mir als zusätzliche Option gewünscht, dass der Gurt abnehmbar ist und ein Handgriff dran wäre.

Noch ein Hinweis für eventuelle Spontan-Rezensenten: Als die Tasche bei mir ankam, fiel mir zuallererst der penetrante Gummi-Geruch auf, den das Teil verströmte. Der gab sich allerdings, nachdem ich die Tasche ca. 2 Wochen offen in der Ecke stehen ließ.

Fazit: Die Tasche lässt ein paar Wünsche offen, aber sie sieht gut aus, erfüllt ihren Zweck und hat zwei längere Reisen problemlos mitgemacht.


Der Mohnblumenberg (Studio Ghibli Blu-ray Collection) [Blu-ray]
Der Mohnblumenberg (Studio Ghibli Blu-ray Collection) [Blu-ray]
DVD ~ Goro Miyazaki
Preis: EUR 18,99

10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Bewegende Geschichte, 25. Mai 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Was hier schon gesagt wurde, kann ich nur unterstreichen: Ja, dieser Film kommt sicher nicht an die besten Filme von Studio Ghibli heran, also "Prinzessin Mononoke" und "Chihiro". Es ist eher ein stiller Film mit einer Geschichte aus dem japanischen Alltag, vergleichbar "Stimme des Herzens" oder "Only yesterday"; wem diese Filme gefielen, dem wird aich der "Mohnblumenberg" zusagen.

Und um noch etwas zu unterstreichen, was mit bei Filmen von Hayao Miyazaki (der hier das Drehbuch schrieb) immer positiv auffiel: Während sonst Frauen und Mädchen in Animes oft arg klischeehaft dargestellt werden, steht im "Mohnblumenberg" wieder eine starke, selbstbewusste (junge) Frau im Zentrum, nämlich die Oberschülerin Umi (im Film zumeist Mer genannt): Denn so nebenbei 'schmeißt' sie in der Abwesenheit ihrer Mutter und nach dem Tod ihres Vaters auch noch die Familien-Pension.

Die Animation ist im charakteristischen Ghibli-Stil gehalten. Highlight war hier meinem Eindruck nach die Wiedergabe des Inneren des Clubhauses, um dessen geplanten Abriss sich ein Teil des Plots dreht. Liebenswert!

Für die Maßstäbe dieser Edition sind die Extras relativ großzügig: Neben den (fast schon üblichen) Storyborads gibt es noch ein etwa 20minütiges Interview mit dem Regisseur (nur eine Einstellung, wie oft bei Animes) sowie ein etwa ebenso langer Streifzug durch Yokohama mit Bildern von früher und heute, begleitet allerdings nur von Untertiteln; daneben noch ein Musik-Video und die üblichen Trailer.


Wenn die Demokratie zusammenbricht: Warum uns das demokratische Prinzip in eine Sackgasse führt
Wenn die Demokratie zusammenbricht: Warum uns das demokratische Prinzip in eine Sackgasse führt
Preis: EUR 11,99

1 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Reaktionärer Mist, 11. April 2014
Normalerweise lasse ich mir nach der Lektüre etwas Zeit, ehe ich eine Rezension schreibe (oder auch nicht). Diesmal aber nicht; gerade eben erst habe ich das Buch zur Seite gelegt, und der einzige Grund dafür, dass ich es nicht in den Müll werfe, ist der, dass es nur geliehen ist (Gott sei Dank)! Was mich an diesem Buch ärgert, sind folgende Punkte:
1. Der fröhlich-offenherzige reaktionäre Ansatz,
2. Die Arroganz der Autoren, die offenbar die große Mehrheit - vor allem aber ihre Leser! - für unglaublich dämlich halten,
3. Die jämmerliche Machart des Buches.

Zuerst zu Punkt 3, weil er der Offensichtlichste ist: Als Wissenschaftler bin ich's gewohnt, wissenschaftlich zu arbeiten. Aber was finde ich, wenn ich an das Ende dieses (recht dünnen) Bändchens blättere? Keine Literaturangaben, keine Quellen, nur Werbung für ein paar weitere Publikationen jenes zweifelhaften Verlages. Ach ja, und ein paar aus dem Zusammenhang gerissene Zitate. Auch diese ohne Quellenangaben, also auch nicht zu überprüfen. Indiskutabel! Jeder Professor hätte das einem Studenten im ersten Semester mit vollem Recht um die Ohren geklatscht.

Zu Punkt 2: Die plumpe Argumentationsweise hat am elegantesten Schopenhauer in seiner "eristischen Dialektik" skizziert: Man muss nur den anzufechtenden Standpunkt weit genug überspitzen, um ihn (besser gesagt, die überspitze Variante) mit scheinbarer Leichtigkeit als absurd zu enttarnen. 'Gute' Beispiele sind fast alle der 13 "Mythen der Demokratie", die die Autoren 'entlarven'. Etwa Mythos 2: "In einer Demokratie herrscht das Volk". Hier wäre es eigentlich angebracht, Paine's "Rights of Man" zu zitieren, der sehr sauber zwischen dem parlamentarischen, also repräsentativen System und dem demokratischen Prinzip unterscheidet. Aber solch feinsinnige Differenzierungen sind nicht Sache der Autoren. Oder Mythos 3, "Die Mehrheit hat (immer) recht". Wer hätte das je in dieser Ausschließlichkeit behauptet? Aber so geht es weiter; stets wird der rhetorische Holzhammer geschwungen. Für wie blöd muss man seinen Leser halten? Zitat gefälligst? Etwa seite 17: "Parlamentarische Demokratie, behaupten wir, ist ungerecht, führt zu Bürokratie und Stillstand, untergräbt Freiheit, Unabhängigkeit und Unternehmergeist und führt unweigerlich zu Zwietracht, Übergriffen, Trägheit und Verschwendung." Holla! Deshalb leben wir im demokratischen Euopa, in der ach so bürokratischen EU vermutlich auch in Krieg, Chaos und Elend; wir alle versuchen nach Afrika zu fliehen, in die glücklichen Diktaturen, oder wenigstens nach Russland, zu dem dynamischen Putin, oder noch besser nach China ... Ist mir schlecht! Und gleich auf der nächsten Seite, da kommt's fast noch besser: "Demokratie ist also per Definition ein kollektivistisches System. Es ist Sozialismus durch die Hintertür." Das hätte Berlusconi nicht besser sagen können; möge er in Unfrieden ruhen! Sozialismus als Schreckgespenst; zieht das etwa noch wo?

Das bringt mich zu Punkt 1: Der neoliberale Mundgeruch, der einem aus diesem Band entgegen haucht, ist nur zu offensichtlich; ganz klar wird das in Teil III, "Auf dem Weg zu einem neuen politischen Ideal". Das Heilmittel ist das gleiche, mit dem die neoliberal inspirierten Thatcher und Reagan in den 80ern ihre Länder ruiniert haben: "Dezentralisierung und individuelle Freiheit." Klingt nett, oder? Auf gut Deutsch heißt das: Eine vom Staat ungegängelte Wirtschaft, die die Menschen mit allen Mitteln ausquetschen kann. Offensichtlich wird das auf Seite 44, wo man den Zeiten um 1870 nachweint, als der Staat sich noch weitgehend aus der Wirtschaft raus hielt, sich höchstens um Außenpolitik und ähnliches kümmerte. Als 99 % der Menschen rechtlos waren, im Elend lebten, an Seuchen und Überarbeitung krepierten, während 1 % in Luxus lebte. Geradezu peinlich offensichtlich wird der reaktionäre Ansatz des Buches auf S. 160: "Wie dies [d.h. Dezentralisierung] funktionieren könnte, kann am Beispiel der sogenannten Sonderwirtschaftszonen wie Shenzhen gesehen werden [...] Dubai hat ebenfalls solche Freihandelszonen eingerichtet, wo wenige Handels- und Arbeitsregulierungen existieren. Solche wirtschaftlich freien Zonen könnten ein Modell für politisch freie Zonen sein, wo die Menschen mit verschiedenen Formen von Regierungsführung experimentieren könnten." China, wo die Städte in ihrem eigenen Dreck ersticken, und Dubai als Modelle!? Zufällig war ich vor ein paar Monaten in Dubai, einem Land, wo eine schmale Schicht in unglaublichem, dekadentem Luxus schwelgt, während eine quasi rechtlose Schicht von de-facto-Arbeitssklaven die eigentliche Arbeit erledigt. Ich danke auch schön für solch eine Perspektive!

Fazit: Ich will nicht bestreiten, dass unsere Demokratie Defizite hat. Aber wer - außer einigen Schreiberlingen, die sich mutmaßlich von irgendwelchen Unternehmen aushalten lassen - wünscht sich schon eine Rückkehr in den Manchester-Kapitalismus?
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: May 19, 2014 10:30 PM MEST


Cool Bananas ShockProof Pouch Notebooktasche für Apple MacBook Air bis 29,5 cm (11,6 Zoll) schwarz
Cool Bananas ShockProof Pouch Notebooktasche für Apple MacBook Air bis 29,5 cm (11,6 Zoll) schwarz
Wird angeboten von KF-TRENDSTORE
Preis: EUR 21,95

4.0 von 5 Sternen Passt - fast ..., 4. März 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Nachdem ich mit der Tasche des gleichen Herstellers für mein altes MacBook sehr zufrieden war, habe ich mir für mein neues MacBook Air das passende Modell zugelegt - wobei das mit dem "passend" relativiert werden muss. Denn das Air-Book ist bekanntlich hinten dicker als vorne, was aber bei dieser Tasche nicht berücksichtigt wird; somit schlackert das Notebook ein wenig in der Tasche. Ansonsten ist die Haptik, die Optik und die Handhabbarkeit aber ebenso angenehm wie bei meinem Vorgänger-Modell; die Polsterung ist angenehm leicht, aber effektiv.


Dvorak (Deluxe Edition)
Dvorak (Deluxe Edition)
Preis: EUR 22,99

2 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Empfehlung mit Einschränkungen, 11. Januar 2014
Rezension bezieht sich auf: Dvorak (Deluxe Edition) (Audio CD)
Es ist mittlerweile fast 25 Jahre her, dass ich mir meine erste CD zulegte: Seinerzeit Schuberts letzte Sinfonien, auch mit den Berliner Philharminikern, seinerzeit freilich noch unter Karajan. Interessanterweise fiel mir bei der hier zu besprechenden Aufnahme etwas Ähnliches auf wie bei jener Erst-CD: Die beeindruckend präzise, fast überdeutliche, aber auch irgendwie akademisch trockene Spielweise jenes Orchesters. Leider fehlt mir das Fachwissen, um das klarer zu benennen; auch weiß ich nicht, ob es am Ort der Aufnahme liegt, an der Aufnahmetechnik oder eben tatsächlich am Orchester; es ist ein rein subjektiver Eindruck, der sich aber bei mir über ein Vierteljahrhundert verfestigt hat. Für Brahms' Violinkonzert wäre die hier gegebene Besetzung vermutlich ideal gewesen; für Dvoraks Violinkonzert aus seiner 'slawischen', tänzerischen Phase ist eine eher trockene, nüchterne Interpretation sicher nicht ideal. Zum Vergleich habe ich mir gleich danach eine andere Aufnahme des gleichen Stückes angehört: Ein Konzert vom 10. November 2013 mit Frank-Peter Zimmermann und dem NDR-Sinfonieorchester unter Alan Gilbert. Was zuerst auffällt: Zimmermann & Co. brauchen nur gut 29 Minuten; Mutter & Co. immerhin 34! Auch ansonsten musizierte man in Hamburg schwungvoller als in Berlin, auch wenn man dafür offenbar einige Ungenauigkeiten in Kauf nimmt.

Da seinerzeit im Geschäft die Deluxe-Version dieser Aufnahme nur 5 oder 6 Euro teurer war als die normale CD, habe ich mir auch gleich die Ausgabe mit der DVD zugelegt. Leider verschwieg die (ansonsten sehr schön gestaltete) Box (oder eher Buch), in welchem Tonformat die DVD aufgenommen war; eigentlich indiskutabel! Dementsprechend enttäuscht war auch ich, dass die DVD nur Stereo-Ton aufwies. Offenbar wurde hier nur eine Aufnahme verwendet, die für die Digital Concert Hall der Philharmoniker gemacht worden war, und diese bietet ja leider auch nur Stereo. Wenn man aber damit leben kann und einem der Stil der Philharmoniker zusagt, dann ist diese Aufnahme ein klarer Kauftipp. Gegen das Spiel der Solistin kann ich eigentlich nichts vorbringen, außer dass sie sich zu sehr dem Stil des Orchesters anpasste. Was die Interpretation angeht, so gefiel mir ihre Aufnahme des Mendelssohn-Konzertes (Mendelssohn (Digi-Pack)) deutlich besser - und da hatte die beiliegende DVD sogar DTS-Ton. Es geht doch!


Erzählungen
Erzählungen
von Anton P Cechov
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,00

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Meistererzählungen, 29. Oktober 2013
Rezension bezieht sich auf: Erzählungen (Taschenbuch)
Für meine erste Reise nach Russland hielt ich es für passend, mir diesen handlichen Tschechow-Band einzustecken. Eine gute Wahl, denn bei dieser Sammlung wäre der Titel "Meistererzählungen" wirklich mal angemessen gewesen. Und da sich auf Amazon keine Inhaltsangabe findet, hiert für die Kenner eine Liste der Geschichten: Austern/ Wanka/ Das Glück/ Wolodja/ Krankensaal Nr. 6/ Der Student/ Anna am Halse/ Das Haus mit dem Mezzanin/ Der Mensch im Futteral/ Stachelbeeren/ Von der Liebe/ Ein Fall aus der Praxis/ Herzchen/ Die Dame mit dem Hündchen/ In der Schlucht/ Der Bischof. Hilfreich auch das sich anschließende knappe Nachwort von Ludolf Müller, das kurze Erläuterungen zu jeder Geschichte und zum Leben des Autors bietet.

Würde Tschechow seine Geschichten heute veröffentlichen, so würde mancher Kritiker ihm vielleicht "Show, don't tell!" entgegen rufen. Tatsächlich reduziert er im Verlauf seiner (viel zu kurzen) Schriftsteller-Laufbahn die äußere Handlung immer mehr zugunsten von Charakter- und Stimmungsbildern. Aus jedem dieser Bilder spricht jedoch nicht nur die ebenso genaue wie illusionslose Kenntnis seiner russischen Heimat, sondern vor allem die Empathie und die Menschenliebe Tschechows. Auch wenn viele der Charaktere am Ende der Geschichten sterben: Bei mir werden sie lebendig bleiben.


F
F
Preis: EUR 9,49

16 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen "Literatur ist nicht dafür da, die Wahrheit zu sagen ..., 14. September 2013
Rezension bezieht sich auf: F (Kindle Edition)
... Literatur ist dafür da, zu lügen." Dieses (sinngemäße) Zitat von Vargas Llosa nimmt auch Daniel Kehlmann für sich in Anspruch. Wie die meisten Aphorismen, so steht auch dieser irgendwo zwischen Banalität und Blödsinn, aber zu Kehlmanns "F" passt er recht gut: Denn hier wird nicht nur gelogen, d.h. gedichtet, sondern es geht auch um Lügner, und zwar mit einer erstaunlichen Ausschließlichkeit. Der Roman dreht sich um die Mitglieder der Familie Friedland: Vater Arthur, die Söhne Martin, Eric und Iwan und letztlich Erics Tochter Marie. Dabei benutzt Kehlmann einen Kunstgriff, wie er ihn auch bei "Vermessung der Welt" und "Ruhm" angewandt hat, nämlich den Perspektivwechsel: Das erste Kapitel wird in der dritten Person erzählt, aber hauptsächlich aus der Sicht des Vaters. Es folgen drei Kapitel für die Söhne, alle aus der Ich-Perspektive erzählt, und ein Kapitel (eigentlich drei kurze) aus der Sicht der Tochter, nun wieder in der dritten Person. Zwischen Martins und Erics Kapitel ist noch eine kurze, kuriose Familienchronik der Friedlands eingefügt.

Den Großteil des Buches nehmen die drei Kapitel von Martin, Eric und Iwan ein, und sie spielen weitgehend an einem Tag, den 8.8.2008, kurz vor dem Ausbruch der Finanzkrise. Da die Brüder einander begegnen, sind ihre Erzählstränge miteinander verknüpft; was nach dem Kapitel aus Martins Sicht noch unverständlich scheint, wird etwa durch die folgenden Erzählungen seiner (Halb-)Zwillings-Brüder nach und nach erhellt. Das ist raffiniert und geschickt gemacht, und es wäre wohl mal ein interessantes Experiment, jene drei Kapitel in umgekehrter Reihenfolge zu lesen. Allerdings werde ich das kaum machen, denn wieder einmal ist bei mir der Eindruck zurückgeblieben, dass Kehlmann seine eigenen Figuren im Speziellen und Menschen im Allgemeinen schlichtweg zuwider sind. Auch "F" ist von einem erschreckenden, alles durchdringenden Zynismus geprägt: Die drei Brüder sind Lügner und Betrüger; ihr Vater sowieso, und auch die halbwüchsige Tochter fängt schon damit an. Höchstens Martin, der Priester, scheint deswegen ein schlechtes Gewissen zu haben, aber warum eigentlich? Schließlich glaubt er nicht an Gott! "Sehen Sie der Wahrheit ins Gesicht." apelliert er an einen Gläubigen im Beichtstuhl. "Sie werden nie glücklich sein. Aber das macht nichts. Man kann auch so leben." (S. 96) Welch ein Zuspruch! Auch sein Bruder Iwan ist nicht besser: "Lügen musst du. Du denkst, die Leute durchschauen dich, aber keiner durchschaut irgendwen." (S. 183) "Es ist die Kunst selbst, als heiliges Prinzip, die es leider nicht gibt. Es gibt sie ebensowenig wie Gott, wie das Ende der Zeiten, die Ewigkeit und die himmlischen Heerscharen. Es gibt nur Werke, unterschiedlich in Machart, Form und Wesen, und es gibt das Sturmgeflüster der Meinungen über sie." (S. 278) Oder, noch kürzer: "Was dahin ist, ist dahin." (S. 139)

Nun kann man natürlich einwenden, dass hier Kehlmanns Charaktere sprechen, nicht der Autor. Aber es ist leicht, ähnliche Zitate vom Autor selbst anzuführen: "Die Welt ist schlecht und ungerecht, ihr Zustand katastrophal und ihre Geschichte solch absurden Zufällen ausgeliefert wie jeder einzelne Lebenslauf." (Dankesrede WELT-Literaturpreis) Oder: "Warum man schreibt. Das Peinliche ist, daß man es wirklich nicht weiß. Vor zwanzig Jahren war es leicht, da hätte man antworten können, um die Welt ein bißchen besser zu machen, um zu kämpfen, damit die Menschen es irgendwann verstehen, um zu wirken, so wenig es auch ist. Das war natürlich immer schon Unsinn ..." (Diese sehr ernsten Scherze)

Dass Kehlmanns Charaktere auch Kehlmanns Weltsicht widerspiegeln, ist im Grunde auch banal, aber hier schon sehr auffällig. Ich wäre für etwas Abwechslung dankbar gewesen - auch, was den Stil betrifft. Denn auch wenn die drei Brüder in den Ich-Kapiteln unterschiedliche erzählerische Schwerpunkte setzen (Iwan, der Maler, ist offensichtlich eher optisch veranlagt), so sprechen sie doch weitgehend im gleichen Tonfall. Das gleiche Unvermögen, den eigenen Stil zu variieren, fand sich auch schon in "Ruhm". Glücklicherweise hat der Autor inzwischen den ermüdenden Tick mit der indirekten Rede aus der "Vermessung der Welt" aufgegeben.

Um gleich bei letzterem Buch zu bleiben, ohne den ich (wie wohl die meisten Leser) den Namen Kehlmann kaum kennen würden: Bei allem, was man bemängeln kann an jenem Buch, bot es interessante Szenerien, originelle Dialoge und eine intelligente, wohldurchdachte Handlung. Auch "F" enthält eine Reihe kluger, auch witziger Dialoge und Szenen, etwa das gemeinsame Essen von Martin und Eric. Von Handlung kann aber kaum die Rede sein: Die drei Brüder werden präsentiert, ihre gegenwärtige Lage wird skizziert, während sie bemüht sind, jenen heißen Sommertag hinter sich zu bringen. Das dürfte mit Kehlmanns Ansatz beim Schreiben dieses Buches zu tun haben: "Ich wollte wirklich anders an diesen Roman herangehen ... Ich wollte in dem Fall wirklich von den Figuren ausgehen und sehen, wohin sich das entwickelt." (Im Gespräch, Ö1) Nun, viel hat sich an Handlung nicht entwickelt, und gegen Schluss greift Kehlmann zu einem Kniff, mit dem sich viele Autoren behelfen, wenn sie mit ihren Figuren nichts mehr anzufangen wissen oder nicht weiterkommen: Er lässt einen der Hauptcharaktere sterben. Die Sterbeszene ist übrigens erzählerisch virtuos, wenn sie mich auch an eine Operndiva erinnerte, die erst noch zehn Minuten singt, nachdem sie auf der Bühne erdolcht wurde.

Fazit: Ein kluges Buch, aber auch erschreckend zynisch. Angesichts der angeführten Zitate macht es wohl nicht viel Sinn, zu fragen, warum Kehlmann gerade dieses Buch schrieb. Wollte er seinen Beitrag zur derzeitigen Wirtschaftskrise liefern, solange diese noch (?) nicht vorbei ist? Wollte er das Portrait (s)einer Generation zeichnen? Die drei Brüder sind um 1970 geboren; Kehlmann ist Jahrgang 75. Das erste Kapitel spielt 1984, aber den Ton jener Zeit hat der Autor nicht getroffen - wenn er es denn versucht hat. Ein wichtiges Requisit bildet der Rubik-Würfel, aber man merkt, dass Kehlmann diesen selbst nie lösen konnte - was er im obigen Interview auch einräumt. Wer, wie ich, jemals halbwegs mit dem Würfel umgehen konnte, der weiß, dass man den Ursprungszustand nicht auf die Weise herstellt, dass man die 6 Seiten nacheinander wieder ordnet. Solche unstimmigen Details stören, wenn es auch kein Vergleich ist mit den vielen Fehlern in der "Vermessung der Welt."


Die Barke des Re - Das Geschenk des Osiris -: Erster Teil der Roman-Trilogie aus dem alten Ägypten
Die Barke des Re - Das Geschenk des Osiris -: Erster Teil der Roman-Trilogie aus dem alten Ägypten

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ausflug ins Alte Ägypten, 13. Juli 2013
Passend zur altägyptischen Kultur, die sich über Jahrhunderte, ja Jahrtausende kaum zu wandeln schien, entfaltet sich der Plot in "Die Barke des Re" eher gemächlich. Nach und nach werden die Hauptcharaktere eingeführt, allen voran der (spätere) Pharao Ramses VII und dessen Jugendfreund Amunhotep. Es folgen freilich noch jede Menge Nebenfiguren; daher ist das Namensverzeichnis am Ende des Textes durchaus hilfreich, um den Überblick zu behalten.

Der Hauptstrang des Plots wird von zwei Intrigen gesponnen: Einer im Tempel des Osiris in Abydos, bei der der Schatzmeister Ipuwer als Strippenzieher fungiert, sowie einer zwischen den Holzhändlern Ibiranu und Senbi. In letztere wird eine Sklavin namens Satra verwickelt, die sich im Verlauf der Geschichte zu einer der wichtigsten Figuren entwicklelt. Darum herum wird sozusagen ein Breitband-Gemälde des Lebens im Alten Ägypten gemalt, gesehen freilich zumeist aus der Perspektive der Oberschicht. Das Leben der einfachen Bauern, die ja den Großteil des Volkes gebildet haben, kommt dagegen nur am Rande vor. Die Schicht der Sklaven wird hauptsächlich von der Figur der Satra vertreten, wobei diese offenbar eine eher untypische Vertreterin ihrer Klasse ist.

Jene Figur umgibt etwas Mysteriöses, und nach und nach deutet sich an, dass sie nicht nur aus einem fremden Land stammt, sondern womöglich auch aus einer anderen Zeit. Ich nehme an, das klärt sich noch in den nächsten beiden Bänden.

Was die anderen Charaktere betrifft, so merkt man ihnen an, dass sie der Autorin sie im Laufe der Arbeit immer vertrauter geworden sind. Das kommt deren Lebensnähe zugute; es sind nicht einfach nur Abziehbilder oder Klischeebilder, sondern eben Charaktere. Allerdings hatte ich auch den Eindruck, dass die Autorin ihren Hauptfiguren im Grunde ein gutes Dasein wünscht. Daher gestaltet sich etwa das Familienleben von Ramses VII derart harmonisch, dass es fast schon langweilig ist. Sollte es innerhalb des 'Harems' wirklich keine Eifersucht gegeben haben? Keinen Neid unter den Kindern? Keine Konkurrenz etwa zum Onkel? Satra dagegen scheint das Unglück geradezu anzuziehen, so dass man sich wundert, das sie das Ende des Buches überhaupt überlebt.

Aber sie steht schließlich unter dem Schutz von Osiris persönlich! Dass dieser mehrmals als göttliche Erscheinung auftritt, hat mich anfangs bei einem ansonsten eher realistischen Roman frappiert. Aber wenn etwa in "Quo Vadis" Jesus auftreten darf, warum dann nicht auch Osiris in einem Roman, der in Ägypten spielt?

Insgesamt gesehen, lohnt sich dieser Ausflug ins Alte Ägypten auf jeden Fall - wenn ich mich auch erst in die eher langsame Gangart der Geschichte einlesen musste. Aber es läuft sich eben schlecht in Nilschlamm, und bei der Hitze da unten ... Worauf das Ganze hinauslaufen soll, ist für mich noch nicht absehbar, aber schließlich sollen wir ja noch die beiden Folgebände lesen - was ich wohl auch tun dürfte!


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