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Rezensionen verfasst von
Ralph Petroff
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Der libysche Krieg des Westens: Band 248
Der libysche Krieg des Westens: Band 248
von Erhard Crome
  Broschiert
Preis: EUR 5,95

6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein guter Überblick über die Hintergründe (nicht nur) dieses Kriegs, 22. Dezember 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Ich bin froh, dieses Buch gekauft zu haben, denn es zeigt einige sehr interessante Zusammenhänge auf. Es erklärt, wie der Westen den "Arabischen Frühling" zu seinen Gunsten ausnutzte und instrumentalisierte. Es erklärt, wie dabei mit zweierlei Maß gemessen wurde und wird - bei Freunden (Jemen, Bahrain) sind schießen lassende Präsidenten oder intervenierende Nachbarstaaten kein Problem, bei Feinden (Libyen, Syrien) hingegen reichen Verdacht und Behauptungen, um ein großes Kriegsgetrommel anzustimmen. Und es erklärt, wie derlei ökonomischen und geopolitischen Interessen dienende Kriege heute für "Demokratie" und "Menschenrechte" geführt werden.

Der Autor stellt zunächst die unterschiedlichen Reaktionen des Westens auf den "Arabischen Frühling" dar - hier "Containment" (Tunesien, Ägypten, Jemen, Bahrain), dort "Rollback" (Libyen und Syrien, im weiteren Sinne auch Iran). Er verdeutlicht, welche Probleme und offenen Rechnungen der Westen noch mit Gaddafi hatte, obwohl dieser größtenteils bereits vor den Hegemonialmächten kapituliert hatte. Er zeigt auf, wie dieser Krieg Schritt für Schritt gemacht wurde - von der heuchlerischen und doppelmoralischen Empörung über Gaddafis "Terror gegen das eigene Volk" (bei dem doch vieles reine Vermutungen waren) über Resolution 1973 (die die Einrichtung einer Flugverbotszone zum Schutz von Zivilisten sowie den Gewaltverzicht aller Seiten vorsah) bis hin zu deren Auslegung als Lizenz zum Intervenieren und Partei Ergreifen. Dafür war man sich dann auch nicht zu schade, mit Salafisten, den Muslimbrüder und der Libyschen Islamischen Kampfgruppe, einem Al-Qaida-Ableger, gemeinsame Sache zu machen.

Das Buch ist interessant und leicht verständlich geschrieben. Kein Kapitel ist länger als zehn Seiten (viele nicht mal länger als fünf Seiten), insgesamt hat das Buch nicht einmal 100 Seiten, und doch ist alles Wichtige knapp und prägnant enthalten. Die einzige Schwäche, die es aus meiner Sicht hat, ist die Tatsache, dass die chronologische Reihenfolge oft nicht eingehalten wird. So beginnt es mit den westlichen Reaktionen auf den Arabischen Frühling, springt dann zur Geschichte der arabischen Völker und deren Entwicklungswegen, geht dann auf die Ereignisse in Libyen ein, springt aber mittendrin zur Geschichte Libyens. Das hätte man meines Erachtens besser anordnen können, aber da das Buch leicht verständlich geschrieben ist und die Zusammenhänge dennoch absolut klar bleiben, ist dies nur ein kleines Manko.


Die Taubenfusschronik oder Die Chruschtschowiade: Die Taubenfußchronik oder Die Chruschtschowiade1953 bis 1964. Dokumente, Kommentare, Analysen, Briefe. Band I: 1953 bis 1957
Die Taubenfusschronik oder Die Chruschtschowiade: Die Taubenfußchronik oder Die Chruschtschowiade1953 bis 1964. Dokumente, Kommentare, Analysen, Briefe. Band I: 1953 bis 1957
von Kurt Gossweiler
  Broschiert
Preis: EUR 20,00

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Über die Entwicklung des Revisionismus und den Kampf dagegen, 24. Juli 2012
Für jeden Kommunisten (oder auch nur unvoreingenommenen, politisch interessierten Menschen) ist die "Taubenfußchronik" ein unschätzbar wertvolles Dokument. Der Autor, Dr. Kurt Gossweiler, wurde zwei Tage vor der Oktoberrevolution geboren; er hat also jede Menge Lebens- und politische Erfahrung und die Ereignisse von damals hautnah durchlebt. In der DDR war er Faschismusforscher, und schon während, aber vor allem nach den in der Taubenfußchronik beschrieben Ereignissen beschloss er, die beiden Traumata seines Lebens ' den Faschismus sowie die revisionistische Zerstörung des Sozialismus ' zu seinem Forschungsschwerpunkt zu machen.

Das Besondere an diesem Buch ist, dass es keine reine politische Analyse des Revisionismus ist wie die chinesische "Polemik über die Generallinie" (was jedoch nicht gegen diese spricht). Es ist, wie der Name schon verrät (was genau sich übrigens hinter dem Namen verbirgt und was das alles mit Tauben zu tun hat, darf der künftige Leser selbst herausfinden), eine Chronik. Genauer gesagt handelt es sich um ein politisches Tagebuch, das Kurt Gossweiler ursprünglich angelegt hatte, um die merkwürdige, beunruhigende Entwicklung nach Stalins Tod nochmal schrittweise durchzugehen und alle Unklarheiten über die Rolle Chruschtschovs zu beseitigen. Ab dem Jahre 1957 wurde dann "live" mitgeschrieben, und so wurde die Entwicklung des Revisionismus von 1953 bis 1976 zum Tode Mao Tsetungs dokumentiert.

Das ist die große Stärke dieses Buches: Es gibt dem Leser detaillierten Einblick in das Geschehen damals. Der Hauptakzent liegt natürlich auf der Sowjetunion als wichtigstem sozialistischem Land sowie auf der DDR, wo Gossweiler damals lebte und tätig war; doch es wird die Entwicklung des gesamten sozialistischen Lagers mitgezeichnet. Man merkt, dass dieses Buch von einem Historiker geschrieben wurde. Dadurch, dass er schrittweise den Kampf zwischen Revisionismus und Kommunismus aufzeichnet, bekommt man unheimlich viel vermittelt: die generellen politischen Merkmale des Revisionismus, dessen Auswirkungen in den einzelnen Ländern, Strategie und Taktik der Revisionisten wie auch der Kommunisten, den Verlauf des Kampfes (es ist für einen Außenstehenden bzw. Nachgeborenen überraschend, wie viel Widerstand es gegen Chruschtschovs Kurs gab), sowie die Gründe dafür, dass die Kommunisten in diesem Duell trotzdem scheiterten.

Wenn es mal einen zweiten Anlauf zum Aufbau des Kommunismus geben wird, kann man durch Gossweiler unheimlich viel lernen, worauf man achten, was man vermeiden und wie man kämpfen sollte, damit sich die Geschichte der Zerstörung des sozialistischen Lagers durch den Revisionismus nicht wiederholt. Vielleicht liegt das auch daran, dass ich meine Taubenfußchronik persönlich vom Autor geschenkt bekommen habe, aber mir bedeutet dieses Werk sehr viel. Wenn das ginge, würde ich ihm sechs Sterne geben, fünf sind eigentlich zu wenig.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jan 29, 2015 5:18 AM CET


Heilige Hetzjagd: Eine Ideologiegeschichte des Antikommunismus
Heilige Hetzjagd: Eine Ideologiegeschichte des Antikommunismus
von Wolfgang Wippermann
  Broschiert
Preis: EUR 9,95

19 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Gute Analyse der antikommunistischen Blutspur, 9. Juni 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Vorweg ganz ehrlich dieser Kommentar: Ich bin Kommunist. So sehr mich das auch freuen würde, muss ich zur Kenntnis nehmen, dass nicht jeder meine kommunistischen Überzeugungen teilt, und das ist generell ja auch völlig in Ordnung (im Übrigen habe ich einige völlig anders denkende Freunde und Bekannte) ' solange das nicht in blindwütigen Kommunismus ausartet.

Wippermann analysiert die Entwicklung des Antikommunismus in weiten Teilen der Welt, zunächst in Deutschland, dann in den USA, in anderen Ländern Europas und in der Dritten Welt. Er zeigt auf, wie sehr der Antikommunismus mit Elementen wie Rassismus ("jüdischer Bolschewismus", "slavo-comunista") oder religiösem Fanatismus ("cruzada" in Spanien, Islamismus bei Chomeini) vermischt wurde. Er verdeutlicht die Grausamkeit, mit der oftmals gegen echte oder auch nur vermeintliche Kommunisten vorgegangen wurde (Paradebeispiel sind natürlich die deutschen und italienischen Faschisten, aber auch das grausame Massaker in Indonesien sei etwa genannt). Er zeigt auf, dass der Antikommunismus bzw. seine virulente Propagierung regelmäßig von den Reichen und Mächtigen geschürt wurde, die durch die Arbeiterbewegung ihre Macht und ihre Privilegien gefährdet sahen. Und er macht deutlich, wie gerade in Blick auf Deutschland durch Dämonisierung der DDR bzw. des sozialistischen Lagers das Hitlerregime verharmlost werden sollte und teils immer noch soll.

Der Kommunismus, so Wippermann, ist ein legitimes Ideal. Diesem Ideal kann man nun entweder anhängen oder man kann es ablehnen. Blindwütiger Antikommunismus, vor allem als Staatsideologie, führte jedoch nie zu etwas anderem als Hexenjagden, Staatsterrorismus, Verschwörungstheorien sowie zur allgemeinen Ablehnung jeglichen sozialen Fortschritts.
Kommentar Kommentare (5) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Dec 2, 2013 2:58 PM CET


Die DDR unterm Lügenberg
Die DDR unterm Lügenberg
von Ralph Hartmann
  Broschiert
Preis: EUR 9,95

19 von 29 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein hervorragendes Buch über den zweiten deutschen Staat, 17. November 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die DDR unterm Lügenberg (Broschiert)
Der Name des Buches ist natürlich Programm, und der Autor setzt es sich zum Ziel, zehn populäre Märchen über die DDR der Reihe nach zu widerlegen. Meiner Ansicht nach ist ihm das überzeugend gelungen.

Bei Lüge Nr. 1 wendet sich Hartmann gegen die Gleichstellung der "zwei deutschen Diktaturen", wobei die DDR in diesen Vergleichen ausdrücklich (etwa von Adenauer) oder implizit als schlimmer hingestellt wird. Hier verweist Hartmann darauf, dass auch in der BRD diejenigen Menschen, die den Kapitalismus abschaffen wollen, bespitzelt, schikaniert und verhaftet wurden und werden. Auch spricht der Autor offen aus, dass die Demokratie und die demokratische Kontrolle in der BRD oftmals lediglich Fassaden darstellen. Hartmann stellt überzeugend dar, dass diese Gleichsetzung eine Verharmlosung des Faschismus ist. Dabei verschweigt Hartmann keineswegs, dass es Demokratiedefizite in der DDR gab, doch war die DDR auch permanent von Westen bedroht, und zwar wirtschaftlich, nachrichtendienstlich und nicht zuletzt auch militärisch.

Damit eng verbunden ist Lüge Nummer 2, die die Dämonisierung des Ministeriums für Staatssicherheit betrifft. Hier verweist Hartmann vor allem darauf, dass es in all den Jahren lediglich zwanzig Verurteilungen von Angehörigen des MfS gab, davon wiederum nur sieben Haftstrafen (auf Bewährung) - und das bei tausenden Prozessen und medialer Vorverurteilung nicht aus Mangel an Versuchen, sondern weil es, wie auch Peter-Michael Diestel belegt, einfach keine Handhabe für einen "Nürnberger Prozess" gab. Hartmann stellt das Bedrohungsszenario dar, in dem die DDR leben und aufbauen musste, und erklärt hieraus gewisse Überspitzungen, ohne diese zu entschuldigen. Die rechtliche Situation hat jedoch trotz aller betriebenen Hexenjagd bewiesen, dass das MfS eben keine Kriminelle Vereinigung voller Blutsäufer und Folterknechte, sondern ein durchaus normaler Geheimdienst war.

Lüge Nummer 3 befasst sich mit dem angeblich "verordneten Antifaschismus". Hartmann argumentiert hier mit der Bestrafung von NS-Verbrechern schon in der SBZ, mit den antifaschistischen Lehrplänen, mit dem strikten Verbot faschistischer Propaganda und mit den Biografien des Führungspersonals der DDR (zumeist Widerstandskämpfer und Nazihäftlinge). Darüber hinaus vergleicht er damit die Biografien führender Personen der BRD (nicht selten Duckmäuser, Mittäter oder direkt Verbrecher) - genannt seien Globke, Heusinger, Oberländer, Filbinger und andere - und benennt die Tatsache, dass es polizeilich geschützte faschistische Demonstrationen in Ostdeutschland erst nach der Wende gab und geben konnte.

Lüge Nummer vier gilt der angeblich "maroden DDR-Wirtschaft". So heißt es etwa in einem Bericht des "Deutschen Institutes für Wirtschaftsforschung" von 1987: "Dieser Fakt beim BIP je Einwohner zeigt ab 1970 eine ungebrochen wachsende Leistungskraft der DDR, die das Bild von der "maroden DDR" deutlich aufhellt." Hartmann schildert die Ursachen für die unzweifelhaft vorhandenen Schwierigkeiten, stellt jedoch klar, dass die DDR eine entwickelte Industrienation war, die größtenteils höhere Wachstumsraten vorweisen konnte als die BRD. Dabei muss man bedenken, dass die im ohnehin wirtschaftlich schwächeren Ostdeutschland gegründete DDR mit starken Kriegszerstörungen, alleiniger Reparationslast und westlicher Sabotage zu kämpfen hatte, was das Erreichte zu einem gigantischen Erfolg macht. Auch im Jahr 1988 erwirtschaftete die DDR ein BIP von ca. 300 Milliarden DM. Das Problem der DDR war nicht, dass sie wirtschaftlich nicht leistungsfähig war, sondern dass man über die Verhältnisse lebte und Schulden machte.

Wiederum damit eng verknüpft ist Lüge Nummer fünf von der angeblich "hoch verschuldeten DDR", die "kurz vor dem Staatsbankrott" gestanden habe. Hartmann verhehlt nicht, dass die DDR verschuldet war und dass das ein Problem für ihre Wirtschaft darstellte. Dennoch verneint er, dass die DDR jemals in ihrer Existenz vor der Pleite stand, und belegt das mit bundesdeutschen Zahlen, nach denen die DDR im Jahr 1989 immerhin 86 Milliarden Mark Schulden hatte, die BRD hingegen 924 Milliarden. Dementsprechend hätte die BRD viel eher an Staatsbankrott denken müssen.

Lüge Nummer sechs befasst sich mit der "Alleinschuld" der DDR am Bau der Berliner Mauer. Hartmann leugnet keineswegs, dass diese Grenzsicherung für viele Menschen zu tragischem Leid geführt hat, verweist aber darauf, dass es ohne Hitler niemals eine Mauer gegeben hätte, dass es die Westmächte waren, die Deutschland spalteten (separate Währungsreform 1948, Gründung der BRD Mai 1949, Gründung der DDR Oktober 1949), und dass die offene Grenze für die DDR einfach nicht zu verkraften war. Die offene Grenze zur BRD und vor allem zu Westberlin bot der BRD die viel genutzte Möglichkeit, der DDR durch Grenzgänger (die auf Kosten der DDR lebten, aber im und für den Westen arbeiteten), Sabotage und Abwerbungen (Fachkräfte, deren Ausbildung die DDR viel Geld gekostet hat, wurden abgeworben, obwohl die BRD sie oft nicht mal wirklich brauchen konnte) zu schädigen. Es war klar, dass die DDR das als souveräner Staat nicht hinnehmen konnte und ihre Grenzen schließen musste, wozu übrigens jeder souveräne Staat das volle Recht hat. Man könnte also ebenso sagen: Ohne westliche Sabotage keine Mauer.

Lüge Nummer sieben dreht sich um die "Erziehungsdiktatur", die nur der Disziplinierung und Manipulierung der Jugendlichen gedient habe. Im Gegensatz dazu weist Hartmann darauf hin, dass die bei PISA so erfolgreichen Finnen im Grunde sehr viel von ihrem Bildungssystem aus der DDR gelernt haben, während die BRD diese Chance einfach ausließ. Das Bildungssystem der DDR war in vielen Bereichen in der Weltspitze anzusiedeln, zudem war es allen verfügbar und kostenlos (im Gegenteil, Elft- und Zwölftklässler bekamen sogar eine Ausbildungsvergütung), und durch die spätere Auslese sowie die gezielte Förderung von Talenten war es für die Allgemeinbildung wie auch für Spitzenleistungen sehr effektiv. Zudem sollte man nicht vergessen, dass Frau Merkel heute niemals Kanzlerin sein könnte, wenn es in der DDR eine Erziehungsdiktatur gegeben hätte - denn dann hätte die nicht linientreue Pfarrerstochter (ebenso wenig etwa Markus Meckel oder Wolfgang Tiefensee) niemals studieren können.

Bezüglich Lüge Nummer acht befasst sich der Autor mit dem DDR-Sport, der angeblich nur durch Doping so erfolgreich gewesen sei. Hartmann hingegen weist nach, dass es Doping zwar überall (nicht zuletzt übrigens auch in der BRD) gab und gibt, die Erfolge der DDR aber auf das in Sachen Sportausbildung und Talentförderung damals wohl modernste System der Welt zurückzuführen sind. Zudem weist auf die zweierlei Maß hin, mit denen vermeintliche Dopingfälle aus der ehemaligen DDR und echte Dopingfälle aus der alten BRD behandelt wurden, und weist auf den Widerspruch hin zwischen diesen Vorwürfen und der Tatsache, dass die BRD sich trotzdem mit den in diesem System ausgebildeten Sportlern schmückte, als wären es ihre eigenen (zu nennen wären hier Van Almsick, Riedel, Sammer, Ballack, Maske).

Danach widmet sich der Autor Lüge Nummer neun, dem Märchen von der "friedlichen Revolution". Er stellt dar, dass das, was in der DDR geschehen ist - die Beseitigung sozialen Fortschritts und die Rückkehr zur alten Ordnung - fern von politischer Wertung wissenschaftlich betrachtet eine Konterrevolution war. Daran ändert auch die Tatsache nichts, dass die meisten Protestler und Bürgerrechtler tatsächlich keine konterrevolutionären Absichten hatten, denn für die Bewertung eines solchen Ereignisses zählt nur das Ergebnis. Dass es so weit kam, ist auf viele Ursachen zurückzuführen - auf die Proteste der Bürger, das bewusste Ablehnen von Gewalt durch die Führung der DDR, den Verrat der Gorbatschov-Clique am sozialistischen Bruderstaat. So oder so kann man aber keinesfalls von einer Revolution sprechen - bestenfalls im propagandistischen, nicht aber im wissenschaftlichen Sinne des Wortes.

Lüge Nummer zehn betrifft die weit verbreitete Propaganda von den "undankbaren Ostdeutschen". Der Tenor geht in die Richtung, der Westen habe ihnen Freiheit und Demokratie gebracht, die marode Wirtschaft (siehe Lüge Nummer vier) von unserem Steuergeld wieder aufgebaut, und die Ossis sind noch nicht mal dankbar. Hartmann hingegen wirft die Frage auf, wofür die Ostdeutschen dankbar sein sollten - für die Beseitigung eines vorbildlichen Sozialstaates? Für die Abschaffung sozialer Gerechtigkeit zu Gunsten einer Profitwirtschaft? Für das Aufzwingen eines antiquierten Schulsystems? Für die Beteiligung Gesamtdeutschlands an Angriffskriegen? Für das Aussagen der DDR-Industrie durch Treuhand und Konzerne, was den Aufbau Ost überhaupt erst nötig gemacht hat? Er stellt dar, dass die DDR im Osten Deutschlands immer noch sehr gut wegkommt, und erinnert an das Urteil von Bärbel Bohley: "Wenn ich an mich denke, dann setzte ich alles daran, eine andere Gesellschaft zu erreichen, und ich merke heute: Das ist ja alles noch viel schlimmer, perspektivloser, ressourcenvergeudender und unsozialer als damals."

In einem Schlusskapitel erwähnt Hartmann, dass bei den großen Feierlichkeiten in Bezug auf 1989/1990 die letzten Volkskammerwahlen "vergessen" werden, und wirft die Frage auf, warum das so ist. Seine Antwort ist, dass dies der Fall ist, weil die BRD in dieser Zeit einen völlig unzulässigen Einfluss auf die Wahlen genommen hat. So wurden Unsummen an Wahlkampfgelder an die ostdeutschen Bruderparteien gezahlt, so tourten Kohl, Brandt und andere bundesdeutsche Wahlkampfhelfer durch die nach wie vor unabhängige DDR. Das war ein eklatanter Verstoß gegen das Völkerrecht und passt so gar zu den Attributen "frei" und "demokratisch", mit denen diese Wahlen so gerne versehen werden. Aber wen interessiert das - Hauptsache, die Ergebnisse erlaubten, den verhassten anderen Staat zu liquidieren. Hinterher kann man ja immer noch alles zurechtlügen ...

Hartmann stellt also dar, dass die DDR nicht so war wie heute behauptet. Wie aber war sie dann? Das kann man aus diesem faktenreichen Buch erschließen: Die DDR war ein sozialistischer, friedlicher und antifaschistischer Staat. Das BIP wurde gerecht verteilt, es wurde sehr viel für die Menschen getan, und die Wirtschaft lief den Ausgangsbedingungen entsprechend sehr erfolgreich. Deshalb war auch die Verteidigung dieses Staates absolut legitim, die trotz einem gewissen Hang zum Übertreiben nicht wirklich heftiger ausfiel als in der alten bzw. heutigen BRD (Bespitzelung von echten und vermeintlichen Verfassungsfeinden, Notstandsgesetze, Berufsverbote, KPD-Verbot samt Verhaftungswelle, Berufsverbote, Vorratsdatenspeicherung, Aufhebung des Briefgeheimnisses für Arbeitslose usw).
Kommentar Kommentare (7) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jan 28, 2015 5:24 AM CET


Wider den Revisionismus
Wider den Revisionismus
von Kurt Gossweiler
  Taschenbuch
Preis: EUR 14,90

5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine hervorragende Analyse, 6. August 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Wider den Revisionismus (Taschenbuch)
Dieses Buch von Kurt Gossweiler, bei dem der Name Programm ist, ist ein essentielles Werk für jeden, der wissen möchte, was im "realen Sozialismus" falsch gelaufen ist und wie es zur Katastrophe von 1989 bis 1991 kommen konnte. Einige der besten Aufsätze von Gossweiler sind in diesem Werk enthalten.

Das erste Kapitel, "Widerstand, Krieg", hat zunächst einmal wenig mit dem Thema zu tun, ist aber nichtsdestotrotz sehr interessant. Es beinhaltet zwei Texte; einen über die Volksfrontpolitik angesichts der drohenden Gefahr eines Überfalls auf Frankreich, der andere ist eine Sammlung von Briefen, die Gossweiler von der Ostfront aus nach Hause schrieb.

Das zweite Kapitel, "Wider den Chruschtschov-Revisionismus", kommt dann schon voll zum Thema. Es beinhaltet hauptsächlich Briefwechsel, in denen Gossweiler scharfe Kritik am revisionistischen Kurs unter Chruschtschov (und später Breshnev) übt. Eine nennenswerte Ausnahme ist vor allem ein langer Aufsatz über die Hintergründe vom 17. Juni 1953. Gossweiler liefert zahlreiche Indizien dafür, dass es sich hier um eine imperialistische Provokation handelte, und dass der Frust und der Zorn der Arbeiterklasse von einigen Agenten bewusst geschürt wurde; dennoch stellt er die wichtige Frage, wie es überhaupt dazu kommen konnte, dass die Arbeiterklasse einen solchen Zorn hegte und dieser so explosiv werden konnte. In einem Brief an Hermann Matern übt er vor allem scharfe Kritik an der Arroganz und der Schönfärberei offensichtlicher Probleme, mit der die Partei die Volksmassen für dumm verkauft und sich letztlich selbst belügt.

Das dritte Kapitel, "Wider den Geschichtsrevisionismus", beschäftigt sich vor allem mit der sogenannten "Entstalinisierung", die als Feigenblatt der Beseitigung des Marxismus-Leninismus diente. und den zahlreichen Geschichtslügen in diesem Zusammenhang, vom in einen Bündnis- und Freundschaftsvertrag umgedeuteten Nichtangriffspakt über die Behauptung, man habe Hitler vertraut, bis hin zum "Kernstück", der absichtlichen Verfolgung Unschuldiger aus reiner Machtgier. Gossweiler veranschaulicht die Situation, in der bestimmte Maßnahmen getroffen wurden, und zeigt auf, dass diese vielleicht nicht schön, aber doch notwendig waren. Er enttarnt die Absichten hinter der "Entstalinisierung" und verdeutlicht, dass das Abgehen von Stalin zugleich ein Abgehen von Lenin und Marx bedeutete.

Im vierten Kapitel, "Die Entblätterung des Hoffnungsträgers Gorbatschov", erklärt sich das Thema bereits aus dem Titel. In einer Chronik der Aussagen und Taten Gorbatschovs von 1985 bis 1991 verdeutlicht er, wie sehr dieser sich als konsequenter Leninist und Reformer nach links (und genau solcher Reformen bedurfte es ja auch) präsentierte, um dann mehr und mehr sein wahres Wesen als Ultrarechter und Liquidator der Sowjetunion zu enthüllen.

Auch im fünften Kapitel, "Katastrophen-Ursachenforschung", ist der Name Programm. Hier geht es vor allem um die revisionistische Politik und deren verderbliche Auswirkungen. Nachdem Gossweiler am eigenen Leib vor allem den Untergang der DDR miterleben musste, liegt hier naturgemäß sein Schwerpunkt.

Gossweilers Stil empfinde ich als sehr angenehm, weil seine Artikel mit Daten, Fakten und Belegen gespickt sind, ohne dabei trocken zu werden. Auch diejenigen Artikel, die besonders viele Fakten enthalten, sind emotional (dabei aber dennoch sachlich) geschrieben und lesen sich phasenweise lebendig wie ein Roman. Zu bemerken ist außerdem noch, dass der Autor bei seinem jüngsten Artikel 78 Jahre alt war, dass er inzwischen 91 Jahre alt ist und immer noch blitzgescheite Artikel schreibt.

Jedem, vor allem jedem Kommunisten, der eine fundierte Analyse darüber lesen will, warum der Sozialismus gescheitert ist, wo die Fehler lagen, wie sich diese auswirkten und wie sie in Zukunft zu vermeiden sind, der sollte sich dieses Buch unbedingt besorgen. Allerdings sind auch zahlreiche andere, im Internet zu findende Artikel von Kurt Gossweiler interessant, die in diesem Werk nicht veröffentlicht sind.
Kommentar Kommentare (3) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jan 29, 2015 5:07 AM CET


Moskau 1937. Ein Reisebericht für meine Freunde
Moskau 1937. Ein Reisebericht für meine Freunde
von Lion Feuchtwanger
  Taschenbuch

5 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Mal eine andere Sicht der Dinge, 11. Januar 2010
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Vorweg: Sollte diese Rezension veröffentlicht werden, wäre das für mich eine Überraschung, denn in letzter Zeit mache ich die Erfahrung, dass die marxistische Perspektive bei Bewertungen bei Amazon nicht gefragt ist.

Ich kann jedem nur empfehlen, dieses Buch zu lesen. Es schildert eindrucksvoll und sehr sachlich, auch keineswegs unkritisch, den sozialistischen Aufbau in der Sowjetunion unter Stalin und gibt dabei eine differenzierte Sicht der Dinge ab - so werden zum Beispiel die "Argumente" derer analysiert und widerlegt, die an der Seriosität der Moskauer Prozesse zweifeln.

Ich habe das Buch heute morgen durchgelesen und möchte nun eine Zusammenfassung geben:

Im ersten Kapitel schildert der Autor das Leben in der Sowjetunion. Die Menschen sehen voller Freude ihrer sozialistischen "Pflanze" beim Blühen und Gedeihen zu. Sie sind glücklich und größtenteils gut versorgt, was das Ergebnis einer richtigen Wirtschaftsplanung ist. Ein umfassender Sozialstaat sorgt für die Leute und hat auch schon große Erfolge vorzuweisen (etwa in Sachen Bildung und Gesundheit). Die Identifikation mit Staat und Partei ist riesig.

Das zweite Kapitel handelt von der Einstellung der Sowjetmenschen in Sachen Bildung und Arbeit. Feuchtwanger beschreibt die Menschen, seit sie für ihr eigenes Wohl arbeiten, als fleissig und arbeitsam. Der zusammen erarbeitete Reichtum wird an alle je nach Leistung verteilt. Es gibt weder unberechtigte Privilegien noch primitive Gleichmacherei. Kritik an noch vorhandenen Mängeln ist ausdrücklich erwünscht. Die Entwicklung der Bildung und das Interesse an Kultur sind beeindruckend.

Im dritten Kapitel geht es um Demokratie und Freiheit. Feuchtwanger lobt die neue sowjetische Verfassung (die "Stalin-Verfassung), weil sie dem Volk alle Freiheiten zugesteht. Die einzigen nicht vorhandenen Freiheiten seien die (wie Feuchtwanger es nennt) "Schimpffreiheit" und die "Freiheit", gegen die Sowjetmacht zu kämpfen. Während die Demokratie im Westen nur Fassade ist, ist sie in der Sowjetunion echt. Der Autor berichtet zudem von einem Treffen mit Stalin und setzt sich mit dem "Personenkult" auseinander. Stalin wird als volkstümlicher, selbstloser und bescheidener Mann beschrieben. Seine Verehrung erfolgt freiwillig und ist echt - die Menschen sehen, dass es ihnen besser geht, und danken dafür lieber einem Menschen als einem System.

In Kapitel 4 wird das Zusammenleben im Vielvölkerstaat Sowjetunion beschrieben. Der Autor schildert, wie die Pflege der nationalen Kultur, ein gemeinsames Ziel und viel Toleranz die vielen Völker zusammenschweisst. Zudem geht Feuchtwanger, selbst Jude, auf das Jüdische Autonome Gebiet Birobidschan ein.

Kapitel 5 beschäftigt sich mit der Stimmung im Volk angesichts des bevorstehenden faschistischen Angriffs, vom Autor treffend "Kriegsmentalität" genannt. Viele Dinge, die im Westen nicht verstanden werden, erklären sich aus dieser Situation. Ungetrübte Begeisterung beim Aufbau, aber auch Furcht vor Krieg sind allgegenwärtig. Die Bevölkerung sieht jedoch ein, dass gewisse Opfer unvermeidlich sind, will man das Erreichte erhalten.

Das sechste Kapitel widmet sich den Personen Stalin und Trotzki. Der Auto geht auf Trotzkis Leistungen ein, beschreibt diesen jedoch als "Nur-Revolutionär", der für den Aufbau nicht zu gebrauchen sei, als arroganten, sturköpfigen und dogmatischen Intellektuellen, während er Stalin als intelligenten und umsichtigen Organisator lobt, ohne seine Leistungen während und nach der Revolution zu verschweigen.

In Kapitel 7 geht es um ein sehr brisantes Thema, um die sogenannten "Trotzkistenprozesse". Der Autor, der den Prozessen gegen Radek und Pjatakov beiwohnte, schildert sie als ganz normale Prozesse, fast sogar mehr als Diskussion, in der reumütige Angeklagte mit den Richtern die Wahrheit finden wollen. Die Geständnisse seien unbedingt glaubwürdig, da es gute Gründe gab - teils erdrückende Beweislast, teils ehrliche Reue. Die Motive der Angeklagten (vor allem die "Pervertierungen" des "Stalinstaates" um jeden Preis zu "korrigieren") werden dargestellt. Stalin könne, so Feuchtwanger, unmöglich so blöd gewesen sein, sich ein solches propagandistisches Eigentor zu schiessen, nur um Rache zu üben oder Gegner zu beseitigen.

Im achten Kapitel schliesslich schildert Feuchtwanger die Lügen und den Hass, der die Sowjetunion im Westen ausgesetzt ist. Er nimmt die Lügen auseinander, steltl sie richtig und macht diese somit lächerlich.

Ein enorm lesenswertes Buch, auch wenn (jedenfalls in meiner Version von 1993) noch ein propagandistisches Nachwort enthalten ist, damit der Leser den Bericht auch ja "richtig" auffasst und einordnet. Kleine Kostprobe: "Aber auch Ende der neunziger Jahre wirkt der Bericht anstößig, enthält er doch neben einigen klarsichtigen Urteilen über den Charakter des Sowjetregimes und ironischer Kritik an Mißständen zahllose grundlegende Irrtümer und naive Schlüsse." Heisst im Klartext: Feuchtwanger berichtet nicht nur negativ über die Sowjetunion - mehr noch, er wagt es auch noch, größtenteils sehr positiv zu berichten! Was für ein anstössiger Bericht!

Da das ja aber nicht die Schuld von Feuchtwanger selbst ist und man dieses Nachwort ja nicht lesen muss (habe ich zum Beispiel auch nicht getan, nur mal überflogen), ist das Buch dennoch unbedingt empfehlenswert!
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Dec 24, 2011 2:56 PM CET


Zodiac. Auf der Spur eines Serienkillers
Zodiac. Auf der Spur eines Serienkillers
von Robert Graysmith
  Taschenbuch

7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein hervorragendes und informatives Buch, 13. April 2008
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Mit meinen 19 Jahren bin ich nun weiss Gott nicht alt genug, um den Fall einst miterlebt zu haben. Und ich denke nicht, dass dieser Fall in Deutschland einer breiten Öffentlichkeit bekannt wurde. Daher war mein erster Kontakt mit dem Zodiac-Killer der Film von David Fincher.

Es war faszinierend für mich diesen Film zu sehen, die Tatsache dass es so viele Hinweise auf den Täter gab, der allerdings offenbar trotzdem klug genug war, nie zu viel zu verraten. Als ich hörte, dass dem Film ein Buch zu Grunde liegt, habe ich mir dieses gekauft.

Ich finde das Buch übersichtlicher und umfassender als den Film. Einiges, was im Buch steht, und was ich ziemlich wichtig finde, kam im Film gar nicht vor. Verständlich, der ist ja so schon recht lang, aber dennoch ist das Buch informativer. Ich halte es für sachlich geschrieben, dennoch liest es sich an manchen Stellen beinahe wie ein Krimi. Das gefällt mir eigentlich recht gut, es ist zwar sachlich, aber dennoch nicht zu trocken.

Ausserdem finde ich es interessant, dass das Buch nicht etwa das Werk eines Polizisten, sondern eines einfachen Karikaturisten ist, der zufällig damals vor Ort war und den der Zodiac-Fall nicht mehr losgelassen hat. Ein weiterer grosser Pluspunkt dieses Buches ist es, dass alle Zodiac-Schreiben Wort für Wort zitiert sind, die meisten Briefe und Codes sind sogar im Original abgedruckt. Das Buch enthält ausserdem Phantombilder, Grafiken und Codes, die der Mörder verfasste.

Sicher, das Buch ist auf dem Stande von ich glaube 1986, und es hat nicht wirklich zur Lösung des Falls beigetragen, der wohl auch nie mehr gelöst werden wird. Dennoch finde ich es als "Einstieg" in diesen faszinierenden Fall mehr als hervorragend geeignet. Es ist mir mehr als einmal passiert, dass ich nach der Nachtlektüre dieses Buches noch mehrere Stunden wach lag und über die Theorien des Autors nachdenken musste.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Sep 14, 2009 10:53 AM MEST


Sex Objects
Sex Objects
Preis: EUR 18,92

5.0 von 5 Sternen Eines der besten Punkalben der Neuzeit, 15. März 2008
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Sex Objects (Audio CD)
Dieses Album ist in meinen Augen das beste der Briefs, und eines der definitiv besten nach 1977 veröffentlichten Alben. Es hat alles was man sich als Fan des Genres wünschen kann, die richtige Mischung aus wilder Härte und guter Laune. Es gibt harte Songs mit ernsthaften, den Zeitgeist kritisierenden Texten ("Orange Alert", "No More Presidents"), es gibt spassige Songs mit eher sinnlosen Texten ("Sally I Can't Go To The Beach", "Shoplifting At Macy's"), es gibt Mischformen wie das geniale "Halfsize Girl", das einfach rockt. Der einzige Schwachpunkt ist das meiner Meinung nach langweilige "Killed By Ants", aber wenn man davon absieht, ist es ein grandioses Album, dass einfach abgeht und riesig Spass macht.


Steal Yer Heart
Steal Yer Heart
Preis: EUR 18,01

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Es gibt bessere Alben von den Briefs ..., 14. Januar 2008
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Steal Yer Heart (Audio CD)
... ich habe mir dieses hier dennoch gekauft. Denn obwohl es auch einige merkwürdig poppig klingende Songs enthält ("Getting Hit On At The Bank", "Forty And Above" oder "Razorblade Heart"), sind auf dieser Platte gleichzeitig doch auch einige Hits vertreten, beispielsweise das energiegeladene "Lint Fabrik", das lustig-krachige "Genital General", das vor allem textlich interessante "Normal Jerks", und vor allem das ohrwurmartige und hitverdächtige "Stuck On You", das im Endeffekt mein Kaufgrund Nummer 1 war. Diese Songs sowie eine Hand voll anderer solider Punkrocksongs erster Güteklasse und die Freude darüber dass es solche Musik überhaupt noch gibt, machen am Ende vier Sterne. Wer die Briefs allerdings noch überhaupt nicht kennt und dennoch neugierig ist, sollte eher mit ihrem Debüt "Hit After Hit" anfangen, denn der Name ist Programm.


Raging Sharks
Raging Sharks
DVD ~ Corin Nemec
Wird angeboten von Joe2000
Preis: EUR 6,90

4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Selten so gelacht ..., 7. Oktober 2007
Rezension bezieht sich auf: Raging Sharks (DVD)
Das war doch mal ein richtig geiler Billigfilm, er hat mich so sehr zum Lachen gebracht wie noch kein anderer Schrottfilm zuvor. Die "Story" war lächerlich, reisserisch, überflüssig und trotz ihrer bemerkenswerten Primitivität voller Logiklücken. Wie bei einem guten Witz kommt die Pointe dann zum Schluss, denn das Ende war vollkommen dramatisiert und der Höhepunkt (oder doch eher Tiefpunkt?) des Films. Die Schauspieler waren miserabel und vollkommen emotionslos ("oh nein, mein Freund wird von einem Hai zerfleischt ... schon furchtbar ... gähn"), und die Figuren scheinen Hellseher zu sein - sie wissen schon vorher, dass diese komischen Kristalle mit den Haien zu tun haben, dass sie aus dem Weltraum kommen etc.

Weitere Perlen waren die lausigen Animationen, die ebenfalls miese Synchro, die katastrophalen Effekte, das "Szenen-Recycling" (es wurden einige Szenen mindestens dreimal verwendet),und natürlich die fauchenden und knurrenden Haie. Schon nach den ersten Minuten wusste ich, dieser Film wird rasend komisch.

Wenn sich jemand bei einem richtigen schlechten Film einfach mal totlachen möchte so wie ich, empfehle ich dieses Machwerk mit Nachdruck. Wer jedoch ernsthaft und anspruchsvoll unterhalten werden will, bitte tun Sie Ihren Gehinrzellen das nicht nicht an!


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