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Rezensionen verfasst von
Marco Weber "Almiqui.de"
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Stirb ewig: Thriller
Stirb ewig: Thriller
von Peter James
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,95

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein echter "Page Turner"!, 7. Januar 2008
Rezension bezieht sich auf: Stirb ewig: Thriller (Taschenbuch)
Souverän geschrieben und extrem spannend präsentiert Filmproduzent Peter James einen Thriller, der das Prädikat '"Page Turner"' voll und ganz verdient: Man will einfach wissen, wie es weitergeht. Die Story ist rasant und glaubwürdig erzählt, die Charaktere sind allesamt gut ausgearbeitet -' wenn der Autor sie auch auf die Eigenschaften reduziert, die für den Fortgang der Story wichtig sind. Im Laufe der Geschichte wird man dafür mit einigen überraschenden Wendungen konfrontiert, die allesamt überzeugen und nicht den Eindruck machen, nur des Effektes wegen in die Story eingestreut worden zu sein. Nun ja ... das heißt allerdings auch nicht, dass der Roman rundum gelungen ist. Ein klares Manko der Story ist, dass sie sich wie ein etwas zu ausführlich geratenes Drehbuch liest. Alle Szenen sind sehr filmisch beschrieben, man hat stets den Eindruck, beim Lesen den Bewegungen und Einstellungen einer Kamera zu folgen. Das ist schade, denn so verschenkt Peter James die Möglichkeit, mit den Mitteln der Sprache und durch Erzählen Spannung aufzubauen - wie es zum Beispiel Stephan King meisterhaft gelingt, dessen Roman 'Misery' in diesem Roman sogar in einer Szene zitiert wird. Da wäre noch mehr drin gewesen.

Dennoch: Wer spannende, abwechslungsreiche Unterhaltung sucht ' zum Beispiel für den Urlaub ' ist hier in jedem Fall richtig.


Lee Aaron
Lee Aaron
Wird angeboten von dodax-online
Preis: EUR 10,35

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wiederentdeckt, 13. September 2007
Rezension bezieht sich auf: Lee Aaron (Audio CD)
Beim Durchforsten meiner alten Plattensammlung bin ich nach Jahren noch mal auf Lee Aaron gestoßen. Wie konnte ich die nur vergessen? Powergeladene Musik mit einer sonoren Hammerstimme, die einfach absolut Spaß macht. Sicher nichts, was für ewig in der Musikgeschichte zementiert bleibt. Aber Spaß macht's allemal. Anspieltipps: "Powerline", "Number One" oder "Don't Rain On My Parade". Ebenfalls zu empfehlen sind die Vorgängeralben "Metal Queen" und "Call Of The Wild". Lee Aaron rockt!


Monty Python's Flying Circus - Box (7 DVDs)
Monty Python's Flying Circus - Box (7 DVDs)
DVD ~ John Cleese
Preis: EUR 29,99

107 von 112 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Niemand erwartet die spanische Inquisition., 13. September 2007
Und wenn sie erst einmal da ist, sich aus ihren boxartigen Kleidern schält und in ihrer ganzen Pracht auf dem Beistelltisch im Wohnzimmer entblättert, kommt man aus dem Lachen gar nicht mehr raus. Ganz klar: Die Rede ist natürlich von DVDs. Erstmals gibt es alle Folgen von Monty Python's Flying Circus in einer handlichen, liebevoll gestalteten Box auf insgesamt sieben Silberlingen. Echte Comedy-Klassiker, die auch nach mehr als dreißig Jahren zum Schreien komisch sind.

Der Ton ist übrigens im englischen Original. Aber es gibt passende Untertitel in mehr Sprachen, als wahrscheinlich überhaupt von lebenden Menschen gesprochen werden, und so entgeht niemandem beim Zuschauen auch nur ein einziger Gag. Die deutsche Synchronfassung, die sich vor ein paar Jahren irgendwelche kranken Köppe bei Sat.1 haben einfallen lassen, ruht wahrscheinlich jetzt noch tief verbuddelt in den Verließen der deutschen Fernsehunterhaltung. Und das ist auch gut so, denn diese Fassung war noch viel, viel grausamer, als es die spanische Inquisition jemals hätte sein können.

Bild- und Tonqualität sind, wie man sie bei einer TV-Produktion von Anfang der Siebziger erwarten kann - und wenn man sie sich auf einer vierzig Jahre alten Röhre anschaut, wahrscheinlich auch technologisch kaum mehr zu überbieten. Als Booklet gibt es leider nur ein 12-seitiges Miniheft im CD-Format, das die Titel der einzelnen Folgen völlig unleserlich (aber dafür absolut toll designt) auflistet. Das ist aber auch schon der einzige Kritikpunkt an dieser ansonsten rundum überzeugenden Box!
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jan 7, 2008 11:21 PM CET


Sos
Sos
Wird angeboten von Multi-Media-Trade GmbH - Alle Preisangaben inkl. MwSt.
Preis: EUR 6,99

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Rohdiamant veredelt, 19. Juni 2006
Rezension bezieht sich auf: Sos (Audio CD)
Schon seit einiger Zeit wird man auf den Dancefloors in diesem unserem Lande statt mit neuer, origineller Musik mit mehr oder weniger sinnbringenden Coverversionen ehedem doch wirklich guter Musik vollgedudelt. Das Ergebnis ist ein oft unzumutbarer Einheitsbrei, der da aus den Lautsprechern quillt, und so in etwa hatte ich mir auch das hier vorliegende S.O.S. vorgestellt. Aber wir kennen das ja .... erwartest du nix, wirst du oft sehr angenehm vom Gegenteil überrascht. So auch hier. Und wie! Tainted Love - eine der edelsten Pop- und New-Wave-Schätze aus den Achtzigerjahren, dessen Sound bis heute um keinen Tag gealtert scheint - dieses wunderbare Tainted Love dient der R'n'B-Lady Rihanna lediglich als sorgfältig verlegtes Parkett, auf dem sie einen wahren Dance-Kracher, versüßt mit ihrer wunderbaren Stimme ausbreitet. Das ist kein bloßes einfallsloses Covern alter Songs: Das ist Veredeln von ohnehin bereits lupenreinem Qualitäts-Pop. Mehr davon? Hmm ... weiß ich nicht - aber eines ist zumindest hier klar: Wer bei diesem Sound auf seinem Hinterteil kleben bleibt, der hat offenbar keine Ohren im Kopf!


Tell Me Why
Tell Me Why
Wird angeboten von goodtasterecords
Preis: EUR 21,95

1 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Ins eine Ohr rein ..., 19. Juni 2006
Rezension bezieht sich auf: Tell Me Why (Audio CD)
Und schon wieder schneit eine Cover-Version auf die Tanzflächen hinab ... diesmal zusammengeschnipselt aus zwei Bronsky-Beat-Klassikern: Smalltown Boy und dem Titel gebenden Tell Me Why. Und man fragt sich in der Tat: Warum? Das Lied ist instrumental, ein Sample des Refrains schwebt weit zurückgenommen hinter den Beats, und Bässe wie auch Drums sind im Vergleich zum Original angenehm aufgepeppt - aber sonst: Nix wirklich Neues. Das Stück ist zwar ganz nett, blubbert sieben Minuten relativ unmotiviert aus den Boxen, und kurz bevor sich ein Höhepunkt auch nur andeutet, sinkt es auch schon wieder in seichteste Dancefloor-Gewässer hinab. Tanzbar, das ist es allemal - aber kaum gehört, schwupps, schon ist es wieder aus dem Sinn ...


Der Algebraist: Roman
Der Algebraist: Roman
von Iain Banks
  Taschenbuch

19 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ambitioniert, 15. Juni 2006
Rezension bezieht sich auf: Der Algebraist: Roman (Taschenbuch)
Sehr nett zu lesen, aber leider hat man bei diesem unterhaltsamen Buch doch das Gefühl, dass irgendetwas fehlt. Die Story ist voller grandioser Ideen, eine Space Opera in allerbester Tradition: mit faszinierenden fremden Kulturen, anderen Ideologien und Religionen und einer die Galaxis bedrohenden Gefahr, die unbedingt besiegt werden muss. Das alles ist in einem angenehmen Plauderton geschrieben, man hat fast den Eindruck, als stünde der Erzähler neben einem, er wirkt wie ein guter, netter Freund.

Aber trotzdem ....

Gerade bei dem zentralen Plot der Story hätte es gerne ein bisschen mehr sein dürfen. Das größte Geheimnis des Buchs - nämlich der mysteriöse Algebraist - dreht sich rund um die Dweller (oder auf Deutsch: Bewohner) der großen Gasplaneten, wie es sie überall in der Milchstraße geben soll. Von ihrer Grundkonzeption her sind diese Bewohner eine der faszinierendsten Fremdvölker, die man sich in der Science Fiction vorstellen kann. Sie leben in einer für uns Menschen absolut lebensfeindlichen Atmosphäre, auf sturmgepeitschten Planeten, die sich in einer ständigen Unruhe befinden. Einige von ihnen sind mehrere Milliarden Jahre alt, sie können ihre Wahrnehmung so sehr verlangsamen, dass die Zeit um sie herum um ein Zigfaches schneller vergeht, und was noch viel faszinierender ist: Manche kennen sogar die Galaxis von ihren Anfängen in ferner Urzeit an. Sie haben mit Menschen, ihren Wahrnehmungen und eigentlich auch Verhaltensweisen nicht viel zu tun. So sollte man glauben. Nur leider ist in diesem Buch davon nicht viel zu bemerken. Stattdessen verhalten sich die Dweller meistens wie ganz normale Menschen, sie reden so, denken so und handeln mehr oder weniger so. Und leider verliert Banks auch viel zu viele Seiten, die dann eigentlich doch eher langweiligen Dweller zu beschreiben. Schade, denn unterhaltsam und spannend erzählt ist das Buch allemal. Wer allerdings wirklich gut ausgearbeitete fremde Kulturen erleben und sich davon begeistern lassen möchte, dem seien "Eine Tiefe am Himmel" und "Ein Feuer auf der Tiefe" vom Hugo-Award-Gewinner Vernor Vinge empfohlen.


The Time Traveler's Wife (Vintage Magic, Band 4)
The Time Traveler's Wife (Vintage Magic, Band 4)
von Audrey Niffenegger
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,10

8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Einfühlsame Liebesgeschichte mit Science-Fiction-Hintergrund, 27. Mai 2006
Wie fängt man eine Geschichte an? Blöde Frage: Am Anfang natürlich. Aber wie oder besser: wann fängt man die Geschichte an, wenn eine der beiden Hauptpersonen ein Zeitreisender ist? - Clare und Henry, der Zeitreisende, lernen sich gleich zweimal kennen. Beim ersten Treffen ist Clare noch ein Kind und Henry ein Erwachsener - der aus der Zukunft kommt, in der er mit Clare verheiratet ist. Beim zweiten "Ersten Mal" ist Clare bereits eine junge Frau und trifft den ebenfalls noch jungen Henry - dessen "ältere Version" sie bereits seit Jahren kennt.

Hört sich verwirrend an? Na, vielleicht nur auf den ersten Blick. Denn die Autorin schafft es, diese verrückte Geschichte mit einem roten Faden, einem Anfang und einem Ende, so einfühlsam und spannend zu erzählen, dass man das Buch einfach nicht mehr weglegen kann. Und obwohl schon ziemlich zu Anfang der Geschichte klar ist, (VORSICHT SPOILER!) dass Henry am Schluss sterben wird, ist damit nichts von der Spannung aus der Geschichte herausgenommen. Im Gegenteil, man will unbedingt wissen, WIE GENAU es endet und wie beide - Henry und Clare, die im stetigen Wechsel als Ich-Erzähler auftreten - mit dieser schwierigen Situation umgehen. Manchmal gleitet diese komplexe Liebesgeschichte zwar leicht ins Kitschige ab, aber obwohl ich darauf in der Regel allergisch reagiere, hat es mich bei dieser Story nicht weiter gestört. Selten in der letzten Zeit habe ich ein Buch vor mir gehabt, das ich schneller und intensiver gelesen habe, und das im englischen Original. Was jeder mit einigermaßen konversationstauglichen Englischkenntnissen im Übrigen auch tun sollte, denn die Sprache ist einfach, leicht verständlich und vielleicht wirkt die Story auch gerade deswegen so besonders authentisch und glaubhaft.

Für jeden, der eine rührende Liebesgeschichte mit einem spannenden Hintergrund mag, eine unbedingte Empfehlung!


Die Frau des Zeitreisenden: Roman
Die Frau des Zeitreisenden: Roman
von Audrey Niffenegger
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,95

2 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wer war zuerst da?, 27. Mai 2006
Wie fängt man eine Geschichte an? Blöde Frage: Am Anfang natürlich. Aber wie oder besser: wann fängt man die Geschichte an, wenn eine der beiden Hauptpersonen ein Zeitreisender ist? - Clare und Henry, der Zeitreisende, lernen sich gleich zweimal kennen. Beim ersten Treffen ist Clare noch ein Kind und Henry ein Erwachsener - der aus der Zukunft kommt, in der er mit Clare verheiratet ist. Beim zweiten "Ersten Mal" ist Clare bereits eine junge Frau und trifft den ebenfalls noch jungen Henry - dessen "ältere Version" sie bereits seit Jahren kennt.

Hört sich verwirrend an? Na, vielleicht nur auf den ersten Blick. Denn die Autorin schafft es, diese verrückte Geschichte mit einem roten Faden, einem Anfang und einem Ende, so einfühlsam und spannend zu erzählen, dass man das Buch einfach nicht mehr weglegen kann. Und obwohl schon ziemlich zu Anfang der Geschichte klar ist wie es enden wird, ist damit nichts von der Spannung aus der Geschichte herausgenommen. Im Gegenteil, man will unbedingt wissen, WIE GENAU es endet und wie beide - Henry und Clare, die im stetigen Wechsel als Ich-Erzähler auftreten - mit dieser schwierigen Situation umgehen. Manchmal gleitet diese komplexe Liebesgeschichte zwar leicht ins Kitschige ab, aber obwohl ich darauf in der Regel allergisch reagiere, hat es mich bei dieser Story nicht weiter gestört. Ich habe selten in der letzten Zeit ein Buch vor mir gehabt, das ich schneller und intensiver gelesen habe. Für jeden, der eine rührende Liebesgeschichte mit einem spannenden Hintergrund mag, eine unbedingte Empfehlung!


Minority Report (Gollancz)
Minority Report (Gollancz)
von Philip K. Dick
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,10

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Tolle Story-Sammlung vom Altmeister, 23. Februar 2006
Rezension bezieht sich auf: Minority Report (Gollancz) (Taschenbuch)
Zunächst: Dies ist kein Roman. Vielmehr handelt es sich um eine Sammlung einiger von Dicks unnachahmlicher SF-Storys. Das ist an sich nichts Schlimmes. Blöd nur, dass der Covereinband, der Klappentext und sämtliche Marketing-Kanonen, die der Verlag aufgefahren hat, etwas ganz anderes suggerieren.
Aber gut. Denn ärgern muss man sich beim Kauf dieses Buches nun wirklich nicht.
Es geht los mit einem informativen Vorwort, das einen kurz - aber leider wirklich nur kurz - in die Welt und das Schreiben von Philip K. Dick einführt. Tragisch an ihm ist ja, dass sein großer Ruhm erst posthum einsetzte. Viele seiner Geschichten entstanden unter enormem Zeitdruck. Nicht nur deswegen sind sie allerdings auch enorm temporeich, bauen eine große Spannung auf und haben meist - in guter alter Short-Story-Manier - eine unerwartete Wendung am Schluss, die selbst wenn man dieses Prinzip schon von vornherein kennt, immer noch überraschend und überzeugend kommt.
Die erste Story ist MINORITY REPORT selbst. Lohnt sich zu lesen, auch wenn man den Film und damit das Ende bereits kennt, denn sie weicht in einigen Punkten von der Leinwand-Adaption ab: Anderton ist bereits alt, kurz vor der Pension, und die Story ist auch nicht so ausgefeilt, das heißt bei weitem nicht so bildgewaltig [ach was ...] wie in dem Spielberg-Movie. Und nach 45 Seiten ist die Geschichte auch schon wieder vorbei. IMPOSTER, die zweite Story, spielt auf einer Erde, die sich im Krieg mit einer außerirdischen Intelligenz befindet - die Hauptperson wird verdächtigt, für die Gegenseite zu spionieren. Spannend bis zum Schluss! Etwas dagegen ab fällt SECOND VARIETY. Zwar ist hier das Setting deutlich ausgefeilter (die Geschichte spielt auf einer verwüsteten Erde nach einem unerbittlichen Krieg zwischen Amerikanern und Russen und die überlebenden Menschen müssen gegen sich selbst reproduzierende Roboter kämpfen), hat aber einige Längen und - das ist leider das größte Manko - das Ende ist spätestens nach der Hälfte der Story vorhersagbar. WAR GAMES handelt von Zollbeamten, die die Einfuhr von Spielen von einem anderen Planeten überwachen - originelle Idee, aber im Vergleich mit den anderen Geschichten in diesem Buch leider eher schlapp. In WHAT THE DEAD MEN SAY können Menschen ihr Leben nach dem Tod in einem halb wachen Zustand künstlich verlängern. So soll das auch geschehen mit dem Wirtschaftsmagnaten Louis Sarapis, doch irgendetwas geht dabei schief. Sarapis meldet sich über Telefone, Radios und Fernseher wieder zu Wort und beeinflusst darüber sogar die Politik. Die Story hat, wie man so schön sagt, den „Test of Time“ nicht ganz bestanden, wirkt das Szenario in Zeiten des Internets und Multimedia doch nicht mehr besonders glaubhaft und logisch nachvollziehbar. In Erinnerung bleibt am ehesten der Leichenschauhaus-Direktor Herbert Schoenheit von Vogelsang - wenn auch nur wegen seines tollen Namens. OH, TO BE A BLOBEL! wiederum ist einfach nur schreiend komisch und kommt daher wie Kafkas „Verwandlung“, übertragen in Science-Fiction-Gefilde. Hier verwandelt sich allerdings nicht Gregor Samsa in einen riesigen Käfer, sondern George Munster (wieder ein toller Name) in eine glibberige, außerirdische Amöbe, gegen deren Rasse die Menschen einen unerbittlichen Krieg geführt haben - einen Blobel. Was lustig anfängt, wird gegen Ende eine tragisch-traurige Liebesgeschichte - und trotz der absurd-komischen Situation bleibt einem das Lachen im Halse stecken. In THE ELECTRIC ANT erfährt ein Mann bei einer medizinischen Untersuchung, dass er in Wirklichkeit ein organischer Roboter ist. Nachdem der Schock über diese Erkenntnis verflogen ist, beginnt er mit sich und seiner Wahrnehmung zu experimentieren - und verliert sich in verschiedenen Realitäten. Die Verschiebung von Realitäten und Wahrnehmungen ist auch zentraler Gegenstand von FAITH OF OUR FATHERS. In der Story haben die Kommunisten die Weltherrschaft übernommen und an ihrer Spitze steht ein gutmütiger Diktator - oder bekommen die Menschen dieser Zukunft das vielleicht doch nur durch eine raffinierte Droge eingeredet? Die Hauptfigur, ein hoher Beamter dieses kommunistischen Staates, versucht die Wahrheit herauszubekommen - und begegnet am Ende sogar Gott. Ziemlich abgedreht und ohne einen eindeutigen Schluss, ist diese Story eine Herausforderung an den Leser. Und eine Geschichte, über die man noch längere Zeit nachdenken kann. WE CAN REMEMBER IT FOR YOU WHOLESALE spielt ebenfalls mit verschiedenen Wirklichkeiten. Hier beschreibt Dick eine Firma, die Menschen falsche Erinnerungen verkauft - nur hat das bei einem ihrer Kunden verheerende psychische Auswirkungen. Spannend!
Also: Trotz des verwirrenden und fehlleitenden Einbandes ist diese Story-Sammlung absolut empfehlenswert!


Puls
Puls
von Stephen King
  Gebundene Ausgabe

47 von 57 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Finger weg vom Telefon!, 16. Februar 2006
Rezension bezieht sich auf: Puls (Gebundene Ausgabe)
Ungewöhnlich: Nimmt sich King sonst jede Menge Zeit und Seiten, um Handlungsschauplätze, Personen und Plot einzuführen, geht es hier direkt und ohne viel Umschweife richtig zur Sache. Der „Puls“ ist losgelassen - an einem normalen Wochentag mitten auf einer belebten Straße in Boston - und jeder, der gerade ein Handy am Ohr hat, wird zum Opfer, verwandelt sich einen brabbelnden Idioten, der sofort aggressiv auf den Nächstbesten in seiner Umgebung losgeht. Und der Puls verbreitet sich schnell: Jeder, der wissen will, was gerade passiert, greift automatisch zu seinem Handy und wird selbst zum Opfer der Telefonseuche.
Als Leser wird man gleich in die Story hineingezogen. Typisch King: Seine Beschreibungen sind sehr detailgenau, mitunter eklig und in diesen Passagen sicher nicht jedermanns Fall (aber genau das erwartet man natürlich von King). Es gibt wohl kaum einen modernen Schriftsteller, der Handlungen, Personen und Orte so genau und plastisch beschreiben kann, ohne dass es auch nur eine Sekunde langweilig wird.
Das Puls-Szenario ist nicht nur unglaublich spannend - King beschreibt es so realistisch, dass man gerne glaubt, so etwas könnte wirklich passieren. Mit kleinen, wirkungsvollen Einsprengseln, wird das besonders deutlich: Da redet mal jemand von den Opfern von Hurrikan Katrina, Leute auf der Straße laufen mit iPods herum - oder eines der Handy-Opfer hat als Klingelton doch tatsächlich den nervigen „Crazy Frog“ aufgespielt (für dessen Totalverblödung hätte es vermutlich den Puls gar nicht mehr gebraucht ...). Heute gibt es in Deutschland rein statistisch mehr Handys als Einwohner, der Puls könnte also auch hier zuschlagen ... In diesem Buch wirft ein modernes, intelligentes Kommunikationsmittel, das wie kein anderes für den technischen und zivilisatorischen Fortschritt steht, die Menschen zurück ins Stadium verblödeter Wilder.
Insgesamt ist der Roman kurz und schmerzvoll, und vor allem: Er macht eine Menge Spaß. Ein echter „Page-Turner“, bei dem man es kaum erwarten kann, das Ende zu erfahren - und das ist sogar ziemlich gelungen (keine Angst, hier gibt’s keinen Spoiler: Selber lesen!). Leider gibt’s aber in der Gesamtwertung einen Punkt Abzug: Die handelnden Personen sind nur äußerst dürftig charakterisiert. Einzig die Hauptfigur Clayton Riddell, Comiczeichner und von seiner Frau getrennt, wirkt einigermaßen glaubhaft. Seine Suche nach seinem Sohn und die Sorge, dass er ebenfalls Opfer des Pulses geworden sein könnte, ist das letztlich treibende Moment des Romans. Claytons Begleiter sind bestenfalls Staffage, plot-driven und ziemlich eindimensional beschrieben. Schade. Denn Personen plastisch darzustellen - das war eigentlich immer eine besondere Stärke von King. Hier geht es vor allem um die Story, das aber wiederum so konsequent und spannend umgesetzt, dass der Roman - nicht nur - den zahlreichen King-Fans auf alle Fälle zu empfehlen ist.


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