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Lesegenuss (Book Lounge)

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Vom Küken, das wissen wollte, wer seine Mama ist
Vom Küken, das wissen wollte, wer seine Mama ist
von Brigitte Endres
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 14,90

5.0 von 5 Sternen Das kleine Küken "Gickelchen" sucht seine Mama - ein sehr lebendig geschrebenes Kinderbuch, 19. April 2014
An einem hellen Sommermorgen rollte etwas über die Wiese. Rollte und rollte und blieb unter einem Fliederbusch liegen. Es war nicht sehr groß und weiß und glatt.

Aus einem weißen Ei schlüpft ein kleines gelbes Küken, doch wo war nur ihre Mama? Und so macht es sich auf die Suche. Zuerst begegnet es der Schnecke, die dem Küken erklärt, dass ihre Kinder als Eier in der Erde abgelegt werden und schleimig, wabbelig sind. Nein, sie war nicht ihre Mama.
Naiv und unbekümmert geht das Küken weiter und trifft auf eine Katze. Die wiederum erklärt ihr, dass ihre Kinder im Bauch heranwachsen.
„Mama!“, piepste das Küken, „Mama!“
Ziemlich unschuldig wird diese Begegnung mit der Katze beschrieben, denn normalerweise hätte diese das Küken doch gefressen. Aber sie lässt es ziehen.
Auf den ersten Blick erscheint die gesamte Geschichte simpel und einfach, doch es steckt eine ganze Menge mehr in dem Inhalt wie z. B. die Begegnungen des Kükens mit den verschiedenen Tieren. Diese und auch die Pflanzen werden hier in kurzen Textabschnitten gut erklärt und immer dabei die Frage: „Wo ist meine Mama?“
Jeweils über eine Doppelseite wird die Geschichte von einem Tier oder Pflanze erzählt, und dabei erfährt nicht nur das Küken, woher denn die Tierkinder kommen.
Bis das Küken endlich seine Mama gefunden hat, schreibt die Autorin mit wirklich gut gewählten Worten die Geschichte. Die zwar auf den ersten Blick erscheinenden schlicht gehaltenen Illustrationen sind detailreich und aus einer Geschichte können noch viel mehr entstehen. Hier ist die Fantasie gefragt, aber in dem empfohlenen Lesealter sollte das ja kein Problem sein. Bei den Illustrationen finden sich auch kleine Sprechblasen, z. B. wenn die Biene im Text „Tss, tss“, summt, steht dies ebenso neben der gezeichneten Biene. Die Idee finde ich richtig gut. Ebenso eignet sich das Buch auch gut zum Vorlesen und man kann dabei auf eine tolle Entdeckungsreise gehen.
„Vom Küken, was wissen wollte, wer seine Mama ist“, ein Kinderbuch für jede Jahreszeit, keine 08/15-Geschichte.


Das Mädchen mit den blauen Augen: Roman
Das Mädchen mit den blauen Augen: Roman
von Michel Bussi
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 14,99

5.0 von 5 Sternen Sehr emotional, spannend bis zum Ende, 9. April 2014
Ein Tag vor Weihnachten 1980. Airbus 5403 war auf dem Weg von Istanbal nach Paris. Das Flugzeug stürzt ab und prallt gegen ein Bergmassiv. Alle Passagiere und Besatzungsmitglieder überlebten den Absturz nicht. Nein, stimmt so nicht ganz. Ein Baby überlebte wie durch ein Wunder. Da an Bord sich zu dem Zeitpunkt allerdings zwei Säuglinge im gleichen Alter befanden, war nicht klar, welches hatte nun überlebt. Man bedenke, zu der damaligen Zeit steckte die Wissenschaft gerade mal in den Kinderschuhen. So begann ein zermürbender Streit um das Baby, welcher darin endete, dass es Emilie Vitral war, die überlebt hatte.
Achtzehn Jahre lang hatte sich Credule Grand-Due mit diesem Fall beschäftigt.
Achtzehn Jahre lang Material gesammelt, archiviert. Sollte diese ganze Arbeit umsonst gewesen sein?
Achtzehn Jahre lang hatte Mathilda de Carville ihn bezahlt, um die wahre Identität des Babys herauszufinden.
Achtzehn Jahre lang glaubte sie, dass ihre Enkelin Lyse-Rose der überlebende Säugling war.
Achtzehn Jahre nach dem Unglück, kurz bevor der Grand-Duc seinem Leben selbst ein Ende setzen will, die Unterlagen dem Feuertod zum Opfer fallen sollen, fällt sein Blick auf die Ausgabe der Zeitung Est republicain, vom 23. Dezember 1980.
„Das Mädchen mit den blauen Augen“ erhält die Aufzeichnungen vom Grand-Due, der kurz nach seiner Entdeckung tot aufgefunden wird. Trotz der einfachen Verhältnisse, in der sie aufwuchs, macht die Geschichte so neugierig.
Wer hat den Geheimdetektiv ermordet? Wollte jemand, dass das Geheimnis nicht enthüllt wird?
Fragen über Fragen, doch die Handlung ist so gut aufgebaut, birgt manch Überraschung, sehr spannend. Der Autor hat mich mit seinem Erzählstil gefesselt, aber nicht nur das. Den Charakteren hat er seinen Atem eingehaucht, man kann es nicht anders beschreiben.
Wer ist nun das jetzt achtzehn Jahre alte Mädchen, Emilie oder doch Lyse-Rose?
„Das Mädchen mit den blauen Augen“, dessen Cover durch eine gewisse Bescheidenheit auffällt, aber in Wirklichkeit etwas ganz besonderes ausstrahlt.
Ein Familiendrama, zu der damaligen Zeit sicher eine Tragödie, heute aufgrund von DNATest sicher schnell lösbar.
Höchster Lesegenuss für alle, die diese gelungene Mischung von Familiengeschichte und Krimi mögen.


Das Leben einer anderen: Roman
Das Leben einer anderen: Roman
von Joyce Maynard
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,99

5.0 von 5 Sternen Zwei Frauen, ein Schicksal - ein bewegender Roman, 7. April 2014
Rezension bezieht sich auf: Das Leben einer anderen: Roman (Taschenbuch)
Es beginnt im Oktober 1949, zur Hurrikanzeit, in New Hampshire. Der Farmer Edwin lebt mit seiner Frau Connie und den vier kleinen Töchtern auf dem Land. Das Farmhaus hatte sein Urgroßvater erbaut. Nun forderte der Sturm Edwins Einsatz, denn er stand der Freiwilligen Feuerwehr der Ortschaft als Leiter vor.
Genau am Unabhängigkeitstag, dem 4. Juli, im darauffolgenden Jahr wird das fünfte Mädchen geboren. Von Anfang an hieß es, sie sei ein Hurrikankind – ganz klar, warum dieser Name.
Wechselweise, und kurzen Kapiteln, in der Ich-Erzählperspektive lassen Ruth und Dana teilhaben an ihrem Leben, dem Aufwachsen. Dana, das andere Mädchen, war genau am gleichen Tag im selben Krankenhaus wie Ruth geboren.
Zu dessen Familie wurde seitens Ruths Mutter ein intensiver Kontakt gepflegt, auch noch, als Val und George, die Eltern von Dana, mit ihr und dem Sohn Ray in andere Orte weiterzogen.
Es war für Connie Pflicht, dass die beiden, Ruth und Dana, nicht den Kontakt verloren. Irgendwann fand Ruth dann Gefallen an Ray.
Also auf der einen Seite die Farmerfamilie, und auf der anderen die Künstlerfamilie.
Doch wie konnte es angehen, dass sich Ruth so gut wie gar nicht für das Farmerleben interessierte, sondern für ihr Leben gern zeichnete. Und das konnte sie wirklich gut. All ihre Fantasien pflegte sie in einem Skizzenbuch festzuhalten. Ruth – eine Künstlerin.
Auf der anderen Seite Dana, die sich wie eine Fremde in ihrer Familie vorkam. Sie liebte alles was mit Pflanzen – und Natur zu tun hatte. Im Grunde genommen war sie ein Mädchen vom Land.
Hiermit ist eigentlich schon klar, was passiert sein musste.

„Das Leben einer anderen“ erzählt das Leben und Schicksal zweier Frauen, welches in New Hampshire beginnt. Ein Leben, welches sich jederzeit, an jedem anderen Ort abspielen kann. Obwohl sich Ruth und Dana nie wirklich gut verstanden hatten, war ich von der Emotionalität, ihren Gefühlsäußerungen und Hoffnungen angesprochen. Die Autorin schreibt sehr authentisch, dass ich mich in die Situationen hineinversetzen konnte.
Die Handlung wird getragen von zwei Charakteren, wie sie unterschiedlicher nicht sein konnten. Doch auch die starke Präsenz der Nebenfiguren sind maßgeblich daran beteiligt, dass das Buch ein wahres Lesevergnügen war.


Der Teufel von New York: Roman
Der Teufel von New York: Roman
von Lyndsay Faye
  Broschiert
Preis: EUR 15,90

5.0 von 5 Sternen Spannender historischer Kriminalroman - Brillant erzählt, 6. April 2014
Rezension bezieht sich auf: Der Teufel von New York: Roman (Broschiert)
Im Sommer 1845 wurde in New York City endlich eine Polizei gegründet. Gleichzeitig wurde in dem Jahr die Stadt von Tausenden von Immigranten aus Europa überflutet. Viele flohen vor der Hungersnot aus Irland, wo die Kartoffelfäule ihnen ihre Existenz nahm, Hunger und Elend beherrschte das Land. Sie wanderten aus in die Vereinigten Staaten oder auch Kanada.
Timothy Wilde hatte gezwungenermaßen den Job bei der Polizei angenommen, dem ihm sein Bruder vermittelt hatte. „Der Teufel von New York“ spielt im New York des 19. Jahrhunderts. Es blickt hinter die Kulissen, den Machenschaften, die sich bis in die heutige Zeit ziehen. Seinen bisherigen Job in einer Bar hatte er durch einen Brand verloren, alles war vernichtet worden. Sogar auch sein Geld und schließlich hatte er auch noch Brandnarben zurückbehalten. Er war gezeichnet.
Als ihm eines Abends ein kleines Mädchen über den Weg läuft, besudelt mit Blut, nimmt er sie nach einer Verfolgungsjagd mit zu sich. Nach anfänglichen Schwierigkeiten erfährt er die Geschichte ihrer Flucht und sie zeigt ihm den Platz, an dem sich neunzehn Kinderleichen finden.
Erzählt wird die Geschichte aus Timothys Sicht. Jedes Kapitel beginnt mit einer Notiz, entweder aus der damaligen Zeitung oder auch aus einer Schulfibel. Die Sätze sind kurz und aussagekräftig. Schon nach einigen Kapiteln wurde mir klar, dass die Autorin für ihr Buch sehr gut recherchierte. Sehr deutlich mit klaren, detaillierten Beschreibungen und durch ihren Schreibstil erscheint dem Leser klar vor Augen, wie sich das damalige Leben abgespielt hat. Allein die Lebensumstände, die Unterkünfte, die verschiedenen Nationalitäten, überall wurde ums Überleben gekämpft. Man lebte von der Hand in den Mund, und oft, viel zu oft, waren die Kinder die Leidtragenden. Der Aufbruch in die Neue Welt, in ein besseres Leben, für viele endete er mit dem Tod.
Welche Möglichkeiten gab es damals, den Tod der Kinder aufzuklären? Was hatte das Mädchen damit zu tun? Erschreckend, grausam und dann doch einfühlsam hat die Autorin hier eine großartige Story geschrieben, die wieder einmal vor Augen führt, welche tiefe Kluft zwischen Arm und Reich herrschte.
Als die Nachricht von den vielen Kinderleichen sich verbreitet, glaubt man, es waren die Iren – die da, die mit ihrem Glauben und den komischen Ritualen.
Was früher in Religionskriege endete, artet hier in Straßenkämpfe bzw. Bandenkriege aus. Aber nicht nur. Als ich vor Kurzem im TV einen Bericht über Ellis Island sah, der mit ganz alten Filmaufnahmen aufwartete, las ich gerade „Der Teufel von New York“.
Bandenkriege, das organisierte Verbrechen, all das gehörten zur New Yorker Tagesordnung. Und das galt es nun seitens der Polizei zu bekämpfen.
Es gibt wirklich viele gute historische Romane, aber einen historischen Kriminalroman habe ich bis dato noch nicht gelesen. Lyndsay Faye hat mich mit ihrem Buch „Der Teufel von New York“ wirklich überzeugt, obwohl Krimis oder auch Thriller nicht zu meinen Lesefavoriten gehören.
Ich gebe sehr gerne eine Leseempfehlung und bin gespannt auf den zweiten Teil, der im Frühjahr 2015 erscheinen wird.
Achtung Spoiler:
Zitat:
S. 356
„Wie viele Menschen in den Vereinigten Staaten sind sich wohl der Tatsache bewusst, dass der Papst die Kreuzzüge für nicht beendet hält und alle zwei Jahre eine Bulle erlässt, in der er Soldaten auffordert, sich daran zu beteiligen?
Amerikanische Protestanten zur Verteidigung der Bürgerlichen und Religiösen Freiheit gegen den Vormarsch des Papsttums, 1843.


Sonntags bei Sophie: Roman
Sonntags bei Sophie: Roman
von Clara Sternberg
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein sehr empfehlenswertes Buch, berührend - Sophie verzaubert, 5. April 2014
Rezension bezieht sich auf: Sonntags bei Sophie: Roman (Taschenbuch)
Achtung - enthält kleinen Spoiler
Normalerweise geht mir der Text für eine Buchbesprechung flott von der Hand. Doch „Sonntags bei Sophie“ gehört zu den Büchern, welche ich erst einmal sacken lassen muss. Was für ein zauberhaftes Cover, dachte ich, als ich es zum ersten Mal in der Hand hielt. Trotz der ausführlichen Buchinfo seitens des Verlags war ich einerseits erstaunt über die Aufmachung, andererseits im nachhinein ganz ehrlich, es hätte nicht besser sein können.
Freundinnen fürs Leben, das sind Sophie, Rose und Melanie.
Silvester bei Sophie und ihrem Mann Stefan, Treffpunkt für einen wunderbaren Jahresabschluss. Nur Melanie muss sich mal wieder erklären, warum ihr Heiko, Erzeuger ihres Nachwuchses, nicht dabei sein kann. Liebe macht blind, manches möchte man einfach gar nicht sehen. Und wenn dann noch die biologische Zeituhr tickt, nimmt man (vielleicht) vieles hin. Da nützen auch die gutgemeinten Ratschläge von Sophie nichts. Aber die Freude auf das Baby war natürlich bei den anderen beiden Frauen groß, hatten sie doch selbst keine Kinder.
Etliche Monate waren seit dem Jahreswechsel vergangen, Melanies Bauch wuchs, und jeder lebte irgendwie sein Leben. Seit dem Zeitpunkt, als bekannt wurde, dass das Baby ein Mädchen wird, hieß das Ungeborene Motte.
Und dann unverhofft, ohne Vorwarnung, kam der Anruf von Sophie, der wie ein Wirbelsturm Rosa und Melanie erfasste und sie dann brutal in die Wirklichkeit fallen lies. Erst im letzten Sommer, zu Rosas 45. Geburtstag, hatten sie die wunderbare Nachricht von Sophie erhalten, dass sie Godzilla, den Feind in ihrem Körper, besiegt hatte und sie gesund sei.
Zitat S. 27
„Ich sehe keine Möglichkeit, es euch schonend beizubringen. Deshalb sage ich es euch auf meine Weise: Godzilla ist zurückgekommen. Er hat den Krieg gewonnen. Ich habe nur noch ein paar Wochen zu leben.“
Von da an geht es nur um eins: Sophies größter Wunsch ist es, die Geburt von Motte noch zu erleben. Keine Behandlung, nichts wollte sie, nur Normalität für den Rest der Zeit. Von nun an war jeder Sonntag der Freundinnen-Sonntag. Und Sophie hatte in Stefan einen liebevollen Mann, der sogar exzellent backen konnte und die Frauen verwöhnte. An Godzilla wurde kein Gedanke verschwendet – scheinbar.
„Sonntags bei Sophie“ gehört definitiv zu den Büchern, die man nicht überfliegt bzw. wegliest. Wie ich anfangs schon schrieb, kommt durch das Cover eine gewisse Leichtigkeit auf, die sich auf im Text wiederfindet. Aber auch die drei Frauen sind glaubhaft geschrieben, dass man trotz der schweren Krebserkrankung (Godzilla) und dem bevorstehenden Abschied von Sophie sich damit auseinandersetzt.
Sicherlich kein leichtes Thema, Tod und Krankheit, doch die Autorin Clara Sternberg hat aus ihrer Idee eine wirklich gute Geschichte geschrieben, die mich zeitweise überrascht hat.

„Sonntags bei Sophie“ –
die Geschichte dreier Freundinnen,
die Geschichte von Liebe, Glück und Leid,
die Geschichte vom Loslassen können,
die Geschichte vom Leben selbst
die Geschichte mit einem kleinen Wunder am Ende.

Fazit:
Wer das Buch liest, wird hinterher vieles mit anderen Augen sehen.
Ein außergewöhnliches Buch, das berührt, zum Nachdenken anregt, und trotz allem zeigt es auch: „Jeder Tag, jede Minute deines Lebens ist ein Stück Glück, welches innerhalb von Sekunden brüchig werden kann“.
Für mich gehört das Buch zu meinen TopTen 2014. Ich kann nur empfehlen „Sonntags bei Sophie“ zu lesen. Es ist nicht immer locker-leichte Lektüre, dennoch ist es ein ganz besonderes Frauenbuch.


Inselkoller inklusive: Roman
Inselkoller inklusive: Roman
von Mike Schulz
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,99

3.0 von 5 Sternen Leichte Lektüre für zwischendurch, 5. April 2014
Rezension bezieht sich auf: Inselkoller inklusive: Roman (Taschenbuch)
Sebastian Blum auf der Flucht – vor seiner Fast-Exfrau – sein Ziel: Die Nordseeinsel Neusand. Die Unterkunft im Turmhotel scheint vielversprechend, denn auf dem Weg dorthin hat er die erste Begegnung mit Elisabeth, die ihn ansich von der Fähre abholen sollte. Wenn da nicht dieser Hund Odysseus wäre.
Leider taucht dann aber doch noch seine bald Exfrau Ulli mit ihrem komischen Lover auf. Sebastian sucht Ruhe, braucht diese dringend, denn wie sonst sollte er schreiben. Sebastian Blum, ein Liebesromanautor, Ulli, die es auf sein Geld abgesehen hatte, das Chaos vorprogrammiert.
Locker leichte Lektüre, mit etwas mehr Pfiff, so aber plätschert die Handlung seicht vor sich hin. Das Ränkespiel um Geld und Liebe, Inselbewohner, die sich durch nichts aus der Ruhe bringen lassen, eine Leichte und ein Gespenst. Es sollte wohl mehr dabei herauskommen, denn von der Idee her fand ich die Geschichte gut. Ich habe oft geschmunzelt, denn es gab auch vergnügliche Szenen in „Inselkoller“. Nun, dass man dann auch noch durch einen starken Herbststurm abgeschnitten wird von der restlichen Welt, ja, da kriegt man schnell als Städter einen Inselkoller.
Liebe und Geld, man kann aus diesen beiden Worten großartiges zu Papier bringen. Das Sebastians Fast-Exfrau Ulrike es so gar nicht schmeckt, weil er sich in Elisabeth – Lissy – verguckt hat, und warum auch noch ein Gespenst in der Geschichte auftaucht, lest selbst.
Aufgeteilt in drei Teile – Teil 1 Die Insel, Teil 2 Turmgespenster und Teil 3 Inselkoller sind die Kapitel kurz gehalten, und von daher lässt sich das Buch problemlos auch mit Unterbrechung lesen.
Ein (fast) perfekter Roman – auf jeden Fall ideal als Urlaubslektüre. Am besten beginnt man mit dem Lesen auf der Fähre, falls die Reise auf eine Insel geht J
SPOILER!
„Sebastian wollte nur noch sterben.
Nicht etwa, weil dieses Schiff so schaukelte. Eigentlich schaukelte es gar nicht so schlimm. Es war nur nicht ... fest. Aber das Schaukeln war bestimmt nicht schuld an dieser erbärmlichen Übelkeit.“
Der Leser möge das als kleine ironische Randbemerkung betrachten.


Eine Muschel für Romy
Eine Muschel für Romy
von Tanya Stewner
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 12,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Freundschaft für immer und ewig? Eine wunderbar geschriebene Geschichte mit tollen Illustrationen, 31. März 2014
Rezension bezieht sich auf: Eine Muschel für Romy (Gebundene Ausgabe)
In Erinnerung an ihre Kindheit, ihren besten Freundinnen, entstand ein Kinder- und Jugendbuch, welches durch das sehr ansprechende Cover allein schon ein Hingucker ist.
Das Buch hat keine Seitenzahlen, so wie man es normalerweise kennt. (Fast) jede Dopelseite besteht aus einer ganzseitigen Illustration, der Text ist teils sehr kurz gehalten und die Illustrationen dementsprechend angepaßt. Die Geschichte ansich ist nicht lang, aber vom Inhalt sehr aussagekräftig. Denn die Autorin möchte mit ihrer Geschichte von Romy und ihrer Freundin Nika den LeserInnen etwas vermitteln, die Augen öffnen.
Man kann niemanden festhalten, einengen, abgrenzen von anderen. So wie Romy in der Geschichte lernen muss, dass auch die Meinung anderer gilt und nicht nur die eigene maßgebend ist. Rechthaberisch zu sein, damit kommt man nicht weit. Es ist vorhersehbar: Nika will nicht mehr Romys beste Freundin sein, und dass erst nach drei Tagen Freundschaft und ausgerechnet drei Tage vor Romys Geburtstag.
Es sind die menschlichen Gefühle, die nach einer Begegnung mit der Frau am Strand, behutsam an Romys Innere anklopfen. Es fällt ihr allerdings nicht leicht, das zu beherzigen, was Mara, die Frau mit den Muschen, ihr mit auf den Weg gibt. Man kann nicht etwas versprechen, auch nicht für ein Leben lang, man muss (leider) auch lernen, loszulassen.
Es gibt keine Garantie dafür, dass es zurückkommt, doch es gibt diesen einen Moment, an den man sich immer erinnert. So wie Romy in der Geschichte, zu lernen, etwas loszulassen und dafür eine Freundin wiederzugewinnen.
Fazit:
Die Geschichte um Romy und was es mit der Muschel auf sich hat, die Zeichnungen, die Hardcovergestaltung, die ganze Aufmachung des Buches fügen sich zu einem gelungenen Ganzen.
Rundum gelungen – meine Kauf- und Leseempfehlung – nicht nur für das empfohlene Lesealter, sondern auch für die Omas, Mütter, Schwiegermütter, TickTack-Omas ...


Wer versteckt sich hier, Lieselotte?: Mit lustigen Ausklappseiten
Wer versteckt sich hier, Lieselotte?: Mit lustigen Ausklappseiten
von Alexander Steffensmeier
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 7,99

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine erneut wunderbare Geschichte um Lieselotte, 30. März 2014
Es gibt ja schon einige Bücher von Lieselotte, der Kuh, die auf einem Bauernhof wohnt. Doch Lieselotte ist ja ein ganz besonderes Tier.
„Wer versteckt sich hier, Lieselotte?“ ist ein kleines, handliches Pappbilderbuch, wobei jede Doppelseite noch eine halbe Seite zum Aufklappen hat. Dahinter versteckt sich die Lösung der jeweilig gestellten Frage. Eine tolle Idee!
Beispiel:
Wer versteckt sich hinter dem Gartenzaun?
Da schauen fragend Lieselotte, das Pferd, Hühner und Hund und wenn man die Klappseite aufschlägt, sieht man zwei Schweine.
Hier haben sich die Schweine versteckt.
Ganz zum Schluss haben sich alle Tiere versammelt und schauen fragend, wer sich denn da wohl hinter der Wäsche versteckt?
Meinem Anspruch an Illustrationen ist es voll gerecht geworden, denn hier ist die Geschichte liebevoll und zum Inhalt passend illustriert.
Ja, es macht Spaß und viel Freude, mit der Kuh Lieselotte dieses Versteckspiel zu lesen.
Das Buch bietet den Freiraum, die Fantasie der Kinder anzuregen, gleichzeitig auch das Leben und die Tiere auf dem Land - einem Bauernhof - zu vermitteln.

Fazit: Empfehlenswertes Kinderbuch, es gefällt mir, dass Inhalt und Zeichnungen gut miteinander harmonisieren und ein Hingucker sind. Auch nach mehrmaligen Lesen wird es nicht langweilig, weil man immer wieder etwas Neues entdecken oder selbst eine Geschichte sich dazu ausdenken kann.
Dieses kleine Buch ist handlich und auch gut für den Urlaub geeignet.


Die Frau, die Sterne fing
Die Frau, die Sterne fing
von Amy Brill
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 22,95

5.0 von 5 Sternen Sehr gut recherchiert, außergewöhnlich gut und glaubwürdig geschriebene Geschichte!, 29. März 2014
Rezension bezieht sich auf: Die Frau, die Sterne fing (Gebundene Ausgabe)
Inspiriert durch einen Besuch auf der Insel Nantucket Island, bei der die Touristen auf die berühmte Inselbewohnerin Maria Mitchell aufmerksam gemacht werden, beschließt die Autorin Amy Brill, mehr von dieser 1818 geborenen Frau zu erfahren. Daraus entstanden ist ihr Debütroman „Die Frau, die Sterne fing“. Zur damaligen Zeit lebten die Inselbewohner hauptsächlich vom Walfang. Hannah Gardner Price hatte das Glück, als Tochter von ihrem Vater sehr viel Wissen über die Sternenkunde zu lernen.
Am Tage arbeitete sie in einer Bücherei, und nachts fand man sie auf dem Dachboden, wo sie vielleicht eines Tages mal etwas Großes am Himmel entdecken würde, hoffte sie. Ihr Bruder Edward, den sie sehr vermisste, fuhr zur See. Die Mutter ist früh verstorben.
Schon von Anfang an fällt auf, wie detailliert die Autorin jedwede Handlung beschreibt. Sie erklärt Abläufe, Gegenstände, und den Stand der damaligen Wissenschaft.
Man sollte sich nicht von einem anfänglich scheinbar komplizierten Anfang abhalten lassen, das Leben rund um Hannah und ihrer Familie, der Gemeinde zu lesen. „Die Frau, die Sterne fing“, ist ein außergewöhnliches Buch, bei denen die Recherchen der Autorin auf beweisbares Material basieren, und so gut in die fiktive Geschichte einfließen. Hannahs Leben nimmt eine neue Richtung, als der Seemann Isaac Martin vor dem Haus der Price steht. Er bittet darum, dass der Vater den Chronometer des Schiffes, auf dem er fährt, zu reparieren. Einige Zeit später möchte er, dass Hannah ihn unterweist. Er möchte alles wissen über Navigation, ebenso wie es sich mit den Sternen und dessen Berechnung verhält.
Man bedenke die damalige Zeit und die Religionsgemeinschaft der Quäker, zu denen Hannahs Familie gehörte. Doch sie macht es, für sich selbst, froh darüber, ihr Wissen weitergeben zu können. Aber niemals verliert sie ihr Ziel aus den Augen, eines Tages selbst einen Kometen oder neuen Stern zu entdecken.
„Die Frau, die Sterne fing“, ein so ganz anderes Buch, in welches das Leben einer Persönlichkeit mit eingebunden wurde. Auch wenn es an vielen Stellen langatmig erscheint, es lohnt sich! Allein die Passagen, an denen Hannah ins Schwärmen gerät und ihre Faszination zum Himmel, den Sternen in Worte kleidet, wünscht man sich, an ihrer Seite auf dem kalten Dachboden zu stehen, eingehüllt von einer magischen Atmosphäre.
Dass sich zwischen Isaac und Hannah etwas anbahnt, sei am Rande erwähnt. Ebenso der Unmut der Quäkergemeinschaft über ihre Lebenseinstellung. Wohin dies letztendlich führt, lest selbst.
Es ist die Geschichte der Hannah Price, ihre Wünsche, der Thematik im Ganzen, die dieses Buch zu etwas Besonderem machen.
Ganz zum Schluss muss ich noch auf das Cover eingehen, von dem allein eine derartige Faszination ausgeht, dass es neugierig auf den Inhalt macht.
In ihrem Nachwort erfährt der Leser mehr von Marie Michell, ihren Recherchen, und einer Danksagung an die Frau, die sich lebenslang für Frauenbildung u.a. eingesetzt hat. Ohne solche Frauen wie Marie Mitchell und viele andere wären wir Frauen wahrschein nicht dort, wo wir jetzt stehen.


Hannahs Entscheidung: Im Schatten der Appalachen #1
Hannahs Entscheidung: Im Schatten der Appalachen #1
Preis: EUR 5,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein sehr empfehlenswertes Buch, gefühlvoll ... Warten auf den Folgeband :-), 26. März 2014
Hannah Mulligan flüchtet aus ihrer Ehe mit dem eifersüchtigen und gewalttätigen Mann Shane nach Fairview. Sie will dort zu ihrer Großmutter, an den Ort, mit dem sie ihre Kindheitserinnerungen verbindet. Doch das Pech ist auf ihrer Seite und sie muss in Willow Creek, einer idyllischen Kleinstadt in North Carolina, ihre Reise bedingt durch einen Unfall unterbrechen. Hier lernt sie in dem Cafe die Besitzerin Tayanita, eine Cherokee-Indianerin kennen, die sich ihrer annimmt. Doch es ist nicht alles bezaubernd, zuckersüß in der kleinen Stadt. Hannah hat mit Sam zu tun, einem ehemaligen Cop, der nun zurückgezogen auf einer Farm lebt und auch schreibt. Aufgrund des Unfalls können sich beide nicht riechen. Hannah hat noch immer mit ihrem alten Leben zu kämpfen. Es war nicht einfach, ihr altes Leben aufzugeben. Aber auch Sam hat eine Vergangenheit, unter der er sehr leidet.
Kein Wunder, dass die beiden, Hannah und Sam, nur auf Konfrontation aus sind. Aus der Not heraus gewährt Sam Hannah Unterkunft auf seiner Farm und beide merken, dass sie sich mögen. Leider gibt Shane, Hannahs Noch-Ehemann, keine ruhe und will sie zurückhaben. So einen Typen wie ihn verlässt man doch nicht, oder?!
Eine Liebesgeschichte, aus dem Leben gegriffen, ein Ort, an dem man gern leben möchte, so bildhaft beschrieben, Charaktere, die man ins Herz schließen muss.
In unserem Leben geschehen oft Dinge, die wir nicht erklären können. Einschneidende Veränderungen, sie zeigen eine andere Sichtweise, verändern die Verantwortung. Wenn man den Anfang seiner Wunden, Verletzungen findet, ist es kein leichter Weg, diese zu ertragen, mit ihnen zu leben, sie zu heilen.
Ich habe mich sehr wohl gefühlt, bin abgetaucht in eine andere Welt, aus der ich nach meiner Lesezeit gar nicht zurückkommen wollte.
Es erinnerte mich gefühlsmäßig an die Geschichte von Fanny Hill „Das Wunder von Lost River“. Mit diesem Buch erging es mir ebenso.

Fakt ist ...
... dass meine ersten Gedanken am Ende des Buches waren, ich möchte mehr davon lesen! Kate Sunday hat mit ihrer Geschichte, auch wenn sie nur im Kopf entstanden ist, eine tolle Geschichte geschrieben. Man hat den Wunsch, diesen fiktiven Ort zu besuchen, ganz lange dort zu verweilen, aber die Geschichte zeigt auch auf, dass im Leben sehr viel miteinander verbunden ist. Und nicht nur das.
Wer dieses Buch noch nicht gelesen hat, dem kann ich es nur empfehlen!


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