Ich habe diesen Film in den letzten 5 Jahren ca. 10 mal gesehen und werde ihn mir bestimmt auch noch mal so oft ansehen. Warum ? Weil dieser Film alles beinhaltet, was ein guter Film haben muss. Er erzählt eine authentische Geschichte, zeigt tolle Bilder des Urwaldes, wird von einer hervorragenden und ergreifenden Musik begleitet, die den gesamten Film "umspült" und die Bilder perfekt unterstützt und ist nicht zuletzt politisch sowie geschichtlich höchst interessant und aktuell. Dabei reicht es nicht aus, den Film als einen Teil der europäischen (Spanisch / Portugiesischen) Kolonialgeschichte zu begreifen. Der Film geht vor allem politisch viel tiefer. Er handelt im Kern von der (katholischen) Kirche, die im Territorialstreit zwischen den Portugiesen und Spaniern vermitteln muss. Vordergründig geht es dabei um die Bewertung der Sklaverei in den eroberten Gebieten. Tatsächlich aber muss der angereiste päpstliche Gesandte sich für die Macht (daher den Erhalt des Jesuitenordens, der durch die in Frankreich aufstrebenden antiklerikalen Kräfte bedroht ist und denen eine Parteinahme der Kirche nur sehr gelegen käme) oder für die Ureinwohner und die sie unterstützenden Jesuitenpriester entscheiden. Dieser Konflikt durchzieht den gesamten Film und findet am Ende seinen meisterlichen Höhepunkt. Spannung Herz und Verstand vereinen diesen Film vom Anfang bis zum Ende.