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Rezensionen verfasst von
Tintan "chainsawlibrarian"

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Don't Explain
Don't Explain
Preis: EUR 14,99

13 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Intensiv, 3. Oktober 2011
Rezension bezieht sich auf: Don't Explain (Audio CD)
Damit gar nicht erst Mißverständnisse aufkommen: dieses Album hat mit schweißtreibendem Straßenarbeiter-Bluesrock à la Rory Gallagher oder Gov't Mule nicht viel zu tun. Wer dergleichen für "authentisch" hält, sollte dabei bleiben und die Finger von diesem Meisterwerk lassen. Mit Beth Hart und Joe Bonamassa haben sich zwei phantastische Musikerpersönlichkeiten getroffen, die vom rauhen Aufschrei bis zur subtilen Nuance alle musikalischen Ausdrucksmittel beherrschen; diese Mittel werden aber nie zum Selbstzweck, sondern sind jederzeit aus unmittelbarem Fühlen und Erleben gespeist. Mancher Rock-Fan mag die hier gebotene technische Präzision als zu perfekt, "zu glatt" empfinden. Ich bin da anderer Meinung. Perfektion ist ebensowenig gleichbedeutend mit oberflächlicher Glätte, wie naiv-kantiges Drauflosrocken per se Ehrlichkeit und Substanz verbürgt. Hier jedenfalls ist sehr viel Substanz durch überragende Kunst zum Ereignis geworden. Darüber hinaus sind diese Interpretationen eher ein vom Jazz inspirierter Blues, als dass sie sich eine kratzig-schrammelige Rockattitüde aufsetzen. Es ist eine pure Freude, Beth Harts intensivem, modulationsreichen Gesang und Joe Bonamassas glasklarem, bis in die kleinste Note hinein ausdrucksstarken Gitarrenspiel zuzuhören, das den bekannten Blues-Mustern immer wieder kleine Lichter aufsetzt und neue, unerwartete Variationen entlockt. Glücklich, wer das zu hören und sich daran zu freuen vermag. Pech für den Rest. Kurz, wenn man sich dieses Jahr nur ein Album kaufen dürfte, sollte es genau dieses sein. (Vier Sterne gibt's für Musik und Interpretation allgemein; den fünften als Bonus dazu, weil das Album mich persönlich besonders berührt hat.)
Kommentar Kommentare (3) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Mar 20, 2013 11:37 AM CET


Gustav Mahler "Verehrter Herr College!": Briefe an Komponisten, Dirigenten, Intendanten
Gustav Mahler "Verehrter Herr College!": Briefe an Komponisten, Dirigenten, Intendanten
von Gustav Mahler
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,28

8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die "andere" Korrespondenz - Einblick in Mahlers Alltag, 20. August 2010
Im neuen Mahler-Briefband "Verehrter Herr College", herausgegeben von Franz Willnauer, werden sowohl die einzelnen Briefe an Komponisten, Dirigenten und Intendanten kenntnisreich kommentiert als auch die Abfolge der Briefe selbst immer wieder mit für das fortlaufende Lesen unschätzbaren Überleitungstexten unterbrochen, die den jeweiligen biographischen Kontext herstellen. Das mag zunächst ein wenig trocken klingen, ermöglicht aber schon nach kurzem Einlesen einen direkten, unverstellten Blick auf den rastlosen Arbeiter Gustav Mahler. Mahler war ja ein Mensch, der nie müßig sein konnte, ein "Workaholic" und unermüdlich Planender, Strebender, Schaffender, nie zufrieden mit dem Erreichten, von Routine schnell ermüdet, immer vorwärts drängend mit unvorstellbarer Energie. Dabei zeigen die Briefe, wie geschickt er schon in frühem Alter taktierte und ein weitverzweigtes Netzwerk von Kontakten knüpfte, um seine Ziele zu erreichen. Aber neben das Bild des ausgebufften Strategen, des versierten, ja manipulierenden Verhandlungspartners tritt gleichzeitig schon früh der unangepaßte, radikal gegen den Strom schwimmende Zug seines Wesens, der sich etwa im fast gänzlichen Fehlen konzilianter Weltläufigkeit dokumentiert, wenn es um die für Mahler absoluten Werte der Kunst ging. Hier war er zu keiner Konzession bereit, verlangte von sich selbst und anderen das Äußerste an Hingabe und Einsatz. Wo er diese nicht fand oder auf Unverständnis, Bequemlichkeit, Borniertheit und Ignoranz stieß, verlor er schnell die Geduld.

Der Normalmensch, dessen Nöte angesichts der Konfrontation mit einer so von innen heraus brennenden Persönlichkeit verständlich sind, empfindet solche Zumutungen an seine temperierte Normalität natürlich als Manifestation egomanen Größenwahns. Vor der Kunst gab es in Mahlers Augen keine Kompromisse; seine "Egozentrik" war jene der Kunst selbst, die sich durch ihn schöpferisch und nachschöpferisch verwirklichte; seine Autorität war die Autorität des kreativen Geistes, in dem elementare Kräfte verdichtet zum Ausdruck kommen. Vom Komponisten Mahler, der uns heute am meisten interessiert, von seinen Gedanken, Träumen, Wünschen, Zielen lassen die Briefe an "Collegen" natürlich nur wenig ahnen; sein inneres Wesen, sein Denken und Fühlen öffnete Mahler nur den engsten Freunden. Solche schriftlichen Zeugnisse, zumal wenn sie, wie diese Briefe, eher offiziellen Charakter haben und kaum Privates offenbaren, können daher immer nur ein schwacher, fossilierter Ersatz für das lebendige Miterleben sein, und alle Erkenntnisse, die man für sich daraus ziehen mag, sind letztlich subjektiv gefärbt. Immerhin sind Mahlers Briefe unmittelbare Zeugnisse seines Wesens, im Gegensatz zu den stilisierten, im Entstehen schon auf die Nachwelt berechneten Epistel Goethes, Schillers oder Thomas Manns. Am Ende bleibt nur das Werk. Im Falle Gustav Mahlers ist es aussagekräftiger als die Summe aller Realien und biographischen Fakten.


Wall Street Voodoo
Wall Street Voodoo
Wird angeboten von hotshotrecordsmailorder
Preis: EUR 11,87

15 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Psychoblues für Wagemutige - nichts für Progger!, 3. November 2005
Rezension bezieht sich auf: Wall Street Voodoo (Audio CD)
Roine Stolt hat es mit diesem Album geschafft, sich zwischen alle Stühle zu setzen. Und das ist gut so! Um es ganz direkt zu sagen: Ich liebe dieses Album! Ich liebe es, weil es so anders ist, weil es die eigenen, bequemen, eingefahrenen Hörgewohnheiten in Frage stellt und dadurch Mißverständnisse geradezu herausfordert. Denn weder bedient es die gängigen Bombast-Prog-Klischees, noch ist es ein typisches Retro-Blues-Album. Es ist etwas ganz Neues, Originelles, ein postmodernes Rock-Kaleidoskop, dessen Elemente sich ständig verändern, das vibriert und changiert, durch die Gitarre aber gleichsam "geerdet" wird.
Sicher, die Musik nimmt ihren Ausgangspunkt bei den Heroen der späten Sechziger, ist inspiriert von Hendrix, Cream, vor allem Zappa, versucht aber nicht, diesen spezifischen Sound authentisch wiederzubeleben (das wäre langweilig!), sondern geht schnell eigene Wege. Wallstreet Voodoo ist durchaus sperrig und gewöhnungsbedürftig - und wird vielleicht deshalb bei vielen Hörern zunächst Ratlosigkeit hinterlassen. Roine Stolts notorische Verächter werden sich bestätigt finden und das Album verreißen; aber auch seine "Fans" werden erst lernen müssen, mit dieser geballten Ladung von angeschrägtem Psycho-Blues umzugehen.
Diese Musik hat keine "Zielgruppe", sondern steht ganz für sich selbst da, sie möchte erobert werden, macht dem Hörer das Kompliment, daß sie ihm nichts konzediert, keine Erwartungen bedient, nur ihrer eigenen Dynamik, ihrer eigenen inneren Logik gehorcht. Man muß imgrunde ganz neu hören lernen, um dieses Album richtig zu hören. Grob beschreiben könnte man es vielleicht so: Bluesige Gitarren-Jams aller Schattierungen und Spielarten, eingebettet in kantig-zerklüftete, psychedelische, leicht angeproggte Songstrukturen. Nichts für den musikalischen Quickie zwischendurch, kein lauer "New Artrock", kein süffiger Balsam für die streßgeplagte Seele, sondern Musik die fordert, die an- und aufregt, die gängige Klischees durchbricht, kurz, die man wohl entweder nur lieben oder hassen kann.
Wer nicht die "schnelle Nummer" sucht, die musikalische Beschleunigung von Null auf Hundert in 2 Sekunden, sondern wer die Zeit und den Willen mitbringt, sich dem Flow dieses Albums zu überlassen, wird am Ende reich belohnt.
Ein letzes Bild: So vieles, was heutzutage gerade auch im Bereich progressiver Musik gelobt und gepriesen wird, ist im Grunde nichts weiter als gepflegter musikalischer Rasen, ein netter Töne-Garten, in dem es sich angenehm leben läßt. Roine Stolts Musik ist dagegen musikalisches Urgestein, Wildwuchs, Urwald und Abenteuer.


Adam+Eve
Adam+Eve
Preis: EUR 25,81

19 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein sprödes Meisterwerk, 4. August 2004
Rezension bezieht sich auf: Adam+Eve (Audio CD)
Zugegeben: Auch ich hatte bei ersten Hören des neuen Flower Kings-Albums meine Schwierigkeiten. Aber war das nicht bei jedem Album dieser Band so gewesen? Nur zu gut erinnere ich mich noch an die ersten Höreindrücke von "The Rainmaker", daran, wie enttäuscht ich im ersten Moment war, als ich nur Variationen des bereits Bekannten zu hören glaube, dazu unspektakuläre Melodien, die nicht sofort ins Ohr gingen, Arrangements ohne inneren Zusammenhalt (so dachte ich) ...
Aber moment mal, ich rede hier doch von meiner Lieblingsband!!??
Nun, ich lag eben falsch! Und nachdem ich mich mit offenen Ohren und ohne vorgefertigte Erwartungen vor die Lautsprecher gesetzt und den Songs Zeit gegeben hatte, sich zu entfalten, war die anfängliche Skepsis wie weggeblasen. Heute halte ich "The Rainmaker" für ein zu Unrecht unterschätztes, heimliches Meisterwerk der Schweden.
Doch zur Sache. Ich kann nur für mich persönlich hier zu Protokoll geben: mit "Adam & Eve" verhält es sich ebenso. Ich war ein wenig enttäuscht nach dem ersten Hördurchlauf und stellte das Album etwas säuerlich gestimmt ins Regal. Am nächsten Tag kramte ich es wieder hervor. Und siehe da: nach dem zweiten konzentrierten Hören begann die spröde Schönheit dieser Musik ihre Wirkung zu entfalten! Und nach dem 3. Mal war ich endgültig gewonnen.
Ich überlegte. Was mich zuerst so störe, die "typischen" Merkmale der Flower Kings-Musik, machen ja gerade die Identität dieser Band aus, die aus so eigenwilligen und stilprägenden Individualisten besteht. Gerade weil Roine Stolt sowohl als Komponist wie als Gitarrist eine typische Handschrift hat, wird das, was er und seine Band produzieren, immer an Früheres anknüpfen und erinnern. Und wer die Band kennt, dem werden natürlich zuerst diese altbekannten Elemente auffallen. Hat man sich aber erst einmal orientiert, hat man sich tiefer und aufmerksamer in den Klangkosmos von "Adam & Eve" eingehört, wird plötzlich die Fülle neuer Einfälle, neuer Klänge und Ideen evident, die spannend sind und Spaß machen, und die die bekannten Tademarks in neuer Beleuchtung ebenfalls neu und interessant erscheinen lassen.
"Adam & Eve" wird sicher polarisieren. Neben dem emotioalen, komplex-vollgepackten Vorgänger "Unfold the Future" wird es zunächst wie ein Mauerblümchen wirken, da es nicht die Emphase, den Nachdruck, das wuchtige Pathos des Vorhängers hat. Aber dieses Mauerblümchen wird wachsen und mit der Zeit seine ganz eigenen, stilleren, unspektakulären Qualitäten offenbaren. War "Unfold" ein monströses Feuerwerk, das mit seinen Raketen blendete, so leuchtet die Musik von "A&E" eher von innen heraus. Für mich ist es das rundeste, konsistenteste, reifste Werk der Band; auch, wenn es vielleicht nicht die großen, wohlklingenden, die Seele streichelnden Melodien à la "Stardust" besitzt. Dafür hat es (unter einer scheinbar spröden Oberfläche) Seele und Charakter, verbunden mit einer Geschlossenheit und luftigen Ökonomie der Mittel, die bei den Flower Kings so bisher nicht zu finden gewesen ist.
Und je mehr ich darüber nachdenke, desto mehr verliert "A & E" von seiner anfänglichen Sperrigkeit. Ich will nur ein paar meiner persönlichen Highlights hervorheben:
"Love Supreme": ein durchkomponierter, erlesen strukturierter Longtrack, der mit jedem Hören wächst, voll sublimster Einfälle und subtiler, sich nach und nach ins Ohr stehlender Melodien.
"A Vampire's View": ein im besten Sinne des Wortes "extremer" Song, dunkel, intensiv, "haarsträubend", mit gänsehauterzeugendem Gesang von Daniel Gildenlöw. Vielleicht das emotional tiefste, was Roine Stolt bisher komponiert hat
"Adam & Eve": ein Stück mit "Metal-Touch" ohne doch Metal zu sein. Hart und treibend und doch leicht, durchsichtig instrumentiert.
"Timelines": eingerahmt von einem furiosen jazz-rockigen Intro und Outro ein wunderbar relaxter, zuweilen fast groovender Song mit dem besten Blues-Solo von Roine Stolt. (Er ist im Herzen eben doch ein Blues man!)
"Starlight Man": wiederum leicht und luftig, ein "Happy Song", ohne seicht oder abgedroschen zu sein (obwohl die harte Progger-Fraktion hier den Mund verziehen wird); der Refrain geht einem nicht mehr aus dem Kopf und klingt, als sänge ihn Jon Anderson, und mit seinen 3 Minuten durchaus Top-Ten-tauglich.
Das sind vage und unzureichende Versuche, das Album zu beschreiben. Man muß es hören, muß seinen Nuancen, seinem spröden Charme mit offenen Ohren nachspüren. Es ist weder ein Album für den schnellen Kick noch für die süffige Prog-Erbauung. Man muß sich einlassen auf diesen "erwachsenen" Prog, der nicht durch billige Effekte glänzt, sondern erobert werden will.
Also, auf denn, Eroberungswillge! Die Mühe lohnt sich!


Unfold the Future/Ltd.
Unfold the Future/Ltd.
Wird angeboten von Fulfillment Express
Preis: EUR 25,89

14 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein großer Wurf!, 3. Dezember 2002
Rezension bezieht sich auf: Unfold the Future/Ltd. (Audio CD)
Es war klar, dass dieses Album polarisieren würde. Gerade darin aber dokumentiert sich seine Größe. UTF sprudelt geradezu über vor Ideen, originellen Arrangements und unverhofften Wendungen; es ist meines Erachtens eines der wenigen Doppelalben der Rockgeschichte ohne Füllmaterial.
Die Flower Kings haben sich hier selbst übertroffen und sich endgültig in die Riege der ganz großen, wahrhaft "progressiven" Künstler wie Yes, King Crimson, aber auch Frank Zappa oder Miles Davis eingereiht. - Mit dieser Aufzählung wird aber vielleicht auch schon die Komplexität und Vielschichtigkeit des Albums deutlich, die nicht jedermanns Sache sein wird und kann. Bombastische Prog-Hymnen, gefälligen Mainstream-Prog mit poppigen Ohrwurmqualitäten wird man hier NICHT finden - dergleichen überlassen die Flower Kings lieber Bands wie Spock's Beard oder Arena (nichts gegen die Genannten, auch diese Musik hat ihre Berechtigung!).
"Unfold the Future" ist kein Album, das man mal so nebenher beim Kartoffelschälen hören kann, diese Musik will intensiv und aufmerksam gehört werden, ihre ganze Schönheit (und Rauheit!) und Tiefe eröffnet sich erst nach mehrmaligen Durchläufen der CDs. Dann aber ist sie eine pure Freude von Anfang bis Ende. Komplexe, detailreiche, den Hörer immer weiter in ihre Tiefenstruktur ziehende Kompositionen wechseln mit kurzen melodischen Interludien (aber wer außer Roine Stolt kann heute solche Melodien schreiben?), deren musikalische Themen wiederum aus den großen Epen abgeleitet oder mit diesen verknüpft sind, aufgelockert durch improvisierte Studio-Jams (ohne Overdubs!), die nahtlos in den nächsten "symphonischen" Teil übergehen. Die Musik besitzt eine stilistische Vielfalt wie noch auf keinem anderen Flower Kings Album vorher - Symphonik, Rock, Blues, Zappaeskes, Latino-Rhythmen - und verschmilzt diese Einflüsse zu einem organischen, überzeugenden Ganzen, das 100%ig Eigentum der Flower Kings ist.
Das Zauberwort dieses Albums aber lautet: Jazz! Jazz durchzieht die Kompositionen, das Feeling, die Struktur in all seinen Aggregatszuständen, von der leichten, swingenden über die aggressiv-virtuose Spielart, bis hin zu wundervollen, fast atonalen Freejazz-Einlagen. Miles Davis "Bitches Brew" ist nicht fern. Das Saxophonspiel Ulf Wallanders war nie so intensiv, der Schwedische Trompeter Anders Bergcrantz ist eine pure Offenbarung und das Spiel von Bassist Jonas Reingold und Drummer Zoltan Czörsz kann kaum mit Worten beschrieben werden, daher nur mit einem Wort: superb! Tomas Bodins Keyboards sind unglaublich differenziert und vielfältig, und Roine Stolts mal emotionale, mal hart attackierende, mal jazzig-improvisierende oder bluesige Gitarrenarbeit steigert sich zu immer neuen Höhen. -
Fazit: Dies ist keine leicht verdauliche Kost, aber wer Ohren hat zu hören, dem werden sie spätestens nach dem 3. Durchlauf übergehen! Eine Einspielung, wie sie nur alle paar Dutzend Jahre erscheint, vergleichbar im Rang nur noch Meilensteinen wie Yes "Relayer" oder King Crimsons "Red". Ich empfehle dieses Werk jedem, der noch das Abenteuer in der Musik sucht und dafür bereit ist, vorgefertigte Hörerwartungen aufzugeben und offen zu sein für Ungewöhnliches, ja auch "Schwieriges" und Schräges. Die Melodic-Pop-Fraktion der Prog-Hörer sollte allerdings lieber die Finger von "Unfold the Future" lassen (ebenso die Metaller). Alle anderen aber werden eines fernen Tages, wenn über diesen Klassiker gesprochen werden wird, sagen können: "Wir sind dabei gewesen!"


Highly Evolved
Highly Evolved
Wird angeboten von la-era
Preis: EUR 7,77

7 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Überschätzt wie vieles andere, 20. August 2002
Rezension bezieht sich auf: Highly Evolved (Audio CD)
Schon wieder ein Album das uns als "Hoffnung des Rock" oder "Rettung des Rock" anempfohlen wird - diese Kategorie scheint derzeit im Dutzend billiger zu sein. Schon bei den überschätzen Strokes konnte man nur ungläubig den Kopf schütteln. Hier nun ist es nicht anders. Das Ganze, unglaublich hoch-gehyped, ist schlicht kalter Kaffee. Langweilig, uninteressant, ohne wirklich originelle Ideen. Finger weg!


Heathen Chemistry
Heathen Chemistry
Preis: EUR 12,99

3 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Unglaublich flach!, 4. Juli 2002
Rezension bezieht sich auf: Heathen Chemistry (Audio CD)
Das neueste Produkt aus dem Hause der ewig pubertierenden Großmäuler Gallagher. Belangloses Gutarrengeschraddel ohne Charakter und eigene Ideen, unoriginell, banal, zum Gähnen langweilig. Wie gehabt. Die Apotheose des Mittelmaßes. Bewundernswert allenfalls, wie sie es immer wieder schaffen, ihren musikalischen Second Hand-Ramschladen als geniale Musik zu vermarkten.


The Rainmaker
The Rainmaker
Wird angeboten von Michas24/7 (Preise inkl. Mwst.)
Preis: EUR 10,99

9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wieder ein Meisterwerk!, 11. Oktober 2001
Rezension bezieht sich auf: The Rainmaker (Audio CD)
Jenseits aller Prog-Klischees haben die Flower Kings wieder einmal ein nahezu kugelrundes Meisterwerk geschaffen. Allerdings will diese Musik erobert werden. Doch wer sich auf das Abenteuer einläßt, wird reich belohnt. Komplexe Arrangements wechseln mit wunderbaren Melodiebögen, hoch-verdichtete stehen neben ganz unmittelbar emotionalen und direkten Momenten. Gerade diese unnachahmliche Mischung macht für mich das Besondere der Flower Kings aus, das Einbeziehen unterschiedlichster Musikstile in unterschiedlichen Komplexitätsgraden. Denn ein kurzer, prägnanter "Song" kann genausoviel ausdrücken wie ein langes, vertracktes, mit Inhalt "aufgeladenes" Prog-Epos. Herausragend auf einem insgesamt herausragenden Album sind für mich "Serious Dreamers", "City of Angels" mit einem bewegenden Bass-Solo von Jonas Reingold, "Road to Sanctuary" und das subtile "Elaine", das eine der schönsten melodischen Eingebungen Roine Stolts enthält. Lediglich "Sword of God" hätte für mich fehlen dürfen, da es wie eine unsägliche Deep Purple Parodie klingt. Aber das ist nur ein kleiner Makel, der bei 77 Minuten Musik ohnehin nicht ins Gewicht fällt.


It'S Not Too Late
It'S Not Too Late

5 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Hochklassiger Pop fürs 21. Jahrhundert!, 5. September 2001
Rezension bezieht sich auf: It'S Not Too Late (Audio CD)
Ich gebe zu, anfangs hatte ich ein paar Schwierigkeiten mit diesem Album; vieles klang mir doch ein wenig zu sacht und harmonisch. Gerade weil ich den Songwriter Neal Morse auch jenseits seiner Aktivitäten mit Spock's Beard sehr schätze, bot er hier auf den ersten Blick wenig Neues.
So sehr kann man an dem Eigentlichen einer Musik vorbei hören, wenn bestimmte Vorweg-Erwartungen nicht erfüllt werden!
Denn mittlerweile dreht sich diese CD fast ununterbrochen in meinem Player, und ich kann nicht genug von dieser Musik bekommen. Es ist eine eigenartig-suggestive Mischung aus emotional tiefgehenden und heiter unproblematischen Nummern, die aber durch den typischen "Morse Touch" nie belanglos werden. Die harmonisch-geglätteten, stromlinienförmigen neueren Songs (im Vergleich zu den intensiven älteren Balladen) sind in meinen Augen (und Ohren) nicht Selbstzweck, sondern Ergebnis einer persönlichen Entwicklung, oder anders, direkter gesagt: sie sind wie salbengetränkte Bandagen auf einer Wunde. Wer hinter die Fassade blickt und sie in einen - soweit erkennbar - biographischen Kontext (auch mit Spock's Beard Stücken) zu bringen versucht, wird eine Ahnung davon bekommen, wie sehr Neal Morse in den vergangenen 20 Jahren um Anerkennung gekämpft haben muß: Es ist ihm mit Sicherheit nichts zugefallen, nichts "geschenkt" worden. (Sollte eines Tages eine Biographie erscheinen, werden wir womöglich mehr wissen.)
Fazit: Dies ist erwachsene, persönlichste Popmusik, die, ginge es in dieser Welt mit rechten Dingen zu, eigentlich an der Spitze der Charts stehen müßte.


All That You Can't Leave Behind
All That You Can't Leave Behind
Preis: EUR 19,27

8 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wer Ohren hat, zu hören ..., 15. November 2000
Rezension bezieht sich auf: All That You Can't Leave Behind (Audio CD)
... wird dieses Album schon bald zu den Klassikern zählen, und zwar nicht nur denen von U2! Diese 4 Ausnahmemusiker sind jetzt an einem Punkt ihrer Entwicklung angekommen, wo sie nicht mehr jugendlich "fetzen" und auch nicht mehr krampfhaft an vorderster Front der Innovatoren mittun müssen, sondern nach 20 bewegten Jahren eine Ernte wundervoll reifer, erwachsener Musik einfahren können. U2 haben mit ATYCLB ein unangestrengtes, relaxtes und doch hoch emotionales Meisterwerk abgeliefert. Jeder Song "sitzt" - auch wenn der eine oder andere vielleicht am Anfang ein wenig "Einhören" benötigt. Wie so oft liegt auch hier der Zauber im Detail, in den unzähligen subtilen Mikroeinfällen in Melodieführung, Harmonik und Instrumentation. Das wahre Highlight aber ist Bonos Gesang, der es schafft - trotz gealterter Stimme, aber mit überragender Technik -, für jeden Moment, jede Zeile und jede Wendung den gemäßen Ausdruck zu finden und die Songs mit "Soul" zu füllen. Selbst die GUTEN Alben dieses Jahres überragt ATYCLB wie der Mount Everest den Schwarzwald. Schwindelerregend.


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