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Rezensionen verfasst von
Seefan73 "Seefan73" (Deutschland)

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Pearls
Pearls
Preis: EUR 17,32

14 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Alte Songs verhunzt und das nicht wegen David Reece, 2. April 2016
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Pearls (Audio CD)
Grundsätzlich ist die Intention verständlich: Wenn außer dem Gitarristen die ganze Band neu ist, möchte man auch die alten Klassiker in neuer Besetzung, v.a. mit David Reece als neuem - gutem - Sänger, präsentieren. Die CD stellt sich also als "Best of" dar, wobei man auf der CD 1 "Rock Pearls" eher die rockigen und auf der CD 2 "Classic Pearls" eher die Balladen zusammengefasst hat. Angeblich soll da auch noch ein Orchester mitspielen, das man aber kaum hört.

Was sich in der Theorie noch nachvollziehbar anhört, stellt sich in der Praxis als einziges Ärgernis heraus und das liegt nicht einmal an David Reece. Der macht seine Sache nämlich ganz gut. Ob man findet, dass seine eher bluesige Stimme nun gut zu den alten Bonfire-Klassikern passt, ist Geschmackssache.

Was mir aber gewaltig aufstößt, ist, dass man die alten Klassiker bei der Neueinspielung verändert hat. Sie klingen dadurch nicht besser, sondern eben nur anders. Beim Beginn eines Klassikers wartet man ja auf die bekannten Akkorde oder auf das bekannte Gitarren-Lick - und dann kommt es nicht. Statt dessen kommt etwas anderes, das zwar so ähnlich klingt, aber eben nicht gleich. Hier wurden Änderungen alleine um der Änderungen willen gemacht, ohne aber eine Verbesserung darzustellen. Dadurch werden die alten Songs verhunzt. Was lange bewährt ist, soll man ruhen lassen und nicht ändern.

Das zweite, das mir aufstößt, ist der Inhalt des Booklets. Zwar ist das Design großartig und farbenfroh und auch die Aufmachung ist liebevoll und hochwertig. Aber statt einer endlosen Aufzählung von "Thank yous" bei jedem Musiker hätte man z.B. die Texte abdrucken können. Bei "Proud of my Country" beispielsweise wurde nämlich der Text komplett geändert, was ja auch nachvollziehbar ist, weil David Reece kaum davon singen kann, wie er als Deutscher zur Bundeswehr musste. Was dann einfach nur noch peinlich ist, ist die Nichterwähnung von Claus Lessmann. So lässt man tatsächlich Willi Wrede, den Manager von Bonfire, sagen (übersetzt): " Ich war immer ein großer Fan von Bonfires Musik. Ich wusste, dass Hans Ziller der wahre Mastermind, Komponist und Bandleader war." - Und Claus Lessmann? Der alle Songs mit komponierte? Was war der dann? Und wie war das mit dem "Knock out"-Album, bei dem Ziller nicht einmal Bandmitglied war? Hier hat Hans Ziller die Chance verpasst, wahre Größe zu zeigen. Neben ein paar Fotos von Claus Lessmann hätte er ihm auch danken können für jahrzehntelange gute Zusammenarbeit und den gemeinsamen großen Erfolg, an dem Lessmann sicherlich ebenso Anteil hatte wie Ziller. Aber zu dieser Größe war man wohl nicht fähig.

Statt dessen hat man bei den ganzen alten Fotos, die das Booklet durchziehen, sorgfältig darauf geachtet, dass Lessmann nicht mit drauf ist oder allenfalls ganz klein im Hintergrund. Dafür dürfen die bezahlten Angestellten, die jetzt zusammen mit Hans Ziller die "Band" bilden, sich jeder auf einer eigenen Seite präsentieren. Die anderen früheren Bandmitglieder (Deisinger, Maier-Thorn, Patrick, Köhler, Limburg usw.) bleiben ebenfalls unerwähnt.

Fazit: Die Präsentation der alten Songs mit neuem Sänger wäre mit einer Live-Platte passender gewesen. Wenn man schon die alten Stücke neu einspielen musste, hätte man sie wenigstens nicht ändern sollen. Wenn man nicht gerade absoluter David Reece-Fan ist, besorgt man sich lieber eine der zahlreichen erhältlichen anderen "Best of"-CDs.

Ich bleibe übrigens Bonfire-Fan und werde der Band auch weiterhin eine Chance geben, auch mit David Reece. Aber die "Pearls" sind in dieser Form leider keine Perlen. Es bleibt eine Hoffnung: Lessmann/Ziller ist ja nicht das erste Komponisten/Musiker-Duo, das sich zerstritten und später wieder versöhnt hat. Vielleicht kehrt auch hier irgendwann die Vernunft zurück.


Kein Titel verfügbar

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Nur für absolute Fans, aber die kommen voll auf ihre Kosten, 25. Januar 2016
Zum 30-jährigen Jubiläum der Hamburger Kürbisse, das eigentlich schon 2014 war, wenn man das Buchcover beim Wort nimmt ("established 1984"), gibt es nun das erste offiziell von der Band autorisierte Buch.

In der Standard-Version ist das Buch 498 Seiten dick, in der Deluxe-Version kommen nochmal 58 Seiten dazu, so dass es dann 556 sind. Diese 58 Seiten sind allerdings nicht wie der Rest auf Hochglanzpapier gedruckt. Ansonsten unterscheidet sich die Deluxe-Version von der Standard-Version nur dadurch, dass vorne die Original-Unterschriften der fünf aktuellen Bandmitglieder Michael Weikath, Markus Großkopf, Andi Deris, Sascha Gerstner und Dani Löble sind sowie zusätzlich - man höre und staune - die von Kai Hansen und Michael Kiske (ob Kiske und Weikath wohl gleichzeitig im selben Raum waren..?). Gegenüber dem Preis für die Standard-Version von ca. 69 € liegt der Preis für die Deluxe-Version dann allerdings auch bei stolzen € 173,99 inkl. Porto und Verpackung. Man kann sie nur über die Homepage von Helloween bzw. den Bottom Row-Shop direkt bestellen und sie ist limitiert auf (nummerierte) 777 Exemplare. Als absoluter Die-Hard-Fan, der seit den 1980ern Jahren die Geschehnisse um Helloween verfolgt, habe ich mir die Deluxe-Version gegönnt und es trotz des hohen Preises nicht bereut.

Das Buch besteht im Wesentlichen aus folgenden größeren Abschnitten: Nach einer Einleitung wird zunächst die Geschichte von Helloween erzählt anhand der Studio-Alben. Danach folgen Portraits der ehemaligen und jetzigen Mitglieder. Dann gibt es Details zum technischen Equipment und einen individuellen Fragebogen zu jedem Bandmitglied (auch hier wiederum ebenfalls zu den ehemaligen). Es folgt eine Übersicht zu den Gastauftritten und den Musikveröffentlichungen der Bandmitglieder außerhalb von Helloween. Nach den Covern der Platten und einer Liste aller jemals gespielten Konzerte folgen zahlreiche Fotos aus der langen Karriere der Kürbisse. Anschließend werden die verschiedenen Produzenten über den Lauf der Jahre vorgestellt sowie weiteres Personal wie Fotografen, Zeichner, Webdesigner etc. Nach einer Übersicht über die internationalen Helloween-Tribute-Bands kommt ein dicker Mittelteil mit allen Songtexten aller jemals veröffentlichten Helloween-Lieder. Zum Abschluss gibt es Fotos von Fans.

Die Deluxe-Version enthält auf den zusätzlichen 58 Seiten v.a. kleine Textschnipsel zu wissenswerten Einzelheiten, Gerüchten und deren Widerlegung (oder Bestätigung), Fotos aus den Anfangstagen der Band sowie persönliche Notizen und Zeichnungen einzelner Bandmitglieder.

Geschrieben wurde das Ganze von zwei Spaniern, Carlos Vicente Léon und David López Gómez. Das Buch ist komplett in (einwandfreiem) Englisch. Bis auf wenige Passagen ist es auch für den nur mit durchschnittlichen Englischkenntnissen ausgestatteten Deutschen gut zu lesen.

Kritik? Eigentlich nur, dass man trotz den sog. "intimate sessions" nicht so viel Persönliches über die Bandmitglieder erfährt (z.B. Ehe, Kinder, Ausbildung, Beruf etc.), was ich aber als nicht so gravierend betrachte. Schließlich sind weder die Bandmitglieder noch ihre Fans Teenies, welche die "Bravo" lesen würden.

Lob? - Jede Menge: Schwierige Themen wie der Ausstieg von Kai Hansen, der Rausschmiss von Michael Kiske und der Suizid von Ingo Schwichtenberg werden nicht verschwiegen, sondern behandelt, wenn auch jeweils nur relativ knapp. Alle wichtigen Punkte werden besprochen. Das Buch ist sehr schön und hochwertig gemacht, mit liebevollen Illustrationen und super Zeichnungen und Farbfotos.

Neben den fünf aktuellen Bandmitgliedern werden in gleicher Länge auch Kai Hansen, Michael Kiske, Ingo Schwichtenberg, Roland Grapow und Uli Kusch gewürdigt. Auch Kurzzeit-Mitglieder mit nur geringem Anteil werden nicht vergessen, z.B. Stefan Schwarzmann, Mikkey Dee, Mark Cross, Piet Sielck und Ritchie Abdel-Nabi.

Natürlich ist der Preis hoch, der für die Deluxe-Version sogar sehr hoch. Aber das ordentlich gebundene Buch auf dickem Hochglanzpapier richtet sich ja auch nur an eingefleischte Fans, die einfach alles von ihrer Lieblingsgruppe wissen und haben wollen. Für diesen kleinen Personenkreis, zu dem ich mich zähle, ist das Buch das Richtige. Da gibt man dann auch mal richtig Geld für aus, denn das Buch ist ein echtes Schmuckstück und wird sicherlich immer mal wieder gerne hervorgeholt und als Nachschlagewerk benutzt.

Für Fans mit Englischkenntnissen gebe ich eine klare Kaufempfehlung ab.

Etwas Ähnliches wünsche ich mir für weitere Bands, z.B. Manowar, Running Wild (soll in Vorbereitung sein), Gamma Ray, Iron Maiden, Judas Priest, Bonfire und andere.


Kein Titel verfügbar

5.0 von 5 Sternen Nur für absolute Fans, aber die kommen voll auf ihre Kosten, 19. Januar 2016
Zum 30-jährigen Jubiläum der Hamburger Kürbisse, das eigentlich schon 2014 war, wenn man das Buchcover beim Wort nimmt ("established 1984"), gibt es nun das erste offiziell von der Band autorisierte Buch.

In der Standard-Version ist das Buch 498 Seiten dick, in der Deluxe-Version kommen nochmal 58 Seiten dazu, so dass es dann 556 sind. Diese 58 Seiten sind allerdings nicht wie der Rest auf Hochglanzpapier gedruckt. Ansonsten unterscheidet sich die Deluxe-Version von der Standard-Version nur dadurch, dass vorne die Original-Unterschriften der fünf aktuellen Bandmitglieder Michael Weikath, Markus Großkopf, Andi Deris, Sascha Gerstner und Dani Löble sind sowie zusätzlich - man höre und staune - die von Kai Hansen und Michael Kiske (ob Kiske und Weikath wohl gleichzeitig im selben Raum waren..?). Gegenüber dem Preis für die Standard-Version von ca. 69 € liegt der Preis für die Deluxe-Version dann allerdings auch bei stolzen € 173,99 inkl. Porto und Verpackung. Man kann sie nur über die Homepage von Helloween bzw. den Bottom Row-Shop direkt bestellen und sie ist limitiert auf (nummerierte) 777 Exemplare. Als absoluter Die-Hard-Fan, der seit den 1980ern Jahren die Geschehnisse um Helloween verfolgt, habe ich mir die Deluxe-Version gegönnt und es trotz des hohen Preises nicht bereut.

Das Buch besteht im Wesentlichen aus folgenden größeren Abschnitten: Nach einer Einleitung wird zunächst die Geschichte von Helloween erzählt anhand der Studio-Alben. Danach folgen Portraits der ehemaligen und jetzigen Mitglieder. Dann gibt es Details zum technischen Equipment und einen individuellen Fragebogen zu jedem Bandmitglied (auch hier wiederum ebenfalls zu den ehemaligen). Es folgt eine Übersicht zu den Gastauftritten und den Musikveröffentlichungen der Bandmitglieder außerhalb von Helloween. Nach den Covern der Platten und einer Liste aller jemals gespielten Konzerte folgen zahlreiche Fotos aus der langen Karriere der Kürbisse. Anschließend werden die verschiedenen Produzenten über den Lauf der Jahre vorgestellt sowie weiteres Personal wie Fotografen, Zeichner, Webdesigner etc. Nach einer Übersicht über die internationalen Helloween-Tribute-Bands kommt ein dicker Mittelteil mit allen Songtexten aller jemals veröffentlichten Helloween-Lieder. Zum Abschluss gibt es Fotos von Fans.

Die Deluxe-Version enthält auf den zusätzlichen 58 Seiten v.a. kleine Textschnipsel zu wissenswerten Einzelheiten, Gerüchten und deren Widerlegung (oder Bestätigung), Fotos aus den Anfangstagen der Band sowie persönliche Notizen und Zeichnungen einzelner Bandmitglieder.

Geschrieben wurde das Ganze von zwei Spaniern, Carlos Vicente Léon und David López Gómez. Das Buch ist komplett in (einwandfreiem) Englisch. Bis auf wenige Passagen ist es auch für den nur mit durchschnittlichen Englischkenntnissen ausgestatteten Deutschen gut zu lesen.

Kritik? Eigentlich nur, dass man trotz den sog. "intimate sessions" nicht so viel Persönliches über die Bandmitglieder erfährt (z.B. Ehe, Kinder, Ausbildung, Beruf etc.), was ich aber als nicht so gravierend betrachte. Schließlich sind weder die Bandmitglieder noch ihre Fans Teenies, welche die "Bravo" lesen würden.

Lob? - Jede Menge: Schwierige Themen wie der Ausstieg von Kai Hansen, der Rausschmiss von Michael Kiske und der Suizid von Ingo Schwichtenberg werden nicht verschwiegen, sondern behandelt, wenn auch jeweils nur relativ knapp. Alle wichtigen Punkte werden besprochen. Das Buch ist sehr schön und hochwertig gemacht, mit liebevollen Illustrationen und super Zeichnungen und Farbfotos.

Neben den fünf aktuellen Bandmitgliedern werden in gleicher Länge auch Kai Hansen, Michael Kiske, Ingo Schwichtenberg, Roland Grapow und Uli Kusch gewürdigt. Auch Kurzzeit-Mitglieder mit nur geringem Anteil werden nicht vergessen, z.B. Stefan Schwarzmann, Mikkey Dee, Mark Cross, Piet Sielck und Ritchie Abdel-Nabi.

Natürlich ist der Preis hoch, der für die Deluxe-Version sogar sehr hoch. Aber das ordentlich gebundene Buch auf dickem Hochglanzpapier richtet sich ja auch nur an eingefleischte Fans, die einfach alles von ihrer Lieblingsgruppe wissen und haben wollen. Für diesen kleinen Personenkreis, zu dem ich mich zähle, ist das Buch das Richtige. Da gibt man dann auch mal richtig Geld für aus, denn das Buch ist ein echtes Schmuckstück und wird sicherlich immer mal wieder gerne hervorgeholt und als Nachschlagewerk benutzt.

Für Fans mit Englischkenntnissen gebe ich eine klare Kaufempfehlung ab.

Etwas Ähnliches wünsche ich mir für weitere Bands, z.B. Manowar, Running Wild (soll in Vorbereitung sein), Gamma Ray, Iron Maiden, Judas Priest, Bonfire und andere.


Elser - Er hätte die Welt verändert [Blu-ray]
Elser - Er hätte die Welt verändert [Blu-ray]
DVD ~ Christian Friedel
Preis: EUR 14,99

6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ausführliche Würdigung des Hitler-Attentäters Georg Elser mit gewissen Längen, 26. Oktober 2015
Der Film "Elser - Er hätte die Welt verändert" schildert das Leben des Johann Georg Elser, genannt "Schorsch", aus dem schwäbischen Königsbronn, der bekannt wurde, weil er das wohl am besten vorbereitetste Attentat auf Adolf Hitler durchführte. Er platzierte eine Bombe mit einem Zeitzünder in eine Säule im Bürgerbräu-Keller in München, in welchem Hitler wie jedes Jahr am Vorabend des 9. November (Tag des gescheiterten Hitler-Putsches in München) eine Rede zu seinen engsten Anhängern hielt.

Der Film beginnt mit der Attentatsausführung und der Verhaftung von Elser am selben Tag, also am 08.11.1939, an der schweizerischen Grenze. Während Elser von der Gestapo verhört und gefoltert wird, erzählt der Film in Rückblicken die Vorgeschichte und Vorbereitung des Attentats, aber auch den Wandel in Elsers schwäbischer Heimat Königsbronn durch die Machtergreifung der Nationalsozialisten. Schließlich wird 1945 zuerst der Elser damals im Jahr 1939 verhörende Kripo-Beamte in Berlin-Plötzensee gehängt wegen (angeblicher) Beteiligung am Attentat des 20.07.1944 und Elser wird im April 1945 im KZ erschossen auf persönlichen Befehl des Führers.

Der Film leidet etwas unter der fehlenden Spannung, weil das Misslingen des Attentats gleich von Anfang an bekannt ist, ebenso wie das traurige Ende des Hauptdarstellers. Auch die Rückblenden betreffend das Privatleben von Elser sind doch teilweise recht langatmig gehalten und tragen nichts zur Hauptgeschichte bei.

Dennoch ist dem Film hoch anzurechnen, dass er akribisch und historisch möglichst genau das Leben von Elser erzählt. Die Verhörszenen orientieren sich an den in den 1960er Jahren gefundenen originalen Gestapo-Protokollen, lediglich die Szenen aus dem Privatleben sind teilweise fiktional.

Der Film ist eine späte, aber verdiente Würdigung eines mutigen Einzeltäters. Dass Elser ein Einzeltäter war, konnten weder die Nationalsozialisten noch die Bundesbürger in den ersten Jahren der Republik so recht glauben. Man traute dem einfachen Schreiner nicht zu, eine derart präzise Bombe gebaut zu haben ohne Hintermänner. Hätte Hitler nicht 13 Minuten zu früh den Bürgerbräukeller verlassen, wäre das Attentat mit hoher Wahrscheinlichkeit geglückt und hätte einen Großteil der damaligen Führungsriege gleich mit umgebracht. Man darf spekulieren, wie der Lauf der Weltgeschichte dann weitergegangen wäre - der Angriff auf Polen war ja bereits am 01.09.1939 erfolgt, aber der Krieg war noch kein Weltkrieg. Auch der Westfeldzug hatte noch nicht begonnen. Hätte Hitlers Nachfolger (vermutlich dann Hermann Göring) etwas anders gemacht? Hätte er den Krieg irgendwie beendet? Wäre der Holocaust vermieden worden? - Wir werden es nie erfahren. Jeder mag darüber selbst nachdenken, dazu regt der Film an.

Die BluRay kommt mit gutem Bild daher, beim Sound fehlen großartige Effekte. Immerhin gibt es eine Reihe von Extras, von denen hervorzuheben wären die Präsentation des Filmes durch den Regisseur und die beiden Produzenten, die Podiumsdiskussion mit Bundespräsident Joachim Gauck und Schülern, und die Interviews mit den Hauptdarstellern. Daneben gibt es als Extras verschiedene Trailer.

Insgesamt ein guter Film mit gewissen Längen.

Interessant ist die Frage, ob Elser moralisch und ethisch gerechtfertigt war, obwohl er wusste, dass auch Unschuldige getötet werden würden, was dann ja auch geschah (8 Tote). Darauf gibt der Film naturgemäß keine Antwort, aber die Teilnehmer der Podiumsdiskussion (Extras) sehr wohl.


Romance (Zweitausendeins Edition, Film 221)
Romance (Zweitausendeins Edition, Film 221)
DVD ~ Caroline Ducey
Wird angeboten von Crazydeal Dein An & Verkauf
Preis: EUR 60,00

2 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Nicht erotisch, sondern abstoßend, 7. September 2015
Die Hauptdarstellerin Marie (Caroline Ducey), eine Lehrerin, leidet darunter, dass ihr Freund Paul (Sagamore Stévenin) nicht mehr mit ihr schlafen möchte. Er ist nicht impotent, sondern hat keine Lust mehr auf sie. Aus Frust darüber kündigt sie ihm an, dass sie deswegen das Recht habe, fremdzugehen. Das verwirklicht sie auch: Zuerst erlebt sie ein Abenteuer mit einem jungen Mann im Treppenhaus, dann hat sie ein weiteres Abenteuer mit einem Paolo (Pornodarsteller Rocco Siffredi) bei ihm zu Hause. Schließlich hat sie ein BDSM-Erlebnis mit einem Lehrer-Vorgesetzten von ihrer Schule. Durch einen Zufall beim Versuch von Geschlechtsverkehr wird sie doch schwanger von ihrem Freund Paul, ohne dass dieser eine richtige Ejakulation hat. Sie bekommt das Kind. Es kommt zu einem dramatischen Finale, das ich aus Spannungsgründen hier nicht verrate.

Was sich hier eigentlich recht interessant anhört, ist unerotisch bis abstoßend umgesetzt. Zunächst einmal ist die Hauptdarstellerin ziemlich unattraktiv und ihre Versuche, ihren Freund zu einer Erektion zu bringen, sind nicht wirklich appetitlich. Die Szene im Treppenhaus ist eher unpersönlich, gefühllos und widerwärtig. Bei der Szene mit Paolo sieht man, wie der sich ein Kondom überzieht. Gut, wer das sehen möchte, bitte. Die SM-Szene mit dem Lehrerkollegen hat auch nichts Erotisches an sich.

Abstoßend wird der Film dann mit dem Beginn der Schwangerschaft der Hauptdarstellerin. Man sieht, wie sie gynäkologisch von mehreren Ärzten untersucht wird und es wird unübersehbar, dass die Regisseurin noch 1999 meinte, dass ihre Hauptdarstellerin das unrasiert machen muss mit einem riesen Busch zwischen den Beinen. Zuguterletzt sieht man dann noch en détail, wie sie das Kind gebärt, mit einer Frontalkameraeinstellung zwischen ihren gespreizten Beinen, mit Blut, Schleim, Schamhaaren und allem drum und dran. Was das noch mit Erotik zu tun haben soll, erschließt sich dem Zuschauer nicht.

Wenn das die feminine Erotik ist, wie sie sich die Regisseurin Catherine Breillat vorstellt, dann verzichte ich gerne darauf.

Zudem ist der Film streckenweise gähnend langweilig und man muss sich zwingen, ihn nicht abzuschalten, da die Handlung äußerst dünn ist.

Es lohnt sich nicht, diesen Film anzusehen oder gar zu kaufen. Es ist mir rätselhaft, wie Zweitausendeins dieses eklige Stück Filmwerk in seine Klassiker-Reihe aufnehmen konnte.


Das lüsterne Quartett - The Lickerish Quartet - Zweitausendeins Edition Film 318
Das lüsterne Quartett - The Lickerish Quartet - Zweitausendeins Edition Film 318
DVD ~ Frank Wolff
Wird angeboten von Syndikat Buchdienst
Preis: EUR 9,99

3 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Altmodischer Erotikfilm von 1970, 3. September 2015
Die Story: Ein Schlossherr (Frank Wolff) zeigt seiner Ehefrau (Erika Remberg) und deren Sohn (Anfang 20, Paolo Turco) mit dem Filmprojektor einen schwarz-weiß-Erotikfilm. Der Sohn ist angewidert und die Ehefrau wenig interessiert. Sie verlassen die Vorführung. Bei einem anschließenden gemeinsamen Jahrmarktbesuch meinen die drei, in einer Motorrad-Stunt-Fahrerin (Silvana Venturelli) eine Darstellerin des Erotikfilms entdeckt zu haben. Dem Schlossherren gelingt es, sie zu überreden, mit ihnen aufs Schloss zu kommen. Als sie der Stuntfrau den Film vorführen, scheint dieser sich geändert zu haben, jedenfalls ist die Stuntfrau nicht im Film zu erkennen. Der Schlossherr und seine Familie rätseln, ob sie sich geirrt haben können.

Dann verbringt die Stuntfrau jeweils nacheinander Zeit mit den drei Schlossbewohnern und hat mit jedem von ihnen ein erotisches Erlebnis. Zuerst mit dem Schlossherren in der Bibliothek, dann mit dem heranwachsenden Sohn der Frau im Garten und zuletzt mit der Frau selbst im Wohnzimmer-Saal. Während dieser Zeit spielt der sw-Erotikfilm immer wieder eine Rolle und scheint sich erneut mehrfach zu ändern. Dabei wird eine Geschichte erzählt über das Kennenlernen des Schlossherrn und seiner Frau und ein dunkles Geheimnis wird offenbar. Auf diese Aspekte soll hier nicht näher eingegangen werden, um Ihnen nicht die Spannung zu nehmen.

In den frühen 1970ern mögen die Erotikszenen ein Aufreger gewesen sein, heutzutage wirken sie etwas verkrampft und gekünstelt. Es ist kaum nackte Haut zu sehen, die Erotik hält sich doch in Grenzen. Die Stuntfrau sieht man nur einmal einen kurzen Moment ganz nackt, die Schlossherrin nur oben ohne. Bei den Männern sieht man nur den Sohn ganz nackt (ohne Erektion). Insgesamt nicht wirklich ein Skandal, selbst nicht für 1970.

Die Erotik-Szene mit der Stuntfrau und dem Schlossherren in der Bibliothek ist wenig anregend, wenn man sieht, wie sich ein stark behaarter Mann mit der Stuntfrau auf dem Boden wälzt. Bei der Erotikszene mit dem heranwachsenden Sohn ist die Kamera zig Meter entfernt. Einzig bei der Szene zwischen den beiden Frauen kommt so etwas wie lustvolle Erotik auf. Anders als die Fotos auf der DVD suggerieren, ist die Stuntfrau hierbei aber bekleidet.

Der Film und seine Geschichte sind nicht schlecht, aber einfach furchtbar altmodisch. Freunde von Altherrenfilmen mögen hier auf ihre Kosten kommen. Wer gestylte Erotik im Sinne von 9 1/2 Wochen, Basic Instinct, Showgirls etc. erwartet, wird sehr enttäuscht sein. Insgesamt wird nicht recht klar, warum Zweitausendeins diesen Film in seine Reihe der Klassiker-Filme aufgenommen hat.

Zur DVD: Der Film kommt ausschließlich mit dem englischen Originalton (in Mono!) daher. Es gibt auf Wunsch deutsche Untertitel. Die Stuntfrau und der Sohn wurden übrigens synchronisiert, weil ihr Englisch zu schlecht war. Die Bildqualität des Films (88 min. Länge) ist ziemlich schlecht, es gibt ab und zu Längsstreifen. An Extras gibt es ein Making of (11 min.), alternative Szenen (32 min.), Originalton vs. Nachsynchronisation (13 min.) und einen Audiokommentar mit Regisseur Radley Metzger und Filmhistoriker Michael Brown. Die DVD kommt mit einem schönen farbigen Ausklappcover, auf dem etwas über den Regisseur erzählt wird sowie eine Filmkritik enthalten ist. Die DVD selbst ist farbig bedruckt.

Ich habe es nicht bereut, den Film gekauft und angesehen zu haben, aber ich würde ihn kein zweites Mal schauen. Ein Klassiker ist das eher nicht. Nur für Fans.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Nov 5, 2015 6:41 PM CET


Burning Bridges
Burning Bridges
Wird angeboten von BelgraviaTrade
Preis: EUR 6,95

3 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Trotz enttäuschender äußerer Aufmachung ein 5 Sterne-Album, 31. August 2015
Rezension bezieht sich auf: Burning Bridges (Audio CD)
Ja, es ist eine Unverschämtheit, dass es kein Booklet und damit auch keine Texte, Fotos, Credits usw. gibt.
Ja, es ist eine lieblose Aufmachung der CD, bei der im CD-Player noch nicht einmal die Songnamen angezeigt werden.
Ja, die Spielzeit mit etwas über 40 Minuten ist enttäuschend kurz und es sind nur 10 Songs drauf.
Ja, es ist sehr schade, dass Richie Sambora nicht mehr dabei ist und wir ihn alle gerne zurück hätten.

Aber die Musik ist doch das, worauf es ankommt. Und die ist typisch Bon Jovi und super wie eh und je. Es gibt Rocker wie "We don't run" oder "Sturday Night gave me Sunday Mornung" ebenso wie gefühlvolle Balladen.

Am besten gefällt mir das Abschiedslied an die Plattenfirma Mercury Records, "Burning Bridges". Es ist, wie Jon Bon Jovi selbst, singt, ein "sing along", also eine Mitsingnummer. Wann sonst konnte man Jon schon mal Deutsch singen hören? ("Auf Wiedersehen", "guten Abend", "good Nacht").

Die Songtexte kann man sich alle inzwischen im Internet herunterladen.

Auf dem Album ist kein einziger schlechter Song, alle Lieder gehen rasch ins Ohr und laden ein zum Mitsingen. Die Texte sind z.T. witzig, z.T. gefühlvoll und romantisch.

Mir ist es ohnehin lieber, wenn es kurze Songs gibt mit eingängiger Melodie und kurzen Soli. Ich brauche keine "progressive rock"-Stück von 8 Minuten Länge oder mehr und ich brauche auch keine 5 Soli pro Lied.

Für mich sind das klare 5 Sterne und eine uneingeschränkte Kaufempfehlung gerade auch für "alte" Bon Jovi-Fans.


Project Body: Mit einem neuen Körper in ein neues Leben
Project Body: Mit einem neuen Körper in ein neues Leben
von Philipp Lehmann
  Taschenbuch
Preis: EUR 14,95

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Motivierendes Sport- und Lebenshilfebuch für Anfänger, für Fortgeschrittene weniger geeignet, 26. August 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Gekauft habe ich mir das Buch von dem mir bis dahin unbekannten Autor Philipp Lehmann, weil ich nach über 15 Jahren Krafttraining nur noch schwer Muskel- und Kraftzuwächse erreichen konnte. In den letzten 15 Jahren habe ich mein Körpergewicht von 75 kg auf 93 kg steigern können und gute Aufbauerfolge erzielen können ohne Doping. Ich habe so ziemlich alle Trainingsmethoden (Volumentraining, HIT, Hochfrequenztraining usw.) als auch Intensitätstechniken (super slow, Supersätze, Reduktionssätze, 3 x 7, Abfälschen, Griffvariationen, Wiederholungsvariationen, Übungsvariationen usw.) ausprobiert. Ich erhoffte mir von diesem Buch neue Impulse für mein Training. Ich habe es außerdem gekauft, weil ich immer offen für Neues bin und praktisch jedes neue deutschsprachige Bodybuilding-Buch lese.

Um es vorweg zu nehmen: Mein eigentliches Ziel habe ich mit diesem Buch nicht erreicht. Dennoch hat es mir nicht nur viel Freude beim Lesen bereitet, sondern ich habe durchaus etwas Nützliches mitgenommen, weniger zum Training am Eisen, sondern mehr zur Ernährung und der allgemeinen Einstellung. So hat sich während des Lesens meine zuerst gefühlte enttäuschte Zwei-Sterne-Bewertung dann doch noch hochgeschraubt auf verdiente und zufriedene drei Sterne.

Zuerst möchte ich aber die wesentlichen negativen (-) und positiven (+) Aspekte des Buches aus meiner Sicht stichwortartig zusammenfassen:

Negativ:

- Im Buch fehlen zig, wenn nicht gar hunderte Kommas. Es gibt kaum eine Seite ohne mehrere Kommafehler. Auch die Rechtschreibung ist nicht immer in Ordnung. Besonders mit der Groß- und Kleinschreibung hat der Autor es nicht so (sie/Sie, ihren/Ihren, die meisten, Dativ vs. Akkusativ u.a.). Insgesamt alles nicht dramatisch, aber ein vernünftiger Lektor hätte dem Buch gut getan. Ich habe das gesamte Buch mit einem Stift in der Hand gelesen und korrigiert.
- Dem Buch fehlen Fotos, Abbildungen, Skizzen. Außer ein paar schwarz-weißen Tabellen zu den Trainingsplänen besteht das Buch rein aus Text. Das ist für ein modernes Sportbuch nicht mehr zeitgemäß.
- Es fehlen genaue Beschreibungen der einzelnen Übungen (jedenfalls in der von mir gekauften 2. Aufl. 2014). Der Autor verweist hierzu zwar auf seine Homepage. Die ersetzt ordentliche Erklärungen aber nicht. Zum einen hat nicht jeder ein Smartphone und eine gute Internetverbindung, um unterwegs, z.B. in Bahn, Bus oder am See oder im Park die Webseite aufzurufen. Zum anderen sind die Videos auf der Webseite überwiegend englischsprachig und nicht immer hilfreich. Das nur 39 Sekunden lange Video zu den klassischen Kniebeugen beispielsweise enthält keinerlei Erklärungen, sondern nur Musik und ab und zu mal ein "Perfect!" aus dem Hintergrund.
- Es fehlen jegliche Angaben zum Autor. Es gibt kein Bild, keinen Lebenslauf, keinen Beruf, nichts. Man erfährt nicht, aus welchem Grund der Autor meint, die notwendige Qualifikation zu haben, ein Bodybuilding-Buch zu schreiben. Wettkampferfahrung kann er offensichtlich nicht vorweisen (jedenfalls habe ich im Internet nichts gefunden) und über eine ernährungswissenschaftliche oder sportpädagogische Ausbildung ist nichts bekannt.
- Bei mehreren Lösungsmöglichkeiten zu einem Problem bietet der Autor oft nur eine an. So empfiehlt er zum Muskelmasseaufbau beispielsweise das German Volume Training (GVT), welches aber sicherlich nicht für alle Athleten geeignet ist, schon gar nicht für Anfänger. Klassisches Volumentraining oder HIT erwähnt er nur am Rande.
- Bisweilen ist das Buch für meinen Geschmack arg philosophisch, v.a. in den Kapiteln 13, 15 und 16. Offensichtlich ist es stark von Christian Zippel beeinflusst, der typischerweise so schreibt (man lese nur einmal "Der Wille zur Kraft" von Chr. Zippel).
- Der erfahrene Athlet, der seit Jahren trainiert, kann kaum neue Impulse für sein Training gewinnen.

Positiv:

+ Das Buch liest sich sehr gut und flüssig. Die Sprache ist einfach und klar. Lange Schachtelsätze oder unverständliche Fremdwörter meidet der Autor.
+ Das Buch ist sehr motivierend. Der Autor versteht es, seine allgemeine Begeisterung zum Krafttraining und seine grundsätzliche positive Lebenseinstellung und Lernbereitschaft im Leben auf den Leser zu übertragen.
+ Philipp Lehmann gibt zu einigen Punkten abweichende Meinungen entgegen der allgemein herrschenden Lehrmeinung. Man muss ihm nicht folgen, aber seine Alternativvorschläge regen zum Nachdenken an.
+ Der Autor konzentriert sich auf das Wesentliche, schreibt frei von wissenschaftlichem Ballast und gibt einfache praktische Ratschläge. Dadurch ist das Buch gut für Einsteiger geeignet.
+ Das Buch erinnert immer wieder daran, dass Training nur ein Teil des Erfolgs ist und die Bereiche Ernährung, Regeneration und mentale Motivation ebenso wichtig sind.
+ Das Thema Aufwärmen und Aufwärmsätze wird gebührend berücksichtigt. Aufgrund eigener Schulterprobleme weiß ich, wie wichtig es ist, Muskeln, Sehnen und Bänder auf die Belastung mit schweren Gewichten vorzubereiten.
+ Philipp Lehmann lässt immer wieder eigene Trainings- und Lebenserfahrungen, auch gemachte Fehler, einfließen. Das macht den Autor glaubwürdig und sympathisch.

Insgesamt halte ich das Buch für Anfänger, die einen schnellen Einstieg suchen, gut geeignet. Schnelle einfache Lösungen ohne zu viel Hintergrundwissen helfen dem Anfänger, der sonst den Wald nicht vor lauter Bäumen sieht. Für den erfahrenen, schon lange trainierenden Bodybuilder gibt es wenig Neues zu entdecken. Ab und zu mal ein interessanter Vorschlag und eine seltene Übung, etwa die verschiedenen Bauchübungen oder die Kettlebell-Swings. Viele Studios besitzen aber gar keine Kettlebells.

Mich überzeugt dagegen nicht Lehmanns Konzept, auf nur ganz wenige Übungen zu setzen. Die von ihm stark favorisierten Grundübungen sind zweifellos wichtig, aber auch Isolationsübungen können durchaus ihre Berechtigung haben. Diese kommen im Buch aber praktisch nicht vor.

Wäre das Buch ausführlicher und reich bebildert, wären vier Sterne drin gewesen. Ich kann für Einsteiger dennoch eine Kaufempfehlung aussprechen. Da das Buch relativ günstig ist, kann auch der erfahrene Athlet mal reinschauen. Für letzteren sind die Bücher von Arnold Schwarzenegger, Michael Raith oder Berend Breitenstein aber wegen der größeren Tiefe wohl vorzugswürdig. Obwohl ich mit "Project Body" nur teilweise zufrieden bin, hat mir das Buch so viel Spaß bereitet und mich zu neuen Denkanstößen gebracht, dass ich erwäge, auch das weitere Buch des Autors zu lesen.


Legendäre Trainingsprogramme: Muskelaufbau vom klassischen Bodybuilding bis zum HIT
Legendäre Trainingsprogramme: Muskelaufbau vom klassischen Bodybuilding bis zum HIT
von Jürgen Gießing
  Broschiert
Preis: EUR 24,95

2 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Geschichte des Bodybuilding anhand von Trainingsplänen, 21. August 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Der Autor erzählt die Geschichte des Bodybuilding anhand von Trainingsplänen früherer Champions, beginnend bei John Grimek, dem ersten Mr. Universum, bis hin zu Dorian Yates, dem fünffachen Mr. Olympia in den Jahren 1992-1996.

Dabei zeigt er zahlreiche aus heutiger sportwissenschaftlicher Sicht überholte, z.T. skurrile Trainingsmethoden früherer Champions auf. So gab es z.B. siegreiche Athleten, die nie bis zum Koordinations- bzw. Muskelversagen trainierten, sondern immer ein bis zwei Wiederholungen davor den Satz beendeten, so dass sie die letzte Wiederholung immer sauber, ja geradezu bequem absolvieren konnten. Andere verwendeten so leichte Gewichte mit so hohen Wiederholungszahlen, dass sie täglich mehrere Stunden trainieren konnten bzw. mussten. Wiederum andere kamen mit nur drei Trainingseinheiten pro Woche aus und machten dabei jeweils ein Ganzkörpertraining. In Kontrast dazu trainierte Arnold Schwarzenegger nach einem klassischen Volumentraining, bei dem er in der Wettkampfvorbereitung sechs Tage die Woche jeweils morgens und abends trainierte, also 12 x in der Woche. Ein Athlet konnte anfangs nur im Sitzen trainieren, weil die Decke seines Studios nur ca. 1,90 m hoch war...

Die dargestellten Athleten sind in chronologischer Ordnung: John Grimek, Steve Reeves, Reg Park, Bill Pearl, Freddy Ortiz, Frank Zane, Sergio Oliva, Arnold Schwarzenegger, Serge Nubret, Casey Viator, Mike & Ray Menzer, Boyer Coe und Dorian Yates.

Spätestens ab Mitte des Buches kann Dr. Jürgen Gießing nicht mehr verbergen, dass er selbst ein engagierter Vertreter des HIT (Hochintensitätstraining) ist, wie etwa Ray Menzer und Mike Menzer. HIT bedeutet, dass man relativ selten trainiert und dabei relativ wenige Sätze macht, diese aber mit einer größtmöglichen Intensität. So kam man mit relativ wenig Zeitaufwand vergleichsweise großen Erfolg erzielen (bei den Sportlern, bei denen es funktioniert). Dorian Yates soll von Anfang an mit HIT trainiert haben und nicht erst später nach einer Phase des Volumentrainings darauf gestoßen sein, wie etwa die Menzer-Brüder. Gießing ist allerdings objektiv genug, einzuräumen, dass HIT nicht für jeden Athleten geeignet ist und dass Athleten mit dem klassischen Volumentraining wie z.B. Schwarzenegger ebenfalls mindestens genauso große Erfolge erzielten.

Als Kraftsportler, der seit 15 Jahren mit dem Volumentraining arbeitet und gute Erfolge vorweisen kann, gestatte ich mir die Anmerkung, dass auch das HIT-Programm von Dorian Yates starke Züge eines klassischen Volumentrainings aufweist. Denn wenn Yates seine Sätze unterteilt in z.B. zwei "mittelschwere" Sätze Bankdrücken und zwei "schwere" Sätze Bankdrücken, dann hat er letztlich auch vier Sätze Bankdrücken gemacht wie beim Volumentraining. Beim Beinstrecken hat er dann sogar 2 x 3 = sechs Sätze gemacht, so dass sich die Frage stellt, wo eigentlich noch die Besonderheit von HIT liegen soll bzw. der Unterschied zum klassischen Training.

In seinem Resümée am Ende des Buches gibt Gießing dann zu, dass es letztlich nur wenige Trainingsprinzipien gibt, die aber allgemeingültig sind und von allen Programmen bzw. Trainingsmethoden berücksichtigt werden:

- Der Trainingsreiz muss so wirksam sein, dass er den Körper zu einer Anpassung veranlasst.
- Training und Regeneration müssen im richtigen Verhältnis stehen, was individuell verschieden ist.
- Die Belastung muss progressiv gesteigert werden.
- Das Training muss kontinuierlich durchgeführt werden, damit die Superkompensation eintritt.

Das Ergebnis ist also letztlich, dass es im Grunde egal ist, ob man nach Volumentraining, HIT oder irgendeiner Zwischenform trainiert, solange man nur die obigen Trainingsprinzipien bei seiner Methode anwendet. Jeder Sportler muss durch Ausprobieren die für ihn passende Methode finden. Es gibt keine von vornherein "richtige" oder "falsche" Methode. Da stimme ich Gießing voll zu.

Ich hatte mit dem Buch viel Spaß. Ich konnte zwar leider kaum Anregungen für meinen eigenen Trainingsplan herausziehen, aber die historische Schilderung der Entwicklung des Bodybuilding anhand von Trainingsplänen ist einfach hochinteressant.

Schade, dass das Buch keine Farbfotos enthält und moderne Athleten wie Ronnie Coleman, Jay Cutler und Phil Heath fehlen. Auch Lee Haney habe ich vermisst.

Ich gebe dem Buch dennoch fünf Punkte, weil es einfach spannend und hochinteressant geschrieben ist und weil es ein Alleinstellungsmerkmal hat: Es gibt nämlich nach meiner Kenntnis nichts Vergleichbares im deutschsprachigen Sportbuchmarkt.


The New Encyclopedia of Modern Bodybuilding: The Bible of Bodybuilding, Fully Updated and Revised
The New Encyclopedia of Modern Bodybuilding: The Bible of Bodybuilding, Fully Updated and Revised
von Arnold Schwarzenegger
  Taschenbuch
Preis: EUR 21,95

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das ausführlichste und beste Bodybuilding-Buch, das es gibt, 18. August 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Arnold Schwarzenegger hat hier mit Bill Dobbins das ausführlichste und beste Bodybuilding-Buch geschrieben, das es überhaupt auf dem Markt gibt. Es ist einfach alles enthalten: Die Geschichte des Bodybuilding, die Grundlagen, die Trainingsprinzipien, Intensitätstechniken, Trainingsprogramme, Übungen für die einzelnen Muskelgruppen, Wettkampfvorbereitung, Posing, Wertungskriterien der Punktrichter, Motivation & Psychologie, Ernährung, Nahrungsergänzungen, Steroide, Verletzungen u.v.m. - Völlig zu Recht heißt dieses Buch Enzyklopädie, denn etwas Umfassenderes zum Thema gibt es nicht.

Das Buch ist bebildert mit zahlreichen Abbildungen und Fotos, leider alle nur in schwarz-weiß. In Farbe wäre das Buch noch viel schöner.

Einziger Wermutstropfen ist für die deutschsprachigen Leser, dass man selbst mit guten Englischkenntnissen viele Wörter nachschlagen muss und die Texte nicht am Stück runterlesen kann, dafür sind sie einfach zu anspruchsvoll. Wer aber bereit ist, sich durch die weit über 700 Seiten mit einem Wörterbuch durchzukämpfen, wird einen erheblichen Gewinn an Kenntnissen erlangen und von vielen Erfahrungen des Ausnahmeathleten Schwarzenegger profitieren. Aus meiner Sicht ist es unschädlich, dass das Buch schon etwas älter ist. Im Bodybuilding ist in den letzten 20 Jahren das Rad nicht neu erfunden worden.

Eine Autobiographie ist dieses Buch übrigens nicht, es geht alleine um Bodybuilding. Wer etwas über Arnold als Schauspieler oder Gouverneur lesen will, muss auf andere Werke zurückgreifen.

Für Leser mit guten Englischkenntnissen eine klare Kaufempfehlung. Wer nur einfaches Schulenglisch kann, möge mit Vorsicht herangehen.


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