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Rezensionen verfasst von
Uwe Klein "uwe-klein" (NRW)
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Tuskegee
Tuskegee
Preis: EUR 11,27

9 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Howdy, Lionel..., 18. März 2012
Rezension bezieht sich auf: Tuskegee (Audio CD)
Das zu Lionel Richie's Einflüssen eine gehörige Portion Country zählt, hört man seinen Songs oft an. Schon Stuck On You, Deep River Woman oder Sail On in den Originalversionen waren dem Country viel näher als dem Soul.

Und - das wissen möglicherweise nicht alle: Lionel Richie hat bereits 1981 ein ganzes Album von Kenny Rogers produziert (Share Your Love). Eine wunderbare Fusion von Country, Soul und Pop. Sogar Gladys Knight und Michael Jackson haben damals mitgewirkt, sowie die Creme der schwarzen Studiomusiker-Szene. Lionel hat mehrere Songs dazu geschrieben. 1983 hat Lionel dann nochmal für Kenny Rogers geschrieben und produziert: einige Songs auf dem Album We've Got Tonight. Kenny Rogers und Lionel Richie teilten damals Freundschaft und Management. Ach ja, und 1982 hört man Kenny Rogers auf Lionel's Debutalbum mitsingen (im Song My Love).

Also: so neu ist ein Lionel Richie auf den Spuren des Country nicht. Eher logisch. Dieses Album hätte Lionel Richie schon vor Jahren rausbringen können. Vielleicht sogar ein Countryalbum mit neuen Songs, anstatt seine alten Songs nochmals aufzufrischen. Denn anstelle der dauernden Versuche, den Trends und den Charts hinterherzulaufen, mit immer jüngeren Produzenten (anstatt wie früher selbst zu produzieren), hätte das möglicherweise deutlich glaubwürdigere Alben hervorgebracht, als die CDs in der Zeit ohne seinen langjährigen Mit-Produzenten James Anthony Carmichael.

Die alten Songs in neuem Gewand klingen zum Teil spannend, und manchmal gelingt ihm ein richtiger Aha-Effekt. Gleich der Opener You Are ist so ein Moment. Aber bei Dancing On The Ceiling flacht es dann wieder ab - aus meiner Sicht. Und so geht es die verbleibenden Songs weiter. Hello - eigentlich ein Song für's Jahrhundert - wirkt einfach nur müde.

Fazit: eine CD wie eine langjährige Beziehung. Sie hat ihre Momente.

Lionel Richie sollte den Cowboyhut auflassen, und mutig selbst ein paar Songs schreiben. Vielleicht mag er ja mal die Songs anderer Künstler auf seine weise aufbereiten. Ich glaube, der Mann hat noch einiges drauf und nicht noch nicht darauf angewiesen, immer wieder seine alten Kracher durchzukauen.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Mar 21, 2012 1:25 PM CET


Ceremonials (Limited Edition)
Ceremonials (Limited Edition)
Preis: EUR 22,98

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen So klingt Pop in 2011, 18. November 2011
Rezension bezieht sich auf: Ceremonials (Limited Edition) (Audio CD)
Ich sag's ungerne: in den letzten 20 Jahren hat sich der Pop nicht sonderlich entwickelt. Sicherlich gab es immer wieder mal ein Highlight, welches man als innovativ oder wegweisend bezeichnen konnte. Aber das Aufkommen solcher Platten ist sehr sehr selten geworden. Richtig große Acts - so wie man sie in den 80ern und 90ern noch wahrgenommen hat - gibt es heute kaum noch. Hört man sich die neue Coldplay-Platte an, merkt man warum. Niemand ist in der Lage, den Pop oder Rock neu zu erfinden. Selbst die wenigen großen Acts nicht (sollte jemand anderer Meinung sein: ich freue mich immer über Musikempfehlungen in den Kommentaren). Fehlt der Mut? Oder fehlen die Ideen?

Da machen Florence & the Machine auch keine Ausnahme. Trotzdem: CEREMONIALS hebt sich deutlich von dem Einheitsbrei ab, der so tagtäglich aus dem Radio kommt. Ob die Dame nun eine neue Stilikone sein soll, ist mir wurscht. Die Songs hören sich richtig gut an, irgendwo zwischen Pop und Rock angesiedelt. Eine klare Richtung gibt's nicht, die Stücke sind jedoch perfekt arrangiert. Fast ein wenig bombastisch (Shake It Up), ruhige oder gar akustische Songs sind Fehlanzeige. Es gibt richtige Drums, viel Elektronik und zurückhaltende Gitarren. Es gibt Background-Gesang an den richtigen Stellen und es gibt Überraschungsmomente und Wendungen, die man nicht erwartet. Kino für die Ohren.

Die Produktion und die Arrangements gleichen die fehlende Stimmgewalt der Sängerin aus. Mehr Power in der Stimme hätte den Songs sehr gut getan - aber man kann nicht alles haben.

In 2011 hat's die CD schwer: Songs sind heute oft nur noch eine Datei auf dem MP3 Player. Wer nimmt sich noch die Zeit und Muße für ein ganzes Album? Bei CEREMONIALS jedoch lohnt sich die Zeit - viele Songs auf CEREMONIALS könnten als Hit funktionieren. Langweilig wird's nicht. Das perfekte Album für eine längere Autofahrt.

Kauftipp für Freunde gut produzierter Popmusik. Eines der besten Alben in 2011.


Blacksummers'night
Blacksummers'night
Preis: EUR 8,99

5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sensationell, 16. September 2011
Rezension bezieht sich auf: Blacksummers'night (Audio CD)
1997 schon war Maxwell mit seinem Debutalbum in den Olymp des Nu Soul aufgestiegen. Nach 4 Alben (inkl. einer Unplugged Veröffentlichung) war es allerdings still. 2009 dann auf einmal wieder ein Nachschlag. Und was für einer. Vom ersten bis zum letzten Stück wird hier allerfeinster lässiger Soul geboten. Die Grooves gehen in die Füße, ins Hirn und - Entschuldigung! - direkt in die Eier. Das hat Stil und Klasse. Sicherlich eines der besten Soul Alben der letzen Jahre. Während man auf seinem 1997er Debut noch die Handschrift der Sade-Macher heraushören konnte, hat sich Maxwell mit einem eigenen Sound etabliert. Im Heimatland USA ist der Mann ein Star. Zu Recht. Blacksummer's Night ist das Album, welches Prince heute gerne aufnehmen würde. Kauftipp!


Oh Land
Oh Land
Preis: EUR 7,99

6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Pop-Perle, 17. August 2011
Rezension bezieht sich auf: Oh Land (Audio CD)
Popmusik sollte immer mal wieder neue Wege beschreiten, die vorher kaum betreten waren. In den 50er und 60er Jahren war das nicht schwer: in Ermangelung experimentierfreudiger Vorfahren konnten sich die damaligen Rock & Roller austoben. In den 70ern wurde die Palette verschiedener Richtungen breiter. Aber immer wieder gab es Wegweisende Produktionen. Seit Ende der 80er Jahre allerdings bewegt sich in der Popmusik INSGESAMT wenig. Sicher gibt es Highlights - aber mal ehrlich: die Sachen, die wir heute so als "Neu" konsumieren, ist aufgrund der Machart, Klangqualität und des Grooves kaum noch einem bestimmten Jahrzehnt zuordenbar. Kurz: in den letzten 20 Jahren hat sich Popmusik nicht sonderlich weiterentwickelt.

Da kommen Produktionen wie "Oh Land" schon fast mutig daher - auch wenn die Produktion nur einen Kick vom Mainstream abweicht. Damit wir uns richtig verstehen: auch mit "Oh Land" wird das Rad nicht neu erfunden. Aber die Platte hebt sich - in meinen Ohren - deutlich vom üblichen Pop-Einheitsbrei ab, den ich so im Radio höre. Und die kleine Abweichung macht den Charme der CD aus.

Fast alle Stücke der CD sind mehr oder weniger hittauglich - Anspieltipp ist "White Nights". Die Stücke sprühen vor Ideen und Frische. Tiefgang sucht man vergebens - aber dafür gibt's gute Laune, Spielfreude und sogar ein hübsches Cover.

Passt zum Grillabend oder auch zur längeren Autofahrt, und tut nicht weh. Aber: Kauftipp für Leute, die ständig auf der Suche nach "neuer" Popmusik sind.


Die Mathematik der Anna Depenbusch
Die Mathematik der Anna Depenbusch
Preis: EUR 12,40

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Einfach großartig., 22. Juli 2011
Rezension bezieht sich auf: Die Mathematik der Anna Depenbusch (Audio CD)
Das es eine große Fülle an deutschsprachigen Produktionen gibt, die im Radio kaum stattfinden, ist leider Fakt. So viele CDs gehen (fast) unter, weil die Songs kaum gespielt werden. Sehr sehr schade um die Musiker, deren Material es mehr als verdient hätte, kommerziellen Erfolg einzufahren - letztlich auch, um die nächste Produktion zu sichern. Das Anna Depenbusch fünf Jahre nach ihrem Debut ein Folgealbum veröffentlicht, kann daher schon bewundert werden.

Die Wartezeit und die Arbeit dahinter haben sich gelohnt: "Die Mathematik" ist ein wunderschönes Album mit Texten und Melodien, die verzaubern und unterhalten. Mit viel Humor und mit noch mehr Gefühl sind Songs entstanden, die einfach saugut unterhalten.

Meine Favoriten:

- Tim Liebt Tina
- Wenn Du nach Hause kommst
und vor allem
- Astronaut

Anna Depenbusch singt ihre Stücke, sie schauspielert sich durch die Texte, immer mit einem Augenzwinkern. Das macht Spaß und ist zusammen mit den Melodien einfach großartig.

Absoluter Kauftipp für Freunde deutschsprachiger Popmusik auf hohem Niveau.


Schlicht & Ergreifend
Schlicht & Ergreifend
Preis: EUR 6,99

25 von 35 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Bitte nicht hauen!, 1. Juni 2011
Rezension bezieht sich auf: Schlicht & Ergreifend (Audio CD)
Zunächst: das ist eine interessante Scheibe. Gute Musik, tolle Melodien - teilweise richtige klasse Hymnen: gleich der Opener "Flügel und Schwert" könnte auch ein ganzes Stadion unterhalten. Das als Doppelalbum angelegte Produkt hat auf dem ersten teil genau diese hymnen-artigen Songs, auf dem zweiten Teil wird's dann eher stiller. 20 Songs insgesamt, kaum ein Durchhänger. Dafür vier Punkte.

Punktabzug gibt's dafür: hier wird dem Käufer ein Konzept verkauft, ein Image. Die beiden stellen sich als ewige Kumpels dar ("wir sind absolut ehrlich zueinander", "nichts bringt uns auseinander"), die schon durch Dick und Dünn gegangen sind. Im grauen Teil von Berlin geht's hart zu, da stehen natürlich Ehrlichkeit, Kampfgeist, Tatoos, Stärke, Treue und sonstige Attribute im Vordergrund. Das mag auf die beiden Hauptakteure alles auch wirklich zutreffen, aber man bekommt erstmal den Eindruck, dass die nix anderes zu bieten haben. Wo bleibt da die Musik? Die ist doch recht gut gelungen.

Wenn man sich das so anschaut, die Videos, die Bildsprache, die Interviews etc, dann kommt die Vermutung auf, dass es sich bei Haudegen lediglich um eine clevere Vermarktungsstrategie handelt. Die Band besetzt ein zurzeit noch nicht besetztes Image: irgendwo zwischen der rauhen Schale von Bushido und dem weichen Kern von Unheilig - beide waren in Deutschland extrem erfolgreich. Da sucht eine Company schon mal nach Zielgruppen, die dazu passen könnten. Haudegen kommen da gerade richtig. Oder sind vielleicht genau in diese Ecke hineinkonstruiert worden.

Wie auch immer: die Platte bietet interessante Facetten. Allerdings muss man sich an Mix der zwei Stimmen ein wenig gewöhnen: der eine rauh und kratzig (klingt allerdings nicht authentisch), der andere sanfter und eine Tonlage höher. Könnte richtig gut klingen, wenn auf der rauhen Seite ein wenig Dreck rausgebürstet würde. Allerdings: wer mit Tom Waits klarkommt, wird mit dieser Platte keine Probleme haben.

Tom Waits hat übrigens seine erste Platte 1973 herausgebracht. Damals war er so eine Art Poet aus der Gosse. Lange bevor die Herren von Haudegen auf diesen Trichter mit der Gossenpoesie gekommen sind.

Fazit: wenn man mal das Ghetto-Gehabe weglässt, bleibt eine gut gelungene Scheibe übrig, auf die man sich einlassen muss. Es wird ganz bestimmt eine Zielgruppe geben, die sich in diesen Songs - und in diesem Konzept - wiederfinden. Deshalb - aber bitte nicht Hauen: nur bedingt ein Kauftipp.
Kommentar Kommentare (6) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Sep 3, 2011 12:35 AM MEST


Linksaufsteher: Ein Montagsroman
Linksaufsteher: Ein Montagsroman
von Matthias Sachau
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,99

1 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Nur ein bisschen lustig., 5. Mai 2011
Und noch ein Buch, welches sich an eine ganze Reihe Exemplare von Büchern anschliesst, deren inflationäres Aufkommen in den letzten Jahren ein neues Segment auf dem Buchmarkt geschaffen haben: den neuen deutschen Comedy-Roman. Sogar die Covergestaltung ist verlagsübergreifend harmonisiert, damit man im Buchladen schön einfach auf den Inhalt schließen kann. Mittlerweile ist die Anzahl von Büchern in dieser Sparte kaum noch zu überschauen. "Linksaufsteher" ist da lediglich eine weitere Neuerscheinung.

Wahrscheinlich hätte mich die Story sowie die ein oder andere Beschreibung skurriler Szenen zum Lachen bringen sollen. Leider erfolglos. Die Story kann sich nicht so richtig zwischen abstrusen Ideen (iKoffer) und realistischen Momenten entscheiden. Große Überraschungen im Plot gibt's keine. Schon bei der ersten Begegnung zwischen Oliver und dem kleinen Anton ahnt man schon, dass der Junge der Sohn von Oliver's Angebeteten ist.

Ein bisschen lustig sind die gesprochenen Kettensätze, die zumeist aus den wildesten Fremdwörtern bestehen. Aber das rettet den Gesamteindruck leider nicht.

Fazit: nicht alles, was als Comedyroman gedacht ist, auf dem Cover eine Bildgrafik vor einem unifarbenen Hintergrund zeigt und sich als "Montagsroman", "Das Roman, ne" oder sonstigen Sonderroman ausweist, ist zwingend lustig.

"Linkaufsteher" ist es leider nicht. Nur ein bisschen. Das ist aber zuwenig. Kein Kauftipp.
Kommentar Kommentare (3) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Dec 26, 2011 2:01 AM CET


Hearsay
Hearsay

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Da lohnt der Kauf der teuren Importe., 27. April 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Hearsay (Audio CD)
Schade schade: diese Platte von 1987 kann man in Deutschland nur als teuren Import kaufen (Stand April 2011). Selbst ein Download als MP3 bei Amazon oder bei anderen Downloadanbietern ist nicht möglich. Da scheint es irgendwelche Hürden bei den Rechten zu geben. Nach langer Überlegung habe ich mir HEARSAY als teure Import CD bestellt.

Es hat sich gelohnt.

Selbst heute, nach 24 Jahren, klingt HEARSAY immer noch frisch, druckvoll, tanzbar. Wie auf dem Tabu-Label in den 80ern oft üblich, gibt es eine Seite (ja, früher musste man die Vinyl Platten umdrehen) mit tanzbaren Songs, und eine Seite mit eher ruhigen Stücken.

Alleine für die erste Seite - also die ersten 5 Songs - lohnt der Kauf, denn hier sind ein paar der feinsten R&B Produktionen der 80er Jahre versammelt.

Schon der Opener WHAT CAN I SAY hat Hitcharakter - war allerdings nie eine Single. Die Produzenten Jimmy Jam & Terry Lewis wussten damals sehr genau, wie man Dancefloor-Kracher produziert (sie zeichneten sich auch für Janet Jackon's CONTROL verantwortlich).

Wer also mal hören mag, wie vernünftiger Dancefloor in den 80ern funktioniert hat - lange bevor Usher und Co. Ihren ersten PC bekommen haben - der liegt mit HEARSAY mehr als richtig. Eine der besten Scheiben der 80er und ein absoluter Kauftipp.


Halv Su Wild
Halv Su Wild
Preis: EUR 6,99

6 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Halv su wild, dat määt nix, kei Problem, dat kreije mer hin..., 31. März 2011
Rezension bezieht sich auf: Halv Su Wild (Audio CD)
...mögen sich der nunmehr Senioren-BahnCard berechtigte Bandleader und seine zumeist jungen Mitstreiter gedacht haben. Da haben sie richtig gedacht. So schlimm ist die neue BAP-Platte nicht.

Das Titelstück ist sogar richtig radiotauglich, die Albumtitel sind allesamt gutes Handwerk, tolle Texterarbeit - insgesamt ein gelungenes Album. Quasi.

Was mir fehlt, ist der Biss und der Sarkasmus vergangener Tage. Klar, der kölsche Dylan ist jetzt 60, es ist viel passiert und so ist das Leben nun mal. Da kann man nicht ewig den Stachel des guten Gewissens spielen. Aber wenn man den Texten zuhört, und sich mit Niedecken an alte Zeiten, "All die Aureblecke" und den "Chlodwigsplatz" erinnert, dann erinnert man sich natürlich auch an eine ganz andere Band, die von 1980 an die Region und die Republik gerockt an wie keine andere. Die Band mit dem gleichen Namen hat heute nichts mehr damit gemeinsam - ausser dem Hauptakteur.

Warum, frage ich mich, muss dann noch der Name BAP dafür herhalten? Niedecken könnte seine Stücke doch unter seinem eigenen Namen veröffentlichen. Das wäre deutlich glaubwürdiger und würde ihm viel mehr Spielraum bei den Arrangements bieten. Er müsste nicht mehr den Rock'n'Roller geben, den ich ihm schon lange nicht mehr abnehme. Dann würde bei der Produktion vielleicht sein Gesang auch mal wieder verständlich sein. Wenn man mit seiner Stimmlage und -farbe bei diesen zum Teil rockigen Arrangements ins Mikro brummt, passt das nicht wirklich zu der musikalischen Unterstützung.

Nur Mut, möchte man Niedecken zurufen. Mach weiter Musik, aber sei bitteschön auch glaubwürdig. Es könnte nämlich der Verdacht aufkommen, dass hier rein kommerziell agiert wird, nach dem Motto: überall wo das BAP Logo drauf ist, wird schon gekauft. Siehe Biographie Jürgen Zöller.

Fazit: eine weitere ordentliche Platte. Mehr nicht. Das ist vielleicht ganau das, was Niedecken erreichen wollte. Aber ich glaube, der Mann hat noch einiges zu sagen.

Deshalb, Wolfjang: leg den Namen BAP mal beiseite. Mach noch ein Farewell Gig in Müngersdorf. Vielleicht können sich ja alle ehemaligen Bandmitglieder für einen Gastauftritt erwärmen. Gäbe auch eine attraktive Live DVD.

Und dann: veröffentliche unter eigenem Namen. Et wör halv su wild.


Mission Bell
Mission Bell
Preis: EUR 18,98

5 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Geheimtipp für Leute auf der Suche nach guter Musik., 18. Februar 2011
Rezension bezieht sich auf: Mission Bell (Audio CD)
Heutzutage ist es nicht leicht, einfach gute Musik zu finden, die gleichzeitig unverbraucht klingt. Amos Lee veröffentlicht jetzt schon seit ein paar Jahren solche CDs. Dies ist seine mittlerweile vierte. Anfangs war der Mann so eine Art männlicher Norah Jones. Mittlerweile braucht er die Vergleiche nicht mehr. Die neue CD "Mission Bell" hat wie seine bisherigen Scheiben, immer noch etwas vom Südstaatensound - diesmal etwas ausgereifter. Meiner Meinung nach seine bisher beste CD.

Traumhafte Musik für den Sommerabend. Leider ist noch Februar, diese CD eignet sich eher für das angetrunkene Abchillen nach dem Grillabend.


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