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Rezensionen verfasst von
Matthias "T."

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Tuba Flecken-Spray mit OXY Power 500ml
Tuba Flecken-Spray mit OXY Power 500ml
Wird angeboten von Ngdf24
Preis: EUR 8,55

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Perfekt!, 11. Juni 2013
So eine Sauerei: ein Ölfleck auf den hellen Autositzen! 2 cm breit, direkt aus einer Ölflasche getropft. Jetzt bloß nicht mit Wasser rangehen, das festigt nur den Fleck, habe ich mir gedacht. Also amazon angeworfen: viele lobten den Tuba Fleckenspray dort. Gekauft und vorsichtig ausprobiert. Aber anders, als der Hersteller vorschreibt. Nach Anwendungshinweisen sollte man den Fleck mit Fleckenspray abreiben und dann mit feuchten Tuch abtupfen. Ich wollte auf jeden Fall hässliche Wasserränder auf den hellen Polstern vermeiden. Also mit Tuba den Fleck eingerieben, leicht mit feuchten Schwamm abgetupft, und gleich mit Staubsauger (ohne Düse, nur mit dem Rohr) die Feuchtigkeit samt Schmutz aus dem polster gesaugt. Solange gestaubsaugt an der feuchten Stelle (2-3 min), bis kein Fleck, keine Feuchtigkeit mehr zu sehen waren. Wunderbar, nichts, absolut nichts zu sehen. Ich war von den Socken! Ich habe zumindest ein Verschmieren des Öls erwartet, Schatten oder dergleichen, aber der beige Sitzbezug erstrahlte fleckenfrei, als ob ihn niemals Öl befleckt hätte. Ein wirklich gutes Produkt, dieses Tuba.


Vom Kriege: vollständige Ausgabe
Vom Kriege: vollständige Ausgabe
von Carl von Clausewitz
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 9,99

5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Schrift zu klein, 8. März 2012
Der Inhalt des Buches selbst ist auf amazon genügend bewertet worden. Ich möchte hier nur die Ausgabe des NIKOL-Verlags bewerten. Und die ist trotz schöner gebundenen Aufmachung einem Leser nicht zumutbar. Die Schriftgröße ist dermaßen winzig klein, dass ich es lediglich zustande brachte, zwei Seiten zu lesen, dann hatte ich Augeschmerzen und legte das Buch weg. Eine Beanstanung bei amazon hat dann auch reibungslos geklappt. Natürlich bei einer vollständigen Ausgabe um die 900 Seiten ist es nicht einfach den Inhalt in einem Buch unterzubringen. Trotzdem: eine Bibel-Standardausgabe hat um die 1200 Seiten und die Schrift ist um ein vielfaches größer! Ich frage mich, welche vollständige Ausgabe von diesem Buch eine vernünftige Schrift bietet. Weißt das jemand?
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Aug 9, 2012 7:48 AM MEST


Kein Titel verfügbar

1.0 von 5 Sternen Schlechter Schuh, 17. Februar 2012
Ich muss leider sagen, dass ich von Footjoy riesig enttäuscht bin. Anfangs dachte ich: ein toller Schuh, schön weiß, elegant, wird sicher auch lang halten. Pustekuchen, der Schuh hat genau nach einem Jahr den Geist aufgegeben. Besonders sichtbar is das im Fersenbereich: dort hat sich das Innenfutter völlig aufgelöst, es sind jetzt Löcher drin und ich habe deshalb an den Fersen in der letzten Zeit des öfteren Blasen bekommen. Ich habe die Schuhe reklamiert (nicht bei amazon, woanders gekauft), denn ich hatte noch nie Schuhe, die so schnell kaputt gegangen sind, vor allem zu diesem Preis! Normale gute rahmengenähten Schuhe halten bei mir über 10 Jahre fast täglichen Benutzens. Footjoy hat sich gar nicht kulant gezeigt. Mit dem Hinweis auf das abgelaufene Garantie-Datum (kurz nach einem Jahr) gab es nur einen lapidarischen Hinweis: "Verschleiß, haben sie Verständnis dafür". Nein, ich habe gar kein Verständnis dafür, dass Hersteller ihre in Billiglohnländern produzierten Massenwaren zu diesen hohen Preisen verkaufen und den Schuh so billig mit lauter Plastik verkleben, dass sie genau nach der "Garantiefrist" auseinanderfallen. Ich finde es eine Frechheit, dass Hersteller uns diesen Schund andrehen und Verkäufer darauf nur achselzuckend reagieren: "So isses heute, überall China drin, Footjoy war früher auch besser, aber momentan sind alle Schuhe so, es gibt keine besseren", sprich alle Schuhe kommen nach Meinung der Verkäufer nur noch "leider" als plastikverklebte Chinaware daher. Das ist ein völliger Quatsch und zeugt von der Ignoranz der Händler. Ich habe mir nach dem Footjoy-Desaster (bin schon durch einige Schuh-Marken durch, adidas war da nicht besser) jetzt endlich *richtige* Golfschuhe gekauft: von Walter Genuin, die sind wenigstens rahmengenäht, komplett aus Leder, werden in Italien hergestellt und optisch und im Komfort sind die den Footjoy's Lichtjahre überlegen. Ich werde nie mehr Footjoy-Produkte kaufen (auch Handschuhe nicht, Hirzl ist besser), wenn die Politik der Firma darauf ausgerichtet ist, Produkte herzustellen, die schnell kaputt gehen, damit die dummen Kunden immer und immer wieder deren neueste "Produkte" kaufen, wenn die Kunden derart im Regen gelassen werden, sobald Probleme auftauchen. Und es stimmt ja überhaupt nicht, dass man hier mit erhöhten Verschleiß zu rechnen hat, wenn man zweimal die Woche auf die Runde geht, ein völliger Unsinn! Ich kenne Golfer, die haben die besagten Genuin-Schuhe seit über 10-15 Jahren, es ist eine ältere Generation, die haben sich mit den damaligen Schuhen noch eingedeckt und müssen nicht mit den Schrottschuhen von heute spielen. Es gibt einen riesigen Bedarf für wirklich gute, haltbare Golfschuhe, der Markt ist da. Wenn die Icons von Footjoy nur 50 EUR kosten würden, dann würde ich mich nicht aufregen, wenn sie nach einem Jahr den Geist aufgeben, aber bei einem Preis von knapp 300 EUR und China-Ware? Wo ist ein gesundes Preis-Leistungs-Verhältnis? NEIN, SO NICHT FOOTJOY!
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Apr 15, 2012 8:47 PM MEST


Die Überschreitung. Günther Messners Tod am Nanga Parbat. Expeditionsteilnehmer brechen ihr Schweigen.
Die Überschreitung. Günther Messners Tod am Nanga Parbat. Expeditionsteilnehmer brechen ihr Schweigen.
von Max von Kienlin
  Gebundene Ausgabe

5 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Buch zum Tod des Bruders - Reinhold Messner siegt vor Gericht, 28. März 2007
Es war der erbittertste Konflikt in der Gesichte des Alpinismus: Max von Kienlin behauptet in seinem Buch "Die Überschreitung" Reinhold Messner hätte eine Mitschuld am Tod seines Bruders bei der Besteigung des Nanga Parbat im Himalaya. Messner wehrte sich vor Gericht gegen den Vorwurf. Nun haben die Richter entschieden.

Der Bergsteiger Reinhold Messner hat sich in einem jahrelangen Rechtsstreit um ein Buch über den Tod seines Bruders weitgehend durchgesetzt. Die Pressekammer des Gerichts untersagte mit einem Urteil Messners früherem Bergkameraden Max von Kienlin zwölf von 13 beanstandeten Behauptungen, mit denen er in seinem Buch Die Überschreitung" Messner auch eine Mitverantwortung für den Tod von dessen Bruder Günther gab (Az. 3240553/03). Der Streit um den Tod von Günther zwischen Messner und Teilnehmern der Besteigung des Nanga Parbat vor fast 37 Jahren ist einer der erbittertsten Konflikte in der Geschichte des Alpinismus. Schon kurz nach der Buchveröffentlichung hatte Messner im Juli 2003 eine einstweilige Verfügung gegen die Passagen aus dem Buch erwirkt, die er als Rufmord" sieht. Der Verlag habe dann betreffende Stellen herausgenommen, sagte Riegl. Was aber 1970 tatsächlich am Nanga Parbat passierte, sei weiter offen: Das ist auch mit diesem Urteil nicht aufgeklärt." Die unterschiedlichen Versionen bleiben", sagte von Kienlin. Er hatte Messner in dem Buch vorgeworfen, seinen Bruder Günther möglicherweise nach der Besteigung des 8125 Meter hohen Himalaya- Gipfels Nanga Parbat allein über den gekommenen Weg zurückgeschickt zu haben, um selbst durch die Übersteigung des Berges und den Abstieg über eine andere Route weltberühmt zu werden. Messner beteuert dagegen immer wieder, mit seinem Bruder gemeinsam abgestiegen zu sein. Günther sei dabei jedoch, während er den Weg erkundete, von einer Eislawine erfasst worden. Günthers Leiche war erst im Oktober 2005 entdeckt worden. Doch hatte auch dieser Fund keine Klarheit über seine Todesumstände gebracht und den Streit zwischen den ehemaligen Bergkameraden nicht beenden können. Der 72-jährige von Kienlin stützte seine Version der Dinge auf handschriftliche Tagebuchaufzeichnungen von 1970. Messner bezeichnete diese als nachträgliche Fälschung. Die Hamburger Richter konnten laut dem Urteil auch auf der Grundlage von zwei Gutachten nicht als sicher feststellen", dass die Aufzeichnungen tatsächlich von 1970 stammten. Für seine Äußerungen über Messner habe von Kienlin keine Beweise erbracht. Sie verletzten das Persönlichkeitsrecht des Klägers und könnten sein Ansehen in der Öffentlichkeit herabsetzen, meinten die Richter. Ich bin zutiefst befriedigt, dass der Wahrheit zum Recht verholfen wurde", kommentierte der Bergsteiger das Urteil.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jan 19, 2010 11:54 PM CET


Tous les Matins du Monde (Die siebente Saite) - Original Motion Picture Soundtrack
Tous les Matins du Monde (Die siebente Saite) - Original Motion Picture Soundtrack
Preis: EUR 18,94

29 von 29 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wiederentdeckung der alten Perlen, 11. März 2005
Manchmal frage ich mich, ob wir in einem unmusikalischen Zeitalter leben. Diesen Eindruck vermitteln mir jedenfalls die zeitgenössischen Komponisten mit ihren Geräuschexperimenten. Wenn man dagegen dieser CD zuhört, wird man leicht davon überzeugt, daß das musikalische Empfinden in der Epoche dieser Musik - also Renaissance, Barock - auf dem Höhepunkt stand. Und wenn jemand da gleich an Bach und Vivaldi denkt und an ihre heutzutage manchmal bis zum Überdruß gespielten Kompositionen, der irrt. Denn hier präsentiert der Meister-Gambist Jordi Savall mit seinem Ensemble Perlen der Alten Musik, die unverständlicherweise nach Jahrhunderten in Vergessenheit geraten sind. Und entsprechend erfrischend wirken sie auch. Ein Manuskript mit Kompositionen von Sainte-Colombe "Piéces à deux violes esgales" wurde z.B. erst 1966(!) in Genf wiederaufgefunden und wurde von Savall schon in den 70ern auf Schallplatte eingespielt. Ich bin sicher, dass diese Musik nicht nur Enthusiasten der Alten oder klassischen Musik begeistern wird, sondern auch jeden, der keinen Zugang zur "Ernsten Musik" hat, von ihrer überwältigenden Schönheit gefangen nehmen wird. Vor allem aber wird es bei ihm das Vorurteil ausräumen, dass solche Musik ernst sei, im Gegenteil sie wird ihn überzeugen, dass die Musiker der damaligen Epoche unglaubliche Freude am Musikmachen hatten. Diese Freude überträgt das Savall-Ensemble mit jedem Atem- und Bogenzug auf den Zuhörer. Nach dem Hören des ersten und vor allem letzten Stückes fehlten mir die Worte und ich musste diese immer und immer wieder hören.
Man merkt der Musik überhaupt nicht an, dass sie ein Soundtrack zu einem Film ist. Man kann sie überaus genießen ohne den Film jemals gesehen zu haben. Die Kompositionen sind zeitlos und stehen völlig über der Handlung des Films. Eigentlich könnte man sagen, es gibt da noch einen Film zu dieser Musik, und dieser handelt ja von Marin Marais, der das Gambenspiel im 17./18. Jh auf den Höhepunkt gebracht hat und seinem Lehrer Sainte Colombe, der über seinen Schüler gesagt haben soll: "Es gibt Schüler die ihre Meister übetreffen können, aber der junge Marais wird niemanden finden, der ihn übertreffen wird." Zu Schade, dass es diesen Film bis heute noch nicht auf DVD gibt, denn ich habe meinen VHS-Recorder schon lange entsorgt.
Die Kompositionen von Lully sind auf den größtmöglichen Effekt am königlichen Hofe ausgelegt und diesen erzeugt die Musikergruppe um Savall sehr überzeugend. Man höre sich dazu nur den "Marche pour la cérémonie des Turcs" oder das "Entree" auf der Bonus-CD an! (Leider war zum dem Zeitpunkt als ich dies schrieb noch nicht möglich sich die Stücke bei amazon anzuhören). Dagegen sind die Stücke von Sainte-Colombe und vor allem die von Marin Marais, komponiert mal für Gambe solo oder für Kombinationen aus Gambe, Laute, Theorbe oder Cembalo die meditativsten und hypnotisierendsten musikalischen Darbietungen, die man bei der Alten Musik finden kann, wie zB. bei dem letzten recht langem Stück "Sonnerie de Ste. Geneviève du Mont-de-Paris". Zwei Stücke auf der sonst rein instrumentalen CD werden auch von den Sopranistinnen Montserrat Figueras und Maria Cristina Kiehr begleitet. Wenn ich nur eine CD auf eine einsame Insel mitnehmen dürtfe, dann wäre es definitiv diese CD, wobei ich die "La Folia" von Savall ebenfalls durchschmuggeln würde.


Sony MZ-NH1 Tragbarer MiniDisc-Rekorder (Hi-MD) silber
Sony MZ-NH1 Tragbarer MiniDisc-Rekorder (Hi-MD) silber

7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Ein Highflyier mit Macken, 8. Februar 2005
Eigentlich beeindruckt dieser kleine Walkman einen schon stark. Schön verarbeitet, nimmt auch im erstklassigen unkomprimierten PCM-Modus auf (CD-Qualität) und bietet mit der HiMD eine Menge Speicherplatz. Man soll sich aber nicht irre machen lassen: die von Sony versprochenen 45 CD passen zwar auf eine 1 GB-HiMD, allerdings nur im höchstkomprimierten 48-kbps-Modus, über den man im Kleingedruckten der Bedienungsanleitung liest, dass er zu hörbaren Einbußen der Klangqualität führen kann. Das heißt also für mich: reingefallen! es passen doch keine 45 CDs in CD-Qualität drauf! Jedoch ist dieser Punkt höchst individuell, einem kann die Menge der mitgenommenen Daten wichtiger sein, als ihre Qualität.
Zweitens: das Gerät ist für den Zweck, für den ich es gekauft habe, nämlich zum Aufnehmen von selbstgespielten Instrumenten per Mikrofon nur bedingt zu empfehlen. Es produziert nämlich in regelmäßigen Abständen bei der Aufnahme deutlich hörbare Summgeräusche, die vom Minidisc-Laufwerk selbst stammen und leider auch mit aufgenommen werden. Diese Laufwerkgeräusche hört man immer dann, wenn der interne Zwischenpuffer voll ist und die Daten auf die Minidisc geschrieben werden müssen (so ca. alle 2-3 Minuten). Damit die Aufnahme gelingt, muss man das Gerät also entweder mit einem Kissen o.ä. abdecken oder in die Hosentasche stecken, was aber nicht immer und überall möglich ist. Ich bin mir nicht sicher, ob andere Hersteller diesen Punkt besser in den Griff bekommen haben, jedenfalls erzeugen alle HiMD-Recorder von Sony diese Laufgeräusche. Eine überlegenswerte, weil absolut geräuschlose Alternative zu portablen Minidisc-Recordern erscheint mir das (unkomprimierte) Aufnehmen auf CompactFlash-Geräten, wie zb. dem Edirol R1 etc. zu sein.
Drittens: man sollte sich auch nicht von den Akkuzeiten irre leiten lassen: Zwar besitzt das Gerät im Vergleich zu anderen Sony-Minidisc-Recordern eine geringere Akkukapazität, was sich vor allem bei der reinen Wiedergabe leicht negativ bemerkbar macht, jedoch handelt es sich um einen Lithium-Ionen-Akku, der wiederum beim Aufnehmen mit dem MZ-NH1 deutlich besser abschneidet, als die anderen Sony-MD-Recorder mit NiCdm-Akkus und deshalb eine doppelt so lange ununterbrochene Aufnahmezeit als diese ermöglicht.
Viertens: die mitgelieferten harten Ohrhörer sind wohl für große Ohrlöcher ausgelegt, oder aber so konstruiert, damit sie aus dem Ohr nicht so leicht oder versehentlich herausgerissen werden können, was aber bei mir dazu führte, dass mir die Ohren schon nach 15 min Tragen so weh getan haben, dass ich die Ohrhörer absetzen musste.
Fünftens: der Austausch der Daten mit dem PC klappte bei mir problemlos. Schließt man den Minidisc-Recorder per USB an, so erscheint im Windows-Explorer ein neues "Wechselspeichermedium" und man kann einfach per Drag&Drop die Dateien hin- und herkopieren. Zum Austausch von Musikdaten muß man allerdings die mitgelieferte Sonicstage-Software benutzen. Alle Musikdaten werden beim Ablegen auf der MD in das ATRAC-Format umgewandelt. Beim Herauslesen aufgenommener Musik stehen diese im OMG-Format (ATRAC, PCM etc.) zur Verfügung, man kann sie per Sonicstage abspielen. Zum Weiterverarbeiten der Musikdaten steht auf der Sony-Webseite im Donwloadbereich ein WAV-Konverter bereit. Dann lassen sich die WAV-Dateien auch auf CD brennen. Ohne diesen extra zu besorgenden WAV-Converter läßt sich außer Abhören der Musikdaten über den PC, mit ihnen absolut nichts anfangen, und da ich mit dem Gerät vorhatte, selbstgespielte Musik über Mikrofon aufzunehmen, um sie natürlich auch weiter zu verwenden, wäre das ohne den Konverter sehr ärgerlich. Hier ist die Sony-Produktbeschreibung absolut irreführend, denn sie suggeriert unbegrenzte Austausch-Möglichkeiten mit dem PC (zumindest auf der Verpackung), was aber mit dem Gerät und der beigepackten Software alleine nicht möglich ist!
Sechstens: was bei diesem Gerät noch absolut nervig ist, ist die Tatsache, dass die mühsam eingestellte manuelle Aufnahmepegel-Aussteuerung nach Ende jeder Aufnahme wieder in den Automatik-Modus zurückspringt. In diesem jedoch läßt sich ohne deutliche Verzerrungen kaum ein Instrument aufnehmen, mit dem man sowohl leise, wie auch laut spielen möchte, denn die dynamische Pegelaussteuerung reagiert naturgemäß zu langsam. Ein Anstieg an Lautstärke führt zur merkbaren Übersteuerung und Verzerrung, was anschließend von der Automatik korrigiert wird, damit die folgenden lauten Töne sauber klingen, aber der erste laute Ton produziert immer einen Aussetzer! Dieser Punkt ist das größte Manko des Gerätes, mit allen anderen Fehlern könnte ich leben, aber nicht bei hintereinander folgenden Aufnahmen jedesmal sich durch das 3-stufige Menü durchhangeln, um den Aufnahmepegel auszusteuern!
Ein letztes mich nervendes Manko: wenn man das Gerät an eine heimische Stereoanlage anschließt, um den Klang auch ohne die wundreibenden Ohrhörer zu genießen, kann man die sonst fantastisch bequeme Kabelfernbedienung nicht benutzen, da man statt ihrer das LINE-Kabel anschließen muss! Aber einfach das LINE-Kabel anschließen genügt noch nicht: man muss ZUNÄCHST das Kabel anschließen und DANN in dem klitzekleinen Menü den Ausgang von Kopfhörer auf LINE-OUT umstellen. Wenn man dann die Fernbedienung wieder kurz anstelle des LINE-Kabels anschließt, obwohl man gar nicht die Ohrhörer benutzen möchte, springt der Ausgang automatisch in den Kopfhörer-Modus zurück! Um die Ohren (nicht die Ohrhörer!) vor versehentlichen Schäden des viel zu lauten LINE-Signals zu schützen, liest man in der Bedienungsanleitung.
Alles in allem ist das Sony MZ-NH1 wunderbar geeignet, wenn man eine Menge Musik oder Daten mit sich herumtragen möchte und sich eher auf das Abspielen, als auf das Aufnehmen von Musik konzentriert. Wen die oben beschriebenen Nachteile und Automatismen nicht stören, dem sei es wärmstens zu empfehlen. Es ist das flachste Gerät der Sony-Reihe und läßt sich somit bequem in einer Hosentasche tragen. Zum Aufnehmen von (eigener) Musik jedoch - und dafür brauche ich einen RECORDER und nicht einen Player - ist es fast unbrauchbar, jedenfalls hinterläßt das Gerät den Eindruck, als ob Sony alles mögliche darangesetzt hat, um jegliche Aufnahmen - egal für welchen Zweck - zu erschweren.


Sony ECM-MS 907 Stereo-Mikrofon anthrazit
Sony ECM-MS 907 Stereo-Mikrofon anthrazit
Wird angeboten von HD Sales Inc
Preis: EUR 79,00

57 von 71 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Nicht empfehlenswert, 8. Februar 2005
Das Mikrofon ECM-MS907 ist der kleine Bruder von ECM-MS957, ebenfalls von Sony. Zugegeben: für seinen Preis liefert er dank der fest vorgegebenen MS-Mikrofonierung (Mitte-Seiten) beeindruckend räumliche Aufnahmen. Doch hört man den Unterschied zum großen Bruder deutlich heraus: die Bässe reichen nicht tief genug, laut Datenblatt ist ja bei 100Hz Schluß und in der Praxis verändert sich damit ein warm klingendes Instrument in Richtung kühler, heller. Ein Rauschen ist selbst bei voller Batterie vorhanden und die Aufnahme klingt nicht sauber. Das 1,5m lange Kabel ist äußerst knapp bemessen: damit kann man z.b. einen Minidisk-Recorder nicht weit genug vom Mikrofon entfernen, was sich in den von Minidisc produzierten Laufgeräschen bei der Aufnahme niederschlägt und als äußerst störend empfunden wird. Ich habe mir beholfen, indem ich einen Kissen über den Recorder gelegt habe, was aber nicht immer und überall möglich ist. Das trifft natürlich nicht zu, wenn man ein lautes Konzert aufnehmen möchte. Da fallen solche Laufwerksgeräusche kaum auf. Alles in allem klingt das Mikrofon auf den ersten Blick toll und man ist von ihm zunächst begeistert, beim genauen Hinhören und vor allem Vergleich mit anderen (Musiker-)Mikrofonen enttäuscht es aber. Als vorteilhanft erweist sich seine relativ geringe Größe und Gewicht und somit läßt es sich bequem in dem mitgelieferten Beutel tragen. Angesichts seines niedrigen Preises, liefert es ordentliche Aufnahmen, ernsthaft musizieren kann man mit ihm jedoch nicht.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Nov 7, 2010 1:52 PM CET


Sony ECM-MS 957 Stereo-Mikrofon anthrazit
Sony ECM-MS 957 Stereo-Mikrofon anthrazit

35 von 40 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Nicht für Musiker geeignet, 8. Februar 2005
Ich habe mir das Mikrofon gekauft, um qualitativ hochwertige Aufnahmen auf HI-MiniDisc von selbstgespielten Instrumenten wie Klavier oder auch von Konzerten kleinerer Ensembles zu machen, da es, wie es hier hieß, professionellen Ansprüchen genüge und die Klangkulisse sehr räumlich abbilde. Dem kann ich nur teilweise zustimmen. Das Mikrofon läßt sich neben dem einfachsten Ein-Punkt-Modus (XY-Mikrofonierung) auch im MS-Modus (Mitte-Seiten-Mikrofonierung) betreiben. Wählt man den MS-Modus und stellt dabei den Aufnahmewinkel auf 120°, so lassen sich tatsächlich sehr räumliche Aufnahmen erzielen, allerdings ist die Ortung der einzelnen Klangquellen nicht so gut wie im Ein-Punkt-Modus, sondern eher verschmiert über die gesamte Stereobreite, was aber beim Anhören der Aufnahmen durchaus als angenehm distanziert und nicht so aggressiv nah und direkt, wie bei Ein-Punkt empfunden wird. Damit konnte ich die an einem Tag besonders zahlreich im Garten singenden Vögel eindrucksvoll aufnehmen. So viel zur Räumlichkeit.
Die reinen Klangeigenschaften dieses Mikrofons lassen jedoch zu wünschen übrig. Es werden nämlich besonders die Zisch-Laute, wie p, s, t, und so auch alles Psss, Tsss, wie sie manche Saiteninstrumente in Obertönen produzieren, deutlich verstärkt. So hat man den Eindruck, dass das Mikro alles samt Störgeräuschen wie durch eine Lupe aufnimmt, was dazu führt, dass jedes noch so samtweich warm und angenehm gestimmte Instrument auf der Aufnahme hart und wie nach oben verstimmt klingt. Selbst die aufgenommenen Vögel schienen eher zu kreischen als zu singen. Auch die menschliche Stimme klingt durch dieses Mikro härter, als sie in Wirklichkeit ist. Jedoch hatte ich nicht den Eindruck, dass sie zu dunkel oder zu tief klinge, das könnte vielleicht wegen des Nahbesprechungseffektes passieren, aber es ist ja auch kein Gesangsmikrofon, bei dem die Bässe extra abgesenkt wären.
Also: ein "Lupen"-Mikrofon mit passablen räumlichen Abbildungseigenschaften, mit dem man selbt Ameisen hören kann, aber zum Musizieren mit klassischen Instrumenten ungeeignet.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Sep 9, 2010 11:16 AM MEST


Tao Te King: Eine zeitgemäße Version für westliche Leser
Tao Te King: Eine zeitgemäße Version für westliche Leser
von Laozi
  Taschenbuch
Preis: EUR 6,00

94 von 96 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Laotses Weisheit in verwaschener Sprache, 27. Januar 2005
Mit dem Sinn ist es, wie mit dem Hintern: jeder hat seinen eigenen, und so auch mit dem Sinn für eine Übersetzung. Der Untertitel mag verführen: "Eine zeitgemäße Version für westliche Leser". D.h verständlicher, akzeptabler, angepaßter. Angepaßt nicht nur an die Gemeinplätze der heutigen Sprache, sondern auch an die westlichen Denkstrukturen. Nur: was bleibt dann von dem eigentlichen Tao Te King noch übrig? Will man die Philosophie des Tao Te King in seinem ursprünglichen Sinne verstehen und genießen, bei der sich dem Leser in auf den ersten Blick widersinnigen Sätzen der verborgene Sinn typischerweise erst langsam offenbart, oder will man westliche, schnelle, angenehm klare Lektüre beraubt von Anklängen an wundersam verborgene Dichtung konsumieren? Eben dadurch, dass man versucht die Worte von Laotse zu entwirren, nimmt man ihm seinen eigentlichen Reiz und blockiert den Geist des Lesers, sich dem Gedankengut uralter chinesischen "verdrehter" Philosophie, wie dem Taoismus zu nähern, für den der Tao Te King denselben Rang hat, wie für die Christen die Bibel. "Wirklich wahre Worte sind paradox", sagte Laotse, und so dominiert im Tao Te King die paradoxe Logik, die eben nicht sagt: "entweder dies oder das" (westliche aristotelische Logik), sondern sie behauptet: "es ist weder dies noch das", oder: "es ist und es ist nicht".
Diese Ausgabe ist eine doppelte Übersetzung. Zunächst wurde Laotses Original ins Amerikanische von Stephen Mitchell übertragen und dann der amerikanische Text von Peter Kobbe ins Deutsche übersetzt. Ob ein derartiges doppeltes Filtern des Originals dem Verstehen dieser fernöstlichen Philosophie dienlich ist? Herr Mitchell meinte dazu: "Ich habe häufig ziemlich wörtlich übersetzt - oder eben so wörtlich, wie es bei einem so subtilen, vielschichtigen Buch wie dem Tao Te King möglich ist. Aber ich habe auch paraphrasiert, erweitert, zusammengezogen, gedeutet, mit dem Text gearbeitet, damit gespielt, bis er schließlich eine sprachliche Form annahm, die mir genau richtig vorkam. Falls ich nicht immer Laotses Worte übersetzt habe, so wollte ich doch stets das von ihm Gemeinte, seine Intention übersetzen. ..." Aber genau das ist der Punkt: es gibt nicht das eine richtige von Laotse "Gemeinte", wie mancher westliche Entweder-Oder-Leser erwarten würde. Seine Gedanken schweben und oszillieren immer zwischen zwei extremen Polen und lassen den Zweifel zu. Das ist das Besondere an Laotses und auch anderen verwandten taoistischen Texten. Warum also diesem prächtigen Vogel die Flügel stutzen? Etwa um dann zu behaupten "Jetzt ist er gut so" und ihn im westlichen Normenkäfig zur Schau stellen zu können? Vom Standpunkt des Taoismus kommt es eben nicht auf das korrekte Denken an, das im Westen zur Wissenschaft, Technik und Dogma führte, sondern auf das rechte Leben. Und so führt Laotses Sichtweise zur Toleranz, denn wenn nicht das Richtige zu denken bedeutend ist, so braucht man auch nicht mit anderen zu streiten, deren Denken zu anderen Schlüssen geführt hat.
Aber da die Geschmäcker verschieden sind, so auch der Hang zur treuen oder eben stark interpretierenden Übersetzungen. Der Leser mag sich selbt eine Meinung bilden. Da hier bereits die Weisheit Nr. 24 aus der vorliegenden Ausgabe zitiert wurde, führe ich sie hier nochmal, jedoch in der Übersetzung von Richard Wilhelm zum Vergleich an:
"Wer auf den Zehen steht, steht nicht fest.
Wer mit gespreizten Beinen geht,
kommt nicht voran.
Wer selber scheinen will,
wird nicht erleuchtet.
Wer selber etwas sein will,
wird nicht herrlich.
Wer selber sich rühmt,
vollbringt nicht Werke.
Wer selber sich hervortut,
wird nicht erhoben.
Er ist für den SINN wie Küchenabfall und Eiterbeule.
Und auch die Geschöpfe alle hassen ihn.
Darum: Wer den SINN hat,
weilt nicht dabei."
Das Wort SINN bezeichnet hier das Tao. Der Inhalt der Sprüche des Tao Te King mag stellenweise kontrovers sein, und den westlichen zur Leistung und Geschäftigkeit erzogenen Leser stellenweise befremden, betont Laotse doch die Wichtigkeit von: Nichtstun, Nichtlernen, Weichheit, Genügsamkeit, Wunschlosigkeit und das Nicht-glänzen-wollen in der Welt, also alles mehr oder weniger auch heute und vor allem im Westen geltende "Untugenden", worauf ja der landläufige Spruch "Müßiggang ist aller Laster Anfang" hinweist. Dagegen stellt Laotse all das, an was sich die Menschen seit Urzeiten geklammert haben, und was heute vor allem in der kapitalistischen Egoistengesellschaft hohes Ansehen genießt, wie Handeln, Schaffen, Streben, Sammeln, Erfolg, Festhalten, Härte, Durchsetzungsvermögen und Aufstellen und Befolgen von gesellschaftlichen Regeln und Normen völlig auf den Kopf. Denn Laotse meint über den nichtstuenden Menschen, dass er dadurch den natürlichen Lauf der Dinge fördere, und dass das Tao ("Himmels SINN") ohne menschliches Zutun für das Gleichgewicht in der Welt sorge und daher auch das Weiche, Flexible und Lebendige immer über das Harte, Steife und Tote siege.
Dem Laotse gebühren 5 und mehr Sterne. Die Wertung von drei Sternen habe ich für die Übersetzung in dieser Ausgabe abgegeben, die mir persönlich nicht zusagt, obwohl sie an manchen Stellen tatsächlich verständlicher ist, als andere Ausgaben. Für das Verständnis von Tao Te King empfehle ich dennoch eine andere Vorgehensweise. Anstatt dieser Ausgabe ist es meines Erachtens besser das Original von Laotse zusammen mit "Das wahre Buch vom südlichen Blütenland" zu kaufen (beides in der Übersetzung von R. Wilhelm), denn das letztere stammt von wenig später nach Laotse lebenden Dschuang Dsi, der die zentralen Gedanken des Tao Te King in überragender Sprache in Form von Gleichnissen, Geschichten, bzw. verständlichen und zum Teil sehr amüsanten Lehrmeister-Schüler-Dialogen ausgeführt hat. Dschuang Dsi's Buch gilt nach dem Tao Te King auch als das zweite Hauptbuch des Taoismus. Es ist übrigens umstritten, ob das Tao Te King nicht auch von Dschuang Dsi selber stammt, und ob man Laotse nicht vielmehr als eine legendäre Person betrachten sollte. Laotse nimmt in Dschuang Dsi's Geschichten jedenfalls eine bedeutende Stellung ein und wird häufig als dem Konfuzius überlegener Denker dargestellt, wobei sich häufig direkte Verknüpfungen mit dem Tao Te King finden.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Apr 24, 2012 1:36 PM MEST


Tao Te King
Tao Te King
von Laozi
  Gebundene Ausgabe

60 von 64 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wunderschönes Buch für jeden Nonkoformisten, 27. Januar 2005
Rezension bezieht sich auf: Tao Te King (Gebundene Ausgabe)
Das Buch ist eine Sammlung von 81 poetischen Weisheiten des Taoismus. Zu der Qualität der Übersetzung kann ich nichts sagen, da ich des chinesischen nicht mächtig bin, aber die Sprache von Richard Wilhelm ist ausdrucksstark und kunstvoll, obgleich schon mit einer Patina überzogen. Wilhelm verwendet für das chinesische Tao durchweg das Wort SINN und für das De das Wort LEBEN. Die Bedeutungen dieser Worte sind in der kurzen Einleitung erklärt. Sonst enthält sich diese prächtige Ausgabe irgendwelcher Kommentare und entzückt stattdessen auf jeder Seite mit bezaubernden chinesischen Landschaftsmalereien und anmutigen kaligrafischen Schriftzeichen, die die Nummern der Weisheitssprüche auf chinesisch darstellen.
Der Inhalt der Sprüche mag kontrovers sein, und den westlichen zur Leistung und Geschäftigkeit erzogenen Leser stellenweise befremden, betont Laotse doch die Wichtigkeit von Nichtstun, Nichtlernen, Weichheit, Genügsamkeit, Wunschlosigkeit und das Nicht-glänzen-wollen in der Welt, also alles mehr oder weniger auch heute und vor allem im Westen geltende "Untugenden", wie der landläufige Spruch "Müßiggang ist aller Laster Anfang" beweist. Dagegen stellt Laotse all das, an was sich die Menschen seit Urzeiten geklammert haben, und was heute vor allem in der kapitalistischen Egoistengesellschaft hohes Ansehen genießt, wie Handeln, Schaffen, Streben, Sammeln, Erfolg, Festhalten, Härte, Durchsetzungsvermögen und Aufstellen und Befolgen von gesellschaftlichen Regeln und Normen völlig auf den Kopf. Denn Laotse meint über den nichtstuenden Menschen, dass: "Dadurch fördert er den natürlichen Lauf der Dinge und wagt nicht zu handeln.", denn schon "Des Himmels SINN ist es, was zu viel hat, zu verringern, was nicht genug hat, zu ergänzen." und damit siege das Weiche, Flexible und Lebendige immer über das Harte, Steife und Tote. In dem Spruch Nr. 78 erklärt Laotse durch einen wunderbaren Vergleich mit Wasser und Stein, warum das so ist: "Auf der ganzen Welt gibt es nichts Weicheres und Schwächeres als das Wasser. Und doch in der Art, wie es dem Harten zusetzt, kommt nichts ihm gleich [...] aber niemand vermag danach zu handeln".
Eine Ahnung, was wohl Laotse mit dem SINN und dem LEBEN meint, kommt einem erst nach mehrmaligem Durchlesen des Buchs. Und jeder Leser, der den Inhalt nicht als Widersinn abtut, sondern neugierig zum Kern der Aussagen vordringt, kann gewisse Erkentnisse für sein Leben gewinnen, denn "Wahre Worte sind wie umgekehrt".
Zum Schluß zitiere ich die Nr. 63 als Kostprobe:
"Wer das Nichthandeln übt,
sich mit Beschäftigungslosigkeit beschäftigt,
Geschmack findet an dem, was nicht schmeckt:
der sieht das Große im Kleinen und das Viele im Wenigen.
Er vergilt Groll durch LEBEN.
Plane das Schwierige da, wo es noch leicht ist!
Tue das Große da, wo es noch klein ist!
Alles Schwere auf Erden beginnt stets als Leichtes.
Alles Große auf Erden beginnt stets als Kleines.
Darum: Tut der Berufene nie etwas Großes,
so kann er seine großen Taten vollenden.
Wer leicht verspricht,
hält sicher selten Wort.
Wer vieles leicht nimmt,
hat sicher viele Schwierigkeiten.
Darum: Bedenkt der Berufene die Schwierigkeiten,
so hat er nie Schwierigkeiten."
Zum Verständnis von Tao Te King empfehle ich zusätzlich "Das wahre Buch vom südlichen Blütenland" zu kaufen (vom selben Übersetzer), denn dieses stammt von wenig später nach Laotse lebenden Dschuang Dsi, der die zentralen Gedanken des Tao Te King in überragender Sprache in Form von Gleichnissen, Geschichten, bzw. verständlichen und zum Teil sehr amüsanten Lehrmeister-Schüler-Dialogen ausgeführt hat. Dschuang Dsi's Buch gilt nach dem Tao Te King auch als das zweite Hauptbuch des Taoismus. Es ist übrigens umstritten, ob das Tao Te King nicht auch von Dschuang Dsi selber stammt, und ob man Laotse nicht vielmehr als eine legendäre Person betrachten sollte. Laotse nimmt in Dschuang Dsi's Geschichten jedenfalls eine bedeutende Stellung ein und wird häufig als dem Konfuzius überlegener Denker dargestellt, wobei sich häufig direkte Verknüpfungen mit dem Tao Te King finden.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Nov 14, 2011 11:24 PM CET


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