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Rezensionen verfasst von
Johnny Punter "chocolatefrog74"

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Blackfield - Live in NYC
Blackfield - Live in NYC
DVD ~ Blackfield
Wird angeboten von HURRICANE RECORDS BERLIN
Preis: EUR 39,99

18 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen wunderbares Livedokument ..., 19. Oktober 2007
Rezension bezieht sich auf: Blackfield - Live in NYC (DVD)
Steven Wilson, Porcupine Tree-Mastermind und der bekannte israelische Rockmusiker Aviv Geffen gründeten 2004 das Projekt Blackfield aus reinem Spaß. Und wie das oft so ist, aus Spaß wurde mehr, denn statt einer EP brachte das Duo mittlerweile zwei CDs heraus und war auch bereits live unterwegs. Und genau von einem dieser Live-Events liegt nun ein Filmdokument auf der DVD NYC - Live In New York City" vor.

Mitgeschnitten wurde das Konzert, bei dem die beiden von Eran Mitelman (Keyboards), Seffy Efrati (Bass) und Tomer Z (Schlagzeug) unterstützt werden, in dem kleinen New Yorker Bowery Ballroom Club am 16.03.2007. Insgesamt 18 Stücke ihrer bisher erschienenen zwei CDS bieten sie in 82 Minuten, wobei der Song Once" sowohl das Konzert eröffnet, als auch kurz vor Ende noch mal gespielt wird.

Blackfield, bekannt dadurch, dass sie, nicht wie Porcupine Tree lange Stücke mit ausufernden Soli, sondern kurze Songs mit einem gewissen Popcharme präsentieren, die zwar das Flair und auch den Spirit von Porcupine Tree in sich tragen, bleiben sich auch auf der Bühne treu. Da dürfen Stücke wie das herrliche Hello", Blackfield" oder Where Is My Love" natürlich nicht fehlen.

Das Quintett agiert auf der recht kleinen Bühne zwar etwas beengt, doch der Film vermittelt eine gute Liveatmosphäre, bei der man sich in den Club versetzt fühlt. Die einzelnen Stücke kommen dabei etwas rauer und kantiger als auf CD rüber. Das liegt zum einen an dem druckvolleren Instrumenteneinsatz, zum anderen ist es aber auch Aviv's Stimme, die etwas dreckiger und nicht so geschliffen klingt. Das tut den Songs ganz gut, kann man sie so doch in einer anderen Version genießen.

Lasse Hoile, der bereits die Videos zu den Porcupine Tree-Songs fertigte und auch für die Aufnahmen der Porcupine Tree-DVD Arriving Somwhere" verantwortlich zeichnet, hat auch hier wieder Hand angelegt. Allerdings ist dieser Livemitschnitt nicht mit großartigen Effekten, wie es bei Arriving Somewhere" der Fall ist, ausgestattet. Hier kann man dem Geschehen auf der Bühne besser folgen, was auch zu dieser Art von Konzert besser passt.

Als Bonus gibt es neben einer schönen Bildergalerie drei Videos zu den Songs Hello", Pain" und Blackfield", die eindeutig die Handschrift von Lasse Hoile tragen. Die Videos sind stark verfremdet und haben diesen surrealistisch Stil, so wie man es von Porcupine Tree her kennt. Der Sound ist hervorragend und liegt in den Formaten PMC Stereo und Surround 5.1 vor.
Fazit: Ein absolutes Muss für die Freunde gepflegter Rock- und Popmusik. Fans von Steven Wilson und Aviv Geffen kommen hier sowieso nicht dran vorbei.


Field of Crows/Ausverkauft
Field of Crows/Ausverkauft
Wird angeboten von EliteDigital DE
Preis: EUR 71,95

3 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Den "Test der Zeit" leider nicht bestanden..., 12. Oktober 2007
Rezension bezieht sich auf: Field of Crows/Ausverkauft (Audio CD)
Field Of Crows
(2003)

Für sein aktuelles Album ließ sich Fish durch einen Besuch im Kosovo inspiriren, als er sich dort ein Denkmal anschaute, das an die im Jahre 1389 auf dem Amselfeld stattgefundene Schlacht zwischen Osmanen und Serben erinnert, bei der die Serben eine empfindliche Niederlage erlitten. "Field Of Crows" ist somit ein Konzeptalbum geworden, das sich sowohl politisches als auch privates zum Thema nimmt. Sei es der Balkankonflikt oder Fishs gescheiterte Ehe - Tod, Verletzungen und Spannungen bestimmen die recht dunklen Texte des Albums.

Für "Field Of Crows" versammelt Fish etliche Bandmitglieder von Big Country um sich, es sind aber auch andere Weggenossen dabei, die teilweise auf früheren Alben bereits einmal in Fishs Band zu finden waren. Wärend Fish wie üblich die Texte ersonnen hat geht ein großer Teil der Musik auf das Konto von Big Country Gitarrist Bruce Watson. Progressive Rock Fans und Marillionnostalgiker werden dabei wenig bedient. Sporadisch blitzen zwar kurze Erinnerungen an die seeligen 80er Jahre auf, doch "Field Of Crows" ist in erster Linie ein schönes Rockalbum geworden, das sich grundsolide, ohne viele Überraschungen und sehr erdverbunden zeigt.

Gab es in der Vergangenheit einige Probleme mit Fishs Stimme, so zeigt sie sich auf dem aktuellen Werk endlich erholt und Fishs markantes Organ verleiht den Liedern Charisma und das gewisse Feeling, das Fans von Fish lieben.

"Field Of Crows" ist damit ein Album geworden, das all jene ansprechen wird, die einfach gute Rockmusik lieben. Die einzelnen Stücke bewegen sich zwischen abwechslungsreichen, kernigen Stücken und düsteren Balladen. Immer wieder gibt es dabei auch mal etwas Bläser- und Saxophoneinsatz. Einziger Kritikpunkt: manche Lieder sind vielleicht etwas lang geraten, da geht dann auch schon mal zum Ende hin etwas die Puste aus. Aber das ist nur ein kleiner Makel für ein Album, das thematisch sehr in die Tiefe geht und musikalisch zwar kein Progfeuerwerk entzündet, dafür aber exzellente Rocknummern bietet. Ein Meisterwerk ist Fish allerdings nicht gelungen, doch im Sumpf der allzu durchschnittlichen Veröffentlichungen dieser Tage hebt sich "Field Of Crows" deutlich hervor und sollte in keiner guten CD-Sammlung fehlen.

"Field Of Crows" ist offiziell übrigens zwar erst am 19. April erschienen, doch über Fishs Website konnte man die CD auch vorher schon beziehen. Und zumindest diese Version verpackt die Musik angemessen in ein sehr schönes Booklet, das von Mark Wilkinson stammt, der Fish in ein Gemälde von Vincent VanGogh verfrachtet.

Jetzt, drei Jahre später landet das Album so gut wie nicht mehr in meinem CD-Player und wenn dann, höre ich nur noch den Opener "The Field" und den Abschluß-Song "Scattering Crows" die beide immer noch gnadenlos gut sind. Der Rest des Albums hat den "Test der Zeit" leider nicht bestanden!!!


Try Anything Once
Try Anything Once
Wird angeboten von EliteDigital DE
Preis: EUR 53,97

5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Lohnenswert..., 24. August 2007
Rezension bezieht sich auf: Try Anything Once (Audio CD)
Try Anything Once
(1993)

Nach der Trennung von Eric Woolfson und Alan Parsons arbeitete Parsons weiterhin im Studio und scharte seine alten Weggefährten um sich, die auch schon zu Project-Zeiten an Bord gewesen waren. Aus dem "Alan Parsons Project" wurde schlicht "Alan Parsons", der sich auch in der neuen Inkarnation seiner Studioarbeit hauptsächlich damit begnügte, die Alben zu produzieren und diverse Gastmusiker einzusetzen. Nur hier und da ist Parsons auch kompositorisch tätig. Das Gros der Songs stammt diesmal von den bekannten Projektmitgliedern Ian Bairnson, Andrew Powell, Stewart Elliott und David Pack. David Pack war einst als Gastmusiker der Band Ambrosia auf dem Debut "Tales of Mystery..." vertreten gewesen und agiert hier erstmals wieder für Parsons.

Ein weiterer Gastmusiker auf dem Album ist Chris Thompson, der u.a. für Manfred Mann's Earthband tätig gewesen war, und der hier einige Gesangsparts übernimmt. Auch Eric Stewart von 10CC ist nach "Freudiana" wieder als Sänger vertreten.

"Try anything once" gibt sich geradliniger und schnörkelloser als die üblichen Project-Alben zuvor. Der Weggang von Komponist und Hauptideengeber Woolfson macht sich doch bemerkbar, auch wenn Bairnson und Parsons hier und da ein paar alte Stilelemente einsetzen, was vor allen bei den Instrumentals deutlich wird, wo man z.B. an einer Stelle Anleihen bei "I Robot" nimmt.

Das Album bietet ansonsten sehr gepflegte und ordentliche Rockmusik mit ein wenig progressivem Einschlag hier und da. Besonders auffällig sind "The three of me", mit interessanten musikalischen Wendungen, das schöne und ruhige "Mr. Time", bei dem - selten genug bei Parsons - mit Jacqui Copland auch mal eine Frau singen darf und das abschließende melancholische "Oh life".

Die anderen Songs sind aber ebenfalls rundum gut gelungen, wenn auch nicht unbedingt immer sehr aufregend. Wer gepflegte AOR-Musik mag wird bei "Try Anything Once" aber auf jeden Fall gut bedient. "Try Anything Once", das keinerlei roten Faden aufweist, ist damit ganz gewiß um einiges besser als die doch recht mißglückten Werke aus den mittleren 80ern.

Fans des Alan Parsons Project müssen jedoch auch mit einer gewissen Stilwende leben. Die lieblichen und gefälligen Melodien von Woolfson machen etwas erdigeren und rockigeren Tönen Platz. Dabei liefern Alan Parsons und seine Band aber ein grundgutes Album ab, das zwar alte APP-Nostalgiker nur bedingt bedient, aber dennoch lohnenswert ist.

Mit "Try Anything Once" begab sich Alan Parsons auch das erste Mal auf eine größere Tournee, wo natürlich auch ältere Klassiker dargeboten wurden - letztlich konnten die Livedarbietungen aber nicht an die Studioversionen immer heranreichen, da diese eigentlich nie für eine Livedarbietung konzipiert worden waren. So oder so bot die Tour die Chance, das erste Mal Alan Parsons live auf einer Bühne stehen zu sehen.


Ammonia Avenue
Ammonia Avenue
Wird angeboten von EliteDigital DE
Preis: EUR 23,95

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Eingängige Popmusik..., 24. August 2007
Rezension bezieht sich auf: Ammonia Avenue (Audio CD)
Ammonia Avenue
(1984)

Mit dem 1984er Album "Ammonia Avenue" verabschiedete sich das Alan Parsons Project weitgehend von den orchestralen Klängen vergangener Zeiten. Einen thematischen roten Faden gibt es hier wie schon bei "Eye in the sky" ebenfalls nicht. Man widmete sich nun mehr und mehr radiotauglichen Songs und gefälligen Popmelodien. Allerdings ist der Klang nun auch schon etwas steriler geworden. Anstelle eines lebendigereren Orchestersounds herrschen stellenweise schon elektrische Perkussion und doch eher spärlich arrangierte Lieder vor, wofür das Lied "One good reason" ein Beispiel ist.

"Ammonia Avenue" bietet ansonsten mit dem sehr eingängigen "Don't answer me" einen von Eric Woolfson selbst interpretierten erfolgreichen Singlehit, mit "Since the last goodbye" eine ausgezeichnete Ballade, die von Chris Rainbow gesungen wird und mit dem grandiosen Titelstück ein Hauch Alan Parsons Project der vergangenen Tage. Es läßt das Album mit der für APP typischen Wehmut und dem nötigen orchestralen Bombast ausklingen und gehört mit zu den besten Werken, die das Alan Parsons Project überhaupt aufgenommen hat - was es zum echten Klassiker werden läßt.

Daneben gibt es gut anzuhörende Popsongs wie "Dancing on a highwire", bei dem Colin Blunstone mal wieder zum Zug kommt, das thematisch interessante "You don't believe" über unsere Alter Egos im Spiegelbild mit Lenny Zakatek, der beim rockigen "Let me go home" erneut ans Mikro tritt und natürlich das obligatorische Instrumental "Pipeline" das entspannt daherkommt und sich nahtlos in die Reihe anderer APP-Instrumentals einreiht.

Letztlich ist "Ammonia Avenue" ein gutes bis sehr gutes Popalbum geworden, das deutlich den Zeitgeist der 80er Jahre widerspiegelt. Schade ist es um die orchestrale Seite beim Alan Parsons Project, die hier deutlich zurückgefahren wurde, dafür aber zumindest beim Titelstück nochmals herrlich zum Zuge kommt.

Wer sich an eingängiger Popmusik mit gelegentlichen progressiven Anleihen nicht stört kommt auch mit diesem Album voll auf seine Kosten. Allen anderen wird die Musik wahrscheinlich zu seicht sein. Auf jeden Fall aber haben Eric Woolfson und Alan Parsons mal wieder eine ausgezeichnete Arbeit abgeliefert. "Ammonia Avenue" sollte keinem Fan fehlen.


Eye in the Sky
Eye in the Sky
Preis: EUR 6,99

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Zeitlos gutes Album, 24. August 2007
Rezension bezieht sich auf: Eye in the Sky (Audio CD)
Eye In The Sky
(1982)

Nach fünf Konzeptalben in Folge wies das 1982er Album "Eye in the sky" zum ersten Mal kein echtes Leitthema auf, sondern kann mehr als eher normale Sammlung verschiedener Songs aufgefaßt werden.

Ansonsten hat sich musikalisch nicht sehr viel geändert. Es herrschen sehr eingängige, radiotaugliche und schöne Melodien vor, die immer wieder mit ausgezeichneten orchestralen Parts kombiniert werden.

Schönes Beispiel ist das melancholisch-introspektive "Silence and I", das Eric Woolfsons Gesang mit einem kompletten Sinfonieorchester unterstützt und ein mehrminütiges instrumentales Intermezzo bestreitet. Das perfekte Lied für Melancholiker und graue Tage. Das abschließende "Old and wise", das sich mit dem Tod auseinandersetzt, ist ebenfalls wehmütig, aber gleichzeitig auch hoffnungsvoll geraten und wird von Colin Blunstone ideal gesungen und orchestral schön untermalt.

Ansonsten gibt es die mittlerweile bekannten, bewährten und beliebten Ingredenzien. Es gibt keyboardlastige Instrumentals, mit "Mammagamma" auch mal wieder nach "Hyper-Gamma-Spaces" ein spacig angehauchtes Lied, dazu dann ein paar Uptempo-Nummern wie "You're gonna get your fingers burned" und "Step by step", bei denen Lenny Zakatek erneut seinen Gastgesang abliefert. Wobei diese beiden Lieder leider keine Höhepunkte setzen können.

Dafür gibt es so gelungene Sachen wie das Eröffnungsinstrumentalstück "Sirius", die damals sehr erfolgreiche Single "Eye in the sky", das recht politisch geratene "Children of the moon", das ruhige und wunderbar gesungene "Gemini" und das recht lustige "Psychobabble" auf dem Elmer Gantry mal wieder singt und das sich kritisch mit der Psychoanalyse auseinandersetzt. Ein interessantes Thema wohl, ein paar Jahre später sollte Eric Woolfson es erneut aufgreifen, dann aber auf ganz andere Weise.

"Eye in the sky" ist nach dem grandiosen "The turn of a friendly card" sehr gut geraten. Und gemessen an den anderen Veröffentlichungen aus den frühen 80er Jahren, als das Progrock-Genre erst einmal so gut wie tot war, im Vergleich recht anspruchsvoll geworden. Aber natürlich auch sehr eingängig und radiotauglich. Es bietet eine handvoll exzellenter Lieder, die zeitlos gut geraten sind und wohl vor allem die etwas romantischeren Gemüter ansprechen.


Kein Titel verfügbar

10 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein echter Meilenstein, 24. August 2007
The Turn Of A Friendly Card
(1980)

Auf "The Turn Of A Friendly Card" beschäftigt sich Eric Woolfson mit dem Glücksspiel (im allgemeinen Sinn auch) und dem damit verbundenen Risiko, das Menschen eingehen.

Und so mißlungen "Eve" meistens war, so gelungen ist "The turn of a friendly card".
Die Musik klingt frischer denn je und die Melodien fließen mal sanft, mal aggressiv und werden perfekt umrahmt von Andrew Powells Orchester und Alan Parsons' High-Tech Produktion, die mal wieder keine Wünsche offenläßt.

"The Turn..." bietet bombastische, sinfonisch-orchestrale Musik in Reinkultur. Mit dem melancholisch angehauchten "Time" hatte es einen großen Hit - auf dem zum ersten Mal Eric Woolfson selbst den Leadgesang übernimmt. Ansonsten sind die alten Bekannten wieder an Bord: Lenny Zakatek und dazu Chris Rainbow und Elmer Gantry - und natürlich die mittlerweile vertraute Band mit David Paton, Ian Bairnson und Stuart Elliott.

Eigentlich müssen nicht viele Worte um das Album gemacht werden. Es war eines der meistverkauften Alben des Alan Parsons Projects und das zurecht. Die Synthese aus Pop, Rock und Sinfonik, die das Alan Parsons Project stets angestrebt hatte, wurde perfekt zelebriert in einer Zeit als die großen Progbands fast allesamt zerbrochen waren oder aber rigoros den Kurs änderten. Alan Parsons hingegen hielt an seinem Rezept fest.

Neben dem großartigen "Time" oder dem bedrohlichen "May be a price to pay" ist noch das charakteristische Instrumental "The Gold Bug" erwähnenswert, das damals ebenfalls ein kleinerer Singlehit war und sich nach dem Debutalbum "Tales of Mystery and Imagination" erneut eines Werkes von Edgar Allan Poe annimmt.

Großer Höhepunkt auf "The turn..." ist aber zweifellos das fünfteilige Titelstück "The turn of a friendly card", das nochmal alle Register zieht und das Alan Parsons Project auf dem absoluten musikalischen Höhepunkt zeigt.

Liebhaber orchestraler Musik, die trotz aller Eingängigkeit und Popelemente niemals ins seichte Gewässer abdriftet, werden kaum ein besseres Album finden. "The turn of a friendly card" ist für mich auf seinem Gebiet ein echter Meilenstein und unbedingt empfehlenswert.

Als Notiz am Rande sei noch bemerkt, daß das Coverkonzept des Albums von Godley und Creme stammt, die zuvor bei 10CC erfolgreich gewesen waren und selbst in den 80ern einige Singlehits vorzuweisen hatten.


Pyramid
Pyramid
Preis: EUR 15,18

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein hochklassiges Werk, 24. August 2007
Rezension bezieht sich auf: Pyramid (Audio CD)
Pyramid
(1978)

Nachdem "I Robot" sich dem Blick von heute in die Zukunft gewidmet hatte, suchten sich Eric Woolfson und Alan Parsons für "Pyramid" die gegenteilige Perspektive aus - den Blick von heute zurück in die Zeit der Pyramiden und dem Einfluß auf die heutige Zeit. So ist dann also auch "Pyramid" ein Konzeptalbum geworden, bzw. ein Album mit Leitthema.

Man wird auf der ersten Hälfte des Albums zurück ins alte Ägypten geführt. "What goes up..." konfrontiert den Zuhörer mit der Vergänglichkeit aller Dinge, während "The eagle will rise again" und die zwei folgenden Songs das Leben nach dem Tode zum Thema haben. Die zweite Hälfte dann schwenkt hinüber zur Neuzeit. Man macht bei "Pyromania" Bekanntschaft mit den esoterischen Ausschweifungen des Pyramidenglaubens und das Album schließt mit den Reflektionen einer alten Königsmumie im Museum...

Es gibt erneut die großartigen orchestralen Arbeiten von Andrew Powell auf den instrumentalen Liedern "Voyager" und vor allem "In the lap of the gods", daneben das elektronische Space-Rock Instrumental "Hyper-Gamma-Spaces" und diesmal oft melancholisch oder auch romantisch angelegte Lieder, die von Sängern wie Colin Blunstone und John Miles exzellent interpretiert werden.

Daneben gibt es ein paar vereinzelte Discoanleihen noch bei "One More River", das von Lenny Zakatek gesungen wird, während hingegen "Pyromania" sehr humorvoll geraten ist und die skurrilen Auswüchse des "New Age" aufs Korn nimmt.

Ansonsten gilt für "Pyramid" das gleiche wie für alle anderen frühen APP-Alben. Wahre Progpuristen werden wohl nicht wirklich bedient (die müssen aber auch nicht weiterlesen) - ansonsten bekommt man großartige Melodien geboten, ausgezeichnete Instrumentals, schöne Lieder und all das gepaart mit einer Prise 70er-Jahre Zeitgeist, Space-Rock und vielen orchestralen Elementen.

Auf seinem Sektor war dem Alan Parsons Project auch mit "Pyramid" ein hochklassiges Werk gelungen, das einen ganz eigenen Charme und Reiz besitzt.


I Robot
I Robot
Preis: EUR 6,99

10 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Intelligentes Album, 24. August 2007
Rezension bezieht sich auf: I Robot (Audio CD)
I Robot
(1977)

Nach dem überraschenden Erfolg des Debutalbums war es beschlossene Sache, daß Eric Woolfson und Alan Parsons als Alan Parsons Project auch weitere Alben aufnehmen würden. Das Arbeitskonzept, bei dem diverse Gastsänger und -musiker eingesetzt werden, hatte sich erfolgreich bei "Tales Of Mystery And Imagination" gefunden und wurde nahtlos fortgesetzt. Die Anzahl der verwendeten Musiker wurde diesmal zwar deutlich reduziert, doch der Kern mit Andrew Powell, Ian Bairnson, David Paton und Stuart Tosh ist erneut dabei.

Auch das auf Isaac Asimovs gleichnamige Geschichte bezugnehmende "I Robot" hat ein Leitmotiv. Es ist zwar kein Konzeptalbum im engeren Sinne, weil keine durchgehende Geschichte erzählt wird, jedoch befassen sich die Lieder allesamt mit dem Verhältnis von Mensch und Maschine, dem Aufstieg des Computers und Roboters, der letztlich zur Ablösung des Menschen als dominierende Spezies führt.

Auf "I Robot" kann man die 70er Jahre sehr deutlich spüren, was gewiß polarisieren kann. Entweder man mag Musik mit Discoanleihen oder man haßt sie. Fakt ist, daß Songs wie "I wouldn't want to be like you" (auf dem zum ersten Mal Lenny Zakatek singt, der später auf sehr vielen APP-Alben zu finden war) und "The Voice" eindeutige Kinder der späten 70er Jahre sind. Aber darüberhinaus dennoch sehr schöne Melodien bieten.

Daneben gibt es sehr pompöse Orchesterklänge - so u.a. bei "Some Other Time", das eine recht melancholische Grundstimmung aufweist, die typisch für viele Project-Songs ist, und bei "Breakdown", das zum Schluß hin einen großen Chor aufbietet.

Ein Großteil des Albums ist diesmal auch instrumental gehalten. Wobei die Bandbreite von elektronischem Discopop auf dem Titelstück "I Robot" über eher collagenhafte Klanggebilde auf "Nucleus" bis hin zu verstörenden Chören auf "Total Eclipse" reicht. "Total Eclipse" würde dabei vom Eindruck her auch perfekt zu Stanley Kubricks "2001 - Odyssee im Weltraum" passen und weist starke Bezüge zu dem dort verwendeten "Lux Aeterna" des Ungarn György Ligeti auf.

Wenn man sich auf die etwas auf den damaligen Musikgeschmack eingefärbten Lieder einläßt und sie nicht von vorn herein als hirnlose Discomusik abtut, bietet "I Robot" abschließend betrachtet eine Fülle an guten Liedern und vielseitig umgesetzten Ideen. Sicherlich wird "I Robot" Progpuristen Schweißperlen auf die Stirn treiben und ein abfälliges Lächeln abringen. Wer jedoch perfekt produzierte und umgesetzte Musik mag, der wird - wie fast immer eigentlich - vom Alan Parsons Project auch diesmal ideal bedient. Die Musik hat ihren ganz eigenen Charme.

Und während ich Progpuristen, die King Crimson, Van der Graaf Generator, Yes und Genesis aus der Blütezeit allein hören können oder wollen, eher davon abrate, sich überhaupt mit dem Alan Parsons Project auseinanderzusetzen, kann ich allen anderen, die auch das eher populär gehaltene andere Ende des Progrocks oder meinetwegen auch AOR genießen können, ein Hineinhören nur empfehlen. "I Robot" ist jenseits jeglichen Musikgeschmacks auf jeden Fall ein intelligentes Album geworden.


Tales of Mystery & Imagination - Edgar Allan Poe
Tales of Mystery & Imagination - Edgar Allan Poe
Wird angeboten von -uniqueplace-
Preis: EUR 19,99

5 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Essentielles Werk, 24. August 2007
Tales Of Mystery And Imagination
(1976)

1974 trafen sich Alan Parsons und Eric Woolfson das erste Mal. Parsons hatte sich bereits als Produzent und Toningenieur einen Namen in der Musikindustrie gemacht. Er hatte für die Beatles auf "Let It Be" und "Abbey Road" gearbeitet und war maßgeblich am Klang von Pink Floyds "Atom Heart Mother" und vor allem "Dark Side Of The Moon" verantwortlich, was ihm eine Grammy-Nominierung eingebracht hatte.

Eric Woolfson hingegen war Manager u.a. von Carl Douglas, der mit "Kung Fu Fighting" einen recht einfältigen, aber ungeheuer erfolgreichen Hit hatte. Woolfson war es auch, der zuerst die Idee hatte, ein Album aufzunehmen, das sich mit Edgar Allan Poes Werk auseinandersetzt. Jedoch war er der Meinung, daß er nicht genug Ansehen als Produzent und Komponist besaß, um dieses Projekt auch wirklich auf die Beine zu stellen. Das änderte sich, als Eric Woolfson auf Alan Parsons traf und Parsons die Idee Woolfsons begeistert aufnahm. Der Kern des späteren Alan Parsons Project hatte sich gebildet. Mit Eric Woolfson als Hauptideengeber und Komponist und Alan Parsons als derjenige, der die Ideen aufgreift, sie weiterentwickelt und letztlich umsetzt. Das APP verfolgte Perfektion im Studio und vervollkommnete dort Klang und Musik - und trat (so gut wie) niemals live auf.

"Tales Of Mystery And Imagination" wurde als erstes Album zur perfekten Symbiose aus Sinfonik und Rock, Technik und Gefühl. So unterschiedliche Instrumente wie der digitale Vocoder (der auf "The Raven" zu einem seiner allerersten Einsätze überhaupt kam) und ein ausgewachsenes Symphonieorchester finden sich auf dem Album zusammen. Parsons bediente sich dabei aus einem großen Musikerpool, wobei er Sänger und Instrumentalisten so einsetze, daß sie zum jeweiligen Song paßten. Die Bands Pilot (in Form von David Paton und Stuart Tosh) und Ambrosia waren auf dem Album vertreten, dazu auch John Miles (dessen Debutalbum 1976 von Parsons produziert wurde und mit "Music" einen ziemlich erfolgreichen Hit lieferte), Terry Sylvester von den Hollies, Arthur Brown, der seinen größten Hit mit "Fire" einst gehabt hatte und dazu der Dauergitarrist Ian Bairnson, der auf allen weiteren APP-Alben mitspielte.

Die Lieder auf "Tales Of Mystery..." bewegen sich zwischen ätherischen Instrumentalstücken ("A Dream Within A Dream"), rockigen Stücken wie "The Tell-Tale Heart", auf dem Arthur Brown mit seinem Gesang glänzen darf und bombastischer filmmusikgleicher Orchestermusik auf "The Fall Of The House Of Usher", das ein weiteres Langzeitmitglied des Alan Parsons Project prominent hervorhebt. Andrew Powell als Arrangeur und Dirigent der Orchesterparts war auf allen anderen Alben integraler Bestandteil der Musik und dritte Kraft im Projekt.

Nun ist zwar "Tales Of Mystery And Imagination" nicht gerade Progressive Rock in Reinkultur, doch auch alles andere als gewöhnliche Rock- oder Popmusik. Woolfson und Parsons haben auf "Tales..." eingängige Melodien gefunden und sie komplex in Szene gesetzt, fernab jeglicher Banalität und gewiß für die meisten Progfans von Interesse, so man das Album denn nicht schon längst besitzt.

Von allen Project-Alben ist "Tales Of Mystery And Imagination" gewiß das klassischste und hat auch Jahrzehnte nach seiner ersten Veröffentlichung nichts von seinem Charme verloren. Eben weil die Musik auf dem Album keine zeitgenössischen Anleihen nimmt.

Ursprünglich sollte "Tales Of Mystery And Imagination" ohne Bandnamen auskommen. Doch die Plattenfirma bestand auf einen - so wurde praktisch kurz vor Schluß "Alan Parsons Project" als Name gewählt. Und aufgrund des überwältigenden Erfolgs des Albums wurde auch die Idee das Alan Parsons Project als einmalige Angelegenheit nur zu sehen, schnell aufgegeben.

Wenn man heutzutage das Album kauft erhält man übrigens die digital aufbearbeitete und leicht überarbeitete Version von Alan Parsons aus dem Jahr 1987 anläßlich der Veröffentlichung auf CD. Neu waren eine gesprochene Einleitung von Orson Welles auf der ehemaligen Seite 1 und Seite 2 der LP, sowie ein paar verstreute neue Gitarrenparts von Ian Bairnson und ein wenig Kirchenorgel gespielt von Alan Parsons auf "The System Of Doctor Tarr And Professor Fether". Insgesamt fügen sich die neuen Sachen sehr harmonisch ein und man merkt zu keiner Zeit, das 12 Jahre zwischen den neuen Teilen und dem Hauptteil von 1975 liegen. Wer nun neugierig auf die alte Version des Albums ist, muß sich wohl oder übel auf dem Gebrauchtmarkt umsehen. Allerdings denke ich, daß die neue Version (die letztlich nicht gar so viele neue Teile enthält) der alten mehr als gerecht wird und sogar bereichert.

So oder so ist "Tales Of Mystery And Imagination" ein essentielles Werk - in seiner Art perfekt und eigentlich aus keiner Musiksammlung wegzudenken.


Stars die
Stars die
Wird angeboten von hang-loose-records
Preis: EUR 15,99

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Zeitlos gelungenes Dokument, 24. August 2007
Rezension bezieht sich auf: Stars die (Audio CD)
Stars Die
(2002 - Barbieri, Edwin, Maitland, Wilson)

Nachdem Porcupine Tree für das aktuelle Studioalbum "In Absentia" das Plattenlabel gewechselt hatten war es beinah schon eine naturbedingte Sache, daß es zuvor noch eine Retrospektive des alten Labels Delirium Records geben würde.

Stars Die ist also nicht weniger als die Aufarbeitung der frühen Bandgeschichte aus den Jahren 1991 - 1997. Porcupine Tree startete einst als Ein-Mann-Projekt von Steven Wilson, ehe er zunehmend von anderen Musikern unterstützt wurde, was dann schließlich zur eigentlichen Band führte.

Die zwei CDs umfassende Kompilation wartet mit einigen bisher unveröffentlichen Singleversionen, neuen Abmischungen oder auch bisher komplett unveröffentlichten Liedern auf, die einen ausgezeichneten Eindruck in die frühe Schaffensphase von Porcupine Tree bieten.

Während Porcupine Tree heutzutage vermehrt eine songorientierte Herangehensweise bevorzugen oder es auch mal richtig krachen lassen, bewegte sich die Band dereinst sehr viel stärker noch in psychedelischen Gefilden und machte keinen Hehl aus Steven Wilsons Präferenz für Pink Floyd.

Wer also ältere Porcupine Tree Alben nicht kennt, könnte auf den ersten Blick etwas überrascht sein, angesichts solcher Werke wie "Voyage 34", dessen erster Teil hier komplett vertreten ist.

Dessen ungeachtet kann ich "Stars Die" allen Fans der neueren Procupine Tree Alben wärmstens empfehlen. Melodiegefühl, ausufernde Instrumentalteile mit Steven Wilsons ausgezeichneter Gitarrenarbeit (die Dave Gilmour alle Ehre gereicht) und exzellente Keyboardunterstützung von Richard Barbieri, dazu starke Pink Floyd Einflüsse auf diversen Stücken bilden die Grundlage für wunderbar melancholische Musik, die auf dieser Kompilation fast durchweg begeistert und einen knapp 2 œ Stunden lang auf den musikalischen Trip schickt.

Zwar wird aufgrund der Fülle an Material - es gibt 21 Lieder - nicht alles jedem gefallen, vor allem das hypnotische dreizehnminütige Voyage 34 mit seinem anfangs sich ständig wiederholenden Pink Floyd Riff aus "The Wall"-Zeiten, muß man sich erst erschließen, auch mutet der Heliumgesang von Steven Wilson auf "Nostalgia Factory" anfangs etwas merkwürdig an, doch in seiner Gesamtheit gesehen ist "Stars Die" die ideale Musik für alle Pink Floyd Nostalgiker, neue Porcupine Tree Fans und Melancholiker im Allgemeinen. Bessere Musik für besinnliche oder entrückte Momente im Leben gibt es nicht.

"Stars Die" ist dabei sehr viel mehr als eine würdige Retrospektive, sondern vor allem auch ein zeitlos gelungenes Dokument einer der interessantesten Bands dieser Tage, die ähnlich gelagerte Gruppen wie Radiohead deutlich zurückläßt und alle Aufmerksamkeit verdient.


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