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Rezensionen verfasst von
Lukas (Büdingen, Deutschland)

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In seiner frühen Kindheit ein Garten: Roman (suhrkamp taschenbuch)
In seiner frühen Kindheit ein Garten: Roman (suhrkamp taschenbuch)
von Christoph Hein
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,00

3 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Langweilig, inhaltslos und extrem zäh, 23. August 2012
„In seiner frühen Kindheit ein Garten“ handelt von dem rätselhaften Tod des Terroristen Wolfgang Grams (im Roman Oliver Zurek), der 1993 am Bahnhof von Bad Kleinen zu Tode gekommen ist. Während die Staatsanwaltschaft der Polizei jegliche Schuld abspricht und mit dem Urteil Selbstmord das Verfahren schließt, versucht Olivers Vater zu beweisen, dass sein Sohn ermordet wurde und dass das Urteil nur zum Selbstschutz innerhalb des Staates so gefällt wurde.

Was prinzipiell nach einer durchaus interessanten Thematik klingt, entpuppt sich schnell als langweilige Geschichte ohne Spannungsmomente oder größere Handlungsentwicklungen. Nahezu problemlos kann man beim Lesen 50 Seiten überspringen, ohne besonders den Faden zu verlieren. Eine zähe und inhaltslose Erzählweise prägt leider das gesamte Buch. Sofern ich beim Lesen einmal das Fünkchen Hoffnung hatte, auf einen Wendepunkt oder einen anderen spannenden Aspekt der Handlung zu kommen, wurde ich direkt enttäuscht. Meistens geht es nur darum, wie Oliver Eltern den Tod ihres Sohnes versuchen zu verarbeiten. Sympathisch erscheinen sie mir dabei nicht. Ganz im Gegenteil: Im ganzen Roman habe ich viele Personen als unsympathische Spießer wahrgenommen und konnte mich auch mit niemandem identifizieren. Auch sprachlich bietet das Buch keine besonderen Reize. Emotional hat mich das Buch auch kein bisschen berührt. Hätte ich das Werk nicht für die Schule lesen müsse, wäre es wohl nach wenigen Seiten in der Papiertonne gelandet.

Ich kann jedem nur dringend abraten, dieses Buch zu lesen. Wer unterhalten werden will, findet sicherlich zahlreiche bessere Alternativen und wer sich intensiver mit dem Prozess rund um Wolfgang Grams Tod beschäftigen will, sollte sich eher mit realen Quellen beschäftigen. Für mich war das lesen des Buches Zeitverschwendung – jede andere Form klassischer deutscher Literatur hätte mir mehr Erkenntnisse gegeben. Wie man hier bei amazon auf eine Durchschnittsbewertung von dreieinhalb Sternen kommen konnte, ist mir rätselhaft.


Unhaltbar: Meine Abenteuer als Welttorhüter
Unhaltbar: Meine Abenteuer als Welttorhüter
von Lutz Pfannenstiel
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,99

4.0 von 5 Sternen Weit mehr als ein Fußballbuch, 7. August 2011
Lutz Pfannenstiel ist nicht irgendein Torwart. Nein, er hat eine außergewöhnliche Karriere hinter sich. Er spielte auf allen Kontinenten der Erde Fußball und erlebte in seiner Karriere allerhand Kuriositäten, von denen er in seiner Biographie berichtet.
Alles begann im Jahr 1973 im niederbayerischen Zwiesel, als der kleine Lutz das Licht der Welt erblickte. Schon früh zeigte sich sein Interesse und Talent für den Fußballsport durch nachmittägliches 'Bolzen' in Omas Garten. Mit achtzehn Jahren schlug er als Jugendnationalspieler ein Angebot des renommierten FC Bayern aus. Statt vor 200 Zuschauern in der Regionalliga mit den Bayern-Amateuren zu spielen, entschied er sich für einen Wechsel in das Fußball-Entwicklungsland Malaysia und verzichtete dabei bewusst auf viel Geld. Das Angebot, in zwei Wochen als Profi in Malaysia spielen zu können, war für den jungen Mann einfach zu verlockend. Diese Entscheidung sollte den weiteren Lebensweg von Lutz Pfannenstiel maßgeblich beeinflussen.

Sein Hang zu verrückten oder zumindest außergewöhnlichen Entscheidungen zeigte sich also schon sehr früh.
In der für ihn komplett unbekannten Welt konnte er sich allerdings gut zurechtfinden. Kaum in dem, wie er schreibt, 'Paradies' angekommen, wurde er von Scouts nach England gelockt. Diese kurzen Aufenthalte an einem Ort ziehen sich wie ein roter Faden durch das Leben des Torhüters und sind charakteristisch für ihn.

Nachdem Pfannenstiel einige Jahre in Europa spielte, folgte Ende der neunziger Jahre der Wechsel nach Singapur zu Geylang United. Niemand konnte zu diesem Zeitpunkt ahnen, dass Singapur für ihn zum Albtraum werden würde. 2001 wurde ihm Spielmanipulation vorgeworfen, Beweise konnten allerdings nie erbracht werden. Die darauf folgenden Monate im Queenstown Remand Prison ('eines der berüchtigtsten Gefängnisse der Welt') waren die schlimmste Zeit in Pfannenstiels Leben. Häftlinge wurden von den Wächtern hart bestraft und im Gefängnis herrschten ganz andere Regeln als 'draußen' auf der Straße. Diese Zeit wird von Pfannenstiel als sehr beklemmend geschildert. Noch heute muss er oft an diesen bedrückenden Lebensabschnitt zurückdenken.

Das Thema 'Fußball' rückt dabei vollkommen in den Hintergrund. Vor allem an diesem Punkt zeigt sich also, dass das Buch selbst weit mehr als ein Fußballbuch ist. Im Zentrum steht nämlich nicht die sportliche Karriere des Torhüters Lutz Pfannenstiel. Es ist viel mehr wie eine große Weltreise, die man zusammen mit dem Protagonisten durchläuft.

Nach der Freilassung aus dem Gefängnis heißt es für ihn natürlich: 'So schnell wie möglich weg von hier!' Es folgen unter anderem Stationen in Neuseeland, Norwegen, Kanada, Brasilien und Namibia, wo Pfannenstiel auch seine Karriere beendete und auch heute noch als Torwarttrainer der Nationalmannschaft tätig ist.

Die meisten dieser Stationen sind in der Biographie authentisch beschrieben; gelegentlich erfolgt dies im Zusammenhang mit einer kleinen Anekdote. Beeindruckend ist dabei zum Beispiel die Geschichte von Pfannenstiels Wiederbelebung während seiner Zeit in England. Er selbst spricht dabei vom 'Tag, an dem ich dreimal starb'.

Allein diese Formulierung spiegelt Pfannenstiels Humor und Selbstironie wider, die sich durch das gesamte Buch zieht und für den einen oder anderen 'Schmunzler' beim Leser sorgen.

Amüsant sind auch zwei Anekdoten aus Pfannenstiels Zeit in Neuseeland, als er einen Pinguin als Haustier halten will oder auf eigene Faust versucht, Einbrecher zu fangen.

Einziger Kritikpunkt meinerseits ist die manchmal zu ungenaue Schilderung der Erlebnisse während den einzelnen Stationen. Der Fokus liegt nicht auf der Gesamtsituation, es werden viel mehr exemplarisch Beispiele herausgesucht, die einen Einblick in die jeweilige Lebenssituation bieten können. Beispielhaft hierfür steht etwa die Schilderung von Pfannenstiels Aufenthalt in Brasilien. Ich hätte mich als Leser darüber gefreut, mehr Eindrücke über dieses exotische Land zu erfahren. Wenn diese Erfahrungen dann noch vom einzigen Deutschen, der jemals in Brasilien professionell Fußball gespielt hat, stammen, werden diese Erlebnisse noch weiter aufgewertet. Es fehlt also an manchen Stellen etwas an Tiefe, was den Gesamteindruck allerdings nicht trüben soll.

Das allgemeine Vorurteil gegenüber Biografien als schnöde Memoiren lange nach dem Zenit des Lebens wird hier deutlich widerlegt. Pfannenstiel steht in der Mitte seines Lebens und hat trotzdem schon sehr viel erlebt. Das macht ihn zu einem Vorbild, mutige (für viele als irrational erscheinende) Entscheidungen ('neues Leben in einem vollkommen fremden Land') zu treffen. Auch der Ehrgeiz und der Wille, sich einer neuen Herausforderung zu stellen, ist besonders beachtenswert.

Insgesamt lässt sich Pfannenstiels Biographie sehr flüssig lesen und eignet sich daher sehr gut als Ferienlektüre oder ' speziell für Fußball- und Kulturinteressierte ' zur Überbrückung des Sommerlochs.


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