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Rezensionen verfasst von
K. Bernhard
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Keine Macht den Doofen!: Eine Streitschrift
Keine Macht den Doofen!: Eine Streitschrift
von Michael Schmidt-Salomon
  Taschenbuch
Preis: EUR 5,99

1 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Keine Macht den Hobby-Philosophen ..., 21. August 2014
Wir Christen sind im Regelfall (auch noch) die weit besseren Philosophen ;-)

Wir denken einfach UMFASSENDER:

Atheistische Alternativen => "Wissenschaft ODER Glaube"

Atheisten definieren "Glauben" immer als einen "blinden Glauben". Und da ein blinder Glaube tatsächlich vollkommen unvernünftig (um nicht zu sagen "dumm") ist, kann EINZIG die Wissenschaft akzeptiert werden.

Christliche Sichtweise => "Wissenschaft UND Glaube"

Glaube im christlichen Verständnis ist dagegen definiert als eine Liebesbeziehung mit einem personalen Gott. Und wer in dieser Beziehung lebt, hat absolute Gewissheit! Und diese Gewissheit kommt von Gott und ist eben nicht selbst "erdacht". Und dann wird deutlich, dass der Atheismus FALSCHE Alternativen anbietet. Wir brauchen beide Dimensionen. So wie auch ein guter Handwerker Hammer UND Schraubenzieher benötigen wird. So meinte etwa Max Planck (Physiker, Nobelpreisträger): "Zwischen Gott und Naturwissenschaft finden wir nirgends einen Widerspruch. Sie schließen sich nicht aus, wie heute manche glauben und fürchten, sie ergänzen und bedingen einander."

Es waren vor allem Christen, die die Naturwissenschaften im 16./17. Jh. in so ungeahnte Höhen getrieben haben! Warum war das so? Christen wurden Naturwissenschaftler, weil sie Naturgesetze erwarteten. Und warum erwarteten sie diese? Weil sie an einen Schöpfer (Gott) dieser Gesetze glaubten (Prof. John Lennox).

Welche Gründe sprechen nun für den christlichen Glauben? Ich versuche eine Aufzählung ohne Anspruch auf Vollständigkeit:

--> Jesus Christus als Sohn Gottes ist für Christen (deshalb diese Bezeichnung) ÄUSSERST glaubhaft; die ersten Christen sind für ihn sogar in den Tod gegangen. Und Christen müssen dies auch heute noch tun. Die Apostel haben Jesus Christus "live" erlebt; die Nachfolger der Apostel (die Bischöfe) und die Nachfolger des Hl. Petrus (die Päpste) verkünden als Stellvertreter Jesu Christi diesen Glauben IN JESU AUFTRAG bis in die heutige Zeit. Althistoriker bestätigen das Leben Jesu u.v.m. (Für das von den Atheisten geborene "Spaghetti-Monster" hat sich noch keiner ans Kreuz schlagen lassen.)

Religionen generell: Menschen wollen zu Gott kommen!

Christliche Religion: Gott will zu den Menschen kommen!

Und dies ist EINZIGARTIG: Gott unternimmt die äußerste Anstrengung, um zu den Menschen zu kommen! IN Jesus Christus kam Gott "auf die Erde" - zum Anfassen. DAS ist der HAMMER! [der größte "Hammer" aller Zeiten]

--> Die Heilige Katholische Kirche als persönliche Stiftung von Jesus Christus. Gibt es weltweit noch andere Organisationen (wie etwa Unternehmen oder NPOs), die seit über 2000 Jahren existieren und über eine Milliarde Anhänger haben? Natürlich nicht! Und warum existiert die Kirche immer noch? Jesus Christus selbst führt die Kirche - mit Unterstützung seines Stellvertreters, dem Papst.

--> Die Bibel. Dieses göttlich inspirierte Buch hat Christen seit Anbeginn inspiriert. Wer darin mit ehrlichem Herzen liest, bekommt eine (leise) Ahnung von der Größe Gottes. Dieses Buch ist das BERÜHMTESTE BUCH ALLER Zeiten. Da können sich die Atheisten auf den Kopf stellen. Wer es als reines "Märchenbuch" bezeichnen mag, braucht es dann aber nicht zu kritisieren, sondern soll es einfach als "Märchen" stehen lassen.

--> Die vom Vatikan und von Wissenschaftlern anerkannten WUNDER. Es gibt Tausende. Viele Atheisten wurden auch deshalb zu Ex-Atheisten, weil ihnen das intellektuell-argumentative Abstreiten dieser Wunder, welches ja zwingend notwendig ist um Atheist bleiben zu können, selbst nicht mehr glaubhaft erschien (wer will schon dauernd intellektuelle "Purzelbäume" schlagen?). Vor allem müssen alle Wunder abgestritten werden, es genügt nicht, nur eines zu widerlegen. Atheisten sind immer in der Defensive - es kommen immer neue Wunder hinzu.

--> Die absolut spektakulärsten Wunder sind sicherlich die sog. "Eucharistischen Wunder", die die reale Gegenwart Jesu Christi in der Eucharistiefeier bestätigen (sog. Transsubstantiation). Es gibt H u n d e r t e. Herr DDDr. Peter Egger, ehemals ein "un- bzw. halbgläubiger Thomas", sagt diesbezüglich ganz klar: "Wir können es beweisen, wir können es aber nicht erklären." Er spricht hier übrigens auch von der "P ä d a g o g i k Gottes".

--> Bei dieser überwältigenden Fakten-Lage muss die Frage erlaubt sein, ob der Atheismus intellektuell noch haltbar sein kann? Und Christen fragen sich, wie viele Wunder DENN NOCH geschehen müssen, damit Ungläubige endlich glauben können?

--> Die Heiligen Frauen und Männer, Mädchen und Buben, also die "Meister des Lebens". Wer ihre Lebensgeschichten liest, bekommt eine Ahnung von der Größe und der Wahrheit Gottes. Zudem steht für jede Heiligsprechung ein von Kommissionen streng geprüftes Wunder, das sich NACH dem Tod ereignen musste.

--> Die persönlichen Glaubenserfahrungen. Sie gelten für den EINZELNEN als Beweis; freilich ist er es nicht im wissenschaftlichen Verständnis. Man kann hier etwa AUGUSTINUS lesen ("Bekenntnisse") oder etwa auch C.S.Lewis (der bekannte englische Dichter, Philosoph und Gelehrte): "Solange ich Atheist war, musste ich mir immer einreden, der größte Teil der Menschheit habe sich in der für ihn wichtigsten Frage ständig im Irrtum befunden. Doch als ich Christ wurde, konnte ich die Dinge großzügiger betrachten..."

--> Die Naturwissenschaften selbst: Professor Lennox kann hier als ein Beispiel für viele Wissenschaftler stehen. Er zeigt, dass Wissenschaft UND Glaube keinerlei Widersprüche darstellen. "Dawkins and friends" argumentieren übrigens nicht durchgehend wissenschaftlich. Die Folge sind pseudo-wissenschaftliche Aussagen. Man muss immer und generell beachten, dass nicht jede Aussage eines (Natur-)Wissenschaftlers eine (natur-)wissenschaftliche Aussage ist.

Es gibt ein wunderschönes Wort von Tolstoi:

"Falls der Mensch Gott nicht erkennt und nicht begreift, so hat er noch kein Recht daraus zu schließen, es gäbe keinen Gott. Die gesetzmäßige Folgerung daraus ist nur die, dass er noch nicht fähig ist, Gott zu erkennen und zu begreifen. Es gibt nur für den keinen Gott, der ihn nicht sucht. Suche Ihn, und er wird sich Dir offenbaren" (Leo Tolstoi).

Liebe Atheisten, macht doch einfach einen "heroischen Selbstversuch" in Anlehnung an dieses Wort von Tolstoi!

---> Gott ist für den, der ihn EHRLICHEN Herzens sucht, "nur ein Gebet weit entfernt"
---> Seid mutig Freunde! Der "Platz" im Himmel ist groß genug! Wir wollen auch EUCH dabei haben!

Lieben Gruß,
kb

P.S._0: Lieber Herr Schmidt-Salomon, Sie schrieben eine "Streitschrift" - Mit wem wollen Sie denn streiten? [Nix für ungut ;-) Immerhin regen Sie Christen an, WEITER zu denken!]

P.S._1: Max Planck (Physiker, Nobelpreisträger): "Zwischen Gott und Naturwissenschaft finden wir nirgends einen Widerspruch. Sie schließen sich nicht aus, wie heute manche glauben und fürchten, sie ergänzen und bedingen einander."

P.S._2: Anton Zeilinger (österr. TOP-Quantenphysiker, Mitglied der National Academy of Sciences (NAS)): "Mich hat einmal ein Journalist gefragt, ob ich Agnostiker bin oder Atheist. Da hab ich gesagt: Als Naturwissenschaftler bin ich Agnostiker, weil ich naturwissenschaftlich Gott nicht beweisen kann. Aber als Mensch bin ich weder Agnostiker noch Atheist."

P.S._3: Em. Papst Benedikt XVI. (der wohl größte lebende Theologe) wurde einmal gefragt, was Jesus von uns will? Seine Antwort: "Er will von uns, dass wir Ihm glauben. Dass wir uns von Ihm führen lassen. Dass wir mit Ihm leben. Und so immer mehr Ihm ähnlich und damit richtig werden."

P.S._4: Robert Spaemann (dt. Philosoph): "Ich glaube ungefähr dasselbe, was ich als Kind geglaubt habe - nur dass ich inzwischen mehr darüber nachgedacht habe. Das Nachdenken hat mich am Ende im Glauben immer bestärkt."

P.S._5: Ein kürzlich verstorbener und von mir sehr geschätzter österr. Priester: "Wer Jesus Christus nicht kennt, versteht weder die Welt noch sein eigenes Leben."

P.S._6: UPDATE: Der englische Evolutionsbiologe Richard Dawkins sprach sich dafür aus, ungeborene Kinder mit Trisomie 21 (Down Syndrom) abzutreiben und es "noch einmal zu versuchen". Er bezeichnet es als unmoralisch, sie auf die Welt zu bringen. [... das ist die "Ethik" ohne Gott (man bräuchte ihn angeblich nicht, um ethisch gut sein zu können)]
Kommentar Kommentare (37) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Oct 15, 2014 3:58 PM MEST


Gender: Eine neue Ideologie zerstört die Familie
Gender: Eine neue Ideologie zerstört die Familie

9 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Papst Franziskus sagt: "Die Genderideologie ist dämonisch!", 2. Juli 2014
Der Genderismus reitet die derzeit schärfste Attacke gegen den Menschen, gegen die Familie und gegen die Ordnung Gottes. Vielen ist das eigentliche Ziel von "gender" bzw. die Härte und Unverfrorenheit dieses Angriffs (noch) nicht bewusst; vielleicht auch deswegen, weil sie "gender" mit "Gleichberechtigung von Mann und Frau" gleichsetzen und für dieses gute Ziel (sogar) bereit sind, die ihnen aufgezwungene "gendergerechte" Schreib- und Sprechweise (als mehr oder weniger "lästiges Übel") in Kauf zu nehmen. Aber so einfach und harmlos ist es nicht - im Gegenteil!

Genau für diese Zielgruppe ist diese kleine und handliche Broschüre geschrieben worden. Sie eignet sich damit auch bestens zum Weiterverschenken. Frau Kuby zeigt in ihrer kurzen, nur 32-seitigen Broschüre, kompakt, klar und präzise auf, was wirklich unter dem Begriff "Gender" zu verstehen ist. Sie beschreibt die Ziele der Gender-Ideologie, den politischen Missbrauch der Sprache, die weltweite Durchsetzung der Ideologie durch UN und EU ("von oben nach unten"), die Umerziehung der Kinder durch Früh-Sexualisierung und - abschließend und Gott sei Dank - auch das Erwachen des Widerstandes gegen den Genderismus.

Wer diese wichtige Broschüre gelesen hat, weiß, warum Papst Franziskus die Genderideologie als dämonisch bezeichnet. Und erst vor kurzem hat der Wiener Erzbischof, Kardinal Christoph Schönborn vor diesem "ideologischen Unfug" gewarnt und folgenden Appell an die Bundesregierung gerichtet: "Bitte, liebe Bundesregierung: Österreich muss nicht allen Nonsens mitmachen!" (Es ging konkret um den Vorschlag des Europarates, die Begriffe Vater und Mutter durch "Elter 1" und "Elter 2" zu ersetzen, da "Vater" und "Mutter" in den Augen der Gender-Ideologen als Diskriminierung empfunden würden.)

Ich wünsche dieser Schrift jeden nur denkbaren (Aufklärungs-)Erfolg! Vergelt's Gott Frau Kuby!
Kommentar Kommentare (14) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Sep 24, 2014 4:37 PM MEST


Brief an ein christliches Land: Eine Abrechnung mit dem religiösen Fundamentalismus
Brief an ein christliches Land: Eine Abrechnung mit dem religiösen Fundamentalismus
von Sam Harris
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 9,95

3 von 31 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Die schräge Philosophie des Sam Harris, 26. November 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Nachdem ich den "Brief an ein christliches Land" von Sam Harris gelesen habe, möchte ich meine Gedanken dazu mitteilen. Es werden dabei Sam Harris' Aussagen (in wortwörtlichen Zitaten) der christlichen Lehre gegenübergestellt. Fangen wir also an.

Was schreibt Sam Harris...

...zum Thema "Die 10 Gebote"?

Harris: "Wenn wir den Gott der Bibel ernst nehmen, dann müssen wir einräumen, dass er uns nicht die Freiheit lässt, diejenigen Gebote zu beachten, die uns gefallen, und alle anderen zu vernachlässigen. Ebenso wenig gibt er uns zu verstehen, dass wir die Strafen für ihre Missachtung lockern dürfen. Er hat die Gebote verhängt. Wir können sie nur brechen" (S. 44).

Der christliche Standpunkt: Die 10 Gebote sind sozusagen eine von Gott gegebene "Bedienungsanleitung" für ein geglücktes Leben. Keiner kennt uns besser als Gott, der unser Schöpfer ist. Und deshalb kann auch niemand eine bessere "Anleitung" schreiben als eben Gott. So wie beispielsweise auch der Ingenieur seine von ihm gebaute Maschine perfekt kennt und ebenfalls eine Bedienungsanleitung schreibt, an die wir uns im Regelfall auch gerne halten und halten sollten (beim Auto z.B. Ölwechsel usw.). Selbstverständlich haben wir die Freiheit (was Harris im obigen Zitat bestreitet), die Gebote NICHT zu halten. Bleiben wir beim Beispiel "Auto": Der Ingenieur (Schöpfer) empfiehlt: "Tanke Benzin!". Wir haben nun selbstverständlich die Freiheit, stattdessen Diesel zu tanken, sollten uns dann aber bitte nicht über die negativen Folgen wundern! Und was meint Harris mit "Strafen für Missachtung lockern"? Bestrafen wir uns nicht selbst, wenn wir die 10 Gebote nicht befolgen und - im übertragenen Sinne - "Diesel tanken"?

Ich denke also, dass Sam (der uns Christen in seinem Brief durchgehend duzt) diese Thematik nicht wirklich verstanden hat. Er ist Philosoph, denkt hier aber etwas schräg.

Fazit: 1:0 für die christliche Lehre.

Zum Thema "Die Güte Gottes"?

Harris: "Ein Atheist ist ein Mensch, der findet, dass der Mord an einem einzigen kleinen Mädchen selbst dann, wenn er nur einmal alle Millionen Jahre geschähe, Zweifel an der Vorstellung von einem gütigen Gott rechtfertigt" (S. 75).

Der christliche Standpunkt: Dieser Mord ist aus christlicher Sicht ebenso schlimm wie aus atheistischer. Wir Christen zweifeln angesichts dieser furchtbaren Tatsachen jedoch nicht an Gott, sondern an der "Ethik" des Mörders. Gott liebt, das ist der Ausgangspunkt aller Überlegungen, ausnahmslos alle Menschen und schenkt ihnen (deshalb auch) die volle Freiheit über ihre Handlungen. Das Böse, das nun dieser Freiheit entspringen kann, ist die Sünde. Gott könnte diesen Mörder und selbstverständlich auch uns (theoretisch) bei jeder schlechten Tat zurückhalten, aber dann wären wir nur noch "Marionetten", deren Fäden Gott ununterbrochen zieht; er müsste ununterbrochen ziehen, damit wir keine schlechten Taten mehr ausführen könnten. Damit aber würde es keine Freiheit mehr geben. Aber gerade weil Gott uns liebt, will er, dass wir freiwillig zu ihm kommen, er zwingt keinen Menschen. (Bei Liebenden ist es übrigens sehr ähnlich.) Eines müssen wir mit Überdeutlichkeit festhalten: Gott tut niemals etwas Böses, er ist die reine Liebe; böse ist immer nur der Mensch, der NICHT auf ihn hören will. Noch ein Weiteres müssen wir festhalten: Gott ist gerecht: das tote Mädchen wird bei Gott ewiges Glück erfahren; der Mörder dagegen wird, wenn er nicht bereut, seine gerechte Strafe verdienen.

Fazit: Harris' Gottesvorstellung (er glaubt ohnehin nicht an ihn) würde den Menschen zur bloßen Marionette degradieren und Gott zu einem Gott, der uns keinerlei Freiheiten lässt. Die christliche Gottesvorstellung ist dagegen wesentlich weiter.

Es steht somit 2:0 für die christliche Vorstellung.

Zum Thema Abtreibung?

Harris: "Wenn du dich um das Leid in unserem Universum sorgst, dann sollte es dir größere moralische Probleme bereiten, eine Fliege zu erschlagen, als eine menschliche Blastozyste [=menschlicher Embryo] zu vernichten" (S. 53).

Und weiter: "Jedes Mal, wenn du dir die Nase kratzt, hast du einen Holocaust an unzähligen potenziellen Menschen verübt" (S. 53).

Christlicher Standpunkt: Der Vergleich Mensch vs. Fliege ist zynisch! Abtreibung ist Massen- bzw. Völkermord, wenn wir uns die erschreckend hohen "Zahlen" (=getötete Babies) anschauen. Und außerdem können wir Christen uns nicht vorstellen, dass etwa unsere Nase eine Gebärmutter sei, in der ein "potenzieller Mensch" heranreifen würde. Vielsagend ist auch: im ersten Zitat schreibt Harris "Blastozyste", im zweiten dagegen "potenzieller Mensch" (wer Augen hat, der sehe...).

Harris zitiert Mutter Teresa: "Der größte Zerstörer des Friedens ist die Abtreibung [...] Viele Menschen sind sehr, sehr besorgt um die Kinder in Indien, um die Kinder in Afrika, wo sie in ziemlich hoher Zahl sterben, vielleicht auch aus Unterernährung, Hunger und so weiter. Doch Millionen lässt man vorsätzlich sterben, nur weil es die Mutter so will. Und das ist das Schlimmste und Zerstörerischste für den heutigen Frieden. Denn wenn schon eine Mutter ihr eigenes Kind töten kann, was ist dann noch anderes zu erwarten, als dass ich Sie töte und dass Sie mich töten -, da gibt es nichts dazwischen" (S. 58f.).

Harris interpretiert diese absolut wahrhaftige Aussage Mutter Teresas aber vollkommen absurd und höchst zynisch wie folgt: "Mutter Teresas Barmherzigkeit muss schon ungemein falsch geeicht gewesen sein, wenn sie das Töten eines Fötus ... mehr beunruhigte als all das Leid, das sie mit eigenen Augen auf dieser Erde sah" (S. 59).

Christlicher Standpunkt: Natürlich beunruhigte Mutter Teresa massenhafte Abtreibung (gegen die sie eigentlich machtlos war) mehr als körperliches Leid, das sie und ihre Schwestern unermüdlich gelindert haben! Hier von "falsch geeicht" zu sprechen, ist Zynismus. Harris müsste eigentlich 1000 mal laut "Danke!" sagen! Und was heißt "eines Fötus"? Hier geht es um Millionen! Zeigt sich hier nicht besonders deutlich, wie die "wahre Moral" der Naturalisten in dieser Frage aussieht?

Harris hat zudem kein Problem, sich zu folgender, vollkommen zynischen Aussage zu versteigen: "Wenn Gott existiert, dann ist er der aktivste Abtreibungsbefürworter überhaupt" (S. 61). Hier blieb mir wirklich die Spucke weg. Soll das wirklich "wahre Moral" im Sinne eines Sam Harris bzw. von Atheisten sein?

Fazit: 3:0 für die christliche Lehre.

Zum Thema Kondome?

Ich habe während der Lektüre nur darauf gewartet, dass das "Kondom-Thema" angesprochen wird. Ab Seite 48 war es dann soweit. Harris schreibt "Und es erklärt, weshalb du den Gebrauch von Kondomen auf dem afrikanischen Kontinent ... verteufelst, während dort alljährlich Millionen Menschen an Aids sterben."

Christlicher Standpunkt: Lieber Sam, hier denkst du, wenn ich dich auch einmal duzen darf, für einen Philosophen erneut äußerst schwach. Die Kirche soll für Millionen Aids-Tote verantwortlich sein? Ist es nicht vielmehr umgekehrt? Der Papst und die Kirche zeigen ja gerade den Weg zu einer geglückten Sexualität. Die Kirche vertritt den schönsten und wahrhaftigsten Weg: Entweder Ehe und Treue ODER Enthaltsamkeit. Und das ist gleichzeitig auch der beste Weg um Aids zu verhindern. Kondome würden letztlich die Sexualität herunterstufen zu einem bloßen Konsumgut. Die "Kondom-Mentalität" bringt die Menschen nicht weiter und macht sie nicht glücklich. Sexualität hat viel mit Verantwortung zu tun und mit Respekt voreinander. Die traditionelle Lehre der Kirche hat sich als einzig sicherer Weg gegen die Ausbreitung von Aids erwiesen. Auch in Afrika. Und die Statistiken geben dem Papst Recht: In Ländern mit hohem katholischen Bevölkerungsanteil ist die Ansteckungsrate mit dem HIV-Virus am geringsten. Die offizielle Ablehnung von Kondomen durch die katholische Kirche vergrößert das Aidsrisiko in Afrika statistisch gesehen also nicht - im Gegenteil! Ein Aidshilfe-Aktivist, der seit fast zwanzig Jahren in Uganda tätig ist, bedankte sich für die Worte des Papstes, dass die Propagierung von Verhütungsmitteln das Problem verschärfen könne. Sein Ergebnis nach jahrzehntelanger Arbeit lautet: Was Aids verbreitet "ist sexuelle Promiskuität, ausgehend von der Unmoral des Herzens". Der Papst habe völlig recht, dass es um eine "Humanisierung der Sexualität" gehe. Die Aids-Strategie Ugandas sei erfolgreich, weil sie "immer Enthaltsamkeit und Treue vor Mittel wie Kondome stellt".

Nun wieder zu Sam Harris: "Unfasslicherweise verbietet der Vatikan gegenwärtig den Gebrauch von Kondomen sogar dann, wenn es darum geht, eine HIV-Ansteckung unter Ehepaaren zu verhindern" (Fußnote 15 auf S. 120).

Der christliche Standpunkt: Ist es wirklich christlich, wenn ein AIDS-Kranker ein Kondom nimmt und mit seiner Frau schlafen will? Besteht nicht die Gefahr, dass das Kondom reißen könnte oder fehlerhaft angewendet wird? Wäre das nicht "Russisches Roulette"? Ein "echter" Christ würde dieses Risiko nicht eingehen; er würde seine Frau, die er liebt, nicht diesem Risiko aussetzen wollen.

Fazit: Harris hat das "Kondom-Problem" nicht durchdacht und von daher auch nicht verstanden > Es steht 4:0 für die christliche Lehre!

Hinweis: Diese Rezension ist noch nicht vollständig und wird demnächst fortgesetzt werden...
Kommentar Kommentare (6) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Oct 31, 2014 5:48 PM CET


Warum ich kein Christ sein will - Mein Weg vom christlichen Glauben zu einer naturalistisch-humanistischen Weltanschauung
Warum ich kein Christ sein will - Mein Weg vom christlichen Glauben zu einer naturalistisch-humanistischen Weltanschauung
von Uwe Lehnert
  Broschiert
Preis: EUR 19,95

10 von 46 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Wenn schon wissenschaftlich und redlich, dann bitte konsequent und richtig!, 14. November 2013
Hunderte Bücher werden von intellektuellen Atheisten geschrieben um zu zeigen, dass der Glaube an Gott "Quatsch" sei; welcher intelligente und vernünftig denkende Mensch glaube schon an ein "fiktives Wesen"?

Rein logisch betrachtet drängt sich nun sofort folgende Frage auf: Woher wissen Atheisten, dass dieses "Wesen fiktiv" ist? Manchmal hört oder liest man auch: "Ich will keine gedankliche Konstruktion wissenschaftlich widerlegen." Woher wissen Atheisten, dass Gott eine "gedankliche Konstruktion" ist? Dürfen seriöse bzw. intellektuelle Atheisten eine solche Aussage überhaupt treffen? Ich frage mich, wie sie das aus einer rein logischen Perspektive heraus ernsthaft behaupten können.

Zeigen in dieser Form argumentierende Atheisten nicht sehr deutlich, dass sie sich vor allem selbst widersprechen?

Intellektuelle bzw. seriöse Atheisten könn(t)en bestenfalls behaupten, dass sie über Gott eben nur "nichts" sagen können. Jede darüber hinausgehende Aussage wäre schon pseudo-wissenschaftlich. Deshalb sind die Bücher eines Dawkins oder ähnlich denkender Autoren unwissenschaftlich. Im Grunde wird hier auch eine Art von "Glauben" formuliert; freilich ein äußerst wackeliger! Der christliche Glaube dagegen hat ein tragbares Fundament. Der christliche Glaube basiert auf Belegen, er ist also nicht "blind", wie oft von Atheisten behauptet wird. Jesus Christus hat uns Gott gebracht. Sozusagen auf die Erde - "zum Anfassen". Die Apostel haben mit ihm gelebt und von ihm gelernt. Und die Nachfolger des hl. Petrus (die Päpste) und die Nachfolger der Apostel (die Bischöfe) verkünden den Glauben in einer ununterbrochenen "Kette" bis in die heutige Zeit. Papst Benedikt XVI. wurde einmal gefragt, was Jesus von uns will? Seine Antwort: "Er will von uns, dass wir Ihm glauben. Dass wir uns von Ihm führen lassen. Dass wir mit Ihm leben. Und so immer mehr Ihm ähnlich und damit richtig werden."

Wer also NUR die Naturwissenschaften akzeptiert und "gelten lässt", kann und darf all' die typischen Atheisten-Statements schon allein aus rein logischen Erwägungen niemals treffen, denn die Naturwissenschaften sind methodisch (gar) nicht in der Lage, die Gottesfrage zu klären. Naturwissenschaftler, die (in ihrer Funktion als Wissenschaftler) gegen Gott argumentieren, verlassen den Boden der Wissenschaftlichkeit. Mit einem "Mikroskop", stellvertretend für die Methoden der Naturwissenschaften, kann Gott weder gefunden noch widerlegt werden.

Gott können wir nur auf der Glaubens-, d.h. Beziehungs-Ebene erfahren. Echte Naturwissenschaftler trennen daher diese beiden Dimensionen Wissen und Glauben sehr genau und sind BERUFLICH immer "Agnostiker". PRIVAT muss das jedoch keinesfalls gelten. Viele große Naturforscher waren und sind tiefgläubige Menschen!

Also: Wenn schon wissenschaftlich und redlich, dann bitte konsequent und richtig!

Es hilft alles nichts: Wir müssen uns entscheiden in Bezug auf die wichtigste Frage der Welt: Existiert Gott? Sie und jeder Mensch dieser Erde müssen sich entscheiden. Die Christen haben sich entschieden. Endgültig. Christen glauben felsenfest an Jesus Christus, den Sohn Gottes und seine heilige Kirche, die er an Pfingsten eingesetzt hat.

Zitat Lehnert: "Wenn ich dann fragte, wie man als Mensch des 21. Jahrhunderts glauben könne, nur durch ein göttlich veranlasstes Menschenopfer[sic!] gerettet zu werden, das vor seinem Tode gefoltert und dann auf die denkbar brutalste Art und Weise hingerichtet wurde, habe ich meistens nur in schweigende Gesichter geblickt. Allenfalls kam als hilflose, aber die christliche Lehre missinterpretierende Reaktion, dass das alles nur symbolisch zu verstehen sei."

Diese Frage ist schlicht und einfach falsch gestellt!

Jesus Christus hat uns freiwillig - aus Liebe - gerettet, und nur er konnte es. Die Menschheit war in eine Katastrophe gelaufen. Er hat unsere Schuld (=Sünden) freiwillig "bezahlt". Wir kennen das alle: Oftmals ist es ja die Aufgabe des besten Freundes, uns aus der Patsche zu helfen (C.S. Lewis). Jesus Christus hat uns aus der größten Patsche unseres Lebens geholfen, in dem er unsere Sünden (=Schuld) auf sich genommen hat und so für uns die "Rechnung bezahlt" hat. Dieser "gigantische Schuldenerlass" hätte jeden Menschen überfordert. Aber Jesus ist Gott, nur deshalb hat er das geschafft.

In Johannes 3,16 lesen wir: "Denn Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hingab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht zugrunde geht, sondern das ewige Leben hat."

Gottes Segen, K. B.

"Falls der Mensch Gott nicht erkennt und nicht begreift, so hat er noch kein Recht daraus zu schließen, es gäbe keinen Gott. Die gesetzmäßige Folgerung daraus ist nur die, dass er noch nicht fähig ist, Gott zu erkennen und zu begreifen. Es gibt nur für den keinen Gott, der ihn nicht sucht. Suche Ihn, und er wird sich Dir offenbaren." (Leo Tolstoi)
Kommentar Kommentare (299) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Dec 29, 2014 12:14 AM CET


Die Logik der Nicht-Logik: Wie Wissenschaft das Phänomen Religion heute biologisch definieren kann
Die Logik der Nicht-Logik: Wie Wissenschaft das Phänomen Religion heute biologisch definieren kann
von Andreas Kilian
  Broschiert
Preis: EUR 17,00

9 von 41 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen ... oder besser: Die Nicht-Logik der Logik, 28. Januar 2013
Mit seinem Buch "Die Logik der Nicht-Logik" versucht der Autor das Phänomen Religion aus einer wissenschaftlich-biologischen Perspektive zu betrachten, zu definieren und zu erklären. Dabei lässt der Titel schon erahnen, wohin der Hase letztlich laufen wird. Und am Titelbild wird deutlich, dass vor allem die Katholische Kirche im "Zentrum" (des letztlich verzweifelten, aber erfolglosen Angriffs) steht. Das Mikroskop mitten auf dem Petersplatz soll offensichtlich zeigen, dass hier ein Biologe einmal ganz genau prüft, was es denn mit der Religion - "nun wirklich" - auf sich hat. Mit diesem Mikroskop soll freilich auch suggeriert werden, dass die Frage nach Gott aus einer (rein) biologischen Perspektive ausreichend beantwortet werden kann. Und bereits hier stellt sich die Frage, wer die Adressaten dieses Buches sein sollen.

Seriöse Wissenschaftler scheiden als Zielgruppe aus, denn sie wissen, dass es in der Naturwissenschaft keine einzige Methode gibt und geben kann, mit welcher die Frage nach Gott auch nur im Ansatz beantwortet werden könnte; von daher ist die Wissenschaft hier nicht zuständig. Es wäre in etwa so, als wolle ein Maler die Funktionsweise eines Benzinmotors aus der Perspektive der Kunst erklären. Ein Maler könnte vielleicht sagen, ob die Bauweise des Motors den Kriterien der Kunst, wie etwa ausgewogenen Proportionen, harmonischer Linienführung etc. entspricht; über die Funktionsweise kann er jedoch immer nur als Laie sprechen. So bleibt auch ein Naturwissenschaftler immer nur Laie in theologischen Fragen.

Harald Lesch, der bekannte Astrophysiker sagt "wenn man versucht, aus den Naturwissenschaften auf die Eigenschaften von Gott zu schließen, dann kann das eigentlich immer nur schief gehen." Und zum Argument "Naturwissenschaft und Glaube schließen sich aus" sagt er "Freund, du hast keine Ahnung von Naturwissenschaft." Dies sei eine Methode, die sehr gut funktioniere, aber sie liefere in erster Linie ein Naturbild, aber kein Weltbild. Leuten, die meinen, dass der Glaube an Gott "Quatsch sei" entgegnet er "macht ihr mal, da bin ich ganz entspannt."

Andreas Kilian, der Autor des Buches, ist dagegen alles andere als entspannt. Im Laufe der Lektüre wird immer klarer, dass die wahre Triebfeder hinter seiner Analyse nicht wissenschaftliche Neugier und Redlichkeit, sondern Ablehnung und Abneigung gegen alles Religiöse ist. Und aus dieser Abneigung heraus ist es schwierig, durchgehend rational und wissenschaftlich zu bleiben. Auf diese Weise geht auch jegliche wissenschaftliche Bescheidenheit verloren - der Naturwissenschaftler müsste sich von sich aus als unzuständig erklären - und dadurch entbehrt der Beitrag auch jeglicher Objektivität.

Der Autor unternimmt weiters einen Versuch, eine "biologische Definition" von Religion zu erarbeiten:

"Religion ist die durch ego-zentrierte, neuronale Module hervorgerufene Erschaffung, individuelle Bereitstellung und tradierte Aufrechterhaltung einer nicht-logischen und nicht-überprüfbaren Argumentationsebene, um seine individuellen Egoismen mit und gegen seine Gruppenmitglieder rechtfertigen, durchsetzen und befriedigen zu können" (S. 176). Und unmittelbar danach: "Als direkte proximate Ursache kann die subjektiv empfundene situative Notwendigkeit zur irrationalen Rechtfertigung und zur unredlichen Argumentation angeführt werden." Die Erklärung, wieso eine "irrationale Rechtfertigung" aus individueller Sicht notwendig sein soll, bleibt offen. Müsste nicht jeder nach rationalen Rechtfertigungen streben oder diese ansonsten unterlassen? Für einen gläubigen Menschen ist dieser Aspekt jedoch absolut uninteressant. Für ihn ist der Glaube rational und er verspürt keinen Grund oder gar die Notwendigkeit, für ihn gültige Tatsachen zu rechtfertigen.

Gott wird in der Argumentation des Autors vollständig eliminiert, Religion wäre - allgemein - ein "angstminimierendes Konzept aus Betrug und Selbstbetrug, um seine Egoismen besser ausleben zu können" (S. 206). Der Priester sei ein "Dienstleister, der davon lebt, dass er behauptet oder andere in dem Glauben belässt, dass er selbstdefinierten Göttern oder Mächten näher steht als seine Kunden" (S. 205). Dadurch wird deutlich, dass der Autor sich nicht einmal mit christlichem Glauben auseinandergesetzt haben kann, was selbst aus (natur-)wissenschaftlicher Sicht notwendig gewesen wäre, denn es müsste in jedem Fall eine vollständige Prüfung aller Perspektiven und alternativer Argumentationsstränge erfolgen und nicht nur eine einzelne, nicht hinreichend belegte und damit unhaltbare Ansicht expliziert werden.

Werfen wir dagegen nun einen Blick auf die katholische Definition von Religion: Der katholische Jugend-Katechismus definiert wie folgt: Unter Religion kann allgemein eine Beziehung zum Göttlichen verstanden werden. Religion ist - in Anlehnung an Augustinus - das Verlangen nach Gott.

Und dieses Verlangen nach Gott und die Beziehung mit ihm ist - einzig und allein - der Schlüssel zum Verständnis dieser spannenden Thematik. Sie kann wissenschaftlich so wenig beschrieben werden wie etwa die Liebe zwischen Mann und Frau. Der Glaube an Gott kann definiert werden als eine persönliche Beziehung zu einem personalen Gott, der uns liebt. Gottes Sohn ist auf die Erde gekommen vor nicht allzu langer Zeit und nur ein "paar" Kilometer von uns entfernt. Jesus Christus und all die damaligen (Augen-)Zeugen sind für Christen so glaubhaft, dass sie keinen wissenschaftlichen Beweis benötigen. Viele Ur-Christen mussten diese, ihre tiefste Überzeugung, sogar mit dem Leben bezahlen. Ein Gläubiger, der in dieser persönlichen Beziehung mit Gott lebt, hat beständige, ewige Gewissheit ... freilich auf eine ganz besondere Art, die man durchaus auch als ein "Geschenk" betrachten kann und nicht im Sinne einer menschlich-wissenschaftlichen Erkenntnis, die möglicherweise als Paradigma eine Zeit lang Bestand hat, dann aber verworfen werden muss.

Glauben und Wissen(schaft) sind also, wie oben bereits erwähnt, zwei verschiedene Dimensionen, die sich aber ergänzen und erst gemeinsam einen weiten Blick ermöglichen. Der Gläubige schätzt und respektiert die Wissenschaften und ihre großen Verdienste sehr, GLEICHZEITIG aber schätzt er auch seinen Glauben. Viele Top-Wissenschaftler betonen diese faszinierende, schöne und leuchtende Komplementarität von Glauben und Wissenschaft.

So etwa auch Max Planck (1858-1947), deutscher Physiker, Begründer der Quantentheorie und Nobelpreisträger der Physik, indem er bemerkt: "Die Naturwissenschaften braucht der Mensch zum Erkennen, den Glauben zum Handeln. Religion und Naturwissenschaft schließen sich nicht aus, wie heutzutage manche glauben und fürchten, sondern sie ergänzen und bedingen einander. Für den gläubigen Menschen steht Gott am Anfang, für den Wissenschaftler am Ende aller Überlegungen."

Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass das Buch wohl in erster Linie für wissenschaftliche Laien geschrieben zu sein scheint, die die wahre Motivation erst spät und die pseudo-wissenschaftlichen Argumentationen nicht bemerken, sich deshalb davon beeindruckt zeigen und deren Glauben dadurch madig gemacht werden könnte. Gefährlich ist auch die implizite "Werbung" für Sekten, denen man sich ruhig unvoreingenommen nähern könne. "Mitglieder von so genannten Sekten sind meistens erwachsene Menschen, die sich informiert und bewusst für eine Glaubensrichtung entschieden haben" (S. 197). Das Buch endet mit dem Appell, man möge "der unredlichen Argumentation und dem blinden Glauben ein Ende .. setzen". Das "Thema Religion sowie eine wissenschaftliche Definition, um was es sich dabei überhaupt handelt, gehören in den Biologie- und/oder Psychologieunterricht" (S. 202). Nun gut, dann kann ich ja mein Auto in Zukunft auch von einem Tierarzt untersuchen und reparieren lassen ;-).

Wenn man, wie der Autor (und übrigens alle Gläubigen auch) davon überzeugt ist, aus naturwissenschaftlicher Perspektive nichts über Gott sagen zu können, gilt dies ebenso für die Religionen, die ausschließlich Gott zum Gegenstand haben. Und genau aus diesem Grund des "naturwissenschaftlichen Nichts-Sagen-Könnens" bleibt dem Autor nur mehr die Möglichkeit, Religion passend "biologisch" umzuformulieren um sie (endlich?) ad absurdum führen zu können. Dass dieser nun biologisch-verunstaltete Religionsbegriff keinen Sinn mehr macht, versteht sich wohl von selbst. Damit dürfte die Sinnlosigkeit dieses Unterfangens auf der Hand liegen.
Kommentar Kommentare (46) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Nov 25, 2013 8:54 PM CET


Schafft sich die katholische Kirche ab?: Analysen und Fakten eines Unternehmensberaters - Mit einem Vorwort von Kardinal Karl Lehmann
Schafft sich die katholische Kirche ab?: Analysen und Fakten eines Unternehmensberaters - Mit einem Vorwort von Kardinal Karl Lehmann
von Thomas von Mitschke-Collande
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,99

12 von 29 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Für Katholiken nicht empfehlenswert - Strategisch falscher Ansatz, 2. November 2012
Wenn ein Unternehmensberater ein Buch über die Katholische Kirche schreibt, muss er aufpassen, keinen strategischen Fehler zu begehen, indem er nämlich die für Unternehmen so überlebenswichtige "Kundenorientierung" in einem falsch verstandenen Sinne auf die Katholische Kirche überträgt. Dieser Fehler ist jedoch - wie leider oft üblich in kritischen Büchern dieser Art - hier passiert; es ist in etwa so, als würde ein Mathematik-Professor, nachdem er festgestellt hat, dass sich viele seiner Schüler verrechnen, nun die Mathematik ändern wollen, damit sich nicht mehr so viele Schüler ("Kunden") verrechnen. Nach dem Motto: Ich passe einfach die Mathematik so lange an, bis sie mit den falschen Rechenergebnissen meiner schlechten Schüler perfekt harmoniert. Diese Art der "Kundenorientierung" würde die Mathematik ad absurdum führen, sie ihrer Schönheit und Wahrhaftigkeit berauben. Auf die Kirche übertragen lautet dieser Logik-Fehler: "Weil die Menschen heute nicht mehr machen, was die Kirche lehrt, solle die Kirche nun lehren, was die Menschen machen."

Gott sei Dank hat Jesus Christus seiner Kirche keine basisdemokratische Verfassung gegeben: Der "CEO" ist Jesus Christus, und sein Stellvertreter auf Erden ist der Nachfolger des Hl. Petrus, Papst Benedikt XVI. Der Heilige Vater verkündet dabei nicht seine eigene persönliche Meinung bzw. die Meinung der Gläubigen, sondern die WAHRHEIT, die allein Jesus Christus selbst ist. Von daher kann auch die Meinung der (bspw. nur westeuropäischen) Gläubigen - auch wenn noch so mühevoll empirisch erhoben und ausgewertet - nicht wahrheitsrelevant sein. Unser Papst ist der Fels, der die Menschen und die Kirche auf dem direkten Weg zu Gott führt; seine überragende "Managementqualität" basiert auf seiner Intelligenz, seiner Weisheit, seiner Bescheidenheit und seiner innigen Liebe und Verbindung zu Jesus Christus. Jeder, der seine Schriften aufmerksam liest und seine Stimme hört, weiß das. Und genau diese "Felsen" sind der Grund, warum sich die Katholische Kirche in 2000 Jahren eben gerade nicht "abgeschafft" hat. (Bei der Beherzigung der 'Tipps' dieses Buches hätte ich dagegen größte Bedenken.)

Papst Benedikt XVI. weist - ganz im Gegensatz zur "modernen" Mainstream-Theologie - den wahrhaftigen und schönsten Weg zu Gott: Dieser Weg orientiert sich nicht an Meinungen, Mehrheiten und empirischen Studien, sondern an Jesus Christus. Er lautet: Gott lieben aus ganzem Herzen, ihm nahekommen durch das tägliche Gebet und die Feier der Hl. Eucharistie. Und natürlich müssen wir unseren Glauben ganz genau kennen; es ist ein "Herzenswunsch" des Papstes, den Katechismus zu studieren. Und dann - und nur dann - erscheinen die Positionen der Katholischen Kirche zu wirklich allen Bereichen des menschlichen Lebens "plötzlich" in einem wahrhaftigen und wunderschönen Licht; der Blick auf Jesus Christus, seine Mutter, den Hl. Josef und alle Heiligen der Kirche bestätigt die Wahrhaftigkeit und Schönheit der kirchlichen Positionen nur überdeutlich. Die sog. Reformer sind diesbezüglich leider blind geworden. Schade.

Fazit und eigene Analyse: Die Katholische Kirche hat v.a. deswegen Schwierigkeiten, weil die so wichtige Einheit mit unserem Papst fehlt; viele Bischöfe, Priester, Diakone, Religionslehrer haben (leider) zu wenig Mut und/oder Glaubensstärke, die Lehre der Kirche authentisch, klar, unverfälscht und liebevoll zu verkünden. Viele fürchten sich vor dem "politisch korrekten" "Zeitgeist" und haben nicht mehr den Mut, etwa die Leuchtkraft des Zölibates, die Realpräsenz Christi in der Hl. Eucharistie, die Heiligkeit und Unauflöslichkeit der Ehe oder die Schönheit der reinen katholischen Sexualethik zu verteidigen (wie etwa: Warten bis zur Ehe, absolute Treue, natürliche Empfängnisregelung vs. Verhütung und Abtreibung); viele scheuen sich leider, Sünden klar als solche zu benennen und auf deren Gefahren hinzuweisen (wie etwa beim Sex außerhalb der Ehe - darunter fällt bspw. auch die praktizierte Homosexualität).

Jeder gute und erfahrene Bergführer warnt vor Gletscherspalten. Und Geistliche, d.h. Seel-Sorger müssen sich um die Seelen sorgen und mit klaren aber liebevollen Worten vor den "Gletscherspalten der Seele" (=Sünden) warnen! Wenn sie das nicht mehr tun, sind sie wie Bergführer, die ihre Schützlinge in die Spalten stürzen lassen...

(Zum guten Ende noch eine beeindruckende Zahl: Beim Weltjugendtag 1995 in Manila zelebrierte der [verstorbene] Papst die Abschlussmesse in Anwesenheit von 4 Millionen Gläubigen; damit war diese Messe die größte Versammlung in der Geschichte der Menschheit. Papst Benedikt führt diese wunderschöne Tradition mit ebenso großem Erfolg weiter ... die Jugendlichen spüren, wie innig der verstobene und auch der jetzige Papst mit Jesus Christus verbunden sind.)
Kommentar Kommentare (46) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Aug 5, 2014 5:58 PM MEST


Die globale sexuelle Revolution: Zerstörung der Freiheit im Namen der Freiheit
Die globale sexuelle Revolution: Zerstörung der Freiheit im Namen der Freiheit
von Gabriele Kuby
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,95

106 von 119 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein wahrhaft wichtiges Buch, 28. September 2012
Gabriele Kuby legt hier ein wahrhaft wichtiges und äußerst mutiges Buch vor; es sei höchste Zeit, die Schweigespirale zu durchbrechen! Sie spricht Klartext über ein Thema, das heute bzw. in "politisch korrektem" Verständnis nicht (einmal) mehr gedacht werden darf: Es geht um die (raffiniert und auch) politisch getriebene globale Sexualisierung der Gesellschaft und den damit einhergehenden Frontalangriff gegen unsere Kultur, unseren Glauben an Gott, unsere Familien - und letztlich gegen unsere Freiheit. Treiber dieser unseligen Strömungen sind letztlich der Zorn und die Abneigung gegen alles Religiöse.

Diese "Kulturrevolution" laufe, so Kuby, "hinter dem Rücken der Menschen ab - top down, von oben nach unten" (S. 419). In insgesamt 15 Kapiteln werden die wichtigen Treiber, Ziele, Strategien und Netzwerke herausgearbeitet; es sind, um einige zu nennen, die Wegbereiter seit der Französischen Revolution, die Entwicklung vom Feminismus zur hochgefährlichen (und zudem unwissenschaftlichen) Gender-Ideologie, die diesbezügliche Rolle der EU, die Globalisierung der sexuellen Revolution durch die UN, der totalitäre Zugriff über die Yogyakarta-Prinzipien (=Anleitung zur Durchsetzung der Gender-Ideologie), die politische Vergewaltigung der Sprache, die Pornografie, die Homosexuellen-Bewegung und die Sex-Erziehung in Schule und Kindergarten. Die Folge dieser Kräfte sind Intoleranz und Diskriminierung sowie die "schiefe Ebene zum Totalitarismus im neuen Gewand".

"Was tut [so fragt Frau Kuby] eine Kultur, die keinen Reinigungsprozess von Schuld mehr kennt, weil sie den Menschen zu Gott gemacht hat? Sie muss das Gewissen zum Schweigen bringen, in der vergeblichen Hoffnung, dann inneren Frieden zu finden" (S. 417). Die Strategien dieser globalen sexuellen Kulturrevolution liegen im Schaffen von Ideologien, die die Sünde gut erscheinen lassen, dem Hineinziehen aller Menschen in die Sünde sowie dem Diffamieren, Ausgrenzen und Verfolgen derjenigen, die dem Gewissen eine Stimme geben (S. 418).

Das Buch ist - und das ist das Schöne daran - aber auch gleichzeitig und immer ein Appell an unser christliches Gewissen, das uns klar denken und entscheiden lässt. Der Glaube an Gott macht wirklich frei, froh und wahrhaft glücklich - und resistent gegen die in diesem Buch beschriebenen Ideologien. Von daher sind die Christen gefordert, den Mund aufzumachen, es wird Zeit. Ich wünsche dem Buch jeden nur denkbaren Erfolg. Vergelt's Gott Frau Kuby!
Kommentar Kommentare (4) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jun 2, 2013 10:46 AM MEST


Mein Leben für eine Kirche, die den Menschen dient
Mein Leben für eine Kirche, die den Menschen dient
von Helmut Krätzl
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 24,95

2 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Nichts neues..., 9. Dezember 2011
Helmut Krätzl ist leider Gottes zu einem Gegenspieler der römisch-katholischen Kirche geworden. Der Titel "Mein Leben für eine Kirche, die den Menschen dient" suggeriert natürlich, dass die "Sichtweise Roms" bzw. die römisch-katholische Kirche "am Menschen vorbei" diene. Welch ein großer Irrtum!

Das Buch ist m.E. eher ein PR-Buch für den Weihbischof selbst, der sich nicht selten selber lobend herausstellt und - ganz im Einklang mit den Zeitgeist-Theologen - meint, er wisse wohl besser als Jesus Christus und sein Stellvertreter, welchen Weg die Kirche heute zu gehen habe. Die üblichen "heißen Eisen" werden natürlich wieder angesprochen, nicht berücksichtigend, dass die Heiligen aller Zeiten, selbstverständlich auch die Heiligen Frauen, all diese "modernen (Reform-)Forderungen" im Lichte des Gebetes und der Reflexion im Glauben niemals für zielführend erachteten.

Und noch ein Gedanke: Die Kirche "dient" den heutigen Menschen am meisten, wenn sie - so gütig und glaubhaft wie der Heilige Vater - darauf hin weist, dass unsere Antwort auf die Liebe Gottes, die zuerst da war, darin besteht, dem dreifaltigen Gott zu dienen und ihn zu lieben. Und dann erscheinen die Positionen der römisch-katholischen Kirche bzw. des Katechismus "plötzlich" in einem wahrhaftigen und wunderschönen Licht; der Blick auf Jesus Christus, seine Mutter, den Hl. Josef und alle Heiligen der Kirche bestätigt die Wahrhaftigkeit und Schönheit der kirchlichen Positionen in wirklich allen(!) wichtigen Fragen des Christseins nur überdeutlich. Die sog. Reformer sind diesbezüglich leider blind geworden. Schade.
Kommentar Kommentare (4) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Dec 9, 2012 9:43 PM CET


Faszination Hangflug: Für Einsteiger, Umsteiger und Aussteiger
Faszination Hangflug: Für Einsteiger, Umsteiger und Aussteiger
von Alexander Oehme
  Broschiert
Preis: EUR 16,80

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Oben bleiben, 5. Januar 2011
Das Buch "Faszination Hangflug" ist ein Ratgeber für Modellflieger, die erfolgreich in die Disziplin "Hangflug" einsteigen möchten.

Die ersten drei Kapitel haben einleitenden Charakter: Zunächst erzählt der Autor von einem Hangflugurlaub an einer Steilküste und lässt dabei den Leser die "Faszination Hangflug" miterleben. Rückblickend erzählt der Autor aber auch von seinen "harten" bzw. erfolglosen Anfängen und seinem daraus folgenden Entschluss, das Modell- bzw. Hangfliegen doch besser nicht allein, sondern mit Hilfe von erfahrenen Modellfliegern zu erlernen.

Im sehr kurzen Kapitel 4 "Kurze Einführung in die Aerodynamik und Fluglehre" werden die wirkenden Kräfte am Segelflugzeug, der Anstellwinkel (Überschrift "Tragflügelprofile" leider nicht optimal passend) und die drei Steuerachsen inkl. der entsprechenden Ruder erläutert. Die Bezeichnung "Turn" für das Drehen um die Hochachse ist etwas ungewöhnlich, steht diese doch in erster Linie für eine klassische Kunstflugfigur.

Kapitel 5 "Welche Modelle sind geeignet" gibt einen guten Überblick, in dem auch verschiedene Leitwerkstypen, Nurflügler, Motorsegler, reinrassige Hangflugmodelle, Bremssysteme und das Thema "Aufballastierung" angesprochen werden.

Kapitel 6 beschreibt mit sehr schönen Graphiken und Abbildungen das Prinzip des (dynamischen) Aufwindes, erklärt die Begriffe "Luv" und das für Modellflieger so gefürchtete "Lee". Auch unterschiedliche Hangformationen, thermische Aufwinde und "Dynamic Soaring" werden angesprochen.

Kapitel 7 widmet sich der Frage, wie ein passender Hang zu finden ist, bzw. - eigentlich genauer - welcher Hang überhaupt geeignet ist. Der Autor erwähnt die Faktoren Gefälle, Anblaswinkel, Windstärke, Geländeform und Lage des Hanges. Etwas zu gut meint es hier der Autor mit der Empfehlung von Hängen mit mehr als 45 Grad Steigung, da es darunter "recht kritisch" sei! Dem kann keinesfalls zugestimmt werden. Die meisten (Hangflug-)Hänge haben eine Steigung von deutlich weniger als 45 Grad und sind dennoch - Gott sei Dank - sehr gut geeignet, und zwar auch dann, wenn es nicht "aus allen Löchern" bläst.

Kapitel 8 ist der Kern dieses Ratgebers und beschreibt in sieben Lektionen bzw. "sieben Flugtagen" ein Trainingsprogramm mit zunehmenden Schwierigkeitsgraden, d.h. mit zunehmend anspruchsvolleren Hängen, zunehmenden Windstärken und zunehmend anspruchsvolleren Flugübungen, wie etwa "Slippen" bzw. weitere Methoden des Abbaus von Höhe, 8er-Kreisen parallel zum Hang, Suchen von Thermikfeldern, "Halfpipe-Fliegen" (hier wäre - im Gegensatz zu oben - die Bezeichnung "Turn" angebracht gewesen) usw.
Selbstverständlich werden auch die für das Hangfliegen so wichtigen Landeverfahren (klassisch gegen den Wind oder aber auch hangaufwärts) angesprochen. Fraglich erscheint jedoch, ob die empfohlene Flughöhe "2 - 3 m oberhalb der Hangkante" in Windrichtung als Ausgangspunkt für die Landung gegen den Wind ausreichend ist; immerhin müssen ja bis zur Landung noch vier 90-Grad-Kurven geflogen werden. Der Autor empfiehlt für jeden neuen Hang - selbstverständlich vor dem Start - eine sog. Hanganalyse, um sich das Gelände, die Wind- bzw. Auftriebsverhältnisse, Hindernisse, die eventuellen Außenlandeplätze und vor allem auch die Landemöglichkeiten einzuprägen. Diese sehr empfehlenswerte Hanganalyse besteht aus einer Checkliste mit 9 Fragen. Lediglich Frage 5 "Wo kann ich, wenn der Auftrieb ausbleibt, am effektivsten Höhe gewinnen?" ist etwas unglücklich formuliert. Gemeint ist hier vielmehr die Stelle, an der der angeblasene Hang den meisten Auftrieb erzeugt. Auch der vor jedem Start wichtige Reichweiten- und Funktionstest wird erwähnt.

Das abschließende Kapitel 9 behandelt das Thema Versicherungen und Genehmigungen.

Fazit: ein gut geschriebenes Buch mit vielen sehr guten Fotos und anschaulichen Grafiken, welches Hangflug-Einsteigern wertvolle Hinweise für eine erfolgreiche Hangflug-Karriere bietet. Erwähnenswert ist auch das gute Glossar.


Das Thermikbuch für Modellflieger: Thermik finden und optimal nutzen
Das Thermikbuch für Modellflieger: Thermik finden und optimal nutzen
von Markus Lisken
  Taschenbuch
Preis: EUR 21,30

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen ... und dein Segler steigt!, 8. Februar 2010
Das Buch ist wirklich ein Schlüssel zum Verständnis der "Thermik" für Modell-Segelflieger: Es erläutert in einer unterhaltsamen und oft auch witzig-humorvollen Sprache zunächst die drei Entstehungsfaktoren für "Thermik": Sonneneinstrahlung, Temperaturdifferenzen und Schichtung der Luft. Das Thema "Schichtung" war für mich besonders lehrreich und spannend, und der Autor sieht darin den wesentlichen Entstehungsfaktor der Thermik. (Nur) bei labiler Schichtung geht es "richtig gut", bei stabiler Schichtung nur halbwegs und bei einer "Inversion" kann man "ruhig zu Hause bleiben", weil hier thermisch nichts geht.

Dann wird das Thema "Wolken" angesprochen, das Thema "Hausbärte" und "Abendthermik" (Umkehrtermik) und auch erklärt, was uns die Schwalben zeigen bzw. verraten können. Hochinteressant auch der Hinweis im Kapitel "Thermikpraxis", dass der Segler durch "Nase nach unten" Thermik sicher(!) anzeigt und dass er im Abwind anfängt zu pumpen. Kreisen ("Kurbeln") und Zentrieren mittels der "Reichmannschen Regel" wird gut erklärt; man spürt von der ersten Zeile des Buches weg, dass hier ein Vollprofi mit vielen Hunderten Stunden Thermik-Erfahrung schreibt ... und zwischendurch auch einmal Lustiges zu berichten hat!

Man kann es schon während dem Lesen kaum erwarten, endlich selbst "Thermik" zu fliegen und dabei die Natur und seinen Segler genau zu beobachten!!

Für mathematisch interessierte Leser ist der zweite Teil des Buches (Beschreibung des Fluges im Aufwind, Hinweise zur Modellauslegung,...). Mir wurde beim Lesen Vieles klarer; ein Dankeschön an die beiden Autoren. Ich kann dieses Buch nur wärmstens empfehlen!


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