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Rezensionen verfasst von
Marcy Stooge

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1991 Ep [Vinyl LP]
1991 Ep [Vinyl LP]
Preis: EUR 20,12

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Can I be your type, yeah?, 18. August 2012
Rezension bezieht sich auf: 1991 Ep [Vinyl LP] (Vinyl)
Ok kleine Schönheitskorrektur der Bewertung für diese Scheibe hier...

Und gleichzeitig für alle, die es noch nicht ganz mitgekriegt haben: Azealia Banks, Rapperin aus Harlem, New York City, ist der Sound des Jahres 2012. Das, was uns Miss Banks hier serviert, ist nämlich nicht etwa aufgewärmter Kaffee von gestern, sondern ziemlich fresh und eine echte Alternative zu den ganzen Depri-Tanten wie Del Rey oder Adele. Wem die fetten Oldschool-House Beats und Zeilen wie "Do you jiggle your dick when ya bitch pop singin on the liquorice hit" eine Spur zu offensiv sind, der bleibe lieber bei den eben genannten Trällerliesen.
Wen das alles aber nicht die Bohne stört, sondern ganz und gar zum Tanzen animiert, der sei hier bestens bedient. Vier Songs die nicht eine Sekunde damit verschwenden ruhig oder zurückhaltend dahin zu plätschern, denn das wäre der Tod für eine EP wie diese. Miss Banks will gehört werden, laut und am besten von einer tanzbereiten Menge. Genau diese Menge erreicht sie derzeit auch mit einer Leichtigkeit, wie es noch vor ein paar Jahren unmöglich gewesen wäre. Sie erscheint genau zur richtigen Zeit mit ihrem Hip Hop-House Mix auf der Bildfläche aller möglichen Musikportale und Blogs im Netz.
Im Dezember 2011 veröffentlicht sie ihre erste Single "212", welche der wohl explosivste Track dieser EP ist und mit dem sie gleich zu Beginn mal einen ordentlichen Diss an alle anderen neuen und "alten" Rap- und Popsternchen loslässt: "I'm the one today, I'm the new sh*t, boo, young Rapunzel, Who are you, b*tch, new lunch? I'm-a ruin you, c*nt". Das hat gesessen. Da müssen Damen wie M.I.A., die zwar ebenfalls ziemlich fresh wie gewohnt, aber irgendwie ohne den alten Spirit mit Songs über "Bad Girls" daher kommen, aufpassen, dass sie nicht weggeblasen werden vom sprudelnden Beat- und Rap-Gewitter der jungen Ladies.
Zugegeben, mit dem Stil von "Third-Wold Queen" M.I.A. hat das hier nicht so viel gemeinsam, schon gar nicht in textlicher Hinsicht, aber wie wurde einem vor fast 30 Jahren von drei anderen freshen New Yorker Jungs ins Gesicht geshouted: "And we're puttin' it on wax, It's the new style!" (R.I.P. MCA)
Also "1991" auf Vinyl besorgen, das ebenfalls absolut hörenswerte Mixtape FANTASEA downloaden und den 2012er Sound in all seiner Offensive genießen und abtanzen.


Be Your Own Pet
Be Your Own Pet
Preis: EUR 12,33

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Drei Sekunden Rock'n'Roll Hoffnung, 19. Juni 2011
Rezension bezieht sich auf: Be Your Own Pet (Audio CD)
Da waren sie Mitte des letzten Jahrzehnts, ganz am Anfang eines neuen Jahrhunderts, eines neuen Jahrtausends, zusammen mit anderen jungen Rock'n'Roll und Punk Hoffnungen. Be Your Own Pet - eine Band, die jetzt aus der Retrospektive betrachtet zu einer Generation gehörte, die die Rockmusik nicht neu definierte, nicht neu erfand, aber das gesamte Genre wieder zurück zu ihren Wurzeln und spannenden Hochzeiten führen wollte. Die Betonung liegt hier auf dem Verb "wollen", denn was gab es nicht alles für sogenannte Indie-Rock Hoffnungen, die alle eins wollten: den Rock'n'Roll der 60er, den Punk der 70er und den Post-Punk der 80er nach den plastischen Zeiten der 90er wiederbeleben. Das führte dann zu einer nicht enden wollenden Welle von "Retrobands", wie sie voller Einfallsreichtum von den Medien betitelt wurde. Alles angestachelt von Bands wie den White Stripes oder Strokes.
Aber schon ab 2005 war dann irgendwie die Luft raus, was den ewigen Schwall von neuen, sich immer wieder gegenseitig kopierenden Bands überwiegend aus dem UK oder New York aber nicht abreißen ließ.

Was hat das jetzt alles mit dieser jungen, rasenden Band aus Nashville zu tun?
Be Your Own Pet waren eine Band, die den Punk der 70er spielte als gebe es keinen Morgen mehr. Scheinbar völlig abgeschottet von der ganzen Retrowelle und ganz weit weg vom immer langweiliger werdenden Kopisten-Rock, spielen Be Your Own Pet hier ein dermaßen entfesseltes, aufgekratzes Album ein, dass man ernsthaft überlegen muss, wann man solch ungeheure Energie das letzte Mal in der Geschichte der Musik gehört hat. Dann fallen einem relativ schnell eine handvoll Namen ein, welche allerdings 20-30 Jahre in der Vergangenheit liegen. "Be Your Own Pet" vereint die selbe ungezügelte, wahnsinnige Power wie einst "Raw Power" von den Stooges oder "Germ Free Adolescents" von X-Ray Spex, jedoch spielen sie eben nicht als würden sie versuchen genau diesen Sound und diese Aggressivität zu imitieren. Scheint die Musik der ganzen neuen "Indie" Bands an genau diese Schemata gebunden zu sein, brechen Be Your Own Pet ganz einfach aus. Völlig aufgekratzt wie ein junger Iggy Pop steht Sängerin Jemina Pearl die ganze Spielzeit über in Flammen. "I am an independent motherf*cker and I'm here to take your money" knallt sie einem um die Ohren und verkörpert damit genau die Art von Nihilismus, die einem einst ein junger Johnny Rotten entgegen gebellt hat.
Be Your Own Pet klingen so, wie aufgewühlte, von ihrer Umgebung und der Gesellschaft gelangweilte Teenager klingen sollten. Sie bringen genau diese Art von Rock'n'Roll auf die Bühne, die man liebt, die man lebt und die es von Anfang ein sein wollte: laut, schnell, rau, dreckig und vor allem unangepasst. Rock'n'Roll mit dem man seine Eltern in den Wahnsinn treiben möchte. Rock'n'Roll mit dem man alle Konventionen brechen möchte. Rock'n'Roll mit dem man die ganze Welt erobern möchte. Das kriegt man hier geboten, nein, sobald man dieses Album aufgelegt hat wird einem das, was Rock'n'Roll sein soll, was Punk sein soll ins Gesicht gespuckt.
Nach gut 33 Minuten ist dann das mehr oder weniger kontrollierte Chaos vorbei. Nach gut vier Jahren und zwei Alben ist dann im Jahr 2008 auch das Zusammenspiel von Be Your Own Pet vorbei und damit die Rock'n'Roll und Punk Hoffnung des 21. Jahrhunderts, die insgesamt auch gerade mal drei Sekunden gedauert hat.


Maya (Limited Edition)
Maya (Limited Edition)
Wird angeboten von cdaudiophile
Preis: EUR 14,48

7 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen It Iz What It Iz! And it'z LOUD., 9. Juli 2010
Rezension bezieht sich auf: Maya (Limited Edition) (Audio CD)
Was wurde nicht alles diskutiert über das kontroverse Video zu "Born Free" und dann auch über "XXXO". Zu Mainstream, zu massentauglich sei die erste Single des neuen M.I.A. Albums, das den einfachen Titel "MAYA" trägt.
Doch was Maya Arulpragasam einem hier auftischt ist alles Andere als leichte Kost. Schrille, laute Sirenen, Kettensägen und fast schon Industrial-Beats, bei denen einem das Gehör im wahrsten Sinne weggefetzt wird. Sie hat immer noch viel zu sagen, sie ist immer noch wütend. "While we become workers, you become golfers" so heißt es in "Meds And Feds", dessen Sample der Sleigh Bells mit messerscharfen Gitarren daher kommt. Dazu wummert immer wieder eine Zeile aus den Boxen: "I just give a damn!"
Hört sich so rebellische Musik des 21. Jahrhunderts an? Ist das der neue Punkrock? Oder ist Mayas Sound einfach allen voraus und absolut einzigartig? Sicher ist auf jeden Fall eins, Maya lässt sich nicht verbiegen ("You want me be somebody who I'm really not" XXXO) und erst recht nichts verbieten, schon gar nicht ihre Meinung und schon gar nicht von Personen, die die Menschenrechte mit Füßen treten.
Wie also verpackt eine Künstlerin wie M.I.A. ihre Aussagen über "information politics", das ihrer Meinung nach das Hauptthema des Album sei?
"Steppin' Up", "Teqkilla" oder auch "Story To Be Told" sind die schwere Kost, die es zu schlucken gilt. Sie hören sich so unbequem, dass sich "Born Free" schon fast wie ein wahrer Hit anfühlt, wobei "Hit" in Verbindung mit einem Suicide Sample mehr als widersprüchlich ist. Auf der anderen Seite findet man aber auch eingänge Songs, ja wahrlich electropoppige Nummern auf dem Album. "It Takes A Muscle" ist mit seinem catchy Reggae-Beat im Vergleich zum Großteil der Songs eine lockere Ausruh-Sommer-Freude Nummer. "It Iz What It Iz", "Internet Connection" und vor allem das träumerisch groovende "Believer" stellen sich erst im Nachhinein als Leckerbissen heraus. Nur davor muss mit "Illygirl" noch einmal in den sauren Apfel gebissen werden. Ein nervöser, treibender Beat und dazu M.I.A. wie sie immer wieder singt: "I'm illegal" und sie weiß wovon sie spricht, denn seit Kurzem lebt sie mit einem befristeten Visum in Los Angeles.
Vorab hat sich das Album über das Internet schon millionenfach verbreitet und demnach bleibt es spannend, ob und wie Mayas Kampf für ein bisschen mehr Gerechtigkeit Gehör findet. Eins steht jetzt schon fest: M.I.A. is back with power power!


How Did It Get to This
How Did It Get to This
Preis: EUR 11,04

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen How Did It Get To This, 21. März 2010
Rezension bezieht sich auf: How Did It Get to This (Audio CD)
Zählen wir mal auf: The Slits, The Runaways, Bikini Kill, L7, Babes In Toyland und es könnten noch ein paar mehr sein, wenn es um rockende Damen geht. Vor allem die drei letzteren kann man ja schon in die "Heavy" Ecke stecken, aber was dieses Duo(!) hier abliefert ist derart "Heavy-ROCK", dass es einen regelrecht umhaut, wenn einem dieser Sound um die Ohren geschlagen wird.
Grunge, werden einige assoziieren und das ist gar nicht mal so abwegig, wenn man einen Blick auf die Liste der Einflüsse der zwei Damen wirft. Nirvana, Sonic Youth, Led Zeppelin, aber auch Queens Of The Stone Age liest man und es scheint sich langsam alles zu erschließen, doch klingt das Duo aus London so mächtig und druckvoll nur mit Gitarre und Schlagzeug als wären Black Sabbath persönlich mit von der Partie. Nun aber genug der großen Namen.

"Don't Know What Love Is" schleicht sich hinterlistig an und explodiert dann geradezu. Die Tempiwechsel, die stampfenden Drums und dann auf einmal kurze melodische Einschübe, die gleich zu Beginn die ausdrucksstarke Stimme von Sängerin und Songschreiberin Ros Cairney einfangen, zeichnen den Song aus.
Echtes Hitpotenzial entwickelt "Queen Of Heavy Metal" und die Single "I Just Wanna Stick My Head In The Bassdrum" hätten L7 nicht besser machen können. Dann gesteht Sängerin Ros Cairney "I'm just a rock'n'roll freak" und der Hörer erfährt dadurch wie eine solch selbstbewusste und energiegeladene Debüt Platte entstehen kann. Denn nur mit Leidenschaft und einem echten Rock'n'Roll Herz können Songs wie "Hip To You" und das abschließende, wunderschöne, akustisch beginnende und in Noise Attacken mündende "Violence Is In The Air" überzeugen.

We Rock Like Girls Don't sind also ein Duo, das zu seinen Wurzeln steht, diese in der Musik lebt und verkörpert, aber gleichzeitig etwas ganz eigenes und unverwechselbares kreiert, ohne dabei als Kopie zu erscheinen.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: May 15, 2010 5:15 PM MEST


Splinter
Splinter
Preis: EUR 6,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen The Offspring? Spare Me The Details!, 21. März 2010
Rezension bezieht sich auf: Splinter (Audio CD)
The Offspring - von den "Punks" ignoriert, Pop-Punk, Kommerz-Punk oder Verräter getauft, ab "Americana" (eigentlich ja schon mit "Smash") ging es sicherlich auch immer mehr in die MTV Richtung, somit schließt das auch "Splinter" ein, allerdings bekommt man hier ein anständiges, vom ersten bis zum letzten Titel geradeaus rockendes Album.

Wer Punk erwartet und damit an Ramones, Sex Pistols oder gar Dead Kennedys oder Bad Brains denkt, wird hier eventuell spätestens nach "Hit That" ausschalten. Doch sei all jenen gesagt, was die Offspring hier abliefern ist keineswegs der Versuch mit Greenday, Blink 182, Nickelback und Co. durch's Radio zu trällern.
Ein zweites "Self Esteem" findet man hier wohl kaum. Das ist aber auch nicht nötig, denn wissen auch "The Noose", "Long Way Home" oder "Never Gonna Find Me" sofort zu überzeugen. Ohne Pause geht's nach vorne und wer unbedingt auf eine Referenz besteht, Punk á la Bad Religion kriegt man hier auf alle Fälle geboten.
Trotzdem haben The Offspring ihre ganz eigenen Momente. Mit "Hit That" haben sie für eine bei den Fans umstrittene Nummer gesorgt, aber Einfallslosigkeit kann man ihnen damit nicht vorwerfen, denn einzigartig ist der Song in jeder Hinsicht. Dann gibt es "(Can't Get My) Head Around You", der sich als echte Hymne und ein wahres Highlight der Platte herausstellt und "The Worst Hangover Ever", der an den gleichen Charme wie "Why Don't You Get A Job" vom fünf Jahre in der Vergangenheit liegenden "Americana" erinnert.
Eine wirklich großartige Power-Pop Nummer wird mit "Spare Me The Details" geschaffen und einen "Voll-Auf-Die-Fresse" Rocker kriegt man mit "Da Hui"!

"Splinter" rockt wie alles davor. Das Hören der Platte macht Spaß, "No-Future-Punks" werden sie dennoch nicht hören, einsteigen kann man hiermit und die besten Tage der Offspring waren (trotzdem) erst hier nach vorbei.
"Spare Me The Details!"
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Mar 24, 2010 6:31 PM CET


Smell of Female
Smell of Female
Preis: EUR 15,99

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen You Got Good Taste, 14. Februar 2010
Rezension bezieht sich auf: Smell of Female (Audio CD)
Was ist es, das guten Rock'n'Roll ausmacht(e)?
Die ungeheure Schnelligkeit? Die Lautstärke? Der Blues? Die Unberechenbarkeit?
Die unbeschreibliche Energie? Die Coolness? Das Böse? Der Sex? Der Wahnsinn?

Wenn es eine Band gab, die all diese Attribute in sich vereinte, dann waren es wahrscheinlich die Cramps und ihr einzigartiger Frontmann Lux Interior. Man könnte jede der Cramps Platten nehmen, aber sehr deutlich wird das alles auf dieser Mini-LP aus dem Jahr 1983. Das erste Live-Album, aufgenommen im Februar in der Peppermint Lounge, Manhattan, dokumentiert den Sound der Cramps in all seiner Genialität.
"Thee Most Exaulted Potentate of Love" stampft mit einer solchen Eindringlichkeit voran, dass man entweder vor lauter Erfurcht vor dem teuflischen Gitarren Sound Poison Ivys erstarrt oder hypnotisch, wie vom Herrscher der Unterwelt getrieben drauf los rockt.
Mit höllischem Groove, ohrenbetäubenden Fuzz-Gitarren-Klängen und dem Versprühen einer düsteren Atmosphäre führen die vier ihre Mission fort. Wer der Auftraggeber ist, konnte man die ganze Zeit schon vermuten und die Bestätigung erhält man auch prompt, denn "Well the devil with the blues, just blew that song" heißt es im manischen "I Ain't Nuthin' But A Gorehound".
Seite zwei beginnt mit einer Coverversion des Count Five Klassikers "Psychotic Reaction". Die Gitarren dröhnen nur so aus den Boxen, dass es ein Fest ist. Der Wahnsinn geht weiter in "Beautiful Gardens" und vor allem in der Hasil Adkins Nummer "She Said". Lux Interior außer Rand und Band!
Abschließend werden wir alle zum "Surfin' Dead" aufgefordert."So c'mon, aw c'mon, aw c'mon"!

33 Minuten Rock'n'Roll so wie er sein sollte!
Schnell, laut, anders, unberechenbar, gefährlich und voller Energie!
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Feb 15, 2010 1:53 PM CET


Break It Up
Break It Up
Wird angeboten von beaches_canada
Preis: EUR 9,54

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Band On The Run?, 7. Februar 2010
Rezension bezieht sich auf: Break It Up (Audio CD)
Be Your Own PET sind Geschichte. Nach nur vier Jahren und zwei explosiven Alben war im August 2008 Schluss mit "Fuuuuuun" und "Food Fight". Schluss mit schnellen, ohne Rücksicht auf irgendwas, drauf los rockenden Punk Hits.

14 Monate später steht aber schon das erste Solo-Album der BYOP Sängerin Jemina Pearl in den Plattenläden.
Erwartungen? Keine! Einfach mal hören.
"Heartbeats" heißt der Opener und dieser legt tempomäßig auch gleich ordentlich vor. Schnelle Drumbeats, Handclaps und Gitarren, die so melodisch daher kommen wie schon einige Male auf "Get Awkward", dem zweiten BYOP Album. Der Einschlag in Richtung Pop bleibt auf dem ganzen Album hörbar. In dieser Hinsicht sind wohl "Ecstatic Appeal" und "I Hate People", hier Jemina Pearl wundervoll im Duett mit Iggy Pop, der neben Sonic Youth Gitarrist Thurston Moore ebenfalls einen Gastauftritt liefert, die herausragenden Nummern.
"I sold my soul to the devil" gesteht Miss Pearl zu Beginn in "Looking For Trouble", das genauso geradeaus rockt wie "Band On The Run", trotzdem wünscht man sich an einigen Stellen weniger von den Pop Momenten und eine Prise mehr "Trouble", mehr Aufruhr. Man wünscht sich, dass Jemina Pearl und Ex-BYOP Drummer John Eatherly, der alle Songs mitgeschrieben und auch alle Instrumente eingespielt hat wirklich "auf der Flucht" sind, so wie es bei Be Your Own PET immer den Anschein hatte.
Dieser Wunsch wird dann auch erhört und erscheint in Form von "Selfish Heart", welches sich als wahres Highlight und tolle Power-Pop Nummer herausstellt. Auch "Undesirable" zeigt diese Tendenzen, doch irgendwie fehlen die Blitzmomente und die Energie.
Für das dringend nötige Rumpeln und den Krach, die Power, den Spaß, das Lebendige sorgt der abschließende Song "So Sick!". Das Ausrufezeichen steht da mit völliger Berechtigung, denn genau hier kommt alles das zum Ausdruck, was man im Mittelteil der Platte ein wenig vermisst. Der Song brescht nach vorne, macht Druck und Jemina ätzt so schön "krank" und verrückt, dass der Hörer schon ein bisschen wehmütig an die BYOP Zeiten denken muss.

Schließlich wurde damit aber ein schönes, absolut rundes Album eingespielt, das mit Power-Pop Songs, tollen Melodien und punkendem Rock'n'Roll überzeugen kann. Der Groove ist vorhanden, doch sucht man ab und zu ein bisschen die Würze, die aber nicht jedem fehlen muss.
Kommentar Kommentare (3) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Feb 7, 2010 2:48 PM CET


Petits Fours
Petits Fours
Preis: EUR 15,26

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Un moment si parfait", 22. September 2009
Rezension bezieht sich auf: Petits Fours (Audio CD)
Es rumpelt und kracht! Es groovt und rockt! Es ist ruhig und wave-ig?
Black Francis und seine Frau Violet Clark haben mit "Petits Fours" eine Platte gemacht, die schon an die guten alten Zeiten der Pixies erinnert, nur nicht ganz so "anders" wie die Pixies immer waren, nicht so schräg, vielleicht auch nicht so einzigartig, aber ein absolutes, cooles "Indie" Album ist das hier auf jeden Fall. Einige der Songs (z.B. Fort Wayne) würden in einer Reihe mit "Monkey Gone To Heaven", "Wave Of Mutilation", "Gigantic" oder "Bone Machine" nicht stören. Sie würden super reinpassen.
Dann gibt's auch noch Songs, die (ist es Zufall oder nicht?) immer mal ein Stückchen Synthesizer hervorbringen. Und am Anfang von "Black Suit" klingt der gute Black Francis ein bisschen wie Andrew Eldritch von den Sisters Of Mercy, sodass das Album die 80s ein Stückchen wieder aufleben lässt. Verwunderlich?
Mir egal, hier passt alles.

Solange Frank Black weiterhin solche Alben, mit lauten Gitarren, noisigen Gitarren, Akkustik-Gitarren, viel "Pixie-Geschrei" und dem Gesang seiner Frau herausbringt, fehlt einem seine 80er Kombo doch kaum. Zu hoch gegriffen? Naja,vielleicht ;-)
Nur die Synthies sind nicht zwingend notwendig.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Nov 12, 2009 9:15 PM CET


Raw Power
Raw Power
Preis: EUR 8,18

5.0 von 5 Sternen Your Pretty Face Is Going To Hell !!!, 9. August 2009
Rezension bezieht sich auf: Raw Power (Audio CD)
Nach dem Rock'n'Roll Klassiker Debüt "The Stooges", das mit "1969", "I Wanna Be Your Dog" oder "No Fun" schon echte Rocker hatte, insgesamt aber doch eher düster und rumpelnd war, kam mit "Fun House" DAS erste Meisterwerk der Stooges!
"Down On The Street", "Dirt", das unglaubliche "1970" oder "Fun House" mit dem vielleicht explosivsten Saxophon der Rockgeschichte (mit X-Ray-Spex)!

Aber danach kam alles anders. Die Stooges hießen jetzt Iggy & The Stooges und Ron Asheton musste sich mit dem Bass zufrieden geben, denn James Williamson übernahm jetzt die Leadgitarre, die das ganze Album bestimmt! Das Gitarrenspiel ist so laut und wild, dass es an einem nur so vorbei donnert! Und wieder mal ein Iggy, der einfach alles gibt: böse, laut, kreischend und verrückt in "Your Pretty Face Is Going To Hell", "Shake Appeal" oder "Raw Power", aber auch genial groovy und gelassen in "Gimme Danger", total verstörend und mit Tiergeräuschen (?) in "Penetration" oder fast schon zurückhaltend in "I Need Somebody", wo er sich gegen Ende dann doch nicht zusammenreißen kann und einfach nur Feuer speit!
Der "Death Trip" fasst dann alles zusammen und stellt klar woher Iggy diesen Wahnsinn nimmt!
Das Ganze von David Bowie produziert und er war es auch der Iggy Pop danach noch weiterhin am Leben hielt!

The Stooges, also alles in allem Rock'n'Roll / Prä-Punk, wie auch immer man es nennen will, auf jeden Fall echt, unberechenbar und mit den drei ersten Alben (The Weirdness, geschenkt, solide, ok) wegweisend, unsterblich und immer anders!

Search & Destroy!
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Apr 28, 2010 2:15 PM MEST


Lungs
Lungs
Preis: EUR 6,99

27 von 37 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen The Dog Days Are Over, 10. Juli 2009
Rezension bezieht sich auf: Lungs (Audio CD)
Florence & The Machine, was für eine Band, was für eine Sängerin, was für eine unglaublich starke Stimme - das alles hab ich vor genau einem Jahr gesehen und gehört. Florence & The Machine waren noch absolut unbekannt bei den Massen, kein Album, kein Webevertrag, nur eine Vinyl 7" von "Kiss With A Fist" und ein paar Demos.
Alles wahnsinnig energiegeladen und selbstbewusst. Gänsehaut.
Aber was ist jetzt?
Ein Jahr später: Florence und ihre Band gewinnen langsam an Bekanntheit, gewinnen den Critic's Choice Award und ihre erste Single "Kiss With A Fist", ein schneller, durch Schrammel Gitarren geprägter Song, aber durch die wundervolle, Power-Stimme und den sarkastischen, coolen Text, plötzlich in einem Werbeclip zu hören. In den Charts geht's bergauf.
Der Hype ist perfekt...

Ist doch cool, endlich mal handgemachte, gute Musik, "echte" Musik im Fernsehen und im Radio, naja, klar, aber irgendwie sind die schon länger vorhandenen Songs: "Girl With One Eye", "Between Two Lungs" und "My Boy Builds Coffins" anders.
"Girl With One Eye" ist unzerstörbar gut, kraftvoller, durch die Gitarren, die scheppernden Drums. Dagegen die anderen zwei, sie wirken irgenwie glatt poliert, nicht mehr ganz so kraftvoll. Dennoch starke Songs, da kann man nicht dran rütteln.
"Dog Days Are Over" - der perfekte Opener, der Fels, daran wird alles gemessen, denn es ist der vielleicht beste Song der Platte.
"Rabbit Heart" mit den Chören und der schon fast schwindeleregenden Dramatik ist ein weiteres Highlight.

Dann die erste Schwächephase: "I'm Not Calling You A Liar" ist guter Indie-Pop, nein, einfach nur guter Pop.
"Howl" ist der eventuelle "Tiefpunkt". Syntheziser á la La Roux und Co. stellen Florence & The Machine, bei Nicht-Wissenden wahrscheinlich in eine Reihe mit den 80s-Plastik-Pop Damen. Zu Unrecht.
Aber dann, "Kiss With A Fist" und "Girl With One Eye" rütteln wach, starten voll durch, reißen mit und rocken. Wirklich schon Garagenrock zum abtanzen, ganz groß!
Mit dem "Drumming Song" sackt "Lungs" leider wieder ein bisschen ab. Solider Beat, aber alles nicht so packend das Ganze.
Es folgen die zwei schon erwähnten Songs "Between Two Lungs" und "My Boy Builds Coffins" und da ist es wieder zu hören, das Traumhafte, die Melodien und der Gesang, die dich in eine andere Welt schweben lassen. Diese unendliche Weite. Sehr gut arrangiert, vielleicht ein bisschen zu gut, aber geschenkt.
Dazwischen hört man "Cosmic Love", passt gut in die Reihe, alles wieder drin, die Weite und der Dream-Pop, aber diesmal eine echte Hymne.
Als nächstes stellt sich dem Fan die Frage, warum kommt jetzt nicht der Koloss, das Monster, der "Bird Song"?
Stattdessen folgen zwei mittelprächtige Popsongs "Hurricane Drunk" und "Blinding", wobei sich letzterer in eine, in sich absolut runde und rhythmische Nummer entwickelt, es wirkt nicht so aufgesetzt wie bei "Hurricane Drunk". Minimalistisch und clever.

Die Rettung naht. "Lungs" schließt traumhaft, emotional, kraftvoll, packend mit einem Bonustrack ("You've Got the Love"), so wie es sein sollte, so wie es beginnt und so wie vor einem Jahr alles anfing.
Und ich sage:
"I've got the love and I'm still in love and I know every hype has an end" !!!
Kommentar Kommentare (3) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Sep 2, 2009 11:26 AM MEST


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