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Rezensionen verfasst von
Christoph Uitz "Preacher666" (Graz)
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TRON Legacy [Blu-ray]
TRON Legacy [Blu-ray]
DVD ~ Jeff Bridges
Preis: EUR 9,99

3 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Digital Overflow, 12. April 2011
Rezension bezieht sich auf: TRON Legacy [Blu-ray] (Blu-ray)
Als Tron" im Jahre 1982 in den amerikanischen Lichtspielhäusern anlief präsentierte er dem gespannten Publikum zwar lediglich vorhersehbare Handlungsstrukturen und durchschnittliche Darstellerleistungen, aber auch ein atemberaubend futuristisches Setting, kreative Ideen und revolutionäre CGI-Effekte. Der Disney-Film von Regisseur und Autor Steven Lisberger, der sich abseits von Tron", bisher lediglich für zwei weitere nennenswerte Filmproduktionen (Hot Pursuit", Slipstream") verantwortlich zeichnete, bot nahezu 20 Minuten computergenerierte Sequenzen - eine Revolution zu Zeiten von Commodore 64 und Atari. Trotz dieses Umstands war dem Film im Kino kein besonders großer Erfolg beschert und es entwickelte sich erst (wie so oft) im Laufe der Jahre eine gewisse Begeisterung für bzw. in diesem Fall fast ein gewisser Kult um Lisbergers digitale Gladiatoren-Kämpfe. Auf Grund dieser Entwicklung gab es bereits in den späten 90er Jahren erste Gerüchte über eine Fortsetzung von Tron", die sich zwar regelmäßig als Ente herausstellten, aber nie ganz verstummen wollten. Tatsächlich sollte es noch mehrere Jahre dauern bis die Produktion des Sequels wirklich spruchreif wurde, wobei erst das 2003 erschienene Computerspiel Tron 2.0" (mehr als 20 Jahre nach Kinostart des Originals) den finalen Startschuss für Tron: Legacy" bedeutete.

Zurück in der Gegenwart befinden wir uns aktuell im Jahr 2011 und somit in digitaltechnischer Hinsicht nicht nur 30 Jahre sondern 100 Lichtjahre von dem entfernt, was in den 80er Jahren unter CGI verstanden wurde - die Effekte von Tron" können aus heutiger Sicht höchstens noch als nostalgisch bezeichnet werden. Die Bedürfnisse und Sehgewohnheiten des Publikums haben sich ebenso stark verändert wie die Konkurrenzsituation im Bereich digitaler Effektspektakel, die sich seit 1982 mit Sicherheit verschärft hat. Eben dieser rapide voranschreitenden technischen Evolution sei Dank fällt die Produktion jedoch wie bereits in den 80er Jahren erneut in eine Zeit des technologischen Umbruchs und bietet den Disney-Studios dank dem neuesten Lieblingsspielzeug der Filmindustrie - Digital 3D - ein weiteres Mal die Möglichkeit ein revolutionäres Produkt auf den Markt zu bringen und die Welt mit noch nie dagewesenen Bildern digitaler Neon-Universen zu verblüffen. Leider erfüllt Tron: Legacy", der bei näherer Betrachtung weniger eine Fortsetzung als ein Remake des 82er Klassikers darstellt, diesen essentiellsten Anspruch nur bedingt. Die 3D-Effekte der 170-Millionen-Dollar-Produktion sind ohne Frage State-of-the-Art, aber nicht wirklich überwältigend, das Setting ist kreativ in Szene gesetzt, aber keinesfalls neu oder gar bahnbrechend und die Actionszenen sind gut geplant, aber bei näherer Betrachtung holprig inszeniert und belanglos umgesetzt.

Verstärkend kommt hinzu, dass auch die simpel gestrickte Gut-gegen-Böse-Story um Sam Flynn (Garrett Hedlund aus Troja" und Eragon"), der auf der Suche nach seinem verschollenen Vater (,The Dude` Jeff Bridges persönlich) in eben jene digitale Welt vorstößt, in der dieser seit 20 Jahren gefangen ist und dort über diverse Kämpfe zu neuer Stärke finden, den üblen Despoten Clu (wiederum Bridges) besiegen und das Herz einer wunderschönen (digitalen) Meid (hinreißend Olivia Wilde aus Turistas") gewinnen muss, bevor es wieder zurück in die Realität geht, keine rechte Spannung aufkommen lässt. Vor allem im Mittelteil des 125 Minuten Films beginnt die Großteils kitschige Story mehr und mehr an Fahrt zu verlieren und verkommt Schritt für Schritt zur geistlosen und klinisch anmutenden Nummernrevue.

Was Tron: Legacy" trotz all seiner offensichtlichen Schwächen zu einem (Kino-)Erlebnis macht ist, dass der Reifeprozess von Sam von dutzenden gut gewählten Filmzitaten, unzähligen Effektspielereien, in kalten Neonfarben und einem sensationell treibenden Soundtrack der Dance-Floor-Combo Daft Punk begleitet wird.

Fazit
Ein Film, der lediglich durch seine digitalen Bilder, mannigfaltigen (Selbst-)Zitate und seinen tollen Soundtrack zu begeistern weiß, aber mit 125 Minuten mindestens um 30 Minuten zu lang geraten ist.

Nachsatz
Für die ersten 20 Minuten von Tron Legacy" (und somit für alle Szenen bis zum Eintritt Sams in die digitale Welt seines Vaters) kann man sich das Tragen der 3D Brillen durchaus sparen, da dieser Teil des Films in 2D gedreht wurde - angeblich als gewolltes Stilmittel des Regisseurs Joseph Kosinski - meiner Meinung nach als weiteres Zeichen der absoluten Unausgeglichenheit und Inkonsequenz dieser Produktion.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: May 10, 2011 2:20 PM MEST


The Loved Ones - Pretty in blood [Blu-ray] [Special Edition]
The Loved Ones - Pretty in blood [Blu-ray] [Special Edition]
DVD ~ Richard Wilson
Preis: EUR 17,93

16 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Der etwas andere Liebesfilm, 26. Januar 2011
Zugegeben. Die Taglines des australischen Horrorfilms 'The Loved Ones' (You don't have to die to go to hell/ Don't break her heart/ Prom night can be torture) verheißen nichts Gutes und weisen ziemlich eindeutig Richtung hirn- und belangloser 0815 Teenieslasher Volume 1000. Von diesem ersten Eindruck sollte man sich jedoch nicht täuschen und dadurch von einem Kino-Besuch respektive DVD-Kauf abbringen lassen, denn was Regisseur und Drehbuchautor Sean Byrne dem geneigten Horrorfan unter dem harmlosen Titel 'The Loved Ones' vorsetzt, ist ganz schön harter (und qualitativ hochwertiger) Tobak.

Byrnes Spielfilmdebüt 'The Loved Ones' beginnt ähnlich wie vor einigen Jahren 'Disturbia' mit einem folgenschweren Autounfall, der den Hauptcharakter verständlicherweise in eine gewaltige Depression stürzt. Abgetragene Hemden, langes ungepflegtes Haar, Drogen, selbstzugefügte Wunden und einsame Spaziergänge mit dem Hund und lauter Musik bereiten nicht nur Brents Mutter sondern auch seiner Freundin Kopfzerbrechen. Es scheint fast so, als würde er an dem Unfall langsam aber sicher zu Grunde gehen. Aus diesem Grund misst er der Bitte seiner ansonsten eher unauffälligen Kollegin Lola, ihn doch zum Abschlussball zu begleiten, auch keine besondere Bedeutung bei, weist sie mit einem Hinweis auf seine Freundin zurück und vergisst die Situation augenblicklich wieder - Lola jedoch nicht. Brent wird kurzerhand von ihrem nicht minder gestörten Vater entführt und für ein ganz persönliches Abschlussfest vorbereitet.

Was auf den ersten Blick vielleicht nicht sonderlich innovativ klingen mag entwickelt sich unter Sean Byrnes toller Regie zu einem kleinen Folterhorror-Meilenstein. Vor allem dank der tollen Figureneinführung und -entwicklung, den spielfreudigen Darstellern, der flüssigen und spannenden Umsetzung und der gut durchdachten psychologischen Note des Films hebt sich 'The Loved Ones' angenehm vom Gros ähnlicher Produktionen ab. Alles Punkte, die im Normalfall keinesfalls selbstverständlich mit einem (High-School-)Folterhorrorfilm in Verbindung gebracht werden können.

Es soll jetzt natürlich nicht der Eindruck entstehen dem Film würden die wichtigsten Zutaten eines Folterfilms, nämlich Irrsinn, Kreativität, Schmerzen, Brutalität, Angst und Blut fehlen. Dank des mehr als nur gestörten Entführerduos leidet der Hauptcharakter in einer Intensität wie schon lange nicht mehr. Gescheiterte Fluchtversuche werden mit Nägeln und Salz bestraft, Besitzansprüche auf der Brust verewigt und Erinnerungen mit dem Bohrer entfernt - 'The trick is not to go too far. Just enough to break through the skull.' Mehr als einmal zuckt man vor Abscheu und Unglauben im Sessel zurück und wünscht Brent - dank der einfühlsamen Figureneinführung und ganz ungewöhnlich für einen Folterfilm - eine möglichst rasche und unbeschadete Flucht. Dieser Wunsch wird klarerweise nicht erfüllt.

An dieser Stelle ist zu erwähnen, dass es der genialen Regiearbeit und dem gut durchdachten Drehbuch zu verdanken ist, dass 'The Loved Ones' trotz einiger fast schon irrwitziger Ideen nie ins Lächerliche oder Absurde abrutscht, aber trotz aller Härte und Brutalität für den ein oder anderen Lacher gut ist.

Einziger Wehrmutstropfen ist meiner Meinung nach eine etwas inkonsequent eingeführte Parallelhandlung, die zwar die Auswirkungen einer solchen Bluttat auf die davon (un-)mittelbar betroffenen Personen gut veranschaulicht, aber sich nicht wirklich logisch in das restliche Storygerüst einfügt. Dafür hätte man auf die 84 Minuten Laufzeit ruhig noch ein paar Extra-Minuten drauflegen können.

Fazit
'The Loved Ones' ist ein spannender, gut durchdachter, blutiger und vor allem erwachsener Horrorfilm, der Regisseur Sean Byrne eindeutig für höhere Weihen empfiehlt.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Mar 31, 2011 12:55 PM MEST


Reykjavik Whale Watching Massacre
Reykjavik Whale Watching Massacre
DVD ~ Pihla Viitala
Wird angeboten von the-dvd-house
Preis: EUR 9,45

10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Was für ein Titel. Was für ein Cover. Was für eine Enttäuschung., 15. Oktober 2010
Rezension bezieht sich auf: Reykjavik Whale Watching Massacre (DVD)
Reykjavik Whale Watching Massacre", der erste isländische Horrorfilm seiner Gattung, weist nicht nur mit dem (absolut genialen) Filmtitel und dem tollen DVD-Cover überdeutlich in Richtung seines großen Vorbildes - Tobe Hoopers Backwood-Slasher Texas Chainsaw Massacre" - sondern präsentiert als besonderen Fan-Bonus auch noch den Isländer Gunnar Hansen, welcher Leatherface in eben diesem Kultklassiker darstellte, in einem kurzen Cameo-Auftritt als Schiffskapitän. Des Weiteren bietet der Streifen einerseits einen interessanten neuen Schauplatz - Walfangkutter - für die immer gleiche Story rund um eine brutale, inzestuöse, kannibalisch veranlagte und ganz offensichtlich irre Familie, die sich mit Morden bei Laune hält und andererseits dutzende mehr oder weniger kreative Tötungsszenen. Das war es dann aber im Großen und Ganzen auch schon mit positiv erwähnenswerten Punkten.

Trotz der durchaus vielversprechenden Grundsituation scheitert der Film nämlich an dem offensichtlichen Unvermögen von Regisseur Júlíus Kemp und Drehbuchautor Sjón Sigurdsson Spannung bzw. Stimmung aufzubauen und dümpelt so langweilig und unlogisch von einem Mord zum Nächsten, dass man versucht ist das zweifelhafte Filmvergnügen vorzeitig zu beenden. Vor allem die absolut überzogene, zusammenhanglose und wirre Abfolge von brutalen Szenen in Kombination mit den unterirdischen Dialogen macht es selbst dem geneigten Horrorfan nicht gerade einfach dem Film mehr als ein müdes Lächeln abzugewinnen. Dass die isländische Slasherproduktion R.W.W.M." mit Blutgericht in Texas" in keinster Weise mithalten kann, sollte natürlich jedem einschlägig vorbelasteten Zuschauer von vornherein klar sein. Trotzdem bergen sowohl die banale und an vielen Stellen einfach nur überwältigend jämmerliche Regiearbeit als auch das unzusammenhängende und löchrige Drehbuch gemeinsam mit den wirklich unterirdisch schlechten Darstellern und der miesen Bildqualität durchaus noch negatives Überraschungspotential. Ganz nebenbei bemerkt ist auch die deutsche Synchronisation - habe den Film im Zuge einer MidnightMovie-DVD-Premiere genossen - eine Katastrophe.

All diesen offensichtlichen Mängeln zum Trotz hat der Film - dank der zuvor bereits erwähnten kreativen Kills und der unfreiwillig komischen Dialoge - streckenweise durchaus das Potential eine Männerrunde, die genügend Bier zur Verfügung hat, ansprechend zu unterhalten. Abgesehen davon ist es außerdem eine nahezu bewundernswerte Kunst einen Film so gründlich gegen die Wand zu fahren und trotzdem, mit viel Blut und ein paar kranken Einfällen (Stichwort: Harpune), den Backwoods-Fan lange genug bei der Stange zu halten, um ihn mit einem netten Schlussgag zu amüsieren und zumindest etwas besänftigt in die Nacht zu entlassen.

Fazit
Wenn man R.W.W.M." losgelöst von Handlung, Darstellern, Dialogen, Spannungsaufbau und Synchronisation betrachtet und ausschließlich auf dessen kreative Splatterszenen reduziert, ist der Film unter Umständen einen Blick wert. Denn es wird munter drauflos geschossen, geköpft, erstochen, verbrannt und harpuniert, als ob es guten Geschmack und Pietätsgefühl in Filmen nie gegeben hätte. Für reinrassige Gorehounds somit durchaus zu empfehlen, für Ottonormalverbraucher und Menschen, die mehr als nur sinnlose Tötungssequenzen benötigen um sich gut zu unterhalten, sicherlich nicht. Wieder einmal ein Film der verschenkten Möglichkeiten.


The Good, the Bad, the Weird [Special Edition] [2 DVDs]
The Good, the Bad, the Weird [Special Edition] [2 DVDs]
DVD ~ Song Kang-ho
Wird angeboten von Movie-Star
Preis: EUR 4,99

9 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Leone einmal anders, 15. Oktober 2010
The Good, the Bad, the Ugly" - Es gibt wohl weltweit keinen Filmfan, der Sergio Leones Westernklassiker mit Clint Eastwood als schweigsamen Revolverhelden nicht kennt und liebt. Das epische Meisterwerk, das gleichzeitig den Abschluss der legendären Dollartrilogie bildet, ist an Action, Spannung und Schauwerten nahezu nicht zu überbieten. Der Italowestern Zwei glorreiche Halunken" (deutscher Titel) ist somit ein unbestrittener Klassiker, der als unerreichbar gilt und dennoch dutzenden Regisseuren als Inspiration und Zitatenschatztruhe für ihre Werke diente. Kim Ji-woon, der mit dem Thriller A Bittersweet Life" auf der ganzen Linie überzeugen konnte, hat sich ein Herz gefasst und eine Art Remake-Neuinterpretation-Hommage-Persiflage-Mixtur des Klassikers mit dem durchaus passenden Titel The Good, the Bad, the Weird" (OT: Joheun nom nappeun nom isanghan nom") inszeniert. Dieser Mix gibt nie vor ein reinrassiges (und vor allem ernstzunehmendes) Remake zu sein, sondern entlehnt sich nur Grundidee, Aufbau und einige Einstellungen und Besonderheiten der Vorlage.

Die 30er Jahre des 19. Jahrhunderts. Die heldenhaften Cowboys sind am Aussterben, den Pferden wird von Autos und Motorrädern der Rang abgelaufen und der Wilde Westen liegt in den letzten Zügen. Doch nicht so in der Mandschurei. The Weird (Genial: Kang-ho Song aus The Host" und JSA") stiehlt im Zuge eines Eisenbahnraubs einem hohen japanischen Beamten eine Schatzkarte. Diese wird jedoch nicht nur von der Armee und diversen Banden gesucht, sondern auch von The Bad (Eiskalt: Byung-hun Lee aus A bittersweet life" und G.I. Joe: The Rise of Cobra"), der dafür bezahlt wird sie zurückzubringen und The Good (Unberechenbar: Woo-sung Jung aus The Restless"), der es auf das Kopfgeld der beiden zuvor genannten Verbrecher abgesehen hat. Diese Schatzsuche (der etwas anderen Art) zieht sich durch die halbe Mandschurei um nach einer genialen Verfolgungsjagd in einem spannenden Shoot-Out zu enden.

Zugegeben, es hat eine Weile gedauert, bis ich mich mit der etwas eigenartig anmutenden Mischung aus Western, Thriller, Abenteuerfilm und typisch koreanischen Humor anfreunden und den Film in vollen Zügen genießen konnte. Aber nach dieser, knapp eine halbe Stunde dauernden, Kennenlernphase konnte ich mich dem visuellen Rausch von The Good, the Bad, the Weird" nicht mehr entziehen. Es gibt nahezu keine Einstellung in der nicht irgendetwas zu beobachten ist. Weite Landschaftseinstellungen von ungeahnter Qualität, sensationelle Kulissen und eine toll choreographierte Actionszene nach der anderen. Wobei die Intensität und epische Größe von Kampf zu Kampf steigt um sich in einem irrwitzigen Showdown zwischen den drei Titelhelden, der Armee und anderen Gangstern zu entladen und mit einem Triell auszuklingen.

Wie in vielen anderen asiatischen Filmen neigen die Hauptakteure bisweilen zu Übertreibung und hoffnungslosem Overacting, wobei die überspitzten Darstellungen in diesem Fall jedoch nahezu immer zum jeweiligen (Comic-Buch-artigen-)Charakter passen. The Good gibt den abgebrühten Antihelden und Verbrecherjäger (natürlich nur um an das Kopfgeld zu kommen), the Bad spielt herrlich überdreht den unberechenbaren Killer, der im Grunde einfach nur der Beste sein will und the Weird ist übermäßig tollpatschig und wirr, aber trotzdem schnell und tödlich (die Darstellung hat mich teilweise stark an den Drunken Master" erinnert).

Über die gelungene Optik von The Good, the Bad, the Weird" könnte ich stundenlang schreiben. Die epische Landschaftsaufnahmen, tollen Close-Ups, sensationellen Kamerafahrten, genialen Kostüme und wahnsinnig schönen Kulissen suchen Ihresgleichen. Bei näherer Betrachtung der Schauwerte und gebotenen Qualität erklärt sich somit auch, warum der Film sein Budget regelmäßig nach oben geschraubt und den Terminplan gesprengt hat.

Als Kritikpunkte kann ich lediglich einige kleinere Längen im ersten Drittel, die etwas zu schnell geratenen Schnitte und den, den Sehnerv teilweise etwas überfordernden, Actionoverflow am Ende nennen. Wenn Pferde, Granaten, Motorräder, Morgensterne, Autos, Dynamit, Gewehre, Messer und Pistolen in hundertfacher Ausführung (gefühlte) zwanzig Minuten lang über die Leinwand huschen, kann durchaus ein leichtes Gefühl der Überforderung beziehungsweise Überfrachtung aufkommen. Auf der anderen Seite ist das Grande Finale durch die perfekte Choreographie und die atemberaubenden Stunts (in Hollywood sicher nicht in diesem Ausmaß möglich), die heroische Musik und den klassische Shoot-Out (bei dem kein Auge trocken bleibt) wiederum ein Leckerbissen, den man sich nicht entgehen lassen sollte. Somit dient die Überfrachtung einem noblen Unterhaltungszweck und ist doch kein negativer Kritikpunkt.

Fazit
Ein Film, den man trotz kleinerer Längen und etwas zu schneller Schnitte (die typische Ruhe eines Western fehlt ein bisschen) in vollen Zügen genießen kann. Ein Leckerbissen für die Augen, bei dem es immer, aber auch wirklich immer, etwas zu sehen gibt. Einer der besten asiatischen Filme, die ich seit langem gesehen habe.

Wie schon bei A bittersweet life" und partiell auch bei A tale of two sisters" dominiert eine überragende Optik den gesamten Filmverlauf. In Kombination mit der spannenden Umsetzung, dem tollen Score und den superben schauspielerischen Leistungen ergibt das im Fall von The Good, the Bad, the Weird" ein optisches Gusterstück.

Nachsatz
Ein toller after-Abspann-Goof folgt auch - also sitzenbleiben und genießen.
Kommentar Kommentare (3) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Nov 7, 2011 7:13 AM CET


Sorority Row - Schön bis in den Tod
Sorority Row - Schön bis in den Tod
DVD ~ Briana Evigan
Wird angeboten von Online-Versand-Grafenau GmbH
Preis: EUR 9,99

16 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen I know what you did a few months ago and therefore I will make you Scream, 15. Oktober 2010
Rezension bezieht sich auf: Sorority Row - Schön bis in den Tod (DVD)
Zugegeben anno 2009/2010 ist es nicht mehr so einfach wie in den 80er Jahren einen innovativen Horrorfilm auf die große Leinwand zu bringen, der die Vorstellungen der schnelllebigen (Horror-)Zielgruppe zwischen 15 und 25 Jahren bedienen kann, ohne dabei den Massenmarkt aus den Augen zu verlieren. Die Kettensäge und der Zahnarztbohrer sind als Motiv ebenso verbraucht wie der Folterkeller und die Riesenschlange. Sowohl billige Handkameras als auch neueste Digitalkameras und altehrwürdige Videokameras wurden schon Zeugen so manches Filmmaßakers. Nahezu jeder (Ex-)Hollywoodstar drang schon in die Untiefen des Horrorgenres vor. Kämpfte sich für einen Hungerlohn durch Splatter-, Tier-, Slasher-, Geister- und Zombie-Horrorfilme. Womit soll man das verwöhnte Publikum jetzt noch ködern? Dank Saw" und Hostel" sind schon die Jüngsten an extremste Gewaltdarstellung gewöhnt und dank diverser weiß bemalter asiatischer Mädchen fürchtet sich auch niemand mehr vor plötzlich auftauchenden und sich ruckelnd bewegenden Gestalten. Was liegt somit näher als auf den aktuellen Remake-Zug (Prom Night", Last House on the Left", Black Christmas") aufzuspringen und mal eben eine Wiederauflage eines 80er Jahre Horrorfilms (The House on Sorority Row"), von dem noch keine Sau gehört hat, zu fabrizieren.

Nichts.
Womit wir uns auch schon wieder zurück beim Ausgangspunkt dieser Kritik befänden. Sorority Row", das neueste Machwerk von Stewart Hendler, dessen Omen"-Kopie Whisper" mich 2007 durchaus positiv überrascht hat, ist eine bunte Mixtur bekannter (Slasher-)Zutaten, die um jegliche Neuerungen erleichtert und dafür um möglichst viele halbnackte Mädels bereichert wurde. Der Horrorstreifen startete Anfang September 2009 in den amerikanischen Kinos und spielte weltweit mäßige zwölf Millionen Dollar ein. Das wiederum ist vielleicht ein Zeichen dafür, dass Investitionen in ein vernünftiges Drehbuch keine Verschwendung darstellen sondern sich spätestens nach dem Releasetermin rentieren.

Apropos Drehbuch: Jessica (Leah Pipes), Cassidy (Briana Evigan), Chugs (Margo Harshman), Ellie (Rumer Willis) und Claire (Jamie Chung) wollen sich gemeinsam an Garrett (Matt O'Leary) rächen, da er Megan (Audrina Patridge), ebenfalls Mitglied ihrer Clique, betrogen hat. Sie vertauschen die vermeintlichen Rufies (Anmerkung des Autors: Vergewaltigungsdroge) mit Vitamintabletten, bringen Megan dazu, sich Tod zu stellen und karren sie gemeinsam mit dem geschockten Garrett zu einem abgelegenen Ort, um dort vorzugeben, sie zu verscharren. Die vermeintlich Tote kann sich vor Lachen beinahe nicht halten, was Garrett aber nicht daran hindert sie, immer noch sicher sie sei Tod, mit einem ,tire iron` aufzuspießen. Da Megan nun wirklich mausetot ist, wird sie in einen ausgetrockneten Brunnen geworfen und die Angelegenheit damit zu den Akten gelegt. Doch einige Monate später erhalten alle Beteiligten eine SMS mit eindeutigem Inhalt und der Schrecken beginnt von neuem.
Ein Schelm wer jetzt an Ich weiß was du letzten Sommer getan hast", Scream" oder In drei Tagen bist du tot" denkt.

Sorority Row" hackt routiniert ein (Genre-)Klischee nach dem anderen ab, ohne dabei in irgendeinem Bereich überdurchschnittlich gut zu sein. Es gibt zwar genug nackte Leiber für die Teeniegruppe unter den Besuchern, genug Gore für die Splatterfans und genügend Schockszenen für die verliebten Pärchen, aber die Mischung stimmt ganz und gar nicht. Trotz dieser Kompatibilitätsprobleme und der offensichtlichen Einfallslosigkeit des Films, fragt man sich zurzeit in Hollywood sicherlich warum die Kassa nicht wie erwartet geklingelt hat, obwohl nahezu alle derzeitigen (Horror-)Trends bedient worden sind. Der Film wurde mit knapp bekleideten It-girls versehen, um einen Scream"-ähnlichen Killer erweitert, mit dutzenden Anspielungen auf derzeit hippe Teenieprodukte, wie Facebook, bereichert und mit einem popigen Soundtrack garniert. Die Antwort auf diese Frage ist aber ziemlich einfach. Diese Formel scheint sich am Papier zwar durchaus zu rechnen aber Gott sei Dank nicht in der Realität. Etwas Innovatives oder wenigstens durchgehend Unterhaltsames landet nämlich noch lange nicht auf der Leinwand, nur weil Rumer Willis und Co ihre Brüste präsentieren und der x-te vermummte Killer seine Waffen am Campus XY wetzt.

Wirklich tödlich schlechte Horrorfilmklischees wie der alte ,Hier gibt es kein Netz` Plot sind für sich allein genommen im Normalfall schon ein Disqualifikationskriterium für jeden aktuellen Horrorstreifen. Wenn dann noch ,Geh ich doch einfach mal allein in den Keller` und ,Ignorieren wir doch alle Warnzeichen` Szenen hinzukommen greift man sich als horrorversierter Zuseher zunehmend oft an den Kopf. Wenn schon toller Weise Facebook und andere Post-2000er Produkte erwähnt werden, kann man auch getrost annehmen, dass die Mädels zumindest einen Horrorfilm in ihrem Leben gesehen haben.

Ich will hier weder die Todesszenen, die wirklich gut gelungen sind schmälern, noch die Sprüche, die durchaus amüsant und teilweise rotzfrech von der Leinwand prasseln. Aber was hilft der coolste Kill, mit interessantem Mordwerkzeug, wenn dahinter nur eine vorhersehbare Story ohne Spannung steht? Was helfen geniale Sprüche, wenn jede Aktion der beteiligten Schauspielerinnen so vorhersehbar, wie das Wort zum Sonntag, ist? Was hilft der beste Killer, wenn er schauspielerische Laien durch absehbare (oder unlogische) Plottwists jagt? Und was helfen die längsten Bikini- und Party-Einstellungen schöner Mittzwanziger, wenn sie die Langeweile in der Mitte des Films nicht überbrücken können?

Fazit
Sorority Row" ist ein durchaus akzeptabler Film für Horrorneulinge und leicht Beeindruckbare, für ein erstes Date und eventuell einen planlosen, regnerischen Nachmittag. Mehr sollte man sich von diesem Machwerk aber auf keinen Fall erwarten. Der Film ist Horror vom Fließband, bietet keine neuen Ideen, keine übermäßig spannende Story und schon gar keine guten Darsteller(innen), versprüht wenig Horror und zeigt relativ wenig extreme Gewalt.
Deswegen lautet meine Empfehlung: Spart euch das Geld für den Kinobesuch/DVD-Kauf und durchstöbert lieber wiedermal die Videothek eures Vertrauens nach einem verlorengegangenen (Horror-)Juwel. Die Erstausstrahlung auf Pro7 folgt bestimmt.
Kommentar Kommentare (4) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Sep 21, 2012 2:21 PM MEST


Predators [2 DVDs]
Predators [2 DVDs]
DVD ~ Adrien Brody
Wird angeboten von Eliware
Preis: EUR 17,90

0 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Nichts Neues im Dschungel, 21. September 2010
Rezension bezieht sich auf: Predators [2 DVDs] (DVD)
Predator", mit Arnold Schwarzenegger in der Hauptrolle, zählt sicherlich zu den besten (und rücksichtslosesten) Sci-Fi-Actionfilmen der 80er und 90er Jahre des letzten Jahrhunderts, wobei die steirische Eiche nach Conan" und Terminator" ein weiteres Mal seine Dominanz am Actionparkett unter Beweis stellen konnte. Nicht nur John McTiernans (Stirb Langsam") genial flüssiger Regiearbeit, Alan Silvestris packendem Score und den durch die Bank passend besetzten Schauspielern sondern vor allem Special-Effects-Guru Stan Winston ist es zu verdanken, dass dieser Mix aus großspuriger Söldneraction, Vietnamkriegsatmosphäre, Sci-Fi-Thematik und Survival-Movie noch mehr als 20 Jahre nach seiner Uraufführung nichts an Faszination verloren hat. Winston gelang der Geniestreich abseits von üblichen Außerirdischen-Klischees einen furchterregenden Hightech-Killer zu schaffen, der Dank überragender Bewaffnung, perfekter Tarnung, übermenschlicher Stärke und einem ausgeprägten Jagdinstinkt nahezu unbesiegbar ist. Wenig verwunderlich wurde bereits drei Jahre später (1990) mit Predator 2" die (Menschen-)Jagdsaison erneut eröffnet, wobei sich diesmal Danny Glover als schwer zu erlegende Predator-Beute präsentieren durfte. Die Gewaltschraube wurde nochmals ordentlich angezogen und das Setting vom Dschungel Zentralamerikas in den Großstadtdschungel von Los Angeles verlegt. Auch Teil zwei überzeugt noch zwei Jahrzehnte später durch coole Sprüche, gut choreographierte Actionszenen, eine tolle Story, passende Darsteller und ein innovatives Ende.

Jetzt, mehr als 20 Jahre nach Teil eins der Reihe und ein Sequel sowie zwei Alien vs. Predator"-Spin-Offs später (Comics, Bücher und Videogames außen vor gelassen) befinden wir uns dank Nimrod Antal (Kontroll") zurück im Dschungel. In Predators", der 40 Millionen Dollar teuren zweiten Fortsetzung der Reihe, die von Robert Rodriguez Troublemaker Studios produziert wurde, schickt sich eine Gruppe von Soldaten und Auftragskillern, rund um Adrien Der Pianist" Brody an, im Kreuzfeuer mehrerer Jäger zu überleben.

Der neueste Ableger des Franchise beginnt durchaus vielversprechend. Eine Gruppe teilweise schwerbewaffneter Soldaten, Killer und Auftragsmörder (u.a.: Adrien Brody, Danny Trejo, Alice Braga) erwacht im freien Fall und landet höchst unsanft in einem ihnen unbekannten Dschungel. Die unterschiedlichen (Klischee-)Charaktere - der schweigsame Yakuza, der tumbe russische Soldat, der coole, abgebrühte amerikanische Söldner - schließen sich zu einer schlagkräftigen Gruppe zusammen und arbeiten sich in bester Schwarzenegger-Manier durch den dichten Dschungel, auf der Suche nach dem Grund ihres Aufenthalts und einem Ausweg aus ihrer Misere. Rasch begreifen sie, dass sie Teil eines perfiden Spiels sind und sich mit weit gefährlicheren Killern konfrontiert sehen als jemals zuvor.

Wer mit der Ausgangssituation der ersten beiden Teile vertraut ist findet sich auch in Teil drei sehr schnell zu Recht, da sich die filmischen Neuerungen auf die Wahl neuer Schauspieler, einer größeren Anzahl von Jägern und einem (zumindest geographisch) unterschiedlichen Setting beschränken. Der Rest ist Action vom (optisch makellosen) Reißbrett, verliert vom rasanten Beginn an immer mehr an Fahrt und beschränkt sich knapp 100 Minuten lang auf vorhersehbare und streckenweise unlogische Aktionen und überflüssige Dialoge der Darsteller, um in einem zu 100% innovationslosen und geklauten Finale zu gipfeln. Der sprichwörtliche rote Faden des Films zieht sich nach dem allseits bekannten 10-kleine-Negerlein-Prinzip von einem vorhersehbaren Opfer zum nächsten, ohne dass der Film auch nur annähernd seine FSK-18 Einstufung ausreizt, wodurch Predators" wie eine brav recycelte Version des Originals mit mehr menschlichen Protagonisten und mehr außerirdischen Gegnern wirkt.

Doch wo Schatten ist, ist bekanntlich auch Licht: Die Effekte sind state-of-the-art (die anfängliche Fallschirmszene vor klar erkennbarer Green-Box mal ausgenommen), die Bewaffnung beider Seiten ist mehr als nur eindrucksvoll, der Dschungel ist solide in Szene gesetzt, einige tolle (aber ziemlich harmlose) Blutszenen wurden ebenfalls eingestreut und viele kleine Reminiszenzen an Vorgänger und Comics, wissen zu begeistern.

Trotzdem wird man das Gefühl nicht los, dass dieser Film wohl besser als Direct-to-DVD Premiere aufgehoben gewesen wäre. Bezeichnend dafür ist die Einführung einer internen Predator-Fehde, die so beiläufig passiert, als gebe es im Predator-Universum nichts Wichtigeres als den nächsten aufgespießten Killer. Der interessante Ansatz wird somit augenblicklich im Keim erstickt. Überflüssig zu erwähnen, dass auch dem genialen Danny Trejo (Desperado", From Dusk Till Dawn") keinerlei Raum zur Entfaltung eingeräumt wird. Es fehlt somit einfach das nötige Gespür für Charakterentwicklung und spannenden Szenenaufbau, das Quäntchen Kreativität, einfach irgendetwas abseits der ausgetretenen böser/guter Held Pfade und optisch beeindruckender, aber kalter und daher auf Dauer langweiliger, Effekte.

Fazit
Predators" ist ein durchschnittliches DVD-B-Movie, das in vielen Belangen wie eine erzwungene Kopie von Teil eins des Predator-Franchise wirkt und nur durch gute Effekte und verschiedenste Ballereien in schöner Umgebung überzeugen kann, aber jede aufkommende kreative Idee und Spannung sofort durch schlechte Dialoge, vorhersehbare Handlungsabläufe und Logiklöcher im Keim erstickt.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Sep 29, 2010 9:19 AM MEST


Harpoon: Reykjavik Whale Watching Massacre [UK Import]
Harpoon: Reykjavik Whale Watching Massacre [UK Import]
DVD ~ Pihla Viitala
Wird angeboten von DaaVeeDee-DEU
Preis: EUR 18,99

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Was für ein Titel. Was für ein Cover. Was für eine Enttäuschung., 21. September 2010
Reykjavik Whale Watching Massacre", der erste isländische Horrorfilm seiner Gattung, weist nicht nur mit dem (absolut genialen) Filmtitel und dem tollen DVD-Cover überdeutlich in Richtung seines großen Vorbildes - Tobe Hoopers Backwood-Slasher Texas Chainsaw Massacre" - sondern präsentiert als besonderen Fan-Bonus auch noch den Isländer Gunnar Hansen, welcher Leatherface in eben diesem Kultklassiker darstellte, in einem kurzen Cameo-Auftritt als Schiffskapitän. Des Weiteren bietet der Streifen einerseits einen interessanten neuen Schauplatz - Walfangkutter - für die immer gleiche Story rund um eine brutale, inzestuöse, kannibalisch veranlagte und ganz offensichtlich irre Familie, die sich mit Morden bei Laune hält und andererseits dutzende mehr oder weniger kreative Tötungsszenen. Das war es dann aber im Großen und Ganzen auch schon mit positiv erwähnenswerten Punkten.

Trotz der durchaus vielversprechenden Grundsituation scheitert der Film nämlich an dem offensichtlichen Unvermögen von Regisseur Júlíus Kemp und Drehbuchautor Sjón Sigurdsson Spannung bzw. Stimmung aufzubauen und dümpelt so langweilig und unlogisch von einem Mord zum Nächsten, dass man versucht ist das zweifelhafte Filmvergnügen vorzeitig zu beenden. Vor allem die absolut überzogene, zusammenhanglose und wirre Abfolge von brutalen Szenen in Kombination mit den unterirdischen Dialogen macht es selbst dem geneigten Horrorfan nicht gerade einfach dem Film mehr als ein müdes Lächeln abzugewinnen. Dass die isländische Slasherproduktion R.W.W.M." mit Blutgericht in Texas" in keinster Weise mithalten kann, sollte natürlich jedem einschlägig vorbelasteten Zuschauer von vornherein klar sein. Trotzdem bergen sowohl die banale und an vielen Stellen einfach nur überwältigend jämmerliche Regiearbeit als auch das unzusammenhängende und löchrige Drehbuch gemeinsam mit den wirklich unterirdisch schlechten Darstellern und der miesen Bildqualität durchaus noch negatives Überraschungspotential. Ganz nebenbei bemerkt ist auch die deutsche Synchronisation - habe den Film im Zuge einer MidnightMovie-DVD-Premiere genossen - eine Katastrophe.

All diesen offensichtlichen Mängeln zum Trotz hat der Film - dank der zuvor bereits erwähnten kreativen Kills und der unfreiwillig komischen Dialoge - streckenweise durchaus das Potential eine Männerrunde, die genügend Bier zur Verfügung hat, ansprechend zu unterhalten. Abgesehen davon ist es außerdem eine nahezu bewundernswerte Kunst einen Film so gründlich gegen die Wand zu fahren und trotzdem, mit viel Blut und ein paar kranken Einfällen (Stichwort: Harpune), den Backwoods-Fan lange genug bei der Stange zu halten, um ihn mit einem netten Schlussgag zu amüsieren und zumindest etwas besänftigt in die Nacht zu entlassen.

Fazit
Wenn man R.W.W.M." losgelöst von Handlung, Darstellern, Dialogen, Spannungsaufbau und Synchronisation betrachtet und ausschließlich auf dessen kreative Splatterszenen reduziert, ist der Film unter Umständen einen Blick wert. Denn es wird munter drauflos geschossen, geköpft, erstochen, verbrannt und harpuniert, als ob es guten Geschmack und Pietätsgefühl in Filmen nie gegeben hätte. Für reinrassige Gorehounds somit durchaus zu empfehlen, für Ottonormalverbraucher und Menschen, die mehr als nur sinnlose Tötungssequenzen benötigen um sich gut zu unterhalten, sicherlich nicht. Wieder einmal ein Film der verschenkten Möglichkeiten.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Nov 1, 2010 2:08 PM CET


Walking Tall: The Payback
Walking Tall: The Payback
DVD ~ Kevin Sorbo
Wird angeboten von In_Media
Preis: EUR 5,45

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Sheriff Herkules auf Bronsons Spuren, 18. Juli 2010
Rezension bezieht sich auf: Walking Tall: The Payback (DVD)
B-Movies, die außer dem Haupttitel nichts mehr mit dem jeweiligen Vorgängerfilm und zumeist passablen Videothekenerfolg zu tun haben, gibt es zurzeit wie Sand am Meer. Ob Gefährliche Brandung 2 - Liquid Bridge", der wenigstens nur in Deutschland diesen äußerst unpassenden und irreführenden Titel aufgezwungen bekommen hat, From Dusk Till Dawn 2: Texas Blood Money", From Dusk Till Dawn 3: The Hangman's Daughter", Starship Troopers 2: Held der Föderation", Starship Troopers 3: Marauder", American Pie 4" und 5 und 6 und ...100 oder in diesem Fall Walking Tall 2" aka Walking Tall: The Payback". Die Schwemme der Titelausschlachtungen und die Zeit des Cashcowmelkens nimmt kein Ende. Es erweckt beinahe den Anschein, als würde man in Hollywood denken, ein bekannter Titel stelle für potentielle Kunden bereits ein ausreichendes Qualitätskriterium für einen DVD-Kauf dar.

Da Regisseure solcher Produktionen weder vor Ideenüberschuss platzen, noch mit einem großzügigen Budget ausgestattet sind, werden sowohl Story als auch Darsteller und Grundidee mit jeder angehängten Nummer exponentiell schlechter und langweiliger. Die allgemeine Ausgangslage von The Payback" hat sich somit seit Walking Tall" nicht übermäßig verbessert.

Anstatt Dwayne - The Rock - Johnson darf Kevin Sorbo, der schon als Herkules so manchen Bösewicht verdroschen hat nun eine Kleinstadt mit neuem Namen retten und etwas preiswertere Bösewichte als noch im Vorgänger vermöbeln. Es gibt ein neues Love Objekt, leicht veränderte Musik, etwas weniger Actionszenen, weniger Humor und keinen prominenten Sidekick, aber wenigstens dieselbe stereotypische Handlung. Nebenbei bekommt der Film noch einen neuen Untertitel und eine pseudohintergründige Nebenhandlung spendiert, die schlussendlich nicht einmal aufgelöst wird. Fertig ist die Direct-to-DVD-Produktion.

Inhaltlich gibt es nicht wirklich viel neues über diesen zwischen durchschnittlich und gut pendelnden B-Actioner zu sagen, dass nicht Steven Seagal bereits dutzende Male durchlebt hätte, noch bevor ihn seine üppige Leibesfülle zum Schwarzen-Mantel-im-Sommer-Träger und Zeitlupenkämpfer gemacht hat.

Bösewicht tötet Vater des Helden, vergeht sich auch noch an dessen (Ex-)Freundin und verärgert damit klarerweise den Ex-Navy-Seal-Marine-Desert-Storm-sonst-was-Kämpfer. Dieser wird ohne eine Wahl oder Abstimmung und nur zur Legitimation seiner Blutrache zum neuen Sheriff ernannt und der idiotisch handelnde Bösewicht und seine Schurkenfreunde müssen somit unweigerlich ins Gras beißen. Einige Nebenhandlungen werden nicht vollständig aufgeklärt, vielleicht sogar einfach vergessen und die wirklichen Hintermänner der Ereignisse werden nicht einmal geschnappt. Der Held geht straffrei und mit neuer Freundin nach Hause. Ende der Geschichte.

Die einzig wirklich überraschende und ehrlicherweise sogar absolut schockierende Szene des Films war eine, in so einem seichten, grundsätzlich ziemlich harmlosen Actionabklatsch komplett unnötige, (angedeutete) Vergewaltigungsszene durch drei Typen. Solch eine Szene drückt den Spaßfaktor doch ganz gewaltig, vor allem wenn ein Tabuthema so uninspiriert, gefühllos und vor allem unpassend angeschnitten wird. Zu allem Überfluss geht diese Vergewaltigung im weitern Handlungsverlauf auch noch unter und ist nahezu keine Erwähnung mehr wert. Ich weiß echt nicht, was ich davon halten soll.

Ansonsten gibt es wenig über den soliden Film von Tripp Reed, der auch Walking Tall - Lone Justice" inszeniert hat, zu sagen.

Die Actionszenen sind spärlich gesät, aber handgemacht und brutal, die Darsteller mittelprächtig bis unterdurchschnittlich und die Story (wie bereits erwähnt) nicht erwähnenswert. Die Musik fällt nicht weiter auf und die paar unlogischen und höchst unrealistischen Auslegungen des Gesetzes stören ebenso wenig wie die zahlreichen vor Pathos triefenden Hurrapatriotismus-Szenen. Man erwartet sich bei solch einem Titel ja auch keinen zweiten Paten".

Trotzdem muss ich sagen, dass der The Rock-Reißer Walking Tall" aus dem Jahr 2004 doch deutlich besser war und selbiger Kevin Sorbo auch ohne weiteres in den Boden zwinkern könnte.

Fazit
Was bleibt sind knapp 80 Minuten seichte aber passable Unterhaltung mit einigen Durchhängern und einer etwas unpassenden Sequenz, die jedoch durch gute alte handgemachte Actionszenen und Ein Mann sieht rot"-Storyline ausgeglichen wird.

Kann man sich somit anschauen, muss man aber auf keinen Fall.


Gutterballs
Gutterballs
DVD ~ Alastair Gamble
Wird angeboten von bari_medienvertrieb Preise inkl. MwSt.
Preis: EUR 3,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Bowling kills - die folgende Kritik bezieht sich auf die uncut Version des Streifens, 13. Juli 2010
Rezension bezieht sich auf: Gutterballs (DVD)
Live Feed", die Vorgängerproduktion von Regisseur Ryan Nicholson, ist ein derber Hostel" Abklatsch, der sich dramaturgisch auf dem Niveau des Kasperletheaters bewegt und außer durch geschmacklose Folterszenen (die nicht nur gezeigt, sondern richtiggehend zelebriert werden) und schlechte Darsteller, nur durch den Verzicht auf jedwede Handlung glänzt.

Wenn man sich diesen Umstand vor Augen führt, muss man gestehen, dass im Falle von Gutterballs" eine deutliche Steigerung gegenüber dem Erstling zu erkennen ist. Diesmal hat Nicholson sich nämlich die 70er und 80er Jahre Teenie-Slasher als Vorbild genommen und deren stereotypische Handlungsmuster in ein neues Setting eingebettet. Trotzdem geht es natürlich auch in Gutterballs" nicht weniger brutal, krank und niveaulos zur Sache als bei Live Feed".

Zwei verfeindete Jugendbanden (unter anderem mit einer nervigen Tunte, einem besonders harten Typen und einem gitarrenspielenden Emo besetzt) treffen sich zu einem Bowlingwettstreit. Nachdem die Situation auf Grund zu viel Testosterons eskaliert ist, wird die zurückgelassene Schönheit der guten Mannschaft von dem versammelten gegnerischen Team brutal vergewaltigt. Dies geschieht kranker Weise auch unter Zuhilfenahme eines Bowlingkegels. Am darauf folgenden Tag treffen die beiden Gruppen erneut aufeinander. Zu ihrem Pech hat ein (mit einer der eigenwilligsten Masken ever verhüllter) Killer gerade zu viel Zeit und rächt die Vergewaltigung auf seine Art.

Was folgt ist übertriebener Splatter pur. Zerschlagene Köpfe, zerschnittene Gesichter, Personen die in der 69er Stellung an den Genitalien des jeweils anderen ersticken und eine Anale Vergewaltigung - richtig geraten - mit einem Kegel werden in schöner Regelmäßigkeit von selten dämlichen Dialogen und expliziten Sexszenen abgelöst. Diese Szenen werden mit literweise Kunstblut und einer überbordenden Phantasie herrlich überzogen, abgedreht und oft sogar brüllend komisch umgesetzt und sind somit auch der Hauptgrund dafür, sich den Film unter Umständen anzusehen. Ferner sind es die bereits erwähnten Sexszenen, die den Film von ähnlichen Low-Budget-Slashern abheben. Auffälliger Weise hängen nämlich nahezu alle Todesszenen direkt oder indirekt mit einer dieser sexuellen Handlungen zusammen.

Das alles hilft jedoch nichts dabei, die vorangegangene Vergewaltigung aus dem Gedächtnis zu entfernen. Eben diese stößt nämlich ziemlich bitter auf. Sie ist dermaßen brutal und kompromisslos umgesetzt und so aufdringlich gefilmt, dass man als Zuschauer wirklich nichts mehr der Phantasie überlassen muss und einem das (durch die grenzdebilen Dialoge ausgelöste) Lachen im Hals stecken bleibt. In einem Film, der offensichtlich als billiger Funslasher gedacht ist, ist etwas derart heftiges sicherlich fehl am Platz. Die betreffende Szene zieht sich nämlich über mehrere Minuten, wobei die Kamera dabei immer voyeuristisch am Körper des Opfers entlang gleitet. Einfach zu harter Tobak für mich.

Dieses Manko können auch die folgenden knapp 60 Minuten Extremsplatter, mit einigen guten Wendungen und einem sogar ziemlich innovativen Endtwist nicht ausmerzen. Es bleibt der bittere Nachgeschmack unnötiger Härte.

Fazit
Ich verstehe einfach nicht warum B-Movie-Regisseure in letzter Zeit so gerne auf zelebrierte Vergewaltigungen zur Helden/Killer Anstachelung zurückgreifen. Eine übliche schlechte-Kindheit- oder Unfall-mit-Fahrerflucht-Geschichte wäre mir da doch lieber gewesen. Abgesehen von diesem bereits mehrfach erwähnten Manko präsentiert sich Gutterballs" jedoch durchaus solide und kann vor allem durch seine kranken Ideen, gut umgesetzte Todesszenen und ein überdurchschnittlich tolles Ende überzeugen.

Nachsatz
Sicherlich nur Untergrund-Splatter-Fans zu empfehlen. Dank einiger deftiger Szenen weiters nicht uneingeschränkt als Partyfilm zu befürworten.


Surrogates - Mein zweites Ich
Surrogates - Mein zweites Ich
DVD ~ Bruce Willis
Preis: EUR 7,99

7 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Barbie und Ken auf Mörderjagd, 23. März 2010
Rezension bezieht sich auf: Surrogates - Mein zweites Ich (DVD)
Bruce Willis ist wohl der Held der ausgehenden 80er und frühen 90er Jahre. Mit Rollen wie jener des John McClane in Die Hard", des Joseph Cornelius in Last Boy Scout", des Butch Coolidge in Pulp Fiction" und des John Smith in Last Man Standing" hat er das Actiongenre geprägt wie kein anderer und ganz nebenbei dreckige Unterhemden und markige One-Liner zur neuesten Männermode erkoren. Ende der 90er kamen beachtliche Rollen in Filmen wie Der Schakal", Das fünfte Element", Armageddon" und schließlich The Sixth Sense" hinzu. Anfang des neuen Jahrtausends änderten sich jedoch die Sehgewohnheiten der Kinobesucher und Flops wie Breakfast of Champions" und Kid" folgten auf den Fuß. Man kann getrost behaupten, dass die Krimikomödie Keine halben Sachen" den einzigen wirklich guten Willis-Streifen im Zeitraum von 2000 bis 2005 markiert. In diesem Jahr schien sich der Actiongroßmeister schlussendlich mit Sin City" und anno 2006 mit Lucky # Slevin" langsam wieder im Actionolymp zu rehabilitieren. Mit einem weiteren Sequel seiner Die Hard"-Reihe und einem Auftritt in Planet Terror" ging es kurz darauf einen weiteren großen Schritt Richtung Back-to-the-roots. Umso überraschender Bruce Willis, einen für mich eher bodenständigen Actionhelden, nun in einem glattpolierten SciFi-Film mit quasi-philosophischem Grundplot wiederzufinden.

In einer nicht allzu fernen Zukunft ist es möglich einen menschenähnlichen Roboter, jeglichen Geschlechts und Alters, mittels Gedankenkraft zu steuern, seine gesamte Existenz auf diesen zu übertragen und somit quasi durch diesen zu leben. Dank dieser sogenannten Surrogates ist nichts mehr unmöglich. Es gibt nicht nur nahezu keine (sportlichen und sexuellen) Grenzen mehr sondern auch die Gelegenheit (je nach Vorliebe) seinen Alltag als junges Mädchen oder gereifter Gentleman zu durchlaufen. Dies führt zu einer Form der Sucht und der Entmenschlichung. Kurz nach Einführung der Surrogates wird nämlich bereits fast jede Aktion des täglichen Lebens von den menschenähnlichen Avataren durchgeführt. Der echte Mensch dahinter hält sich nur mehr in seinen eigenen vier Wänden bzw. in einer Art Ladekammer auf. Einige wenige Menschen rotten sich in maschinenlosen Ghettos zusammen und proben den Aufstand. In diesem aufgeheizten Umfeld kommt es zum ersten Mord seit Jahren - zwei Surrogates und ihre sie steuernden Menschen werden getötet. FBI-Agent Tom Greer (Bruce Willis) hängt sich zusammen mit seiner Partnerin (Radha Mitchell aus "Rogue" und "Silent Hill") an die Spur des Verdächtigen und durchlebt eine Jagd, die ihn an seine persönlichen Grenzen führt.

Die Grundidee des neuesten Bruce Willis Streifens ist auffallend gut, wobei vor allem die doch sehr kontroverse Ausgangssituation zu überzeugen weiß. Zwar wurden ähnliche menschengleiche Roboter beziehungsweise steuerbare Avatare schon in Westworld" und vor kurzem in dem nicht unbedingt weltbewegenden Gamer" umgesetzt, aber nicht in diesem globalen Ausmaß. Somit bietet die Story durchaus Potential für einen tollen SciFi-Thriller alla Blade Runner".

Das Problem an der ganzen Sache ist nur, dass Surrogates" vom ersten Moment an verdammt klinisch und glattpoliert daher kommt und in vielen Momenten mehr an ein Computerspiel als an einen Kinofilm erinnert. Die Surrogates sehen extrem künstlich aus und erwecken einen dermaßen unwirklichen, Barbie-ähnlichen Eindruck, dass man sich nur schwerlich mit ihnen identifizieren kann. Es mag durchaus der Wahrheit entsprechen, dass dieser Umstand beabsichtigt ist, trotzdem wirkt es etwas übertrieben und vor allem emotionslos - in etwa so, als ob man Barbie und Ken 90 min dabei beobachten würde wie sie sich gegenseitig durch die Zukunft jagen. Aber selbst die wirklichen Menschen, die in slumartiger Umgebung wohnen, sehen nicht wirklich schmutzig und heruntergekommen aus, sondern wirken wie das, was sie auch sind, Darsteller in einem Film.

Des Weiteren verabsäumt Surrogates" jeglichen konsequenten Spannungsaufbau. Jeder Schritt des Hauptcharakters ist vorhersehbar und bei näherer Betrachtung entpuppen sich sogar die Plottwists als relativ langweilig. Lässt man die gute Idee (die aber aus der Comicvorlage entliehen ist) und die kritischen Untertöne weg bleibt nur mehr ein langatmiges, durch einige gut gemachte Action-Szenen aufgepepptes, lebloses Gerüst über, das auf keinen Fall 90 min zu füllen vermag. Außerdem konnte ich mich den ganzen Film über nicht des Gedankens erwehren, dass mich der Stil von Surrogates" dramatisch an Paycheck" erinnert.

Auch Bruce Willis der, als einziger Hauptakteur, als Mensch durch die Handlung stolpern darf ist kein wirklicher Lichtblick und spielt wie nach einer Überdosis Valium. Als Draufgabe serviert Regisseur Jonathan Mostow ("Terminator 3", "U-571") wieder einmal ein Hollywoodende sondergleichen, dass der Friede-Freude-Eierkuchen-Mentalität, die in Tinseltown scheinbar vorherrscht, die Krone aufsetzt.

Fazit
Relativ gute Effekte, Bruce Willis, eine gute Idee und etwas Sozialkritik auf der Habenseite stehen Vorhersehbarkeit, Langeweile, zu klinischer Plastizität und einem Hollywoodende gegenüber. Was bleibt ist ein durchschnittlicher Zukunftsthriller, den man sich getrost ansehen kann, das Geld für die Eintrittskarte bzw. DVD aber auch anderwärtig gut aufgehoben wäre.


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