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Centum Night
Centum Night
Preis: EUR 9,99

1.0 von 5 Sternen Ich wollte dieses Buch mögen, aber..., 19. Februar 2016
Rezension bezieht sich auf: Centum Night (Kindle Edition)
Meinung
Der Klappentext und die Buchbeschreibung machten mich auf dieses Buch neugierig und mal ehrlich, wer mit Orwell wirbt, kann nur gut sein. Oder?

Ich bin ehrlich, ich musste zweimal anfangen, denn beim ersten Mal hab ich das Buch äußerst frustriert weggelegt. Ich fand keinen Einstieg, ich kam mit den Charakteren nicht klar und wusste im Grunde überhaupt nicht, wo ich bin und was nun kommt. Natürlich will ich nicht, dass auf der ersten Seite der Info-Dump über mir zusammen bricht, aber wenn ich den Klappentext nicht gelesen hätte, wüsste ich auch nach dem ersten Dritten des Buches nicht, um was es eigentlich geht. Ich wurde einfach ins kalte Wasser geschmissen und stand plötzlich mitten im Geschehen, aber auf so eine Art und Weise, als hätte ich die ersten 10 min eines Films verpasst und muss nun gucken, wie ich klar komme.

Der zweite Einstieg war besser. Vielleicht lag es daran, dass ich den Anfang nun schon kannte, oder aber weil ich mich wirklich nur auf das Buch konzentrierte. In der Bahn lesen oder wenn Trubel nebenher war, ging gar nicht. Es musste still sein und ich durfte nicht abgelenkt werden. „Centum Night“ ist äußerste schwere Kost und ich denke, dass das fehlen, jeglicher Erläuterungen einiges vom Lesespaß nimmt.
Das soll nicht heißen, dass die Welt blöd war, ganz im Gegenteil. Das komplette Setting hat mir sogar am besten gefallen. Eine dystopische Welt, in der die Menschen in drei Klassen aufgeteilt sind. Und natürlich wird dagegen rebelliert. Aber auch hier muss ich zugeben, dass ich nicht immer ganz verstand, wie die Aufteilung ist und vor allem, warum? Manche konnten sich hocharbeiten, andere nicht. Wieder andere wurden runter gestuft… es war stellenweise mehr als verwirrend. Es war offensichtlich, dass die Autorin ihre Welt im Griff hat, denn es wurde mit Fachbegriffen um sich geworfen, bei denen mit die Ohren wackelten. Leider fehlten mir die Informationen und ich musste mit selbst zusammen reimen, was sie mit den Begriffen meinen könnte. Was die Welt angeht, wäre mehr eindeutig besser gewesen. Mehr Ausbau, mehr Infos, mehr von allem, damit der Leser auch was, was eigentlich Sache ist.

Die Charaktere in dem Buch waren allesamt eigenartig. Nicht, dass sie schlecht waren oder ich sie nicht verstand. Ganz im Gegenteil, ich verstand sie sogar sehr gut, am meisten die Figuren, die sich nach körperliche Nähe und Emotionen sehnten, denn all das Zwischenmenschliche war in dieser Welt strengstens verboten. Aber ich kam nicht an sie ran, ich baute keine Verbindung auf und kam oftmals mit den Beschreibungen nicht klar. Die Autorin kann schreiben, aber auf eine sehr eigene, gehobene Art und Weise, die meiner Meinung nach mit der Welt und ihren extrem verwirrenden Begriffen nicht immer ganz kompatibel ist.

Selbst bei der Handlung als solcher, war mir nicht ganz klar, um was es nun ging. Ging es um die Morde? Ging es ums Rebellieren? Ging es darum, das rebellierende System zu ermorden? Was war das Ziel? Und wer sollte welches Ziel erreichen? Wo war der verdammte rote Faden, an den ich mich hätte klammern können? Ich versuchte mal dieser Figur, mal jener zu folgen, aber die Autorin haut sehr schnell, sehr viele Handlungsorte raus und baut diese nach und nach zu eigenen Strängen auf, sodass ich nicht mehr wusste, welcher nun der Hauptstrang war und welcher „nur“ Nebensache. Am Ende gehört zwar alles irgendwie zusammen, aber ich denke, dass hätte man auch weniger Gehirnverdrehender hinbekommen können.

Auch der Batzen an Gesellschaftskritik, der oftmals wirklich genial eingebaut wurde, and i mean wirklich genial (Insider), geht durch das ganze Chaos auf allen Ebenen leider merciless unter.
(Die Verenglischung der deutschen Sprache, falls das nicht rüber kommt.^^)
Abschließend lässt sich sagen, dass es in „Centum Night“ von allem zu viel gab: zu viele Figuren und damit einhergehend zu viele Perspektiven; zu viele Fremdwörter, die alle nachgeschlagen werden mussten; zu viele Dinge, die viel zu schnell und viel zu verworren passieren, sodass die Geschichte ein einziges Chaos bleibt und jeder noch so kleine, gute Ansatz sofort untergeht.

Und Orwell sucht man hier vergebens…

Fazit
„Centum Night“ hätte meines Erachtens eine wirklich, wirklich geniale Orwellsche Vision des 21. Jahrhunderts wegen können, wenn die Autorin entweder ihre Ideen für das Setting etwas runter geschraubt, oder aber wenn sie der Welt in ihrer ganzen Komplexität einfach mehr Raum zum Entfalten gelassen hätte. Ich denke, mit letzterem hätte sie auch den Lesern mehr Freude an der Geschichte gegeben. Alles in allem sehr schade.

Bewertung
Ich wollte dieses Buch mögen. Wirklich. Sonst hätte ich nicht ein zweites Mal dazu gegriffen. Aber manchmal ändert sich die erste Meinung nicht und es bleibt dabei. Trotz dem Setting, das mir hier wirklich gefiel, kann ich nicht mehr als 1 von 5 Marken geben. Zum Glück ist das alles Ansichtssache und dies hier nur meine Meinung. Ich war wohl die falsche Zielperson für die Geschichte und ich bin mir ziemlich sicher, dass es genug Leser gibt, die das Potenzial der Geschichte erkennen und diesem verfallen werden.


The Walking Dead 3: Roman (The Walking Dead-Serie)
The Walking Dead 3: Roman (The Walking Dead-Serie)
Preis: EUR 7,99

3 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Blutig, aber nicht gut!, 20. Oktober 2014
Wir ihr vielleicht wisst, bin ich ein riesiger Zombiefan, was heißt, dass ich an der Welt von The Walking Dead nicht vorbei gekommen bin. Redet man von Zombies denkt man sofort an die Serie rund um Rick, Daryl und Michonne, erschaffen von einem wirklich genialen Mann (oder kranken, ganz wie man es sieht. :-D ). Natürlich und ohne Frage musste ich dann auch die Bücher von ihm über seine TWD-Welt lesen. Die ersten beiden haben mich schwer beeindruckt, auch wenn sich die Handlung nur vage an der Serie orientiert. Es geht um den Governor. Das ist nicht tragisch, als Fan nimmt man was man kriegen kann. Nun, jeder der die Serie schaut, weiß auch, wie der Governor auf die Insassen im Gefängnis gestoßen ist, wie die einzelnen Verbindungen untereinander waren und wie er letztendlich vernichtet wurde. Der dritte Band der TWD Bücher heißt im englischen Original: The Fall of the Governor: Part one. Es geht also um seinen Untergang. Kennt man schon, oder? Seit euch da mal nicht so sicher …

Seit dem Ende von Band zwei ist einige Zeit vergangen. Wie viel Zeit kann ich allerdings nicht genau sagen, würde mich aber interessieren. Zwischendurch erfährt man nur, dass seit 28 Monaten die Zombies auf der Welt umherwackeln. Das aber nur nebenher.
Das Setting in Band drei begrenzt sich ausschließlich auf Woodbury, was ich eigentlich nicht schlecht fand, geht es doch darum, wie die Menschen in so einer Welt überleben. Man trifft während des Lesens im Grunde auf die gleichen Menschen, wie schon am Ende vom zweiten Band, was irgendwie verstörend wirkt, denn es heißt immer, dass das Städtchen gut bewohnt ist. Leider hatte ich den Eindruck nicht, manchmal fühlte es sich an, als würden da vielleicht nur zehn oder fünfzehn Personen leben. Die einzigen Momente, in denen viele Menschen auf der Bildfläche erschienen, waren die Kämpfe in der Arena. Ich fand die in der Serie schon abartig, im Buch sind sie allerdings noch schlimmer. Woodbury ist ein Zusammenschluss der unterschiedlichsten Menschen, der versucht unter der Fuchtel eines Mannes irgendwie am Leben zu bleiben. Egal wie. Die Wohnungen sind spärlich, das Essen so gut wie nicht vorhanden und die Menschen, mit denen man sich beschäftigt durchweg gestört. Jeder auf seine Art, aber ganz eindeutig gestört.

Fangen wir mit Lilly Caul an. Tief beeindruckt hat sie mich am Ende vom zweiten Teil zurück gelassen. Eine Frau, die weiß was sie will und die sich nicht unterkriegen lässt. Die weiß, dass man überleben kann, auch wenn man sich keinen Zombie daheim hält. Sie sieht sofort was der Governor ist und geht dagegen an. Im dritten Band ist die Frau wie ausgewechselt. Anfangs dachte ich noch, dass das alles Show wäre, schließlich war der Governor immer in der Nähe. Ich fragte mich, wo die kleine Gruppe hin war, die gegen den Chef ärgerte, die ihn stürzen wollten, die wirklich leben wollten. Ich fragte mich, wo die taffe, selbstbewusste Frau hin war. Denn sie war eindeutig weg. Ich zweifelte immer mehr an Lilly Caul und sie selbst setzte sich den Todesstoß, als sie sagt, dass der Governor schon weiß was er macht. Sie vertraut ihm. Ich fragte mich, was mit ihr passiert war, um so eine Wendung hervorzurufen, denn das ging leider überhaupt nicht aus dem Text hervor. Kommt vielleicht noch, lässt mich aber am Ende voll verstört zurück. Es war, als hätte ich zwei verschiedene Frauen vor mir. Schade, denn ich hatte meine Hoffnung tatsächlich auf Lilly Caul gelegt.

Genauso Martinez, den Fans auch aus der Serie bekannt. Im zweiten Teil gehört er zu den Rebellen, im dritten führt er für den Governor Geheimaufträge aus und unterstützt ihn mit voller Schaffenskraft. Was ist da passiert? Genau wegen diesen Wandlungen müsste man genau wissen, wie viel Zeit zwischen Band 2 und Band 3 liegt. Vielleicht könnte man das so besser verstehen.

An einem Punkt tauchen dann die Fremden auf. Nach einer Weile wird klar, wer sie sind und ich hatte meinen ersten „Hä?“ Moment. Rick, Glenn und Michonne stehen in Woodbury, in Gefängniskleidung. Aha. Michonne trifft doch erst mit Andrea auf Woodbury, um dann ohne sie ins Gefängnis zu kommen? Ab diesem Punkt hat das Buch rein gar nichts mehr mit der Serie gemein. Das finde ich unendlich Schade, denn als Fan hat man nun mal die Serie im Kopf und ich persönlich konnte mit den Handlungen der bekannten Personen so rein gar nichts anfangen. Was mit Michonne passiert ist unmenschlich, Rick vermisst seine Frau und verliert ein Körperteil und Glenn ist einfach nur da. Das einzige, was sie als die ausweist die sie sind (abgesehen vom Namen) ist das Gefängnis. Nein, tut mir leid, ich konnte damit gar nicht umgehen.
Warum um Himmels willen geht man soweit mit der Handlung von der Serie weg? Der erste Band zeigte die Entstehung des Governors, der zweite die Reise von Lilly Caul nach Woodbury. Warum geht man den Weg nicht mit Lilly und Austin weiter? Zeigt ihre Geschichte und lässt die Handlung um den Governor im Hintergrund weiterlaufen? Ich kenne leider die Comics nicht, ich weiß nicht was näher an deren Inhalt dran ist: Serie oder Buch. Aber dass der dritte so abartig ist, hätte ich nicht gedacht. Das, was da mit Rick und Michonne passiert, ändert die ganze Handlung und wenn es in der Serie so gelaufen wäre, wären die Personen nicht dort, wo sie eben gerade sind.

Kommen wir noch kurz zur Welt, bevor ich mich weiter ärgere. Ich sagte ja schon, dass man außer Woodbury nicht viel sieht. Ich weiß nicht, ob dem Autor nach nur einem Ausflug in die Umgebung die Ideen ausgegangen sind, aber mehr als gefühlten meterhohen Schimmel bekam der Leser nicht serviert. Und das in den Räumen sowie auch auf den Zombies.
Der Ausflug allerdings war sehr gut. Ein Blick in die langsam verrotte Welt. 28 Monate hat sich niemand um nichts gekümmert und genauso bekommen wir das auch gezeigt. Dass die kleine Gruppe, die auf Nahrungssuche ist, ein komplett gefülltes Lager findet, in das noch niemand eingebrochen ist und sie für einige Wochen versorgt … nennen wir es einfach mal Glück. Dadurch bekommt der Leser leider nur wenig zu sehen. Außer jede Menge Blut, Handlungen eines vollkommen und bis aufs letzte geschädigten Hirns und Charakterwandlungen, die man nicht nachvollziehen kann.
Das Ende ist ziemlich offen. Part one, wir erinnern uns? Gibt es nicht viel zu sagen, leider.

Fazit
Die Romanreihe „The Walking Dead“ hat in meinen Augen außer den Personennamen rein gar nichts mehr mit der Serie gemein. Trotz gleicher Figuren findet eine vollkommen andere Handlung statt. Wen das nicht stört und wer auf wirklich abartige Folter steht, ist bei Band drei genau richtig. Für jeden Fan der Serie, würde ich sagen: Lasst die Finger davon!

Bewertung
„The Walking Dead 3“ bekommt von mir ganz knappe 2 von 5 Marken. Ich versuche wirklich, die Serie aus dem Kopf zu bekommen, aber ich weiß nicht, warum der Autor nicht einfach andere Namen für die Figuren genommen hat, dann hätte man sich noch einreden können, er schreibt die Geschichte des Governors neu. Aber so … es nützt nicht mal was, den Schimmel von der Oberfläche zu kratzen …
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Nov 10, 2014 4:43 PM CET


Im Hause Longbourn: Roman
Im Hause Longbourn: Roman
Preis: EUR 15,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein Blick hinter die Kulissen, 20. Oktober 2014
Rezension bezieht sich auf: Im Hause Longbourn: Roman (Kindle Edition)
Wer „Stolz und Vorurteil“ kennt, weiß, was „Im Hause Longbourn“ passiert. Eigentlich und vielleicht aber auch doch nicht. Ich bin ein riesen Jane Austen-Fan und liebe Elizabeth und Mr. Darcy und dennoch konnte mich meine Begeisterung für das Original nicht auf den Inhalt dieses Buches vorbereiten. Wieso? Weshalb? Warum? …

Vergesst alles, was ihr über dieses Buch denkt. Jane Austen-Romantik: Fehlanzeige! Das „Ich will sofort meinen Mr. Darcy“-Gefühl: Nicht hier! „Im Hause Longbourn“ blickt hinter die Kulissen des Bennet-Haushaltes und zeigt, wie schmutzig und dreckig die Zeit damals wirklich war. Hat man „Stolz und Vorurteil“ gelesen ist der Verstand verklärt von einer Vorstellung, wie das Leben früher war. Longbourn schafft diese Vorstellungen ab! Und das ist gut so!

Wir begleiten während der Geschichte Sarah, das Dienstmädchen, das im Hause der Bennets zusammen mit Polly und Mr. und Mrs. Hill arbeitet. Die Geschichte ist eine ganz andere, aber dennoch kommen alte Bekannte vor: Mr. Bingley, Mr. Darcy und auch sonst alle anderen, die in dem Original vorhanden sind. Die Geschichte um Lizzy und Darcy spielt sich im Hintergrund ab und ist dennoch wichtig für unsere Hauptprotagonistin.

Sarah ist, nachdem ihre Eltern gestorben waren, in ein Waisenhaus gekommen, um dann bei Mrs. Hill als Hilfe zu landen. Sie schrubbt die schmutzigen Kleider der jungen Damen, muss bei Wind und Wetter in die Stadt laufen, weil irgendetwas für einen Ball fehlt. Muss am Morgen noch vor allen anderen aufstehen um das Wasser zu holen, zu heizen, Frühstück zu machen und geht als letzte ins Bett, wenn die Familie zu später Stunde von einem Ball kommt und Hilfe beim auskleiden braucht. Sarah hat einen Knochen-Job und ich denke mal, für das, was sie dafür bekommen hat, würde das heutzutage keiner mehr machen. Die Bennets nehmen es als gegeben hin und behandeln sie (wenn auch ungewollt oder unbedacht) manchmal recht respektlos und stellenweise sehr herablassend. Dieses Klassendenken hat mich wirklich erschreckt. Dieses „seid froh, dass ihr Essen und Unterkunft habt“- Gefühl, was auch von Mrs. Hill vermittelt wird. Sie weiß, dass die Mädchen nie etwas anderes machen werden, als für Fremde den Nachttopf ausleeren und versucht, dafür Dankbarkeit zu vermitteln. Sarah kann dem auf Dauer nichts abgewinnen. Was ich verstehen kann.

Sarah ist jung und will das, was alle jungen Damen irgendwann erleben: Die Liebe. Aber wie soll sie das machen, wenn sie nur in der Waschküche steht und alle möglichen Flecken mit Lauge aus neuem, teurem Stoff schrubben muss? Wie soll jemand auf sie aufmerksam werden, wenn sie die getragenen Kleider der jungen Damen geschenkt bekommt, diese aber nie anziehen kann, weil sie sonst schmutzig werden? Sarah ist unzufrieden. Sie will mehr vom Leben als für andere putzen. Andere Bedienen oder sich Schikanieren zu lassen. Sie weiß, dass sie Arbeit braucht und ist auch dankbar, dass sie welche hat, erwartet für sich selbst aber dennoch einfach mehr, als Mrs. Hill ihr prophezeit.

In Longbourn sieht man nicht die schillernde Liebesgeschichte, sondern wie die Figuren überhaupt dazu kommen, so schillernd zu sein. Ich sah, wie es möglich ist, dass sich Mrs. Bennet nur darum Sorgen machen kann ihre Töchter zu verheiraten. Wie es möglich ist, dass die jungen Damen „nur“ herumsitzen und Sticken, Briefe schreiben oder umherspazieren. Es ist nur möglich, weil alle anfallenden Arbeiten von jemand anders erledigt werden. Es sind die Bediensteten, die den Haushalt am Laufen halten und das wird hier sehr fantastisch, sehr eindrucksvoll und sehr authentisch dargestellt.

Wer nichts dagegen hat, mal einen Blick hinter das schöne Leben der Bennets zu werfen. Wer nichts dagegen hat, im Dreck zu wühlen, für andere zu putzen und zu kochen, der ist mit „Im Hause Longbourn“ perfekt bedient. Ich liebe „Stolz und Vorurteil“ noch immer, sehe die ganze Geschichte aber mittlerweile anders. Ich sehe, was die Angestellten für einen Knochenjob haben und achte auf andere Dinge als vorher.

Natürlich ist die Geschichte keine reine, fantastisch recherchierte Sachbuchhandlung. Auch Sarah hat mit ihren Gefühlen zu kämpfen, muss Entscheidungen treffen, die zu Groß erscheinen, als das sie diese bewältigen kann. Ich hab mit ihr gelitten, mich mit ihr Verliebt und habe die Enttäuschungen mit erhobenem Haupt über mich ergehen lassen. „Im Hause Longbourn“ ist NICHT „Stolz und Vorurteil“! Es ist die Geschichte von Sarah, die diese Geschichte überhaupt erst möglich gemacht hat.

Einen kleinen Kritikpunkt habe ich dann dennoch: Die meisten wissen, wie „Stolz und Vorurteil“ ausgeht. In dieser Geschichte hier, geht es noch ein bisschen weiter und die Autorin lässt Lizzy selbst auch noch mal zu Wort kommen. Und das hat mich gestört, denn so wie die Autorin Lizzy darstellt, wurde sie von Jane Austen nicht wiedergegeben. Lizzy wollte nie so sein, wie Darcy sie haben wollte. Und doch wird das vermittelt, jedenfalls gegen Ende.

Das Ende war schön. Wirklich und ganz einfach schön. Ich hab mich für Sarah gefreut, nachdem sie sehr lange leiden musste und fand, dass das Ende nicht hätte besser für sie ausgehen können.

Fazit
Wer Lizzy und Darcy gern gelesen hat, für den ist „Im Hause Longbourn“ ein must read! Wen die Zeit von Jane Austen faszinierend findet, muss dieses Buch lesen. Für alle anderen würde ich fast sagen, lest vielleicht erst „Stolz und Vorurteil“, bevor ihr diese Geschichte lest. Erstens spoilert ihr euch sonst selbst und zweitens ist der Blick hinter die schmutzigen Kulissen erst dann lohnenswert, wenn man weiß, wie hübsch es eigentlich davor dargestellt wird.
Jo Baker macht Jane Austen alle Ehre und hat mit „Im Hause Longbourn“ eine Geschichte geschaffen, die sich sehen lassen kann und die man gelesen haben muss, wenn man sich für Austen, Lizzy und Darcy interessiert.

Bewertung
So, nun mag mich manch einer kleinlich nennen, aber die Darstellung von Lizzy gegen Ende fand ich wirklich unschön, übertrieben und falsch. Deswegen gibt es von mir 4 von 5 Marken, aber dennoch eine Leseempfehlung!


Saigon Sound
Saigon Sound
Preis: EUR 2,99

4.0 von 5 Sternen Traum oder Trauma? Auf jeden Fall interessant!, 14. Oktober 2014
Rezension bezieht sich auf: Saigon Sound (Kindle Edition)
Lange haben wir überlegt, ob wir eine gesonderte Inhaltsbeschreibung geben sollen oder nicht. Allerdings, nach reichlicher Überlegung und der einen oder anderen Zigarette, sind wir der Meinung, dass wir »Saigon Sound« und seinen Inhalt kaum in genug Worte fassen können, um unseren Eindrücken gerecht zu werden. Wir können den Inhalt nicht wiedergeben, ohne etwas zu verraten, was vielleicht nicht verraten werden sollte.

»Saigon Sound« von Daniel Dekkard strich schon eine Weile an den Grenzen unseres Leseradars herum. Wir bekamen es nur irgendwie nie richtig zu fassen. Als es uns dann direkt vor der Nase schwebte, schnappten wir zu. Die einzige Frage, die wir uns am Ende der Lektüre stellen mussten, war: War es ein Traum oder glich es einem Trauma, auf diese Reise gegangen zu sein? Zünden wir uns eine Zigarette an und gehen wir dem mal auf den Grund …

Wir gehen bei unseren Rezensionen gerne sehr emotional an die ganze Sache ran. Was hat das Buch bewirkt? Wie erging es uns währenddessen? Himmelhochjauchzend oder zu Tode betrübt? Analytisch sind wir eigentlich nie … oder eher selten. Aber hier machen wir eine Ausnahme. Wir gehen mit einem total analytischen Verstand an eine Erfahrung heran, die halb Traum und halb Trauma ist.
Als Leser begleiten wir Daniel, den Protagonisten auf einer Reise zu sich selbst. Inwiefern begeht man so eine Reise? Daniel versucht eigentlich nur, einem Ereignis zu entkommen und landet in Saigon, genauer gesagt, in einem Schwarzen Loch, das alles und jeden in einen Strudel zwischen Traum und Realität saugt. Am Ende bleibt nichts außer dem Trauma, dass man sich selbst nicht genug ist. Oder dass man sich selbst schon zu viel ist.

»Saigon Sound« besitzt einen roten Faden, erzählt eine Geschichte und hat auf jeden Fall ein Ende. Allerdings kann man alles anders auslegen. Was ist der rote Faden? Daniels Lebensgeschichte? Der kurze Aufenthalt in Saigon? Oder ist es kein roter Faden, sondern ein Teppich in verschiedenen Rottönen, die sich einem Traum gleich unscharf vermischen, bevor ein neuer Rotton entsteht? Und wenn es ein Teppich ist, was für eine Geschichte wird dann erzählt? Ist es die Geschichte über ein Trauma, ausgelöst durch Erlebnisse in einer Bar? Eine Liebesgeschichte, die Wunden hinterlässt? Oder ist es eigentlich die Reise der Leser, die zu sich selbst finden müssen. Lesen wir über Daniel oder lesen wir eigentlich unsere eigene Reise zu uns selbst, die durch einen Traum nur anders gezeigt wird und dadurch Traumata verarbeitet?

Das Ende ist ganz klar und wahrscheinlich das am einfachsten zu erklärende Ereignis der ganzen Geschichte. Das Ende fängt mit einem Traum an, überwindet Traumata, einprägsame Ereignisse und lässt den Leser am Ende erwachen, ohne das Bewusstsein was Wirklichkeit und Realität ist. Alles klar? Jemand eine Zigarette um den Gedankenstrudel zu entwirren? Oder eher einen Whiskey? Aber setzt euch ja nicht auf den leeren Stuhl an der Bar, verstanden?

Machen wir weiter. Seien wir vielleicht mal weniger analytisch, als wir es bis jetzt waren, sondern philosophieren wir mal. Was will uns Daniel Dekkard eigentlich sagen? Dass in Saigon die Zeit anders läuft? Das haben wir begriffen, mehr oder weniger. Dass es Menschen gibt, die irgendwann, irgendwo landen, um seltsame Dinge zu erleben, die sie nicht verstehen? Haben wir auch verstanden. Oder will uns der Autor eigentlich nur sagen, dass es immer darauf ankommt, wie man die Dinge sieht? Wäre diese Geschichte so verlaufen, wenn Daniel (der Hauptprotagonist, nicht der Autor!) nicht so offen für diese eigene, andersartige Welt gewesen wäre? Er akzeptiert die Dinge, die passieren. Nimmt sie einfach hin, ohne sie in ihre Einzelteile zu zerlegen. Damit lässt er ihnen den Zauber, der den Ereignissen unbewusst anhängt. Daniel (der Prota) zeigt uns Lesern, wie man Akzeptanz lebt, in einer Welt (die Kneipe, der Ort, das Land, die Erde …), in der man selbst akzeptiert werden muss. Ein Traum? Vielleicht. Ein Trauma, wenn diese Erlebensspanne vorbei ist? Mag sein.

Wir haben lange gegrübelt. Über »Saigon Sound«, über das Wieso, Warum, Wer, Was, Wo, Weshalb. Wir haben geraucht, getrunken und hatten am Ende einen fetten Kater, aber keine Erleuchtung. Man kann sagen, dass wir keine Meinung haben. Oder unsere Meinung spaltet uns selbst. War das Buch gut? Kann man so gar nicht sagen, denn wir finden (oder auch nicht), dass man »Saigon Sound« selbst gelesen haben muss, um (k)eine Meinung haben zu dürfen. Es schlägt ein wie Hochprozentiger, steigt in den Kopf wie eine lustige Zigarette zu viel und sorgt in beiden Fällen dafür, dass man benebelt ist, ohne seinem Ziel näher gekommen zu sein. Es heißt, der Weg sei das Ziel, aber ist das Ziel auch das Ende? Und was ist das Ende? Ist es das Ende, wenn die Geschichte vorbei ist? Oder fängt die Reise dann erst an? Bekommt man ein Trauma, wenn man diese Geschichte analysieren will? Auf jeden Fall! Aber warum?

Daniel Dekkards Schreibstil ist uns am einprägsamsten in unseren traumatisierten Köpfen hängen geblieben. Wir hatten das Gefühl, wir würden zusammen mit ihm bei Mat sitzen, trinkend, rauchend, im Schwarzen Loch verschwindend, und Daniel (diesmal der Autor, nicht der Protagonist!) erzählte uns die Geschichte von Daniel (der Protagonist, nicht der Autor, glauben wir … O.o). Wir sitzen mit einigen Leuten da rum, die wir eigentlich gar nicht kennen. Jeder versucht seine eigene Geschichte in diesem Loch zu lassen, um das Trauma der Erlebnisse zu überwinden, aber Daniel (der Autor) hebt sich durch seinen Stil, seine Art und Weise des Erzählens ab, sodass alles andere in den Hintergrund rückt, verschwimmt und letztendlich verschwindet, bis der Fokus ganz allein auf Daniel (den Autor) gerichtet ist. Der Spot scheint auf ihn, rauchend, trinkend und er erzählt einfach. So wie es ist, ohne Verschnörkelungen, Verschönerungen, Liebesgefühlsplänkeleien. Alles ist innerhalb der traumatischen Traumerfahrung klar strukturiert. Jedenfalls folgt es gewissen, geraden Linien, die am Ende irgendwo herauskommen.
Das Besondere an »Saigon Sound« ist ganz klar, das Wissen bzw. das Unwissen des Lesers. Denn diese Geschichte kann genauso wie sie geschrieben steht, auch passiert sein. Und als Leser ist dieses Gefühl vor dem Lesen und nach dem Lesen einfach faszinierend. Was ist nun? Ist Daniel DER Daniel? Oder doch nicht? Das Beste am Ende ist einfach, dass ich mir als Leser vorstellen kann, dass der Autor das hier erlebt hat. Ob es so ist oder nicht, sei dahingestellt und muss ich eigentlich auch gar nicht wissen.

Fazit
Seid ihr nun schlau aus unserer Rezension geworden? Noch eine Zigarette zum Nachdenken? Setzt euch noch mal hin, trinkt noch einen Whiskey und findet heraus, warum »Saigon Sound« so ist, wie es ist. Einprägsam. Anders. Eine Geschichte, die mehr ist als nur eine Geschichte. Ein Protagonist, auf der Reise zu sich selbst. Ein Ort, an dem wir verloren gegangen sind. Es ist nicht wirklich wichtig, eine Meinung zu haben, man muss nur begründen, warum das so ist. Es ist vorherbestimmt, wir können also gar nichts ändern. Vielleicht träumen wir ja. Oder ihr träumt und wir sind wach.

Jeder, der nichts gegen traumatische Erfahrungen hat (haltet euch mal eine Waffe in den Mund und schießt dann daneben!), der nichts gegen Erlebnisse hat, wie sie in einem Traum vorkommen (haben wir die Rezension wirklich geschrieben oder haben wir zu viel getrunken und geträumt?), der ist bei »Saigon Sound« genau richtig. Denn auch wenn alles etwas seltsam ist und wir nie wirklich wussten, wo uns diese Reise nun hinführt, haben wir doch immer wieder nachdenken müssen, über das, was zwischen den Zeilen steht. Und spricht es nicht für das Buch, wenn wir uns selbst Tage (wahrscheinlich noch Wochen) mit ihm beschäftigen? Irgendwas muss es ja in uns bewirkt haben, auch wenn wir nicht genau definieren können, was es ist.

Bewertung
»Saigon Sound« von Daniel Dekkard (dem Autor) bekommt von uns 4 von 5 Marken.


In der Stunde deines Todes: Thriller
In der Stunde deines Todes: Thriller
Preis: EUR 8,99

4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Seicht, aber gut!, 14. Oktober 2014
„In der Stunde deines Todes“ passiert es schlag auf schlag: Ohne Vorahnung, ohne das wieso zu erfahren, ohne Abschied nehmen zu können, wirst du am helllichten Tage auf einem Spielplatz erschossen und deinem Mörder gelingt die Flucht. Zuvor sagt er aber deinem kleinen Jungen, der das alles mit seinen zwei Jahren miterleben musste, dass seine Mutter und er als nächstes dran seien. Mit diesem „krassen“ Anfang startet das mysteriöse Rätsel um den „Mann mit den blauen Augen“.

Der Anfang spiegelt sich im KT wieder, und so kam es wenig überraschend, als diese Szene auf mich losging. Dennoch kam ich nicht umhin, mich mit meinen Gedanken um das WIESO zu streiten, denn laut der Erzählung schien keiner einen Grund gehabt zu haben, sich so grausam an diesen Mann rächen zu wollen. Was also veranlasste den „Mann mit den blauen Augen“, nach dem Mord an den Vater auch eine Drohung an das Kind und dessen Mutter zu richten?

Fünf Jahre später tauchen wir in die Gedanken der Witwe ein, die seitdem in stetiger Angst um ihr Leben und das ihres Sohnes ist. Erzählerisch verzichtet die Autorin konsequent auf zu tief gehendes Storytelling und fokussiert sich einzig und alleine auf die Handlung. Da waren weder Gefühle mit am Bord, noch Charaktertiefe, die der Handlung die Show hätte stehlen können. Das hatte mich dann doch etwas überrascht, aber ich lauschte weiter der Handlung und kam gut damit klar. Besser, als ich es ehrlich gesagt erwartet hätte.
Und als hätte die Autorin die Besorgnis, dass dieser eine Mordfall nicht ausreichen könnte, legte sie einen weiteren mitdrauf, der sich mit dem Ersten verbinden sollte.

Durch eine neue Reality Show, die die Witwe produziert, bei der es um ungelöste Mordfälle geht, möchte sie anderen „Opfern“ die Möglichkeit geben, mit einer möglichen Aufdeckung des Mörders ihren Frieden zu finden. Ausgesucht hatte sie sich einen ganz besonderen Fall, der 20 Jahre zurücklag und damals für große Schlagzeilen bei der Presse sorgte.
Und genau dieser Fall war dann doch ausschlaggebend dafür, dass ich wissen musste, was genau damals wirklich passierte.

In kurzen Kapiteln sprang ich in einem Kopf nach dem anderen, nur um herauszufinden, wer von ihnen den damals ein Motiv hatte und ob der Mörder sich unter ihnen verstecken könnte. Mit leichtem Schwindel musste ich mich an all diese Gedanken, Menschen und Perspektiven gewöhnen, aber dadurch, dass es wirklich nötig war und der Spannung einen riesen Vorteil verschaffe, freundete ich mich damit an und fand sogar gefallen daran. ^^ (Und das, obwohl es mich bei anderen Krimis abschreckt.) Zwischendrin bekam ich auch Einblick in den Gedanken des „Mannes mit den blauen Augen“, aber ganz ehrlich? Mich hatte das nicht sonderlich interessiert oder gar meine „Nerven“ berühren könnte. ^^ Nichts gegen die Autorin, aber das hätte sie auch gut weglassen können, denn der zweite Mord war um weiten interessanter, als dieser hier. Ja, das war Kritikpunkt Nummer 1.

Zum Ende des Buches kann ich nur sagen, dass ich keinen blassen Schimmer hatte, wer denn nun der Mörder war. JEDER hatte hier ein Motiv. JEDER dieser Verdächtigen hatte eine interessante Persönlichkeit, die gerade genug von sich preisgab, damit mein Spürnase die Orientierung verlor und einfach nicht wusste, wer von den ihnen zu solch einer Tat wirklich fähig sein könnte. Die Autorin spielte bis zum Schluss hin ein spannendes Katz und Maus spiel mit mir, das für zwischendurch perfekt geeignet war. Hier überforderte nichts meinen Verstand, sondern es war im Vergleich zu einem meiner anderen, gelesenen Krimis (denn als Thriller kann man das hier nicht wirklich bezeichnen) ein angenehmer Spaziergang, bei dem ich hier und dort schöne Entdeckungen zu vermerken hatte. Und das ohne Blut zu verspritzen. Muss ja auch hin und wieder mal sein.

Fazit
Ein seichter Krimi, der es dennoch schafft, mit seinen kurzen Kapiteln und abwechselnden Sichtweisen die Spannung aufrecht zu erhalten, sodass ich niemals die Lust verspürte, gelangweilt das Buch zuzuschlagen. Dabei liegt die Betonung auf „seicht“, denn auch wenn der Anfang relativ spektakulär mit dem Mord des Familienvaters auf dem Spielplatz beginnt, so verläuft der Rest mehr „einblickend“ als gefährlich ab. Hier wurde ich zur Maus und musste herausfinden, welche Katze am ehesten zu einem Mord fähig wäre.
Wer bei einem Krimi abschalten und sich von der Handlung führen lassen will, wird sich mit diesem Buch hier bestens unterhalten fühlen.

Bewertung
Ich vergebe gute 4 von 5 Marken und kann nur hervorheben, dass man hier zwar nichts hochqualitatives und blutiges auf den Tisch gelegt bekommt, dennoch seinen Spaß mit der Handlung haben wird. :D Gönnt eurem Krimi-Gehirn doch etwas leichtes, so wie ein kleiner Salat vor der großen Hauptspeise. Danach wird euch der Hauptgang in Form eines komplizierten Thrillers mit Sicherheit umso intensiver schmecken. ;)


JET: Thriller von New York Times Bestseller Autor Russell Blake
JET: Thriller von New York Times Bestseller Autor Russell Blake
Preis: EUR 4,99

2 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Hart. Rasant. Jet., 9. Oktober 2014
Das Cover von „Jet“ ist der Hammer. Wenn man genau hinschaut erkennt man so viele kleine Details, die sich mit der Geschichte verbinden lassen. Mir persönlich gefällt das Cover sehr und ich finde, es passt perfekt zur Geschichte.

Meinung
Ich habe genau einen James Bond-Film gesehen! „Stirb langsam“ finde ich Hammer (das liegt aber wohl an Bruce Willis :-D ) und dennoch kann ich mit den „Baller-Filmen“ nicht viel anfangen. Sie dienen der Unterhaltung und ich finde, sie haben nicht immer einen tieferen Sinn. Müssen sie auch nicht, weil sie ja eben unterhalten sollen. Von „Jet“ wusste ich, dass es ebenso heiß hergeht, wie in diesen Filmen. Konnte mich das in Buchform überzeugen? Versuchen wir es heraus zu finden, ohne dabei zu sterben.

Die Geschichte fängt gleich rasant an. Maya, die Hauptprotagonistin will friedlich ihren Laden schließen, denkt an nichts schlimmes und muss im nächsten Moment einige schwerbewaffnete Männer umbringen. Das macht sie mit links, schließlich gehört sowas dazu, wenn man einer nicht existierenden Gruppierung angehörte, die sogar mit Chipkarten Menschen töten können. Maya, im weiteren Verlauf „Jet“ genannt, machte auf mich einen sehr soliden Eindruck. Sie tat, was getan werden musste, um ihr eigenes Leben zu beschützen.

Grundsätzlich konnte sie erstmal alles. Waffen bedienen: Kein Problem. Unerkannt quer durch das Land reisen:
Also bitte! So viele Elite-Soldaten umbringen, dass ich irgendwann zu zählen aufgehört habe: Macht sie mit geschlossenen Augen und im dunklen. Natürlich könnte man nun sagen, dass Jet fast schon zu perfekt war. Es gab keinen perfekt ausgebildeten Mann, denn sie nicht umbringen konnte. Keine Situation, in der sie versagt hätte. Aber sie gehört selbst zu den Besten der Besten. Sie selbst ist die Elite. Wenn sie es nicht könnte, wenn Jet Angst zeigen oder versagen würde, wäre sie für mich nicht glaubhaft gewesen. Jet ist hart, zäh und kann töten, ohne mit der Wimper zu zucken. Und genauso kommt sie auch rüber!

Ariel oder David, ihr männlicher Gegenpart, war da schon anders. Auch er foltert ohne zu zögern, tötet erst und fragt dann, aber er ist im „Feld“ nicht ganz so agil wie Jet, da er die letzten Jahre nicht aktiv war. Sie ist der Profi, er war der Koordinator der nicht existierenden Gruppe, die hochrangige Terroristen im Auftrag der Regierung umbrachte. Was natürlich grundsätzlich abgestritten wurde. Schließlich gab es diese Gruppe nicht. Zusammen versuchen die beiden herauszufinden, wer sie warum umbringen will, denn auch auf David und den Rest der Gruppe gab es Mordanschläge und nur Jet und er haben bis jetzt überlebt. Nach einigem hin und her, glauben sie zu wissen, wer ihren Tod will und jagen diesen Mann nun ihrerseits.
David war für mich ein Mann der zwar keine Skrupel hatte, aber ein Gewissen. Er beschützt seine Lieben und beseitigt seine Feinde. Während Jet eher pragmatisch war, war David vorrausschauend. Sie waren ein Team, das zu einer anderen Zeit an einem anderen Ort und unter anderen Umständen durchaus das Potenzial für „auf immer und ewig“ gehabt hätte.

Wie in jedem guten Agenten-Thriller-Baller-Film/Buch gehört natürlich ein Antagonist dazu. Dieser war … eigen. Ich hab ihn bis zum Schluss nicht ganz durchschaut und konnte seine Beweggründe auch nicht immer nachverfolgen. Vielleicht habe ich an dieser Stelle tatsächlich mehr Tiefe in der Geschichte gesucht, als vorhanden war. Der Autor schreibt das, was er meint und die Figuren sagen und machen ebenfalls genau das, was sie meinen. Kein „zwischen den Zeilen lesen“, kein „um die Ecke denken“. Daran musste ich mich erst gewöhnen, aber als ich einmal drin war, ging es dann.

Allerdings muss ich zugeben, dass die Absichten des Antagonisten mir wirklich fremd waren. Einerseits ging es um Rache, andererseits um Geld. Gut und schön und gehört ja auch zu dieser Art von Geschichten dazu, aber mir war es zu viel des Guten. Bevor ich den Sinn der Rache begreifen konnte, ging es plötzlich um Geld. Im Endeffekt hat der Bösewicht wohl alle wegen allem umgebracht, vielleicht brauchte er auch keinen besonderen Grund. Die zwei Dinge waren gut, waren im Nachhinein betrachtet logisch, aber im Moment des Lesens, mir zu undurchsichtig. Bevor ich das ganze Ausmaß überblicken konnte, war die Geschichte nämlich schon vorbei. Schade, denn so richtig böse kam er mir nun auch nicht rüber. Allerdings entsprach der Antagonist dem üblichen Bild, was man von so einem „Schurken“ wohl hat, wenn er in so einer Geschichte sein Unwesen treibt, wie „Jet“ eine ist.

Da kommt natürlich die Frage auf, was „Jet“ für eine Geschichte ist. Jedenfalls keine der üblichen Thriller, obwohl das vorne drauf steht. „Jet“ soll unterhalten. Wenige Emotionen, wenig Tiefgang. Ich finde, der Vergleich mit James Bond oder „Stirb langsam“ ist gar nicht so falsch und jeder, der „Jet“ lesen will, muss sich bewusst sein, das tatsächlich genauso eine Geschichte auf einen zukommt. Mir persönlich gefielen die Dialoge nicht. Gerade am Anfang wirken sie hölzern, gestellt und unrealistisch. Sobald die Dialoge wegfallen (es gab tatsächlich nicht viel davon) klappt alles wunderbar und ich konnte mich in die Geschichte reinfinden. Viel umbringen, viel schießen, wenig fragen, wenig denken.

Das Ende lässt natürlich Raum für mehr. Das Kernproblem ist gelöst und dennoch lässt der Autor dem Leser genug Platz um die Geschichte weiter zu spinnen. Es geht ja auch noch weiter und ich als Leser hab natürlich gleich überlegt, was jetzt noch kommen könnte. Für mich persönlich war es ein gutes Ende, was mich, was die Geschichte angeht, befriedigt zurück ließ. Das ich das Große und Ganze, das Warum, nicht sofort ganz begriffen habe, ist nicht schlimm, aber tat sicherlich dem Lesegenuss nicht gut.

Fazit
„Jet“ ist sicherlich nicht für jeden etwas, aber wer auf endlos rum Geballere steht und sich nicht an Frauen stört, die mit allem, was sie in die Finger bekommen töten können, ist bei Jet genau richtig. Kaum Emotionen, wenig Dialoge, dafür Action ohne Ende, wie das bei den guten, alten „Agenten“ Thrillern eben so ist. „Jet“ unterhält und sorgt nicht dafür, dass man die Welt mit anderen Augen sieht. „Jet“ ist hart, zäh und als Verfilmung sicherlich richtig, richtig Hammer!

Bewertung
Das ist schwer. Ich vergebe an dieser Stelle sehr gute 3 von 5 Marken. Nicht, weil ich kein gutes Action-Buch zu schätzen weiß, sondern weil mir etwas Ausarbeitung bei den Hintergründen des Antagonisten gefehlt hat und ich denke, dass man seine Beweggründe besser hätte in die Geschichte einarbeiten können.

Tilly


Exkarnation - Krieg der Alten Seelen: Thriller
Exkarnation - Krieg der Alten Seelen: Thriller
Preis: EUR 9,99

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Top-Geschichte, aber..., 9. Oktober 2014
Ich habe von Markus Heitz noch gar nicht viel gelesen, um genau zu sein, nur die ersten zwei Teile der Judas-Reihe. Warum also wollte ich das lesen? Der Handlungsort hat mich interessiert (rein persönlich^^), also stürzte ich mich in das Abenteuer Seelenwanderung. Habe ich überlebt? Finden wir es heraus…

Schnell und zügig wurde ich von Markus Heitz direkt am Anfang in das Geschehen geworfen. Keine langatmige Charaktervorstellung, keine dezente Einleitung. Gleich zu Beginn gibt es die erste Tote, die aber nicht tot bleibt. Ein Gruppe von … ein geheimer Zusammenschluss von Menschen die Seelenwanderern helfen, in ihren neuen Körper zu kommen, will genau das jetzt versuchen. Eine bestimmte Seele muss in einen bestimmten Körper und einen ganz bestimmten, bösen Plan auszuführen. Klingt im Grunde wie etwas ganz altbekanntes, ist es aber nicht. Denn Markus Heitz sorgt durch das Einstreuen von Fantasy-Elementen immer wieder für Überraschungen.

Ich war erstaunt, wie „normal“ diese Seelenwanderer sich unter uns bewegen, wie „normal“ es ist, dass Menschen sich in Wer-Tiere verwandeln können und dass es natürlich vollkommen normal ist, dass es eine Gruppe (mal wieder^^) von Menschen gibt, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, genau solche „Monster“ zu fangen und einzusperren. Nicht zu töten! Der Grund, warum sie das eben nicht machen, ist so genial wie einfach und ich muss ganz ehrlich zugeben, dass ich von Markus Heitz Einfallsreichtum innerhalb der Geschichte schwer beeindruckt war. Da taucht das Bernsteinzimmer auf, Schizophrenie bekommt eine ganz neue „Erklärung“ und Markus Heitz stellt auch noch das Leben nach dem Tod auf den Kopf. Sehr fantastisch.

Nichts kam zu kurz, alles wurde so erklärt, dass ich es auch ohne tiefgreifende Erklärungen verstand, wie zum Beispiel die Wanderung der Seele. Sehr bildreich, aber nicht zu überladen.

Die Hauptrolle teilen sich hier mehrere Protagonisten. Es gibt mehrere Handlungsstränge die aber alle miteinander verwoben sind. Mehrere Handlungsstränge, das könnte jetzt verwirrend klingen, ist es aber bei Markus Heitz gar nicht. Ich hatte immer den Überblick, wusste wer jetzt dran war und warum und fand es sogar zwischenzeitlich recht angenehm, aus dem Leben des einen in das Leben des anderen springen zu können, um so über die Geschehnisse nachdenken zu können.

Claire, meine heimliche Favoritin zur Hauptprotagonistin hat mich wirklich schwer begeistert. Sie macht eine erstaunliche Wandlung innerhalb der Geschichte durch, die ich so auch noch nicht gelesen habe. Sie muss sich plötzlich in einem fremden Körper zurecht finden, in einem anderen Leben und weiß gar nicht, wie ihr geschieht. Sie hat alle Erinnerungen an ihr altes Leben, weiß was passiert ist und muss dennoch eine Rolle spielen, die ihrer ganzen Persönlichkeit entgegen spricht. Entgegen der Erwartungen von allen anderen schafft sie es, auch wenn es ihr sehr schwer fällt und sie immer wieder hinfällt. Denn Claire ist etwas Besonderes und die Alten Seelen sollten sich warm anziehen. ;-)

Eine Sache, die für mich ganz besonders toll war, war das Auftauchen von Figuren, die ich aus der Judas-Reihe kenne. Anscheinend macht das Herr Heitz öfters so, ich kannte es bis jetzt noch nicht. Wahrscheinlich hab ich mich da zwar jetzt selbst gespoilert, da ich ja das Ende von der Reihe (noch) nicht kenne, aber es war wirklich sehr klasse zu lesen, wie die Figuren in eine andere Geschichte integriert werden.

Es wirkte nicht aufgesetzt oder erzwungen, sondern gehörte einfach mit dazu, als würden die Figuren genau zur richtigen Zeit am richtigen Platz sein.

„Exkarnation“ ist ein 600 Seiten Wälzer und ich könnte euch wirklich seeehr viel über die Geschichte, die Handlungen und die Charaktere erzählen, aber eigentlich kann ich das nicht. Es passiert sehr viel. Nichts geschieht ohne Grund und ein Wort zu viel könnte euch schon eine Wendung kaputt machen. Denn was unerwartete Wendungen anbelangt hat der Autor tief in die Trickkiste gegriffen und servierte mir hier einige Twists mit denen ich rein gar nicht gerechnet hatte. Sehr gut und sehr überraschend!

Das Ende … es ist ein Zweiteiler, deswegen gibt es gegen Ende natürlich noch einige offene Fragen. Das Hauptproblem um Claire ist gelöst, aber Markus Heitz hat sehr viele Nebenhandlungen eingebracht, die auch noch aufgelöst werden wollen.
Gegen Ende wartete dann auch noch eine wirklich verdammt große Wendung auf mich, mit der ich gar nicht gerechnet habe und die mich tatsächlich ziemlich umgehauen hat! Sehr gut vorbereitet und umgesetzt!

Auch wenn die Rezension recht positiv ist, muss ich zugeben, dass ich nicht in Begeisterungsstürme ausbreche. Herr Heitz kann schreiben, da braucht man gar nicht sagen. Die Geschichte und die ganzen Ideen sind super. Die Umsetzung ebenfalls und doch … fehlte mir der letzte allesentscheidende Funke. Schade eigentlich, aber so ist es nun mal.

Fazit
Alles in allem ist „Exkarnation“ ein klasse Buch für Fans von Markus Heitz. Die Geschichte ist topp, die Ideen klasse umgesetzt und wer auf Vampire, Werwölfe und sonstige Wesen in der normalen Welt steht, ist hier genau richtig. Dazu kommt noch die wirklich superklasse Idee der Seelenwanderung! Klare Kaufempfehlung an dieser Stelle. Jeder, der noch nie in der Richtung etwas gelesen hat, könnte sich ja erst einmal die Leseprobe ansehen.

Bewertung
„Exkarnation“ von Markus Heitz bekommt von mir 4 von 5 Marken. Für meine großen Begeisterungsstürme hat es leider nicht gereicht, obwohl ich nicht mal genau benennen kann, woran das lag.


In deinem Licht und Schatten: Roman
In deinem Licht und Schatten: Roman
von Louisa Reid
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 16,99

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein Jugenddrama, das nicht so leicht zu verdauen ist und durch Authentizität glänzt, 3. Oktober 2014
Alles dreht sich um die Zwillinge Rebecca und Hephzi. Um ihre Licht und Schattenseiten. Dem Tod und dem Weiterleben danach. Denn wie kann Rebecca nach dem Tod ihrer Schwester überhaupt noch an diesem fürchterlichen Ort weiterleben?
Rebecca ist nicht wie ihre bildschöne Schwester. Sie leidet seit ihrer Geburt an einer Knochenkrankheit, die sich nur auf ihrem Gesicht bemerkbar macht und dafür sorgt, dass die Knochenstruktur nicht richtig wächst. Anstatt es von Anfang an richtig behandeln zu lassen, um ihr später ein normales Leben zu ermöglichen, scheren sich die Eltern einen Dreck darum, und so muss Rebecca beinahe Taub ihr Leben weiterleben. Mit all den Blicken, die ihr die Leute beim Anblick ihres entstellten Gesichtes zuwerfen.
Rebecca & Hephzi sind Zwillinge, die nur den gleichen Geburtstag gemeinsam haben und vom Wesen sowie Äußeren total unterschiedlich sind. Wie der Titel schon sagt, steht Rebecca von Geburt an im Licht und Schatten ihrer schönen, gesunden Zwillingsschwester Hephzi, während Rebecca wie ein Monster behandelt wird. Bis aufs äußerste muss sie die Misshandlungen ihres Vaters und die psychische Demütigungen ihrer Mutter einstecken, nur, damit sie ihre Schwester davon bewahren kann.

Man sollte meinen, dass Zwillinge zusammenhalten, egal was kommt. Gerade in Anbetracht der schwierigen Umstände, in denen die zwei aufwachsen und leben. Aber nur Rebecca scheint sich für das wohl ihrer Schwester zu interessieren und die Autorin verdeutlicht das auch von Seite zu Seite intensiver. Sei es durch die Gewaltszenen, bei dem Rebecca die Wut ihres Vaters auf sich lenkt, damit ihre Schwester verschont wird, oder wenn Rebecca in der Schule von ihrer Schwester ignoriert wird, weil diese sich für sie schämt. Hephzi sieht, weiß und merkt, was ihre Schwester alles für sie aufnimmt, und dennoch bleibt sie den Rest der Geschichte egoistisch und undankbar ihr gegenüber. Beide kennen das Wort „Liebe“ und „Zuwendung“ nicht sonderlich, weshalb ich dann schon das egoistische Verhalten von Hephzi nachvollziehen konnte.

Während also die „normalen“ Teenager aus ihrem Dorf ein glückliches Familienleben führen und eine unbeschwerte Kindheit genießen, müssen die Zwillinge sich der strengen Erziehung ihres Vaters fügen und alles tun, was er von ihnen verlangt. Die Mutter schweigt und ist im Inneren erleichtert, dass ihre Kinder den Hass und die Schmerzen abbekommen, während sie unbeschadet davonkommt.

Der Vater ist ein selbsternannter „Mann Gottes“, ein Segen für seine Gemeinde, ein perfekter Schauspieler, wenn es darum geht, seinen Ruf zu wahren. Niemand ahnt, was wirklich hinter geschlossenen Türen bei ihm Daheim los ist. Oder vielleicht will niemand genau hinsehen. Denn das offensichtlich etwas mit den beiden Mädchen nicht stimmt, die erst seit ihrem 16 Lebensjahr die Schule besuchen oder generell das „Leben“ vor der Haustür nicht kennen, ist unübersehbar. Aber wir kennen es auch nur zu genüge aus unserer Realität, wenn mehr weggesehen anstatt hergesehen und geholfen wird.

Das Buch beschäftigt sich ausschließlich mit dem Leben dieser zweien, deren Gedanken und Versuche, auch ein Stück „Glück“ und „Normalität“ zu ergattern, oftmals vom Vater vernichtet werden. Hier erwartete mich kein Märchen, das mit einem Happy End glänzt sondern einfach nur eine tragische Geschichte über ein Leben, dass einem Verloreneren hinterhertrauert.

Rebecca versucht von Beginn an einen Ausweg zu finden, da sie nicht so wie ihre tote Schwester enden möchte. Was genau mit ihrer Schwester überhaupt passierte, erfährt man durch Hephzis Sichtweise, die von Kapitel zu Kapitel als „Zuvor“ gekennzeichnet wurde. So sind wir stets in der Gegenwart bei Rebecca und in der Vergangenheit mit ihrer Schwester.
Die Gewalt macht sich anfangs nicht direkt bemerkbar, sondern schleicht sich durch die Angst und Andeutungen der Schwestern ein, bis sie dann auf einmal unerwartet einschlägt und ihre ganze Wut auf Rebecca hinabfallen lässt. Hier schüttelte es mich oftmals selbst, auch wenn die Autorin es nicht so eloquent ausschmückt. Die blauen Flecke kann ich einfach schwer aus meinem Kopf verbannen, und so empfand ich die ganze Zeit über Mitleid mit Rebecca, was mit Sicherheit von der Autorin beabsichtigt wurde.
Bevor man sich vom Klappentext locken lässt, sollte man sich vielleicht mal die Leseprobe näher anschauen. Denn Klappentext und der tatsächliche Erzählstil sind so verschieden wie Tag und Nacht. Während wir mit der Ich-Perspektive das Leben beider Schwestern mitverfolgen, spürt man deutlich den Kontrast des Lebensstil, den die beiden führen und das sie durch die strenge Erziehung und „Wegsperrung“ nicht so wirklich mit der „normalen“ Welt da draußen etwas am Hut haben.

Fazit:
Wer bei „In deinem Licht und Schatten“ auf ein traurig-schönes Märchen über zwei Schwestern hofft, die sich dem Bösen in ihrem Leben tapfer stellen und gegen Ende aus ihrem dunklen Verließ fliehen konnten, liegt hier falsch. Gewalt, Trauer und jede Menge blaue Flecken gehören hier zum Alltag. Ein Jugenddrama, das nicht so leicht zu verdauen ist und durch Authentizität glänzt, aber noch seine kleinen Schwächen hat, die mich aber nicht so stark störten.

Bewertung:
Ich gebe verdiente 4 von 5 Marken, da ich besonders gegen Schluss einige Dinge besser hätte „gelöst“ haben wollen. Nichtsdestotrotz war es ein lesenswertes und gutes Dramabuch, dass mir unter die Haut ging.


Schneewittchens Geister: Roman
Schneewittchens Geister: Roman
Preis: EUR 7,99

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Es war einmal … … eine nicht perfekte, nicht wunderschöne, nicht selbstbewusste junge Frau..., 2. Oktober 2014
Cover
Das Cover, die Umschlaggestaltung, das Design ist der HAMMER! Ich fand es auf den ersten Blick so genial, dass ich allein deswegen mit das Buch näher angesehen habe. Nach dem Lesen weiß ich die Gestaltung sogar noch mehr zu schätzen, denn mehr Inhalt in einer Umschlaggestaltung geht sicherlich nicht! Ich bin begeistert!

Inhalt/Meinung
Wie schon erwähnt, war das Cover das erste, was ich von „Schneewittchens Geister“ sah. Es hatte mich sofort in seinen Bann gezogen und ich kam um das Lesen der Geschichte nicht drum herum. Konnte Schneewittchen mich überzeugen oder habe ich sie am Ende mit einem Apfel vergiftet?

„Schlaft, Kinder“, sprach die Nacht traurig, „schlaft und sorgt euch nicht. Sorgt euch am Tage, aber schlaft jetzt!“ Dann vergoss sie einige Tränen und schlich erst auf leisen Sohlen davon, als der Tag erschien und müde die wintertrübe Sonne an den Himmel hängte.
(Kapitel 6, Seite 110, Zeile 10)

Es war einmal …
… eine nicht perfekte, nicht wunderschöne, nicht selbstbewusste junge Frau, die von ihren Ängsten getrieben wurde und eine unerklärliche und erschreckende Todessehnsucht an den Tag legte. Unser Schneewittchen heißt Ernestine Nordmoor, kurz Erni, und hat mit dem Grimmschen Zwergen-Babysitter nichts gemein. Außer vielleicht das Haar so schwarz wie Ebenholz und die Haut so weiß wie Schnee. Erni ist verschroben, um es mal nett auszudrücken. Sie bildet sich diverse, höchst tödliche Krankheiten ein, lässt sich selbst regelmäßig in die Geschlossene einliefern und sieht zu allem Überfluss auch noch Geister. Ich muss zugeben, ich mochte Erni. Sie ist sich ihrer Fehler, oder ihrer Fettnäpfchen in die sie tritt, nicht bewusst. Sie ist nett, herzensgut und auch im Angesicht der größten Not, steht sie erhobenen Hauptes da und kämpft gegen die Gefahr. Immer wieder wird ihr gesagt, dass sie krank ist, keiner Akzeptiert sie und dennoch lässt sie sich nicht unterkriegen. Das hab ich wirklich bewundert, auch wenn Erni manchmal wirklich mehr Glück als Verstand hatte. Sie war mir mit ihrer eigenen, verträumten Art von Anfang an sympathisch. An einigen Stellen hätte ihr Verhalten leicht mit sehr seeehr viel Naivität gleich gesetzt werden können, aber die Handlung hat das nicht zugelassen, weil diese nie aufgesetzt gewirkt hat. Dadurch war unser Schneewittchen immer glaubhaft, selbst wenn sie mit Geistern sprach, Höhlenhunde wachsen sah oder Finger beerdigte.

Im tiefen, dunklen Wald …
… lebten keine sieben Zwerge, keine liebe Großmutter und auch kein böser Wolf. Die sieben Zwerge sind hier sieben kleine Kindergeister, die so süß sind, dass man sie lieben muss, selbst wenn man sie nicht sieht. Eins davon scheint etwas still zu sein, allerdings ist die Autorin da nicht weiter drauf eingegangen. Ich dachte immer, dass es mit dem siebten der Zwergengeister noch mehr auf sich hatte, weil immer wieder betont wurde, wie still und in sich zurückgezogen das kleine Mädchen war. Aber vielleicht hab ich da auch nur mehr gesehen, als tatsächlich da war. Die Großmutter ist weder lieb noch nett. Sie ist eine alte herrische Fuchtel, die weder Bettlägerig ist noch gepflegt werden muss. Ich war schwer beeindruckt von ihrem unbeugsamen Willen, denn sie hat trotz ein paar kleiner Momente, immer das in Schneewittchen gesehen, was sie wirklich war.
Der böse Wolf hat eigentlich gar nichts mit Schneewittchen direkt zu tun und erst ganz am Ende sind sie mal auf einander getroffen. Kurz und schmerzlos - wortwörtlich, denn es ist zwischen ihnen nichts passiert. Schneewittchen musste gegen die böse Hexe kämpfen, die hier mehr Erscheinungsbilder hatte, als man Hexen zusprechen sollte, aber die ganze Vielfalt sprach durchaus für sich.

Im Schloss gab es ein großes Fest …
… und alle Gäste des Märchenreiches fanden sich ein. Wirklich. Alle! Von Schneewittchen, über Dornröschen und Rotkäppchen bis hin zum alten Gefecht von Gott und Teufel, war alles da. Äpfel, die sieben Zwerge, der böse Wolf, der rettende Prinz, ein hundertjähriger Fluch, Drachen, Vampire, Ghule … nur die Zombies haben mir gefehlt. ^^
Ich fand es wirklich einzigartig, wie die Autorin die einzelnen Elemente der vielen Märchen miteinander verbunden hat. Jedes hatte seinen Platz, jeder kleine Hinweis brachte mich zum Lachen. Auch wenn die Märchenprinzessinnen nicht in ihrer üblichen Gestalt auftreten, so hatten doch alle ihren eigenen Flair und waren Charmant, auf die eine oder andere Weise. In „Schneewittchens Geister“ wird nicht eine Geschichte erzählt, sondern viele kleine. Sie bauen aufeinander auf, verknüpfen sich und enden zusammen in einem großen Knall. Nichts bleibt offen, alles ergibt am Ende Sinn, auch wenn ich mich zwischendurch manchmal fragte, wie das alles enden soll.

Der Apfel und die Spindel aber…
… waren giftig und sollten töten. Taten sie aber nicht, denn der Apfel war bitter und auf das Spinnrad hatte niemand Lust. Ich weiß nicht, wie ich meine Kritik zum Besten geben soll, denn eigentlich ist es auch ein Lob. Die Sprache war leicht Märchenhaft, die Figuren sprachen meist sehr gehoben. Es war wie, als würde ich tatsächlich in einem Märchen versinken. Aber auf Dauer war das alles dann doch zu anstrengend zu lesen. Es war schwer und erdrückend und dadurch hatte die Geschichte in der Mitte einen kleinen Hänger. Obwohl die Handlung konstant weiter geht, sich immer weiter aufbaut und auch die Spannung wirklich hoch ist, war diese gehobene, schwere Sprache auf Dauer zu viel des Guten.

Und wenn sie nicht gestorben sind …
… dann beschützen Schneewittchen und ihr Prinz die Menschheit noch immer vor den bösen Monstern. Das Ende fand ich wirklich klasse. Es gab einige Tote (davon gab es eigentlich sogar recht viele, während der Geschichte … O.o), eine Auflösung… nein, fünf Auflösungen und zwar für jeden wichtigen Protagonisten eine und ich war glück und zufrieden. Die Figuren haben sich entwickelt, das Ende schloss mit dem Anfang gleich und meine Fragen wurden alle zufriedenstellend geklärt. Als Leser kann man sich so ein rundes Ende, das aber genug Platz für eigene Interpretationen lässt, eigentlich nur Wünschen.

„Ich glaube, es gibt keinen Wahnsinn“, seufzte sie zwischen zwei tiefen Zügen an ihrer Zigarette, „ich glaube, es gibt nur viel zu viel Realität.“
(Kapitel 11, Seite 222, Zeile 31)

Fazit
„Schneewittchens Geister“ ist keine leichte Lektüre, was die Sprache und den Erzählstil angeht, aber genau da liegt der Charme der Geschichte. Wer Märchen mag und auf eine Neu-Interpretation derer nicht abgeneigt ist, ist bei Schneewittchen und ihrem Höhlenhund genau richtig. Spannung, tiefschwarzer Humor, Sarkasmus und herrlich dunkle Ironie, all das und noch viel mehr, findet man zwischen einer wirklich genialen Umschlaggestaltung.

Bewertung
„Schneewittchens Geister“ von Hanna-Linn Hava bekommt von mir sehr gut 4 von 5 Marken. Ich hatte zwischendurch einfach zu große Probleme, was Sprache und Erzählstil angehen, sodass ich eine Pause einlegen musste. Aber das ist Geschmackssache und ich bin mir sicher, dass die Geschichte sehr viele Anhänger finden wird!

Es grüßt
~ Tilly


Das Ende der Menschheit (Anthologie)
Das Ende der Menschheit (Anthologie)
von Jürgen Eglseer
  Broschiert
Preis: EUR 12,90

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Unterschiedlichkeit der Ideen ist wirklich hervorragend - klare Kaufempfehlung!, 30. September 2014
Inhalt/Meinung
Wieder einmal hat eine Anthologie vom Amrûn Verlag den Weg zu mir gefunden. Ich war gespannt, was der Verleger und Herausgeber Jürgen Eglseer mir diesmal präsentierte und so machte ich mich auf, um dem Ende der Menschheit entgegen zu treten.
Das Ende der Menschheit ist vielschichtig und birgt tausende von Möglichkeiten, die es auszuschöpfen gilt. Außerdem gibt es schon sehr, sehr viele Geschichten die mehr oder minder vom Ende der Welt und ihren Bewohnern handeln. Als Autor muss man mittlerweile tief in die Ideenkiste greifen, um nicht in der „Kenn ich dich schon in anderen Versionen“-Schublade zu landen. Als Herausgeber muss man den Blick für solche Geschichten haben und als Verleger sollte man sich trauen, auch mal „die etwas andere“ Geschichte aufzunehmen, um mit dem Gesamtpaket „Anthologie“ aus der Masse hervorzustechen. Den Anfang macht Jürgen Eglseer selbst in dem er mir als Leser den Leitartikel aus „Phantast #6“ als Einleitung präsentiere. Interessant, fundiert und neugierig machend auf das, was folgt. Fand ich viel besser als die üblichen Vorwort-Plänkeleien. Aber nun kommen wir mal zu den einzelnen Geschichten:
(Ich werde kaum ein Wort über den Inhalt verlieren. Es sind Kurzgeschichten, ich finde, da muss man nicht noch viel über den Inhalt erzählen, außerdem nimmt es die Überraschung, wenn man als potenzieller Leser schon vorher weiß, was passiert.)

Andre Hahn-Gerechtfertigter Hass
Gleich die erste Geschichte hat mich tatsächlich vom Hocker gehauen! Erinnerte von der Aufmachung an „28 Tage später“ aber doch ganz anders. Nach und nach erfährt man, was auf der Welt los ist und je mehr man weiß, desto erschreckender wird das Ausmaß des ganzen Problems. Moralisch hervorragend ausgearbeitet, verleiht der Kontext der Geschichte viel mehr Tiefe, als wenn der Autor die Problematik, die er behandelt, konkret angesprochen hätte. Ich war schwer beeindruckt und hab lange über den Inhalt nachgedacht. Und außerdem … wie soll so ein Einstieg getoppt werden?

Anke Höhl-Kayser-Der Erste
Hier wird eine der vielen Möglichkeiten thematisiert, in dem als Grundlage der ewige Kampf von Himmel und Hölle in einer anderen Form als Grundlage genommen wird. Ich spürte die allgegenwärtige Angst des Protagonisten, roch die frische Meeresluft und sah doch immer noch mal über die Schulter, um wirklich sicher zu sein. Die Auflösung war gewöhnungsbedürftig, ich mag eher die klassische Version des Weltuntergangs und konnte mit den Reitern in den Wolken nicht viel Anfangen, aber nichts desto trotz war das eine wirklich fantastische Geschichte, die der Frage auf den Grund zu gehen versucht, was wäre wenn man die letzte Person auf der Welt wäre?

Denise Mildes-Seuchenkind
Dieses Szenario hat mir auch ganz schön zugesetzt. Wie kann man leben, wenn alle um einen herum sterben? Wie kann man dann überleben? Eine Geschichte, im Grunde nur ein paar Szenen, die zum Nachdenken anregen und zu der Frage führen: „Was würde ich tun?“ Ich muss gestehen, ich weiß es nicht, und bin von der Charakterstärke der Hauptfigur beeindruckt. Sie hat alles verloren und macht dennoch immer weiter. Weil sie es muss, nicht unbedingt weil sie es kann.

Detlef Klewer-Hoffnung und L. A.
Hoffnung. Etwas das wahrlich überbewertet wird, wenn die Welt am A**** ist. Hoffnung macht sentimental, schwach und letztendlich ist man Tod. Das klingt jetzt vielleicht irgendwie niedergeschlagen und ja… hoffnungslos. Aber so hab ich mich gefühlt nach dieser Geschichte. Hoffnungslos, obwohl der Protagonist durchaus noch welche hatte. Er kämpft, kämpft und macht immer weiter. Trifft neue Leute, hat Vertrauen. Und am Ende gewinnt doch die falsche Schlange der Hoffnung. Die Ironie am Ende war schon fast komisch.

Dirk Wendt-Überleben
Die Geschichte gehört zu den Szenen, die einem am Ende eines Weltuntergangsfilms die Tränen in die Augen treiben. Man fiebert mit, hofft und weint am Ende um verlorene Träume und fasche Entscheidungen. Die Geschichte beginnt tragisch, steigert sich von Tag zu Tag und das Ende setzt dem ganzen noch die Krone auf. In Anbetracht der Umstände und da ich weiß, wie es aufgenommen wird: Fantastische Weltuntergangsgeschichte, die hervorragend die menschlichen Abgründe aufzeigt und gleichzeitigt ein Familiendrama einbaut, das dem Ganzen noch einen Hauch Drama verleiht.

Frederic Brake-Hundeliebe
Dieser Auslöser vom Ende der Menschheit war schlimm. Grauenvoll und erschreckend, da zeitgleich jedes Handeln vollkommen hoffnungslos und sinnlos ist. Alles steuert unvermeidbar dem Ende entgegen und nichts und niemand kann etwas dagegen machen. Ich als Leserin konnte nur zu schauen und fassungslos mit dem Kopf schütteln. Sehr ergreifend beschrieben. Der Wechsel der Perspektiven machte es noch eindrucksvoller.

Jasmin Ickes-Rot
Eine Liebesgeschichte, dessen Ende verpackt ist in den Weltuntergang. Was hat der Großvater getan? So genau wird das leider nicht klar und ob das dann zu dem letztendlichen Ende der Menschheit geführt hat, weiß ich auch nicht so genau. Ich finde, hier stand die Liebesgeschichte mehr im Vordergrund, als das Ende. Eine tragische Geschichte, die sehr schön anfängt und mit dem Ende von allem Leben endet.

Johanna Theuer-Der letzte Krieg
Grauenvolle Geschichte. Also der Inhalt, der Grund der Geschehnisse und das Ergebnis von Handlungen und Entscheidungen. Einfach nur grauenvoll und ich hoffe, dass so etwas nie wirklich passiert. Zwar kam ich mit dem Schreibstil nicht ganz klar, der war mir an einigen Stellen zu kalt und distanziert, aber der Kontext war erschreckend und machte die Distanz wieder weg. Es sind nicht unbedingt immer Viren oder dergleichen schuld am Ende der Menschheit. Das schaffen wir auch ganz allein.

Lily Beier-Hell
Von diesem Szenario hat sicherlich jeder schon mal gehört. Gut geschrieben, gut umgesetzt. Am Ende holt der Teufel doch sowieso alle, egal wen, egal wo. So einfach. Natürlich kann man jetzt anfangen darüber zu diskutieren, inwiefern die Menschen selbst Schuld sind, aber auf manche Dinge hat man (oder Mensch) eben keinen Einfluss.

Manfred Schnitzler-Parasit
Das ist die Geschichte eines Mannes, der durch äußere, schreckliche Umstände geformt wurde. Er ist am Ende nicht mehr der Mann, der er am Anfang war und wahrscheinlich wird er es auch nie wieder sein. Entscheidungen müssen getroffen werden und danach muss man mit den Konsequenzen leben. Klasse Geschichte, die nur einen kleinen Teil ihrer Möglichkeiten zeigt. Hier hätte ich gern noch mehr gelesen!

Marco Callari-Der Nebel
Jeder muss dann gehen, wenn seine Zeit gekommen ist. Das klingt jetzt ziemlich abgedroschen, aber genau das sagt meiner Meinung nach diese Geschichte aus. Wie das Ableben aussieht sei dahingestellt. Da der Protagonist nicht weiß, woher der Nebel kommt, erfahre ich das als Leser natürlich auch nicht. Das war nicht schlimm, macht es für mich die ganze Sache noch interessanter, da ich selbst grübeln konnte. Wieder eine klasse Geschichte!

Markus Cremer-Der Arachnideneffekt
Anfangs war ich etwas verwirrt, es dauerte einen Moment, bis ich in die Story reinkam, aber dann riss sie mich mit und ich fand mich zwischen Spinnen, Besserwissern und dem drohenden Ende der Welt wieder. Gesellschaftskritik die bei den kleinsten und unbeliebtesten Tierchen ansetzt und sich ganz langsam nach oben arbeitet. Sehr fantastisch, sehr eindrucksvoll. Vollkommen egal, ob das wirklich passieren könnte, allein dafür dass Leser über das „Verdammt, was tun wir der Welt eigentlich an?“ nachdenkt, macht die Geschichte herausragend. Kennt ihr folgende Situation? Ihr habt etwas angestellt, ihr wusstet dass es falsch war und habt es dennoch gemacht. Und nun steht vor euch die strenge, ältere Dame mit diesem Blick. Der Blick, der selbst Steine dazu bringt, von alleine zu Staub zu zerfallen.
Diese Geschichte hier ist die alte Dame und sie schaut mit dem Blick auf alle Menschen.

Markus Unger-Funkstille
Das Ende der Menschheit und dann wird man auch noch verrückt. Ich denke, dass ist die einzige Möglichkeit, irgendwie damit umzugehen. Man muss wohl ein bisschen verrückt werden. Sehr traurige Geschichte, die mich tief berührt hat.

Peter Biedermann-Fahrräder an der Tankstelle
Interessante Geschichte, allerdings hätte ich mir hier etwas mehr Hintergrund-Infos gewünscht. Das Ende ist recht offen, ich konnte mir aber selbst ein Bild davon machen, wie es ausgehen könnte, da ich vorab genug Infos bekam, was in der Umgebung los ist und was mit einem geschieht, sollte man nun tatsächlich zur Tankstelle gelangen wollen.

Regina Schleheck-Kant ist K****
Das war eine Geschichte, mit der ich bis auf das Ende, nicht viel anfangen konnte. Die Protagonistin ist eindeutig dem Größenwahn verfallen, aber das ganze drumherum konnte ich nicht immer nachvollziehen. Am Ende wurde einiges klarer, allerdings kamen mir die Erkenntnisse irgendwie zu spät.

Simona Turini-Aussterben
Auch diese Geschichte hat mich zum Nachdenken angeregt, denn so abwegig ist der Grundgedanke gar nicht, dass die Menschheit explodiert und sich dadurch selbst vernichtet. Sehr gut erzählt, ergreifend und ein nachvollziehbares Ende. Wirklich sehr, sehr fantastische Geschichte, bei der es sich lohnt, mal mit dem lesen zu stoppen und seinen Gedanken zu folgen!

Thomas Williams-Wie ich meine Sommerferien verbrachte
Sehr geil, wenn auch wirklich blutig und dezent brutal. Der subtile Witz an einigen Stellen ließ mich immer wieder grinsen, obwohl es wirklich hart in dem Camp zugeht. Die Balance von beiden wird aber perfekt gehalten, sodass die Geschichte nicht ins lächerliche gezogen wird. Sehr gerne gelesen, auch wenn das Thema nicht unbedingt neu war, aber es kommt ja darauf an, was man aus einem bekannten Thema machen kann. Sehr fantastisch und sehr gerne gelesen!
Btw… die Namenswahl fand ich klasse, schon allein davon kam ich ins gruseln. :-D

Torsten Exter-Blutspucker
Harte Kost, die mir hier präsentiert wurde. Hier muss ich zugeben, dass mir das Wie und Warum eigentlich egal war. Ich fand die Verzweiflung, dieses Gefühl von „Was soll ich nur machen?“, war so greifbar, dass mir fast schon die Tränen kamen, als ich ahnte, wie das alles endet. Grauenvoll und nachvollziehbar, und trotz der Tragik sehr gerne gelesen!

Ulrike Lantermann-Kliem-Die letzte Gebärende
Wieder so eine dramatische Geschichte, die mich am Ende sprachlos zurückließ. Ich denke, hier zu viel zu sagen, würde die Message kaputt machen, die in meinen Augen hier vermittelt wurde. Obwohl eigentlich nicht viel passiert, passiert gleichzeitig auf einigen Ebenen so viel, dass ich danach pausieren musste. Erstklassige Geschichte mit tiefgreifendem Kontext!

Andre Hahn-Warten auf Mama
Ich hasse Geschichten, bei denen es um Kinder geht! Da muss ich immer weinen.
Diese Geschichte ist anders, obwohl wir hier schon einige Geschichten mit Kindern hatten, aber diesmal ging es nicht darum, sie zu retten. Obwohl, irgendwie schon. Ich kam zwischendurch mit den Dialogen nicht ganz klar, sie wirkten an ein paar Stellen zu gestellt, aber die Aussage der Geschichte ist dennoch bei mir angekommen. Tragisches Ende. Der Vater trifft eine Entscheidung und versucht es dann seinen Kindern so schön wie möglich zu machen. Anstatt wegen dem drohenden Ende durchzudrehen, wird er ruhig und das fand ich, trotz des dramatischen Hintergrunds, erfrischend. Hm, irgendwie hab ich eine zwiegespaltene Meinung zu der Geschichte. Der Kontext war klasse, die Idee auch, nur der Schreibstil hat mich nicht auf ganzer Länge überzeugen können.

Martin Beckmann-Dreieinhalb Grad bis Mitternacht
Sehr geile Geschichte! Trotz kaum vorhandenen Infos über den aktuellen Zustand der Welt, erfährt man dennoch verdammt viel und kann sich so selbst ein Bild machen. Der Grund, warum alles so gekommen ist, wie es eben ist, ist so grandios und neu, obwohl das Thema immer wieder mal aufkommt! Sehr fantastisch, ich war begeistert! Von allem! Aufopferung, Eigenschutz, Veränderungen, Menschlichkeit in einer unmenschlichen Welt. Und dann Der Ausbruch von … *Spoiler*… Einfach nur Genial!

Fazit
Auch wenn mich persönlich diese oder jene Geschichte nicht gänzlich überzeugen konnte, ist diese Anthologie aus dem Amrûn Verlag doch wieder fantastisch und jedem zu empfehlen, der 1. gerne Kurzgeschichten liest, 2. Weltuntergangsgeschichten auch mal ohne Happy End ertragen kann und, last but not least, 3. auf eine wirklich herausragende Auswahl von nachdenklich machenden, tiefgreifenden und auch gesellschaftskritischen Geschichten steht, bei denen aber nie der menschliche Aspekt verloren geht. Die Mischung macht es und da hat der Herausgeber hier ein wirklich sehr gutes Händchen gehabt, denn die Unterschiedlichkeit der Ideen ist wirklich hervorragend! Klare Kaufempfehlung meinerseits!

Bewertung
Wie schon gesagt, konnte mich nicht unbedingt jede Geschichte überzeugen, aber ich wurde unterhalten. Ich wurde zum Nachdenken angeregt, musste weinen, war wegen neuartigen Ideen und deren Umsetzung begeistert. Was will ich als Leser mehr? „Das Ende der Menschheit“ aus dem Amrûn Verlag bekommt an dieser Stelle knappe 5 von 5 Marken von mir. (Und das hat nichts damit zu tun, dass ich statt 20 Geschichten sogar 21 zu lesen bekam. :-D )

Es grüßt
~ Tilly


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