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Rezensionen verfasst von
vully "vully" (Neuhausen)
(TOP 500 REZENSENT)   

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Anything Goes
Anything Goes
Wird angeboten von thebookcommunity
Preis: EUR 33,22

5.0 von 5 Sternen Broadway-Cast von 1987 - mit und wegen Patti LuPone, 18. August 2014
Rezension bezieht sich auf: Anything Goes (Audio CD)
Anything Goes ist nicht nur einer der beliebtesten Songs des unsterblichen Cole Porter, sondern auch der Titel seines nach "Kiss me Kate" zweiterfolgreichsten Musicals.

Die reichlich alberne Handlung hätte auch aus einer Gilbert & Sullivan-Operette stammen können - eine Kreuzfahrt voller Identitätstäuschungen und Liebesverwicklungen - und sorgte dafür, dass bei jeder Wiederaufnahme größere Änderungen vorgenommen wurden. V. a. wurden immer neue Hits aus anderen Porter-Musicals ein- und wieder ausgebaut, wobei es "Friendship" und "De-Lovely" dauerhaft in das Stück geschafft haben und die Hitdichte noch erhöhen - zusammen mit "I get a kick out of you", "You're the top" und natürlich dem Titelsong.

Nach der Originalproduktion von 1934 und einer Off-Broadway-Produktion von 1962 kehrte "Anything goes" erst 1987 an den Broadway zurück. Diese CD ist ein Mitschnitt dieser Produktion, die über zwei Jahr lang lief, für 10 Tony Awards (der Broadway-Oscar) nominiert war und 3 gewann.

Das Arrangement war schlanker orchestriert als das Original, und unter den Sängern ragte vor allem eine hervor: Patti LuPone als Reno Sweeney: Die Sängerin war die erste "Evita" am Broadway, die erste Fantine in "Les Misérables" im Londoner West End, und damals schon Legende. Hier singt sie die drei größten Hits des Stückes mit großer Wärme und Nonchalence - ihr leicht verhauchtes Timbre sagt mir sehr viel mehr zu als die sehr präsente, aber auch etwas oberflächliche Performance von Sutton Foster in der 2011er Wiederaufnahme oder die perfekte, aber kühle Kim Criswell.

Howard McGillin (das ewige Phantom der Oper) singt den Billy im Stil eines klassischen Crooners und damit sehr authentisch. Bill McCutcheon kräht den Moonface nicht schön, aber lustig und Anthony Heald gibt den Lord Evelyn herrlich exaltiert im Stil von Monty Python. Auch die übrige Besetzung glänzt durch große Spielfreude.

Der Star ist und bleibt aber LuPone. Für mich die lebendigste Aufnahme des Musicals.


Carlo Bergonzi - The Verdi Tenor (Limited Edition)
Carlo Bergonzi - The Verdi Tenor (Limited Edition)
Preis: EUR 37,99

10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen In Memoriam, 4. August 2014
Diese Kompilation zum 90. Geburtstag wurde leider nach nur zwei Wochen zum Nachruf auf einen Sänger, der in seiner besten Zeit nie ganz die Hochachtung erfahren hat, die er verdient hätte, inzwischen aber als das anerkannt ist, was er war:

Der beste und stilsicherste Verdi-Tenor mindestens der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Dieses Album vereint auf 17 CDs 6 Opern-Gesamtaufnahmen und 2 Recitals:

- Aida (1959, mit Renata Tebaldi, Giulietta Simionato, Cornell McNeill, Wiener Philharmoniker, Herbert von Karajan):
Berühmte Aufnahme, die bis heute zu den besten gehört - ein unglaublich farbenreicher Orchesterklang und großartige Gesangsleistungen v. a. von Bergonzi, Tebaldi und Simionato. *****

- Un Ballo In Maschera (1960, mit Birgit Nilsson, Giulietta Simionato, Cornell MacNeil, Orchestra dell'Accademia Nazionale di Santa Cecilia, Sir Georg Solti):
Bergonzi musste in dieser Aufnahme für den plötzlich verstorbenen Jussi Björling einspringen, und war ein gleichwertiger Ersatz - sein Durchbruch; als Gesamtaufnahme hätte ich allerdings die 1966 veröffentlichte Aufnahme unter Leinsdorf genommen, weil Leontyne Price eine passendere Amelia ist, Merrill besser als McNeill und Bergonzi in beiden Aufnahmen gleich (sehr) gut; ****

- La Traviata (1962, mit Joan Sutherland, Robert Merrill, Orchestra del Maggio Musicale Fiorentino, John Pritchard):
Sutherlands beste Traviata, Bergonzi war ein einmalig eleganter Alfredo Germont; *****

- Il Trovatore (1962, mit Antonietta Stella, Fiorenza Cossotto, Ettore Bastianini, Orchestra del Teatro alla Scala di Milano, Tullio Serafin):
bis heute eine der besten Aufnahmen im Katalog, v. a. dank Bergonzi, dessen Manrico klingt, als habe er ein Hirn; dazu mit Bastianini und der jungen Cossotto großartige Mitsänger; ****

- Rigoletto (1963, mit Renata Scotto, Dietrich Fischer-Dieskau, Fiorenza Cossotto, Orchestra del Teatro alla Scala di Milano, Rafael Kubelik):
Eine der wenigen nicht überzeugenden Bergonzi-Aufnahmen: sein Timbre wirkte für den amoralischen Wüstling zu ernsthaft; Scotto klingt nach Primadonna statt jungem Mädchen; ***

- Don Carlos (1964, mit Renata Tebaldi, Grace Bumbry, Dietrich Fischer-Dieskau, Nicolai Ghiaurov, Orchestra of the Royal Opera House Covent Garden, Sir Georg Solti):
Mein Lieblings-Don Carlo trotz einer etwas überreifen, aber sehr mitreißenden Tebaldi; großartig Bumbry, sehr ernsthaft Fischer-Dieskau, wunderbar das Bassduell Ghiaurov-Talvela, überragend Bergonzi; *****

- Verdi-Tenor-Arien: u. a. aus Oberto, Un giorno di regno, I Lombardi, I due Foscari, Alzira, Macbeth, Giovanna d’Arco, Attila, I Masnadieri, Il Corsardo, Luisa Miller, Simon Boccanegra, I vespri siciliani, Falstaff, Otello, La forza del destino:
Bergonzis Pioniertat: Ein Recital mit Arien aus allen (!) Verdi-Opern inkl. derjenigen, die Bergonzi nicht im Repertoire hatte (z. B. Falstaff, Otello). Auf Platte funktioniert auch das. Ein großes Projekt, eine bedeutende Aufnahme. *****

- Opern-Recital: Arien von Verdi, Puccini (Tosca, Manon Lescaut), Meyerbeer (L'Africaine), Cilea (Andrea Lecouvreur), Giordano (Andrea Chenier); Orchestra dell'Accademia Nazionale di Santa Cecilia, Gianandrea Gavazzeni:
Bergonzi konnte auch Puccini - schönes Recital; *****


Cole Porter: Anything Goes
Cole Porter: Anything Goes
Wird angeboten von BestSellerRecordshop
Preis: EUR 8,80

5.0 von 5 Sternen sorgfältige Rekonstruktion der Originalversion, 1. August 2014
Rezension bezieht sich auf: Cole Porter: Anything Goes (Audio CD)
Kaum ein Musical hat in seiner Aufführungsgeschichte so viele Änderungen erfahren wie Cole Porters "Anything Goes" von 1934. Trotzdem ist es nach "Kiss me Kate" sein zweiterfolgreichstes Bühnenstück geblieben - dank einer ganzen Fülle von Hits.

Der Grund der umfangreichen Überarbeitungen ist die reichlich alberne Handlung - eine Kreuzfahrt voller Identitätstäuschungen und Liebesverwicklungen. Das Buch musste kurz vor der Uraufführung noch einmal völlig umgearbeitet werden, u. a. weil die ursprüngliche Handlung einen Schiffbruch enthielt und nach der realen Katastrophe auf der "Morro Castle" mit 138 Toten pietätlos erschien. Da die Autoren schon wieder in England waren, musste ein neues Team praktisch im Akkord ein neues Buch schreiben.

Mit jeder Neuaufnahme wurde versucht, das Stück zu retten, und im Zuge dessen die Musiknummern umgestellt, neu arrangiert, anderen Personen zugeordnet, gestrichen und durch andere Songs aus anderen Porter-Musicals ersetzt und ergänzt. Durchgesetzt haben sich von diesen Ergänzungen dauerhaft "Friendship," "De-Lovely" und "Easy to love", das zwar für das Stück geschrieben worden, vor der Uraufführung aber gestrichen worden war.

Diese CD dagegen ist eine Rekonstruktion der Urversion von 1934. Auffällig ist dabei vor allem das gegenüber späteren Versionen viel opulentere, streicherbetonte Orchesterarrangement, das für heutige Ohren noch mehr nach Operette als nach einem modernen Musical klingt. Dazu passen auch die teilweise ungewohnt langsamen Tempi.

Die Hitdichte ist auch ohne die späteren Ergänzungen noch extrem hoch - u. a. mit "I get a kick out of you", "You're the top," "All through the night," "Buddie beware" und natürlich dem Titelsong. Dazu kommen viele erstaunlich raffinierte Ensemble-Nummern (z. B. Bon Voyage).

Die Besetzung trägt dem "klassischeren" Arrangement Rechnung und ist ideal ausgesucht:

In der weiblichen Hauptrolle versucht Kim Criswell hörbar, die sehr knackige Artikulation der "Ur-"Reno Ethel Merman zu immitieren - glücklicherweise verfügt sie über die sehr viel schönere Stmme, allerdings auch über eine recht kühle Ausstrahlung. Deshalb ist für mich Patti LuPone in der Broadway-Cast-Aufnahme von 1987 noch überzeugender. Sonst kenne ich allerdings keine bessere Reno.

Cris Groenendaal singt die männliche Hauptrolle mit der richtigen Mischung aus Operettentenor und "Crooner". Ein echter Luxus ist die große Mezzosopranistin Frederica von Stade als Hope, die hier in der Originalversion wenigstens zwei Solonummern hat, u. a. ein wunderbar verträumtes "Gypsy in me" - in späteren Versionen eine komische Nummer. Auch die übrigen Rollen sind bis in die kleinste Nebenrolle sehr gut besetzt.

Wer seinen Cole Porter vor allem jazzig liebt und auf "De-Lovely" nicht verzichten möchte, sollte lieber eine der beiden Broadway-Cast-Recordings (1987 oder 2011) nehmen, wobei ich da die ältere mit und wegen LuPone vorziehen würde. Wer das Original kennen lernen und sich auf den Musical-Sound der 30er Jahre einlassen möchte, ist mit dieser Aufnahme perfekt bedient - zu diesem Preis allemal.


Verdi: Falstaff
Verdi: Falstaff
Preis: EUR 8,99

5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Unterschätzte Aufnahme, 18. Juli 2014
Rezension bezieht sich auf: Verdi: Falstaff (Audio CD)
Leonard Bernsteins Aufnahme von Giuseppe Verdis letzter Oper entstand 1966 im Zusammenhang mit einer Aufführungsserie der Oper an der Wiener Staatsoper mit derselben Besetzung, und so erstaunt es nicht, dass man hier vor allem ein sehr eingespieltes Ensemble hört, das sich mit jeder anderen Aufnahme der Oper messen kann.

Mittelpunkt des Ensembles ist natürlich der Titelheld, gesungen von Dietrich Fischer-Dieskau in einer seiner besten Verdi-Aufnahmen. Sein Falstaff ist kein tumber Fettwanst, sondern verfügt durchaus über Selbstironie und eine gewisse Tragik. Was mich im Vergleich etwa zum großartigen Singschauspieler Tito Gobbi fasziniert, ist, dass der Deutsche die Rolle entgegen seinem Image mehr aus der Gesangslinie interpretiert statt aus dem Text.

Falstaffs Gegenspieler Ford ist hier - wie 2 x bei Karajan - wieder einmal Rolando Panerai, der seine Leib- und Magenrolle hier mit einem noch größeren Furor als in seinen anderen Einspielungen singt.

Das Damen-Quartett ist nicht ganz so prominent besetzt wie in anderen Aufnahmen, aber sehr gut, mit der silbrigen Sopranstimme von Ilva Ligabue (Alice Ford), der entzückenden Graziella Sciutti (Nanetta), der fast mütterlichen Regina Resnick (Mrs. Quickly) und der zuverlässigen Hilde Rössl-Majdan (Meg Paige).

Juan Oncina ist ein männlicher, draufgängerischer Fenton, die Nebenrollen sind u. a. mit Gerhard Stolze und Erich Kunz ebenso prominent wie großartig besetzt.

Dirigent Bernstein wählt anders als in einigen seiner späteren Opernaufnahmen lebendige, teilweise sogar sehr schnelle Tempi. Das Ergebnis ist nicht immer die gleiche schlafwandlerische Synchronität der Sänger wie etwa in der ersten Karajan-Aufnahme, aber eine sehr lebendige Aufführung, zu der die Wiener Philharmoniker einen guten Teil beitragen.

Kurz - eine Aufnahme, die für mich zu den besten gehört und die man unbedingt wenigstens einmal gehört haben sollte, wenn man nach dem persönlichen Lieblings-Falstaff sucht.


Donizetti: L'elisir D'amore
Donizetti: L'elisir D'amore
Preis: EUR 8,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Mehr als eine Alternative, 18. Juli 2014
Rezension bezieht sich auf: Donizetti: L'elisir D'amore (Audio CD)
Wenn man an den Liebestrank denkt, fällt einem auf Anhieb erst einmal die Aufnahme unter Richard Bonynge von 1970 mit der Starbesetzung Pavarotti/Sutherland ein, die bis vor kurzem aber dermaßen teuer war, dass man automatisch nach einer Alternative Ausschau hielt. Dabei landete man dann - nicht nur wegen des Preises - fast zwangsläufig bei dieser Aufnahme, die in fast jeder Beziehung mindestens gleichwertig ist:

Statt Pavarotti bekommt man hier den jungen Domingo - und damit einen eleganteren, nicht so bäurischen, aber ebenso ausdrucksvollen Nemorino. Mir persönlich gefällt er sogar besser, aber das ist wirklich reine Geschmackssache.

Ileana Cotrubas ist eine im Vergleich zu der etwas matronenhaften, steifen Joan Sutherland sehr jugendliche, entzückende Adina - und technisch absolut gleichwertig.

Ein weiterer Trumpf ist der Sergeant von Ingvar Wixell, nicht wie so oft ein plumper Kraftprotz, sondern eine ebenso elegante wie selbstbewuste Erscheinung - auch mit der erforderlichen Gesangstechnik für diese durchaus anspruchsvolle Rolle.

Einzig Sir Geraint Evans gibt zwar einen durchaus komischen Quacksalber ab, kann aber stimmlich nicht (mehr) ganz mithalten - bei der Rolle hat die Bonynge-Aufnahme die Nase vorn.

Insgesamt aber ist dies ein sehr spritziger, leichter und weniger auf die Stars als auf das Stück fixierter Liebestrank - und damit nicht nur ein preiswerter Ersatz, sondern für mich sogar die insgesamt beste Aufnahme der Oper.


Gluck Opernarien
Gluck Opernarien
Preis: EUR 22,98

6 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Gelungene Geburtstags-CD, 18. Juli 2014
Rezension bezieht sich auf: Gluck Opernarien (Audio CD)
Geburts- und Todestage mehr oder weniger berühmter Komponisten sind seit jeher ein beliebter Anlass, sich internsiver mit deren Werk zu beschäftigen. Und während die 200. von Wagner und Verdi im Jahr 2013 nicht wirklich viel Neues zutage brachten, gibt es bei Christoph Willibald Ritter von Gluck (1714 - 1787) viel zu entdecken:

Zwar kennt der musikinteressierte Laie Gluck als den großen Reformer der Oper in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts, der mit seiner Abkehr von der zum Selbstzweck erstarrten Virtuosität der Opera seria die Meisterwerke eines Mozart erst möglich machte. Von den Opern selbst haben es aber neben Orfeo e Euridice allenfalls die beiden Iphigénien-Opern und die Alceste ins Bewustsein des Opernfreundes geschafft.

Umso verdienstvoller ist dieses Arienrecital von Daniel Behle. Das Programm des Recitals deckt die Entwicklung des Opernkomponisten Gluck sehr plastisch ab - von den frühen, sehr virtuosen Arien im Seria-Stil bis hin zu den sehr viel liedhafteren, einfacher konstruierten Arien der Reformopern, wobei natürlich das unvermeidliche "J'ai perdu mon Euridice" aus dem Orphée nicht fehlen darf. Während die frühen Werke duch ungewohnte Harmonien und halsbrecherische Figuren glänzen, nehmen sich die späten Arien zugunsten einer großen Einfachheit zurück.

Der deutsche Tenor Daniel Behle (* 1974) hat in den letzten Jahren v. a. als Mozart- und Liedsänger Karriere gemacht. Das Timbre seiner eher dunkel timbrierten, Stimme erinnert an Stuart Burrows und Ernst Haefliger - ein eleganter, ernsthafter Sänger, der aber auch über eine ausgezeichnete Koloraturtechnik verfügt, mit der er die teilweise halbsbrecherischen Herausforderungen der frühen Arien mehr als achtbar bewältigt.

Begleitet wird der Sänger vom Orchester "Armonia Atenea", einem Originalklang-Ensemble, unter der Leitung von George Petrou. Das Orchester spielt gut, wenn auch nicht ganz mit der Selbstverständlichkeit eines absoluten Spitzen-Orchesters.

Kurz: Eine sehr hörenswerte Platte.


Franz Schubert: Sinfonie 9
Franz Schubert: Sinfonie 9
Preis: EUR 8,98

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Gelungene Aufnahme der "Großen C-Dur-Sinfonie", 12. Juli 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Franz Schubert: Sinfonie 9 (Audio CD)
Schuberts letzte Sinfonie wurde erst 1839, 11 Jahre nach dem Tod des Komponisten von Robert Schumann wieder entdeckt und von Felix Mendelssohn mit dem Gewandhausorchester Leipzig uraufgeführt - und ist seitdem ebenso legendenumwoben wie die vorangegangene "Unvollendete". Schumann pries in einem Artikel in seiner Zeitschrift die "himmlischen Längen" des Werkes - das mit einer Aufführungsdauer von fast einer Stunde für damalige Verhältnisse in der Tat sehr umfangreich war. Aus einigen Briefen Schuberts kann man schließen, dass er ein Gegenstück zu Beethovens 9. plante.

Sir John Eliot Gardiner ist einer der Vorreiter und großen Protagonisten der historischen Aufführungspraxis und Gründer eines der heute noch besten spezialisierten Orchester, der English Baroque Soloists. Trotzdem hat sich immer mal wieder "Seitensprünge" mit konventionellen Orchestern gegönnt, meist wie hier mit den Wiener Philharmonikern. Hier ist dabei eine sehr schlanke, transparente, dramatisch geschärfte Aufnahme mit dem typischen, hell strahlenden Klang der Wiener herausgekommen.

Es mag Einspielungen geben, in denen die Ausbrüche des ersten Satzes emotionaler daherkommen, die mehr auf die "Größe" der Sinfonie setzen, dafür aber oft mehr nach Tschaikowsky oder Bruckner klingen. Gardiner dagegen arbeitet die Strukturen sehr klar heraus, ohne akademisch zu klingen - im Gegenteil: Besonders der letzte Satz mit seinen immer neuen dramatischen Aufschwüngen hat hier eine große Innenspannung.

Ergänzt wird die CD durch den "Gesang der Geister über den Wassern" auf einen Goethe-Text, gesungen vom Monteverdi Choir - ein sehr sperriges, aber spannendes Werk.

Eine nicht nur zu diesem Preis sehr hörenswerte CD.


West Side Story
West Side Story
Preis: EUR 40,66

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Neuaufnahme aus San Francisco, 11. Juli 2014
Rezension bezieht sich auf: West Side Story (Audio CD)
Nachdem es Amazon mal wieder geschafft hat, sage und schreibe 14 (!) Rezensionen falsch zuzuordnen, hier mal eine Kritik zu der hier vorliegenden Aufnahme:

Es handelt sich um einen neuen Mitschnitt einer konzertanten Aufführung aus San Francisco von Dezember 2011 mit dem San Francisco Symphony Orchestra unter seinem Chefdirigenten Michael Tilson Thomas, einem engen Vertrauten des Komponisten der West Side Story, Leonard Bernstein, und auch ein ausgesprochener Spezialist für dessen Werke. Im Vergleich zu Bernsteins eigener Aufnahme sind Thomas' Tempi flüssiger, der Klang weniger opulent symphonisch.

Dadurch und durch die Sängerbesetzung ist die Aufnahme näher an der Aufnahme mit der Besetzung der Uraufführung:

Hier wie dort finden wir keine Opernsänger (wie bei Bernstein), sondern ausgebildete Musical-Darsteller, angeführt von Broadway-Star Cheyenne Jackson als Tony und Alexandra Silber als Maria.

Im Vergleich zieht Jackson gegen Larry Kert in der Broadway-Aufnahme den kürzeren - einige wackelige hohe Töne und rhythmische Ungenauigkeiten stören eine ansonsten überzeugende Performance. Alexandra Silber dagegen ist eine ideale Maria - ihr Timbre erinnert an die wundervolle Kiri te Kanawa in der Bernstein-Aufnahme, sie klingt aber jünger.

Die Anita von Jessica Vosk klingt ungewohnt jugendlich im Vergleich zur legendären Chita Rivera, hat aber genügend Biss. Die übrigen Rollen sind ausgezeichnet besetzt, wenn auch die einzelnen Stimmen relativ ähnlich klingen.

Alles in allem eine willkommene Neuaufnahme, auch wenn sie für mich die Broadway-Cast-Aufnahme nicht ganz als Referenz ablösen kann.


Original Broadway Cast Recordi
Original Broadway Cast Recordi
Wird angeboten von Fulfillment Express
Preis: EUR 16,03

5.0 von 5 Sternen Broadway Cast von 1987 = Patti LuPone, 8. Juli 2014
Rezension bezieht sich auf: Original Broadway Cast Recordi (Audio CD)
Anything Goes ist nicht nur einer der beliebtesten Songs des unsterblichen Cole Porter, sondern auch der Titel seines nach "Kiss me Kate" zweiterfolgreichsten Musicals.

Die reichlich alberne Handlung hätte auch aus einer Gilbert & Sullivan-Operette stammen können - eine Kreuzfahrt voller Identitätstäuschungen und Liebesverwicklungen - und sorgte dafür, dass bei jeder Wiederaufnahme größere Änderungen vorgenommen wurden. V. a. wurden immer neue Hits aus anderen Porter-Musicals ein- und wieder ausgebaut, wobei es "Friendship" und "De-Lovely" dauerhaft in das Stück geschafft haben und die Hitdichte noch erhöhen - zusammen mit "I get a kick out of you", "You're the top" und natürlich dem Titelsong.

Nach der Originalproduktion von 1934 und einer Off-Broadway-Produktion von 1962 kehrte "Anything goes" erst 1987 an den Broadway zurück. Diese CD ist ein Mitschnitt dieser Produktion, die über zwei Jahr lang lief, für 10 Tony Awards (der Broadway-Oscar) nominiert war und 3 gewann.

Das Arrangement war schlanker orchestriert als das Original, und unter den Sängern ragte vor allem eine hervor: Patti LuPone als Reno Sweeney: Die Sängerin war die erste "Evita" am Broadway, die erste Fantine in "Les Misérables" im Londoner West End, und damals schon Legende. Hier singt sie die drei größten Hits des Stückes mit großer Wärme und Nonchalence - ihr leicht verhauchtes Timbre sagt mir sehr viel mehr zu als die sehr präsente, aber auch etwas oberflächliche Performance von Sutton Foster in der 2011er Wiederaufnahme oder die perfekte, aber kühle Kim Criswell.

Howard McGillin (das ewige Phantom der Oper) singt den Billy im Stil eines klassischen Crooners und damit sehr autentisch. Bill McCutcheon kräht den Moonface nicht schön, aber lustig und Anthony Heald gibt den Lord Evelyn herrlich exaltiert im Stil von Monty Python. Auch die übrige Besetzung glänzt durch große Spielfreude.

Der Star ist und bleibt aber LuPone. Für mich die lebendigste Aufnahme des Musicals.


Der fliegende Holländer
Der fliegende Holländer
Preis: EUR 18,99

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Konturenscharf und spannend, 27. Juni 2014
Rezension bezieht sich auf: Der fliegende Holländer (Audio CD)
Wer auf dem Cover "Weltersteinspielung" und in der Besetzung Namen wie "Donald" und "Georg" liest, erwartet ein völlig neues Stück. Statt dessen hören wir den fliegenden Holländer größtenteils so, wie wir ihn kennen, mit nur wenigen Ausnahmen - hinter den unbekannten Namen verbergen sich einfach Daland und Erik. Der auffälligste Unterschied ist die einen Ton höher gesungene Senta-Ballade, die es aber auch schon auf der Bayreuther Sawallisch-Aufnahme von 1961 gab.

Und so kann und muss diese Aufnahme sich mit allen anderen Einspielungen dieser Oper vergleichen lassen und erweist sich als sehr interessante Alternative:

Der eigentliche Star ist das Orchester: Der Orchesterton wirkt archaisch, streng, dunkel leuchtend (durch die tiefere Stimmung der historischen Instrumente), aber alles andere als dumpf, sondern sehr transparent, an den richtigen Stellen fast brutal. Das ermöglicht Bruno Weil eine ebenso sensible wie temperamtvolle Interpretation, ohne dass er dabei zu extrem schnellen Tempi greifen würde. Obwohl das Orchester erheblich kleiner besetzt ist als in vielen anderen Aufnahmen, hat man nie den Eindruck, dass es an Durchschlagskraft fehlte.

Entsprechend seinem Konzept vom entschlackten Wagner hat der Dirigent im Verhältnis eher leichtere Stimmen besetzt, mit unterschiedlich überzeugendem Ergebnis:

Terje Stensvold ist ein guter Holländer mit einer an Bernd Weikl erinnernden, etwas nasalen, aber angenehmen Baßbaritonstimme, dessen leichter Akzent mich nicht weiter stört. Allerdings hat er in dieser Live-Aufnahme einige Intonationsprobleme.

Astrid Weber als Senta ist für mich die eigentliche Enttäuschung und eine der schlechtesten Sentas, die ich kenne. Die Stimme klingt hart, in der Höhe schrill, flackernd, jammernd, wird offenbar unter starkem Druck erzeugt. Zudem singt sie in der Ballade fast durchgehend deutlich zu tief. Mit dieser Rolle ist sie offensichtlich völlig überfordert. Ihretwegen nur drei Sterne.

Die übrigen Sänger dagegen lassen keine Wünsche offen:

Jörg Dürrmüller als Georg/Erik setzt Maßstäbe mit seiner leichten, gut sitzenden, lyrischen Stimme - so kann man auch einen Tamino singen oder den Max (Freischütz). Er macht die von vielen Tenören als undankbar verschriene Partie zur Hauptrolle. Franz-Josef Seelig singt den Daland sehr komödiantisch und mit charakteristischer Stimme. Er genießt es offenbar ebenfalls, leisere Töne anschlagen zu können. Kobie van Rendsburg ist ein sehr leichtgewichtiger Steuermann, was aber im Verhältnis zu Dürrmüller stimmig ist.

So ist dies eine sehr interessante Aufnahme, insbesondere vom Orchesterklang her, aber wegen der Besetzung der beiden Hauptrollen eben nicht die einzig selig machende. Da ist der - leider derzeit nicht erhältliche - Bayreuther Mittschnitt unter Sawallisch mit dem großartigen Franz Crass und der sehr engagierten Anja Silja immer noch das Maß der Dinge.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Oct 12, 2014 5:50 PM MEST


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