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Rezensionen verfasst von
jakabu74 (Munich, Germany)

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Advent Rising
Advent Rising
Wird angeboten von Finani-Onlinehandel
Preis: EUR 7,99

13 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Erlöser oder Racheengel?, 3. März 2006
Rezension bezieht sich auf: Advent Rising (Videospiel)
Ein Spiel vor Release bereits als Trilogie anzulegen ist in der launischen Welt der PC/Videospiele ein gewagter Schritt - noch dazu, wenn es auf einem Spiel-/Story-System aufbaut, dessen komplexe Kontinuität sich erst entfaltet, wenn man sich genauer damit beschäftigt. Der Gag von "Advent Rising" erschliesst sich nämlich erst wirklich, wenn man es mindestens zweimal gespielt hat - daher wahrscheinlich die bisher (weitgehend unverdiente) zurückhaltende Reaktion der Spielergemeinde.
In Advent Rising (AR) schlüpft man in die Rolle des jungen Piloten Gideon Wyeth, der mit seinem älteren Bruder dazu auserkoren wurde das Schiff der menschlichen Delegation zum Erstkontakt mit einer ausserirdischen Rasse zu fliegen. Der Kontakt verläuft unerfreulicher als erhofft: zwar werden die Menschen beinahe wie Götter begrüsst, doch warnen die Aliens vor einer anderen Fraktion, die es sich zum Ziel gesetzt hat die Menscheit zu vernichten - kaum ist die Warnung ausgesprochen, da fällt die feindliche Armada schon über Wyeth's Heimatwelt her; so beginnt eine kampfreiche Odyssee nach dem Motto "Was Dich nicht tötet macht Dich härter".
AR spielt sich grundsätzlich wie eine Mischung aus Shooter und Action-RPGs wie "Baldur's Gate: Dark Alliance", wobei man jederzeit zwischen Ego- und Vefolger-Perspektive wählen kann. Während die Ego-Sicht sich gut eignet um entfernte Gegner auf's Korn zu nehmen ist die Verfolger-Perspektive doch spielbestimmend, da hier eine Auto-Aim-Funktion effektiv nutzbar ist und stylische Manöver möglich werden. Es gibt nämlich neben dem normalen Sprung eine "Dodge"-Taste, die es erlaubt in Verbindung mit dem Stick akrobatische Hechtsprünge auszuführen während das Geschehen für diese Zeit auf SlowMotion weiterläuft; hat man dabei noch einen Gegner im Visier, so kann man gleichzeitig aus dessen Schussbahn springen, ihn aber weiter aus vollen Rohren beharken. Zum "Beharken" gibt's jede Menge verschiedener Waffen, sie liegen (oder im Falle einiger Fahrzeuge: stehen) überall herum und warten nur darauf per Tastendruck in Gideon's Kontrolle gebracht zu werden.
Im weiteren Spielverlauf erhält man noch mystische Fertigkeiten hinzu, die etwas an "Jedi"-Mächte erinnern, etwa Gegenstände schweben und auf Gegner schleudern zu lassen oder Energiestösse aus den Händen schiessen.
Je häufiger man übrigens eine Fertigkeit oder einen Waffentyp verwendet, desto geschickter wird man damit - was sich in weiteren Sprüngen, effektiveren Mächten oder alternativen Waffenmodi bemerkbar macht.
Zum Experimentieren und Wiederspielen regt ein weiteres Feature des Spiels an: je nachdem, wie man während des Spielflusses handelt verändern sich storyrelevante Dinge; zum Beispiel wirkt sich die Entscheidung, ob man anfangs Gideon's Freundin oder seinem Bruder zu einer Fluchtkapsel hilft auf das Spielende dieser Episode aus.
AR wird grafisch und soundtechnisch insgesamt sehr bombastisch präsentiert, hat aber mit einigen teils unangenehmen Bugs zu kämpfen. Während die stark schwankende Lautstärke noch zu verkraften ist sind spieltechnisch echte Patzer zu bemängeln: mehr als einmal musste ich ein Level neu laden weil entscheidende Türen sich nicht öffneten, Cut-Scenes nicht anliefen oder das Spiel sich schlicht komplett aufgehängt hatte (Features, die es auch erst seit Microsoft in der Konsolenwelt gibt) - fairerweise sollte man erwähnen, dass solch erzwungenen Neuanläufe nie lang sind, da es ein gutes Auto-Save-System mit vielen Checkpoints gibt.
Trotz der zuletzt erwähnten Bugs (gespielt: engl. Version) hat mir das Spiel im Grunde gut gefallen. Die kurzweilige, stylische Daueraction in weitläufigen und intensiv präsentierten Welten ist genau das richtige für Feierabendzocker und SciFi-Fans. Wie gut sich das mit der komplexen Einflussnahme auf die Story in den Folge-Teilen auswirkt bleibt abzuwarten - jedenfalls werde ich noch einige Durchläufe wagen.


Resident Evil 4
Resident Evil 4
Wird angeboten von Der Spezialist für Multimedia
Preis: EUR 19,95

11 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Label vertauscht?, 23. Januar 2005
Rezension bezieht sich auf: Resident Evil 4 (Videospiel)
Um den offiziellen vierten Teil der beinahe schon legendären "Resident Evil"(RE)-Reihe gab es im Vorfeld viel zu lesen. Nachdem die Nintendo-exklusiven Titel ("RE Remake"/"Zero") Capcom eher laue Verkaufszahlen beschert hatten wurden neue Konzepte gesucht, gefunden und wieder verworfen; bis hin zu personellen Veränderungen bei "Studio 4" (Capcom's "RE"-Schmiede) führte dieses Hin und Her. Das Ergebnis (anhand der NTSC-Version gespielt) hinterließ bei mir gemischte Gefühle.
Die Story ist schnell erzählt: Jahre nach den Ereignissen in den Arklay-Bergen ist die ominöse Umbrella-Corporation Geschichte. Leon S. Kennedy, einer der Überlebenden des Desasters, arbeitet nun als Agent der CIA und soll die entführte Tochter des US-Präsidenten finden. Seine Suche führt ihn in's südliche Europa, wohin das Mädchen von einer Art Sekte namens "Los Illuminados" verschleppt wurde. Die Bewohner der Region sind nicht gerade gastfreundlich und schnell wird klar, dass Leon auch bei der Wahl seines neuen Jobs keine glückliche Hand hatte...
Wie bereits erwähnt wurde die gesamte Spielmechanik neu gestaltet. Man blickt der Spielfigur jetzt über die Schulter während man sich durch Echtzeit-Abschnitte bewegt; mit dem C-Stick dreht man die Kamera, um eine bessere Übersicht zu erhalten. Nähert man sich einem Hotspot, wie etwa Schaltern oder nützlichen Gegenständen, so wird die Aktionstaste eingeblendet.
Puzzles (die in den letzten beiden Cube-exklusiven Titeln gerade etwas an Niveau gewonnen hatten) wurden auf ein Minimum reduziert und lahmen dann ein wenig, z.B. durch minutenlanges Herumdrehen an Schaltvorrichtungen.
Neu (in der RE-Reihe) sind Cut-Scenes in denen man durch Hämmern auf die Aktionstaste läuft und schwimmt oder durch Drücken bestimmter Kombinationen Ausweichmanöver ausführt (variieren von Spiel zu Spiel). Allgemein haben Cut-Scenes und Script-Ereignisse einen hohen Stellenwert eingenommen, dazu gleich noch mehr.
In Sachen Action hat Capcom gleich mehrere Gänge hochgeschaltet: die Gegner sind nicht nur viel beweglicher und cleverer, sie treten auch häufig in grossen Gruppen auf, sind teilweise sehr zäh und attackieren oft mit gefährlichen Wurfgeschossen. Wunderlich, dass bei all den Neuerungen und dem offensichtlich Action-lastigerem Gameplay gerade bei der Kampfsteuerung am wenigstens verändert wurde: um seine Waffe zu nutzen muss man weiterhin stehen bleiben. Die Zielhilfe (Laserpointer) ist wichtig - Schade nur, dass sie in der Landschaft zu wenig Referenzpunkte findet, was Distanzschüsse zur Kunst werden lässt. Dafür muss man sich wenig Sorgen um seine Munitionsvorräte machen: neben den überall auffindbaren Patronen lassen auch Gegner meist nützliche Dinge fallen, u.a. Geld. In der Region treibt sich nämlich ein mysteriöser Händler herum, bei dem man Waffen und Upgrades gegen Cash erhält. Um immer gut bei Kasse zu sein empfiehlt sich genaues Umsehen, denn in Bäumen und anderen versteckten Orten blinkt oft wertvoller Schmuck, der hohe Summen bringt.
Technisch gesehen ist RE 4 eine echte Perle. Um grafisch noch einen draufzusetzen müsste man wahrscheinlich Realfilm verwenden und selbst wenn dutzende Gegner auf einen einstürmen gibt es keine Leistungseinbußen. Allenfalls die etwas überempfindliche Kollisionsabfrage dürfte RE-Fans bekannt vorkommen.
Der Sound (wahlweise Dolby Surround 5.1) unterstreicht die Paranoia besonders eindringlich, wenn von allen Seiten die Rufe der Dorfbewohner hallen oder ein Felsbrocken auf einen zudonnert.
Tja, was sagt man über ein Spiel, das einen in Hinblick auf die Serie stark enttäuscht, andererseits aber gleich mehrere Stunden an den Bildschirm bannt?
Einige Cutscenes und deren Folgen startet man durch Aktionen selbst (zu Beginn im Dorf ist zum Beispiel entscheidend ob und wann man ein Gebäude betritt, die Meute lässt nach einem zeitlich festgelegten Script von einem ab), an anderer Stelle entscheidet man zwischen Routen und damit verbundenen Ereignissen. Die auffindbaren Verbrauchsobjekte variieren in Art und Menge von Spiel zu Spiel. All diese Möglichkeiten lassen das Spiel dynamischer werden.
Einflüsse von "Devil May Cry" oder "MGS" sind unübersehbar, die Frage bleibt, ob ein Fan der atmosphärischen Suspense-Puzzelei a la RE scharf auf Daueraction im "Devil May Cry"-Stil ist (War das nicht ursprünglich mal der Sinn von unterschiedlichen Genres?).
Persönlich muss ich sagen: obwohl mir das Spiel durchaus Spass gemacht hat - einen zweiten Teil in diesem Stil brauche ich nicht. Und zum Schluss sei noch gesagt: Schande über Capcom, dass sie langjährige Fans der Serie um die Genugtuung gebracht haben Umbrella HQ selbst zu infiltrieren und dem Spuk ein Ende zu setzen!


Baldur's Gate: Dark Alliance II
Baldur's Gate: Dark Alliance II

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein grosser Schritt in Richtung "Rollenspiel", 10. Februar 2004
Rezension bezieht sich auf: Baldur's Gate: Dark Alliance II (Videospiel)
Mit dem „Arcade-RPG"-Konzept im Stil von „Diablo" stiess der Vorgänger „Dark Alliance"(DA) bei der Konsolengemeinde auf grosse Beliebtheit. Wahren Rollenspielern fehlten zwar ein individuellerer Charakteraufbau und eine interessantere Waffen-/Rüstungsauswahl, doch wurden diese Mali durch fantastische Grafik, filmreifen Sound, eine spannende Story in atmosphärischen Umgebungen und einen durchdachten Zweispieler-Modus ausgeglichen. In der Fortsetzung bemühte man sich nun die Schwächen des ersten Teils auszumerzen - mit hervoragenden Resultaten.
Zur Handlung: Katerstimmung bei den Abenteurern in Baldur's Gate - der sagenumwobene „Onyx Tower" scheint zerstört und von den Helden fehlt jede Spur. Zwar treiben vereinzelte Plünderer und Banditengruppen ihr Unwesen, aber nichts mit dem sich ein Name als heldenhafter Recke machen liesse. Bis ihr entdeckt, dass diese vereinzelten Gruppen an einem Strang ziehen...
Am Prinzip des Spiels hat sich wenig geändert; man haut übelgelaunten Wesen solange auf die Kapuze bis sie Erfahrungspunkte, Geld und Gegenstände fallen lassen. Das klingt simpel, ist es auch. Allerdings wird das alles fantastisch präsentiert.
Grafisch gibt es zum optisch grandiosen Vorgänger nur kleine, dafür aber feine Unterschiede, vor allem die Texturen sind kontrastfreudiger und wirken noch realer. Auch die „Deko" der Abschnitte wurde einen Tick detailverliebter gestaltet. Kleines Manko der Kamera: besser als die eher nutzlose „Zoom in"-Funktion der drehbaren Ansicht wäre eine „Lock"-Funktion gewesen, da man in verwinkelten Dungeons ständig die Richtung wechselt - das hemmt zwar den Spielfluss nicht gravierend, verdeckt aber hin und wieder die Sicht auf das Geschehen.
Neben der gewohnt filmreifen Musik sorgen geniale Soundeffekte für atmosphärische Stimmung und auch die deutsche Synchronisation hält die Qualität des Vorgängers.
Nochmal zurück zum Gameplay: das „simple" Prinzip ist natürlich etwas vielschichtiger als zuvor erwähnt. Im Verlauf des Spiels stösst man immer häufiger auf Gegner, denen mit einfachem Kapuze-Klöppeln nur mühsam beizukommen ist - der Ausbau von Fertigkeiten und das „Tunen" von Gegenständen wird unerlässlich. Viele Neuerungen von „Dark Alliance 2" werden erst nach einigen Spielstunden offensichtlich; die Unterschiede zwischen den fünf wählbaren Figuren sind viel facettenreicher als im Vorgänger, und auch die Fertigkeiten einer Figur lassen jetzt mehr Spielraum zu individuellerer Gestaltung. Soll der Barbar alle Waffenarten gleich gut beherrschen oder spezialisiert man sich zu Beginn auf eine und arbeitet mehr mit Fertigkeiten? Steigert man zuerst seinen Schutz oder ist Angriff die beste Verteidigung?
Insgesamt wurde der Schwerpunkt mehr Richtung Charakterplanung/-ausrichtung verlagert, was den Rollenspielaspekt stärker hervorhebt. Besonders gut für die Langzeitmotivation ist die Möglichkeit durch den Einsatz verschiedenster Edelsteine aussergewöhnliche Gegenstände zu schmieden, da man ständig auf der Jagd nach der ultimativen Kombination ist.
Online gibt es nicht, dafür kann man im Multiplayer mit einem Kameraden an der Seite die Vergessenen Reiche erkunden - das dupliziert auch den Spielspass.
„Dark Alliance 2" ist ein mehr als würdiger Nachfolger geworden und sollte in keiner Sammlung fehlen.


Beyond Good & Evil
Beyond Good & Evil
Wird angeboten von lppower
Preis: EUR 29,50

34 von 35 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Wahrheit im Sucher, 30. November 2003
Rezension bezieht sich auf: Beyond Good & Evil (Videospiel)
Trotz der enormen Flut an Genre-Mix-Spielen, die sich seit einem guten Jahr auf den Konsolen- und Computerspiel-Markt ergiesst, bleiben Perlen wie "Beyond Good & Evil"(BG&E) selten, mehr noch: man übersieht sie leicht; und in diesem Fall wäre das für Vollblut-Spieler ein echter Verlust.
Wie dutzende Planeten zuvor wird die friedliche Welt Hillys urplötzlich unter den militärischen Schutz der Alpha-Sektion gestellt - gerade rechtzeitig, um eine mysteriöse Alienbrut von ihrem zerstörerischen Treiben abzuhalten.
Jade, eine freie Reporterin, nimmt einen ungewöhnlichen Auftrag an, weil ihr Konto die Stromrechnung für den heimischen Schutzschild-Generator nicht deckt und landet zwischen allen Fronten. Es könnte die Story ihres Lebens sein - wenn sie überlebt...
BG&E ist meiner Meinung nach das Spiel des Jahres 2003. Die intelligente Geschichte, in deren Hintergründen zeitkritische Personen durchaus Parallelen zu moderner Weltpolitik finden können, ist grandios und mit viel Liebe für's Detail verpackt. Grafisch wirkt das Spiel größtenteils wie ein guter Animationsfilm im Comic-Look, die virtuelle Welt folgt einem eigenen Tag/Nacht-Rythmus und wirkt zu keinem Zeitpunkt leblos. Neben unzähligen Tierarten gibt es wenigstens ein dutzend verschiedener humanoider Rassen, denen man im Gespräch zumindest einen Tipp abringen kann.
Der Sound ist ebenso vielschichtig und trägt zur Atmosphäre hervorragend bei: von Naturgeräuschen über fremdartige Aliensprache bis hin zu dramatischer Backgroundmusik bekommt man rundherum gehörig was auf die Ohren. Auch die deutsche Sprachausgabe sollte lobenswert erwähnt werden: sie beweist, dass es doch gute deutsche Synchrontexter/-sprecher gibt!
Doch BG&E verlässt sich nicht allein auf seine technische Brillianz und eine spannende Story: das Gameplay lässt kaum einen Wunsch offen. Möchte man es ruhiger angehen lassen, so verdient man sich Geld beim Durchstreifen der weiten Welt auf der Suche nach seltenen Tierarten oder fordert die lokalen Grössen in Geschicklichkeits-Spielen heraus, wer's rasant mag, der begibt sich bei den abgefahrenen Hovercraft-Rennen in Hillys' Arenen zur Pokaljagd, oder man treibt die Story voran, erforscht unheimliche Minen, schleicht auf Beweissuche durch automatisierte Fabrikhallen und reist auf den Mond.
Dabei ist die Steuerung beinahe lächerlich einfach und gleichzeitig enorm effektiv. Im Kampf gibt es, z.B., nur zwei Tasten, Block und Angriff, den Rest erledigt man durch Manöver mit dem Stick und eine Extra-Taste ruft den witzigen Special-Move eines Gefährten zu Hilfe.
Einen kleinen Haken hat aber auch dieses Meisterwerk: die Kamera. Als Verfolger ist sie oft zu träge, was bei Kämpfen gefährlich wird. Man sollte daher früh üben beide Sticks parallel zu nutzen, also auch die Kamera selbst zu steuern.
BG&E ist ein Spiel das in keiner Sammlung fehlen sollte - aber vorsicht: wer dieses Spiel kennt wird hohe Ansprüche an zukünftige Titel stellen und muss eventuell lange auf einen weiteren Meilenstein warten!
Fünf Sterne nur, weil es keine sieben gibt!


Jak 2 - Renegade
Jak 2 - Renegade
Wird angeboten von Ihr-Heimkino-
Preis: EUR 28,15

4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Jak auf Jobsuche, 6. November 2003
Rezension bezieht sich auf: Jak 2 - Renegade (Videospiel)
Nach dem abwechslungsreichen "Jak&Daxter: The Precursor Legacy" mit seiner grandiosen Grafik und dem witzigen und flüssigen Gameplay waren die Erwartungen an den Nachfolger entsprechend hoch. Leider schafft "Renegade" es nicht, an die Originalität des ersten Teils heranzureichen.
Ihr Forscherdrang bringt Jak und Co. diesmal in eine besonders üble Lage: gestrandet in einer düsteren Zukunft wird Jak gleich mal zwei Jahre als Versuchskaninchen eines kriegstreibenden Diktators mit dunklem Eco vollgepumpt, bevor ihn Kumpel Daxter befreit - an diesem Punkt übernimmt man die Geschicke des umtriebigen Duos', flieht und wägt seine Möglichkeiten ab.
Technisch ist "Renegade" auf gewohnt hohem Niveau angesiedelt, alles wirkt enorm weitläufig, die Polygonbauten sind abwechslungsreich und die Texturen kontraststark und stimmig. Die Strassen der Stadt (zentrale Region des Spiels) sind Tag und Nacht gut bevölkert, was die Engine aber nur bei den rasanten Verfolgungsjagden mit Hovercrafts etwas in die Knie zwingt. In einigen Tests wurde von "ruckelnder Grafik" gesprochen - mir ist das bisher noch nicht aufgefallen.
Auch die flüssige Steuerung hat sich kaum verändert, lediglich einige neue Elemente sind hinzugekommen (Waffen, "Dark Jak", Hovercraft/-board).
Der Sound ist wieder bombastisch und vielschichtig, es kommt bald eine gute Atmosphäre auf, die allerdings unter einigen, "neuen" Ideen leidet.
Beinahe traurig stimmt die Tatsache, dass "Naughty Dog" scheinbar keinerlei eigene Ideen für das Spiel hatte: Jak's dunkles alter ego erinnert mit dem Trigger stark an "Devil May Cry", das Hoverboard wurde aus Tony Hawk's Hobbyraum entwendet und in der Stadt erwartet man dauernd Mr. Vercetti aus einem Hovercraft zu zerren. Weshalb das Waffen-Feature derart ausgebaut wurde, ist mir auch nicht ganz klar: zwar ist die Shooting Range ganz witzig, aber bei einem Jump n'Run gehört es doch mit zur Kunst die Gegner durch geschickte Manöver auszuschalten und nicht einfach den Abzug zu drücken...Geschmacksache!
"Renegade" geht übrigens absolut davon aus, dass man den ersten Teil durchgespielt hat. Sehr früh im Spiel verlangen Aufgaben totale Kontrolle der Steuerung und Kentnisse über Jak's Bewegungrepertoire - Neulinge sollten also eher (den sowieso witzigeren) ersten Teil in's Visier nehmen, da der Frust-Faktor sonst rasant in die Höhe schnellt.
Insgesamt ist "Renegade" durchaus zu empfehlen, auch wenn es einen recht knackigen Schwierigkeitsgrad an den Tag legt - wann bekommt man schon drei gute Konzepte in einem Spiel auf solch einem technisch hohen Niveau präsentiert.
Persönlich möchte ich mich aber Daxter anschliessen, wenn er in "Renegade" einmal meint: "I liked life more on the silent countryside..."


Parasite Eve 2
Parasite Eve 2

8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen "Resident Evil" für Rollenspieler, 19. Mai 2003
Rezension bezieht sich auf: Parasite Eve 2 (Videospiel)
Die "Parasite Eve"-Titel könnte man als Squaresoft's "Resident Evil" (RE) bezeichnen. Obwohl die Zombie-Hatz von Capcom viel simpler gestrickt ist wurde sie zum Klassiker, während das etwas komplexere "Parasite Eve" (PE) schon beinahe als Geheimtipp eingestuft werden muss. Dabei geben Squaresoft's Rollenspiel-Ambitionen "PE I&II" mehr Tiefgang als die Capcom-Reihe bisher zeigte.
In naher Zukunft tritt ein neuer "Virus" in Form von aggressiven Mitochondrien (->"Parasite Eve I") auf, die zu spontanen Mutationen von Lebewesen führen. Diese Wesen sind leider nicht nur äusserst angriffslustig sondern weisen auch intelligentes Verhalten auf. Aya Brea ist eine MITF-Jägerin, Angehörige einer Art Kopfgeldjäger-Corps, die vom FBI gegen solche Mutationen in's Feld geschickt werden. Allerdings ist Aya selbst nicht "rein" menschlich: durch das Absorbieren der Lebensenergie von Mutationen ("Parasite Energy") kann sie spezielle Elementarkräfte freisetzen - ein wichtiges Werkzeug im Kampf gegen die überhand nehmenden Monster. Das Geheimnis dieser Fertigkeiten liegt in Aya's Vergangenheit - aber das gehört zur Geschichte des Spiels.
Generell geht es in "PE 2" ähnlich zur Sache wie bei anderen Survival-Spielen: durch das Finden und Kombinieren von Gegenständen und das Lösen von kryptischen Rätseln treibt man nach und nach die Geschichte voran und bringt Licht in dunkle Machenschaften und grausige Experimente.
Dabei macht "PE 2" vor allem grafisch eine tolle Figur; bis auf einige kratzige Aliasing-Ränder und teils etwas zu dunkle Räumlichkeiten ist das Spiel ein optischer Genuss. Vor allem die Filmsequenzen sehen fantastisch aus. Auch der Sound weiss zu überzeugen: unaufdringliche, stimmige Musikstücke ("jammiger" Gitarrensound im Wüstenkaff "Dryfield") und teils "Silent Hill"-ähnliche Geräuschkulisse sorgen für den ein oder anderen Schreck- oder Grusel-Moment.
Ähnlich wie bei Capcom's "RE" verlangt die Steuerung in "PE 2" eine gewisse Einarbeitungszeit vom Spieler. Ist diese dann überwunden, so spielt sich das Spiel sehr flüssig. Zum Üben gibt's von Beginn an die Möglichkeit im HQ einige Trainingseinheiten zu absolvieren. Besonders benutzerfreundlich ist das Inventar gehalten - verlangt aber dennoch etwas strategisches Geschick, denn im Kampf kann man nur auf speziell zurechtgelegte Items zurückgreifen (Jackentaschen).
Der grösste Unterschied zu "Resident Evil" liegt im Kampfsystem. Betritt man ein Gebiet mit Gegnern, so blitzt der Bildschirm kurz auf - und man ist im Kampf. Der läuft zwar genauso Echtzeit ab wie der Rest des Spiels, doch kann man jetzt das Zielsystem nutzen, Aya's Fertigkeiten voll einsetzen und erhält nach Vernichtung des letzten Gegners diverse Punkte zum Aufbau der Fertigkeiten und zum Kauf neuer Ausrüstung. Neben dieser Ausrüstung sind die Fertigkeiten der Schlüssel zum Erfolg. Anfangs noch nette Hilfmittel werden sie später unentbehrliche Verbündete gegen die harten Gegner - deshalb ist die gründliche Jagd auf Monster (=Exp.) enorm wichtig, denn das Aufwerten der Fertigkeiten ist nicht gerade billig.
Die Geschichte nimmt ähnliche Wendungen wie in vergleichbaren Titeln ("RE", "Metal Gear Solid", "Silent Hill"), bleibt also immer interessant und weiss durch Rollenspiel-Elemente langfristig zu motivieren. Für Fans des Genre's ein Muss, für Spieler auf der Suche nach Herausforderung auf jeden Fall einen Blick wert. Allerdings ist das Spiel eine Ecke schwerer als "RE" - geht man mit zu wenig Sorgfalt und Planung an's Werk, so kann man schnell den Anschluss an die steigende Schwierigkeit verlieren. Es gibt übrigens eine Menge "Goodies"(Panzerungen, Waffenarten), sowie härtere Spielstufen und "Bonus-Missionen" freizuspielen, also an Umfang ist einiges geboten.
Auch für PS2-Besitzer immer noch eine empfehlenswerte Bereicherung für die Sammlung.


Phantasy Star Online: Episode I&II
Phantasy Star Online: Episode I&II

13 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Heldenfarm für Sammelfreunde, 26. April 2003
Langsam kommen auch Rollenspielfreunde mit dem Cube auf ihre Kosten. Sega hat jetzt den gut zwei Jahre alten Dreamcast-Titel "Phantasy Star Online" von Sonic Team für den fixen Würfel umgesetzt. Das "Online"-Feature ist leider nur für Besitzer einer international anerkannten Kreditkarte zugänglich, was aber zu verschmerzen ist, denn es gibt auch einen Offline-Multiplayer Modus, bei dem man mittels Splitscreen mit bis zu vier Freunden die Regionen von Ragol erkunden kann.
Grafisch wirkt das Spiel zwar leicht angestaubt - bis auf die Spieler-Figuren wurde doch an Polygonen gespart und die Texturen sind teils etwas eintönig geraten - doch sie ist mehr als nur zweckmässig und wird im weiteren Spielverlauf auch abwechslungsreicher.
Der Sound wird einem bald etwas eintönig - zwar gibt es sogar eine Art "Playlist", doch besonders einfallsreich sind die Titel nicht gerade. Bleibt das nervige Ping-Geräusch der Zielerfassung und eine Palette müder Soundeffekte, die schon den Soundchip der Dreamcast unterfordern dürfte. Also lieber eigenen Soundtrack auflegen!
Trotz der technischen Schwächen ist PSO aber durchaus zu empfehlen. Wem das Jagen-und-Sammeln-Prinzip von Spielen wie "Diablo" oder "Baldur's Gate: DA" gefällt, der sollte auf jeden Fall zugreifen.
Man wählt seine Figur aus drei verschiedenen Klassen aus, als da wären der Hunter (Nahkampf), der Ranger (Schusswaffen) oder Force-Nutzer (Magier), wobei auch ein Ranger durchaus mal zum Schwert greifen oder ein Magier mal einen Phaser ziehen darf. Innerhalb der Klassen wählt man dann eine Rasse (Mensch, Elf oder Android) und kann schliesslich noch etwas am Aussehen, wie der Frisur oder dem Kostüm mittels Paletten und Parameter feilen.
Und schon geht's los: die Rahmenhandlung ist eher unerheblich, man soll Licht in die rätselhaften Entwicklungen auf Ragol bringen. Das Basisschiff dient als Refugium, hier kann man sich in Läden ausrüsten, gesund pflegen lassen, Informationen erhalten, Ausrüstung deponieren und Aufträge in der Gilde annehmen. Letztere bringen Geld und Einzelspielern wird häufig ein von der CPU relativ clever gesteuerter Helfer an die Seite gestellt. Die Abschnitte durchlaufen sich wie einfache Labyrinthe, später muss man simple Schalterrätsel ablaufen, um alle Räumlichkeiten zu erkunden. Nach und nach spielt man sich den Zugang zu neuen Abschnitten frei.
Der Suchtfaktor kommt nach einigen Stunden auf, wenn man das mit der Pad-Belegung und dem Nutzen gefundener Dinge langsam in den Griff bekommt. Und zu finden gibt es einiges. Waffen, Rüstungen, vor allem aber Upgrades aller Art, die das Erkunden einfacher und flüssiger werden lassen. Nettes Feature: ein kleiner Schutzengel in Form eines fliegenden Roboters unterstützt Euch in der Defensive und kann ab und zu einen recht mächtigen Befreiungsschlag ablassen. Dafür "füttert" man ihn mit verschiedenen Gegenständen, wodurch seine (und indirekt Eure) Werte steigen.
Es gibt also auch offline jede Menge zu tun und zu finden; mit einem Mitspieler an seiner Seite macht das doppelt so viel Spass. Auch der Umfang überzeugt: da es sich um zwei komplette Episoden handelt dauert es schon eine lange Zeit, bis man alles mal gesehen hat.
Wenn Grafik und Sound auch etwas veraltet wirken, so läuft alles doch schön flüssig und auch Neulinge finden leicht ins Spiel. Insgesamt ist PSO eine Bereicherung für den GameCube!


Resident Evil Zero [UK Import]
Resident Evil Zero [UK Import]

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Prolog eines Klassikers, 31. März 2003
Rezension bezieht sich auf: Resident Evil Zero [UK Import] (Videospiel)
Wieder ist ein neuer Teil der "Resident Evil"-Serie auf dem Markt, und wieder wage ich in dieser Rezension den Balanceakt zwischen Fan und Kritiker...
Als Fan freue ich mich natürlich über jeden neuen Titel der Reihe (ausgenommen der Shooter), und besonders über "Zero", da hier die leicht nebulöse Chronologie etwas an Linie gewinnt. Wie der Titel bereits verrät führt uns das Spiel zurück in die Zeit kurz vor dem Klassiker (oder dessen Remake für den Cube).
Grafisch bleibt das hohe Niveau, das man bereits im Remake des GameCube's bestaunen konnte, erhalten: beinahe fotorealistische (da vorgerenderte) Settings in denen alles zueinander passt, selbst die Figuren wirken nicht importiert und sind hervorragend animiert. Das mit den fixen Kamerawinkeln (Kamera folgt nicht - bewegt man die Figur aus dem Bild, dann übernimmt eine andere feste Kameraperspektive) wird immer ein Diskussionspunkt bleiben, für mich ist es einfach ein Stilmittel der Serie (der berühmte Hitchcock hatte ja auch oft seine eigene "Sichtweise"), manchmal nervig, oft effektvoll; übrigens soll sich das, zumindest teilweise, im geplanten "Resident Evil 4" ändern.
Auch was den Sound angeht bleibt das Spiel auf bekannt hohem Niveau: die Musik würde jedem erstklassigen Gruselfilm das richtige Ambiente geben, Geräusche passen sich der Umgebung an (in einem engen Raum kracht ein Schuss eben lauter als im Freien) und tragen ebenfalls zur dichten Atmosphäre bei.
Bei der, ebenfalls häufig kritisierten, Steuerung ist mir diesmal eine "Neuerung" unangenehm aufgefallen: die Zielerfassung ist träger geworden, was vor allem gegen die lästigen Krähen zu hohem Munitionsverbrauch führen kann. Ansonsten halte ich die Steuerung weiterhin für durchaus lernbar und bei weitem nicht so abwegig, wie immer wieder behauptet wird.
Die erste wirkliche Neuerung ist das Partner-System: auf Knopfdruck (START-Taste entlockt den Figuren dabei einen Kommentar) wechselt man zwischen den beiden Figuren, wobei Billy Coen eher der Mann für's Grobe und Rebecca Chambers das Mädchen mit Köpfchen und Agilität ist. Lässt man die beiden im Team gemeinsam erkunden, so übernimmt die CPU recht clever die zweite Figur, folgt ohne hängen zu bleiben und greift mit der aktiven Waffe selbstständig Gegner an. Natürlich bringt das einige Rätsel mit sich, die nur im Wechselspiel gelöst werden können, was sich aber nie sehr schwierig gestaltet.
Von den Rätseln bin ich, ehrlich gesagt, etwas enttäuscht. Hatte man sich bei Capcom für das Remake noch bemüht neue Rätsel einzuflechten oder zumindest komplexer zu gestalten, so fallen hier doch zu häufig Parallelen zu anderen Teilen auf: Klaviere, Uhren und Stromkreise, für Veteranen eher ein Stationenabklappern als eine Herausforderung. Einzig die etwas häufiger als gewöhnlich auftretenden Countdowns, direkt oder indirekt, bringen Hektik ins Geschehen.
Die zweite Neuerung ist das Wegfallen der Kisten, jener "magischen" Checkpunkte, in denen man früher immer Gegenstände auslagern konnte, um sie an anderer Stelle aus ähnlichen Kisten wieder zu entnehmen. Jetzt kann man wo man geht und steht Gegenstände fallen lassen und findet sie dort auch wieder - für Vergessliche werden sie auch auf der Karte angezeigt. Diese Neuerung hat ihre Vor-und Nachteile. So kann man zwar rasch für neue Gegenstände Platz schaffen, muss dann aber eventuell für weggeworfene später lange Wege zurücklegen. Die Kisten hatten zwar etwas unlogisches, waren aber, vor allem beim zweiten Durchspielen ein "taktischer Checkpoint", an dem man sich orientieren und auf Kommendes vorbereiten konnte. Das neue System ist zwar etwas anders, ändert aber am Spielablauf recht wenig, wenn man etwas überlegt arbeitet.
Unterm Strich ist "Zero" ein technisch hochgradiger und würdiger Verteter der Reihe, der den guten Willen zu technischen Neuerungen zeigt, dabei allerdings auf teils zu angestaubte Rätsel zurückgreift. Die dichte Atmosphäre und die interessante Story tragen das Spiel aber gekonnt über diese Tiefen hinweg. Fans werden es sowieso schon besitzen, Horrorfreunde sollten zugreifen und Neulingen wird es besonders gut gefallen, da ihnen Rätsel weniger vertraut scheinen werden, und mit dem CPU-Partner an der Seite kommt man sich nicht ganz so allein vor...


Metroid Prime
Metroid Prime
Wird angeboten von Rare-Games
Preis: EUR 69,95

7 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Let's Rock n'Roll, 29. März 2003
Rezension bezieht sich auf: Metroid Prime (Videospiel)
Ein Klassiker tritt nicht nur in die dritte Dimension, sondern wird gleichzeitig noch aus einer anderen Perspektive gespielt, ob das nicht zuviel des guten für Retro-Fans wird?
Nun, nach dem ersten Anspielen wird wohl selbst der konservativste Vertreter dieser Spezies zugeben müssen, dass Mut zur Innovation bei Neuumsetzungen alter Klassiker nicht zwingend den Spielspass mindert (spätestens, wenn man versucht ihm den Controller nach ein paar Stunden wieder abzunehmen).
Metroid Prime für den GameCube sieht auf den ersten Blick aus wie ein neues Grafikhighlight aus dem Ego-Shooter-Bereich. Das Spiel jedoch einfach als guten Shooter zu bezeichnen würde ihm nicht im geringsten gerecht werden. Es hat gleichzeitig sehr starke Jump n'Run-Elemente (nicht nur, wenn man in den Powerball-Modus wechselt) und der clevere Einsatz unterschiedlicher Hilfsmittel wird Action-Adventure-Freunde an Spiele wie Tomb Raider erinnern.
Dabei rundet eine interessante Story und eine flüssige Spielmechanik das Gesamtbild fantastisch ab. Die Grafik zeigt mal wieder, was der kleine Cube so alles kann: üppige, detailverliebte Texturen, fliessende Bewegungsabläufe, brilliante Licht/Schatten-Effekte und komplexe Polygonbauten entführen gekonnt in die virtuelle Spielwelt. Ganz besondere "Eyecatcher": Wenn sich käferähnliche Parasiten in Schwärmen auf Samus' PowerArmor stürzen fliesst ihr Schleim schön eklig am Visor herab, bei starken Explosionen spiegelt sich das Gesicht in der Visor-Innenseite, sodass man kurz in Samus' Augen sehen kann.
Die Musik, teils wabernd spannend, teils wummernd antreibend, hat das Niveau von guten Actionfilmen; die Geräuschkulisse trägt die Atmosphäre grandios über das Trommelfell direkt in die Magengrube.
Besonders gefällt mir der ScanVisor, eine von vier verschiedenen Sicht-Modi: interessante Punkte, wie Terminals, Kreaturen, Pflanzen oder eben nichtssagende Spuren werden hier analysiert, übersetzt oder in Datenbanken gespeichert, die man jederzeit im Pausenmodus studieren und so Massen an interessanten Informationen sammeln kann (was übrigens das Ende beeinflusst). Auch gegen die knackigen Gegner kann dieser Visor ein wichtiger Verbündeter werden.
Metroid Prime mag sich teils wie ein Shooter spielen, doch das Erkunden der fremden Umgebungen und das geschickte Vorankommen stehen eher im Mittelpunkt dieses innovativen Titels.
Was beinahe noch einen weiteren Stern zur Höchstwertung addiert ist die durchdachte Belegung des Pads. Natürlich braucht man etwas Zeit um die Steuerung, vor allem aber den raschen Zugriff, auf die vielen hilfreichen Gegenstände, zu beherrschen, doch bekommt man das in den Griff, dann spielt es sich beinahe, als würde man selbst in der PowerSuit stecken: man betritt ein neues Areal, sieht sich kurz um, erfasst mögliche Gegner, scannt, nutzt den abschiessbaren Kletterhaken oder transformiert die Suit zum Powerball, um schnell bessere Positionen zu erreichen - es macht einfach Spass!
Eine Warnung allerdings: das Spiel ist nicht leicht - wer einen handelsüblichen Shooter erwartet, der wird schnell eines besseren belehrt. Dumpfes oder panisches Rumlaufen und Losballern führt schnell zum Verlust der Übersicht, was bei Metroid Prime meist einem Todesurteil gleich kommt. Es gilt: eher etwas kostbare Energie oder Zeit opfern, um sich ein Bild von der Situation zu machen, als "heldenhaft" voranzustürmen.
Trotz (oder vielleicht auch gerade wegen) der grossen Herausforderungen, die das Spiel an einen stellt, ist Metroid Prime ein Muss für jeden GameCube-Besitzer. Gönnt Euch die Spannung, die Atmosphäre und den Spass und nehmt die Herausforderung an.


Wild Arms 3
Wild Arms 3
Wird angeboten von dvdseller24
Preis: EUR 42,99

21 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Charisma, Stil und Westernromantik, 24. Februar 2003
Rezension bezieht sich auf: Wild Arms 3 (Videospiel)
Eine rabenschwarze Nacht auf einer Welt die zu veröden droht. Ein Zug rattert durch die Wüste, die Ladung in seinem Gepäckwagen lockt verdächtige Gestalten an. Ein Aufeinandertreffen das schicksalhaft für die Zukunft dieser Welt scheint.
Zum dritten Mal entführt SONY alle Rollenspielfans in die westernhafte Endzeitwelt von "Wild Arms": nicht Schwert und Bogen, sondern Colt und Gewehr gehören hier zum Arsenal der Abenteurer, oder "Drifters", wie die staubbedeckten Desperados in "Wild Arms" genannt werden. Bis auf das Western-Setting bleibt die Serie nah an den genretypischen Mechanismen. Ein Magiesystem darf ebensowenig fehlen wie der Charakteraufbau oder der Rucksack voll wertvoller Gegenstände.
Wer die Final Fantasy Reihe mag, der wird sich hier schnell heimisch fühlen-die Ähnlichkeiten sind unübersehbar. Wem die berüchtigten Zufallskämpfe aus Final Fantasy auf Dauer zu nervig werden, dem sei dieses Spiel besonders ans Herz gelegt: die (für den Charakteraufbau) wichtigen Encounter gibt es hier auch, doch werden sie kurz angekündigt und können so umgangen werden. Auch das Kampfsystem selbst ist interessanter als bei anderen Vertretern des Genres. Zum einen bewegen sich die Figuren während des Kampfes, wodurch Entfernung und Position eine Rolle spielen; zum anderen wächst durch Aktionen/Reaktionen eine Art Aktionspool, der spezielle Moves ermöglicht. Je länger also ein Kampf dauert, desto interessanter werden die Aktionen - gute Aktionen führen zu raschem Anwachsen des Pools. Hier ist Taktik gefragt!
Grafisch kann "Wild Arms 3" sich durchaus sehen lassen, auch wenn die Texturen teils etwas minimalistisch geraten sind (was andererseits die Ödland-Stimmung unterstreicht), so bringt der (in Japan beliebt gewordene) Cellshading-Look eine gute Endzeit-Manga-Western-Melange 'rüber. Die detailverliebte Ausstattung der Dungeons und gute Kameraschwenks im Kampf runden das kurzweilige Vergnügen ab. Der Sound beschränkt sich auf effektvolle Geräusche und unaufdringliche, westernübliche Gitarrenmusik.
Mit der Lokalisierung hat sich SONY, bzw. der Vertreiber UBI SOFT leider selbst in's Bein geschossen. In Deutschland wird das Spiel wahrscheinlich unverdient schlechte Absatzzahlen haben, denn nur die Anleitung ist in Deutsch. Schade, denn der neueste Teil der "Wild Arms"-Serie zeigt durchaus Ansätze dazu, dass Squaresoft's etwas ins Stocken geratene FF-Reihe in absehbarer Zeit ernstzunehmende Konkurrenz bekommen könnte.
"Wild Arms 3" ist mehr als ein würdiger Vertreter des Genres. Wer keine Furcht vor englischen Texten hat, der sollte hier zugreifen. Der Manga-Stil hört nicht bei der Grafik auf: ein guter Cast verschiedenster Charaktere trägt genauso zur Stimmung bei wie die witzigen Wortgefechte zwischen der temperamentvollen Virginia und dem coolen Jet Enduro.
Von solchen Spielen sollte es mehr geben, zumindest ein "Wild Arms 4" bitte!
Vier Sterne hat sich das Spiel verdient, den fünften bekommt es allein für die clever-charismatischen Figuren...


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