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Beiträge von Karl Kampfhörs...
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Rezensionen verfasst von
Karl Kampfhörspiele

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Discordia
Discordia
Preis: EUR 13,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Solides, zweites Album, 22. Dezember 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Discordia (Audio CD)
Misery Index zelebrieren eine intelligent angewandte Form des Grindcore mit Death Metal. Noch dazu ist man sich nicht zu schade, alles zu benennen, was einem so gegen den Strich geht. Politische und soziale Missstände dürften hierbei wohl das thematische Zentrum der Band sein.

Wie das Album schon beginnt - das äußerst genial straight-stampfende Intro Unmarked Graves dürfte wohl der beste Song auf der Platte sein. Aber zum Glück läuft das nicht nach dem "Ein-paar-Perlen-und-viele-Füller"-Schema. Die folgenden Stücke wissen auch zu überzeugen. Lediglich einzelnde Songs, so der vierte oder der siebte Song, mögen nicht so recht zünden. Sonst passt aber alles, was die Songs angeht. Ab und an finden sich in dem ganzen Gemetzel auch sogar so etwas wie melanchonische Stücke, der Titelsong ist das beste Beispiel. Den hat man geschickterweise vor dem nochmal richtig brutalen Rausschmeißer Pandemican platziert. Schön finde ich im Allgemeinen, wie die Band trotz ihrer wütenden Eruptionen auch in die schnelleren Songs oft langsame, drückende Parts einbaut, um das ganze aufzulockern. In Sachen Abwechslung darf man sich hier also wirklich nicht beschweren.

Über den Sound der Platte kann sich auch wahrlich niemand beschweren. Alles ist klar hörbar, das Schlagzeug hämmert schön, nichts geht unter.

Alles in allem heißt das: 4 Sterne für ein Album, das schon in die richtige Richtung geht, aber noch mehr Potenzial gehabt hätte. Den letzten Stern hätte es für noch besseres Songwriting gegeben, das sollten die Jungs allerdings auch noch irgentwann schaffen.


Scum
Scum
Preis: EUR 13,99

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Zwar ein Meilenstein, aber kein Gott, 22. Dezember 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Scum (Audio CD)
Scum ist zweifelsohne ein Album, das man im Extrem Metal Sektor kennen sollte. Als Meilenstein wird es abgefeiert, was ja berechtigt ist, weil es, in Form eines Albums, definitiv die erste Grindcore-Veröffentlichung war, die es in den 80ern gegeben hat. Und was zeichnet diese Scheibe dann aus, wenn es so einen Kult um sie gibt?

Ganz klar, es war für die damalige Zeit die brutalste Schmettergranate in Form von Musik. Slayer haben erst ein Jahr vorher, '86, mit Reign in Blood Geschwindigkeitsrekorde aufgestellt, nur um ein Jahr später von Napalm Death wieder überboten zu werden. Obwohl man sich zum Ziel gesetzt hat, so schnell wie nur möglich zu spielen, ist das ganze nicht einfach nur in stumpfes Geballer von vorn bis hinten ausgeartet. Klar, die erste Hälfte, die noch von einem anderen Lineup eingeprügelt wurde, hat schon eine deutlich stärkere Punk-Schlagseite als die zweite. Gerade das sorgt wohl aber für die (notwendige) Abwechslung. Nik Bullen, bis You Suffer der Frontmann, bringt mit seinem Gesang, irgentwo zwischen Bellen und Rülpsen das Songmaterial auch anständig rüber. Unter jenen Songs bis Track 12 finden sich indes auch richtig coole Grooves, gerade der Titelsong, Siege of Power oder Control können, was das angeht, überzeugen. In der zweiten Hälfte ist dann alles radikaler gehalten, Lee Dorrian screamt und growlt dort, und die Songs sind generell aggressiver durch weniger Groove.

Wenn man sich für die Musik begeistern will, darf man hier auch keine großen Ansprüche an die Produktion stellen. Denn die ist spartanisch ausgefallen, speziell in der Hälfte des zweiten Lineups, kein Wunder, hat man versucht, für möglichst wenig Geld die Platte einzuspielen.

Wer sich für das Genre begeistern kann, und seinen Ohren, vom Sound her, was zumuten kann, der kann mit der Platte glücklich werden. Ich für meinen Teil kann es. Als den Oberhammer, als der es gehandelt wird, würde ich es nicht bezeichnen. Dafür hätten der eine oder andere Song noch besser sein müssen, sowie die Produktion. Ansonsten kann ich eine Empfehlung aussprechen.


Murderworks
Murderworks
Wird angeboten von marvelio-germany
Preis: EUR 9,68

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein sehr ausgewogenes Stück Grindcore, 21. Dezember 2013
Rezension bezieht sich auf: Murderworks (Audio CD)
Murderworks war in meinem Fall die Initialzündung für eine Fankarriere als Rotten Sound Maniac. "Was is an dem Ding so toll?" ist da die logische Frage.

Naja, erstens mal, was ja das wichtigste ist, das Songmaterial selbst. Kein Song langweilt in dem ganzen Gewitter, das Album hat ein durchgehend hohes bis sehr hohes Niveau, was die Kreativität angeht. Hier werden Blastpassagen intelligent mit der Basedrum verbunden, wenn nicht grade auf der Snare Drum geschreddert wird, stampft die Base Drum herum. Ordentlich Dynamik ist in dem ganzen auch drin, es wird nicht die komplette Zeit stumpf geballert. Hooklines gibt es ohne Frage auch nicht zu wenige. Noch dazu finde ich die vokalen Fähigkeiten von Kejio herausragend, die Growls und Screams kriechen wie von selbst aus der Kehle. Anspieltipps? So dämlich es klingt, das ganze Album. Es ist wirklich schwer, da Highlights zu benennen. Wenn ich müsste, würde ich sagen: das Intro, Lobotomy, Insane, und das Outro. Lediglich in der Mitte würde ich sowas wie einen Durchhänger diagnostizieren, aber das nur minimal.

Die Produktion finde ich auch sehr passend und ausgeglichen getroffen. Das Schlagzeug ballert schön, jedes Instrument ist klar hörbar, und es kommt nicht zu platt rüber. Daran sollten sich Bands heute ein Beispiel nehmen, anstatt ein Album bis zum Gehtnichtmehr totzuproduzieren.

Ich kann dieses Album nur mit den Worten beschreiben: Den Nagel auf den Kopf getroffen. Es gibt wirklich nichts, was an der Scheibe nicht sitzt, ich könnte höchstens sagen, dass man noch mehr geniale Songs darauf hätte packen können, das ist alles. Von vorne bis hinten ein Genuss, das war es schon beim ersten Mal, und es ist bei mir eher ungewöhnlich, dass mir was in dem Genre auf Anhieb gefällt. 9 von 10 Punkten.


Exit
Exit
Preis: EUR 22,20

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Neben Murderworks die Bandreferenz, 21. Dezember 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Exit (Audio CD)
Exit gilt neben Murderworks als das Durchbruchsalbum der Band, was wohl irgentwo berechtigt ist, da deren Vorgänger zwar noch etwas vielseitiger waren, aber es doch immer wieder (insbesondere langsame) Songs gegeben hat, die einen nicht grade vom Hocker gerissen haben. Ab Murderworks hat man dann den Grindanteil verstärkt, was man bei Exit auch so gehalten hat. Und kreativer ist man dabei auch geworden.

Was das Songwriting angeht, ist alles absolut in Ordnung. Kein Song wirkt unbedacht oder erweckt den "Überflüssig-Eindruck". Gut, hier und da gibt es ein Intermezzo (Slay), aber als vollwertigen Song kann man das nicht bezeichnen. Eines Hitcharakters erfreuen sich insbesondere der erste richtige Song Burden, Sell your Soul, Western Cancer oder auch Traitor. Bei Exit werden sonstige Einflüsse neben Grindcore allerdings sehr klein geschrieben, im Gegensatz zum dritten Album hat man den Death-Charakter erheblich zurückgeschraubt, und man findet nur noch ab und zu eine rasende Drumbase vor.

An der Produktion hätte ich höchstens zu kritisieren, dass die Snare Drum etwas kraftlos klingt, aber das wäre auch schon mein einziger wirklicher Kritikpunkt. Sonst ist alles OK, die Gitarren sägen schön fies vor sich hin, und die Becken scheppern ordentlich. Wen's am Rande interessiert: Das war eines (wenn nicht das) letzte Album, das von Mieszko Talarczyk (sollte man in der Szene kennen) produziert wurde. RIP.

Somit gehört Exit für mich zu den Alben, die man als Grindcore-, aber speziell als Rotten Sound Fan besitzen sollte. Wenn noch mehr Hammer dabei gewesen wären, wären durchaus auch 5 Sterne drin gewesen. Aber auch so ist das Album eine lohnenswerte Anschaffung.


Cursed
Cursed
Preis: EUR 13,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Ein Album mit Licht und Schatten, 21. Dezember 2013
Rezension bezieht sich auf: Cursed (Audio CD)
Mit dem sechsten Album haben Rotten Sound sich etwas wegentwickelt vom nahezu puren Grindgebolze der Sorte Cycles oder Exit. Den Grindcoreanteil hat man zugunsten von langsam groovigen Songs zurückgefahren, und das ist, zugegeben, recht gut gelungen. Wobei mir persönlich die Band lieber ist, wenn es donnert und scheppert. An Abwechslung mangelt es diesem Grind-Crust-Death-was-auch-immer-Album jedenfalls nicht. Damit dürfte man sogar Hörerkreise ansprechen, denen Grindcore bisher eher weniger gelegen war.
Als meine persönlichen Songfavoriten kann ich die ersten 3 Grindnummern, das groovig-zermalmende Ritual, Green und das Stoner-artig anmutende Addict herausstellen. Wobei es auch einige Songs gibt, die es meiner Meinung nicht gebraucht hätte: Declare, Scared oder Exploit reißen mich nicht so vom Hocker. Sonst ist glücklicherweise alles im grünen Bereich auf der kreativen Ebene.

Sehr gut gelungen finde ich das lyrische Konzept, dass man mit diesem Album verarbeitet hat. Wie der Titel erahnen lässt, geht es um irgentwas verfluchtes. Um was? Klar, die Menschheit. Das Album hat man in einzelne Unterkapitel unterteilt, die jeweils 2-3 Songs aufweisen. Und wenn man sich die Titel durchliest - Egotism, Vanity, Coercion, Vengeance, Exploitation, Fear - wird einem wohl klar, um was es geht. Ich schätze die Botschaften dieser Band sehr, und ich muss sagen, so gelungen wie auf Cursed fand ich die Texte bisher auf keinem anderen Output.

So weit so gut...

...wäre da nicht das große Manko dieser Scheibe: Ich weiß wirklich nicht, was sich Rotten Sound dabei gedacht haben, dieses Album so zu produzieren. Die Gitarren klingen derart hohl und die Drums dumpf, dass ich nicht verstehen kann, wie sie das (offensichtlich, sonst hätten sie es ja nicht gemacht) so toll finden konnten. Ich muss leider sagen, dass das einer der überproduziertesten Outputs ist, der mir lange begegnet ist. Es haben schon etliche Leute so beschrieben, und da geht es mir genau so, dass einen die Produktion mit ihrer Heftigkeit zunächst erschlägt, aber dann wird es langsam schlicht nervig.

Somit bin ich gezwungen, zum ersten Mal ein Rotten Sound Album mit 3 Sternen zu bewerten. Was das Songmaterial angeht, wären 7 Punkte drin gewesen, aber so ziehe ich einen ab, und bin bei 6 / 10 Punkten. Ich kann nur hoffen, dass die Band das so nicht wiederholen wird, denn die Produktion beeinträchtigt den Hörgenuss schon erheblich. Mal sehen, was ihre nächste full-length Veröffentlichung mit sich bringen wird. Jedem Fan der Band kann ich vor dem Kaufen nur dringend das Anhören nahelegen, um eine eventuelle Enttäuschung zu ersparen.


World Downfall
World Downfall
Preis: EUR 12,99

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine prägende Extreme Metal Scheibe, 19. Dezember 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: World Downfall (Audio CD)
Zweifelsohne werden wohl die meisten, die sich für Bands wie Napalm Death, Carcass oder Rotten Sound interessieren, auch schon von Terrorizer gehört haben. Das Debüt von ihnen steht, was den Kultstatus in der Szene angeht, ja auf einer Stufe mit den ersten Napalm Death Veröffentlichungen. Wer nun besser ist, beantwortet jeder für sich selbst, aber Terrorizer haben in einer Hinsicht eindeutig die Nase vorn: Die Produktion fällt wesentlich klarer und besser aus als bei beispielsweise Scum. Wo ich bei Scum eine ganze Weile gebraucht habe, um mich an den sehr spartanischen Sound zu gewöhnen, so ging das bei World Downfall eigentlich sofort. Auch wenns heutzutage schon wieder veraltet ist, wen störts? Alles ist klar herauszuhören, besonders das Becken hat es mir angetan mit dem scheppernden Sound.

Noch dazu dürfte WD nicht nur die Grind- sondern auch die Death Metal Szene beeinflusst haben. Denn hier wechselt sich eine stampfende Drum Base mit Blastbeats ab. Das ganze hat durch die Länge der Songs natürlich mehr Tiefgang im Songwriting als bei Napalm Death. Durch die längeren Songs kann man auch hier und da mal langsame Momente und Grooves einbauen. Ein Gespür für anständige Riffs und Hooklines haben die Jungs auch bewiesen. Auch gut kommt bei mir die schräge Stimme von Oscar Garcia an, der mit seinen wirren Growls das Gesamtbild gut ergänzt. Das Niveau auf der Platte ist durchgehend hoch, aber einige Highlights sind beispielsweise: Das groovige Intro, der Titelsong, Corporation Pull-In, Dead Shall Rise (einer meiner Lieblingssongs), Fear of Napalm. Es fällt insgesamt nichts negativ in der Masse auf.

Man hat so ziemlich in allen Belangen das Schwarze getroffen, und entsprechend hat sich dieses Album seinen Kultstatus wohl verdient. Wer schon Platten wie Scum, From Enslavement to Obliteration oder Reign in Blood sein Eigen nennt, sollte in World Downfall wenigstens reingehört haben. Schwer vorstellbar, dass ein Fan eben genannter hieran keinen Spaß finden kann.


Terrible Certainty
Terrible Certainty

4.0 von 5 Sternen Erste Veränderungen kündigen sich an..., 19. Dezember 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Terrible Certainty (Audio CD)
... nach den ersten beiden Alben. Obwohl ich mich für alle frühen Kreator Werke begeistern kann, war Terrible Certainly, chronologisch gesehen, das erste Album, welches für mich richtig interessant wurde. Denn hier wurde, im Gegensatz zu den Vorgängern nicht nur wüst Thrash eingeprügelt, ab hier finden sich erstmals verspieltere und/oder komplexere Stücke in nennenswerter Zahl ( Toxic Trace, Storming with Menace,...) und auf textlicher Ebene fand eine erhebliche Änderung statt. Man ging weg vom Teufel und den "reitenden Leichen", wie Mille sie selbst genannt habt, und wendete sich erstmals zivilisationsrelevanten Themen zu, wie beispielsweise der Umweltverschmutzung.

Dadurch, dass die Band hier wesentlich mehr Raum für Melodien und Grooves gelassen hat, und das ganze mit ihrem Thrash kombiniert hat, konnte sie das Songwriting noch weiter verbessern, und ein besseres Gefühl für Hooklines bekommen. Was das anbelangt, haben mir es insbesondere der Titeltrack, das schon erwähnte Toxic Trace und One of Us angetan. Aber auch die restlichen Songs können durch ihren Aufbau bestechen. Ob man nun Blind Faith, As the World Burns oder Behind the Mirror betrachtet, es gibt eigentlich keinen Song, der nicht überzeugt. Außerdem ist für mich hier erstmals die Stimme richtig ansprechend.

Die Produktion haut einen nicht gerade um, aber wirklich schlimm ist das nicht, da man (bis auf die Drum Base, die geht leider etwas unter) alles klar heraushört. Meines Erachtens nach konnte man hier das erste mal von einer halbwegs professionellen Produktion der Band sprechen, wenn man es im zeitlichen Kontext sieht.

Neben Coma of Souls ist das dritte Album einer meiner persönlichen Favoriten der frühen Kreator-Werke. Insbesondere auf der kreativen Ebene können mich beide gut überzeugen. Ein sehr gelungenes Thrashalbum, welches die anstehende Veränderung der Band ankündigt. Mit 8,5/10 Punkten aber leider knapp an der Bestnote vorbei.


Coma of Souls
Coma of Souls
Wird angeboten von colibris-usa
Preis: EUR 42,68

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein ausgereifter Kreator Klassiker, 19. Dezember 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Coma of Souls (Audio CD)
Kreator konnte ich bei den ersten Kontakten nicht viel abgewinnen, weil mir die Musik zu soft war (da werde ich wohl nur die Werke aus den 90ern nach COS auf die Ohren bekommen haben), und die Stimme war anfangs auch nicht so meins. Da habe ich mich selber gefragt "Warum eigentlich"? Schließlich kann ich mich ja allgemein sehr für Thrash Metal begeistern, Combos wie Slayer und Sodom gehören ja zu meinen Lieblingsbands. Aber nachdem ich dann zu den frühen Kreator Alben gegriffen habe, hab ich schon gemerkt, woher der Status (speziell in der Thrashszene) der Band kommt. Und obwohl ichs gerne auch noch ne Ecke härter habe (Death Metal, Grindcore,...), finde ich vom ersten bis zum fünften Album jedes mindestens gut, wobei Coma of Souls wohl mein Favorit sein dürfte.

Beim Songwriting stimmt meines Empfindens nach alles. Kein Song, der langweilt, vor sich hinplätschert, was auch immer. Klar sind auch ein paar ruhigere Nummern dabei (siehe People of the Lie), es bleibt dafür aber noch genug Thrash Geknüppel übrig. Sehr gelungen finde ich auch, wie sich in den komplexeren Stücken der Sorte Terror Zone, Agents of Brutality das Tempo abwechselt. Ausreichend Dynamik und Drive hat das Album also schonmal. Aber auch sonst kann es mich überzeugen: Die brutalen, klischeehaften Texte der ersten beiden Alben hat die Band mit den Vorgänger (teils auch schon auf Terrible Certainly) abgelegt, und stattdessen ziemlich gesellschafts- und zivilisationskritische Töne angeschlagen. Da ich ohnehin gesellschaftskritische und politische Texte bevorzuge, ist das für mich ein weiterer Pluspunkt.

Die Produktion - Klar, das Album hat schon mehr als zwei Jahrzehnte auf dem Buckel, entsprechend ist naheliegend, dass der Sound nicht mehr zeitgemäß ist. Man hört dennoch jedes Instrument klar und differenziert heraus, von daher kann ich da beim besten Willen nicht meckern. Schließlich müsste man ja sonst bei jedem Szeneklassiker aus der damaligen Zeit nörgeln "Das klingt aber für heutige Verhältnisse schlapp!" Naund? Das Songmaterial ist entscheidend, nicht die Aufbereitung.

Kurz: Bei dem Album haben Kreator eigentlich alles richtig gemacht und ein verspieltes, dennoch kräftiges Thrash Album abgeliefert. Nun könnte ich höchstens noch sagen, dass noch ein paar Hooklines mehr das ganze perfektioniert hätten, aber ehrlich, das Songmaterial ist auch schon so ausgezeichnet. 9 von 10 Punkten für eines meiner Lieblings-Thrashalben.


Heirs to Thievery
Heirs to Thievery
Preis: EUR 13,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein weiterer Dampfhammer vom Elendsindex, 18. Dezember 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Heirs to Thievery (Audio CD)
Zwar kenne ich die Band noch nicht allzu lange, jedoch habe ich alles an Songmaterial. Schon ihre früheren Alben (speziell etwa Traitors) sowie ihre Kompilation, auf der sämtliches Songmaterial von kleinen Releases (wie EPs und Splits) ist, wussten mich zu überzeugen. Da war klar, dass sich das beim vierten Werk nicht ändern wird.

Misery Index schreddern in gewohnter Manier wieder ihre ureigene Suppe aus Grindcore, groovendem Death Metal und dezent eingesetzten Melodien und Melanchonie zusammen, bloß würde ich sagen, dass man das Ganze bis zur Perfektion steigern wollte.

Das Songwriting als ganzes weiß zu überzeugen, und scheinbar weiß die Band nun mehr Hooklines zu schreiben als bisher. Ob es nun Grindgranaten der Sorte "Embracing Extinction", "Fed to the Wolves", "Day of the Dead", oder ruhigere, teils melanchonische Stücke wie "The Seventh Cavalry", "The Spectator" sind, die Stücke in sich sind stimmig, und hängen sich oft im Kopf fest. Man hat jederzeit das Gefühl, dass die Band weiß, was als nächstes kommen soll, ob es nun Gitarrensoli, plötzliche Rhythmuswechsel oder Blasts sind, es wird perfekt in das Songmaterial eingeflochten. Es gibt keinen einzigen Ausfall oder auch nur einen Song, der wirklich langweilig wäre. Auch in moderateren Gefilden verstehen sie es, den Hörer zu begeistern.

Produktionstechnisch wollte man sich auch von bester Seite zeigen: Insbesondere die Drums scheppern nun gehörig aus den Boxen.

Das alles zusammen ergibt ein sehr positives Gesamtbild. Von der Kreativität über Vielfalt bis zur Produktion stimmt wirklich alles. Sie haben sich bisher, und vorallem hier, stark gezeigt. Wird wohl schwer, das mit dem bald anstehenden Nachfolger The Killing Gods zu toppen, aber man soll niemals nie sagen.


Das Grosse Verbrauchen
Das Grosse Verbrauchen
Preis: EUR 29,83

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ultimatives Best Of, 18. Dezember 2013
Rezension bezieht sich auf: Das Grosse Verbrauchen (Audio CD)
So sind se, die JaKas. Bringen nicht allzu lange vor ihrer Auflösung 2011 (die sie ein paar Tage, nachdem ich das hier schrieb, widerrufen haben) eine Best of raus, die vom Umfang her schon fast als Kompilation angesehen werden kann. Das schließt fast die gesamte Diskografie der Band ein, bis zu dem Zeitpunkt, als sie über ihr eigens gegründetes Label unundeux unter anderem sich selbst vertreiben. Und dann noch eine ziemlich abgedrehte DVD (typisch JaKa eben), bei der man der Band bei allen möglichen Situationen, wie Liveauftritten, Studiosessions, aber auch bei Quatsch, zuschauen kann. Von daher kann man sich denken, dass diese nur was für Fans ist.

Etwa 90% des JaKa Materials bis 2009 ist auf dieser Best Of. Also von jeder einzelnen Veröffentlichung wie Demos, Splits und full-length releases je 90%. Wer diese Band kennt, hat eine Vorstellung von dem Umfang des ganzen. Insgesamt bekommt man 119 Songs auf den CDs, entsprechend braucht man so einige Stunden, um das ganze durchzuhören. Das ganze ist natürlich für alle zu spät geborenen (einschließlich mir) eine feine Sache, weil man mit dieser Box im Grunde auf einen Schlag das meiste besitzt, was die Band so in ihrer Schaffensbahn erreicht hat.

Allerdings sind im Booklet leider nicht alle Texte abgedruckt, trotz einem Umfang von fast 100 Seiten. Dafür bekommt man dort aber alle möglichen tollen Bilder der Truppe zu sehen.

Wie soll man jemanden, der die Band nicht kennt, diese kurz und prägnant erklären? Eine sehr sarkastische, scharfzüngige Grind/Death Band, die mit ihren Texten wohl ziemlich einzigartig ist. Obwohl das ganze musikalisch, dem Genre entsprechend, ziemlich viel Gemetzel ist, heißt das nicht, dass hier ein Wutanfall dem andern folgt. Die Musik ist sehr breaklastig und dynamisch gehalten. Wer sich für zynischen Humor mit einer häufig gesellschaftskritischen und konsumkritischen Schlagseite, und natürlich diese Musik, begeistern kann, dürfte hier seine Freude haben.

Wer eine Größe der deutschen Grindszene für einen Spottpreis ausführlich kennenlernen will, oder auch einfach seine Sammlung komplettieren will, kommt an dieser Best Of kaum vorbei. Welche Band vertreibt schon nahezu alle ihre Releases für 30€? Ich kenne bis auf die Japanischen Kampfhörspiele jedenfalls keine einzige.


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