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Rezensionen verfasst von
Karl Kampfhörspiele

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Return in Bloodred
Return in Bloodred

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Naja..., 9. Januar 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Return in Bloodred (Audio CD)
Ich bin beileibe nicht DER Softie-Metal-Hörer. Aber hier und da finden sich in meinem Repertoire durchaus auch Bands wie Powerwolf. Und weil ich bei allen bis jetzt erschienenen Alben mein Vergnügen hatte, aber speziell mit Numero 2 und 3, dachte ich mir, "Versuchsts halt mal mit dem Debüt." Denkste!

Nicht dass man auf der ersten Scheibe noch was ganz anderes gezockt hätte, als später auch. Es gibt, wie auch später, die Orgel auf die Lauscher. Und freilich auch das unverkennbare Organ von Sänger Attila. Hier ist allerdings der Power Metal Anteil recht dünn gehalten. Ich würde das hier eher als Heavy Metal sehen. Das ganze ist also wesentlich grooviger und langsamer, als auf den folgenden Werken. Damit hätte ich weniger ein Problem, wenn das Songwriting stimmen würde. Tut es aber leider nicht. Kein Song vermag mich so wirklich zu überzeugen, alles plätschert einfach so vorbei. Von Ohrwürmern auf diesem Album kann ich auch nicht berichten. Ganz anders geht es mir da mit den folgenden Alben, bei Lupus Dei und Bible of the Beast kann ich bei so einigen Songs definitiv von einem Hitcharakter sprechen.

Immerhin ist die Produktion schon ziemlich ansprechend, da merkt man schon, dass das ganze professionell gemacht wurde. Alles schön klar und deutlich.

Sofern man ein Komplettist ist, und von seiner Lieblingsband alles haben muss, kann man sich Return in Bloodred durchaus holen. Sonst kann ich allerdings nicht wirklich eine Empfehlung aussprechen. Vorher reinhören, also in die kompletten Songs, sollte man, sofern man sich unsicher ist. Glücklicherweise hat die Band hiernach ein Händchen für wesentlich bessere Songs bekommen.


Ohne kostet Extra [Explicit]
Ohne kostet Extra [Explicit]
Preis: EUR 8,29

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Gewohnte Blödsinns-Metal-Kost der Hannover Chaoten, 7. Januar 2014
Rezension bezieht sich auf: Ohne kostet Extra [Explicit] (MP3-Download)
Allein schon der Name der Combo lässt die meisten einfach nur den Kopf schütteln, vor so einem überzogen stumpfen Namen. Ganz so vorhersehbar ist die Musik allerdings nicht (sofern man kein Fan ist). Man mischt wie eh und je die grausamsten akustischen Verbrechen, die die Menschheit kennt (Grindcore, Fun Metal, ein bisschen Death und Schlager), und schreibt dazu schön schwachsinnige Texte.

Neuerungen? Erstmals wollte man die CD nicht bis an den Rand mit Tracks vollstopfen, und man hat tatsächlich erstmals nichts gecovert. Ich kann schon die Sellout-Vorwürfe hören, schließlich hat man ja den Kult mit schwachsinnigen Coverversionen aufgebaut. Jetzt machen die Grindf***ers doch tatsächlich ausschließlich mit eigenem Blödsinn Geld. Was die Songs angeht: Das übliche Chaos. Gemetzel und plötzliche Breaks und Tempowechsel. Über ausreichend Dynamik kann man sich auch sonst nicht beschweren, schließlich hat ein Großteil der Band an dem Album mitgesungen, noch dazu jeweils mit verschiedenen Gesangstechniken.

Langweilig ist keiner der Songs (mal nur aufs Songmaterial bezogen), höchstens Schlager-Abklatschnummern wie Geballermann 666 könnten dem einen oder andern Metalpuristen (einschließlich mir) auf den Geist gehen. Angetan haben es mir speziell Kottherapie, Gurke, Metal im Blut, Is aber Nich. Auch so einige genrefremde Instrumente sind mal wieder vertreten, ein Klavier oder eine Trompete beispielsweise. Passend zum jeweiligen Song versteht sich.

Die Produktion: Geht in Ordnung. Wie gewohnt aus dem Hause Excrementory ein klarer, kraftvoller Klang. Und das weiterhin ohne Label.

Was soll man schon groß dazu sagen, es ist halt ein Grindf***er Album. Das Schwachsinns-Niveau ist weiterhin das gleiche. Niemand wird die Band als Fan auf einmal anfangen zu hassen, es sei denn, man hat die Band nur wegen der Coverversionen gemocht.


Utopia Banished
Utopia Banished
Preis: EUR 13,07

5.0 von 5 Sternen Der nahtlose Übergang zwischen Alt und Neu, 7. Januar 2014
Rezension bezieht sich auf: Utopia Banished (Audio CD)
Vielleicht nicht ganz unüberraschend, aber dennoch niederschmetternd traf damals der Harmony Corruption-Nachfolger die Szene(n). Grindfans dachten, sie verlieren Napalm Death an die Death Metal Szene, umgekehrt sah man dort die Band schon, zumindest musikalisch, im Death Metal. Naja, nicht ganz falsch, schließlich hat sich die Band in den 90ern ja mit Death Metal profiliert. Aber vorher ist man mit dem 92er Output noch ein wenig back to the roots. Sprich man hat den Grindcore wieder stärker in den Vordergrund gestellt, wenngleich der Death-Einschlag unverkennbar ist.

Die Songs pendeln meist um die 2 bis 3 Minuten, also genug Zeit, um in die Songs ne Menge Blastbeats und Drumbase-Stampfen zu packen. Wobei erstere überwiegen. Das Tempo der Songs ist hoch bis sehr hoch, kein Song kommt ohne Blasts aus. Wenngleich auch für den ausgleichen Groove gesorgt ist. Perlen des Albums sind Dementia Access, Christening of the Blind, Cause and Effect, Pt. 2, Distorting the Medium. Wobei es schwer ist, wirklich von Höhepunkten zu sprechen, hat das Album ja ununterbrochen gute Stücke parat. Langweilig wird es nie, hängen bleibt auch so einiges. Die damals äußerst kraftvollen Growls von Greenway tun ihr übriges.

Hören lassen kann es sich auch heute noch gut: die Produktion, für damalige Verhältnisse schon kraftvoll, und differenziert, sorgt auch heute noch dafür, dass einem alles klar entgegenschmettert.

Als Verweis auf die Edition mit 4 Bonustracks: Diese Version ist ebenfalls sehr empfehlenswert, wenngleich auch die Bonussongs wesentlich schlapper produziert sind.

Was kann man da noch sagen? Von vorn bis hinten alles richtig gemacht, sehr gute Songs, eine solide Produktion, und die typischen Napalm Death Texte. Dürfte schwierig werden, das nochmal so oder sogar noch besser hinzukriegen.


Harmony Corruption
Harmony Corruption
Preis: EUR 17,48

4.0 von 5 Sternen Vordringen in unbekanntes Gefilde, 6. Januar 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Harmony Corruption (Audio CD)
Was für ein Schock für die damalige Fangemeinde! Da erdreistet sich doch tatsächlich ihre Kultband Napalm Death, keinen Grindcore mehr zu spielen. Oder zumindest von nun an den Death Metal vor Grind dominieren zu lassen. Und dann noch ein anderer Sänger: Hier bekommt man erstmals den Herr Greenway auf die Lauscher. Meiner Meinung nach hat er nie besser gegrunzt als Anfang der 90er.

Entsprechend dieser gewagten Schritte waren die Meinungen auch gespalten. Die einen fanden es toll, dass man von nun an auf einmal viel technischer wurde und die Songs komplexer wurden, wenngleich die Blastbeats nicht völlig verschwunden sind. Das, was früher die Drumsticks übernommen haben, machen nun oft die Pedals, es stampft also recht viel. Wer von den Neuerungen nicht abgestoßen wurde, konnte jedoch schon einige Highlights auf dem Album für sich entdecken: Suffer the Children ist heute nicht nur ein Klassiker der Band, sondern wird auch immer wieder gerne in der Death Metal Szene als solcher bezeichnet. Und Songs wie das Intro, Mind Snare oder Circle of Hypocrisy müssen sich nicht dahinter verstecken.

Die nächste große Veränderung war die Produktion. Endlich dürfte das Songmaterial, auch halbwegs seiner Qualität würdig, aus den Boxen erklingen. Die Drums lassen sich am besten als rumpelnd bezeichnen. Was nicht abwertend gemeint ist, es klingt alles erdig, dennoch recht klar. Auch wenn es keine Hammer Produktion ist.

Wer nicht so hin und weg ist von der Raserei der ersten ND-Alben, könnte ab hier beginnen, sich mit der Band zu beschäftigen. Und sofern man sich für Death Metal begeistern kann, wird man hieran wohl etwas haben. Der Brückenschlag zwischen dem frühen Gebolze und der technischen Seite der Band. 8,5 von 10 Punkten.


From Enslavement to Obliteration
From Enslavement to Obliteration
Preis: EUR 15,40

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das radikalste Napalm Death Album, 6. Januar 2014
Rezension bezieht sich auf: From Enslavement to Obliteration (Audio CD)
Neben Scum hat FETO speziell in der Grindszene einen Kultstatus. War das Debüt innerhalb der Szene schon ein Erfolg, konnte man mit dem Nachfolger noch eins drauflegen. Als das Album erschien, kam es auf Platz 1 der Indie-Charts.

Andere Einflüsse als Grindcore halten sich auf diesem ND-Album doch recht arg zurück. Höchstens erstes Augenzwinkern in Richtung Death Metal ist erkennbar. Es ist im Grunde wie Scum, bloß insgesamt noch ein wenig extremer. Nicht nur, weil man noch seltener die Bremse zieht, sondern auch, weil Dorrian auf diesem Album noch heftiger screamt und growlt. Er dürfte ohnehin von allen bisherigen Sängern dieser Band der radikalste gewesen sein, und das hat in dieses Album gegipfelt. Heftig, aber nicht zu krass, wird man von seiner Stimme durch dieses Inferno begleitet. Meiner Meinung nach hat sich, obwohl es noch aggressiver ist, das Songwriting im Vergleich zum Vorgänger noch verbessert. Hier und da finden sich tatsächlich so etwas wie Hooklines in dem Geschredder.

Die Texte - naja, das genreübliche steht auf der Agenda. Sprich Rassismus, Sexismus, Ausbeutung, Umweltverschmutzung, Gier, usw. .

Auch produktionstechnisch hat sich nicht viel bewegt. Der Sound ist zwar nicht mehr ganz so mies, wie 1987, aber gut ist auch was anderes. Aber immerhin schon merklich besser. Zumindest ist das Schlagzeug nicht mehr so laut abgemischt worden, sodass man während der Blastbeats nahezu nichts mehr anderes gehört hat, wie damals.

Als Fan extremer Musik, speziell Grind, sollte man mal ein Ohr riskieren. Und wenn es einem trotz Grindmanie nicht gefällt - nicht verzagen, alles kann einem auch nicht gefallen.


Zombie Attack/Chemical Invasion
Zombie Attack/Chemical Invasion

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Saufmetal-Pioniere in ihren Anfangstagen, 29. Dezember 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Zombie Attack/Chemical Invasion (Audio CD)
Die Texte von Tankard sind, wie man sich bei dem Bandnamen denken kann, freilich nicht gerade mit viel Sinn gesegnet. Aber das kann man der Band wohl, sofern man kein bierernster, misanthropischer Schwarzmetaller ist, verzeihen. Denn es ging einem von Anfang an eigentlich nur um den Spaß an dem ganzen, was manche Leute leider völlig vergessen. Das ziemlich klischeehafte Albumcover sagt wohl genug über die Ernsthaftigkeit des Ganzen aus.

Was erwartet einen auf dieser Kompilation? Die ersten beiden Tankard Alben, die 1985/86 erschienen sind. Und man hat sich auch schon auf dem Debüt kompositorisch deutlich professioneller als etwa die Thrash-Kollegen von Sodom gezeigt. Hooklines haben hier und da indes auch ihren Weg darauf gefunden. Klar zieht man bei Zombie Attack und Chemical Invasion ziemlich selten die Handbremse an, aber wenigstens ist man nicht völlig auf maximale Geschwindigkeit getrimmt gewesen. Songs, die in dem ganzen negativ herausstechen, finde ich keine. Gewöhnungsbedürftig ist vielleicht die quiekend hohe Stimme von Gerre, aber das ist nur meine persönliche Meinung.

Das Debüt ist auch, was die Produktion angeht, den Kollegen von Sodom und Kreator überlegen: Der Sound ist zwar für die damalige Zeit nicht der Oberhammer, aber ein ganzes Stück besser, als deren Erstlingswerke. Chemical Invasion klingt nahezu genau so wie Zombie Attack. Immerhin hört man jedes Instrument ziemlich deutlich heraus.

Vom Songmaterial her würde ich sagen: ist für die ersten Schritte in der Musikszene auf jeden Fall gut geworden, aber kein Hit. Für einen Preis, für den man normalerweise nur ein Album bekommt, kriegt man hier die ersten beiden Tankard-Werke. Daher unterm Strich 5 Sterne.


Discordia
Discordia
Preis: EUR 16,99

4.0 von 5 Sternen Solides, zweites Album, 22. Dezember 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Discordia (Audio CD)
Misery Index zelebrieren eine intelligent angewandte Form des Grindcore mit Death Metal. Noch dazu ist man sich nicht zu schade, alles zu benennen, was einem so gegen den Strich geht. Politische und soziale Missstände dürften hierbei wohl das thematische Zentrum der Band sein.

Wie das Album schon beginnt - das äußerst genial straight-stampfende Intro Unmarked Graves dürfte wohl der beste Song auf der Platte sein. Aber zum Glück läuft das nicht nach dem "Ein-paar-Perlen-und-viele-Füller"-Schema. Die folgenden Stücke wissen auch zu überzeugen. Lediglich einzelnde Songs, so der vierte oder der siebte Song, mögen nicht so recht zünden. Sonst passt aber alles, was die Songs angeht. Ab und an finden sich in dem ganzen Gemetzel auch sogar so etwas wie melanchonische Stücke, der Titelsong ist das beste Beispiel. Den hat man geschickterweise vor dem nochmal richtig brutalen Rausschmeißer Pandemican platziert. Schön finde ich im Allgemeinen, wie die Band trotz ihrer wütenden Eruptionen auch in die schnelleren Songs oft langsame, drückende Parts einbaut, um das ganze aufzulockern. In Sachen Abwechslung darf man sich hier also wirklich nicht beschweren.

Über den Sound der Platte kann sich auch wahrlich niemand beschweren. Alles ist klar hörbar, das Schlagzeug hämmert schön, nichts geht unter.

Alles in allem heißt das: 4 Sterne für ein Album, das schon in die richtige Richtung geht, aber noch mehr Potenzial gehabt hätte. Den letzten Stern hätte es für noch besseres Songwriting gegeben, das sollten die Jungs allerdings auch noch irgentwann schaffen.


Scum
Scum
Preis: EUR 16,54

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Zwar ein Meilenstein, aber kein Gott, 22. Dezember 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Scum (Audio CD)
Scum ist zweifelsohne ein Album, das man im Extrem Metal Sektor kennen sollte. Als Meilenstein wird es abgefeiert, was ja berechtigt ist, weil es, in Form eines Albums, definitiv die erste Grindcore-Veröffentlichung war, die es in den 80ern gegeben hat. Und was zeichnet diese Scheibe dann aus, wenn es so einen Kult um sie gibt?

Ganz klar, es war für die damalige Zeit die brutalste Schmettergranate in Form von Musik. Slayer haben erst ein Jahr vorher, '86, mit Reign in Blood Geschwindigkeitsrekorde aufgestellt, nur um ein Jahr später von Napalm Death wieder überboten zu werden. Obwohl man sich zum Ziel gesetzt hat, so schnell wie nur möglich zu spielen, ist das ganze nicht einfach nur in stumpfes Geballer von vorn bis hinten ausgeartet. Klar, die erste Hälfte, die noch von einem anderen Lineup eingeprügelt wurde, hat schon eine deutlich stärkere Punk-Schlagseite als die zweite. Gerade das sorgt wohl aber für die (notwendige) Abwechslung. Nik Bullen, bis You Suffer der Frontmann, bringt mit seinem Gesang, irgentwo zwischen Bellen und Rülpsen das Songmaterial auch anständig rüber. Unter jenen Songs bis Track 12 finden sich indes auch richtig coole Grooves, gerade der Titelsong, Siege of Power oder Control können, was das angeht, überzeugen. In der zweiten Hälfte ist dann alles radikaler gehalten, Lee Dorrian screamt und growlt dort, und die Songs sind generell aggressiver durch weniger Groove.

Wenn man sich für die Musik begeistern will, darf man hier auch keine großen Ansprüche an die Produktion stellen. Denn die ist spartanisch ausgefallen, speziell in der Hälfte des zweiten Lineups, kein Wunder, hat man versucht, für möglichst wenig Geld die Platte einzuspielen.

Wer sich für das Genre begeistern kann, und seinen Ohren, vom Sound her, was zumuten kann, der kann mit der Platte glücklich werden. Ich für meinen Teil kann es. Als den Oberhammer, als der es gehandelt wird, würde ich es nicht bezeichnen. Dafür hätten der eine oder andere Song noch besser sein müssen, sowie die Produktion. Ansonsten kann ich eine Empfehlung aussprechen.


Murderworks
Murderworks
Preis: EUR 19,47

5.0 von 5 Sternen Ein sehr ausgewogenes Stück Grindcore, 21. Dezember 2013
Rezension bezieht sich auf: Murderworks (Audio CD)
Murderworks war in meinem Fall die Initialzündung für eine Fankarriere als Rotten Sound Maniac. "Was is an dem Ding so toll?" ist da die logische Frage.

Naja, erstens mal, was ja das wichtigste ist, das Songmaterial selbst. Kein Song langweilt in dem ganzen Gewitter, das Album hat ein durchgehend hohes bis sehr hohes Niveau, was die Kreativität angeht. Hier werden Blastpassagen intelligent mit der Basedrum verbunden, wenn nicht grade auf der Snare Drum geschreddert wird, stampft die Base Drum herum. Ordentlich Dynamik ist in dem ganzen auch drin, es wird nicht die komplette Zeit stumpf geballert. Hooklines gibt es ohne Frage auch nicht zu wenige. Noch dazu finde ich die vokalen Fähigkeiten von Kejio herausragend, die Growls und Screams kriechen wie von selbst aus der Kehle. Anspieltipps? So dämlich es klingt, das ganze Album. Es ist wirklich schwer, da Highlights zu benennen. Wenn ich müsste, würde ich sagen: das Intro, Lobotomy, Insane, und das Outro. Lediglich in der Mitte würde ich sowas wie einen Durchhänger diagnostizieren, aber das nur minimal.

Die Produktion finde ich auch sehr passend und ausgeglichen getroffen. Das Schlagzeug ballert schön, jedes Instrument ist klar hörbar, und es kommt nicht zu platt rüber. Daran sollten sich Bands heute ein Beispiel nehmen, anstatt ein Album bis zum Gehtnichtmehr totzuproduzieren.

Ich kann dieses Album nur mit den Worten beschreiben: Den Nagel auf den Kopf getroffen. Es gibt wirklich nichts, was an der Scheibe nicht sitzt, ich könnte höchstens sagen, dass man noch mehr geniale Songs darauf hätte packen können, das ist alles. Von vorne bis hinten ein Genuss, das war es schon beim ersten Mal, und es ist bei mir eher ungewöhnlich, dass mir was in dem Genre auf Anhieb gefällt. 9 von 10 Punkten.


Exit
Exit
Preis: EUR 17,60

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Neben Murderworks die Bandreferenz, 21. Dezember 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Exit (Audio CD)
Exit gilt neben Murderworks als das Durchbruchsalbum der Band, was wohl irgentwo berechtigt ist, da deren Vorgänger zwar noch etwas vielseitiger waren, aber es doch immer wieder (insbesondere langsame) Songs gegeben hat, die einen nicht grade vom Hocker gerissen haben. Ab Murderworks hat man dann den Grindanteil verstärkt, was man bei Exit auch so gehalten hat. Und kreativer ist man dabei auch geworden.

Was das Songwriting angeht, ist alles absolut in Ordnung. Kein Song wirkt unbedacht oder erweckt den "Überflüssig-Eindruck". Gut, hier und da gibt es ein Intermezzo (Slay), aber als vollwertigen Song kann man das nicht bezeichnen. Eines Hitcharakters erfreuen sich insbesondere der erste richtige Song Burden, Sell your Soul, Western Cancer oder auch Traitor. Bei Exit werden sonstige Einflüsse neben Grindcore allerdings sehr klein geschrieben, im Gegensatz zum dritten Album hat man den Death-Charakter erheblich zurückgeschraubt, und man findet nur noch ab und zu eine rasende Drumbase vor.

An der Produktion hätte ich höchstens zu kritisieren, dass die Snare Drum etwas kraftlos klingt, aber das wäre auch schon mein einziger wirklicher Kritikpunkt. Sonst ist alles OK, die Gitarren sägen schön fies vor sich hin, und die Becken scheppern ordentlich. Wen's am Rande interessiert: Das war eines (wenn nicht das) letzte Album, das von Mieszko Talarczyk (sollte man in der Szene kennen) produziert wurde. RIP.

Somit gehört Exit für mich zu den Alben, die man als Grindcore-, aber speziell als Rotten Sound Fan besitzen sollte. Wenn noch mehr Hammer dabei gewesen wären, wären durchaus auch 5 Sterne drin gewesen. Aber auch so ist das Album eine lohnenswerte Anschaffung.


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