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Rezensionen verfasst von
Karl Kampfhörspiele

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Exit Wounds (Limited Edition)
Exit Wounds (Limited Edition)
Preis: EUR 20,99

4.0 von 5 Sternen Wieder von den Thrashern heimgesucht, 26. August 2014
Rezension bezieht sich auf: Exit Wounds (Limited Edition) (Audio CD)
Eine Zeit lang war die Zukunft dieser Band völlig ungewiss, und als solche auf Eis gelegt. Nachdem dies eine ganze Weile lang so war, hatte ich die Befürchtung, dass sich The Haunted wohl nicht mehr zusammenraffen würden. Ich persönlich bin eher Fan der härteren Seite der Band, und somit ein Aro-Anhänger. Was nicht heißt, dass Peter Dolving nicht auch Qualität gehabt hat, er wusste durchaus auch zu bestechen. Ich konnte auch an sehr umstrittenen Scheiben wie Unseen Gefallen finden. Auch wenn man bei diesem Album hätte meinen können, dass dieses von einer anderen Band stammt, wie z.B. One Kill Wonder.

Von dem sehr alternativen, softeren Sound von Unseen ist nichts geblieben. Exit Wounds hätte ebenso aus der Marco Aro-Zeit stammen können. Nicht nur, dass seine tiefere, aggressivere Stimme (die auch weiterhin keine Experimente wie etwa clean Vocals umfasst) schlicht Akzente setzt, musikalisch ist man zur roheren, direkteren Version von sich selbst zurückgegangen. Das bedeutet, dass man wieder die Vollbedienung in Sachen Thrash bekommt. Das Tempo ist, logischerweise, ein höheres, aber es finden sich dennoch jede Menge groovigere Stücke. Besonders Songs vom Schlage My Enemy oder This War sind messerscharf und treffen ihr Ziel sicher.

Ausgestattet mit einer sehr prallen Produktion, die aber nicht überladen ist, macht es einen Mordsspaß, sich das Album anzuhören.

Insgesamt bekommt man auf jeden Fall überzeugendes Material der älteren The Haunted Marke. Für mich ist nur etwas schade, dass der eine oder andere ruhige Moment fehlt. Mit einzelnen, etwas melodiöseren Songs hätte man auch punkten können. Das hätte mir für ein rundum gutes Album gefehlt.


Shadows of the Dying Sun
Shadows of the Dying Sun
Preis: EUR 17,98

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Präzise, dicht, atmosphärisch, 22. Juli 2014
Rezension bezieht sich auf: Shadows of the Dying Sun (Audio CD)
Ja, was kann man schon sagen, was nicht schon gesagt wurde? Nicht viel. Ich kann lediglich meinen Eindruck wiedergeben, und der ist (sehr) positiv. Ich bin Insomnium-Neueinsteiger, hatte daher keine Ahnung, was mich konkret erwarten würde. Ich wusste lediglich, dass sich die Band grob in der Schublade meines liebsten harten, zugleich melodischen Genres rumtreibt, dem Melodic Death.

Und da gibts dann auch schon die erste kleine Überraschung: Wirklich 100% reinpassen in diese Kategorie mögen sie nicht. Für mich klingt die Gruppe nach einer vertrackteren, verträumteren, melanchonischeren Version von Dark Tranquillity. Der stetige Wechsel zwischen Growls und clean vocals kann sich auch sehen lassen. Für mich sticht an der Band vorallem groß ihr Gespür für ihre, nennen wir es, anhebenden, träumerischen Melodien heraus. Wenn ich mir die Platte aufgelegt habe, lege ich sie kaum nach dem ersten Durchlauf wieder zur Seite, da die Eingängigkeit der Musik groß und die Grundstimmung sehr überzeugend wirkt. Ich drücke es mal etwas geschwollener aus: Man wird quasi von der Musik umarmt.

Die Produktion passt ebenso dazu, hier gibt es kein zu viel und zu wenig, man will nicht anbiedernd wirken. Hauptsache, das Album lässt sich schön erfassen.

Wer nach einer etwas direkteren und härteren Musik der Art sucht, sollte sich auf jeden Fall auch mit der aktuellen Arch Enemy beschäftigen, denn die hat melodietechnisch auch viel auf dem Kasten.


War Eternal (Limited Edition)
War Eternal (Limited Edition)
Wird angeboten von hotshotrecordsmailorder
Preis: EUR 16,60

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Hervorragender melodischer Death Metal, 18. Juni 2014
Rezension bezieht sich auf: War Eternal (Limited Edition) (Audio CD)
Arch Enemy waren nie eine Band, der ich wirklich viel Aufmerksamkeit geschenkt habe. Gut, ich hab die Band schon toll gefunden, etwa für Alben wie "Rise of the Tyrant" oder auch "Wages of Sin". So richtig geschwärmt hab ich allerdings nie für die wohl bekannteste Melodic Death Band mit einer Frau als Growler. Was soll ich sagen? Die neue Arch Enemy ist das, was ich (trotz, oder vielleicht wegen Sängerwechsel) erwartet habe: Nämlich schlicht gutes melodisches Todesmetall.

Ich persönlich fand Gossow als Sängerin schon ansprechend. Aber zu einer bestimmten Sänger-Fan-fraktion gehöre ich nicht. Ob man die ersten Tage betrachtet, als noch keine Frau am Mikro war, dann Angela, oder jetzt Alissa, genug Power ist nach wie vor da. Also damit ist für mich die Befürchtung "andere Stimme - Qualitätsabfall" schonmal ausgeräumt.

Musikalisch erwartet einen das, an was man bei den Erzfeinden nunmal denkt - mal brachial, mal stampfend, mal melanchonisch, und hin und wieder verträumt. Der erste Song nach dem orchestralen Intro gehört auf jeden Fall zu ersterer Marke: Gleich anfangs wird ein fetter Kampfschrei in Form eines Growls, mit Blasts unterlegt, losgelassen. Eine Kampfansage an all jene, die denken, dass es mit einer anderen Sängerin softer zugeht.

Songs diesen Schlages machen natürlich nur eine geringen Anteil des Albums aus, wir haben hier ja keine Rüpelband vor uns. In der Tat kann man häufig mit tollen Hooks aufwarten. Erfrischend sind die gelegentlich eingesetzten Keyboards und klassischen Elemente, die nicht weniger überzeugen, als die Riffs von Amott. Dabei machen sich auch die Pausenstücke ganz gut, die schön passend als Puffer zwischen die "richtigen" Lieder gepackt sind.

Eine (m. M. nach) passende Analogie hat ein Bekannter, mit dem ich ein paar Worte über die Scheibe gewechselt habe, getroffen: Er fand, dass die Band sich wie Kreator, bloß etwas härter, anhört. Klar, das eine ist melodischer Thrash, das andere Death - aber vom Gespür für gute Melodien und dem Druck hinter dem ganzen, kann ich dem schon in etwa zustimmen.

Angesichts dessen, dass ich in der ersten Zeit, seitdem ich dieses Album gekauft hatte, immer wieder mit Hooks von jenem morgens aufgewacht bin, muss es wohl ordentlich was aufm Kasten haben. Das geht mir wirklich nur bei wenigen Alben in der Form so. Für mich einer der Höhepunkte von 2014.


The Killing Gods
The Killing Gods
Preis: EUR 22,09

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Weiterentwicklung, aber nicht ganz höchstes Niveau, 25. Mai 2014
Rezension bezieht sich auf: The Killing Gods (Audio CD)
Misery Index haben sich seit ihrem Debütalbum, welches noch massig auf Dampf ablassen aus war, nahezu nicht verändert, mit The Killing Gods allerdings bewegt sich die Band wieder voran.

Waren bisher Melodien und epische Momente nur ganz dezent eingesetzt worden, um das aggressive Death/Grind-Gewand ein wenig aufzuweichen, hat man den Anteil besagter hier deutlich erhöht. Wie ich es erwartet habe, sind die Melodien auch schön eingängig, allen voran das aufgeladene Intro, welches mich immer wieder dazu animiert, das Album zu hören. Dafür hat man allerdings auch die Blasts etwas zurückgefahren, um diese beiden Gegensätze des Bandsounds besser zu vereinen. Daher fällt, meiner Meinung nach, auch der (ehemals) naheliegende Vergleich mit Dying Fetus relativ flach, aus denen sich Misery Index gegründet haben. John Gallagher hat es sich nicht nehmen lassen, für seine ehemaligen Weggefährten ein Solo beizusteuern.

Man gibt sich beständig - ein schön diverses Songwriting, schöne Solos, fließendes Riffing. Immer wieder findet man die passenden Töne, um seine gesellschaftskritischen Botschaften in ein entsprechendes musikalisches Gewand zu packen. Ob es mal groovt, wie bei Sentinels oder Heretics, oder kracht, wie bei The Calling, es macht Spaß. Für mein Empfinden kann die CD nicht ganz mit Heirs to Thievery mithalten.

Und untermalt wird das ganze von einer anständigen, glaubwürdigen Produktion. Was will das Herz mehr. Ein weiteres gutes Album in einer Reihe von tollen Werken.

PS: Nicht vergessen das Buch Extremity Retained: Notes from the Death Metal Underground von Jason Netherton über die Death Metal Szene zu lesen. Jeder, der sich für die Szene interessiert, wird daran Gefallen finden, schließlich ist alles aus Sicht der Musiker, Journalisten und Labelbossen geschrieben.


Welt Ohne Werbung
Welt Ohne Werbung
Preis: EUR 15,73

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen JaKa are back!, 16. Mai 2014
Rezension bezieht sich auf: Welt Ohne Werbung (Audio CD)
Nach 3 Jahren Pause ist meine liebste experimentelle, schrullige Band endlich wieder am Start. Naja, mehr oder weniger Pause, denn schließlich waren Christof Kather und Co. alles andere als untätig. Siehe etwa Projekte wie Mädchendreck oder Das Oldschoolformat der Zukunft.

Musikalisch orientiert man sich auf Welt ohne Werbung wieder deutlicher in Richtung Bilder Fressen Strom, aber vorallem Rauchen und Yoga. Das heißt: Die experimentellen Frikelleien und die Verwaschenheit des Auflösungsalbums, die mir dieses Album als einziges von JaKa verschlossen haben, wurden erheblich zurückgeschraubt, man hat generell wieder mehr Wert auf Härte und Geschwindigkeit als auf Melodie wert gelegt. Wie immer wartet man mit gekonnten, abwechlungsreichem, eingängigen Riffing auf, das sich perfekt an die abgedrehten Drums fügt.

Dafür hat man hier merklich an den Songlängen gebastelt, die fallen nämlich durchschnittlich länger aus als jemals zuvor. Es gibt hier keinen einzigen Song, der wirklich kurz ist. Das verheißt eine gute Stunde Spaß.

Und wie immer bedeutet JaKa: Ein bunter, aber dennoch extremer Mix aus teils verschiedensten Stilen. Grindcore sind sie ja immer nur sehr bedingt gewesen. Hier bekommt man neben Grind unter anderem auch Death Metal, Black Metal, und wieder mal elektronische Spielereien, wie etwa den Song Gedopte Sklaven, den man von Rummelsnuff spendiert bekommen hat. Und nach dem letzten Song gibt es einen Hidden Track, der ebenfalls nicht-metallischer Herkunft ist.

Wie gewohnt, halten JaKa nicht die Klappe, wenn es um Fehlentwicklungen geht. Neben der obligatorischen Konsum- und Konformitätskritik wird diesmal auch ordentlich die Facebook- bzw. Smartphonegesellschaft aufs Korn genommen. Und so unwichtige Sachen wie etwa die Zerstörung der eigenen Lebensgrundlage.

Das ganze wird von einer schönen, transparenten, organischen Produktion abgerundet. Diese empfinde ich nicht mehr so überladen, wie man das etwa von der Kaputte Nackte Affen kannte.

Alles in allem: eine sehr starke Comeback-Platte, die bei mir einer der wichtigsten Releases 2014 ist. Für Fans in jedem Fall empfehlenswert, für jene, die es mit Grind nicht so arg haben, ist das neben Bilder Fressen Strom eine gute Einstiegsplatte.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Aug 11, 2014 11:43 PM MEST


Necropolis Transparent
Necropolis Transparent
Preis: EUR 9,11

5.0 von 5 Sternen Grindcore-Holocaust..., 11. Mai 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Necropolis Transparent (Audio CD)
Lock Up machen mal wieder, was sie am besten können. Nämlich ordentlich Lärm und Brutalität in musikalische Form gießen.

Man merkt die stetige Stärke des Albums schon zu Beginn der Schreibe an: Mit Brethren of the Pentagram gibt es einen richtig guten Anfangsknüppler, der es mir so arg angetan hat, dass er zu einem meiner liebsten Songs überhaupt geworden ist. Wie zu erwarten flacht das Niveau des Songwritings und des Riffings auch die nächsten Songs nicht ab. Wenn man sich mal das Schlagzeugspiel von Nick Barker anhört, muss man sich wirklich fragen, wie viele Drummer dieses irrsinninge Tempo dermaßen routiniert spielen können.

Klar, Lock Up heizen deswegen nicht ständig mit 300 bpm durch ihre Songs, denn dafür sind die Songs schlicht zu lang und kompliziert gebaut, um sie als pure Grindcore-Vernichtung herunterprasseln zu lassen. Hier wurde ein bedeutender Schritt in Richtung "normale" Songlängen getan, was sich, wie man sich denken kann, auf den Aufbau der Songs auswirkt. Und ehrlich gesagt fügt sich das derbe Blastgewitter, so sehr ich es liebe, toll mit den langsameren (nicht langsamen) Liedteilen zusammen. Warum auch nicht? Es gibt so viele Hooklines zu entdecken, so viele erinnerungswürdige Momente, ein so flüssiges Songwriting, das muss ja nicht alles durchgeprügelt werden. Wirklich nichts ist mir hier negativ oder auch nur neutral aufgefallen. Nicht jeder Song ist Spitze, aber das braucht es für eine ausgezeichnete Platte auch nicht. Am Ende wird man dann, völlig an die Wand gedrückt, von einem gut groovendem Instrumental aus dem Album begleitet, trifft sich nach diesem Inferno auch gut.

Auch die Produktion kann sich hören lassen. Es klingt zwar insgesamt recht trocken, aber schön klar und nicht matschig.

Wer nach einem der interessantesten Grind-Releases von 2011 sucht, kann sich Necropolis Transparent auf jeden Fall als solchen Kandidaten vormerken.


This World Is Dead
This World Is Dead
Preis: EUR 18,37

4.0 von 5 Sternen Konsequenter Krach, 22. März 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: This World Is Dead (Audio CD)
Grindcore, aus Frankreich? Und das schon seit über 20 Jahren? Da muss wohl an mir was vorbeigegangen sein, denn Blockheads waren mir bis zu diesem Album kein Begriff. Was auch nicht erstaunlich ist, da man erst mit This World Is Dead zu einem namhaften Label im Extremsektor, Relapse Records, gegangen ist. Vorher schlug man sich mit Kleinstlabels herum, von denen es heute etliche nicht mehr gibt. Daher ist man gezwungen, sich andere Alben der Band bei Musikbörsen zu besorgen.

Wird der entsprechend geringe Bekanntheitsgrad der Musik gerecht? Mitnichten! Man merkt der Band ihre ins Blut gegangene Brutalität förmlich an. Man darf hier keine großen Überraschungen erwarten, man bekommt musikalisch auf die Zwölf - nicht mehr und nicht weniger. Hier und da sind groovigere Momente und Doublebase-Attacken eingestreut, das ist aber schon alles. Man pendelt überwiegend zwischen Songlängen von einer halben bis zwei Minuten. Wobei es da Ausnahmen gibt, wie etwa die "The Kill"-artige Rumpelattacke Sell Your Flesh. Das Outro ist das einzige, was man als Überraschung sehen kann, fällt es genremäßig ja völlig aus dem Spektrum der Band. Dieses über 7 Minuten lange Sludgestück füllt bei insgesamt 25 Songs auch immerhin gut ein Fünftel der gesamten Spielzeit.

Eine wirklich gute Produktion hatten die Querköpfe noch nie, für keines ihrer Alben. Hier ist das nicht groß anders, wenngleich man schon merkt, dass die Band jetzt bei einem größeren Label angekommen ist. Jetzt klingt, verglichen mit früheren Werken, "nurnoch" das Schlagzeug recht dürftig, das ist aber schon alles.

Für den Rüpelfreund sind Blockheads eine Empfehlung wert, besonders dann, wenn er etwa auf Bands wie Mumakil (welche mit Blockheads eine Split herausgebracht haben), Nasum oder Terrorizer steht. Ein Meisterstück hat man nicht abgeliefert, jedoch einfach solides Extreme Metal Gemetzel.


A Predator's Portrait (Spec.Edition)
A Predator's Portrait (Spec.Edition)
Preis: EUR 17,81

4.0 von 5 Sternen Wendung zum Melodischen, 26. Januar 2014
Dieses Album darf man zurecht als das Durchbruchsalbum der Band bezeichnen. Haben hier doch so einige bedeutsame Neuerungen begonnen, die Soilwork später einem größeren Hörerkreis zugänglich machen sollten. Schließlich hat auch meine Wenigkeit Soilwork erst mit ihrem neuerem Stil kennen- und schätzen gelernt.

Die erste große Veränderung war der nun für die Melodic Deather so typische Wechsel zwischen dem majestätisch anmutendem klaren Gesang und Screams/Growls. Zudem entsprach der gutturale Gesang von Björn Strid damals eher Screams denn Growls. Zum Zeitpunkt von Predator's Portrait waren allerdings die Songstrukturen noch andere als heute: Zu den leidenschaftlichen, melodischen Songs gesellte sich eine nicht überhörbare Portion Thrash Metal. Diese sollte allerdings nach diesem Album weitestgehend fallen gelassen werden, damit war die Entwicklung der Gruppe abgeschlossen.

Trotz dieser Unterschiede zur heutigen Musik sind die charakteristischen Muster schon erkennbar: Ein gutes Gespür für eingängige Melodien, häufig Klargesang im Refrain, oft Gitarrensoli. Besonders gut kommt das Alles aber deswegen daher, weil hier noch mehr zwischen aggressiveren, schnelleren Thrash-lastigen Stücken wie dem Intro und den melodischen, Soilwork-eigenen Hymnen wie Needlefeast gewechselt wird.

Das Soundgewand des Albums passt da gut dazu, kräftig, aber nicht zu überladen donnert die Instrumentalfraktion aus den Boxen.

Für mich ist hier der nahezu ideale Übergang zwischen dem alten, agressiverem Stil, und dem neueren, melodisch-groovigen der Band gelungen. Auf keinem anderen Album hat man wieder diese beiden Seiten so verschmolzen. Durchaus eine Entdeckung für die neueren Fans wert.


Clayman
Clayman
Preis: EUR 14,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der Anfang des Wandels, 25. Januar 2014
Rezension bezieht sich auf: Clayman (Audio CD)
Clayman hat, trotz seiner "old-school"-Attitüde, sprich dem Melodic Death Metal, selbst für die neuen In Flames Fans durchaus einige Hits parat. Denn schon zu Beginn des neuen Jahrtausends wird gezielt mit neuen Elementen gearbeitet, die dieses Album so stimmig machen.

Was unmittelbar im Vergleich zum Vorgänger Colony ins Auge fällt, ist, dass hier Anders Friden die Möglichkeiten seiner Stimme komplett ausschöpft. Benutzt werden Growls, Screams, Klargesang und Sprechgesang. Wobei schon hier bevorzugt mit Screams statt Growls gearbeitet wird. Auch das Songwriting kann sich wahrlich sehen lassen. Wunderbare, zahlreiche Melodien, allgemein viel Diversität zwischen den einzelnen Songs, hier kommt keine Langeweile auf. Melanchonischere Stücke (wie Satellites and Astronauts) geben sich hier die Klinke in die Hand mit typischen "Abgeh"-Stücken der Sorte Pinpall Map. Alles in allem kann man bei Clayman definitv vom abwechslungsreichsten Album der Diskografie sprechen.

Ebenso stattlich ist die Produktion, einen so klaren und bassreichen Klang habe ich nicht oft um die Jahrtausendwende gehört. Das dürfte auch den letzten Produktionsfetischisten zufriedenstellen, ohne zu glattgebügelt zu sein.

Jeder, der etwas auf das Genre gibt, sollte hier reinhören. Etwas facettenreicheres gab es nie mehr von dieser Band, und auch für das Genre allgemein wird so ziemlich alles benutzt, was (noch) nicht die Grenzen dessen sprengt.


Hate Breeds Suffering
Hate Breeds Suffering
Preis: EUR 35,80

4.0 von 5 Sternen Ein deftiger Hassbatzen..., 20. Januar 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Hate Breeds Suffering (Audio CD)
Lock Up dürften wohl schon von Anfang an einen Namen in der Szene gehabt haben, vorallem in der Grindcore und in der Death Metal Szene. Kein Wunder, bei dem Mitgliedern (Die Besetzung bei Aufnahme des Albums): Shane Embury von Napalm Death, Tomas Lindberg (At the Gates, um nur einen Namen zu nennen), Pesse Pintado (ehemals bei ND und Terrorizer), und Nick Barker, der schon bei vielen Größen live und auf Platte mitgewirkt hat.

Dabei heraus kommt ein infernalisches, rasendes Werk. Aber obwohl das Drumming, selbst für Blasts, ausgesprochen schnell ist, ist die Musik nicht einfach nur hirnloses Gebolze. Jeder Song wartet mit wohlüberlegtem, gekonnten Riffing auf, sodass sich, trotz des Gewitters, doch so einiges im Gedächtnis festbeißt. Festbeißen ist auch ein gutes Stichwort für die Atmosphäre des ganzen Unheils: Das ohnehin schon sehr aggressive Instrumentale trifft auf die fies keifende Stimme Lindbergs, der auf diesem Album das erste mal zu hören war, und rundet den Gesamteindruck passend ab. Die Songs sind, im Grunde entgegen der Erwartung bei dem Tempo, nicht ultrakurze Knüppelbretter. Meistens bewegt man sich zwischen ein und zwei Minuten, wobei der Durchschnitt eher bei 2 Minuten pro Stück liegt.

Bei der Produktion hat man, wie eigentlich bei einem Label vom Schlage Nuclear Blast zu erwarten, auch nichts falsch gemacht: Alles kommt schön deutlich rüber, jede Feinheit lässt sich gut erfassen. Die Drums hätten allerdings noch ein wenig druckvoller rüberkommen können, aber das ist auch schon alles, was ich zu bemängeln hätte.

Insgesamt ergibt sich auf jeden Fall eine empfehlenswerte Angelegenheit für alle Extreme-Metal-Maniacs, speziell aber natürlich jene aus der Grindecke. Für 5 Sterne reicht es nicht ganz, aber es ist auch so schon sehr gut gelungen.


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