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Rezensionen verfasst von
M. Erben "marcuserben" (Bad Mergentheim)
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Die schrecklichen Kinder der Neuzeit
Die schrecklichen Kinder der Neuzeit
von Peter Sloterdijk
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 26,95

8 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Den Prozess der modernen Zivilisation verstehen, 20. Juli 2014
Wenn man die Regale einschlägiger Buchhandlungen entlangwandert, dann müssen einem die zahlreichen Titel in die Augen fallen, die die Schulden-, Banken-, Euro-, Staaten-, Finanz- und Kapitalismuskrise behandeln. Ein Zitat aus Sloterdijks neuem Buch "Die schrecklichen Kinder der Neuzeit", das einer geheimnisvollen Dynamik der Moderne auf der Spur ist - nämlich der Ersetzung der Nachahmung des kulturellen Erbes durch die Nachahmung des Neuen im Zivilisationsprozess, mag die Lektüre jener die Krisensemantik aufnehmenden Abhandlungen repräsentieren und läßt sich so problemlos auf einem Mitredzettel vermerken: "Die wirkliche Krise des Systems zeigt sich in dem Umstand, dem zufolge die zukunft-eröffnende Kraft des authentischen Kredits mehr und mehr von den Zwängen chronischer Umschuldung überlagert wird. Immer häufiger erreichen Staaten, Unternehmen und Privathaushalte den Punkt, von dem an der Kredit auch dem Tüchtigen die Zukunft nicht mehr erschließt, sondern versperrt: Wachsende Schuldendienste zehren immer größere Teile aktueller Einkünfte auf - bis die Linie überschritten ist, jenseits welcher ältere Schulden nur noch durch eine Kaskade neuer Schulen in ein auf Dauer paralysiertes Morgen verschoben werden." (S. 218)
Der Philosophie fällt u.a. die Funktion zu, das Wesentliche im Chaos des Unwesentlichen in immer neuen Anläufen herauszuschälen. Die schrittweise und sprachlich elegante Herausschälung eines Motors neuzeitlicher Generationenprozesse ist dem Autor gelungen. Die "schrecklichen Kinder der Neuzeit" sind stets Kinder ihrer Zeiten und nicht Kinder vergangener Zeiten.


Schiffsverkehr
Schiffsverkehr
Preis: EUR 10,99

5 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Als Gesamtkunstwerk zu betrachten, 19. März 2011
Rezension bezieht sich auf: Schiffsverkehr (Audio CD)
Man bekommt das, was man erwartet: Solides Pop-Handwerk. Wer allerdings eingängige Ohrwurmnummern wie "Männer", "Kinder an die Macht" oder "Halt mich" erwartet, der wird enttäuscht. Diese Zeiten sind unwiederbringlich vorbei. Einfache Melodien weichen prägnant, aber gepresst vorgetragener, manchesmal ins Bombastische führender Instrumentalbegleitung. Man ist bei jedem Lied aufmerksam beteiligt. Seltsam: Sobald aber ein Neues ertönt, hat man das vorige weitgehend vergessen. Vermutlich ist das Programm, denn wie heißt es bei "Auf dem Feld": "Weil glücklich ist nur der, der auch vergisst". Für Grönemeyer zählt offensichtlich - wie auf den Vorgängeralben auch - nicht die Produktion von einzelnen Hits, um die herum Füllmaterial gruppiert ist, sondern die Ablieferung eines Gesamtkunstwerks, auf das man sich erst als einzelnes ohne Vergleich einlassen muss, um es schätzen und verstehen zu können. Anspieltipps: das eindringliche "Wäre ich einfach nur feige" und das (selbst)ironische "So wie ich".


Politik der Paranoia: Gegen die neuen Konservativen
Politik der Paranoia: Gegen die neuen Konservativen
von Robert Misik
  Gebundene Ausgabe

5 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Gegen den Neokonservatismus, 29. Januar 2009
In seinem "linken" Essay "Politik der Paraonia. Gegen die neuen Konservativen" zieht der österreichische Publizist Robert Misik im gewohnt unprätentiös-prägnanten Stil gegen die neokonservative Verdummung ins Feld. Vor allem entlarvt er die Widersprüche ihrer reaktionären, auf Angst beruhenden Ideologie: Einerseits macht der sich im Fahrwasser des Neoliberalismus daherkommende Neokonservatismus auf den um sich greifenden Werteverfall aufmerksam, der zur Zerrüttung des gesellschaftlichen Zusammenhalts führe, andererseits sollen Ausländer jene 'Leitkultur' - eine Lieblingsvokabel der Neokonservativen - verinnerlichen, die uns aber gerade fehlt!!! Auf der einen Seite wird mit Eva Hermann die Frau zurück an den Herd beordert, um den 50er-Jahre Super-Wert der Familie zu reaktivieren, auf der anderen Seite wird vor der muslimischen Welle mit ihren Großfamilien gewarnt. Hinzu kommt: Während der 'alte Konservatismus' eine Absage an das rein kapitalistische Prinzip der Profitmaximierung erteilte und im Form des Bildungsbürgertums die zweckfreie Bildung propagierte, verbreitet der neue Konservatismus das unternehmerische Selbst, den Unternehmer in eigener Sache, der rücksichtslos seinem Vorteil im Konkurrenzgerangel des freien Marktes nachspürt. Schließlich diffamiert der Neo-K. sozial Schwache, Arbeitslose als faule Menschen, die selber Schuld an ihrem Schicksal sind (ist die Schuld nicht auch strukturell bestimmt?)und befürwortet zugleich Ungleichheit als Motor einer nach ökonomischen Prinzipien organisierten Gesellschaft, im Gegenzug aber fordert er die "Zivil- oder Bürgergesellschaft", an der alle teilhaben sollen.

Freilich, Robert Misik hat es leicht, die offensichtlichen Fallstricke, Verkürzungen und Paradoxien dieser engstirnigen Weltanschauung zu analysieren, zumal mit dem neuen US-Präsidenten zumindest symbolisch ein Paradigmenwechsel eingeläutet wurde: von der "Wer nicht für uns ist, ist gegen uns" - Rhetorik zur progressiv-optimistischen Formel "Yes - we can", mit der Misik sein kurzweiliges Buch denn auch beschließt und an dessen Ende er im übrigen eine interessante Erklärung dafür bereit hält, warum der Konservative hinter jeder Veränderung die Gefahr, das Böse schlechthin lauern sieht: Die Denkfigur des "strengen Vaters" stimmt jedenfalls zum Nachdenken an.

Wenn "links" sein bedeutet, ein Unbehagen gegenüber gesellschaftliche Ungleichheit und Ungerechtigkeit zu verspüren, dann ist Misiks Buch in diesem Sinne "links" zu nennen, d.h. ein Plädoyer für eine bessere, gerechtere Gesellschaft, insofern er es wagt, Gleichheit und Gerechtigkeit zusammenzudenken. (Dass Gleichheit und Gerechtigkeit dialektische Begriffe sind, erwähnt Misik leider nicht: je mehr Gerechtigkeit, desto weniger Gleichheit; je mehr Gleichheit, desto weniger Gerechtigkeit.) Allerdings ist es ja Aufgabe der Politik und der Wirtschaft diesen Unterschied so gut wie es geht auszutarieren...

Misiks Buch greift kein neues Thema auf. Der Widerstand gegen den Neo-K. fand bzw. findet auch Anklang in Rickens "Die neuen Spießer" bzw. in Pinls "Das Biedermeier-Komplott". Die Veröffentlichungen zeigen jedoch deutlich an: Das Zeitalter des Neo-K. neigt sich dem Ende zu!


Gesammelte Werke Bd.1: Hermeneutik I: Wahrheit und Methode: Grundzüge einer philosophischen Hermeneutik
Gesammelte Werke Bd.1: Hermeneutik I: Wahrheit und Methode: Grundzüge einer philosophischen Hermeneutik
von Hans-Georg Gadamer
  Broschiert

8 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Was "Verstehen" in Wahrheit ist!, 9. Juli 2008
Gadamer zielt in seinem eine Transzendentalhermeneutik begründenden Werk Wahrheit und Methode primär auf die Wiedergewinnung des hermeneutischen Grundproblems" ab. Die Wiedergewinnung erfolgt über den Rückgriff auf die Differenzierungslogik traditioneller Hermeneutik (subtilitas intelligendi, subtilitas explicandi, subtilitas applicandi), die aus dem Blick gerät, sobald Hermeneutik als hermeneutische Theorie auf ein Methodeninventar von Verstehensoperationen reduziert wird. Die reflexive Rückbesinnung auf die integralen Bedingungen des Verstehens im Verstehensgeschehen selber erhält Vorrang vor der instrumentalen Anwendung" hermeneutischer Regeln und damit der Limitation der Hermeneutik auf ein bloßes Methodenproblem. Indem Gadamer nach den Bedingungsmöglichkeiten von Verstehen fragt, gewinnt Hermeneutik über den Verifikation- und Falsifikationsmodus neuzeitlicher Naturwissenschaft und der Verortung der Hermeneutik als Erkenntnismedium von Wahrheit in den Disziplinen der Geisteswissenschaften" (Historie, Philologie, Theologie, Philosophie, Jurisprudenz) hinaus einen die menschliche Welterfahrung insgesamt umfassenden universalen Geltungsanspruch. Menschliche Welterfahrung ist hermeneutische Erfahrung und ist wesentlich Verstehen. Mit Heidegger gesprochen: Verstehen ist die Seinsweise des Daseins selber. Gadamers Diktum, dass Verstehen nicht nur die Grundoperation geisteswissenschaftlicher Methodik ausmacht und aller Wissenschaft eine hermeneutische Komponente innewohnt, sondern Verstehen ein hermeneutisches Universum umfasst, das Interpret und Interpretament, Heute und Gestern, Gegenwart und Geschichte, Fremdheit und Vertrautheit, die die Überlieferung für uns hat", einschließt, hat ihn den Ruf eines Fundamentalhermeneutikers eingebracht.

Der im Wissenschaftsdiskurs vorherrschende Aberglaube, das Subjekt des Forschers vom Objekt seiner Erkenntnis (Texte) zu reinigen und ihm die distanzierte Rolle der arroganten Beobachterperspektive zuzuschreiben, straft dieses gelehrsame Buch Lügen. Subjektive Vor-Urteile und Meinungen spielen immer eine Rolle im Verstehensprozess, so wie die im Text enthaltenden Meinungen ebenso Anspruch auf Geltung haben. Die Gadamer'sche Pointe ist nun die, dass gerade diese Vorbedingungen die Bedingungen des Verstehens selbst ausmachen und Verstehen im gemeinsamen Verständigen DURCH diese doppelten Interpret- und Texthorizonte zustande kommt.


Theorie der Unbildung: Die Irrtümer der Wissensgesellschaft
Theorie der Unbildung: Die Irrtümer der Wissensgesellschaft
von Konrad Paul Liessmann
  Gebundene Ausgabe

5 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Grandioser Essay, 23. Oktober 2007
Rezension: Konrad Paul Liessmann: Theorie der Unbildung"

In seinem grandiosen Essay Theorie der Unbildung" räumt Konrad Paul Liessmann mit den Mythen der sogenannten Wissens"gesellschaft auf. Man kann ihn als Fortführung der Adorno'sche Reflexion über die Halbbildung" unter den aktuellen Bedingungen des globalisierten Neokapitalismus betrachten. Die aus diesem geborene Wissens"gesellschaft ist auf einen Begriff der Bildung nicht mehr angewiesen. Sie bezieht ihre Substanz durch seinen Verzicht, d. h. sie setzt die Abwesenheit oder Eliminierung der klassischen Bildungsidee, wie sie im Neuhumanismus u.a. von Wilhelm v. Humboldt formuliert worden war, geradezu voraus. Während Halbbildung nach Adorno als Verfall von Bildung in entfremdeter und verdinglichter Form auf diese noch rekurrieren konnte - man erinnere sich nur an Nietzsches Karikatur des Bildungsphilisters" - steht Unbildung im diametralen Gegensatz zu jeder normativen Idee von Bildung. Diese besteht in der verstehenden, begreifenden und erkennenden Aneignung von Welt zum Zwecke der Menschenbildung, die dem Begriff der Menschheit" mit Inhalt füllen soll. Zwar weiß die Wissens"gesellschaft um das, was den Menschen zum Menschen macht: nämlich Würde, Freiheit, Autonomie, sie kann jedoch jene Werte nicht in ihr eignes Zielsystem integrieren, will sie nicht ihrem genuinen Projekt Industrialisierung des Wissens" Lügen strafen. Wissen wird unter dem Druck des Ökonomischen wie in einem perpetuum mobile verwertet, bilanziert, zum Tauschobjekt, hat damit jeglichen subjektiven Grund und Wahrheitsbezug verloren, und realiter der Bildung ihre originären Grundlagen entzogen. Die Ideologie des Wissensmanagements will über Wissen wie ein bilanziertes Vermögen verfügen, es hat seinen Wert als selbstzweckhafte Orientierung verloren und wird unter dem Diktat der Handlungsrelevanz gestellt. Wissen wird dabei zur Information, eine Gesellschaft aber, die sich durch die hypertrophe Ansammlung wertloser Informationen füllt, die für den Einzelnen weder Orientierung noch Handlungsoptionen schaffen, nennt Liessmann konsequenterweise Desinformationsgesellschaft".

An zahlreichen Gestalten der Unbildung" arbeitet sich Liessmann in der Folge in seiner aphoristischen, auf den polemischen Effekt zugespitzten Diktion ab: an den jeden ernsten Zusammenhang ignorierenden Fragenkatalogen bekannter Quizshows, an den neurotischen Blicken auf Ranglisten, am absurden Modularisierungswahn der im Zeichen der Internationalisierung stehenden Universitätsreform, die glaubt Wissen könne wie ein Baukasten zusammengesetzt werden, und an den verdummenden Power-Point-Präsentationen, die das denkende Subjekt ohnehin nicht vorauszusetzen scheinen.

In seinen Betrachtungen geht Liessmann also vor allem auf den sich verbreitenden Ungeist" der Universitäten ein. Für ihn ist die Humboldtsche Lebensform als Einheit von Forschung und Lehre in Freiheit und Einsamkeit obsolet geworden. Vor lauter Projektanträgen, Drittmitteleinwerbungen und Exzellenteninitiativen, die den Neofeudalismus apportieren, komme man dem eigentlichen Auftrag der Universität nur selten nach: dem Denken an und mit der Sache. Selbstredend und fatalistisch rät Liessmann daher den Geisteswissenschaften denn auch gleich bei der Sache zu bleiben und, wenn nötig, mit ihr unterzugehen.

Freilich kann man Liessmann durchweg kulturkritische Übertreibungen vorwerfen, sie sind jedoch der rhetorische Kniff, um auf Gefahren hinzuweisen, die von den Mythen bzw. Illusionen der Wissens"gesellschaft wie beispielsweise dem Lebenslangen Lernen" ausgehen. Was man eigentlich lernen soll, gerät ebenso aus dem Blick, wie das Subjekt des Lernens, das sich lediglich über seine Anpassungsfähigkeit an wechselnde Rahmenbedingungen definieren kann. Damit wird aber die Mündigkeit des Bürgers im Sinne distanzierender und reflektierender Kritik und damit Freiheit überhaupt aufs Spiel gesetzt, die durch Bildung schon immer mitgegeben ist. Im letzten Satz der Abhandlung heißt es daher: Bildung hatte einst mit dem Anspruch zu tun, die vermeintlichen Gewissheiten einer Zeit ihres illusionären Charakters zu überführen. Eine Gesellschaft, die im Namen vermeintlicher Effizienz und geblendet von der Vorstellung, alles der Kontrolle des ökonomischen Blicks unterwerfen zu können, die Freiheit des Denkens beschneidet und sich damit die Möglichkeit nimmt, Illusionen als solche zu erkennen, hat sich der Unbildung verschrieben, wieviel Wissen sich in ihren Speichern auch angesammelt haben mag."


Ich bin dann mal weg: Meine Reise auf dem Jakobsweg
Ich bin dann mal weg: Meine Reise auf dem Jakobsweg
von Hape Kerkeling
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,90

0 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Drop the thought!" Rezension zu Hape Kerkelings Pilgertagebuch: Ich bin dann mal weg"., 30. August 2007
Wer nach Gründen für den großen Verkaufserfolg des mittlerweile in der 43.(!) Auflage erschienenen Buches über Kerkelings Pilgerfahrt auf dem Camino in Spanien fragt, der darf nicht nur mit dem großen Bekanntheits- und Beliebtheitsgrad des hochtalentierten Komikers argumentieren, sondern muss dem stets im leichtfüßigen Stil daherkommenden und zu keinem Zeitpunkt langweiligen Werk seine eigentliche Botschaft für das Leben eines jeden ablauschen: Pilgern ist, sofern wir es mit dem Ziel, Gott zu begegnen, mit dem Versuch, das göttliche Prinzip in uns selbst zu finden und es in der Tat zu gestalten, untrennbar verknüpft. Damit gerät es im direkten Gegensatz zum ewig um sich selbst kreisenden Individuum, zum Egozentrismus schlechthin. Beim Pilgern verlässt man diesen unteilbaren Kern und gerät auf eine Schwindel erregende Umlaufbahn, auf der sich Wagnis, Zufall, Paradoxie und Leid verdichtet ereignen, immer mit dem Ziel, zum Kern zurückzukehren, zur Antwort auf die wichtigste, uns höchst bedrängende, jedoch am meist verdrängte Frage unseres Lebens: Wer bin ich?
Um auf die Bahn der Selbsterkenntnis zu gelangen, bedarf es eines qualitativen Sprungs, des Loslassens all dessen, was uns tagtäglich bindet: das durchorganisierte Alltagsgeschäft, die angst- und sorgenvolle Gedankenkreise, die aus dem Menschen als erinnerndes und entwerfendes Wesen resultieren, die Hatz nach Scheinbedürfnissen, die Sinnentleerung durch das Phänomen der Langeweile und die Erfahrung der stetigen Entfremdung von den Dingen und Menschen. Beim Pilgern werden diese hypertrophen Elemente abgeworfen, man entkleidet sich ihrer, indem man sie im wahrsten Sinne des Wortes hinter sich lässt. Die schweren Gravitationskräfte, die unsere Selbstbesinnungsfähigkeiten förmlich erwürgen, verschwinden; und damit die ewig gleichen, quälenden Gedanken - Drop the thought!". So lautet denn auch der vom Buddhismus inspirierte Wahlspruch des Pilgerns, den Anne, die britische Pilgergefährtin Kerkelings und zugleich sympathischste Figur in seiner Pilgerbibel, gegen Ende des Buches als Bedingung für Selbsterkenntnis und Selbsterfahrung wie selbstverständlich formuliert.
Der Aus-Bruch aus dem Zivilisationsgefängnis, das Fallenlassen der Gedanken, gelingt mühsam, so wie der Beginn des Pilgerns sich als anstrengendes Unterfangen erweist. Das gilt auch für Kerkeling, der sich als bekennende Couch-potato von den liebgewonnenen Bequemlichkeiten nicht so recht emanzipieren mag und auf seiner dritten Pilgeretappe die Mühsal nur deshalb erträgt, weil er sich selbst mit den Worten ermahnt, die er zugleich zur Erkenntnis des Tages" zusammenfasst: Weiter! Nicht umdrehen!". Damit holt er symbolisch nach, was er durch sein Entscheidung zu pilgern, begann. Es ist kein Zufall, dass Kerkeling an einer Stelle bemerkt, dass er eigentlich nicht wisse, warum er pilgere. Sein zuvor erlittener Gehörsturz und die Entfernung seiner Gallenblase waren eher Anlass, zu dem ein innerer Impetus, sich selbst zu befreien, schon immer hinführte, wenn auch in äußerst selbstzerstörischer Konsequenz. Vor diesem Hintergrund ist auch der lakonische Titel des Buches zu verstehen. Man entschließt sich nicht einfach so zu gehen, wenn die Entscheidung dazu nicht zuvor einen quasi unbewussten Reifungsprozess durchlaufen hätte.
Wenn wir behaupten, dass der Weg zu uns selbst nur über die Station Gott führen kann, dann drängt sich die Frage auf, warum wir dafür die beschwerliche Pilgerreise aufnehmen sollten. Denn Gott ist doch schon da. Wir müssen nur einer Massenhypnose wie dem Weltkirchentag beiwohnen, um mit seinem Stellvertreter in mittelbaren Kontakt zu Gott treten zu können oder, noch profaner, regelmäßig seinem Haus ein Besuch abstatten und ihn mit Gebeten und Predigt anrufen. Doch gerade das ist die Crux mit dem überdachten Kreuz: der schwere Weg, ihn zu suchen, wird uns durch die organisierte Ritualisierung der Gottesdienste und der in ihnen abgehaltenen Gebete abgenommen; man hat Gott, vergegenwärtigt ihn, ohne ihn wirklich zu erfahren. Wer glaubt, Gott zu besitzen, der hat ihn schon verloren, ohne ihn jemals besessen zu haben. (Daher der Hang vieler Gläubiger zur Oberflächlichkeit und Bigotterie. Ein ganzes Volk hat den Glauben zum Instrument pervertiert, das sich im folgenden schlauen Spruch ausdrückt: Be Christian and you will be successful!" .) Denn das Ziel jeder religiösen Anschauung ist nicht der Besitz von Gott, sondern die Erfahrung, dass er ist. Das starre Ritual, das nur noch meint und nichts bedeutet, entleert dieses Bewusstsein. Wollen wir dies brechen, müssen wir ein Medium finden, in dem diese Gotteserfahrung ermöglicht wird, dem Wesen nach Weg sein muss und dieses Medium der freien Meditation heißt Pilgern. Kerkeling erfasst das Wesen des Pilgerns: [...] Wenn wir am Ziel sind, ist es einfach vorbei; das Wesen des Pilgerns ist nun einmal der Weg."
Natürlich wäre es naiv anzunehmen, man müsse sich nur auf den nächsten Pilgerpfad schwingen und schon begegnete einem Gott, sozusagen als Erscheinung. Es ist im übrigen ein unausrottbares Vorurteil, Religion mit dem Glauben an einen bestimmten persönlichen Gott, mit Theismus überhaupt zu identifizieren. Göttlich zu handeln, muss da im Hinblick auf diesen verengten Begriff von Religion unter reiner Blasphemie firmieren. Wer Versprechen hält, handelt ethisch. Wer für die gute Einrichtung der Gesellschaft kämpft, handelt politisch. Wer Kinder zur Selbsttätigkeit ermuntert, handelt pädagogisch. Wer liebt, hofft und glaubt (ja, auch an einen persönlichen Gott!), der handelt göttlich bzw. religiös. Gott ist ein Prinzip und keine Person. Nur wer ritualisiert handelt, wagt nicht. Und wer nicht wagt, der bleibt immer er selber und nicht der, der er sein könnte. Indem Kerkeling nach dem göttlichen Prinzip handelte, ist er Gott begegnet" und zwar nicht in dessen Handeln, sondern in seinem selbst, das in seiner beständigen Liebe und Vertrauen zu seinen Pilgergefährten, die sich in überdauernder Freundschaft und auch ehrlicher Abneigung manifestieren (man denke nur an seinen langen Schatten Schnabbel"), in seiner Hoffnung darauf, Etappen zu überstehen, weiterzugehen und unwirtlichen Widerfährnissen zu trotzen und schließlich in seinem festen Glauben, das Richtige zu tun und das Schlechte in ihm zu erkennen, gründen. Und genau in diesem Handeln hat er sich erkannt als jemand - wie ich finde -, der die Würde aller Lebewesen achtet, auch wenn sie in ihm noch so großes Unbehagen auslösen. Nichts versinnbildlicht dies so sehr wie die Hundeepisode".
Mittlerweile im Pilgern geeicht, entscheidet sich Kerkeling mutig, an einer Weggabelung einen Umweg zu wagen. Fernab der eigentlichen Route entdeckt er zufällig einen Hund: Und während ich so ins Nichts schaue und gerade wieder wenden will, entdecke ich im letzten Moment in der Ferne an einer Weggabelung ein verbeultes Verkehrsschild und darunter ein kleines winselndes rotes Knäuel. Da hat doch wohl nicht jemand in dieser gnadenlosen Pampa einen Hund ausgesetzt und an dem Pfahl angebunden? Zu spät, ich kann jetzt nicht mehr so tun, als hätte ich nichts gesehen." Kerkeling, der den Hund auf den Namen Pepe taufen wird, bindet ihn natürlich los, nimmt ihn als tierischen Pilgergefährten auf und schleust ihn sogar verbotenerweise in seine Unterkunft. Schnell freundet er sich mit ihm an und nur unter der Bedingung, dass ihm kein Unheil droht, entschließt er sich, ihn dem örtlichen Tierschutz zu übergeben. In Trauer um den Verlust, vergießt Kerkeling leidensvolle Tränen. Anne macht ihn noch auf einen Widerspruch aufmerksam. Denn einige Pilgeretappen zuvor prophezeite sie ihm, dass er, nachdem er einen kurz vor dem Verdursten stehenden Hund zu Trinken gab, einen anderen bestimmt irgendwann mitnehmen werde, was Kerkeling ausschloss. Wie in einem Kaleidoskop kulminieren in dieser Episode all jene Elemente, die das Pilgern so einzigartig erfüllend machen und zur Parabel des Lebens" und des Daseins ausmalen. Die Elemente sind die Entscheidung, das Wagnis, der Zufall, die Beziehung, das Leid und der Widerspruch. Im Brennspiegel der verwalteten, hierarchisierten und organisierten Welt nehmen wir diese Bedingungen alles Menschlichen in der Regel getrennt und gebrochen, aber niemals in ihrer Ganzheit wahr. Fragmentarisiert und formalisiert, erscheinen sie uns als kristalline Muster der wissenschaftlichen Zerlegung oder abstraktes Produkt des Wiederholungsreißwolfes, nicht aber als Tat unseres Willens, in dem wir letztendlich auf uns selbst zurückgeworfen werden und uns als Urheber derselben begreifen lernen.
Sozialromantiker, die sich nach einem Reich der Freiheit sehnen, und nicht selten von den provinziellen Apologeten der Notwendigkeit belächelt bis diffamiert werden , erblicken im Pilgern ein Medium der Zufriedenheit und des Glücks. Worin besteht dieses Glück? Im Gegensatz zur Informations- und Wissensgesellschaft, in der so etwas wie Wahrheitsanspruch durch die Flut des Meinungspluralismus vernichtet wird, ist das Pilgern ganz der Suche nach der einen Wahrheit (Wer bin ich?/Was ist Gott?) gewidmet. Und auf dieser Suche entsteht eine Fülle an Möglichkeiten, diese Wahrheit für sich zu erkennen, sie sind so mannigfaltig wie die Individuen, die sich auf dem Weg nach ihr machen. Der Ablenkungsmechanismus einer standardisierten Gesellschaft verhindert eigentliche Selbstbesinnung, er verhindert die Differenz zwischen den Aussagen X ist Y" und Für mich...", zwischen dem An-sich-Seienden und dem Für-mich-Seienden. Kerkeling hat das in platonischer Manier erkannt: Überhaupt muss man vorsichtig sein mit dem schnellen Meinungsbilden. Jeder hat heute sofort eine Meinung und auch die Medien lehren uns: ,Bild dir sofort eine Meinung.' Meinungsbarometer, Umfragen. Was sagen die aus? Nichts, absolut nichts. Eine Meinung über einen Gegenstand kann doch nicht wichtiger sein als der Gegenstand selber."
Gerade in diesem Dickicht des Meinungsdschungels verlieren wir den Orientierungssinn für das, was wahr ist oder wahr sein könnte. Wir füllen uns mit Inhalte aller Art. Wir sind offene Flaschen, in die Über-Flüssigkeiten wie Halbwahrheiten, Meinungen, Informationen, Lügen und Anhäufungen von verbalem Bullshit ungefiltert eingefüllt werden. In unserer Zeit treibt der seltsame Umstand Blüten, dass wir alle zu Geisterfahrern geworden sind, und eben weil alle in die falsche Richtung fahren, gibt es keine Geisterfahrer mehr. Derjenige, der auf der richtigen Spur bleibt, muss plötzlich der Verkehrte, ja, der Irre mit Anpassungsstörungen sein und nicht wir, die Angepassten. Das ist die grandiose Paradoxie unserer sozialisierten Existenz. Nur durch den selbstbewussten Akt des Loslassens, des Fallenlassens, der Rückwärtsgewandtheit kann Kerkeling zu dem Satz kommen, der genau das triff, worin das große Glück des Pilgerns besteht: Es ist die Leere, die vollends glücklich macht."


Über Fußball
Über Fußball
von Jorge Valdano
  Gebundene Ausgabe

7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Vorzügliche Essays über den Fußball, 28. April 2006
Rezension bezieht sich auf: Über Fußball (Gebundene Ausgabe)
Rechtzeitig zum "Mega-Giga-Event" Fußball-WM 2006 erscheinen eine Auswahl von philosophischen Essays über den deutschen Volkssport Nummer 1, den Fußballsport. Der Autor ist Jorge Valdano, der uns im WM-Finale 1986 (Weltmeister: Argentinien) einen Treffer eingeschenkt hat. Als Spieler, Trainer, Manager hat Valdano vielerlei Blickwinkel auf den Fußball erhalten, die sich im Buch prosaisch-philosophisch zu dem verdichten, was den Fußball im Wesen auszeichnet. Seine Faszination drückt sich dadurch aus, das kein Spiel dem anderen gleicht. Daher polemisiert Valdano als Fußballphilosoph gegen alle Trainer und Spieler, die diesem Spiel durch Taktik, Schauspielerei und Überbetonung des Physischen die Würde berauben. Das wahre Wesen des Spiels verkörpern deswegen die Brasilianer, die durch Spielwitz, Kreativität und vor allem über eine strategische Technik (Maradonna, Zidane) verfügen, die Unvorhersehbarkeit und Überraschungsmomente bereiten. Deswegen nimmt es nicht Wunder, wenn er vor allem eben genannten Spielern Seitenweise Hymnen widmet und den italienischen Defensivwahn und deutschen Disziplinfußball verteufelt. Unbedingt lesenswert sind die philosophischen Betrachtungen des deutschen Fußballs. Dieser ist eine historische Kuriosität: Jeder weiß wie Deutschland spielt, aber keiner weiß wie man gegen es gewinnt.

Ach ja, und für alle Trainer, deren Spieler Probleme gegen Mannschaften haben, die ständig "hinten drin stehen", hat Valdano eine wahrlich philosophische Lösung parat: In der Tiefe (Mitte) des Spielfeldes wird der Raum immer enger (Grund: Verteidiger stürmen im modernen Fußball und warten nicht mehr ab bis der Gegener kommt), in der Breite bleibt er hingegen gleich, deswegen: über die Flügel spielen und nicht durch die Mitte.


Sieben [Special Edition] [2 DVDs]
Sieben [Special Edition] [2 DVDs]
DVD ~ Brad Pitt
Wird angeboten von Music-Shop
Preis: EUR 11,91

12 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Brutalität der Logik, 24. Januar 2006
Rezension bezieht sich auf: Sieben [Special Edition] [2 DVDs] (DVD)
Die sechs Taten, die nie gezeigt werden, deren Tatorte aber so subtil in Szene gesetzt werden, dass die Phantasie des Zuschauers ununterbrochen mit den Tatavorgängen beschäftigt ist(Der Horror und Thrill entstehen, und das zeigt dieser Film unablässig, aus dem, was nicht gezeigt wird!) und nicht mit dem Prinzip, das den Taten zu grunde liegt, lenken ab von der eigentlichen Brutalität, die nicht aus den Verbrechen selbst hervorgehen, sondern die einer der Logik ist. Ohne dass, zugegeben, fiese Ende zu verraten, das wohl mittlerweile jedem bekannt sein mag, so ist dieses doch auf eine Logik hin ausgelegt, die konsequent ist und keine Brüche aufzeigt. Indem die Brutalität der Verbrechen die Phantasie des Zuschauers ununterbrochen besetzen kann, macht sie den Weg für jene sich am Ende des Films durchsetzende Herrschaft frei, die man zweifelsohne die Brutalität der Logik nennen darf!


Vom Nichtstun: Leben in einer Welt ohne Arbeit
Vom Nichtstun: Leben in einer Welt ohne Arbeit
von Eberhard Straub
  Gebundene Ausgabe

31 von 31 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Lob der Freiheit im Müßiggang, 3. November 2005
Im Übergang von der Arbeits- zur Arbeitslosengesellschaft wird der Mensch, der sich bisher vornehmlich über Arbeit definierte und nur durch diese sein Selbstwertgefühl erlangte, mit einer Freiheit konfrontiert, auf die er nicht vorbereitet ist: mit der Freiheit der Muße, des Müßiggangs. Indem der arbeitslos Mensch aus dem Zirkel von Arbeit und Konsum, Konsum und Arbeit - denn wer nicht arbeitet, kann auch nicht konsumieren - herauskatapultiert wird, wird er auf sich selbst zurückgeworfen und merkt, dass er mit sich selbst nichts anzufangen weiß. Eberhard Straub, der mit diesen Paradoxien seinen luziden Essay eröffnet, verweist in seiner vorwiegend historischen Untersuchung auf die Tatsache, dass dies ein zutiefst modernes Phänomen ist, denn die griechische und römische Antike wußten bereits zwischen der Freiheit im Müßiggang (otium) der Kunst und Wissenschaft und der Notwendigkeit im Mittel-Zweck-Zusammenhang der geschäftsumtriebigen Arbeit (negotium) zu unterscheiden. Erst mit der schon im frühen Mittelalter aufkommenden Geldwirtschaft, die sich im Kapitalismus zum Primat über allem menschlichen Leben erhob, geriet der modern Mensch in den Teufelskreis aus verdinglichter Arbeit und marketingstrategisch angekurbelten Konsum. Auf dieser Tatsache aufbauend, plädiert Straub in Anschluß an Wilhelm von Humboldts Bildungsideal für eine allgemeine, den ganzen Menschen umfassende Bildung, in der der Mensch lernt, von seiner Freiheit richtigen Gebrauch zu machen und die ihn dazu verhilft, mit den Vermögen der Phantasie und Kreativität mit den stetig wechselnden Anforderungen und Komplexitäten der Gesellschaft umzugehen. Freilich ein idealisierter Optimismus Straubs, dem man seine Realitätstüchtigkeit vollkommenen absprechen kann, dem man sich aber - gerade als Arbeitsloser - zur RICHTLINIE eines neuen sinnerfüllten Lebens machen kann!


Der Aufstand gegen die sekundäre Welt: Bemerkungen zu einer Ästhetik der Anwesenheit
Der Aufstand gegen die sekundäre Welt: Bemerkungen zu einer Ästhetik der Anwesenheit
von Botho Strauß
  Taschenbuch

9 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Zwang zur Revision, 15. Februar 2005
Die Straußsche Essaykunst ist so tief ambivalent wie die Form, die von ihr benutzt wird. Sie ist hyperbolisch und wahr, sie taucht den Geist in schwindelerregende Bildkaskaden und erzeugt fulminante Evidenzen, die keineswegs durch Strauß' radikal-kulturkritischen Impetus beeinträchtigt werden. Dieser stellt durchtragendes Thema und Überzeugung seines dramatischen und, hier: essayistischen Schaffens dar, das den Anspruch auf poetische Eloquenz und wissenschaftliche Wahrheit vollauf einlöst. Der sich von einem klaren argumentativen Gedankengang sich absolut lösende Duktus fordert ein unnachgiebiges und forschendes Lesen, das kritisches Denken evoziert und Wiederlesen einfordert. Wenn Strauß vom gesellschaftlichen Zwang des sekundären Molochs spricht und sich als "Außenseiter-Heros" in die Position des Unbefleckten, des der virtuellen Welt Entgrenzten wirft, dann herrscht für den Leser nur ein bewusster Zwang unter vielen unbewussten, nämlich der Zwang zur reflektierter Revision der jeden "aktuellen Anlaß" überdauernden Interpretamente Botho Strauß'.


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