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Rezensionen verfasst von
Deutsche "Hans-Peter Taubitz" (München)
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Taming the Tiger
Taming the Tiger
Preis: EUR 11,98

5.0 von 5 Sternen Ein inneres Rauschen, ..., 31. Januar 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Taming the Tiger (Audio CD)
...eine Meditation, ein Innesein, ein ferner Klang. ein Ruhig-, ein Freiwerden. Ist weniger Aggression denkbar? Es summt. Der Fluß fließt, das ist sein Geschäft... 'Taming the Tiger' hinterläßt mich schwebender, die Schwerkraft schwächt sich ab. Glücklichsein beginnt so. Gefühl weht an. Ich freue. Was Musik kann! Eine gleichsam chemisch sich ereignende Reinigung. Änderung des Aggregatszustands. Verflüssigung? - 'Taming the Tiger' ist sparsam, leise, weit, tief, dicht, still. Umhüllt. Ist ein zarter Mantel. Zähmt den wildesten Tiger. Freunde: Genießt! Nehmt diese Auszeit! Sondert Euch ab, geht beiseite, schließt Euch ein. Nie werdet Ihr freier sein. Hört das Flüstern (das Laute lügt), hört 'Taming the Tiger'.


Stürmische Zeiten, mein Schatz
Stürmische Zeiten, mein Schatz
Preis: EUR 14,99

12 von 31 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Schlecht gebrüllt, Wecker!, 1. April 2011
Rezension bezieht sich auf: Stürmische Zeiten, mein Schatz (Audio CD)
Achtung! Nicht überall ist Wecker drin (und ich meine den leidenschaftlichen, herzwarmen, emotionstiefen Wecker), wo Wecker draufsteht! Diese CD etwa, dieser Live-Mitschnitt aus dem Jahr 2009, kommt in vielerlei Hinsicht blaß und kalt daher. Ihm fehlen über weite Strecken Innigkeit, Wärme, Zärtlichkeit. Die Aufnahmen wirken irgendwie glattgebügelt, leb- und leidenschaftslos, ja aseptisch. Das Spontane fehlt, das Freudige, die musikalische Zügellosigkeit. Dafür trägt freilich vor allem das Spring String Quartet die Verantwortung, das brav spielt und nett, aber zugleich kühl und glanzlos bleibt und an keiner Stelle verzaubert. Wie unbeteiligt manchmal. Es spielt mit, setzt aber keine (geschweige emotionalen) Akzente. Ja am Ende spielt es nicht einmal virtuos.

Und - bitte! - wo bleiben die großen, geliebten Liebeslieder Konstantins?: Dorthin mit dir / Inwendig warm / Niemand kann die Liebe binden / Wenn du fort bist / Der Himmel brennt / Bleib nicht liegen / Jetzt, da du Abschied bist und so weiter und so fort. - Natürlich habt Ihr recht: Ein Rezensent möge sich gefälligst mit den Titeln beschäftigen, die auf der CD drauf sind, und nicht mit denen, die - am Ende aus unbekannten, guten Gründen - fortgelassen wurden. Also bitte: Drei Stunden Liebe kündigt Wecker zu Beginn der Platte an. Und startet mit sog. Wollust-Texten wie Komm, Mädchen, laß' Dich stopfen (Brecht), Nun stoß' ich in dich Stufe ein um Stufe und heiter steigt mein Samen wie ein Kind (Rilke) oder dem Sauschwanz vom Molferl Amadé. Schon klar: Das soll irgendwie witzig sein. Mir will freilich eher scheinen, daß hier einer knallhart auf die Tatsache setzt, daß das four-letter-word mit 'f' immer mit Beifallsstürmen quittiert wird. Cindy aus Marzahn lebt davon, Jürgen von der Kippe lebt davon, Ingo Appelt lebt davon. Und tausend andere mehr. Aber Wecker??? Kurioserweise freut der sich, sein Programm mit dem schlechtesten Gedicht einleiten zu dürfen, das Rilke je geschrieben hat. Wer oder was reitet diesen Mann? Und - wieder: bitte! - wer hat dieses Programm zusammengestellt??? - Wohl eher ein Bumsfest als ein Liebesflug.

Im Nachfolgenden eigene Lieder im Wechsel mit Gedichten anderer Autoren. (Die Tour war ja als Promotion für die von Wecker kurz zuvor edierte Gedichte-Sammlung Stürmische Zeiten, mein Schatz gedacht.) Ein naheliegender, aber hübscher Einfall. Doch seltsam: Alle Lieder Konstantins klingen unbedeutend und belanglos. Die Geign, das Was ich an dir mag, die Hure, schlimmer noch Was tat man den Mädchen. Das ist alles sehr sauber gesungen, keine Frage, sehr ordentlich produziert. Alles weit besser als jemals zuvor. Und eben zugleich wie zu Ende geputzt und bakterienfrei. Weckers Lieder nach chemischer Reinigung. Und ausgerechnet das Feeling wurde herausgewaschen... All' diese schönen Lieder gab und gibt es in weit besseren Studio- und Live-Aufnahmen.

Glanz dagegen in den (jetzt ernst zu nehmenden) Fremd-Gedichten. Benns Nachtcafé: ein genialer Text, und von Wecker exzellent vorgetragen. Mit einer weiteren Steigerung bei Goethes Willkommen und Abschied, das in Textqualität und Vortrag wohl nicht zu toppen ist. Dieses ...welch' Glück, geliebt zu werden, und lieben, Götter, welch' ein Glück setzt Maßstäbe im Liebesverständnis und sollte allen fernsehsüchtigen Teenies auf die Mattscheibe gepappt werden, die sich an der aktuellen GZSZ-Folge delektieren und (schlimmer noch, aber logisch) ihr eigenes Verhalten am schlecht Vorgespielten ausrichten. Dieses Gedicht beinah' zu flüstern und wie zu sich selbst zu sprechen, überzeugt. ...und leitet doch einen langweiligen Liebesflug ein, der auf der dreißig Jahre alten gleichnamigen LP oder auf der Live in Muenchen unvergleichlich inniger kam. Vertane Zeit. Verschenktes Geld.

Man hofft aufs Bay'rische. Aber nicht einmal im Frühlingslied gelingt Authentizität. Das Spannendste an diesem Titel mag noch die Vorstellung der Streichquartetts sein, dessen Namen Wecker freilich nicht fehlerfrei über die Lippen bekommt, obwohl er auf den halsbrecherischen Namen zuvor hinweist, wohl, um sich selbst Mut zu machen...

Zur Mitte der Platte spricht Wecker dann erneut von Männern, die ihrer wilden Geilheit schlicht ausgeliefert sind, spricht von hemmungsloser Sexualität - und endlich auch von sich selbst als unbeherrschten jugendlichen Triebtäter sowie den zahllosen Feinden aus dem feministischen Lager. Gut, das ist nachvollziehbar, wobei man über die Richtigkeit der Einschränkung 'jugendlich' noch streiten könnte.

Doch die Tiefpunkte kommen erst: Weckers schlechtestes Lied, Der Tango Joe, in einer ausgesprochen billigen und aufgesetzten Version. Warum? Warum dieses Wolfgang-Petry-Niveau? Folgerichtig: Der bislang stärkste Applaus. Hölle, Hölle, Hölle. - UND: Weckers bestes Lied, Die Weiße Rose, in einer weiß Gott suboptimalen Fassung. Den Song gab es ja schon einmal mit Streichquartett. Wer erinnert sich? Richtig, das ist 23 Jahre her, und die Kapelle hieß Modern String Quartet. Wollt Ihr die zwei Versionen vergleichen? Spart es Euch! - UND: Stürmische Zeiten, mein Schatz. Ebenfalls einer der großen Wecker-Songs (wenngleich die titelgebende Zeile von Benn 'entlehnt' ist). Aber hier? Hier wird die Qualität des Liedes auf dem Altar der Effekthascherei geopfert. In einem arroganten Schaut-mal-was-wir-musikalisch-alles-draufhaben wird es hingemeuchelt. Einstudierte sog. Spielfreude, wo früher Raum war für Energie und Spontanität.

Zuzugeben ist, daß in drei Songs die altbekannte Wecker-Intimität durchscheint. In Da muß doch noch irgendwas sein, im Text Für meinen Vater, und am stärksten in Vom Weinstock und den Reben, das Konstantin leise und unprätentiös entfaltet, und keusch und zugewandt. Zweieinhalb lyrische Minuten ...von 71. Das ist wenig und rechtfertigt einen, aber eben nur einen Stern.

Wenn Ihr Wecker live hören wollt: Besorgt Euch die 79er Doppel-LP Live oder das Dreifachalbum Live in Muenchen aus dem Jahr 1981 oder die Uferlos in Salzburg oder...

Dem Inhalt der vorliegenden Platte zielsicher Rechnung tragend (und daher ein Lob an Thomas Karsten): das blaublasse, kontrastarme, unterbelichtete Coverfoto. Weckers netten Opa-Blick eingeschlossen. - Daß die Covergestaltung bei Wecker zumeist schaurig ausfällt (mit dem Tiefpunkt Am Flussufer - Live in München), ist freilich nichts Neues. ...Wieso bloß sagt ihm nicht mal einer, wie Covermachen geht?

Ein großartiger, gleichsam lyrischer Einfall: Das Fortlassen des Beifalls nach dem letzten Stück. Nur: unpassend. Denn eine lyrische Platte ist (für mich eher: war) Stürmische Zeiten... nicht. Schon eher ein Offenbarwerden von Hilflosigkeit.
Kommentar Kommentare (6) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Apr 13, 2011 1:26 PM MEST


Meister der Dämmerung: Peter Handke. Eine Biographie
Meister der Dämmerung: Peter Handke. Eine Biographie
von Malte Christian Walter Herwig
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 22,99

8 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Dank an den Erstrezensenten, 16. November 2010
...eher eine Rezension der Rezension des/der 'Galliatt': Hat man je eine schönere Buchbesprechung gelesen? Hingegeben, ehrfurchtsvoll, zärtlich. Ein Geschenk an Peter Handke. Und alle Leser dieser Biographie.

"In dem Buch wird die berüchtigte aggressive Unduldsamkeit von Handke, die so überhaupt nicht mit seiner ach so großen Sanftmut zusammenpasst, plötzlich klar: Der Mann ist ein Kämpfer. Er kämpft um seine Existenz, und das noch mit fast 70 Jahren, und sein Existenz ist sein Schreiben, wie es für uns andere halt der Job ist. Er ist einer von uns: das ist mir noch nie so deutlich geworden wie durch dieses Buch. Und er will den Frieden, mehr als andere, die immer nur davon reden. Handke drückt den Frieden, den er will, durch seine Sprache aus. Er hat ein Herz." - Danke. Auch Sie haben ein warmes Herz.

Handke sagt, sein Hingehen zu Milosevic sei ein Akt der Sprachreinigung gewesen. Das mag schwer verständlich erscheinen. Nicht in Handkes Universum. Dort ist es vielmehr die schiere Logik. Menschen sind verschieden. Menschen können schwierig erscheinen. In Handke, und Malte Herwig macht das so schleierfrei deutlich, haben wir einen Innigen, einen In-sich-selbst-Ruhenden, Unerschütterlichen. Einen, der nach unseren Maßstäben angekommen ist, einen, der nach seinen Maßstäben ewig suchen wird. In den Wäldern um Chaville, in Slowenien, in sich selbst. Und wenn er 'in die Pilze geht', wär' ich so gern dabei...

Danke, Galliatt, Danke, Malte Herwig. Vor allem aber: Danke, Peter. Ein Siezen bringe ich nicht übers Herz.

Auch für 'sowas hier' soll einmal Platz sein. Eine Themenverfehlung. Aber ein Umarmen, vielleicht: ein Bildgewinn.


Zugaben-Live!
Zugaben-Live!
Preis: EUR 19,06

13 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen EIN GUTES GEFÜHL, 3. Januar 2008
Rezension bezieht sich auf: Zugaben-Live! (Audio CD)
War das nicht schon immer die gültige Steigerung bei Konstantin Wecker: Studioaufnahme > Liveaufnahme > Live-Zugabe. Konstantin weiß sehr wohl, wie man gutes Songmaterial im Studio "aufbereitet". Im Konzert aber schleift er die Rohdiamanten zu Juwelen. Weil er ein Ausprobierer ist, ein Verbesserer, ein Umarrangierer. Nichts mag er beschlossen sehen, sein Leben nicht, sein Werk nicht. Und genau diese Freude am Neuen überträgt sich auf den Konzertbesucher. Und spätestens bei den Zugaben hat er den Laden zum Kochen gebracht. - Richtig: Sehr viel Neues ist nicht auf dieser CD, doch würde ich das von einer "Zugaben live" genannten Platte auch nicht unbedingt erwarten. Aber das Irre ist: Gerade die ganz alten Braten faszinieren am meisten. Da kann ich mir gut einen Fan der 70er Jahre denken, dem bei dem innigst wie nie vorgetragenen "Heut schaun die Madln wie Äpfel aus" was Feuchtes in die Augen kommt. Vergleichbares gilt für "Frieden im Land", "Endlich wieder unten" (ohnehin mein erklärtes Wecker-Lieblingsstück) und "Der alte Kaiser". Und die eingestreuten Auszüge aus Konstantins Buch "Die Kunst des Scheiterns" sind klug gewählt und eine wunderbare Erheiterung zwischen manch ernster Thematik (Terror; Kriegsgebrüll). Mir jedenfalls geht Konstantin Wecker auch zu Beginn seines siebten Lebensjahrzehnts noch zu Herzen, ohne je kitschig zu sein. Diesen Großen Bären weiter in der Manege zu wissen, - das bereitet mir persönlich EIN GUTES GEFÜHL.


Konstantin Wecker - Alles das und mehr [2 DVDs]
Konstantin Wecker - Alles das und mehr [2 DVDs]
DVD ~ Konstantin Wecker
Preis: EUR 13,99

32 von 33 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Volles Rohr bei Weckers Geburtstag, 19. September 2007
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Ein Fest, ja ein Festival! Das "in echt" (inkl. Pause) gut fünf Stunden dauerte. Am Ende wirkte Wecker, der anläßlich seines 60. Geburtstags Gefeierte, frisch, und die Zuschauer waren fertig. Der BR hat diese Mammut-Show auf die Beine gestellt und liefert nun ein Best of dieses Ereignisses. Volle 180 Minuten Konzert. Nun mag man zum BR stehen wie man will - hier ist zu konstatieren: Repertoire-Zusammenstellung 100% (man vermißt buchstäblich nichts von der viereinhalbstündigen Netto-Spielzeit), Bildqualität 100%, Tonqualität (5.1) 100%, Schnitt/Kamera: 100%. Profis sind's halt schon beim BR. Aber das Wichtigste ist: Das Scheibchen strahlt eine solche (Musizier-)Freude aus, ein solches Zusammenfühlen und Einssein, wie es auf Konserve gewöhnlich nur selten rüberkommt. Neben vielen Wecker-Solostücken liegt der Charme dieser DVD vor allem in der Vielfalt und Qualität der Gratulanten und Gastmusiker: Willy Michl ist mit von der Partie, Andreas Giebel (mit einer verdammt guten Cover-Version von "Heut schaun die Madln wie Äpfel aus"), Hannes Wader. Die Legende Arlo Guthrie singt "City of New Orleans" sowie ebenfalls eine - englisch gesungene - Cover-Version: Riverlove (mit fast genialer Übertragung der Textzeile "Wie tief ist das Meer" in "How deep can you see", - die Konstantins Freund Florian Kirner besorgte). Und gleich noch eine Legende: Charlie Mariano, 86 Jahre alt: Ein schmunzelnder Schalk, der frisch aufspielt wie in alten Zeiten. Bei den Jazz-Nummern ebenfalls mit dabei: Wolfgang Dauner und Johannes Faber. Letzterer ist derart gut disponiert, daß man ihn sogleich in die Trompeter-Weltrangliste einordnet. Sehr berührend auch Liedermacher-Kollegen Hans-Eckardt Wenzel und Heinz Ratz. Nächstes Highlight: Der Weltmusik-Block mit afghanischen, irakischen und türkischen Musikern: Die Neun-Minuten-Version des Wecker-Klassikers "All die unerhörten Klänge" ist Weltklasse! Zum Abschluß Pippo Pollina, der mit grandioser Stimme und Expression drei Duette mit Konstantin singt. Schön: Augenzwinkernd tauschen Pippo und Konstantin beim "Questa..." die Rollen: Der Sizilianer Pippo beginnt mit der deutsch-gesungenen, Konstantin folgt mit der italienisch-gesungenen Strophe. Man parodiert sich gegenseitig. - Ein langer Text für eine lange DVD: Ein Muß für die 2.000, die am 1. Juni 2007 im Münchner Circus Krone dabei waren, ein Muß für alle Wecker-Fans, die den Termin versäumt haben, ein Muß schließlich für jeden, der einen entspannten, sehr facettenreichen Herbstabend mit guter Musik verbringen möchte. Gratulation, Herr Wecker. Ich freu' mich schon heute auf das nächste Jubelfest!


Fliegen mit Dir. Liebeslieder mit einer CD. Mit vielen Bildern
Fliegen mit Dir. Liebeslieder mit einer CD. Mit vielen Bildern
von Konstantin Wecker
  Gebundene Ausgabe

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Bibliophiles Kleinod, 15. Juni 2007
Da ist es endlich, das Wecker-Buch, mit dem man auch Nicht-Wecker-Kenner erfreuen kann. Erstens: Die Auswahl der Texte erfaßt die überaus große Vielfalt, die Wecker'sche Liebeslieder kennzeichnen, umfaßt auch die ganze Zeitspanne, in der Wecker Lieder schreibt, also 35 Jahre. Man kann also prima "lernen", wie wunderbar differenziert Wecker mit dem Thema Liebe umgegangen ist, kann zusehen, was er selbst "gelernt" hat, wie sich seine Sicht verändert hat. Zweitens: Die CD (eine engere Auswahl als die Texte) ist klug zusammengestellt, liefert nicht ein plattes Best of und zeigt dennoch, wie sich Konstantin so lange an der Spitze der bundesdeutschen Liedermacher hat halten können. Drittens, und das macht das Buch besonders ideal als Geschenk: Die Texte sind von Wecker-Freund (und Gründer der Zeitschrift Pardon) Johannes Hans A. Nikel ganz wunderbar - durchweg in den Farben Blau und Gold - illustriert. Manche Zeichnung erschließt sich nicht sofort. Das ist schön. Lassen Sie das Buch offen am Nachtkästchen liegen, schauen Sie sie morgen nochmal an... - Und viertens: Das Buch ist ein Hand- und Augenschmeichler: Papier super, Druck super, herrliches Format. Kurz: Angesichts dessen, wie wenig man heute oft für sein Geld bekommt, nicht überteuert.


die kunst des scheiterns: tausend unmögliche wege, das glück zu finden
die kunst des scheiterns: tausend unmögliche wege, das glück zu finden
von Konstantin Wecker
  Gebundene Ausgabe

49 von 51 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Leicht lesbar und doch geist- und wertvoll - Gratulation!, 29. Mai 2007
Über 30 Jahre Erfolg als Liedermacher, Poet, Musical- und Filmmusikkomponist, Schauspieler, Systemkritiker. Und doch: Das Leben ist nichts weiter als eine Reihe von Niederlagen... Was Konstantin Wecker in seinem neuen Buch meint, ist: Die Niederlagen, das Scheitern, die Fehltritte bringen dich im Innern weiter - Erfolge sind rasch eingestrichen und bald schon vergessen. An Krisen reift man. Krisen bewältigt man, und eben weil dieses Bewältigen Arbeit ist, ist man danach, in seinem Dasein, in seinem Leben einen bedeutenden Schritt weitergekommen. Vielleicht gereinigt, vielleicht geläutert, in jedem Fall näher bei sich. Näher an der Frage: Wer bin ich eigentlich? Was will ich? - Keine Angst: Konstantin Wecker hat kein bleischweres Sachbuch geschrieben, wohl aber fast schon altersweise Erkenntnisse versammelt, die mal in lockerer Anekdotenform, mal nachdenklicher und tiefsinniger geschrieben sind. Vor allem aber: Immer stilsicher. Und augenzwinkernd, selbstironisch, gelassener, als ihm das früher möglich gewesen wäre. "Mein Ego ist mir heute nicht mehr ganz so heilig" sagt er im Interview (auf eine Textzeile aus "Genug ist nicht genug" anspielend). Und es stimmt: Jetzt erst - mit 60 und als zweifacher Vater - läßt er ganz neue Töne und Bilder an sich heran, reflektiert vieles mit mehr Abstand. Ohne Anspruch und Biß verloren zu haben. Mit "Die Kunst des Scheiterns" ist Konstantin ein wunderbar lesbares und zugleich geist- und wertvolles Buch gelungen. - Wenn mir dieses Buch nicht beim ersten Anlesen schon so sehr ans Herz gewachsen wäre, ich würd's weiterverschenken, an einen Freund, eine Freundin auf der Suche nach sich selbst. Das Buch trägt Erkenntnisse ein!


Duineser Elegien: Leipzig 1923
Duineser Elegien: Leipzig 1923
von Rainer Maria Rilke
  Taschenbuch

3 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Machen wir es kurz, 30. März 2006
Rezension bezieht sich auf: Duineser Elegien: Leipzig 1923 (Taschenbuch)
Machen wir es kurz: Großartigeres, Schöneres, Berückenderes, auch Bestürzenderes ist in deutscher Sprache nicht geschrieben worden. Ein Wunder. Kein Werk Rilkes allein, vielmehr ein Werk Größerer als wir sie zu denken vermögen. LESEN! Und: WIEDERLESEN! Und... so fort bis ins hohe Alter. Ein (DAS?) Lebens(begleit)buch.


Am Flussufer-Live
Am Flussufer-Live
Preis: EUR 10,99

29 von 30 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen FULMINANTE STERNSTUNDE!, 10. Oktober 2005
Rezension bezieht sich auf: Am Flussufer-Live (Audio CD)
Konstantin Wecker live, - das ist auch nach all' den Jahren und Jahrzehnten noch ein Erlebnis der besonderen Art. Das hier fast in gesamter Länge präsentierte Konzert der Flußufer-Tour durfte ich am 23. April dieses Jahres im Münchner Circus Krone miterleben. Und schon damals dachte ich mir: Mensch, diese genialen zwei Stunden jetzt nachhause tragen zu können, zum Wieder- und Wiederhören mit Kopfhörern auf den Ohren und geschlossenen Augen, das wäre GROSS. Ja, und jetzt wird dieser Traum tatsächlich wahr! Wie gut, daß nur EIN Konzert für dieses Album ausgewählt wurde und nicht das Ganze aus Songs verschiedener Gigs "zusammengestückelt" ist: Man merkt es immer, auch wenn noch so gute Tonmeister bei der Postproduktion am Werk sind. Aus einem Guß war dieses Münchner Konzert. Und hatte diese magischen Momente, dieses Leise, Bedächtige, das - seltsam genug! - so typisch geworden ist für den "späten Wecker", - das selbstironische Augenzwinkern, das Nichts-mehr-beweisen-Müssen, das Schlendern. Ein Wecker, der durch Zurückhaltung Größe zeigt! Musikalisch war das Konzert geprägt durch alte Weggefährten (Jo Barnikel, Norbert Nagel), aber auch durch den neu zu Wecker gestoßenen afghanischen Percussionisten Hakim Ludin, der auch Standards wie "Wenn der Sommer nicht mehr weit ist" ganz neue Seiten abgewann. Kurz: Rein sternstundentechnisch die volle Punktzahl - wenn Ihr versteht, was ich meine! Freut Euch mit mir auf diese Doppel-CD!


Devils & Dust (CD + DVD)
Devils & Dust (CD + DVD)
Preis: EUR 10,97

31 von 34 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen EINE GROSSE FREUDE, 28. April 2005
Rezension bezieht sich auf: Devils & Dust (CD + DVD) (Audio CD)
Lieber Bruce,
30 Jahre begleitest Du mich nun durchs Leben, und es ist immer berührend, die Abgründe der eigenen Seele in Deinen Songs gespiegelt zu sehen. All' den Gefährdeten, Glücklichen, Gescheiterten, die in uns wohnen, gibst Du Wort und Stimme; stattest mit drei Zeilen einen ganzen Film aus, der Deine Texte illustriert. Ein ganzes Lebensschicksal kannst Du in drei Minuten plastisch werden lassen, nie Mitleid heischend, nicht wertend, aber uns zu Teilhabern machend. Natürlich ist es großartig, wenn Du mit den phantastischen Musikern der E-Street-Band auf der Bühne stehst - die Rising-Tour hat es erneut bewiesen. Unwiederbringlich ist ein lauer Sommerabend in einem Stadion mit Deinen Songs. Größer noch sind aber Deine kleinen Songs, die alle Freude und alles Leid in ein paar Gitarrengriffe zwängen, ein paar schräge Textzeilen. Nebraska spiegelt die ganze Welt im Kleinen, und Borderliner Tom Joad weiß mehr von den eigentlichen Dingen als alle Mächtigen zusammen. So auch The Hitter. Und der Typ in Reno, als er von der Nutte steigt. Mit "Devils and Dust" ist Dir ein weiteres großartiges Album gelungen. Es ist so weit vom Mainstream-Müll entfernt wie der Soldat im Titelstück von seiner Heimat. Eben weil es die zeitlosen, die ewigen Themen behandelt. Roh und unverstellt. Klar und frei. Danke für diese Songs. Ich hab' sie gern bei mir. Sie weiten mich und geben doch Halt. Niemand kann mit Deinen Liedern einsam sein!
Wir sehen uns auf der Tour. Dein HP


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