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5.0 von 5 Sternen
Grossartiger Humor, ein echter Bryson, 4. August 2007
Abgesehen von dem zeitlosen, entwaffenden Humor Bill Brysons kann man sich hier ein interessantes Zeitbild des Europas der späten achtziger Jahre auf amüsanteste Weise zu Gemüte führen.
Vieles hat sich inzwischen weiterentwickelt (Deutschland ist nicht mehr das reichste Land Europas, Schweden hat sich vom verlotterten Wohlfahrtsstaat zum High-tech-Paradies gewandelt, in vielen Ländern kann man dank Globalisierung eine zwar uniformisierte, aber die lokalen Gebräuche in kulinarischer Hinsicht zu Recht vergessen lassende Küche geniessen, der Endzeit-Kommunismus in Bulgarien ist nicht mehr, andere Ereignisse der Weltgeschichte haben die Dominanz der Erinnerung an das dritte Reich und den Weltkrieg geschmälert, usw...)
Vieles aber auch nicht: Das mit Touristenmassen hoffnungslos überlastete Florenz, der bornierte Anti-Amerikanismus der Franzosen, der Müll in Neapel sowie natürlich Sehenswürdigkeiten, die immer beeindruckend bleiben werden (z.B. Capri, Wien, Kölner Dom, Hamburger Alster, Berner Innenstadt).
Sicher, wer reiselustig und weltoffen ist, wird dieses Buch vielleicht mit noch mehr Freude lesen als als andere, aber eigentlich geht es gar nicht um den Inhalt. Man muss sich fragen, ob die unzufriedenen Rezensenten einen Baedeker in Romanform erwartet haben? Nichts läge Bill Bryson ferner als, objektiv zu sein: Reiseziele werden in den Himmel gelobt, weil dort gerade die Sonne scheint oder in der Luft zerrissen, weil an zwei aufeinanderfolgenden Tagen regnet - es ist einfach herrlich!
Die Mischung aus 10% Fakten, 20% Übertreibungen, 30% Meinungen und Spott über andere und 40% Spott über sich selbst ist sehr intelligent und gelungen. Wer meint, "sein" Land sein schlecht weggekommen, der möge Bryson's Berichte aus den USA und aus England lesen (je nachdem, ob er den Autor für einen dümmlichen Amerikaner oder für einen weltkriegsbesessenen Engländer hält).
Uneingeschränkte Empfehlung!