Profil für Paddy > Rezensionen

Persönliches Profil

Beiträge von Paddy
Top-Rezensenten Rang: 318.451
Hilfreiche Bewertungen: 321

Richtlinien: Erfahren Sie mehr über die Regeln für "Meine Seite@Amazon.de".

Rezensionen verfasst von
Paddy "schoenetoene" (Berlin)
(VINE®-PRODUKTTESTER)   

Anzeigen:  
Seite: 1 | 2 | 3
pixel
DeLonghi ESAM3000.B Kaffee-Vollautomat  (1.8 l, 15 bar, Dampfdüse)
DeLonghi ESAM3000.B Kaffee-Vollautomat (1.8 l, 15 bar, Dampfdüse)
Preis: EUR 280,58

5.0 von 5 Sternen Schönes, praktisches Gerät, 18. April 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Ein schöner Kaffeeautomat, der stets voll einsatzbereit ist und vor sich vor allem wunderbar an die verschiedenen Kaffeegeschmäcker anpassen lässt.


No Need to Be Downhearted
No Need to Be Downhearted
Wird angeboten von Hausmusik
Preis: EUR 12,47

9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Vergesst die Kaiser Chiefs - hier sind Electric Soft Parade!, 8. Juni 2007
Rezension bezieht sich auf: No Need to Be Downhearted (Audio CD)
Wann hat diese Band aus Brighton endlich den verdienten Erfolg? Electric Soft Parade machen seit Jahren fast unter Ausschluss der Öffentlichkeit ihren hochambitionierten, hochkomplexen und hochmelodischen Powerpop mit Abstechern in Psychedelia, Pink-Floyd-Zitate, Orchester- und Klavier-Schwelgereien. Auch in England hat diese Variante des intelligenten Brit-Rock bisher kaum Chancen gegen die Maximo Parks, Franz Ferdinands und Kaiser Chiefs, die dort die Branche interessieren. Dabei sind ESP doch sooo viel besser.

Ihre dritte CD "No need to be downhearted" kann die beiden ersten Alben nun noch einmal toppen. Toll, was die Brüder Thomas und Alex White, die fast alle Instrumente eingespielt haben, hier zusammenrühren. So besticht "Woken by a kiss" durch eine leicht drogengeschwängerte Melodie, die immer wieder die Richtung wechselt, während "If that's the case..." oder "Misunderstanding" für die geradlinig-poppige Seite der Band (eigentlich ja ein Duo) stehen. "Shore song/Surfacing" ist hingegen zauberhafter Akustikgitarren-Folkpop mit träumerischer Grundstimmung, der - wie auch das schöne "Secrets" - an die ebenfalls notorisch erfolglosen, ebenfalls ganz wunderbaren Shack aus Liverpool erinnert.

Die Beatles in ihrer Spätphase sind sicher einer der Bezugspunkte von ESP. Außerdem die "guten" Pink Floyd vom Ende der 60er, Anfang der 70er Jahre (v.a. "Come back inside"), oder Arthur Lees legendäre Psychedelic-Rockband Love. Der Piano-Popper "Cold world" könnte glatt von einem Ben Folds stammen, der gerade Motown-Soul entdeckt hat.

Aber die Whites belassen es ja nicht beim Zitieren oder gar Abkupfern. Mit ihren raffinierten Arrangements (Streicher! Bläser! Akkordeon!) fügen sie den teils griffigen, teils zarten Melodien so viele spannende Details hinzu, dass auch der 20. Durchlauf noch Neues offenbart. Die nicht sehr auffälligen, aber sehr angenehmen Stimmen der Brüder tun ein Übriges, dass man diese CD sowohl im Hintergund als auch intensiv unter dem Kopfhörer (lohnt sich!) genießen kann.

Tolle Platte - Britpop 2007 at it's best.


Close to Paradise
Close to Paradise
Preis: EUR 18,44

22 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Märchenhaft schöner Pop für Tagträumer aus Montreal, 7. Juni 2007
Rezension bezieht sich auf: Close to Paradise (Audio CD)
Wer sich die neue CD des Cinematic Orchestra ("Ma Fleur") etwas genauer anschaut, stößt auf den Namen Patrick Watson. Der junge Mann aus Montreal in Kanada singt auf dem wunderschönen Triphop/Jazz-Album mit grandiosem Jeff-Buckley-Klang in der Stimme drei Songs.

Wer nun auch noch auf Import-Umwegen für teuer Geld "Close to paradise" erwirbt, kommt aus dem Staunen erst recht nicht mehr heraus. Ganz großes Kino ist das; supersensible, teils auch märchenhaft-verschrobene Tagträumer-Musik (ein Song heißt auch "Daydreamer"); orchestraler Pop, der allen Fans von Rufus Wainwright, Ed Harcourt, Duke Special, aber auch der Balladen von Tom Waits gefallen dürfte.

Einige Referenznamen sind schon gefallen. Vor allem an den viel zu früh gestorbenen Jeff Buckley erinnert dieses tolle Art-Pop-Album - Patrick Watson ist stimmlich wirklich so nah dran, es ist kaum zu glauben. Der 27-Jährige ist aber auch ein Meister des kunstvollen Arrangements: Streicher, ächzende Orgeln, scheppernde Bläser, Vaudeville- und Jazz-Rhythmen, Gospel-Zitate, Gitarren von lieblich bis rau, vor allem aber dieses von Patrick selbst gespielte wunderbare Klavier - und diese unfassbar intensiven Vocals.

Per Internet-Suche lässt sich in Erfahrung bringen, dass "Patrick Watson" eigentlich eine vierköpfige Gruppe ist (neben dem Namensgeber noch Simon Angell/Gitarre, Mishka Stein/Bass und Robbie Kuster/Drums). In der Tat klingt "Close to paradise" eher wie ein liebevoll zusammengepuzzeltes Band-Produkt als wie ein Solotrip.

Teilweise machen es Watsons Lieder dem Hörer mit ihren feinen Melodien leicht, manche der 13 Songs sind dagegen eher sperrig. Subtil, wie sie sind, verbergen die Stücke aber auch beim 20. Hören noch spannende Details. Wegwerf-Popmusik ist das nicht. Bleibt nur zu hoffen, dass durch den Erfolg des Cinematic Orchestra auch die wunderbare Musik von Patrick Watson in Deutschland bald leichter zu kriegen ist. "Close to paradise" gehört schon jetzt zu den Entdeckungen des Jahres 2007 und sollte mehr als ein Geheimtipp sein.


In the Ruin for the Perfect
In the Ruin for the Perfect

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Danish dynamite: Ein Pop-Hammer aus Aarhus, 7. Juni 2007
Rezension bezieht sich auf: In the Ruin for the Perfect (Audio CD)
Es beginnt mit einer Art Donnerhall, der die Boxen vibrieren lässt, setzt sich in einer grollenden Beschleunigung aus dem Synthesizer fort - und mündet in einer herrlichen Sommer-Hymne, die an "Life in a Northern town" von Dream Academy erinnert (wer erinnert sich noch an diese wunderbare Eintagsfliege aus den 80ern?). Geschmackvoll produziert und feinstens gesungen, ist "Weight of words" der ideale Einstieg in eine tolle Pop-Scheibe, die man nie und nimmer im dänischen Aarhus verorten würde.

Doch halt: The Broken Beats haben dieses Städtchen schon vor längerer Zeit auf die Pop-Landkarte gesetzt, sie sind seit einigen Jahren mit knallbunten Wundertüten voller charmanter Melodie-Einfälle und potenzieller Hits unterwegs, . Mit "In the Ruin..." ist ihnen nach dem auch schon sehr guten "Them codes..." (2005) nun ihr bisher stärkstes Werk gelungen. Das hier ist nicht nur das beste Album einer dänischen Band seit Ewigkeiten (das wäre nicht sooo schwer...), sondern eine der schönsten CD-Überraschungen des Jahres 2007 schlechthin.

Was die Band um den inzwischen in Hamburg lebenden Mastermind Kim Munk in die 50 Minuten ihrer elf Songs so alles reinpackt, das muss man hören, das lässt sich kaum beschreiben. Beatles-Harmonien ("Waters and Oceans", "Breaking me down"), Calexico-Gitarren ("Commodore Stain", "Burning rose"), Piano-Schwelgereien mit rockigen Ausbrüchen ("Black fire"), Glampop-Tanzflächenfeger, die die Scissors Sisters neidisch machen sollten ("Essentials", "Copy"), ein gruseliges Hörspiel-Intro, dem ein steicherverzierter Gitarrenpop-Hammer mit wiederum famosen Vocals von Kim Munk folgt ("Stan still"). Und damit sind diese höchst abwechslungsreichen, immer wieder spannende Wendungen wagenden Lieder nur ansatzweise beschrieben.

Am Schluss steht mit dem Titelsong gar eine veritable Zehnminuten-Rockoper mit Akustik-Gitarren, Streichern, Mädchenchören und Elektronik-Spielereien, wie sie zuletzt nur die Guillemots mit ihrem fantastischen "Sao Paulo" hinbekommen haben. Diese formidable Band aus England ist auch der naheliegendste Vergleich für die Ambitionen der Broken Beats - angeblich auch was ihre Live-Qualitäten betrifft.

Also: Wer erstklassig arrangierte und produzierte, selbstbewusste und einfach schöne Popmusik ohne stilistische Scheuklappen mag, kommt an den Broken Beats nicht vorbei. Hätte man der dänischen Provinz wirklich nicht zugetraut, sowas...


Sky Blue Sky (CD+DVD)
Sky Blue Sky (CD+DVD)
Preis: EUR 22,99

14 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Zurück zur reinen Schönheit des Songs - ein melodieseliges Meisterwerk, 16. Mai 2007
Rezension bezieht sich auf: Sky Blue Sky (CD+DVD) (Audio CD)
Täusche ich mich, oder entschuldigt sich Jeff Tweedy in manchen Interviews für sein neues Meisterwerk? Dafür, dass er diesmal bewusst "nur" ein Album mit guten Songs zum Durchhören und Genießen machen wollte, ohne Depressionen, Suchterscheinungen und schlechte Laune, ohne Krach-Exkursionen und atonale Ausfransungen? Manche Fans und Kritiker hatten nach "Yankee Hotel Foxtrot" (2001) und "A Ghost is Born" (2004) eine Fortsetzung des experimentellen Kurses erwartet und werden nun enttäuscht sein. Sei's drum. Für alle anderen könnte "Sky Blue Sky" schon im Wonnemonat Mai die Platte des Jahres sein.

Was für ein großartiges Album, was für erlesene Melodien, was für virtuose Musiker! "Sky Blue Sky" markiert nach Jahren der mutigen Sound-Erforschung - mit großenteils beeindruckenden Ergebnissen - die Rückkehr von Wilco zur radikalen Reinheit des Songs. Der weitere Weg zur Abstraktion hätte ja auch nur noch in der Radiohead-Sackgasse enden können. "Sky Blue Sky" ist, nimmt man den großen Neil Young als (durchaus passenden) Maßstab, ihr "Harvest" oder "Comes a Time".

Kein Album soll klingen wie das vorherige: Nach diesem Motto orientieren sich Sänger/Songwriter Tweedy und seine fünf Mitstreiter diesmal vor allem am Westcoast-Pop der 70er Jahre, aber auch an Blues, Folk, Jazz- oder sogar Southern-Soul-Anklängen. Und das tun sie mit einem Band-Feeling, das im Rock-Business dieser Tage recht einmalig sein dürfte.

Wer sich die überaus lohnende CD/DVD-Edition leistet, kann Wilco quasi live bei der Arbeit im Studio zusehen: Da wird mit viel freundschaftlicher Harmonie auf handwerklich höchstem Niveau musiziert, jeder Ton klingt organisch und warm, man fühlt sich in die Zeit der Americana-Legenden der Seventies versetzt: Crosby, Stills, Nash & Young, The Band, Allman Brothers, Greatful Dead, Eagles. Viel Klavier, Orgel, Pedal Steel, und vor allem diese einmalig starke Gitarren-Front mit Tweedy, Pat Sansone und dem genialen Saitenzauberer Nels Cline.

Auf der CD bilden das zarte "Either way" zum Einstieg und das ergreifende, streicherverzierte "On and on and on" am Schluss (Wilcos vielleicht schönster Song überhaupt) die Klammer für ein Album aus einem Guss, wie es selbst diese wohl beste US-Rockband so noch nie hinbekommen hat. Beide Lieder zeigen Tweedy, der auf der Bühne und im Leben ein schwieriger Zeitgenosse sein konnte und jetzt - geheilt von der Sucht - offenbar in sich ruht, von seiner sensibelsten Seite. Überhaupt sind Balladen, teils schwermütig, teils frühlingshaft-leicht, auf "Sky Blue Sky" in der Überzahl. Aber was für Balladen das sind - kitsch- und klischeefrei, ohne Ballast, melodisch raffiniert, von Tweedys traurig-weiser Stimme veredelt. Wilco-Balladen eben - wer das formidable "Lonely One" (von ihrem 1996er Opus magnum "Being There") kennt, weiß Bescheid.

Für Gitarrenrock-Fans gibt es viel zu entdecken: das dreiminütige Duell Cline/Tweedy auf "Impossible Germany", ehe die Band wundersam wieder zum Thema des Songs zurückfindet; die Jazz- und Blues-Elemente auf "Shake it off" oder "Side with the seeds"; den Swamp-Groove von "Hate it here"; das Fingerpicking im sanften "Please be patient with me". Und Tweedy singt dazu so gut wie noch nie, ganz oft in Lennon-Nähe und einmal auch wie Dylan ("What light").

Auch wer den gesamten Weg dieser fantastischen Band aus Chicago - vom wurzeligen Country-Rock ("A.M."/1995) zur weltweit anerkannten Intelligenzpop-Combo - verfolgt hat, wird von "Sky Blue Sky" wieder überrascht werden, so schlicht die Songs zunächst wirken mögen (sie sind es natürlich nicht...). Mancher wird ob der Melodieseligkeit des Albums von einem Rückschritt sprechen. Doch das trifft nicht den Kern von "Sky Blue Sky". Dies ist die andere Seite von Wilco, die feinere, entspanntere, auf den ersten Blick traditionalistische Seite. Schön für uns alle, dass Tweedy und Co. diese Facette mal wieder so richtig auskosten. Ihren Fans liefern sie damit die Frühlings- und Sommerplatte 2007 schlechthin. Im Wilco-Katalog ist es das rundeste, freundlichste und dennoch kunstvollste Album ihrer zwölfjährigen Karriere.


Steve Mcqueen
Steve Mcqueen
Wird angeboten von thebookcommunity
Preis: EUR 34,42

28 von 31 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eines der besten Alben aller Zeiten - mehr als eine Kaufempfehlung!, 18. April 2007
Rezension bezieht sich auf: Steve Mcqueen (Audio CD)
Dies ist mehr als die übliche Fünf-Sterne-Kaufempfehlung - dies ist eine Kauf-Forderung! Denn wer nach dem 2007er Re-Issue von "Steve McQueen" im deutlich verbesserten Sound, mit wunderbarem neuem Booklet und vor allem einer grandiosen CD als Beigabe dieses Prefab-Sprout-Meisterwerk immer noch nicht im Schrank hat, der verzichtet auf eines der schönsten und hochwertigsten Pop-Alben aller Zeiten - ach was, auf die vielleicht himmlischste Musik schlechthin.

Prefab Sprout, die vierköpfige Band um den genialen britischen Romantiker Paddy McAloon, hat sich später noch zwei Mal in die ewigen Bestenlisten eingetragen - mit dem perfekten Soul-Pop von "From Langley Park to Memphis" (1988) und mit ihrem Opus magnum, dem in jeder Hinsicht überwältigenden, ultraklugen und wohl auf ewig unübertrefflichen Zyklus "Jordan: The Comeback" (1990). Ihren Durchbruch und zugleich den Aufstieg in die allererste Songschreiber-Liga (Brian Wilson, Lennon/McCartney, Becker/Fagen, Ray Davies, Elvis Costello) schafften McAloon und seine Band jedoch schon 1985 mit "Steve McQueen".

Es gibt so vieles, was man an dieser Platte damals entdecken konnte und bis heute liebt. Die mal zärtlichen, mal sarkastischen, cleveren Texte von Paddy McAloon, seine jugendlich-überschwängliche und zugleich so melancholische, warmherzige Stimme. Sein entrückter Schrei im vielleicht schönsten Liebeslied ever, "Goodbye Lucille". Unsterbliche Songzeilen wie "Life's not complete, till your heart's missed a beat". Die ätherischen Backing Vocals von Paddys damaliger Freundin Wendy Smith, die muskulösen Basslinien seines Bruders Martin McAloon, das filigrane Schlagzeugspiel von Neil Conti. Gitarre und Piano als prägende Instrumente. Und nicht zuletzt die makellose, glitzernde Produktionskunst des als fünftes Prefab-Sprout-Mitglied angesehenen Thomas Dolby, dessen Remastering fürs Re-Issue das ohnehin fantastisch klingende Album jetzt nochmals aufgemöbelt hat.

Und dann natürlich diese herrlichen, so noch nie gehörten Songs: Der Country-Pop-Stampfer "Faron Young"; die herzzerreißend schöne Vierer-Kette "Bonny", "Appetite", "When love breaks down" und "Goodbye Lucille"; danach etwas leichtgewichtigere, swingende Lieder wie der Bossa-Pop von "Horsin' Around". Schließlich die wunderbaren Balladen "Desire as" oder "When the angels". Jeder der elf Tracks ein Wunderwerk der Songschreiber-Kunst. Gibt's sowas Ähnliches heute noch in der Pop-Welt? Die großartigen Guillemots mit ihrem 2006er "Through the windowpane" fallen mir noch ein, aber sonst...

Prefab Sprout waren mit dieser faszinierenden Platte zu schlau für ihre Zeit (sie wären es heute wohl erst recht). "Steve McQueen" wurde von der Kritik euphorisch bejubelt, gut aber nicht überragend verkauft und ist in allen Bestenlisten zur Pop-Geschichte vertreten. Danach veröffentlichte die Band noch gelegentlich (meist überragende) Platten, blieb aber immer ein Geheimtipp. Angeblich soll es irgendwann mal wieder ein neues Album geben.

Die Wiederveröffentlichung 2007 wird gekrönt von acht Neu-Aufnahmen, ja Neu-Interpretationen der besten "Steve McQueen"-Songs. Paddy McAloon hat sich voriges Jahr mit seiner Akustik-Gitarre nochmal an diese Juwelen herangesetzt und bringt sie neu zum Funkeln. Die gereifte, deutlich tiefere Stimme des Sängers und die sparsamere Produktion fügen den Liedern spannende Facetten hinzu, man erfährt ihre Perfektion gut 20 Jahre später ein weiteres Mal. 35 Minuten pure Schönheit.

"Steve McQueen" - in dieser neuen Form erst recht ein Pop-Werk für die Ewigkeit.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jan 28, 2012 2:01 AM CET


Sky Blue Sky
Sky Blue Sky
Preis: EUR 16,99

57 von 63 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Bezaubernde Harmonien: Wilcos "Harvest"-Album, 10. April 2007
Rezension bezieht sich auf: Sky Blue Sky (Audio CD)
Mal Hand aufs Herz: Welcher Wilco-Fan der frühen (d.h. der 90er) Jahre hat sich diese bezaubernde Rückkehr zum Song nicht schon länger herbeigewünscht? "Yankee Hotel Foxtrot" (2001) und "A Ghost is Born" (2004), das waren ohne Zweifel wagemutige, tolle Alben, vor allem aber auch teils schwer verdauliche Übungen in Experiment und Noise-Exzess. Der weitere Weg zur Abstraktion konnte nur noch in der Radiohead-Sackgasse enden. Rechtzeitig haben Wilco nun die Kurve gekriegt und legen die luftigste, wärmste, schönste CD ihrer Karriere vor. "Sky Blue Sky" ist, nimmt man Maß am großen Neil Young, ihr "Harvest" oder "Comes a Time".

Kein Album soll klingen wie das vorherige: Nach diesem Motto orientieren sich Sänger/Songwriter Jeff Tweedy und seine virtuosen Mitstreiter diesmal vor allem am Westcoast-Pop der 70er, aber auch an Blues, Folk, Jazz- oder sogar Southern-Soul-Anklängen. Und das tun sie mit den herrlichsten Melodien und einem Band-Feeling, das im Rock-Business dieser Tage recht einmalig sein dürfte. Viel Klavier, Orgel, Pedal Steel, dann und wann einige Streicher, aber natürlich auch wieder die fabelhafte E-Gitarre von Nels Cline liefern den Unterbau für ein neues Meisterwerk.

Das zarte "Either way" zum Einstieg und das tiefmelancholische "On and on and on" am Schluss bilden die Klammer für ein Album, das sich ganz der Harmonie verschrieben hat. Beide Songs zeigen Tweedy, der auf der Bühne und im Leben ein schwieriger Zeitgenosse sein kann, von seiner sensibelsten Seite. Überhaupt sind Balladen, teils schwermütig, teils frühlingshaft-leicht, auf "Sky Blue Sky" in der Überzahl. Aber was für Balladen das sind - kitsch- und klischeefrei, ohne Ballast, melodisch raffiniert, von Tweedys traurig-weiser Stimme veredelt. Wilco-Balladen eben - wer das herzzerreißende "Lonely One" (von ihrem 1996er Opus magnum "Being There") kennt, weiß Bescheid. Aber auch lockere Jams mit ausufernden Gitarren-Duellen a la Greatful Dead sind zu hören - die Wilco-Jungs hatten im Studio hörbar Spaß.

Wer den Weg dieser großen US-Band vom Country-Rock zur Experimental-Combo mit Wohlwollen verfolgt hat, wird möglicherweise irritiert auf diese neue Platte reagieren. Mancher wird gar von einem Rückschritt sprechen. Doch das trifft nicht den Kern von "Sky Blue Sky". Dies ist die andere Seite von Wilco, die feinere, entspanntere, harmonieselige, auf den ersten Blick traditionalistische Seite. Schön für uns alle, dass Tweedy und Co. diese Facette mal wieder so richtig auskosten. Ihren Fans liefern sie damit die Frühlings- und Sommerplatte 2007 schlechthin - und schon jetzt eines der besten Alben dieses Jahres. Ganz große Kunst.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Apr 13, 2009 2:28 PM MEST


The Opposite Side of the Sea
The Opposite Side of the Sea
Wird angeboten von stw9999
Preis: EUR 22,00

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Israeli aus Berlin macht Nick-Drake-Fans glücklich, 21. März 2007
Rezension bezieht sich auf: The Opposite Side of the Sea (Audio CD)
Ein jazziges Vibraphon, federleichter Piano-Swing vom Fender Rhodes, einige Bass-Tupfer, ein Hauch von Cello - und dann diese Stimme: wohltönend-rau, ungemein flexibel, ganz nah am Mikro, schmeichelt sich der Gesang von Oren Lavie in "Her morning elegance" ins Ohr. Das hochelegante Eröffnungsstück der wunderbaren Debüt-CD des über London und New York jetzt nach Berlin gelangten Israelis führt mit seinem Easy-Listening-Touch allerdings etwas in die Irre. Denn Lavie ist keineswegs eine männliche Version von Norah Jones oder Kathy Melua, er gründelt viel tiefer. Die meisten anderen Songs von "The opposite side of the sea" zeigen ihn als melancholischen Romantiker und Weltenbummler.

Der große Elliott Smith dürfte eines von Lavies Vorbildern sein, vor allem aber der noch viel größere Nick Drake. Dieses Prädikat wird in den letzten Jahren der Wiederentdeckung des 1974 gestorbenen britischen Gitarristen und Sängers viel zu vielen (oft nur mittelmäßigen) Songwritern verliehen. Auf Oren Lavies hauchzarte Mischung aus Gitarrenpop, Folk und Jazz trifft es endlich mal zu - so gut hat selten jemand die traumwandlerisch schönen Drake-Lieder nachempfunden. Der Titelsong (mit einem grandiosen Streichquartett-Arrangement à la "Eleanor Rigby") oder erst recht "Ruby rises" offenbaren außerdem eine ganz unpeinliche Nähe zu den akustischen Großtaten der Beatles. Und der raffinierte Satzgesang von "Blue Smile" lässt sich nur mit Crosby, Stills and Nash vergleichen.

"The opposite side..." ist nicht nur herrlich komponiert, gesungen und eingespielt (diese Strings!), sondern darüber hinaus hochklassig aufgenommen. Selten findet man Platten mit einer solchen Wärme und Transparenz. Man glaubt förmlich, Oren Lavie sitze einem in den eigenen vier Wänden am Klavier oder an der Akustischen gegenüber, so brillant perlt der Klang dieser Songs aus den Boxen. Aber nicht nur als Hifi-Produkt hat diese CD Höchstnoten verdient. Lavie ist mehr als nur eine angenehme Überraschung gelungen - sein erstes Album dürfte auch in einigen Monaten, im Rückblick auf 2007 noch eines der schönsten Singer/Songwriter-Werke des Jahres sein.


Neon Bible (Ltd.Deluxe Edt.)
Neon Bible (Ltd.Deluxe Edt.)
Preis: EUR 23,99

10 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das Rock-Monument aus Montreal - der Maßstab für 2007, 21. März 2007
Rezension bezieht sich auf: Neon Bible (Ltd.Deluxe Edt.) (Audio CD)
Es ist schon viel gesagt und geschrieben worden über den lang erwarteten Zweitling der kanadischen Intelligenz-Folkrocker Arcade Fire. Die Feuilletons sind voll des Lobes, im Internet schwärmen hingerissene bis tränenüberströmte Fans, die meisten Rundfunksender machen die CD zum Album der Woche, des Monats, des Jahres.

Und, kaum zu glauben, aber wahr: Alle Hymnen sind völlig berechtigt. "Neon Bible" hängt die Messlatte für die beste Platte des Jahres 2007 schon Anfang März sehr sehr hoch. Ein Meisterwerk - wesentlich ausgereifter, melodiöser und zugänglicher als das vielleicht doch etwas überschätzte Debüt "Funeral".

Eine "Track-by-track"-Rezension:

"Black Mirror" entwickelt sich aus einer Art Sturmrauschen und beginnt verhalten-düster (der dumpf-dräuende Sound entspricht der Stimmung des Songs), ehe sich aus einem dichten Geflecht von Gitarren, Bass, Schlagzeug und Klavier die Stimmen der AF-Masterminds Win Butler und Regine Chassagne herausschälen. Nach zweieinhalb Minuten dann die so typischen Streicher zum bitteren Schlüsselsatz "Mirror mirror on the wall, show me where the bombs will fall". Spätestens hier ist klar: Für oberflächliche Spaßvögel ist "Neon Bible" nicht die richtige Platte.

"Keep the car running" macht zum ersten Mal klar, warum viele Kritiker das Album mit den frühen Meisterwerken von Bruce Springsteen vergleichen. Der treibende Rhythmus und Win Butlers Vocals sind nahe beim "Boss", und um Autos geht's im Text ja auch. Ein fantastischer Song.

Das Titelstück ist das unscheinbarste der elf Lieder. Zu sanften Streichern und etwas Schlagzeug ein mantra-artiger Gesang. Schön - und schnell vorbei.

Die Spannung entlädt sich mit "Imagination" - nicht nur wegen seiner gewaltigen, den Song dominierenden Kirchenorgel für viele der Höhepunkt des Albums. Hier singt Win Butler selbstbewusst wie der junge Springsteen von "Born To Run", während Bass und Drums auf den Refrain mit himmlischen Frauenchören zutreiben.

"Black wave/Bad vibrations" ist schon vom Titel her ein besonders dunkles Arcade-Fire-Stück, und man wird diesen Eindruck trotz des hellen Leadgesangs von Regine Chassagne nie los. Im zweiten Teil des Songs übernimmt wieder Win Butler zu wummernden Bass-Riffs die Führung - die Weltsicht der Kanadier kann nicht die optimistischste gewesen sein, als sie "Neon Bible" in einer alten Kirche bei Montreal einspielten.

Etwas versöhnlicher danach die Klavier-Ballade "Ocean of noise", wo Butler seinem Vorbild David Byrne recht nahe kommt. Gegen Ende des Songs sorgen die majestätischen Bläser von Calexico fast für so etwas wie Mariachi-Flair. Traumhaft.

"The well and the lighthouse" ist wieder so ein treibender, an der Grenze zur Hysterie balancierender AF-Song mit all der Grandezza, für die diese Band so geliebt und bewundert wird. Nach gut zwei Minuten geht's plötzlich in eine neue, hochmelodramatische Richtung, auf die man erst mal kommen muss.

Danach wird's endgültig Bruce-lastig, aber wie unpeinlich und würdevoll Arcade Fire das hinbekommen! Das wortreiche "Antichrist television blues" ist die schönste Hommage an Springsteen ever. Die Band packt alles rein, was an Energie und Schönklang in ihr steckt. Nach abrupt abbrechenden fünf Song-Minuten denkt man: Was kann jetzt noch kommen?

Und dann kommt doch noch ein Trio von Liedern mit so vielen Ideen und unerhörten Klang-Details, dass andere, schwächere Bands daraus wohl mindestens drei Alben gemacht hätten. Das wuchtige "Windowsill", wieder mit einem prächtigen Streicher- und Bläserarrangement, kraftvollem Chorgesang und Win Butlers definitiver MTV-Verdammnis; danach das unglaubliche "No cars go" mit U2-Gitarren, einem unerbittlich vorwärtsstampfenden Bass, Akkordeon, Orchester, Soldatenchor, "Hey!"-und "Go!"-Ausrufen - ein Festschmaus für die Ohren. Zum Schluss noch mal die Kirchenorgel als Hauptdarstellerin von "My body is a cage", das ganz schlicht beginnt und sich zu einer Kathedrale von Song aufschichtet.

Nach gut einer dreiviertel Stunde "Neon Bible" ist man ein anderer Mensch, wurde über diese Platte geschrieben, die sich in ihrer überwältigenden Wucht nur mit dem letztjährigen Opus magnum der Guillemots ("Through the Windowpane") vergleichen lässt. Wie auch immer man das sieht - jedenfalls werden wir uns an diesem Maßstäbe setzenden, hoch anspruchsvollen Album noch lange abarbeiten können.

P.S. Die Limited Edition bietet kein Mehr an Musik, ist aber mit Hologramm-Box und zwei Daumenkinos liebevoll verpackt - einfach schööön. Also reine Geschmackssache, ob man dafür mehr Geld locker machen will.


Neon Bible
Neon Bible
Preis: EUR 8,97

16 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das Rock-Monument aus Montreal - der Maßstab für 2007, 20. März 2007
Rezension bezieht sich auf: Neon Bible (Audio CD)
Es ist schon viel gesagt und geschrieben worden über den lang erwarteten Zweitling der kanadischen Intelligenz-Folkrocker Arcade Fire. Die Feuilletons sind voll des Lobes, im Internet schwärmen hingerissene bis tränenüberströmte Fans, die meisten Rundfunksender machen die CD zum Album der Woche, des Monats, des Jahres.

Und, kaum zu glauben, aber wahr: Alle Hymnen sind völlig berechtigt. "Neon Bible" hängt die Messlatte für die beste Platte des Jahres 2007 schon Anfang März sehr sehr hoch. Ein Meisterwerk - wesentlich ausgereifter, melodiöser und zugänglicher als das vielleicht doch etwas überschätzte Debüt "Funeral".

Eine "Track-by-track"-Rezension:

"Black Mirror" entwickelt sich aus einer Art Sturmrauschen und beginnt verhalten-düster (der dumpf-dräuende Sound entspricht der Stimmung des Songs), ehe sich aus einem dichten Geflecht von Gitarren, Bass, Schlagzeug und Klavier die Stimmen der AF-Masterminds Win Butler und Regine Chassagne herausschälen. Nach zweieinhalb Minuten dann die so typischen Streicher zum bitteren Schlüsselsatz "Mirror mirror on the wall, show me where the bombs will fall". Spätestens hier ist klar: Für oberflächliche Spaßvögel ist "Neon Bible" nicht die richtige Platte.

"Keep the car running" macht zum ersten Mal klar, warum viele Kritiker das Album mit den frühen Meisterwerken von Bruce Springsteen vergleichen. Der treibende Rhythmus und Win Butlers Vocals sind nahe beim "Boss", und um Autos geht's im Text ja auch. Ein fantastischer Song.

Das Titelstück ist das unscheinbarste der elf Lieder. Zu sanften Streichern und etwas Schlagzeug ein mantra-artiger Gesang. Schön - und schnell vorbei.

Die Spannung entlädt sich mit "Imagination" - nicht nur wegen seiner gewaltigen, den Song dominierenden Kirchenorgel für viele der Höhepunkt des Albums. Hier singt Win Butler selbstbewusst wie der junge Springsteen von "Born To Run", während Bass und Drums auf den Refrain mit himmlischen Frauenchören zutreiben.

"Black wave/Bad vibrations" ist schon vom Titel her ein besonders dunkles Arcade-Fire-Stück, und man wird diesen Eindruck trotz des hellen Leadgesangs von Regine Chassagne nie los. Im zweiten Teil des Songs übernimmt wieder Win Butler zu wummernden Bass-Riffs die Führung - die Weltsicht der Kanadier kann nicht die optimistischste gewesen sein, als sie "Neon Bible" in einer alten Kirche bei Montreal einspielten.

Etwas versöhnlicher danach die Klavier-Ballade "Ocean of noise", wo Butler seinem Vorbild David Byrne recht nahe kommt. Gegen Ende des Songs sorgen die majestätischen Bläser von Calexico fast für so etwas wie Mariachi-Flair. Traumhaft.

"The well and the lighthouse" ist wieder so ein treibender, an der Grenze zur Hysterie balancierender AF-Song mit all der Grandezza, für die diese Band so geliebt und bewundert wird. Nach gut zwei Minuten geht's plötzlich in eine neue, hochmelodramatische Richtung, auf die man erst mal kommen muss.

Danach wird's endgültig Bruce-lastig, aber wie unpeinlich und würdevoll Arcade Fire das hinbekommen! Das wortreiche "Antichrist television blues" ist die schönste Hommage an Springsteen ever. Die Band packt alles rein, was an Energie und Schönklang in ihr steckt. Nach abrupt abbrechenden fünf Song-Minuten denkt man: Was kann jetzt noch kommen?

Und dann kommt doch noch ein Trio von Liedern mit so vielen Ideen und unerhörten Klang-Details, dass andere, schwächere Bands daraus wohl mindestens drei Alben gemacht hätten. Das wuchtige "Windowsill", wieder mit einem prächtigen Streicher- und Bläserarrangement, kraftvollem Chorgesang und Win Butlers definitiver MTV-Verdammnis; danach das unglaubliche "No cars go" mit U2-Gitarren, einem unerbittlich vorwärtsstampfenden Bass, Akkordeon, Orchester, Soldatenchor, "Hey!"-und "Go!"-Ausrufen - ein Festschmaus für die Ohren. Zum Schluss noch mal die Kirchenorgel als Hauptdarstellerin von "My body is a cage", das ganz schlicht beginnt und sich zu einer Kathedrale von Song aufschichtet.

Nach gut einer dreiviertel Stunde "Neon Bible" ist man ein anderer Mensch, wurde über diese Platte geschrieben, die sich in ihrer überwältigenden Wucht nur mit dem letztjährigen Opus magnum der Guillemots ("Through the Windowpane") vergleichen lässt. Wie auch immer man das sieht - jedenfalls werden wir uns an diesem Maßstäbe setzenden, hoch anspruchsvollen Album noch lange abarbeiten können.


Seite: 1 | 2 | 3