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Rezensionen verfasst von
Sebastian Langer (Media-Mania)

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Die Borgia: Geschichte einer unheimlichen Familie
Die Borgia: Geschichte einer unheimlichen Familie
von Volker Reinhardt
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,95

5.0 von 5 Sternen Absolut empfehlenswert, 6. März 2014
Angenehm neutral zeichnet Volker Reinhardt die Geschichte der Borgias in Italien nach. Zwar berichtet er von den Verleumdungen und Anschuldigungen denen die spanische Familie ausgesetzt war, doch erwähnt er auch die üblichen Übertreibungen sowie den Unmut, den ein Nicht-Italiener auf dem Stuhl Petri damals hervorrief.

Das komplexe Netz aus Verwandtschaften, flüchtigen Allianzen und tiefgehenden Feindschaften im Italien der Renaissance wird vom Autor gut erklärt und wenn möglich vereinfacht wiedergegeben. So gelingt es, die Motivation der Borgias nachzuvollziehen und ihre Taten besser im historischen Kontext einzuordnen.

Obwohl nicht explizit erwähnt, wird dem Leser klar, was zu dem fatalen Bild der Borgias in der Neuzeit beigetragen hat: Dass Geschichte von Siegern geschrieben wird. Und die Borgias haben ihren Kampf in Italien eindeutig verloren. Wie auch die italienischen Familien ihrer Zeit wollten die Borgias Einfluss im Vatikan, entweder als Päpste oder durch zahlreiche Familienmitglieder im Kardinalskollegium, ebenso wollten sie einen erblichen Titel, der sie unabhängig vom Papsttum mindestens auf den gleichen Rang wie die italienischen Familien stellen sollte.

Volker Reinhardt hebt zum Schluss die Sonderrolle Lucrezia Borgias in dieser von Männern dominierten Welt hervor. So bricht er gegen Ende des Buches mit dem Vorurteil, dass die gesamte Borgia-Familie brutal und machthungrig war. Indem er das positive Beispiel von Lucrezia als späte Herzogin von Ferrara erwähnt, ermöglicht er eine neutralere Bewertung ihrer männlichen Verwandten. Ein durchweg lesenswertes Buch.


Marcus Tullius Cicero
Marcus Tullius Cicero
von Marion Giebel
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Gut strukturierte, übersichtliche Kurzbiographie, 4. Februar 2014
Rezension bezieht sich auf: Marcus Tullius Cicero (Taschenbuch)
Die knapp 150 Seiten umfassende Lebensbeschreibung Ciceros ist erstaunlich umfassend und detailreich geschrieben. Dafür wurden den gesellschaftlichen Umständen, der Geschichte des römischen Verwaltungssystems und den Vernetzungen innerhalb der römischen Politik nur wenig Platz eingeräumt.

So entsteht eine gut lesbare Lebensbeschreibung, die zwar hilft, die wichtigsten Etappen in Ciceros Leben nachvollziehen zu können, die jedoch die meisten Hintergründe unbeleuchtet lassen muss. So wird nur dargelegt, was Cicero getan und erlebt hat, aber nicht, was ihn uns seine Umwelt dazu bewegt hat.

Auch wird die von Zeitgenossen durchaus kritisch gesehene Persönlichkeit Ciceros ausschließlich positiv dargestellt und moderne Kritikpunkte, wie das maßlose Übertreiben der Gefahr, die von Catilina ausging, ebenso verschwiegen wie Ciceros ewig unentschiedenes Verhalten seinen politischen Mit- und Gegenspielern gegenüber.

Durchaus abwechslungsreich sind die zahlreichen und vielfältigen Abbildungen. Hier werden nicht nur zeitgenössische Arbeiten abgebildet, sondern auch Cicero-Porträts aus späteren Epochen sowie eine Holzbüste aus dem im 15. Jahrhundert erbauten Chorgestühl des Ulmer Münsters. Diese ist historisch zwar absolut ungenau, verdeutlicht aber den Einfluss des römischen Konsuls und Schriftstellers auf die abendländische Kultur.

Der rororo-Verlag hat seiner Monographie-Reihe eine weitere kurzweilige Biographie hinzugefügt, die insbesondere für Schüler und Einsteiger sehr gut geeignet ist.


Der Zirkus: Ein Jahr im Innersten der Politik
Der Zirkus: Ein Jahr im Innersten der Politik
von Nils Minkmar
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,99

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Schonungslose, teilweise kleinliche Analyse des Bundestagswahlkampfes, 14. Januar 2014
Nils Minkmar hat ein schonungsloses Buch geschrieben - auch wenn die kleinliche Art, mit der er zuweilen kritisiert (ein Toaster, den die SPD als spaßigen Fanartikel betreibt, toastet "SPD" in die morgendliche Scheibe Brot; Minkmar kritisiert hier, dass "He's toasted" im Englischen ein Ausdruck für eine erledigte Person ist) etwas pedantisch anmutet. Wer die vielen Petitessen, die die Journalisten im Rahmen des Bundestagswahlkampfes 2013 aufgebauscht haben, als störend und unsinnig empfand, wird diese Passagen des Buches zuweilen als störend empfinden.

Auf der anderen Seite sind die Analysen des Wahlprogramms und der Fehler, die im Rahmen der Kampagne gemacht wurden, durchaus treffend und helfen dabei, den Ausgang der Bundestagswahl zu verstehen. Durchaus interessant sind die Anekdoten aus dem Wahlkampf, von denen der FAZ-Redakteur Minkmar zu berichten weiß.

Leider ist es dem Buch anzumerken, dass der Autor den Kandidaten nicht in Vollzeit, sondern immer nur zu bestimmten Terminen oder für eine kurze Zeitspanne begleitet hat. Es wäre sicherlich interessant gewesen, einmal eine kurze Zusammenfassung einer kompletten Woche im Leben des Spitzenpolitikers Peer Steinbrück vorgelegt zu bekommen, und auch Minkmar selbst erwähnt am Ende des Buches, dass seine Eindrücke angenehmer als die der am Wahlkampf beteiligten Personen sind, weil er sich immer Auszeiten nehmen konnte.


Kurzlehrbuch Pathologie
Kurzlehrbuch Pathologie
von Matthias Krams
  Broschiert
Preis: EUR 44,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wenn schon Patho lernen müssen, dann mit diesem Buch!, 4. November 2013
Rezension bezieht sich auf: Kurzlehrbuch Pathologie (Broschiert)
Der Fließtext ist gut geschrieben und auch ohne spezifische Vorkenntnisse der jeweiligen Fachdisziplinen gut verständlich. Die zahlreichen "Merke"-Boxen helfen dabei, die bedeutsamen Informationen schnell und auf den ersten Blick zu finden und die wichtigen von den weniger wichtigen Informationen zu unterscheiden.

Die Tabellen sind teilweise sehr unübersichtlich und vollgestopft. Beispielsweise lädt die Auflistung der dreizehn angeborenen Fehlbildungen der Leber dazu ein, sie einfach zu ignorieren. Andere Tabellen gliedern das zu erlernende Wissen sehr gut und helfen, die Kategorisierung der Pathologien zu verinnerlichen. Die Key Points zu den Zwischenüberschriften und die Praxistipps sorgen für Auflockerungen zwischen den sehr detaillierten Textblöcken.

Das "Kurzlehrbuch Pathologie" reiht sich nicht nur äußerlich in die Reihe der sehr guten Thieme-Kurzlehrbücher ein (als Beispiel sei hier der großartige Huppelsberg der Physiologie genannt), auch vom Niveau, didaktischen Anspruch, Übersichtlichkeit und Vollständigkeit kann es in einem Atemzug mit dem Huppelsberg genannt werden.

PS: Und mit 39,99€ für 561 Seiten handelt es sich mal um ein medizinisches Fachbuch mit einem akzeptablen Preis-Leistungs-Verhältnis!


EKG-Kurs für Isabel
EKG-Kurs für Isabel
von Hans-Joachim Trappe
  Broschiert
Preis: EUR 34,99

4.0 von 5 Sternen Gut zum Lernen, eher ungeeignet im Klinikalltag, 4. November 2013
Rezension bezieht sich auf: EKG-Kurs für Isabel (Broschiert)
Den Hauptteil jeder einzelnen Lektion bildet ein prägnanter Text, der angenehm verständlich geschrieben und von zahlreichen guten Abbildungen begleitet ist. Abschließend werden die wichtigsten Fakten in einer "Merke"-Box zusammengefasst und auf gegebenenfalls vorhandene EKG-Beispiele im Übungsteil des Buches verwiesen.

Dieser Teil eignet sich sehr wohl zum Nachschlagen von Informationen, die aufgrund des Stichwortverzeichnisses und der prägnanten Kapitelüberschriften leicht gefunden werden können. Allerdings machen sowohl das Format als auch der ausführliche Übungsteil das Buch eher ungeeignet für die Kitteltasche.

Wer sich also strukturiert Wissen über die Befundung von Elektrokardiogrammen aneignen möchte, für den ist dieses Buch nur zu empfehlen. Wer auf Station schnell nachschlagen möchte, dem sei das EKG-Pocket oder ein umfangreiches EKG-Lineal empfohlen. Das dem Buch beigegebene EKG-Lineal ist sehr informationsarm und für den Klinikalltag eher ungeeignet.


Purple Heart - Wer ist der wahre Feind?
Purple Heart - Wer ist der wahre Feind?
DVD ~ William Sadler
Wird angeboten von PlanetCaro
Preis: EUR 3,00

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Langatmig und langweilig, 29. Oktober 2013
Rezension bezieht sich auf: Purple Heart - Wer ist der wahre Feind? (DVD)
Auch wenn die Aufmachung von "Purple Heart" wie ein Kriegsfilm anmutet, handelt es sich doch eher um ein Drama mit einigen stark retrospektiv eingebundenen Kriegsszenen. Dabei bedient der Film die üblichen Klischees der amerikanischen Militärausbildung. Die Soldaten werden geschunden und gequält, und lediglich nach besonders guten Leistungen sind die sie drillenden Vorgesetzten zu etwas Lob in der Lage. Aber natürlich ist die wahre Männerfreundschaft, die in solchen Situationen entsteht, im Einsatz ungemein hilfreich.
Auch sonst hat der Film wenig innovative Handlungen zu bieten. Undurchsichtige Verquickungen des Militärs führen zu menschenverachtenden Anweisungen und einzelne Akteure werden gelegentlich von Gewissensbissen geplagt. Das ist alles schon einmal da gewesen und in den meisten Fällen kurzweiliger und fesselnder erzählt worden als hier. Aber auch ungeachtet der wenigen eigenen Ideen zeichnet sich der Film durch seine Längen aus. Die Handlung entwickelt sich nur schleppend und die Dialoge sind phasenweise sehr müßig anzuhören.
Lediglich das Ende des Filmes ist positiv erwähnenswert. In den letzten Minuten nimmt die Handlung kurz fahrt auf, und mit einem unerwarteten Finale ist der Film endlich vorbei.


Happiness Runs - Die verlorene Generation
Happiness Runs - Die verlorene Generation
DVD ~ Mark L. Young
Wird angeboten von cook29
Preis: EUR 7,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Tiefgründiger Film, nicht gerade massentauglich, 5. Oktober 2013
"Happiness Runs" ist ein tiefgründiger Film, der das Leben in einer Hippie-Kommune aus der Sicht von Jugendlichen schildert, die nie gefragt wurden, ob sie in einer Parallelgesellschaft mit freier Liebe und frei zugänglichen Drogen aller Art aufwachsen wollen. Während ihre Eltern sich dieses Leben freiwillig ausgesucht haben, haben sie bereits in jungen Jahren Kontakt zu psychoaktiven Substanzen und müssen zudem ständig um die Gunst ihrer Eltern werben, die ihrerseits zuerst an die eigene Bedürfnisbefriedigung denken und die Erziehung der Kinder eher sporadisch übernehmen.

Dass dazu dann noch ein Guru kommt, der die wohlhabende Mutter des Protagonisten mit Drogen und vorgespielten Gefühlen gefügig macht, lässt den Wunsch ihres Sohnes Victor, aus dieser Welt zu entkommen, nur wachsen.

Im Film entspannt sich zwischen den wenigen Akteuren ein intensives Beziehungsgeflecht mit vielfältigem Konfliktpotenzial. Teilweise ergeben sich diese Beziehungen nur aus Anspielungen oder erschließen sich erst beim zweiten Anschauen des Films. Hier wäre ein etwas klareres Drehbuch wünschenswert gewesen.

Der Film ist sicherlich keine leichte Kost, schafft es aber durch gutes Schauspiel und eine ungewöhnliche Erzählung zu überzeugen.


Like Dandelion Dust
Like Dandelion Dust
DVD ~ Mira Sorvino
Wird angeboten von Movie-Star
Preis: EUR 5,99

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Etwas langatmig, 15. September 2013
Rezension bezieht sich auf: Like Dandelion Dust (DVD)
Der Film hat seine Längen. Zwar ist die Idee der heimlichen Adoptionsfreigabe des gemeinsamen Sohnes interessant und hätte gerne in der zwischenmenschlichen Beziehung der Eltern mehr thematisiert werden können, doch verläuft der ganze Film sehr zielstrebig auf das absehbare Ende hinaus.

Gerade die fehlende Emanzipation der Mutter, die sich sowohl von ihrem Mann schlagen lässt und auch während seiner Haftstrafe zu ihm steht, als auch genau weiß, dass es dem gemeinsamen Sohn in seiner Ziehfamilie besser geht als bei den leiblichen Eltern, und trotzdem ihren Mann gewähren lässt, wird nicht diskutiert, sondern als gegeben hingenommen. Hier hätte das Drehbuch eine Person vertragen können, die das Verhalten der leiblichen Eltern kritisch reflektiert anstatt der Sozialarbeiterin, die rein formaljuristisch agiert und den leiblichen Eltern ihr Kind alleine deswegen zurückgeben will, weil es gesetzlich so vorgeschrieben ist.

So plätschert der Film mit erwartbaren Überraschungen und Kopfschütteln über so viel Kurzsichtigkeit der leiblichen Mutter dahin.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jun 5, 2014 8:56 PM MEST


El Medico - Die Cubaton Geschichte
El Medico - Die Cubaton Geschichte
DVD ~ Raynier Casamayor Griñán
Preis: EUR 12,23

3.0 von 5 Sternen Interessanter Dokumentarfilm mit schlechter Synchro, 18. August 2013
Rezension bezieht sich auf: El Medico - Die Cubaton Geschichte (DVD)
Der Dokumentarfilm ist sehr authentisch und zeigt vor allem, wie kubanische Familien intern funktionieren. Die überaus starke Mutter, die sich als Lehrerin der Revolution verpflichtet fühlt, erwartet, dass ihr volljähriger, als Arzt arbeitender Sohn noch immer auf sie hört. Die Szenen, in denen sie ihn mit Liebesentzug bestraft und ihm demonstrativ den Rücken zukehrt, sind die eindrucksvollsten des ganzen Filmes.
Der Charakter des Managers Michels fungiert als Antipol zum moralisch integren Hauptdarsteller. Frauenverachtend, beleidigend und selbstverliebt zieht er die Antipathien auf sich. Interessant sind die Einblicke, die er en passant in das Musikbusiness des Jahres 2008 gibt. Warner interessiere sich nicht für authentische Cubatonmusik, sondern lediglich für Absätze, vorzugsweise in Form von Klingeltönen.

Ärgerlich ist die deutsche Synchronisation des Hauptdarstellers. Die Synchronstimme ist kratzend und unangenehm und passt damit nicht zu der melodisch-angenehmen Originalstimme des Musikers.
Dennoch ein interessanter Film, der zeigt, wie eine Karriere als Musiker die Statik eines Lebens ins Wanken bringen kann.


Das Titanic Inferno
Das Titanic Inferno
DVD ~ Olaf Fønss
Wird angeboten von schnuppie83
Preis: EUR 6,45

4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Ein langatmiger Film unter einem falschen Namen, 14. August 2013
Rezension bezieht sich auf: Das Titanic Inferno (DVD)
Die Namenswahl des Films ist ein reiner Marketingtrick und nicht nachvollziehbar. Nicht nur, dass das Schiff, welches die beiden Protagonisten nach New York bringen soll, Roland heißt, auch schrieb Gerhart Hauptmann seinen Roman "Atlantis", der der Verfilmung zugrunde liegt, bevor die Titanic unterging.
Während der Film 1913 in Norwegen sogar verboten wurde, um die Opfer des realen Schiffsunglücks nicht zu verhöhnen, ist Intergroove Media sich hundert Jahre später nicht zu schade, hier Etikettenschwindel für mehr Absatz zu betreiben. Selbst das Cover, das eher der Titanic als dem im Film vorkommenden Schiff ähnelt, dient lediglich der Umsatzsteigerung.

Der Film selbst wirkt in heutiger Zeit anachronistisch. Die Handlung ist sehr inkonsistent und zusammenhangslos. Die einzelnen Handlungsstränge sind lose aneinandergereiht und die zahlreichen Ortswechsel von Dänemark über Berlin und Paris nach New York machen es notwendig, dass ständig neue Personen auftreten. Das ließe sich in einem Tonfilm vielleicht verkraften, in einem Stummfilm, in dem die Charaktere immer nur grob durch die eingeblendeten Texte vorgestellt werden können, ist dies jedoch störend.
Es wäre übrigens angebracht gewesen, auf dem Cover darauf hinzuweisen, dass der unter neuem Namen verlegte Film ein Stummfilm ist. Vermutlich hat Intergroove darauf verzichtet, um ahnungslose Käufer nicht abzuschrecken.

Die unharmonische Klaviermusik, die den Film dominiert, ist eher störend als unterhaltend. Positiv fallen lediglich die Aufnahmen Berlins und New Yorks auf, die für das damalige Publikum sicherlich außergewöhnlich waren.
Der Film ermöglicht interessante Einblicke in das damalige Publikum. Nicht nur, dass russische Juden auf dem Schiff als schmutzige, abstoßende Gesellschaft gezeigt werden, auch wurde für den russischen Markt ein alternatives, tragischeres Ende gedreht, da die Produktionsfirma dies als kompatibler für den russischen Markt ansah.

Kurt Tucholsky kritisierte den Film im Dezember 1913 unter anderem für seine mittelmäßigen Schauspieler. Was er damals noch nicht wusste, ist, dass die für eine weltbekannte Tänzerin etwas zu korpulente und ungelenke Ida Orloff die Rolle nur deswegen bekam, weil sie als damalige Affäre Hauptmanns diesen zu seinem Roman inspirierte. Diese Information lässt im Rückblick zumindest die ermüdende Tanzszene zu Beginn des Films weniger verstörend wirken.

"Atlantis" ist kein Film, der empfohlen werden kann. Auch nicht, wenn er jetzt "Das Titanic Inferno" genannt wird.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Mar 5, 2014 3:35 PM CET


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