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Rezensionen verfasst von
Maren (Basel)

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Die Evolution des Menschen (Beck'sche Reihe)
Die Evolution des Menschen (Beck'sche Reihe)
von Thomas Junker
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,95

26 von 101 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Wiederaufgewärmter Darwin, überspannte Interpretationen, neue Erkenntnisse weggelassen, 6. September 2009
Am stärksten ist das Buch da, wo es Darwin wiederaufwärmt. "Wissenschaft im Rückblich" ist das Fachgebiet der Autors, seines Zeichens apl. Professor für Geschichte der Naturwissenschaften. Doch viele Interpretationen sind eindeutig überspannt, vor allem wenn der Autor sich als Hobbypsychologe betätigt und versucht, die gesamte menschliche Psychologie evolutionär zu erklären.

Dem Buch fehlt eine differenzierende, durchaus auch kritische Rückschau auf Darwin, z. B. in der die Evolutionsbiologie bis heute dominierenden Tendenz, die Evolution als eine frühkapitalistische Veranstaltung zu konzipieren. Anstatt unkritisch Darwin immer wieder aufs neue nachzubeten, könnte man von einem Wissenschaftshistoriker etwas mehr Reflexion erwarten (z. B. mit Blick auf den erheblichen Einfluss, den der vormalige Theologe und spätere frühkapitalistische Nationalökonom Malthus auf Darwin hatte). Auch Darwins Selektionsprinzip wird nur brav nachgebetet. Unerwähnt bleibt, dass die meisten Arten ihren Untergang nicht dem Feinschliff der Selektion, sondern wiederholten globalen Öko-Mega-Katastrophen verdankten (Jack Sepkoski).

Zur Darwinreflexion eines Wissenschaftshistorikers würde meines Erachtens auch gehören, die fatalen Folgen der Darwin-Rezeption in Deutschland zu reflektieren, beginnend mit dem Rassismus Ernst Haeckels (Ehrenmitglied der Deutschen Gesellschaft für Rassenhygiene), weiter über Alfred Hoches "Lebensunwertes Leben" bis hin zum Wirken von Hans F. K. Günther, auch "Rasse-Günther" genannt. Sie alle bezogen sich ausdrücklich auf Darwin, der dafür natürlich nicht haftbar gemacht werden kann. Doch darf bzw. muss man diese nachhaltigen Folgen Darwins nicht reflektieren? Erlaubt das die Giordano-Bruno-Gesellschaft nicht? Ist das schlecht für die Karriere?

Schliesslich fehlt dem Buch ein Blick auf die moderne Evolutionsgenetik, die so manche Überraschung parat hält (siehe dazu Joachim Bauers feines Buch "Das kooperative Gen" und meine dortige Rezension). Dass die Entstehung neuer Arten das additive Produkt von Zufallsmutationen ist, war schon bisher reine Spekulation. Nach der Komplettanalyse des Erbgutes von Tausenden von Arten und der Entdeckung der Bedeutung der Transposons ist diese Sicht der Dinge aber so nicht mehr haltbar. Erst durch die moderne Evolutionsgenetik (und durch das von ihr aufgedeckte evolutionäre Prinzip der Genduplikation) wird auch der systematische Komplexitätszuwachs im Verlauf der Evolution erklärbar, den weder Darwin noch die Evolutionsbiologie bis heute zu erklären vermochten.

Mein Resüme: Ein Buch, das zwar keinen Schaden anrichtet, aber erhebliche Defizite aufweist.
Kommentar Kommentare (6) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Apr 12, 2013 9:11 AM MEST


Tatsache Evolution: Was Darwin nicht wissen konnte
Tatsache Evolution: Was Darwin nicht wissen konnte
von Ulrich Kutschera
  Taschenbuch

24 von 84 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Was zwischen den Knaben so gespielt wird..., 29. März 2009
Vor einigen Wochen las ich eine extrem aggressive Rezension im "Labor-Journal" (das ist eine Zeitschrift, die vor allem von uns LaborforscherInnen gelesen wird), die Herr Kutschera zu einem Evolutions-Buch von Joachim Bauer schrieb. Da ich Bauers Buch vor einigen Monaten selbst gelesen und bei Amazon rezensiert habe (Das kooperative Gen, siehe meine Rezension dort), liess mich Kutscheras Rezension aufhorchen und zu diesem Buch hier greifen. Ich wollte doch mal wissen, was hier zwischen den Knaben so gespielt wird...

Als erstes hat mich verwundert, dass beide Autoren (Bauer und Kutschera) in den Grundfragen der Evolution so gut wie das Gleiche sagen. Bauers Buch gibt allerdings zu zahlreichen neueren Aspekten Auskunft, die in Kutscheras Buch nicht vorkommen. Dass Kutschera die in Bauers Buch vorhandenen neuen Aspekte zum Anlass eines derartig heftigen Verrisses im Labor-Journal nahm, ist nicht nachvollziehbar und wohl nur psychologisch zu erklàren.

Im Gegensatz zu Kutscheras Buch befasst sich Bauers Buch mit neueren Erkenntnissen aus dem Bereich der Evolutionsgenetik, die zeigen, dass Organismen ein so genanntes Selbst-Organisations-Potential haben, d. h.: Organismen sind -allerdings nur unter bestimmten Voraussetzungen- in der Lage, ihr Erbgut fundamental umzubauen, also selbst zu variieren. Diese Selbst-Variation, so Bauer unter Verweis auf zahlreiche neuere Studien, ist 1. die wesentliche Voraussetzung fùr die Entstehung neuer Arten und unterliegt 2. nicht ausschliesslich dem Zufall, sondern folgt biologischen Regeln.

Bauers Folgerung, dass bestimmte Aspekte des darwinischen Dogmas aufgegeben oder mindestens modifiziert werden sollten, erscheint absolut logisch. Zugegeben: Bauer spitzt manches gerne zu, aber das tun andere Autoren auch (bei Dawkins sind diese Zuspitzungen weitaus extremer). Wie wir aber von Dawkins wissen, machen Zuspitzungen die Lektùre kurzweiliger. Also, warum sollen Zuspitzungen nicht auch bei Bauer erlaubt sein?

Mein Resumee: Kutscheras Buch ist brave Kost und gibt den Stand der Dinge wieder, wie wir ihn schon lange kennen. Kleine Message an die evolutionsbiologischen Sesselfurzer und Akten-Verwalter: Man kann nicht sein ganzes Leben lang nur davon leben, den (zugegeben absolut unsinnigen) Kreationismus zu bekàmpfen. Und man kann und sollte -nur aus Angst vor den kreationistischen Spinnern- nicht jede wissenschaftlich fundierte Darwinkritik kaputt treten.
Kommentar Kommentare (11) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Oct 27, 2009 11:20 AM CET


Das Gedächtnis des Körpers: Wie Beziehungen und Lebensstile unsere Gene steuern
Das Gedächtnis des Körpers: Wie Beziehungen und Lebensstile unsere Gene steuern
von Joachim Bauer
  Taschenbuch

4 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Standardwerk über den Zusammenhang von seelischer und körperlicher Gesundheit, 31. Dezember 2008
"Das Gedächtnis des Körpers" ist eine auf solide Daten und gesicherte Erkenntnisse gestützte, zudem exzellent geschriebene und daher flüssig lesbare Zusammenfassung des derzeit verfügbaren Wissens über die Zusammenhänge von zwischenmenschlichen Beziehungserfahrungen und biologischer Gesundheit. Das Buch macht eindrucksvoll deutlich, dass der menschliche Körper nicht nur wahrnimmt, was in zwischenmenschlichen Beziehungen geschieht, sondern dass Erfahrungen im Körper auch eine biologische Spur hinterlassen. Das Buch ist ein Standardwerk, das nicht nur Ärzten, Psychologen, Sozialarbeitern und Pflegekräften wichtige Informationen bietet, sondern auch Pädagogen, Eltern und "ganz normalen" Menschen".


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