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Rezensionen verfasst von
Malte Neumann (Hochfeld)
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Strugatzki Gesammelte Werke 1: Drei Romane in einem Band: Die bewohnte Insel; Ein Käfer im Ameisenhaufen; Die Wellen ersticken den Wind
Strugatzki Gesammelte Werke 1: Drei Romane in einem Band: Die bewohnte Insel; Ein Käfer im Ameisenhaufen; Die Wellen ersticken den Wind
von Arkadi Strugatzki
  Taschenbuch
Preis: EUR 13,99

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Massaraksch!, 3. Juni 2014
Nach etwa 350 Seiten habe ich mit der bewohnten Insel die Geduld verloren. Ich halte den Roman für einen echten Fehlschlag und mir ist die Lust auf weitere Kammerer-Geschichten vergangen. Die Story ist eine Mischung aus orientierungslosem Abenteuerroman (allein der sinnlose Flug mit dem Bomber - "hoppla ich habe ja ganz die Raketen vergessen") und einer weitschweifigen Parabel auf die Sowjetunion, die sich im Vergleich zu Orwells Dystopie eher mickrig und kompliziert ausnimmt. Hier und da (und wie so oft vor allem zu Beginn) war literarisches Vermögen erkennbar, die ersten 80 Seiten waren durchaus interessant, die Verwirrung von Maxim über die Zustände und Gebräuche auf dem fremden Planeten waren gut beschrieben. Aber von dem Moment an, wo Kammerer sich in dieser Welt zu verständigen weiß, wird ziemlich skrupellos eine planlose, unglaubwürdige Geschichte abgespult. Nicht nur, dass Kammerer die Fähigkeiten eines Über-Menschen (sowjetischen Typs?) besitzt - mehreren Kugeln kann er trotzen und Radioaktivität, von der es in der Geschichte nur so wimmelt, kann er ganz gut ab, -, nein, er legt eine Karriere hin, die ihresgleichen sucht und bei der es auch einiges überflüssiges Hin und Her gibt. Die unzähligen Nebenfiguren sind fast alle ganz schwach gezeichnet, die Zufälle sind unglaubwürdig, diese fremde Welt ist völlig durchgeknallt, aber nicht auf beängstigende Weise, sondern mithilfe allzu drastischer Effekte. Bei der verkrampften Darstellung all der Machtkämpfe und Kriege weigerte ich mich einfach nur noch mitzuhalten. Und natürlich Dialoge, Dialoge, Dialoge... Bla, bla, bla, wenn man nichts zu erzählen hat, dann wird gelabert, was das Zeug hält, ein typisches Symptom schwacher Romane. Bei der Beschreibung der ach so schrecklich ausschauenden Mutanten verweigern die Strugatzkis ihre literarische Leistung (sie sehen einfach schrecklich aus), die eigensinnige Benennung der Regierungsgrößen nervt (der Wanderer, der Papa, der Schlaukopf etc.), aus Kammerer wird man nie so richtig schlau, vieles ist einfach so unseriös wie ein amerikanischer Actionfilm. Der Roman verfolgt nicht wirklich das Ziel eine gute Geschichte zu erzählen, er ist eine mit Andeutungen vollgestopfte Parabel mit ganz vielen Effekten. Nein, tut mir leid, mit Weltliteratur, wie es im Klappentext heisst, hat das nichts zu tun.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jun 24, 2014 11:13 PM MEST


Stresstest Deutschland: Wie gut sind wir wirklich?
Stresstest Deutschland: Wie gut sind wir wirklich?
von Jens Berger
  Broschiert

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Solidarität mit Jens Berger!, 1. Mai 2012
Nun hat also auch der bekannte und anerkannte Blogger Jens Berger ein Sachbuch veröffentlicht. Es ist natürlich nicht so, dass Deutschland auf diesen Stresstest gewartet hat, denn aufklärerische Schriften in Sachen politische Ökonomie gibt es schon seit einiger Zeit genug und bei Büchern ist die Frage immer gegeben, ob die Käufer nicht zu den schon längst Bekehrten gehören, die sich gerne noch eine weitere Predigt gönnen. Im Netz tut man sich ja durchaus mal eine konträre Meinung an; ein Buch nimmt man sich doch meistens nur dann dauerhaft zur Brust, wenn etwas drinsteht, was man hören/lesen will. (Die bislang fast ausnehmend positiven Rezensionen bei Amazon bestätigen meine Vermutung).
Auch ich gehöre zu diesen Leuten, denn nicht zuletzt dank Jens Berger war ich schon längst ausreichend gut informiert über den Misstand der deutschen Volkswirtschaft und die unheilvollen Zustände der politischen Landschaft. Dennoch kaufte ich dieses Buch als eine Art Anerkennung für die Leistungen des Spiegelfechters und der Nachdenkseiten.
Doch beim Lesen schien mir, dass sich der Autor im Bewusstsein auf Papier zu publizieren zurückgenommen hat. Mir schien die rhetorische Schärfe als auch die analytische Tiefe im Vergleich zu seinen Postings nicht immer so ausgeprägt. Hatte Berger einen Leser der Neuen Mitte im Sinn, der das allgemeine Unbehagen am Kapitalismus und dem Niedriglohnsektor usw. irgendwie teilt, der aber noch argumentativ vollgültig überzeugt werden will und mit knackigen Zuspitzungen und allzu komplizierten Erörterungen nicht verschreckt werden soll? Das Buch liest sich für mich wie eine manchesmal etwas bemühte Zusammenfassung von dem, was Wagenknecht, Müller, Herrmann, Flasbeck usw. auch schon festgestellt haben und steht meiner Meinung nach ein wenig hinter dem zurück, was Berger im Netz tagesaktuell absondert (hierfür immer wieder große Anerkennung). Ich bin mir sicher, dass sein Buch für den unerfahrenen und doch aufgeschlossenen Leser wichtig sein kann, würde aber dennoch einen klitzekleinen Qualitätsunterschied zu seiner Arbeit im Netz machen wollen.
Ich werde diesen Stresstest mal weiter verleihen, obwohl ich mir fast sicher bin, dass das Reservoir an Bürger, die das alles so genau wissen wollen, momentan ausgeschöpft ist...


Tokio im Jahr Null: Roman
Tokio im Jahr Null: Roman
von David Peace
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 22,00

3.0 von 5 Sternen Gari-gari von Anfang bis Ende, 20. Januar 2012
Rezension bezieht sich auf: Tokio im Jahr Null: Roman (Gebundene Ausgabe)
Ich konnte mich nicht dazu durchringen dem Buch vier Sterne zu geben. Obwohl vieles an dem Roman stimmte, war doch der Schreibstil von Peace einfach zu anstrengend und letztlich nicht zielführend. Er hat sich als Erzählmethode für den stream of consciousness entschieden und meiner Meinung nach verfehlt er damit die beabsichtigte Wirkung. Dabei ist das Setting absolut vielversprechend: ein Serienmörder in den Ruinen der von amerikanischen Flächenbombardements verheerten Millionenstadt Tokio. Man denkt an "Barfuss durch Hiroshima" und "Battles without Honor and Humanity". (Ein bisschen 'Angel Heart' ist auch noch dabei) -Aber es geht um das Innenleben des Inspektors Minami, die Schilderung seiner Gedanken, Subgedanken und Quergedanken, bei der eine doppelbödige Geschichte angedeutet wird. Peace wählte bewusste Widerholungen, weil man nunmal immer wieder auf dieselben Gedankenschleifen zurückgreift, nicht zuletzt in permanenter Ausnahmesituation: Aber kann man das wirklich gut finden: schwarze Galle, braune Galle, ich verfluche ihn, gari-gari, weiße Schuhe mit roten Sohlen, wo ist Fujita, niemand ist der, der er vorgibt zu sein, rauf und runter, immer wieder über 400 Seiten lang? Im Nebel dieser Gedanken scheint nur sehr undeutlich eine Handlung auf, in welcher der Protagonist von A nach B und C und wieder nach A läuft und in irgendwelche Krisensituationen platzt. Man muss sich schon sehr anstrengen, um die Geschichte richtig einsehen zu können, selbst um die Täuschung nicht zu übersehen, die Peace eingebaut hat; alles ist verstellt von diesen Widerholungen und Einschüben und bedauerlicherweise überlagern diese die guten, atmosphärisch dichten Szenen bei weitem. Es wäre besser gewesen Peace hätte eine konventionelle Erzählweise gewählt, denn talentfrei ist der Mann bestimmt nicht. Schade.


Tage der Toten: Kriminalroman (suhrkamp taschenbuch)
Tage der Toten: Kriminalroman (suhrkamp taschenbuch)
Preis: EUR 9,99

6 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Potential nicht genutzt, 20. Dezember 2011
Der mexikanische Drogenkrieg ist eine unsagbare Tragödie, die nicht bloß das Ergebnis von Politikfehlern ist, sondern sich bequem einfügt in den globalen Herrschaftskomplex. Das Verdienst von Winslow ist, diese Struktur thematisiert zu haben und den Leser mit Tatsachen zu konfrontieren, die aus den genannten strukturellen Gründen keine anerkannte Wahrheit werden (was er schon mal Soderberghs 'Traffic' voraus hat). Negativ dabei ist, dass er diese Tragödie dennoch kommerziell ausschlachtet, indem er einen Hardboil-Thriller daraus gemacht hat, bei dem mit der Schilderung von Brutalität und vor allem ritueller Grausamkeiten nicht gespart wird. Ich frage mich, wie Menschen sich so was ungerührt durchlesen können. Nicht zuletzt aber sind die stilistischen und konzeptuellen Schwächen des Romans so offensichtlich, dass es auch aus diesem Grund nicht lohnt, den Roman zu Ende zu lesen.

Fakt ist, dass Winslow, wenn er sich Mühe gibt, mitreißend schreiben kann. Das darf man bei der Schilderung einer sinnlosen Militäroperation gegen mexikanische Mohnfelder oder des Erdbebens von 1984 erleben. Im Regelfall aber hat er sich auf einen verknappten Stil versteift, bei dem schon recht kurze Sätze noch in einzelne Absätze zerfasert und zu nicht besonders ausführlichen Abschnitten geformt werden, um schnell, schnell zur nächsten Szene zu wechseln, wo auf dieselbe Art weiter verfahren wird. Auch wenn Winslow damit manche Sachverhalte und Gedanken sehr gut heraus und gegeneinander zu stellen vermag, fand ich das auf Dauer einfach unlesbar und auch ein bißchen billig. Dieser Mangel korrespondiert mit dem doch etwas zu weit gespannten Erzählbogen, den Winslow entworfen hat, um auch sämtlich recherchierten Fakten dort unterzukriegen (kein ungewöhnlicher Fehler). Als Hebel verwendet er den im Handlungsablauf gar nicht so recht nachvollziehbaren (aber furchtbar konventionellen) unstillbaren Vergeltungsdrang seiner Hauptfigur Art Keller (angeblich ein Halblatino), der sich immer auch in die Machenschaften der Politik mit verwickeln muss, damit Winslow erklären kann, warum nichts von dem, was er uns als Fakten präsentiert, ans Tageslicht der Öffentlichkeit gedrungen ist. Die vielen weiteren Figuren sind bis auf den Chefdrogenbuchhalter Adan Barrera nicht überzeugend gestaltet (bei den italienischen Mafiafamilien bin ich schnell durcheinander gekommen). Der Roman galoppiert von Jahr zu Jahr, von Szene zu Szene, aber monumental oder wenigstens spannend wirkte er bis auf den Anfang nie auf mich, sondern eher schlampig und zunehmend uninspiriert ausgeführt.

Kurzum, Winslow hat sich an dem Gesamtkonstrukt verhoben, hat auch sprachlich das Ding nicht ausgeschöpft, was ich alles in allem bedauerlich finde, weil er ein intelligenter und wahrheitsliebender Autor zu sein scheint. Knapp drei Sterne.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jul 12, 2012 2:12 PM MEST


Unendlicher Spaß
Unendlicher Spaß
von David Foster Wallace
  Taschenbuch
Preis: EUR 17,99

27 von 31 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Unterhaltung: Tatsächlich ein Wunderding, 21. August 2011
Rezension bezieht sich auf: Unendlicher Spaß (Taschenbuch)
Schon bei der Lektüre der allerersten Seite darf man zur Kenntnis nehmen, dass es sich bei Infinite Jest um ein ganz und gar außergewöhnliches Werk handelt. Die Lobgesänge der Kritiker, die dem Taschenbuch beigefügt sind, geben letztlich gar keine Vorstellung davon. Der Klappentext ist auf nette Weise irreführend, über die ganzen vierzehnhundert Seiten hinweg fragt man sich sowieso, wann der ganze Spaß denn nun losgeht.
Dies ist ein Roman, den einige alleine wegen seiner Sprache sicherlich völlig unattraktiv finden, der aus demselben Grund aber auch einige Angeber auf den Plan gerufen haben mag. Die Fremdwortorgie empfand ich eher als Gag, die sepertinischen Sätze als durchaus zumutbare Herausforderung. Wallace entwickelte phasenweise einen hybriden Stil aus höchst ambitioniertem Satzbau und Umgangssprache, der vielleicht so nur in dieser seiner konstruierten Welt funktionieren konnte. Wallace war nicht nur (wenn er wollte) ein toller Erzähler, sondern vor allem auch eine geniale Labertasche, die seinen durch die Bank exzentrischen Figuren transparente Schädel verliehen hat, durch die wir diese faszinierenden und lustigen Bewusstseinsströme bewundern dürfen. (Ein transparenter Schädel kommt in dem Roman buchstäblich auch mal vor).
Das erste Kapitel empfand ich als enorm irritierend, nahezu unverständlich. Noch nach 300 Seiten wusste ich nicht so recht, wo ich mit dem Roman war, fragte mich, wann der Plot richtig Kontur annehmen würde, was das überhaupt alles sollte, stieß aber immer wieder auf begeisternde Szenen und einen konstant klasse Humor wie er in den Neunzigerjahren typisch war. Manchmal wirkt der Roman chaotisch, manches mal durchdacht, immer verdammt intelligent, manchmal etwas anstrengend und zum Ende hin auch etwas ausgelaugt (so wie Hal Incandenza). Infinite Jest ist in jeder Hinsicht eine Welt für sich, in die einzutauchen man tief Luft holen muss, die Story ist im übrigen gar nicht so komplex oder gar episch wie die Monsterdimension des Romans wohl Glauben machen mag, sondern die Figuren und der Hintergrund, in dem sie sich bewegen und denken, sind es. Alles ist in einem grellen Licht der Absurdität gebadet: der ökologisch dystopische Charakter der neu konstruierten Staatenwelt Nordamerikas, der Technikfetischmus (unglaublich, was Wallace sich für ein Zeug ausgedacht hat), die Drogen- und Medikamentenexpertisen (oftmals in den kuriosen Fußnotenapparat ausgelagert), die ulkig abgehoben-tiefschürfenden Filmkritiken, die eher durchgeknallte exorbitante Bildungskompetenz der Tennisschüler, der MontyPython-Charakter der Terroristen und Geheimagenten. Es ist wahr, Unendlicher Spaß ist ein sensationelles Ereignis, anstrengend und berauschend, komplex und für mich irgendwie unvollendet. Ein Roman, den man mindestens zweimal lesen muss - wenn man denn die Kraft dazu hat. Eile mit Weile halt.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Sep 6, 2012 4:42 PM MEST


CHINA: Ein Lehrstück über alten und neuen Imperialismus, einen sozialistischen Gegenentwurf und seine Fehler, die Geburt einer kapitalistischen Gesellschaft und den Aufstieg einer neuen Großmacht
CHINA: Ein Lehrstück über alten und neuen Imperialismus, einen sozialistischen Gegenentwurf und seine Fehler, die Geburt einer kapitalistischen Gesellschaft und den Aufstieg einer neuen Großmacht
von Renate Dillmann
  Broschiert
Preis: EUR 22,80

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das Volk ist Ressource, 8. April 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Ob Sozialismus oder Kapitalismus, die Funktionsweise der chinesischen Ökonomie sollte immer dazu dienen, China wieder zu einer potenten Macht der Weltpolitik zu machen. Als die KPCh erkannte, dass sich die Produktivkräfte des chinesischen Volkes im Sozialismus hierfür überhaupt nicht entfalteten, steuerte sie ab 1978 auf Kapitalismus unter staatlicher Aufsicht um und erreichte dieses Ziel. Das ist das kurzgefasste Fazit des sehr ausführlichen und ausdauernden, stark an abstrakter Analyse ausgerichteten Buchs, das aus einer herrschafts- und kapitalismuskritischen Sicht die (natürlich widersprüchlichen) Ergebnisse der Politik der KP der letzten sechzig Jahre untersucht. Schon in Maos Sozialismus wird das chinesische Volk für ein Projekt instrumentalisiert, das sich in einer Welt von Staaten fast jedem Politiker aufdrängt: in der allseitigen Konkurrenz der Nationen ein möglichst großes Wort mitzureden. Der chinesische Sozialismus ist also kein Projekt der Emanzipation, bei dem Arbeiter und Bauern zu selbstbestimmten Subjekten von Wirtschaft und Gesellschaft werden. Vielmehr wird er als eine Organisationsform verstanden, in der die materielle und rechtliche Besserstellung der extrem unterprivilegierten Mehrheit die Funktion hat, China insgesamt stärker zu machen. Der Unterschied von Herrschenden und Berherrschten bleibt hierbei unberührt. Bei der Ausgestaltung ihrer Wirtschaftsform arbeiten die Kommunisten allerdings mit bürgerlichen Kategorien und Kennziffern - Geld und Wert bleiben genauso intakt wie die Staatlichkeit - deren Grundlage (Eigentum/Konkurrenz) doch aufgehoben ist. Ich glaube, Dillmann so verstanden zu haben, dass durch diesen Widerspruch der chinesischen Wirtschaftsplanung ein Systemfehler inhärent war, der deren enttäuschenden Ergebnisse - ausführlich und präzise aufgereiht - im wesentlichen erklärt. Mao aber erklärt sich diese Stagnation mit negativen Entwicklungen und ungünstigen Bedingungen in der chinesischen Bevölkerung, worauf er mit (extrem) ambitionierten voluntaristischen Kampagnen reagiert, die das Ruder herumreissen sollen, alles aber noch viel schlimmer machen. Nach Maos Tod setzt sich Deng Xiaoping durch und setzt auf Eigentum und Konkurrenz zwecks Neuentfaltung der chinesischen Größe. Um die Angelegenheit auch wesentlich zu dynamisieren, locken die Kommunisten ausländisches Kapital ins Land. Dabei achten sie sehr genau darauf, dass die Profite nicht einfach abfließen und höchstens einer unproduktiv-korrupten heimischen Elite zugute kommen (die chinesische Elite ist natürlich korrupt, aber im wesentlichen produktiv), sondern es gelingt ihnen Schritt für Schritt, die eigene Wirtschaft an die zunächst in wirtschaftspolitische Enklaven stattfindende kapitalistische Entwicklung anzukoppeln. Nachdem die KP der relativen Sicherheit für alle Bürger im Sozialismus ein Ende gesetzt hat (von Dillmann zu Recht als 'Enteignung' bezeichnet), herrscht nun der Zwang zum Geldmachen, dem alles und jeder unterworfen ist. Mit all den typischen Folgen: unmenschliche Ungleichheit, Umweltzerstörung, Geldwertrisiken und eine enorme Produktivität (von der Mao nur hatte träumen können) - mit dem entscheidenden Unterschied, dass diese Produktivität eben nicht bloß den kapitalistischen Stammländern zugute kommt, sondern dem "Standort" selbst. Ein Entwicklungsland ist zu einer imperialistischen Weltmacht aufgestiegen - rücksichtslos wie jede andere Großmacht auch: Dies ist ein in der Historie ungeheures Novum, das westliche Beobachter beunruhigt und zu - wie Dillmann in unbestechlicher Manier erkennt - inkonsequenten und hypokritischen Urteilen über die Rolle der KP verleitet.

Dillmann stellt klar: Für die KP war die Bevölkerung immer vor allem ein Objekt, eine unabdingbare Größe mit der man effektiv umgehen musste, um eine erfolgreiche Nation zu formen. Die Partei hat erkannt, dass über den Weg der Ausbeutung, der ubiquitären Konkurrenz von Eigentümern, dies besser funktioniert. Aber es zeigt sich auch schon in Ansätzen, dass wenn diese Ausbeutung kontraproduktive Ergebnisse zeitigt, die KP sie zu beschneiden entschlossen ist.

Man muss der Arbeit von Renate Dillmann allen Respekt zollen. Eine fundierte und illusionslose Untersuchung, durchaus anspruchsvoll, aber niemals überbordend und fast nie langweilig. Man lernt halt nicht nur einiges über China, sondern überhaupt über Staat und Kapitalismus. Die messerscharfe Analyse korrespondiert mit einem zuweilen angenehm saloppen Stil, der aber niemals in Unsachlichkeiten abrutscht. Ein wenig nervig und nicht immer plausibel war nur freilich die exzessive Kursivsetzung (letztmalig erlebt beim "Radetzkymarsch" von Roth). Alles in allem ein Buch, das zweimal zu lesen würdig ist.


1Q84. Buch 1&2: Roman
1Q84. Buch 1&2: Roman
von Haruki Murakami
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 32,00

29 von 33 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Aomame sucht Tengo sucht Aomame, 5. März 2011
Rezension bezieht sich auf: 1Q84. Buch 1&2: Roman (Gebundene Ausgabe)
"Nicht ich bin verrückt, sondern die Welt ist es", stellt Aomame bei Betrachtung des zweiten Mondes, der sich in ihre Welt, ihre Zeit gestellt hat, fest. Das ist quasi auch das Fazit des Romans, vermutlich fast aller Romane Murakamis. Deren Helden sehen sich mit phantastischen und nicht sehr angenehmen Entwicklungen konfrontiert und müssen sich mit ihnen arrangieren. Am Ende von "1Q84", zumindest dieser Ausgabe, wird nicht ganz klar inwieweit das gelungen ist.

Es ist mir auch nicht ganz klar, inwieweit der Roman selbst als gelungen zu betrachten ist. Die Geschichte kommt zunächst langsam, nach meinem Geschmack doch zu langsam, voran, windet sich etwas gezwungen um immer dieselben Probleme, immer die gleichen Konstellationen finden statt, um dann ab der Hälfte des Bandes zu einem düsteren und durchaus spannenden Fantastik-Thriller anzuziehen und in ein etwas unbefriedigendes nebulöses Ende zu münden, das wohl als Bereitschaft für eine Fortsetzung dient. Schließlich sind ja längst noch nicht alle Geheimnisse der Geschichte enträtselt und die beiden Helden, "in welcher Form auch immer" sie nunmehr existieren mögen, haben sich noch immer nicht gefunden.

Ich weiß nicht, ob ich das wirklich wissen will. Ich bin kein großer Fan von Geschichten, in denen die Protagonisten ein weltentscheidendes Schicksal in sich tragen und ihre Begegnung und Vereinigung unglaublich wirkungsmächtig ist, sodass der Moment immer wieder hinauszuzögern ist. Ich mag auch nicht mehr die Konstruktion sehen, bei der ein Autor reale Ergebnisse seiner eigenen Geschichte erlebt. Wer damit keine Probleme hat, der wird hier bei Murakami in seiner so ungewöhnlichen Art zu erzählen mehr als anständig bedient. Ich selbst hatte, spätestens als Aomame mit dem 'Leader' zusammentrifft und dieser ihr dann alles so darbietet, was er weiß und was er sagen darf, eher das Gefühl bei Akte X zu sein als einen würdigen Schüler Kafkas anzutreffen. Und doch, obwohl ich mit der Geschichte ziemlich fremdelte, war ich gebannt von der Konsequenz und Intensität, mit der Murakami sie durchzog. Während ich bei den ersten fünfhundert Seiten manchmal überlegte, ob das Weiterlesen lohnte, konnte ich danach nicht mehr davon ablassen, war dann aber auch froh als es vorbei war.

Murakami hat natürlich bemerkenswerte literarische Qualitäten. Seine Figuren sind immer einfühlsam und gewissenhaft konstruiert, die Art wie sie ihre Leben regeln, ihre Vorstellungen begründen, lösen beim Lesen immer Sympathie und Anteilnahme aus. Sie haben Charakter, kommen daher plausibel und plastisch bei mir an, ihre Skurillität ist niemals prätentiös und nur bei Murakami wirkt es glaubhaft, wenn ein Bodyguard Chechov zitiert. Überhaupt setzt er das Heranziehen von westlicher Kultur erstaunlich erfolgreich als Mittel ein, seine Geschichten mit noch mehr Bedeutung zu unterfüttern, auch wenn der Bezug zu Orwells "1984" dann doch etwas zu Trickreiches hat. Besonders stark sind seine Dialoge; es ist fast immer ein Vergnügen, wenn Tengo mit der wortkargen Fukaeri um ein paar Erkenntnisse ringt oder sich die verblümten Drohungen des fiesen und undurchdringlichen Ushikawa anhört, und Tengos Mentor Komatsu ist immer für einen exzellent sarkastischen Wortwechsel zu haben.

Bei dem deskriptiven Voranbringen der Geschichte bin ich mir nicht so sicher. Ich empfand zunächst das Hin- und Herschalten zwischen Tengo und Aomame als zu starr durchgehalten. Die recht kurzgehaltenen und in zu viele Abschnitte unterteilten Kapitel störten oftmals meinen Lesefluss, mein Gefühl für den Rhythmus. Irritierend empfand ich die Lakonik, mit der Murakami Aomame die Veränderung ihrer Welt entdecken lässt; da schien mir der Autor es sich zu leicht zu machen. Die Qualität der Metaphern und Analogien schwankte erheblich; viele waren ausgezeichnet, andere schienen etwas plump und weit hergeholt. Ärgerlich fand ich die thematischen Wiederholungen und Redundanzen. Immer wieder wird Tengos Vergangenheit angesprochen, immer aufs Neue die Kindheitsbegegnung mit Aomame durchgekaut (ein sowieso recht kitschiges Thema); Tengo reist gen Ende gleich zweimal zu seinem Vater und ungefähr zwischen den Seiten 200 und 450 lässt Murakami keine Gelegenheit aus uns über diversen Kanälen mitzuteilen, dass sich die radikalen Akebono von den liberalen Vorreiten abgespalten haben und letztere nach dem Schusswechsel der Radikalen mit der Polizei zu einer religiösen Sekte mutierten...

Trotz dieser Kritik will ich dieses Werk zu den guten Romanen zählen, weil er doch eine spektakuläre Wiederbegegnung mit einem sympathischen und unglaublich erfindungsreichen Schriftsteller ermöglichte, auch wenn ich es nicht nachvollziehen kann, wenn sein Name mit dem Nobelpreis in Verbindung gebracht wird.
Kommentar Kommentare (3) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Oct 8, 2012 9:25 PM MEST


Die Wohlgesinnten: Roman
Die Wohlgesinnten: Roman
von Jonathan Littell
  Taschenbuch
Preis: EUR 18,00

11 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Ein seltsamer Roman, 29. Januar 2011
Rezension bezieht sich auf: Die Wohlgesinnten: Roman (Taschenbuch)
So gewinnt man also den Prix Goncourt. Der Autor nimmt die höchst problematische Perspektive eines SS-Offiziers an und führt seine Figur über 1300 Seiten durch die Wirren und Grausamkeiten des Zweiten Weltkriegs. Max Aue entwickelt sich vom eher zwangsweisen Mittäter am Holocaust zum Affektmörder an Deutschen aus ganz persönlichen Motiven. Als Beilage kommen noch Inzest und selbst auferlegte homosexuelle Obsessionen hinzu, es fließt eine Menge Blut, Sperma, Kot und Urin.

Literarisch und konzeptionell überzeugen kann der Roman freilich nicht. Zwar gibt es einige gelungene Passagen; das Eingangskapitel ist durchaus eindrucksvoll geschrieben, sodass man sich interessiert an den Roman ankoppelt, das lässt sich nicht leugnen. Fesseln konnten auch Aues letzte Tage in Stalingrad und die Tage der Wiedergenesung in Berlin; die lange Flucht vor den russischen Truppen in Pommern hatte zumindest einen gewissen Spannungseffekt. Ich muss auch sagen, dass Litell das Chaos bei den eher unorganisiert durchgeführten ersten Massenerschießungen durch die Einsatzkommandos treffend hervorzuheben verstand; als Leser nahm man dabei einen noch besonders obszönen Beiklang des Geschehens wahr, so als hätte mehr "Ordnung" und Übersicht diese Verbrechen irgendwie erträglicher für alle gemacht. Wenn Litell vorgehabt haben mag, den Leser mit den bei uns allen lauernden möglichen Verstrickung in solche Verbrechen zu konfrontieren, so ist ihm das teilweise gelungen, auch wenn man das nur wirklich vollgültig erkennt, wenn man die Untersuchungen von Welzer und Browning kennt, von dessen "Ganz normale Männer" Litell viel übernommen hat.
Das sind die guten Seiten des Romans. Dazwischen gibt es aber absolut öde und sinnlos aufgeblähte Passagen mit uninspirierten Kriegsszenen, mittelmäßigen Landschafts- und Charakterdarstellungen, völlig belanglosen Dialogen, ermüdenden Aufbietungen von NS-Funktionsträgern und Weinsorten und Partituren und was weiß ich. Litell wollte unbedingt beweisen, dass er sich in die Geschichte des polykratischen NS-Apparates, vor allem des RSHA, eingelesen hat und ohnehin ein sehr kultivierter Mann ist, ganz wie sein Protagonist. Überhaupt, wer ist denn dieser Aue? Nun, sicherlich kein typischer SS-Offizier, wie Litell selbst zugibt, kein biederer und zugleich verblendeter Exekutor des Genozids und braver Familienvater in einem. Aue ist ein Schöngeist und Soziopath, wie Hannibal Lecter, er liebt Bach und hasst seine Mutter, er erschießt die in den Gräben krepierenden Menschen nur widerwillig, erschlägt aber seinen einzigen Freund, der ihm in schöner Regelmäßiglkeit weitergeholfen und gerettet hat, am Ende des Romans ohne mit der Wimper zu zucken. Zur 'Endlösung' hat Aue eine ambivalente Haltung.

Überhaupt tauchen in dem Roman fast nirgendwo Gestalten auf, die vom Erlösungsantisemitismus befallen sind, nicht mal Himmler, bei dessen Beschreibung Litell nicht gerade glänzt, gibt sich dahingehend deutlich zu erkennen. Alle sind und bleiben sie Technokraten und Intriganten, alle haben sie andere Sorgen als den Genozid, an dessen Durchführung sie wohl nur teilnehmen, weil er nun mal auf dem Programm steht. Nur Eichmann, den Litell gut zu zeichnen verstand, lässt einen eliminatorischen Ehrgeiz erkennen, aber wer kennt denn nicht Eichmann, der angeblich unpolitisch nur seine Pflicht tat, egal was es war, und das mit typisch deutscher Eilfertigkeit und Präzision? Litell aber sagt, man könne einen Roman aus der Sicht eines Eichmanns nicht schreiben, das sei unmöglich. Das ist Quatsch. Litell konnte und wollte es nicht. Er schrieb einen Roman für den französischen Markt, für französische Kritiker, denn Aues französischer Hintergrund, seine philiosophische Intellektualität, im NS-Regime stark unterrepräsentiert, mussten dort Anklang finden. Damit hat er einen Bohéme geschaffen, der ebenso untypisch und publikumswirksam ist wie Hans Landa aus Inglorious Basterds, eine Kunstfigur, die mit ihrem Individualismus und halbherzigen Überzeugungen mehr mit unseren postmodernen Zeiten zu tun hat als mit den Zeitgenossen des Dritten Reichs. Man fragt sich nicht nur, warum Aue Nationalsozialist, sondern überhaupt ein Rechter ist, es gibt dahingehend kein nachvollziehbares Statement von ihm. Kurzum: Bei aller Intensität, die Litell in der Zeichung von Aue gelegt hat, bleibt der Ich-Erzähler eine nebulöse und unglaubwürdige Figur, die auch nicht gerade eine Geschichte erzählt, die einen überzeugt.

Ich weiß also gar nicht, warum ich den Roman zu Ende gelesen habe (womit der dritte Stern erklärt wäre). Ich hab schon besser Geschriebenes vorzeitig beiseite gelegt. War es vielleicht doch die Faszination am Verbrechen und an Aues verstiegenen Obsessionen, die mich dranbleiben ließen? Das wäre bei mir das erste Mal. Oder ist es nicht doch so, dass er einen zumindest halbwegs lesbaren Tatsachenroman über eine Epoche geschrieben hat, die mich interessiert und die ihren Einfluss auf die heutige Zeit noch längst nicht verloren hat? Ich denke, Litell hätte schon das Zeug dazu gehabt, einen guten 500-Seiten-Roman über einen französischen Kollaborateur zu schreiben. Aber nein, es sollte nunmal eine Figur im Zentrum des Bösen sein. Einer musste schließlich die Drecksarbeit machen...


Planet der Habenichtse
Planet der Habenichtse
von Ursula K. LeGuin
  Taschenbuch

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Absolut beeindruckend, 24. Oktober 2010
Rezension bezieht sich auf: Planet der Habenichtse (Taschenbuch)
Ein schöner, ernster, phantasievoller und gut durchdachter Roman, faszinierend und berührend. Für Menschen geschrieben, die wissen, dass die entscheidenden Probleme unseres Lebens sozialer und ökonomischer Natur sind. Keine Hymne auf die Anarchie oder den Anarchismus, sondern eine in Science-Fiction geformte realistische Darstellung über die Schwächen jeder gesellschaftlichen Ordnung. Landschaften, Charaktere und Begebenheiten werden mit einem literarischen Können beschrieben, das sich mit etablierten Belletristen messen lassen kann. Hoffentlich wird dieses Buch immer wieder verlegt werden, damit es ständig neue Freunde und Bewunderer findet. Ich zähle es von nun an zu meinen Lieblingsromanen.


Alan Wake - [Xbox 360]
Alan Wake - [Xbox 360]
Wird angeboten von skgames
Preis: EUR 18,99

14 von 29 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Ödes Gameplay und überkonstruierte Story, 6. Juni 2010
Rezension bezieht sich auf: Alan Wake - [Xbox 360] (Videospiel)
Ich hätte es gleich wissen müssen: Wenn schon Horror-Survival, dann gleich First-Person-Shooter. Denn der Grusel- und Panikeffekt kann letztlich nur durch das Gefühl, überleben zu müssen, ordentlich verstärkt werden und beim Egoshooter wird das einfach intensiver hergestellt, zumal der "sportliche" Effekt viel größer ist. Mir war klar, dass Alan Wake nicht mit Heavy Rain zu vergleichen ist, allerdings ist die Atmosphäre des PS3-Exklusivtitels so attraktiv, dass ich hoffte, bei AW so etwas ähnliches wiederzufinden. Ich wurde enttäuscht. Von Anfang an stieß die mühevoll aus irgendwelchen Filmen zusammengeschusterte Story, auf die im Spiel so unglaublich viel Wert gelegt wird, negativ bei mir auf. Schnell schaute und hörte ich kaum noch hin, wenn es darum ging, des Helden verschwundene Frau zu finden, wobei ja die Gefahr für sie aus der Phantasie des Helden selbst herrühte (oder so ähnlich :-). Ich musste mich ja auch gar nicht darum kümmern, denn mit dem Spielverlauf, ein primitiver Gang von A nach B, hatte das alles überhaupt nichts zu tun! Das ist das größte Manko an dem Spiel. Es macht den Zocker vor allem zu einem passiven Konsumenten von Spielfilmszenen, die auch nicht besonders gut umgesetzt wurden, und dazwischen darf er dann ein bisschen Monster töten, ein paar blöde Gegenstände finden und irgendwelche Apparate in Gang setzen. Das erste Resident Evil ist von 1996, mehr sage ich dazu nicht. Das Herumlatschen durch halbdunkle, nicht sehr dichte Wälder machte mich nie so nervös wie durch Gebäude mit zig Räumen und Winkeln. Die Graphik ist malerisch, aber matschig und statisch. Richtig gut sind nur die Lichteffekte, wenn Blendgranaten gezündet werden. (Nett war immerhin "Night Springs") Die Gegner sind uninteressante, hölzerne Statisten. Alan Wake wollte kein richtiges Ballerspiel sein, konnte aber auch keine intelligente Alternative entwickeln, denn seine einfallslose Antwort besteht in den besagten Filmsequenzen, in denen eine ach so verworrene Story zum Ende gebracht wird. Bart Simpsons würde sagen: Laaaaangweilig!
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jan 23, 2011 7:54 PM CET


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