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Rezensionen verfasst von
JoBe62 "Jobe" (Thüringen)

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Der Schneesturm: Roman
Der Schneesturm: Roman
von Vladimir Sorokin
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 17,99

4.0 von 5 Sternen Im Land der unbegrenzten Unmöglichkeiten - Russland im Schnee, 14. Februar 2014
Rezension bezieht sich auf: Der Schneesturm: Roman (Gebundene Ausgabe)
Ist das Fantasy? Ist das Literatur? Ist es Kafka oder "nur" ein Märchen? Erzählung, Novelle oder Roman? Ist es vergeblich wie das Ende der Erzählung?
Jeder, der das liest, wird sich seine Meinung bilden oder u.U. auch nicht draus schlau werden.
Wie in einem Märchen, entfernt von der Wirklichkeit aber sehr nah dran, mit realistischen Figuren und schlüssigen Situationen, die logisch vorwärts führen und immer wieder stecken bleiben.
Intensiv, liebevoll, eigenbrötlerisch, verantwortungsvoll, lustvoll, stur und nachgebend, lebendig und wahrhaftig, die Gestalten befinden sich nur scheinbar in einer anderen Welt.
Ein langer Weg, ein langer Kampf und am Ende doch gescheitert - wie das Leben selbst.


Zu den Gipfeln Turkestans
Zu den Gipfeln Turkestans
von Fritz Rudolph
  Gebundene Ausgabe

4.0 von 5 Sternen Wanderbuch für Touren im FAN, 13. Januar 2014
Rezension bezieht sich auf: Zu den Gipfeln Turkestans (Gebundene Ausgabe)
Große Literatur findet man hier nicht. Dieses Buch hat eine andere Geschichte.
"Es ist im soz. Zeitgeist geschrieben" wie irgendwo nüchtern formuliert wurde. Es ist ein sozialistisches Abenteurbuch entdeckungsfreudiger Bergsteiger in den 60er Jahren. Damals machten sich Rudolph und einige Gefährten auf ins Fan-Gebirge. Das "Fan" liegt unweit von Samarkand, schon in Tadschikistan, hinter der Wüste, in den Vorketten des Pamir. Die Gebirgszüge ringsrum sind entfernte Ausläufer des Tienschangebirges: Serewschan-, Turkestankette, Hissar, Fan usw. usf... Da in dem Buch auch eine Karte des Gebirges enthalten war, mutierte das Buch später zur Anleitung für DDR-Transitreisende, die einmal ein Hochgebirge kennenlernen wollten(siehe dazu das Buch Transit-Illegal durch die Weiten der Sowjetunion). Entsprechend gut besucht war das Gebirge von DDR-Bergsteigern, nachdem das Buch 1967 erschienen war. Mit dabei auf der Reise war Altmeister Lewenstein, der auch später bei solchen Unternehmungen immer wieder auftauchte. Im Buch sind das Gebirge, seine Menschen und seine wunderbaren Seen beschrieben und nicht zuletzt der Kampf um die Erstbegehungen. Dazu gibt es einen Abstecher ins Jagnobtal, es geht auf Mumiosuche und es gibt einen Exkurs zum Pik Lenin.
Wer selbst das Fan besuchen möchte, sollte unbedingt dort nachlesen.
Bitte nicht vom sozialistischen Grundton des Buches abschrecken lassen, es war eine andere Zeit!


Unerkannt durch Freundesland: Illegale Reisen durch das Sowjetreich
Unerkannt durch Freundesland: Illegale Reisen durch das Sowjetreich
von Cornelia Klauß
  Taschenbuch
Preis: EUR 26,90

18 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen UdF - Unerkannt durch Freundesland, 25. Januar 2011
Um meinen Vorredner richtig zu stellen, es gab schon ein Buch, welches dieses Thema beackerte:
"Transit-Illegal durch die Weiten der Sowjetunion" ISBN 3940200484
Amazon weist ausreichend darauf hin. ;-)
Während "Transit" (erschienen 03/2010) sich weitgehend auf Trekking und Bergtouren konzentriert, was sicher den Mainstream der DDR-Transit-Bewegung ausmachte, spannt "Unerkannt durch Freundesland" den Bogen weiter. Die Herausgeber betrachten und illustrieren die Bewegung als sozio-kulturelles Phänomen, die als Subkultur einerseits eine eigene Identität entwickelte, andererseits auch in andere Gruppierungen der damaligen DDR verzweigte. In diesem Band wird ein anderes Spektrum erfasst, was sich nicht auf den Bergsteiger und Abenteurer konzentriert. So finden wir den Bibelforscher ebenso wie Künstler, Aussteiger oder auch Republikflüchtlinge, die den großen Weg über Sibirien nach Alaska gehen wollten, um die andere Seite der Mauer kennen zu lernen. Somit stellt das UdF-Buch eine sinnvolle und notwendige Ergänzung zu "Transit" dar.
Was mir jedoch fehlt, ist der Best- und Auslandsstudent, der als SED-Mitglied sein Studium irgendwo zwischen Leningrad und Charkow absolvierte und in ähnlicher Weise das Land mehr oder minder legitimiert erkundete und seinen Blick weitete. In dem Buch könnte der m.E. falsche Eindruck entstehen, dass die UdF-Bewegung eine Facette der Oppositionsbewegung der DDR war, was zum Teil vielleicht stimmen mag, man so aber nicht ableiten sollte.
Vielschichtige Reiseberichte mit guter literarischer Qualität finden sich, oder auch ein gut recherchierter Bericht über die staatlichen Organe MdI und MfS zum Thema, sowie ein Abriss der DDR-Bergsteigerszene oder Würdigungen verdienter Väter dieser Bewegung wie Gustav Ginzel oder Georg Renner.
Sicher ließen sich manche Beiträge z.B. über die DDR-Bergsteiger oder Gustav noch vertiefen, aber das würde den Rahmen dieser Veröffentlichung sprengen. Vielleicht nimmt sich jemand dieser Themen in ähnlicher Weise an?
Ich würde "UdF" noch einen Stern mehr geben als "Transit", aber das hat ja schon 5 Sterne.
Ein schönes Buch über Grenzgänger - im besten Sinne des Wortes.


Ernst Barlach Landschaften seines Lebens
Ernst Barlach Landschaften seines Lebens
von Konrad Reich
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 29,90

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Barlach Landschaften, 10. Juni 2009
gleichermaßen lesenswert und sehenswert
das Buch findet eine wunderbare Einheit aus Seemanns Fotografien und Barlachs Texten. Hier treffen 2 Meister aufeinander, die beide ihr Handwerk verstehen. Seemann, jahrelang in Güstrow tätig, hat dokumentiert, alte und neue Bilder zusammengestellt. Aber die Bilder sind nicht nur dokumentarisch, vieles hat künstlerische Qualität. In den Bildern begegnet uns eine Landschaft, wie sie Barlach umgab. Verschlafen, vergessen und ursrünglich. Seemann gelingt es, diese hervorzuzaubern, aus einer vergangenen Welt, in der es noch keine Neubausiedlungen, Baumärkte und asphaltierte Straßen gab. Es wurden nicht nur Bilder von 2003 bis 2008 verwendet, vieles ältere ist dabei. Leider fehlen die Jahresangaben, vielleicht ergänzt das der Verlag in einer nächsten Auflage? Sehr viel schwarz/weiß, das aber noch besser als die Farbfotos aus der Neuzeit, stimmungsvoll und eine besondere Harmonie zu den Texten findend.
Auch bei Herrn Schorlemmer, der das Vorwort verfasste, spürt man die Begeisterung und er lässt sich durchaus von Barlachs sprachlichen Klang mitnehmen und inspirieren.
Als ich im Februar 2009 die zugehörige Ausstellung in Güstrow erlebt hatte, dachte ich, dass diese Symbiose in ein Buch gebunden gehört. Sehr erfreut war ich, als ich wenig später dieses Buch in den Händen hielt.
Auch der Verlag darf Stolz auf sich sein.
Für Barlach Liebhaber geb ich eine Kaufempfehlung, besser noch: schenken lassen!


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