ARRAY(0x9f842264)
 
Profil für cho-ice > Rezensionen

Persönliches Profil

Beiträge von cho-ice
Top-Rezensenten Rang: 3.907
Hilfreiche Bewertungen: 115

Richtlinien: Erfahren Sie mehr über die Regeln für "Meine Seite@Amazon.de".

Rezensionen verfasst von
cho-ice

Anzeigen:  
Seite: 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8
pixel
Warum ich nicht mehr glaube: Wenn junge Erwachsene den Glauben verlieren
Warum ich nicht mehr glaube: Wenn junge Erwachsene den Glauben verlieren
von Tobias Faix
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 17,95

5.0 von 5 Sternen Pflichtlektüre für Gemeinde- und Jugendleiter, 19. April 2014
Warum wenden sich junge Erwachsene, also Männer und Frauen zwischen 18 und 35 Jahren, vom christlichen Glauben ab? Gibt es Motive oder Erfahrungen, die alle oder viele von ihnen gemeinsam haben? Und wenn es sie gibt, können diese Erkenntnisse Christen und Gemeinden dabei helfen, entsprechende „Gegenmaßnahmen“ zu ergreifen?

Dies sind im Prinzip die zentralen Fragen, mit denen die sozialwissenschaftlichen Forscher Faix, Hoffmann und Künkler sich im Rahmen einer qualitativen befasst haben. Und die Ergebnisse sind teils erschreckend und verstörend, aber auch Mut machend und vielversprechend. Um es ein Stück weit vorwegzunehmen: Eine klassische Dekonversion, also Ent-kehrung, gibt es nicht, aber die Forscher haben im Rahmen ihrer Studie eine Reihe von Typen benennen können, denen tatsächlich ähnliche Motive und Erfahrungen zugrunde liegen. Und das Wissen um diese Motive und Erfahrungen kann meiner Meinung nach in der Tat einzelnen Christen und auch Gemeinden und Kirchen dabei unterstützen, einen Rahmen dafür zu schaffen, dass zumindest weniger junge Erwachsene den Glauben verlieren.

Da dieses Thema bisher in Deutschland noch wenig erforscht wurde, betraten die Wissenschaftler vom Institut Empirica mit dieser Studie Neuland. Zu Beginn beleuchten sie bereits vorhandene Studien, die sich konkret oder am Rande mit Dekonversion im In- und Ausland befassen. Im Anhang erläutern sie das konkrete methodische Vorgehen der Studie und stellen sowohl den verwendeten Fragebogen der Online-Befragung vor, der als erstes Kontaktmittel diente, und den später benutzten Leitfaden für die Interviews mit freiwilligen „Entkehrten“. Im Hauptteil gehen sie ausführlich auf die Ergebnisse der Interviews ein und stellen acht Lebensgeschichten in den Mittelpunkt, die exemplarisch für die verschiedenen Typen stehen.

Eine große Stärke der Studie ist, dass sie an vielen Stellen die Interviewauszüge für sich sprechen lässt und die Aussagen der Probanden sehr ernst nimmt. Dabei reflektieren die Forscher immer wieder sowohl ihr eigenes Vorgehen als auch die Erfahrungen mit und in Gemeinden. Da ich selbst ausgebildete Soziologin bin, kann ich sagen: Die Studie ist fundiert, schlüssig und stringent aufgebaut. Sie erfüllt auch durch ihre kritische Selbstreflexion daher alle Anforderungen, die eine gute qualitative Studie erfüllen muss und ist eine solide wissenschaftliche Arbeit, die auch in jedem soziologischen Fachverlag hätte erscheinen können. Dass sie bei einem christlichen Verlag erscheint, hat wohl in erster Linie den Grund, dass dieser auch als Auftraggeber der Studie fungierte, ist aber in meinen Augen nicht von Nachteil, da sie so eine Zielgruppe erreicht, die direkt von den Ergebnissen profitieren kann:

Die Denkanstöße für Christen und Gemeinden, die das 4. Kapitel liefert, sind es definitiv wert, von jedem Gemeinde-, Jugend- und Hauskreisleiter gelesen zu werden! Manches wird sicherlich erschüttern und zum Umdenken führen, anderes die eigenen Erfahrungen und Vermutungen über Dekonversion bestätigen (so ging es mir zumindest). Ich kann „Warum ich nicht mehr glaube“ daher ohne Einschränkungen empfehlen!

Mein einziger Kritikpunkt betrifft eher eine Formalie: Das Buch ist zwar sehr logisch aufgebaut, aber durch die vielen Unterkapitel verliert man leider manchmal den Überblick. Ich hätte es gut gefunden, wenn wie bei wissenschaftlichen Arbeiten üblich die Unterkapitel entsprechend durchnummeriert gewesen wären.


Weißer als Schnee
Weißer als Schnee
von Marianne Grandia
  Broschiert
Preis: EUR 14,95

5.0 von 5 Sternen beeindruckend, berührend, 5 Sterne!, 13. April 2014
Rezension bezieht sich auf: Weißer als Schnee (Broschiert)
Im Mittelpunkt dieses Romans steht die Niederländerin Kathy, deren wohlgeordnetes Leben ordentlich aus den Fugen gerät, als ihr Vater, zu dem sie seit vielen Jahren den Kontakt abgebrochen hat, plötzlich wieder auftaucht. Sie hat sich noch nicht von dem Schock erholt, als er kurz darauf verstirbt und ihr eine Kassette und ungeöffnete Briefe vermacht. Was sie hört und liest, lässt alte Wunden wieder aufbrechen und ihren Vater in einem völlig neuen Licht erscheinen. Wird Kathy die Kraft finden, sich der Vergangenheit zu stellen?

Behutsam erzählt die Niederländerin Marianne Grandia die bewegende Geschichte einer Frau, deren Welt auf den Kopf gestellt wird. Als Leser/in ist einem Kathy nicht auf Anhieb sympathisch, doch die Autorin versteht es, ihre inneren Konflikte glaubhaft nachzuzeichnen. Der Glaube an Gott spielt in der Geschichte eine große Rolle und wird vor allem von Ellyn verkörpert, die Kathy und ihrem Vater „zufällig“ zu Beginn der Geschichte begegnet. Im Laufe des Buches wird ihre Rolle immer wichtiger und bleibt dabei doch natürlich in das Geschehen eingebettet. Der Glaube wird im wahrsten Sinne des Wortes glaubhaft dargestellt – mit Höhen und Tiefen, Zweifeln und Mut. Gottes Führung im Alltag wird dabei selbstverständlich genommen und auch überzeugend transportiert.

Marianne Grandia hat einen tollen Schreibstil, der einen direkt in das Geschehen eintauchen lässt. Das Buch hat mich von Anfang an in seinen Bann gezogen und entwickelte eine richtige Sogwirkung, obwohl die Geschichte an vielen Stellen ganz schön traurig war. Der „europäische Blick“ auf das Leben tat mir als deutscher Leserin sehr gut. Dieses Buch hebt sich somit deutlich von amerikanischen Klischees ab (auch wenn es natürlich nach wie vor sehr gute christliche US-Autoren und Autorinnen gibt). Mir fiel es dadurch leichter, mich mit der Handlung und den Personen zu identifizieren und ich habe aus diesem Roman persönlich sehr viel mitgenommen. Für die Zukunft würde ich mir wünschen, dass noch weitere Bücher von der Autorin übersetzt werden – dieses Debüt hat mich auf jeden Fall überzeugt, ich kann es ohne Einschränkungen empfehlen!


Die Vision: Thriller
Die Vision: Thriller
von Randy Singer
  Broschiert
Preis: EUR 16,95

4.0 von 5 Sternen mein erster Singer - alles in allem ein Hit!, 31. März 2014
Rezension bezieht sich auf: Die Vision: Thriller (Broschiert)
Dieses Buch war mein erster Roman von Randy Singer und ich war fasziniert davon, wie schnell es dem Autor gelang, mich in das Geschehen emotional hineinzuziehen. Früher habe ich öfter mal Grisham-Romane gelesen und für mich persönlich schneidet Randy Singer im Vergleich definitiv besser ab, allein schon, was die Spannung angeht. Der Thriller hat so gut wie keine Längen, sondern die Ereignisse passieren Schlag auf Schlag, sodass man als Leser (auf gute Weise) kaum zu Atem kommt. Definitiv ein rasanter Thriller mit hohem Unterhaltungswert!

Was mir hingegen negativ aufgefallen ist: Randy Singer verpasst es, in diesem Buch wirklich Stellung zu den übernatürlichen Erscheinungen zu nehmen. Nach dem Lesen bleibt bei dem Leser der Eindruck zurück, dass diese Visionen alle ein Gottesgeschenk sind – auch diejenigen, die sogenannte „Medien“ haben. Das entspricht jedoch nicht der Wahrheit und deshalb finde ich es wichtig, hier explizit darauf hinzuweisen.

Der deutsche Titel ist leider auch etwas unglücklich gewählt, denn Chatherine O'Rourke hat nicht nur „die Vision“, sondern mehrere. Im Original heißt das Buch „Wegen Unzurechnungsfähigkeit“. Auch wenn das sperriger ist, trifft es den Inhalt des Buches doch besser.

Gefallen hat mir wiederum, dass die Charaktere allesamt keine eindimensionalen Figuren, sondern sehr vielschichtig sind. Selbst „die Guten“ haben ihre Schattenseiten, und „die Bösen“ wirken teils äußerst sympathisch. Mir gefällt es, wenn christliche Autoren sich nicht hinter Stereotypen verstecken!

Lange tappt man als Leser im Dunkeln, wer denn nun tatsächlich „Der Rächer“ ist. Im Rahmen der Handlung geht es teils ziemlich brutal zur Sache, aber Leute, die einen modernen Action-Film vertragen, werden damit sicherlich zurecht kommen. Dieser Thriller verdient auf jeden Fall diese Bezeichnung. Ich werde sicher noch öfter Bücher von Randy Singer lesen.


Der Spiegel des Schöpfers: Roman
Der Spiegel des Schöpfers: Roman
von Thomas Franke
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 17,99

5.0 von 5 Sternen ein großartiger Thriller mit Fantasy-Elementen, 26. Februar 2014
Ich hatte bereits „Das Haus der Geschichten“ von Thomas Franke gelesen und war daher sehr gespannt auf dieses neue Buch von ihm. Die Werbung versprach einen „rasanten“ Roman – und hat damit in meinen Augen nicht zu viel versprochen. Die Geschichte entwickelt sich schnell, teils rasend-überstürzt-schnell, sodass es schon mal sein kann, dass man das ein oder andere Detail überliest. Es hat diesen Sog- bzw. Suchtfaktor: Hat man einmal angefangen, will man unbedingt wissen, wie es weitergeht. Das macht Romane mit Klasse aus!

Allerdings: Zu zart besaitet solltet man als Leser/in nicht sein, denn „Der Spiegel des Schöpfers“ ist nicht einfach nur ein Roman, sondern ein handfester (Action-)Thriller, der es gut und gerne mit einer spannenden Fernsehproduktion aufnehmen kann. Lange Zeit sind die Hauptfiguren auf der Flucht, es gibt Tote, Folter, Gewalt. Dabei tauchen auch immer wieder Fantasy-Elemente auf, die teils an Frank Peretti, teils an C. S. Lewis, aber auch an zeitgenössische Romane erinnern.

Mir hat besonders gut gefallen, dass es immer wieder zu unerwarteten Wendungen kommt und die „Auflösung“, woher der Fremde wirklich stammt, nicht vorhersehbar war. Begeistert hat mich, wie Thomas Franke Bezug auf aktuell kursierende Theorien aus dem naturwissenschaftlichen Bereich nimmt … besonders wenn man darüber ein wenig (!) Hintergrundwissen hat, weiß man das wohl zu schätzen.

Der christliche Glaube kommt in dem Roman auch nicht zu kurz. Sicher, es dauert einige Zeit, bis das Gespräch auf den Schöpfer kommt, aber der Glaube an Gott ist nicht nur eine Randerscheinung, sondern etwas, das die Hauptfiguren wirklich berührt, persönlich betrifft und zum Nachdenken bringt.

Mich hat „Der Spiegel des Schöpfers“ absolut überzeugt und ich würde mich sehr freuen, wenn es eine Fortsetzung gäbe! :-)


Der Sohn des Imams: Wie ein marokkanischer Muslim im deutschen Gefängnis von Jesus überrascht wurde
Der Sohn des Imams: Wie ein marokkanischer Muslim im deutschen Gefängnis von Jesus überrascht wurde
von Gabriele Pässeler
  Broschiert
Preis: EUR 9,99

3.0 von 5 Sternen Als Einblick in die muslimische Denkweise gut, als Biografie eher mau, 16. Februar 2014
Ich liebe spannende Biografien und habe bereits einige Lebensgeschichten gelesen, die der von Raschid ähneln. Allerdings war es für mich doch faszinierend, die Sicht eines Menschen aus Marokko auf Deutschland und den Gefängnisalltag zu erhalten. Raschids Erlebnisse innerhalb seiner Familie machen es nicht schwer, nachzuvollziehen, warum der Islam für ihn langfristig keine Perspektive bot. Und doch hat er es sich nicht leicht gemacht, eine Entscheidung für Jesus zu treffen. Sehr genau und detailliert beschreibt er die inneren Konflikte, die ein Muslim erlebt, wenn er sich dem „verbotenen Glauben“ öffnet. Schön fand ich auch, dass das Buch nicht mit seiner Bekehrung endet, sondern man als Leser auch erfährt, wie es mit ihm danach weiterging. Das macht das Erlebte wirklich authentisch.

Ich habe lange gezögert, ob ich dem Buch vier oder drei Sterne geben soll. Eigentlich las sich das Buch sehr leicht und ich habe - wie oben beschrieben - vieles entdeckt, was für vier Sterne sprechen würde. Doch was mich zum Ende hin ziemlich gestört hat: Ich fühlte mich mehr und mehr „angepredigt“. Hier stellt sich wohl die Frage nach der Zielgruppe. Wenn das Buch primär für Muslime geschrieben ist, die sich für den christlichen Glauben interessieren, dann haben die theologischen Erläuterungen sicher ihre Berechtigung. Doch für mich als Leserin mit nicht-muslimischem Hintergrund waren diese Passagen auf die Dauer einfach nur ermüdend, sodass ich sie zum Schluss nur noch überflogen habe. Schade – hier hätte man vielleicht im Lektorat noch manches kürzen oder anders gestalten können.

Ich kann das Buch daher nur eingeschränkt empfehlen; es ist sicher gut geeignet, um mit befreundeten Muslimen ins Gespräch über den Glauben zu kommen und es an Menschen aus diesem Kulturkreis zu verschenken, sofern sie sich für den christlichen Glauben interessieren. Auch für erste Einsichten in die Denkweise eines muslimisch aufgewachsenen Menschen ist es gut geeignet. Für Leser, die gern allgemein gut geschriebene Biografien schätzen, ist es jedoch eher nichts.


Daughter's Inheritance, A (The Broadmoor Legacy Book #1)
Daughter's Inheritance, A (The Broadmoor Legacy Book #1)
Preis: EUR 0,00

3.0 von 5 Sternen Definitiv nicht der beste Tracie-Peterson-Roman für Einsteiger!, 16. Februar 2014
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Kurzzusammenfassung:

Amerika, Ende des 19. Jahrhunderts. Fanny Broadmoor verliert bereits bei ihrer Geburt ihre Mutter und später auch noch ihren Vater, sodass sie bei ihren äußerst wohlhabenden Großeltern aufwächst. Als sie mit 17 Jahren nach ihrer Großmutter auch noch ihren Großvater verliert, muss sie nicht nur mit dem Verlust fertig werden, sondern sich auch der Tatsache stellen, dass der Rest der Broadmoor-Familie ihr bis auf wenige Ausnahmen nicht das ihr zugedachte Erbe gönnt, das sie antreten darf, sobald sie volljährig ist. Besonders einer ihrer Onkel lässt nichts unversucht, um sich Fannys Anteil des Erbes unter den Nagel zu reißen.

Trost findet sie bei ihren Cousinen Sophie und Amanda, die allerdings auch unterschiedlicher nicht sein könnten und sich regelmäßig deshalb in die Haare bekommen. Alle drei sind im selben Alter und auf der Suche nach dem Sinn ihres Lebens und der großen Liebe. Fanny glaubt, sie bereits gefunden zu haben – in Michael, ihrem Jugendfreund auf Thousand Islands, dem Feriendomizil der Broadmoors. Allerdings ist er der Sohn von Bediensteten und wäre in den Augen ihres Onkels keine angemessene Partie. Da jedoch ergibt sich für Michael eine Möglichkeit, in kurzer Zeit zu Wohlstand zu kommen …

Meine Meinung:

Dies war der erste Roman, den ich von Tracie Peterson gelesen habe, und fast hätte ich ihn gar nicht beendet. Lange Zeit wurde ich mit den Figuren überhaupt nicht warm, die Geschichte zog sich unendlich in die Länge, es wollte einfach keine Spannung aufkommen, der christliche Glaube wurde kaum thematisiert. Das letzte Drittel hat mich etwas entschädigt, denn hier passierte endlich was und auch Fanny und Michael wuchsen mir mehr und mehr ans Herz. Und da ich schon gern wissen möchte, wie es mit ihnen weiter geht, werde ich mir wohl auch den zweiten Teil der Trilogie kaufen. Mehr als drei Sterne hat dieser Roman allerdings trotzdem nicht verdient.


Unterwegs mit Bonhoeffer: Stationen auf dem Weg der Nachfolge
Unterwegs mit Bonhoeffer: Stationen auf dem Weg der Nachfolge
von Martin Schramm
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 15,95

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine Pilgerreise der besonderen Art, 25. Januar 2014
„Unterwegs mit Bonhoeffer“ ist ein origineller und unheimlich bereichernder Ansatz, dem Menschen Bonhoeffer, aber auch den großen Fragen des Lebens (die ihn damals ebenso umtrieben wie uns heute) nachzuspüren und sich darauf einzulassen.

Gemeinsam mit Martin Schramm habe ich mich auf den Weg gemacht, den drei wesentlichen Stationen auf Dietrich Bonhoeffers Weg zu begegnen – der Insel Fanö, den Seminarorten Zingst und Finkenwalde sowie Berlin, seiner Heimatstadt und letzten Etappe vor dem KZ. Dabei war mir bewusst, dass mich keine Biografie im klassischen Sinn erwartet und der Autor den Leser vielmehr auf seinen persönlichen Reflektionsprozess und „Pilgerweg“ mitnimmt. Ich habe mich daher gern eingelassen auf die Fragen und Denkanstöße – jedes Kapitel endet mit dem kurzen Abschnitt „Stationen auf meinem Weg der Nachfolge“, wo das Gelesene noch vertieft und weitergedacht werden kann.

Nach dieser kurzen Beschreibung werden die meisten sicherlich schon ahnen, dass dies kein Buch ist, dass man „im Galopp“ durchreitet, sondern eher im Schritt- und manchmal auch im Schneckentempo zu sich nimmt. Ich habe mir dafür insgesamt mehrere Wochen Zeit gelassen und empfand das als sehr gut so. Da die Kapitel zwar aufeinander aufbauen, aber in sich abgeschlossen sind und insgesamt auch gut gegliedert, ist es problemlos möglich, auch nach einer Lesepause wieder direkt einzusteigen.

Letztlich war ich doch positiv überrascht, wie viel Biografisches Schramm in sein Buch einfließen lässt, und zwar im doppelten Sinne: Der Leser erfährt zum einen viel über Bonhoeffers Leben, weshalb das Buch sich auch für Leute eignet, die bisher noch nicht so viel über den berühmten Pastor und Märtyrer im Dritten Reich wissen. Zum anderen gibt der Autor auch viel von sich preis, wird sehr persönlich – und gerade das macht meiner Meinung nach auch das Buch so echt und lesenswert. Dadurch, dass der Autor sich öffnet und dem Leser nahekommt, als Wegbegleiter, Suchender, Ringender, kann dieser sich auch selbst leichter öffnen und die Fragen und Impulse für sich persönlich reflektieren.

Ich kann „Unterwegs mit Bonhoeffer“ nur wärmstens empfehlen – als Begleitbuch im Urlaub, bei einem Neubeginn jeglicher Art, für Stille- und Auszeiten oder -tage, ebenso wie für den „ganz normalen“ Alltag. Es lohnt sich, sich mit Martin Schramm auf den Weg zu machen. Wer ein offenes Herz hat, wird dabei Gott begegnen.


Maria, die Frau aus Magdala
Maria, die Frau aus Magdala
von Sylvia Renz
  Broschiert

4.0 von 5 Sternen toller historisch-biblischer Roman!, 11. Januar 2014
Rezension bezieht sich auf: Maria, die Frau aus Magdala (Broschiert)
Viele Mythen ranken sich um „Maria, die Frau aus Magdala“, ob in Musicals, Filmen oder einschlägigen Bestsellern reißerisch verarbeitet. Sylvia Renz setzt mit ihrem historisch-biblischen Roman jedoch einen anderen Schwerpunkt. Ausgehend von den Berichten der Bibel über Maria skizziert sie ein spannendes, mitreißendes Porträt der Frau, die jahrelang ihr Geld als Prostituierte verdiente und unter dämonischer Besessenheit litt, bis Jesus sie befreite und in seine Nachfolge berief.

Der Roman widmet sich allerdings nicht nur Marias Lebensweg, sondern auch ihrem Umfeld und insbesondere den Jüngern, die mit Jesus unterwegs sind. Besonders Jehuda (Judas Iskariot) steht hier im Fokus: ein Jude edler Abstammung, der sich – wie so viele seiner Zeit – Jesus anschließt, weil er die Hoffnung hat, dass sein Messias ein irdisches Königreich errichten wird, in dem ihm eine tragende Rolle zukommt. Doch seine Frustration und Enttäuschung wachsen, als seine Versuche, einflussreiche Führer des jüdischen Volkes für Jesus zu gewinnen, immer wieder vom Meister selbst zunichte gemacht werden. Die Autorin präsentiert hier neue Ideen, was Jehuda/Judas schließlich zu seinem Verrat bewegt haben könnte, ohne dabei den biblischen Quellen zu widersprechen. Das hat mir gut gefallen.

Auch insgesamt ist der Roman gut recherchiert und man merkt, dass Renz sich ausführlich mit den biblischen Originaltexten auseinandergesetzt hat. So widmet sie sich im Anhang auch der Frage, ob Maria Magdalena mit Maria, der Schwester von Martha und Lazarus, identisch gewesen sein kann (wovon in diesem Roman ausgegangen wird). Ob man ihre Ansicht teilt oder nicht – dieser historische Roman ist es definitiv wert, gelesen zu werden.

Nach all dem Lob noch ein wenig Kritik: An etlichen Stellen schienen mir die gewählten Redewendungen und Ausdrücke doch zu modern, zu nah am Heute. Natürlich müssen historische Figuren nicht immer „altmodisch“ reden, aber diesen Spagat bekommt Francine Rivers, die Meisterin historisch-biblischer Romane, meiner Meinung nach noch etwas besser hin. An einer Stelle hatte ich auch spontan theologische Einwände – aber das war eben nur einmal. Ansonsten kann ich „Maria, die Frau aus Magdala“ uneingeschränkt empfehlen.


Das Elixier der Verwandlung: Vom Geheimnis des Leidens
Das Elixier der Verwandlung: Vom Geheimnis des Leidens
von Frank Krause
  Taschenbuch
Preis: EUR 14,00

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Zerbruch ist Aufbruch!, 13. Dezember 2013
„Die Voraussetzung für jeden Aufbruch ist der Zerbruch. (…) Das Alte festhalten und gleichzeitig das Neue verlangen, wird uns über kurz oder lang zerreißen, wir können nicht gleichzeitig nach hinten schauen und nach vorne gehen.“

Brigitte und Frank Krause legen mit „Das Elixier der Verwandlung“ ein einzigartiges, vielschichtiges Buch über ein sicherlich bislang sehr vernachlässigtes Thema in der christlichen Sachbuchliteratur vor: Veränderung durch Leiden, durch die tiefen Täler unseres Lebens. Dabei ist es keine theoretische Abhandlung über Leid und Leiden, sondern das Autorenehepaar möchte praktisch und bibelbasiert erklären, welchen Ursprung und Zweck Krisen in unserem Leben haben und wie Gott dauerhafte Veränderung in uns schafft.

„Das Elixier …“ ist ein Aufruf zur Mündigkeit. Basierend auf dem Psalm 18, der die Stationen von Davids Leben und seines ganz persönlichen Verwandlungswegs widerspiegelt, nehmen sie den Leser mit auf den „Weg des Geliebten“, der zunächst in den „Abstieg“ führt und an „Wendepunkte“, schließlich aber auch in die „Erhöhung“ mündet. Dabei würzen sie ihre Ausführungen mit kurzen Geschichten aus teils recht ungewöhnlichen Quellen und relevanten biografischen Episoden. Ich persönlich empfand dies sehr erfrischend; es entspricht so gar nicht dem Standard christlicher Sachbücher, in denen einschlägige Quellen sich oft gegenseitig zitieren.

Man spürt beim Lesen: Dieses Buch wurde mit viel Herzblut geschrieben! Die Krauses heben hier tiefe Schätze und geben sich nicht mit einfachen Antworten zufrieden. Vieles basiert auf ihrem eigenen Erleben. Daraus ergibt sich auch der einzige Kritikpunkt, den ich anzubringen habe: Manches wirkte auf mich noch unfertig und in Ansätzen auch unversöhnt. So berechtigt ihre Kritik an der gängigen Praxis in Frei- und Landeskirchen auch ist, manchmal hätte ich mir weniger Pauschalisierungen und weniger Härte gewünscht.

Dennoch hat mich „Das Elixier …“ sehr ermutigt, gerade weil es mich herausgefordert hat. In vielem habe ich mich wiedergefunden, in manchem auch meine Erfahrungen mit Gemeinde. Dabei hat mich besonders die hoffnungsvolle Perspektive begeistert, die die Autoren aufzeigen: Veränderung ist möglich, und am Ende der Krise warten die Freude und eine neue Tiefe in unserem Menschschein und unseren Beziehungen zu Gott und Menschen.

Ich kann dieses Buch daher sehr empfehlen und hoffe, dass sich noch viele Leser dem Geheimnis des Leidens nachspüren – es lohnt sich und vermag wohl auch so manchen inneren Knoten zu lösen! Gerade Menschen, die das Gefühl haben, in einer Krise oder einem Tal festzustecken, kann ich es sehr ans Herz legen.


Das Vermächtnis des Zimmermanns: Roman
Das Vermächtnis des Zimmermanns: Roman
von James L. Rubart
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 16,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein spannender Roman mit kleineren, verzeihenswerten Schwächen, 16. November 2013
Mit „Das Vermächtnis des Zimmermanns“ erscheint der zweite Roman von James L. Rubart auf Deutsch. Darin dreht sich alles um einen ganz besonderen Stuhl, den angeblich Jesus höchstpersönlich geschreinert haben soll … sodass nun heilende Kräfte in ihm wohnen. Der Antiquitätenhändler Corin bekommt ihn von einer geheimnisvollen Frau überreicht und ist zunächst leicht amüsiert und irritiert. Doch je mehr er sich mit dem Stuhl befasst, umso realistischer erscheint ihm die Herkunft. Er ist hingerissen zwischen Glauben und Zweifel – und Hoffnung für seinen gelähmten Bruder Sebastian. Doch Corin und die geheimnisvolle Frau sind nicht die Einzigen, die von der Existenz des Stuhles wissen …

Dieser spannende Roman weiß definitiv zu unterhalten und hat überraschende Wendungen. Es ist die perfekte Geschichte für alle Fans von Schatzsuchen, Artefakten, Übersinnlichen. Ich musste zwischendurch an die Serie „Warehouse 13“ denken. Doch „Das Vermächtnis des Zimmermanns“ ist nicht nur spannend, sondern hat auch Tiefgang. Die Charaktere sind lebensnah und erstaunlich vielschichtig. Im Mittelpunkt steht die Beziehung zwischen Corin und seinem Bruder Sebastian. Aber auch die Nebencharaktere kommen nicht zu kurz. Was mir gut gefallen hat: Nicht jede Figur überlebt, nicht jede Beziehung endet mit einem Happy End. Und auch der Glaube ist zwar natürlich Thema des Buches, aber wird hier sehr gut in die Geschichte eingeflochten, sodass man nicht das Gefühl hat, dass einem etwas aufgezwungen wird.

Allerdings ist die Story leider nicht durchgehend so realistisch und überzeugend: Es tauchen einige Ungereimtheiten auf, z. B. Corins Umgang mit seinen Antiquitäten oder auch die überaus schnellen Genesungszeiten nach Verletzungen. Außerdem empfand ich letztlich die Motive der „bösen Seite“ als recht platt und abgedroschen. Doch der gut geschriebene Showdown am Schluss des Buches hat mich etwas dafür entschädigt und das Nachwort persönlich auch sehr bewegt.

Insgesamt kann ich diesen Roman also absolut für gemütliche Lesestunden neben der Heizung oder dem Kamin empfehlen. Oder auch als Geschenk zu Weihnachten, ;-).


Seite: 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8