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Rezensionen verfasst von
Jens Pohl "JP" (Bukarest)
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Shadowmaker Ltd.
Shadowmaker Ltd.
Preis: EUR 14,99

3 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Volltreffer!, 20. April 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Shadowmaker Ltd. (Audio CD)
Rock'n'Rolf hat ein Comeback nach Maß geschafft und mit RUNNING WILD ein Album abgeliefert, das auf den Punkt kommt. Unnötiger Ballast wurde über Bord geworfen und man konzentriert sich auf die Songs selbst, die Riffs, die Melodien, den Gesang und den hervorragenden Sound. "Shadowmaker" ist eine Verneigung vor den 80ern in einem modernen Gewand, 100% RUNNING WILD, die jeden echten Fan vor Freude umwerfen wird. Ganz großes Kino!
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: May 3, 2012 11:41 PM MEST


Invictus (Ltd.ed.)
Invictus (Ltd.ed.)

12 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen 50 Minuten ohne Gnade, 13. Mai 2010
Rezension bezieht sich auf: Invictus (Ltd.ed.) (Audio CD)
Bruce Hammond Earlam und Douglas Wilgrove, auch oder besser bekannt als BRUCE & BONGO, haben es bereits 1986 gewusst und damit hellseherische Fähigkeiten bewiesen: Geil. Kein anderes Wort ist zutreffender als dieses. "Invictus", das mittlerweile sechste Studioalbum von HEAVEN SHALL BURN, überzeugt nämlich an allen Ecken und Enden. Traditionsbewussten Freunden der Thüringer bietet die Band abermals ein hochexplosives Gemisch aus Death- und Thrash Metal mit melodischen Hooklines und Hardcore-Elementen, und steigert sich als Novum auch schon mal in schwarzmetallische Gefilde oder verblüfft mit verstärkt elektronischen Spielereien, wie zum Beispiel im vorab über MySpace veröffentlichten "Combat". Jeder einzelne Song rollt extrem fett und gewaltig ins Ohr, bis der deutsch gesungene Chorus von "The Lie You Bleed For" durch Mark und Bein geht und lauthals in die Welt hinausschreien lässt: "Du bist nicht frei!". Als Überraschung zum Abschluss sorgt Sabine Weniger (DEADLOCK) im fast schon klassisch-melodiösen Refrain von "Given In Death", einem unheimlich emotionalen und für die Band musikalisch ungewöhnlichen Song, der das Thema Sterbehilfe und den kirchlichen Standpunkt dazu behandelt, für meterdicke Gänsehaut. "Invictus" ist zweifelsohne das abwechslungsreichste und auch beeindruckendste Album von HEAVEN SHALL BURN.
Kommentar Kommentare (15) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Nov 11, 2010 5:41 PM CET


Gravity of Light
Gravity of Light
Preis: EUR 8,99

6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Nicht ganz so düster wie der Vorgänger, 25. April 2010
Rezension bezieht sich auf: Gravity of Light (Audio CD)
In Finnland innerhalb von nur wenigen Tagen nach Veröffentlichung auf dem zweiten Platz der finnischen Charts gelandet, muss sich "Gravity Of Light", das achte Studioalbum der Band um NIGHTWISH-Bassist (und Sänger) Marco Hietala und dessen Bruder Zachary, hierzulande erst noch beweisen. Das Artwork des Nachfolgers zu "Crows Fly Black" deutet es jedenfalls an: Auf "Gravity Of Light" finden sich erneut doomige Stampfer (z.B. "Hell Knows", "Magic And Technology") als auch mitreißende, bombastisch angelegte und nahezu theatralisch vorgetragene Hymnen (z.B. "Rise!", "I Walk Forever").

Insgesamt ist "Gravity Of Light" komplexer und damit auch nicht so eingängig wie sein Vorgänger ("Crows Fly Black"), der zwar düsterer klingt, dafür aber uneingeschränkt überzeugt. Dabei hat "Gravity Of Light" von einer schnellen Metal-Hymne wie "The Pilot Of All Dreams" über das dezent komplex gehaltene "Calling Down The Rain" bis hin zu einer Power-Ballade wie "Gone" wirklich alles zu bieten, was das Heavy-Metal-Herz begehrt. Die Songs haben durchweg große Melodiebögen und wirken im Vergleich zu den Tracks des Vorgängers sogar noch ein Stück amtlicher. Marcos Gesang prägt die Songs und beeindruckt, doch der erdigere Grundtenor von "Crows Fly Black" hatte meiner Meinung nach etwas mehr Biss.

Fazit: "Gravity Of Light" ist zwar kein überragendes und auch nicht sonderlich überraschendes, aber immer noch ein großartiges Album: Bombastisch. Progressiv. Zeitlos. Mir persönlich gefällt der Vorgänger um Einiges besser, aber Freunde von TAROT und Marco Hietala dürfen, nein, müssen trotz allem zugreifen, ebenso wie jene Heavy-Metal-Fans, die auf kraftvolle Songs der Marke BLACK SABBATH oder IRON MAIDEN stehen, hier einmal hineinhören sollten.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: May 21, 2010 3:47 PM MEST


Bloody Kisses
Bloody Kisses
Preis: EUR 9,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Der ganz große Durchbruch, 24. April 2010
Rezension bezieht sich auf: Bloody Kisses (Audio CD)
Das Jahr 1993 ist nicht nur das Jahr, in dem Nelson Mandela den Friedensnobelpreis erhielt und Brandon Lee bei einem mysteriösen Unfall während den Dreharbeiten zum Kultfilm "The Crow" verstarb, sondern auch das Jahr, in dem TYPE O NEGATIVE mit ihrem dritten Studioalbum "Bloody Kisses" den ganz großen Durchbruch schafften und Roadrunner Records das erste Platin der Labelgeschichte bescherten.

Im Gegensatz zu den vorhergehenden Alben sind die Songs auf "Bloody Kisses" zugänglicher und melodischer, wenngleich sich die Band - kurz nach Veröffentlichung wechselte Schlagzeuger Sal Abruscato übrigens zu LIFE OF AGONY und Ex-Roadie Johnny Kelly übernahm seinen Posten - auch weiterhin musikalisch nur schwer einordnen lässt, denn neben düsteren, melancholischen Songs mit Choralgesängen, Synthesizer- und Orgelpassagen finden sich mit "Kill All The White People" (feat. Phil Anselmo) und "We Hate Everyone" auch schnelle, Hardcore-lastige Tracks, die für ein letztes Mal an Peter Steeles musikalische Vergangenheit mit CARNIVORE erinnern. Es sind auch diese zwei Songs, die ein Jahr später auf einer Neuauflage des Albums entfernt und durch den "Christian Woman"-B-Seiten-Track "Suspended In Dusk" ersetzt wurden und eine Hymne an die BEATLES darstellt. Ungewöhnlich auch, dass nahezu alle Songs direkt ineinander übergehen.

Der bandtypische Sarkasmus entfaltet sich einmal mehr zunehmenst in den Lyrics des Albums, in denen Themen wie zum Beispiel Sex, Tod und Christentum aufgegriffen werden, aber auch ironische Anspielungen auf die Gothic-Metal-Szene und deren Anhängerinnen ("Black No.1 (Little Miss Scare-All)") oder die unbegründeten Rassismus-Vorwürfe gegen die Band selbst.

"Bloody Kisses" setzte ohne Zweifel den Grundstein für ein Genre, das durch TYPE O NEGATIVE neue Dimensionen und so manche Mainstream-Hörerschaft erreichte. Dieses Album war es auch, das meinen bewussten Einstieg in das Werk und Wirken dieser Band ermöglichte, mich mit seinem Abwechslungsreichtum und vor allem Steeles einzigartigem Gesang begeisterte und trotzdem etwas vermissen ließ, das ich erst mit dem folgenden Album "October Rust" bekam: Einen zeitlosen Klassiker, der den Höhepunkt der Bandkarriere markierte, und kommerziell ohne Zweifel am erfolgreichsten war.


The Nemesis Construct
The Nemesis Construct
Preis: EUR 16,29

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Die Überraschung des Jahres!, 24. April 2010
Rezension bezieht sich auf: The Nemesis Construct (Audio CD)
Während "ReWake" vor einem Jahr qualitativ noch sehr durchschnittliches Material zu bieten hatte und über Albumlänge selten zu begeistern wusste, präsentieren sich EMERGENCY GATE mit ihrem mittlerweile dritten Studioalbum komplett geläutert. Zwar lassen sich die Jungs nach wie vor keinem Stil eindeutig zuordnen, aber die Aggressivität und die - Achtung, Scheuklappenträger - elektronischen Elemente, die "The Nemesis Construct" letzendlich veredeln, schielen eher in Richtung MetalCore als in Richtung Melodic Death Metal. Es reiht sich ein Hit an den nächsten: Die Band klingt gereift und fest entschlossen, ab sofort auch international ein Wörtchen mitzureden.

Die Songs sind auf den Punkt gespielt und überzeugen mit fetten Gitarrengrooves, elektronischen Spielereien, die sich wie ein roter Faden durch das Album ziehen, einem außergewöhnlichen Wechselspiel aus markigen Growls und abwechslungsreichem Klargesang von Sänger Matthias Kupka, der hier durchweg Glanzleistungen an den Tag legt, und extrem melodischen Refrains, die definitiv nicht kitschig klingen, aber bereits nach zwei/drei Durchläufen einfach nicht mehr aus dem Kopf zu bekommen sind.

Aufgrund der Hitdichte auf "The Nemesis Construct" fällt es schwer, einzelne Highlights als Anspieltipps zu nennen, aber der leicht verhaltene Stampfer "An End To The Age Of Man", der vor allem von seinem melodiösen Chorus lebt und mit einer reinrassigen Techno-Einlage überrascht, die von einem Stakkato-Riffing aufgefangen wird, bevor zum Abschluss noch einmal der Chorus gespielt wird, das mit dem wohl eingängigsten Refrain des Albums ausgestattete "Point Zero" oder das in harmonischer Art und Weise von Härte und Melodie geprägte "Diary Of Nightmares" sind definitiv repräsentativ für den derzeitigen Status quo von EMERGENCY GATE. Der meiner Meinung nach bisher beste Track der Band ist jedoch das düstere "Dark Side Of The Sun", und das nicht einmal deswegen, weil man Tom Englund (EVERGREY) als Gastsänger gewinnen konnte und dieser im Duett mit Matthias völlig überzeugend und eindrucksvoll agiert, sondern weil der mit viel Elektronik gespickte Midtempo-Track Ohrwurm-Qualitäten offenbart, die mir vor Freude sprichwörtlich die Tränen in die Augen treibt.

Zu bemängeln (und deshalb auch Punktabzug) gibt es an "The Nemesis Construct" eigentlich nur den Sound, denn der ist leider viel zu dumpf und für meinen Geschmack auch viel zu leise gemischt. Warum man hier nicht jemanden vom Format Jacob Hansen (DEADLOCK, HEAVEN SHALL BURN, MERCENARY, NEAERA) oder Tue Madsen (DARK TRANQUILLITY, MNEMIC, MOONSPELL, THE HAUNTED) beauftragt hat, die sich beide für diese Art von Musik ganz hervorragend angeboten hätten um einen richtig fetten, klaren Sound aus den hochwertigen Kompositionen herauszukitzeln, ist mir schleierhaft. Nichtsdestotrotz ist "The Nemesis Construct" die bisher größte Überraschung des Jahres und ausnahmslos jedem zu empfehlen, der auf melodische, aggressive Härte der Marke SOILWORK oder mit Abstrichen auch IN FLAMES tierisch abgehen kann.


Death Culture
Death Culture
Preis: EUR 17,20

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Auf der Überholspur, 9. April 2010
Rezension bezieht sich auf: Death Culture (Audio CD)
Mit dem renomierten Label Listenable Records im Rücken, haben es NOCTIFERIA auf den internationalen Durchbruch abgesehen. Die Chancen dafür stehen hervorragend, denn "Death Culture" ist in jeder Hinsicht überzeugend. Zum einen haben die Slowenen erneut auf Peter Tägtgrens (HYPOCRISY, PAIN) Gespür für einen effektvollen Mix und auf Jonas Kjellgrens (SCAR SYMMETRY) Händchen für qualitativ hochwertig veredelte Produktionen zurückgegriffen, und zum anderen zeigt sich das Quintett von ihrer bis dato brachialsten Seite, wobei gekonnt eingesetzte Breaks und Tempowechsel die kompakten Grundmauern auflockern und für durchschlagende Spannungsbögen sorgen, die das Album und das Konzept dahinter - der Umgang mit Demokratie, Kapitalismus, Geheimgesellschaften und Menschen, die ihre Seele für all das verkaufen, ohne mit der Augenwimper zu zucken - äußerst abwechslungsreich gestalten. Mit ihrem vierten Studioalbum stehen für NOCTIFERIA alle Zeichen auf Sturm.

Die stimmungsvolle Einführung bildet eine Rede von John F. Kennedy, in der Kennedy von gewissen Geheimgesellschaften berichtet, die über Leichen gehen, um die globale Vorherrschaft an sich zu reißen, und dass sich die Menschheit auf das Wesentliche im Leben besinnen muss, um ihr Schicksal abzuwenden: "Man will be what he was born to be: free and independent!" Nur zwei Jahre später, am 22. November 1963, wurde Kennedy mit mehreren Gewehrschüssen getötet. Gänsehaut. Nichts liegt näher als der folgende Song: "Terror" walzt ohne Gefangene zu machen erbarmungslos alles nieder, was ihm in die Quere kommt. Vom Industrial Metal des Vorgängers ist nur noch in Ansätzen etwas zu spüren, denn auf "Death Culture" regiert technisch anspruchsvoll gespielter Death Metal, wie man ihn auch gern mal nach Göteborger Art kennen und lieben gelernt hat. Hat man sich an dieses Tempo gewöhnt, legt die Band noch einmal nach und präsentiert sich mit "Deluders & Followers" im Black-Metal-Geschwindigkeitsrausch. So hätten SAMAEL auch klingen können: Dämonisch, bombastisch, fett.

Überhaupt bedienen sich NOCTIFERIA auf "Death Culture" nicht nur an verspieltem Todesblei und tiefschwarzer Musikkunst, sondern ebenso konsequent am reichhaltig gedeckten Buffet anderer Metal-Genres: Thrashig schnelle, dynamische Riffs treffen genauso ins Schwarze wie Elemente aus Gothic und Industrial. Diesbezüglich können vor allem der Hitgarant des Albums, "Demoncracy", ein Industrial-Metal-Stampfer im Midtempo, punkten, das von Chören getragene und leicht an HYPOCRISY erinnernde "Non Individuum" und "Samsara", ein Track, der trotz seiner ungeheuren Wucht einen durch tribalartige Drums und Ethereal-Vocals entspannenden Charme aufweist.

So viel Mut wird belohnt. "Death Culture" ist ohne Frage ein starkes und rundes Album der Slowenen, das so manche Überraschung parat hält. Sänger Gianni Poposkis Vocals, Growls oder Sprechgesang, seine Fähigkeit, unterschiedliche Emotionen - und damit Bilder - in den Köpfen der Zuhörer zu erzeugen, erhebt das Album ganz eindeutig aus der Masse. Das einzige Manko ist der entstehende Eindruck, dass man die Songs teilweise etwas überladen hat, deshalb erschließt sich das Album auch nicht auf Anhieb. (Melodischen) Death Metal bekommt man so brachial und abwechslungsreich jedenfalls nur sehr selten zu hören. Das bisherige Genre-Highlight in diesem Jahr!


Heuchler
Heuchler
Preis: EUR 12,99

4.0 von 5 Sternen Starkes Comeback, 9. April 2010
Rezension bezieht sich auf: Heuchler (Audio CD)
MEGAHERZ wollen es noch einmal wissen und veröffentlichen mit "Heuchler" ihr mittlerweile sechstes Album, das sich mit überaus deutlichen Worten und dem Esprit der ersten zwei/drei Alben ins Gehör fräst wie ansonsten kaum ein anderes deutschsprachiges Metal-Album der letzten fünf Jahre. Ein Großteil dieser Lorbeeren gebührt Sänger Lex, der sich deutlich besser in die Band integriert als sein Vorgänger Matthias Elsholz. Nicht zuletzt klingen auch die Kompositionen wieder sehr viel gehaltvoller, härter, metallischer und auch eingängiger als auf "5".

Zwar erinnert der Titelsong aufgrund der verwendeten Riffs und dem Gesang an RAMMSTEIN, doch schon mit dem zweiten Song ("Das Tier") schwimmt sich die Band frei und präsentiert sich von einer ungewohnt eingängigen und epischen Seite, denn diese Nummer klingt auch darüberhinaus noch lange im Ohr. Viele kleine Details, wie die zarten Klänge einer spanischen Akustik-Gitarre im düsteren "Ebenbild" oder der extrem eingängige, von rockigen Riffs dominierte Refrain von "L'Aventure" hinterlassen nicht den geringsten Zweifel daran, dass MEGAHERZ ein verdammt kreatives Album vorgelegt haben, das auch lyrisch zu begeistern weiß: "Fauler Zauber" überrascht in dieser Hinsicht gleich zweimal, denn der tiefgründige Text zählt nicht nur zu den bewegendsten Momenten der Bandgeschichte, sondern auch die den Refrain veredelnden weiblichen Vocals von BLOODFLOWERZ' Kirsten Zahn machen diesen Song zu einem ganz besonderen Highlight, während "Schau In Mein Herz" sämtliche Clubs zum Beben bringen wird. Auch die düstere, tonnenschwere Halbballade "Alles Nur Lüge" offenbart einen ganz eigenen Charme, nicht zuletzt durch den erneut bravorös in Szene gesetzten Gesang von Frau Zahn.

MEGAHERZ haben sich erfolgreich einer Frischzellenkurz unterzogen, denn "Heuchler" ist ohne Zweifel das beste und abwechslungsreichste Album der Band, das nicht nur die neuen sondern auch viele der alten Fans wunschlos glücklich machen wird und dabei nicht nur vom variablen Gesang von Neuzugang Lex profitiert, sondern auch vom Hitcharakter jedes einzelnen Songs an sich. Auch die Produktion läßt keinerlei Wünsche offen, so dass dieses Album auch für Fans von RAMMSTEIN, OOMPH! und EISBRECHER ein absolutes Muss darstellt.


Eiszeit
Eiszeit
Preis: EUR 11,99

13 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Ganz OK, 9. April 2010
Rezension bezieht sich auf: Eiszeit (Audio CD)
Der Überraschungserfolg des Grafen könnte auch einer Band wie EISBRECHER den Weg ebnen, denn die Unterschiede sind in gewisser Weise nur noch marginal. Die elektronischen Elemente, die bereits auf "Sünde" in den Vordergrund gerückt sind, sind auch auf "Eiszeit" vorhanden und ziehen sich wie ein roter Faden durch das Album. Selbstverständlich aber bleiben neben schmertternden NDH-Gitarrenriffs auch stramme Industrial-Marschrythmen fester Bestandteil des EISBRECHER-Sounds, wie sich schon beim bereits als Single ausgekoppelten Titelsong - ärgerlich, da ausgerechnet dieser Track offensichtlich durch GROSSSTADTGEFLÜSTERs großartigem "Ich Muss Gar Nix" inspiriert wurde - zeigt, aber auch Synthie-Loops und tanzbare Beats kommen diesmal nicht zu kurz, so dass sich das aktuelle Album mit Abstand als das abwechslungsreichste und detaillierteste der Band entpuppt.

So begeistert diesmal neben hymnenartigen Melodien, die wieder einmal gut ins Ohr gehen, vor allem der Einsatz weiblicher Stimmen, und das gleich mehrmals (im Duett): So zum Beispiel im dank der geschickten Kombination von Beats und Bassläufen extrem nach vorne treibenden "Bombe", im an die SISTERS OF MERCY erinnernden, englischsprachigen "Gothkiller" oder in der auf Eingängigkeit getrimmten Ballade "Die Engel". Aber nicht nur an diesem Detail wurde gearbeitet, sondern auch Sänger Alexx bringt seine gesanglichen Qualitäten deutlich besser zum Ausdruck, als auf vorherigen Alben.

"Eiszeit" trifft den Nerv der Zeit, und jeder Anhänger dieser Band wird mit einem Lächeln darüber hinwegsehen, dass die Texte teilweise leider immer noch ziemlich flach ("Blaue Augen, blondes Haar. Samt und seidig - wunderbar..." ["Supermodel"]) ausgearbeitet sind und die Reimschemata durch ihre Einfachheit so manches Mal auch auf die Nerven gehen. Gerade dieser Aspekt macht MEGAHERZ' "Heuchler" inhaltlich etwas wertvoller. Aber über Geschmack lässt sich bekanntlich nicht streiten. "Eiszeit" ist, trotz überschaubarer Schwächen, ein Album, bei dem Härte und Eingängigkeit Hand in Hand gehen und das das Potential hat, eine breitgefächerte Hörerschaft anzusprechen.
Kommentar Kommentare (7) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Apr 22, 2010 12:09 PM MEST


For Aeons Past
For Aeons Past
Preis: EUR 19,33

4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Hervorragendes Debüt, 9. April 2010
Rezension bezieht sich auf: For Aeons Past (Audio CD)
Aufgrund des an Dan Swanö erinnernden Klargesangs von Christian Älvestam konnte man SCAR SYMMETRY immer ein wenig als eingängigeres Erbe von EDGE OF SANITY betrachten. Dass die Schweden nach Christians Abschied vor gut zwei Jahren mit Lars Palmqvist und Roberth Karlsson weiterhin den Pfaden ihres ehemaligen Sängers folgen spricht für Älvestam. Dabei kann der Mensch auch ganz anders kann, und beweist mit Bands wie MISERATION und THE FEW AGAINST MANY, dass derbe Growls genauso zu seinem Repertoire gehören, wie ein Abstecher ins Pop-Business als Gastsänger von HENRIK B ("Now And Forever"). Wer den charismatischen Sänger jedoch in all seinen Facetten erleben möchte, hat mit SOLUTION.45 endlich wieder die Gelegenheit dazu.

SOLUTION.45 lassen selbstverständlich nichts anbrennen und machen mit ihrem Einstand eine erfreulich sportliche Figur: Bereits der Opener ("The Close Beyond") legt mit ordentlichem Dampf los, und Älvestam lässt in Sachen Aggression keine Wünsche offen. Der Refrain glänzt mit einer typischen, melodischen Gesangslinie, doch das Riff darunter ist hervorragend und das Solo, von Gastmusiker Patrik Gardberg (TORCHBEARER) auf einer 8-saitigen Gitarre eingespielt, ist richtig fett. Solche Songs legen wirklich alles in die Waagschale, was modernen Melodic Death Metal mit Identität und Wiederkennungswert ausmacht. Auch die folgende Nummer, "Gravitational Lensing", donnert wie ein brachialer Vorschlaghammer, um die Fronten zu klären, bevor es mit "Through Night - Kingdomed Gates" etwas atmosphärischer zur Sache geht. Dafür sorgt Mikko Härkin (Ex-SONATA ARCTICA) am Keyboard, der SOLUTION.45 nach nur kurzer Zeit bereits wieder verlassen hat, und deshalb auch nur als Gastmusiker im Booklet aufgeführt wird. Erwähnenswert an dieser Stelle ist übrigens, dass niemand Geringeres als Mikael Stanne (DARK TRANQUILLITY) nicht nur alle Lyrics für "For Aeons Past" geschrieben hat, sondern auch mit gewohnt giftigen Growls zur Seite steht, und "Bladed Vaults" Göteborger Seele einhaucht. Fantastisch!

Verschnaufpausen bieten SOLUTION.45 kaum. Überraschend daher die schwermütige, melancholisch und herzzerreißend emotional intonierte Ballade ("Lethean Tears"), nachdem mit dem oberamtlichen Titelsong das Gaspedal ein weiteres Mal so richtig durchgetreten wurde. Die Band hat den Bogen zwischen brachialen Metalparts und gefühlvollen massenkompatiblen Sounds hin und her zu wechseln definitiv raus.

Die größte Überraschung aber - ein Highlight par excellence - ist der mit sechzehn Minuten überlange Rausschmeißer, der das Prädikat "episch" tatsächlich verdient. Ein krönender Abschluss für diesen extrem fetten Brocken Aggression mit Pop-Appeal, der jedoch nichts der urwüchsigen Kraft beraubt, und dem es manchmal - obwohl Jani Stefanovic und Tom Gardiner ohne Frage ihre Sache ganz ausgezeichnet machen - etwas an diesen wahnwitzigen Gitarrensoli der Marke Jonas Kjellgren (SCAR SYMMETRY) mangelt. Auch ein bischen mehr Mut zu gezieltem Pathos-Overdrive vielleicht, unerwarteten Parts hier und dort oder unvorhersehbaren Breaks hätte ich mir gewünscht. Nichtsdestotrotz verdient das Album eine ganz klare Kaufempfehlung. Freunde des modernen, melodischen Death Metal, aus dem einige Elemente der schwedischen Schule sowie ein guter Schuss Progressivität vernehmbar sind, sollten sich "For Aeons Past" unbedingt zulegen.


Far from the End of the World (3-Track Single)
Far from the End of the World (3-Track Single)
Preis: EUR 11,99

6 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Eine Zumutung, 5. April 2010
Machen wir uns doch nichts vor, die ersten beiden Alben, "Masterplan" und "Aeronautics", sind bereits sieben bzw. fünf Jahre nach Veröffentlichung gnadenlos fantastische Genreklassiker, die ohne Wenn und Aber überzeugen, nicht zuletzt auch aufgrund Jorn Landes einzigartigem Talent, seine Songs gesanglich auf den Punkt zu bringen. Doch als Ausnahmesänger Jorn vor vier Jahren die Segel bei MASTERPLAN strich und Co-Bandgründer und Drummer Uli Kusch wenig später ebenfalls seinen Ausstieg bekannt gab, schien es fast so, als ob die Band daran zerbrechen würde. Allen Gerüchten zum Trotz konnte man jedoch wenig später Mike DiMeo (Ex-RIOT) als neuen Sänger und den kurz zuvor bei RAGE gefeuerten Mike Terrana als Neuzugänge begrüssen. Das folgende Album, "MK II", konnte allerdings, obwohl Mike DiMeo ein begnadeter Sänger ist, auf diesem Album jedoch weit hinter seinen Möglichkeiten blieb, nicht überzeugen. Was lag also näher, als Jorn wieder zurück ins Boot zu holen? Gesagt, getan. Die Band gab im Sommer letzten Jahres die Rückkehr des Norwegers ganz offiziell bekannt, und ein amtlicher Titel für das vierte Album war schnell gefunden: "Time To Be King".

Als Vorgeschmack für den im Mai erscheinenden Longplayer soll nun die 3-Track-Single "Far From The End Of The World" herhalten, die den Titelsong einmal als Single- und einmal als fünfzehn Sekunden längere Album-Version, und einen Song namens "Lonely Winds Of War" enthält. Das allein ist schon mager genug, aber muss "Far From The End Of The World" dann ausgerechnet noch wie eine Mischung aus "Sail On" des Debüts und "Watching The World" von "MK II" klingen? Das soll also die groß angekündigte Rückkehr des großen Mannes mit der großen Stimme einer einst großen Power-Metal-Hoffnung sein? Ziemlich ernüchternd dann auch der zweite Track: Wer nicht auf seinen Ohren sitzt, und auch klassische Musik liebt, wird erstaunt feststellen, dass Teile der Melodielinien von "Lonely Winds Of War" auf Alexander Borodins "Prince Igor" basieren. Obwohl Lande in dieser langsamen Nummer endlich seine Stimmbänder bedient und für einen kurzen Moment Gänsehaut erzeugt, liegt auch dieser Song weit unter dem Niveau aller bisher veröffentlichten Songs der Band.

Wenn diese beiden lieb- und leblosen Songs daher repräsentativ für MASTERPLANs viertes Album stehen, schlage ich schon jetzt meine Hände über dem Kopf zusammen und vermute, dass dies nicht nur das erste Album nach der Rückkehr von Lande ist, sondern auch das letzte der Band. Diese Single jedenfalls ist völlig überflüssig, mit zwei Songs, die leider überhaupt nicht überzeugen können und völlig uninspiriert klingen. Finger weg! Zumal beide Songs auch auf dem Album zu finden sein werden.


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