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Rezensionen verfasst von
Jens Pohl "JP" (Bukarest)
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Frozen Inside
Frozen Inside
Wird angeboten von ASAPH24
Preis: EUR 17,95

2 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Plagiat, 11. Dezember 2009
Rezension bezieht sich auf: Frozen Inside (Audio CD)
Finnland ist musikalisch immer mal wieder für Überraschungen gut, wobei diese Überraschungen - wie im Falle von HB - nicht immer positiv zu sehen sind. Denn HB fühlen sich dort zu Hause, wo NIGHTWISH vor über zehn Jahren bereits gewesen sind: im symphonisch-prunkvollen Metal mit gelegentlichem Ausflug in (hier) ekelhaft-süß-klebrige Gothic- bzw. Power-Metal-Gefilde. Dabei versteht sich von selbst, dass auch bei WITHIN TEMPTATION nicht haltgemacht wird. Der Clou bei HB ist allerdings, dass (spätestens) in jeder zweiten Textzeile Gott gelobtpreis wird, bis auch der letzte Zweifler überzeugt sein und auch der letzte Sünder auf die Knie sinken und um Vergebung bitten müsste. Müsste - denn HB übertreiben es mit ihrer missionarischen Überzeugungsarbeit so penetrant, dass mir bei Textzeilen wie "Lord is your shepherd" und "Jesus loves you" beinahe ekliger Weihrauchgeruch in die Nase steigt und mich ein Schwindel ganz nah an der Grenze zur Ohnmacht überkommt.

Wären diese plumpen Texte also etwas geschickter verpackt, wie es so manche schwarz angehauchte Combo subtil herausarbeitet, könnte man durchaus mit sich reden lassen, denn musikalisch gehen HB aufs Ganze. Zwar stehen hier wie bereits erwähnt hauptsächlich Bands wie NIGHTWISH und WITHIN TEMPTATION Pate, aber die Umsetzung ist durchaus als gelungen zu sehen: zu keiner Zeit eigenständig und daher völlig ohne Seele, aber ihre Instrumente beherrschen die vier Jungs ohne Zweifel. Ärgerlich nur, wenn sich Sängerin Johanna Aaltonen wie zum Beispiel bei "It Is Time" so dermaßen an Sharon den Adels Gesangsstil versucht, dass ihr Bemühen bereits fast an Frechheit grenzt. Dabei klingt der a capella vorgetragene Opener durchaus - lässt man auch hier wieder die nicht gerade einfallsreichen Lyrics beiseite - vielversprechend.

HB sind sicherlich technisch versiert, was auch die erträgliche Produktion unterstreicht, aber textlich und kompositorisch sollte sich der Fünfer aus Kanta-Häme unbedingt etwas mehr einfallen lassen als simples Kopieren von Melodien und Ideen bereits bekannter Gruppierungen und ein Herunterzitieren von Bibelzitaten und christlicher Propaganda, ohne auch nur einmal ansatzweise nach links oder rechts zu schauen. Musikalische Kreuzzüge benötigt die Welt nämlich genauso wenig wie muslimischen oder allgemein religiösen Fanatismus oder sektiererisches Verhalten jeglicher Couleur.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Dec 5, 2011 11:58 AM CET


ReUnation - A Tribute To Running Wild
ReUnation - A Tribute To Running Wild
Preis: EUR 19,98

0 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Abschiedsgeschenk an Band und Fans, 16. Oktober 2009
Nach 30-jähriger Karriere lichten RUNNING WILD den Anker, setzen die Segel und verlassen die Sieben Weltmeere - Zeit, um dieser Band einen angemessenen Abschied zu bescheren: Mit "ReUnation" erscheint jetzt das ultimative RUNNING WILD Tribute Album.

"ReUnation" ist in enger Zusammenarbeit mit RUNNING WILD, ehemaligen Bandmitgliedern, den Fans und natürlich nicht zu vergessen auch mit den Bands, die hier einer Metal-Legende huldigen, entstanden.

Es verneigen sich zum Beispiel die legendäre dänische Melodic-Rock-Formation FATE, die deutschen Modern-Metal-Senkrechtstarter DEADLOCK, die Folk-Metal-Überflieger SUIDAKRA, die deutsch-rumänischen Power-Metaller POWERWOLF und die neue Piraten-Metal-Band ORDEN OGAN ("We Are Pirates!"). Desweiteren finden sich unter den vielen weiteren Acts MAGICA, WARHEAD und 5TH SONIC BRIGADE (featuring Ex-Mitglieder von SOILWORK), und zeigen, dass neben Power-Metal-Bands auch Gothic-, Thrash- und Black Metaller ebenso wie jene, die sich sehr den moderneren Klängen verschrieben haben, von RUNNING WILD geprägt wurden.

Hier gibt es über 150 Minuten geballte RUNNING WILD-Power gebündelt in 31 Klassikern - Alle Tracks nur auf diesem Sampler erhältlich! Und natürlich hat auch das von Costin Chioreanu (u.a. DEMONICAL, GRAVE) aufwendig gestaltete Artwork eine Besonderheit: Es lässt alle RUNNING WILD-Trademarks zu einem Gesamtkunstwerk verschmelzen und macht diesen Tribute Sampler zu einem exklusiven Sammlerstück. Ein definitives Muss für alle Fans!
Kommentar Kommentare (5) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jan 31, 2010 12:40 AM CET


Temptation
Temptation

2 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Nachschlag oder Abzocke?, 29. März 2008
Rezension bezieht sich auf: Temptation (Audio CD)
Nachdem sich Richard Z. Kruspe vor einigen Monaten mit EMIGRATE selbstverwirklichte, legt der RAMMSTEIN-Gitarrero nun mit einer zweiten Singleauskopplung nach, die vor allem die Käufer der ersten EP unheimlich ankotzen wird, denn auf diesem Output erleben die beiden bereits hinlänglich bekannten Nummern "New York City" und die stark an RAMMSTEIN erinnernde Durchschnittsware "My World" ihre Wiedergeburt, nur das es diesmal auch für die beiden zugehörigen Videos gereicht hat.

Ausgerechnet "Temptation", der wohl poppigste Titel des Albums, muss es sein, der diesmal seine Hörer (und Käufer) finden soll. Dabei klingt Richards Gesang in den ruhigeren Momenten des Songs (immer noch) stark gewöhnungsbedürftig. Letztendlich aber ist dieser Titel einfach zu banal, als das er sich langfristig tatsächlich im Gehör festsetzen könnte. Genauso verhält es sich auch mit dem ersten von zwei bisher unveröffentlichten Tracks, die hier ebenfalls zu finden sind: "Face Down" reiht sich nahtlos in die Riege derjenigen Songs des Albums ein, die weder überraschen noch auf irgendeine anderer Art und Weise begeistern können.

Ganz anders verhält es sich allerdings mit "I Have A Dream". Diese Nummer passt zwar vom Rhythmus und Stil her auch zu den Songs auf "Emigrate", kann aber mit leichten arabischen Klängen und einem atmosphärischen Mittelteil, den eine Frauenstimme versüsst, einen gewissen Musculus frontalis bewegen und die Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Ob dieser Track und das gelungene Coverartwork allerdings ausreichend ist, sich diesen Nachschlag zuzulegen, wage ich zu bezweifeln.


Mary Celeste
Mary Celeste
Preis: EUR 16,50

5 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Wie ein Geisterschiff auf hoher See..., 1. Dezember 2007
Rezension bezieht sich auf: Mary Celeste (Audio CD)
MANDRAKE hörte ich zum ersten Mal in meinem Leben, als mir ein Freund aus Aurich ein Demo-Tape einer bis dato völlig unbekannten lokalen Band in die Hand drückte, die brachialen, düsteren Gothic Metal spielte. Das muss so um 1996/97/98 gewesen sein und ich war völlig begeistert, denn vor allem die tiefen Growls und die zarten weiblichen Vocals in den selten besinnlichen, atmosphärischen Passagen überzeugten. Danach verlor ich die Band aus den Augen und den Ohren, bis jetzt - gute zehn Jahre später - das bereits vierte Album dieser Band in meinem CD-Player rotiert.

Anno 2007 scheint sich das Blatt völlig gewendet zu haben. Die Growls sind weiblichen, relativ gefühlslosen Vocals gewichen und männlicher Gesang kommt, wenn überhaupt, nur noch selten als eher überflüssige Beigabe zum Einsatz (z.B. bei "Forgiven", "Life's Last Shore", "Borrowed Life"). Die Härte der Band, die ich noch von ihrem Demo-Tape kannte und zu schätzen wusste, ist genretypischen Standardarrangements auf Schmusekurs gewichen und bietet kaum Freiraum für Gewaltausbrüche, Keyboard- oder Gitarrensoli wie zum Beispiel bei "Masquerade" oder "Solace". Insgesamt vermag es keiner der dreizehn Songs, sich auch nur ansatzweise im Gehör festzusetzen.

So komme ich zum Schluss, dass die Hintergrundgeschichte zum Albumtitel "Mary Celeste" sehr viel interessanter ist als das Songmaterial selbst. Denn bei der Mary Celeste handelte es sich um ein zweimastiges Segelschiff, das 1872 auf halbem Wege zwischen den Azoren und Portugal verlassen im Atlantik treibend aufgefunden wurde. Wie es dazu kam, ist bis heute ungeklärt. Unklar ist auch, ob sich die Lyrics auf diesem Album irgendwie in Bezug zu diesem Schiff bringen lassen, denn das Booklet liegt meiner Promo-CD leider nicht bei. Lediglich ein paar eingespielte Samples zwischen einigen der Songs lassen soetwas wie einen roten Faden in Bezug zur Mary Celeste erahnen.

Wenn MANDRAKE eines Tages nicht auch als Geisterschiff durch die tiefen Meere des Gothic Metals umherirren möchten, sollte sich die Band unbedingt etwas mehr einfallen lassen als ideenlose Melodien nachzuspielen und darüberhinaus die so wichtige Atmosphäre dieses mittlerweile hoffnungslos überfüllten und hart umkämpften Genres zu vernachlässigen, denn das schaffen selbst vergleichbare Acts wie EYES OF EDEN, die ihre Songs ähnlich uninspiriert aber insgesamt durchaus interessanter präsentieren. Da die Produktion und die Instrumentierung allerdings in Ordnung geht und ich bisher gute Erinnerungen an MANDRAKE hatte, gibt es für "Mary Celeste" ganz knappe drei Sterne.


Dada in Berlin
Dada in Berlin
Preis: EUR 18,26

7 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Comeback-Ausverkauf, 15. November 2007
Rezension bezieht sich auf: Dada in Berlin (Audio CD)
Als Deutschland noch in West und Ost getrennt war, gab' es sowohl hier als auch da einige Punk-Bands, die ihren Hass auf das herrschende System vornehmlich in musikalischen Gewaltausbrüchen freien Lauf liessen. Im Osten waren dies vor allem Bands wie DRITTE WAHL, RESTBESTAND und NAMENLOS. Nur einige wenige der DDR-Punks haben nach dem Fall der Mauer noch alte Lieder auf Platte aufgenommen, darunter SCHLEIM-KEIM, MÜLLSTATION und jetzt auch DIE SKEPTIKER, die mit "DaDa In Berlin" ihr Comeback-Album veröffentlichen.

Komplett neu eingespielt und mit einem druckvoll versehenen Endmix ausgestattet bieten DIE SKEPTIKER auf ihrem Album einen Querschnitt ihrer Hits von Alben wie "Harte Zeiten" oder auch "Sauerei". Dabei sind sich die Jungs um Eugen Balanskat, dessen manchmal stark pathetischer Gesang Geschmackssache bleibt, zunehmenst treu geblieben und haben auf ganz grobe Veränderungen verzichtet. Textlich haben die Stücke auch heute nicht an Brisanz verloren und die beiden neuen Songs "Kein Weg" und "Verraten Und Verkauft" verfolgen den bisherigen Weg dieser Gruppierung geradlinig weiter.

Allerdings muss man sich bei einem solchen Comeback und gerade einem Song wie "Verraten Und Verkauft" die Frage stellen, ob das alles wirklich noch echt ist, denn auf mich wirkt dieses durch Harris Johns (SODOM, KREATOR, TANKARD u.v.a.) sauber veredelte Album zu gezähmt und aufgesetzt. Man singt gegen den Kapitalismus, aber bedient sich lüsternd an einem System, gegen das man dem Trend folgend lauthals "Deutschland Halt's Maul" ruft, nur um sein eigenes Gewissen zu beruhigen. Das Ideal ist verraten. Letztendlich zählt nicht der gute Wille, sondern das, was man tatsächlich tut, und zu diesem Album fällt mir nur Eines ein: Geld scheffeln.

Wer von den alten Fans aus Nostalgie noch einmal Krokodilstränen vergiessen möchte, darf natürlich gern zu "Strassenkampf" wütend die alternde Faust recken und zum Titelsong seine Ska-Hüften schwingen, alle anderen Punk-Fans sollten sich ernsthaft überlegen, wie ein kleines Rädchen im grossen System brav das sauer geschnorrte Kleingeld für dieses Konsumprodukt auf den Tresen zu legen. Als wirklich gute Alternative empfehle ich DIE SUICIDES, die sich nicht zum Ausverkauf feil bieten. Und die Spassfraktion um Bands wie zum Beispiel A.O.K. und DIE KASSIERER sollten um diese auf Populärmusik genormte knappe Dreiviertelstunde sowieso einen grossen Bogen machen.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Aug 31, 2013 11:12 AM MEST


So Sieht das aus
So Sieht das aus
Preis: EUR 19,26

17 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Schwachbrüstige Onkelz-Kopie, 24. September 2007
Rezension bezieht sich auf: So Sieht das aus (Audio CD)
Nachdem sich bereits die KNEIPENTERRORISTEN mit ihrem "eigenen" Album peinlich blamierten folgen nun auch die ENKELZ und bringen mit "So sieht das aus" ihre Version einer Onkelz-Kopie in die Läden. Positiv - und im Vergleich zur Kassetten-Recorder-Aufnahme der KNEIPENTERRORISTEN - fällt zumindest die bessere Produktion auf, wobei aber auch hier der richtige Bums fehlt. Es kann mir einfach niemand erzählen, dass Street Rock so und nicht anders klingen muss, denn auch die BÖHSEN ONKELZ hatten wesentlich fettere Produktionen.

Der Schatten ihrer Idole ist einfach zu gross, als dass ihre Epigonen aus ihm heraus treten könnten. Über die erklärten Vorbilder kann man nach Belieben urteilen, doch waren sie eine konstante, wenn auch heftig umstrittene Grösse der heimischen Musikwelt. Sie wussten zu polarisieren, die sozial Verstossenen mit Durchhalteparolen und Hymnen von der Strasse an sich zu binden, aber all das kommt den ENKELZ wie auch den KNEIPENTERRORISTEN bei ihrer schalen Kopie komplett abhanden.

Wenn man zum Beispiel in "Dummheit kennt keine Grenzen" die wegen behaupteter Rechtslastigkeit verfolgte Unschuld raus hängen lässt, fasst man sich nur an den Kopf. Geht es denn noch platter? Ganz zu schweigen vom Wortwitz der Onkelz, der völlig fehlt. In dieser Angelegenheit wirkt die Selbstinszenierung der Band absolut gekünstelt. Insgesamt wird auch auf Brechen und Biegen versucht einen auf besonderen Tiefgang zu machen ("Zu den Sternen", "Fern am Horizont") oder auf die Tränendrüse zu drücken ("Herzblut"). Sorry, aber das wirkt lächerlich!

Der einzige Lichtblick auf diesem unsäglich stumpfen Album ist die an WITT erinnernde Bonusnummer "Schärfe meine Sinne", nicht nur wegen der Gastsängerin, sondern auch wegen den Streicherarrangements. Das sind doch mal Klänge, die man Onkelz-Kopisten so ganz und gar nicht zugetraut hätte.

Fazit: Die BÖHSEN ONKELZ hatten sowohl in Lob und Kritik ihre Berechtigung. Im Falle der Norddeutschen Nachgeburt aber bleibt nur der schale Nachgeschmack der blossen Adaption.


Dark Passion Play
Dark Passion Play
Preis: EUR 6,99

10 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Hin und Her gerissen..., 1. September 2007
Rezension bezieht sich auf: Dark Passion Play (Audio CD)
NIGHTWISH, das ist zum Ersten Bombast und zum Zweiten vor allem die Stimme Tarja Turunens, die bisher immer im Mittelpunkt stand. Doch auf "Dark Passion Play" - soviel hat mittlerweile jeder mitbekommen - übernimmt die gesangliche Umsetzung Anette Olzon, die sich, und hier muss der Band einfach Lob ausgesprochen werden, glücklicherweise nicht als billiges Imitat versteht, sondern ihren ganz eigenen Gesangsstil engagiert auslebt und dabei manchmal sogar ein wenig an Dolores O'Riordan von THE CRANBERRIES erinnert ("Amaranth"). Für NIGHTWISH bedeuten diese neuen Vocals einen Neuanfang, weshalb ich ältere Alben im Vergleich rein objektiv betrachtet auch nur bedingt in meine Bewertung mit einfliessen lassen möchte.

Musikalisch hat sich wenig getan und im Prinzip ist "Dark Passion Play" eine konsequente Fortsetzung von "Once", denn auch hier gibt es neben einer schlichten, von Piano und Streichern getragenen Ballade ("Eva") dominante Gitarren, heftiges Riffing, männliche Vocals, ohrwumtaugliche Refrains und selbstverständlich eine bombastische Orchestrierung, die oft Soundtrack-Charakter erreicht.

Songlich machen es NIGHTWISH mit "Dark Passion Play" wirklich nicht einfach, denn obwohl viele Tracks, wie zum Beispiel die extrem rockige Nummer "Cadence Of Her Last Breath" oder "Sahara", ein ordentlicher Headbanger in verschlepptem Tempo, kaum überzeugen, fast schon banal und charakterlos klingen, überrascht (und überzeugt!) die fast lupenreine Speed-Metal-Nummer "Master Passion Greed", bei der Marco die Lead Vocals übernimmt, auf ganzer Linie. Mal ehrlich, wer hätte der Band soetwas noch zugetraut? Wahnsinn! Auch die erste Single "Amaranth" hat es mir angetan, und ich kann noch nicht einmal so genau sagen warum. Vielleicht liegt es einfach an diesem extrem eingängigen Chorus oder der Art, wie Anette hier singt, die begeistert. Wunderschön sind auch die zahlreichen Einflüsse keltischer Folklore im "The Islander", bei dem sich Marco im Duett mit Anette "duelliert".

Doch obwohl mit "For The Heart I Once Had" auch ein richtig kitschiger Track mit schönen Gesangsharmonien vorliegt, fehlen insgesamt ein wenig die unvergessenen Gänsehautmomente á la "Dead Boy's Poem" oder "Sleeping Sun". Ein großes Manko stellt auch der knapp vierzehnminütige Opener "The Poet And The Pendulum" dar, der sich zunächst nur langsam aufbaut, dann eine deutlich heftigere Richtung einschlägt und schließlich balladesk ausklingt. Gerade zu Beginn eines Albums ist ein so episches Werk nur schwer zu verdauen und für gewöhnlich als Rausschmeisser zu verwenden. Die extrem lange Spieldauer von knapp 77 Minuten tut ihr übriges, um mich letztendlich zum Entschluss kommen zu lassen, dass "Dark Passion Play" zwar einige wirklich gute Momente zu bieten hat, zum Großteil jedoch nicht mitreißt. Ich bin gespannt, wie sich NIGHTWISH live präsentieren werden und vor allem, wie sich die Band weiterhin entwickeln wird.


Silent Waters
Silent Waters

6 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Ganz nett, mehr leider nicht..., 26. August 2007
Rezension bezieht sich auf: Silent Waters (Audio CD)
Warum, warum haben AMORPHIS kein Mini-Album veröffentlicht, um die Wartezeit auf das nächste Album etwas zu verkürzen? Diese Frage stelle ich mir nach Hören des aktuellen Albums "Silent Waters" immer und immer wieder. Es ist zwar wahr, daß mich Sprüche wie "früher war alles besser" tierisch ankotzen, aber verdammt, METALLICA waren damals - die jüngere Generation möge mir verzeihen - wirklich besser, GUNS'N'ROSES noch ernst zu nehmen und AMORPHIS eine Klasse für sich. Doch in diesem Fall muss ich allen Pessimisten dieser Welt zugestehen, daß sie im Recht sind, denn AMORPHIS gehören zu jener Gruppe, die ihren Zenit scheinbar bereits überschritten haben...

Aber was war dann "Eclipse"? Ein genialer Ausrutscher? Nein, denn nach dem letzten wirklich guten Output "Elegy" vor über elf Jahren und drei aufeinanderfolgenden, sehr durchwachsenen Scheiben war dieses Album eine Erlösung der Band und zugleich der hoffenden Fangemeinde, die im Glauben bestärkt "Silent Waters" entgegen fieberte. Und nach nur gut einem Jahr ist der Nachfolger zum Nuclear Blast Debütalbum jetzt im Kasten und bereits beim Händler des Vertrauens zu erwerben, viel zu früh, wie ich bereits bemerkte.

Zwar klingt der vorab als Single ausgekoppelte und ziemlich eingängige Titelsong, der durch das Piano-Intro und einzelnen Riffs leicht an PARADISE LOST erinnert, gar nicht übel und vielversprechend, allerdings auch zu kurzweilig für eine Band wie AMORPHIS, die mit ihrem Meisterwerk "Tales From The Thousand Lakes" noch Welten bewegte und sich mit "Elegy" in die Herzen der treuen Fans spielte.

So überzeugend der Opener "Weaving The Incantation" mit typischen Arrangements und Harmonien auch klingt, so geil die Growls und anschliessend im Chorus die klare Stimme von Tomi Joutsen zum Einsatz kommt, so untypisch und gewöhnlich verhält sich bereits die folgende Nummer "A Servant", obwohl sie sicherlich Fans von "Elegy" zufrieden stellt, doch ins Gesamtbild von "Silent Waters" einfach nicht passt. Richtig gelungen und einer meiner Highlights des Albums ist "Towards And Against", auf dem die Band mit DEPECHE-MODE-artigen Keyboard-Klängen etwas experimenteller und tatsächlich frischt wirkt. So mag ich AMORPHIS. Mit "I Of Crimson Blood", dem darauffolgenden "Her Alone" und "Enigma" folgen dann drei völlig unspektakuläre, durchgehend langsame Nummern, die das bestätigen, was ich eingangs erwähnte - warum wurde kein Mini-Album ohne diese Songs veröffentlicht? - Damit hätte sicherlich eine richtig überzeugende Dynamik erzeugt werden können, denn mit "Shaman" ziehen AMORPHIS den Härtegrad wieder an und knallen uns typische Melodien mit Clean Vocals und einem durch eine Sitar und Flötenklänge angereicherten Mittelpart um die Ohren, ganz klar das zweite Highlight des Album. Die letzten zwei Songs sind dann schon wieder ruhiger, wobei der Rausschmeisser "Black River" eine wirklich gelungene, wunderschöne Ballade und Highlight #3 geworden ist, die mit ungewöhnlichem Sprechgesang eine dunkle und bedrückende Atmosphäre verbreitet und mir mit dem ausgezeichneten Gitarrensolo zum Ausklang hin tatsächlich Tränen in die Augen treibt.

Ob nun vertragliche Verpflichtungen für diesen Schnellschuss verantwortlich sind oder ob sich die Band selbst etwas Luft verschaffen wollte sei jetzt einfach mal dahingestellt. Ich bin allerdings der Meinung, daß AMORPHIS die Songs noch hätten reifen lassen können, um "Eclipse" alle Ehre zu machen und einen würdigen Nachfolger zu veröffentlichen. In der vorliegenden Form jedenfalls ist "Silent Waters" nur zur Hälfte wirklich richtig gut, während ich die andere Hälfte der Songs eher austauschbar empfinde und zum unteren Durchschnitt zähle.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jun 1, 2011 1:15 AM MEST


Unravel
Unravel
Wird angeboten von Positive srl
Preis: EUR 12,80

4.0 von 5 Sternen Emotionen und Gefühl, 22. Juli 2007
Rezension bezieht sich auf: Unravel (Audio CD)
"Unravel" ist bereits das zweite Album der holländischen Formation DELPHIAN, die mir bislang völlig unbekannt waren. Um so positiver also, dass die Songs durchweg originell, unverbraucht und somit überraschend gut klingen.

Schon der Opener "Starting To Unravel" eröffnet völlig unkonventionel mit heftigen Death Metal Riffs die auf dezent eingesetzte, leichte Flötenklänge treffen um von Sängerin Aniek Janssen's Gesang umschmeichelt zu werden. Überhaupt klingt der Gesang ungefähr wie eine Mischung aus Tia Carrere und Cristina Scabbia (LACUNA COIL) in den langgezogenen, kraftvollen und emotionalen Phasen und wie Anneke van Giersbergen (THE GATHERING) hauptsächlich in den sanften, ruhigen Passagen, was die Stimme äusserst charismatisch macht und sich damit von den unzähligen engelsgleichen-Gesängen diverser WITHIN TEMPTATION und LEAVE'S EYES Klonen absetzen kann.

"Creation" startet dann mit einer starken Gitarrenmelodie, die sich im Laufe des enorm vorwärts treibenden Songs noch häufiger wiederholt. Wieder einmal ist es auch Aniek's kraftvoller Gesang, der diesem Song sehr viel Energie verleiht.

Mit "Sleepless Lullaby" folgt eine wunderschöne Halbballade, die im Mittelteil einige Zeit etwas heftiger wird um anschliessend angenehm ruhig auszuklingen. Sind Aniek's ausdrucksstarke Vocals bei den ersten zwei Songs eher die treibende Kraft, so passen sie sich in diesem Song allerdings perfekt den anderen Instrumenten an und wirken zu keiner Zeit dominierend.

Auch die folgenden Songs haben alle ihren Reiz, da sie sich durchweg voneinander unterscheiden. Besonders hevorzuheben ist hier noch der Song "Undone", der neben leicht doomigen Einflüssen insgesamt sehr bluesig klingt. Hier pumpt der Bass sehr amtlich, der Gesang klingt beschwingt und wurde hier und da mit dezenten Effekten versetzt und auch der erneute Einsatz der Flöte passt sich wunderbar ins Songgefüge ein.

Mit "Air" gelingt DELPHIAN dann noch ein über 10-minütiges Highlight und bildet damit auch den krönenden Abschluss. Der mit Pianoklängen startende, sehr ruhige Song entwickelt sich zu einem Duett zwischen Aniek und Leon Brouwer, dessen tiefe Stimme klanglich an Juha-Pekka Leppäluoto von CHARON erinnert. Im Mittelteil wird der Song zudem von einem einzigartigen Gitarrensolo, einem kurzen Sprechgesang von Aniek, einem weiteren Flöteneinsatz und einem kurzen extrem progressiven Teil, der an frühe MARILLION (!) erinnert, veredelt - einfach toll!

DELPHIAN schaffen das, was viele andere Bands versuchen, sie können sich durch Originalität und Abwechslung vom Einheitsbrei absetzen und hervorheben.

"Unravel" hat es definitiv verdient Gehör zu finden. Es ist aber nicht für den schnellen Konsum gedacht, sondern sei jedem empfohlen, der Musik mit Emotionen und Gefühl in Verbindung bringt, sich zurücklehnen und geniessen kann. "I want to fall into these arms..."


Reise Reise
Reise Reise
Preis: EUR 10,49

3 von 38 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Eine Reise in die Vergessenheit, 22. Juli 2007
Rezension bezieht sich auf: Reise Reise (Audio CD)
Nach dem "Mein Teil"-Debakel hab' ich mich dann nun doch noch dazu durchringen können, mir das vollständige Album anzuhören. Aber schon nach dem zweiten Hören bereue ich meinen Schritt zu tiefst...

Die Reise beginnt mit einer sehr typischen RAMMSTEIN-Nummer, zwar im Mid-Tempo angesiedelt, aber dennoch einer der besten Tracks auf diesem Werk. Danach folgt ein Wechselbad von ungewohnt schlechten (zB "Mein Teil"), langweiligen (zB "Keine Lust", "Los") und nervenden (zB "Amerika", "Moskau") Songs, so dass man schon nach der Halbzeit jedes einzelnen Songs gewillt ist, den Skip-Button zu betätigen. "Ohne Dich" setzt dem dann noch die Krone auf, denn bei diesem gähnend langweiligen Track frage ich mich ernsthaft, ob es RAMMSTEIN nötig haben, sich dem potentiellen WDR4-Hörer dermassen anzubiedern...

RAMMSTEIN haben auf "Reise, Reise" musikalisch weitere Experimente gewagt, reisen mit diesem Album allerdings geradewegs in Richtung Vergessenheit und werden immer unbedeutender. - "Reise, Reise" ist vielleicht das schlechteste Album 2004.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Dec 13, 2014 12:19 AM CET


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