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Rezensionen verfasst von
Mikele Catapulto "Mike" (Berlin)

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Familiars
Familiars
Preis: EUR 15,98

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Film Noir im Kopf, 16. Juni 2014
Rezension bezieht sich auf: Familiars (Audio CD)
vor einigen Wochen stieß ich auf die Vorankündigung für die neue Platte der Antlers und wenngleich ich meine Vorfreude ob der letzten schwächeren Scheibe dämpfen wollte, ertappte ich mich immer wieder dabei, wie ich bei amazon nachsah, wann Familiars denn nun endlich erscheinen würde. Irgendwie kündigen sich große Dinge vorher an oder die früheren Machwerke entfalten nochmals einen magischen Nachhall. Wer weiß?
Und so war es nicht weiter verwunderlich, dass Hospice, die letzte herzzerschmetternde Großtat der Antlers wieder häufiger auf meinem Plattenteller vorzufinden war, um die Wartezeit zu verkürzen.
Als es dann soweit war, schien die Erwartungshaltung wieder einmal viel zu groß, für das was dann folgen sollte. Denn seien wir ehrlich, mit Palace gleiten wir doch recht popig und seicht in das Album hinein. Lediglich an vereinzelten Stellen, an denen im Hintergrund die Bläser einsetzen, bekommt man eine Vorahnung von der Richtung, die die Antlers mit dieser Platte einschlagen wollen. Das Intro des folgenden Stückes Doppelgänger zeigt uns dann, dass sie uns mit dem Einstieg auf eine falsche Fährte gelockt haben. Von dem pompöse Pop-Gehabe ist fortan nichts mehr zu hören. Wir befinden uns nun in einer veregneten engen Gasse und folgen dunklen Gestalten durch die tiefe Nacht, aus Gründen, die wir nur erahnen können. So oder so ähnlich erging es mir beim Hören des zweiten Stückes. Die Instrumentierung ist ähnlich wie zuvor, aber in der Breite völlig herunterreduziert. Gesang und einzelne Instrumente treten in den Vordergrund und Schaffen dichte Klangflächen. Aus den Bläsern ist ein einzelner Trompeter geworden, der gemeinsam mit einem Streicher sowie einer schwerfälligen blueslastigen E-Gitarre ein unnachahmliches Film Noir Flair erzeugt, während der Frontmann mit weicher Stimme Unheilvolles verkündet.
Das Schöne ist, dass sich die Band in der Folge dafür entschieden hat, den Weg von Doppelgänger weiterzugehen. An manchen Stellen hebt sich die Düsternis etwas und zu Blues und Pop gesellen sich bisweilen dann auch Country-Einflüsse. Was unrund klingen mag, ist jedoch äußerst eingängig und schafft eine dichte Klangkulisse, die zu einem Markenzeichen der Kapelle geworden ist. Zugegeben, es ist nicht derart tiefgreifend und aufreibend, wie es bei Hospice zu hören war. Dennoch erscheint der Opener Palace zum Schluss nur wie eine blasse Erinnerung an ihr letztes schwächeres Album Burst Apart und hat somit die fünf Sterne voll verdient. An die gefühlten acht bis neun Sterne von Hospice, vermag es jedoch nicht heranzureichen. Aber das ist Jammern auf verdammt hohem Niveau!


War Room Stories (Dig)
War Room Stories (Dig)
Preis: EUR 17,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Burner!!!, 2. Juni 2014
Rezension bezieht sich auf: War Room Stories (Dig) (Audio CD)
Viel mehr fällt einem dazu nicht ein. Und so ist man dann auch etwas überrascht, dass bislang noch nichts zu diesem Machwerk verfasst wurde, denn viel besser kann Elektropop nicht gemacht werden. Bereits im Opener "Envy" legen sich die Londoner richtig ins Zeug und starten mit einem treibenden Beat, der mit Steel Drums und Streichern ungewöhnlich (gut) instrumentiert ist. Was verrückt klingt, hört sich verdammt gut an, wobei der Sound - wie man es bei Breton gewohnt ist - mit klugem Text versehen ist.
Auf diese Weise geht es auf konstant hohem Niveau weiter und auch wenn nahezu allen Tracks ein gewisses Maß an Düsternis innewohnt, so wirkt der Sound nie deprimierend oder schwerfällig, sondern er entfaltet durch die abwechslungsreichen Beats und den kraftvollen Gesang eine trotzige Antihaltung. Auf den Tiefschlag folgt hier nicht die selbstbemitleidende Reflexion, sondern die konternde Scheiß-drauf-Haltung. Die daraus entstehende Power ist nicht zuletzt ein Element der Weiterentwicklung, da dies dem Vorgänger noch an manchen Stellen fehlte. Dort verfiel man noch etwas häufiger in klangvolles Selbstmitleid. Anspieltipps: Envy, S Four, Legs & Arms, Closed Category, 302 Watch Towers.


Smoke Fairies
Smoke Fairies
Preis: EUR 14,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Fedde Pladde..., 19. April 2014
Rezension bezieht sich auf: Smoke Fairies (Audio CD)
....habe im radioeins-Stream eine Rezension der Pladde gehört und war zunächst etwas skeptisch, da sich mir bei dem Begriff Dream-Pop mittlerweile die Nackenhaare zu stellen beginnen. Nicht, dass ich grundsätzlich ein Gegner dieser Musikrichtung wäre, allerdings sind viele dieser Machwerke doch belanglos dahinwabernde akustische Gebilde, bei denen man sich nach dem durchhören fragt: War da was? Es bleibt nichts hängen, außer dem Gefühl, man habe soeben einen etwa 60-minütigen Song gehört.
Da nun die Rezensentin jedoch in Jubelstürme ausgebrochen ist und mich der nachfolgende Song "Eclipse them all" der beiden Mädels direkt gepackt hat, beschloss ich, das Ding mal zu hören: Und es lohnt sich so dermaßen!
Es entsteht nicht eine Sekunde Langeweile, da die Songs teilweise richtig fett orchestriert sind und weil die beiden Frontfrauen stimmlich alles aus sich herauszuholen bereit sind. Zugegeben gleitet man mit "We've seen birds" etwas seicht hinein, aber anschließend geht es mit oben genanntem Song richtig rund. "Misty Version, Koto" und "Want it forever" sind weitere Perlen, die aus dem durchweg guten Machwerk herausragen.
Wer folkigen und düster anmutenden "Dream-Pop" mag, der mehr ist, als nur Hintergrundrauschen, der sollte hier definitiv mal reinhören.


II (Deluxe Version)
II (Deluxe Version)
Preis: EUR 22,98

8 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen groß, 2. August 2013
Rezension bezieht sich auf: II (Deluxe Version) (Audio CD)
.....tief, fett, gewaltig, herausragend, elektrisierend. Man kann zweifellos ein passendes Adjektiv dieser Kategorie heraussuchen und gerne auch mehrere kombinieren, um dieses Werk zu beschreiben. Das Album vereint ein weiteres Mal das Beste aus den sphärischen Klangwelten der beiden Elektro-Kapellen miteinander. So findet sich in allen Stücken, bis auf Milk vielleicht, die leise Melancholie wieder, welche die letzten Alben von Apparat geprägt und ausgezeichnet haben. Gleichzeitig steckt hinter jedem Song aber auch diese treibende, hochenergetische Kraft, die von Modeselektor ausgeht. Zusammen ergibt sich eine Mixtur, der man nur schwer widerstehen kann, da es sofort in den Kopf und in die Beine geht.
Das Album wirkt nachdenklicher, tiefer und dadurch wohl auch ruhiger als sein Vorgänger. All das schadet der Platte allerdings nicht, da es sich nach einem Gesamtkonstrukt anhört, durch das man in sich versunken hindurchgleiten kann. Vielleicht präsentieren die Jungs uns somit auch ein Stück Zeitgeist, da sich hinter all den Liedern eine kraftvolle Großstadtmelancholie verbirgt, die viele von uns verspüren, die tagtäglich durch das Dickicht des Stadtdschungels tigern. Danke für dieses großartige Stück Großstadtmeditation!


Black Sands
Black Sands
Preis: EUR 7,99

25 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der große Wurf, 23. März 2010
Rezension bezieht sich auf: Black Sands (Audio CD)
...seit Anbeginn bin ich bereits ein Fan von Bonobo alias Simon Green, wie überhaupt von seinem großartigen Label "Ninja Tune". Das beachtliche an Bonobo ist, dass seine Platten immer eine Weiterentwicklung darstellen, wobei er seinen unvergleichlichen Stil beibehält. Zugegeben besaß das Vorgängeralbum "Days to come" noch einzelne kleinere Schwächen. Im Nachhinein ist das jedoch als ein experimenteller Glücksfall zu betrachten, denn mit dem Nachfolger "Black Sands" liefert er ein formvollendetes Werk ab, welches in seinem Aufbau und in den Arrangements in sich geschlossen und wunderschön zu hören ist.
Es sind die leisen und ruhigeren Töne die Bonobo wie gewohnt anschlägt, aber diese präsentiert er mit unendlich viel Liebe zum Detail. Von chinesischen Klangelementen über die bereits bekannten Klänge die an melancholische Filme aus dem Frankreich der 60er und 70er erinnern, breitet er Lied für Lied dichte Klangteppiche aus, die Geschichten im Kopf entstehen lassen, mit einer tief unter die Haut gehenden Intensität. So zieht das Album den Hörer in seinen Bann und lässt ihn so schnell nicht mehr los. Es entwickelt sich ein Schwelgen zwischen luftig-leichtem Überschwang und bittersüßer Melancholie, wobei er bei dieser Platte das genaue Maß gefunden hat. "Black Sands" ist zu einem dieser seltenen Glücksfälle für den Hörer geworden, die es dem Künstler jedoch schwer machen werden, an dieses Werk in Zukunft anzuknüpfen. Ich hoffe dennoch, dass es noch viele solcher Platten von Bonobo geben wird!


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