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Rezensionen verfasst von
Florian Hilleberg (Göttingen)
(TOP 500 REZENSENT)    (VINE®-PRODUKTTESTER)    (REAL NAME)   

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Star Trek - Titan 7: Gefallene Götter
Star Trek - Titan 7: Gefallene Götter
von Michael A. Martin
  Broschiert
Preis: EUR 12,80

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Spannende und intelligente Fortsetzung der STAR TREK-Romanserien TITAN und TYPHON PACT, 21. Juli 2014
Nach dem fulminanten Start der Serien TYPHON PACT und VOYAGER in Romanform, kommt der Leser jetzt endlich in den Genuss eines neuen TITAN-Bandes. Autor ist Michael A. Martin, der bereits den zweiten TYPHON PACT-Roman „Feuer“ geschrieben hat. An diesen knüpft „Gefallene Götter“ beinahe nahtlos an. Ebenso wie an den vierten TYPHON PACT-Band „Zwietracht“ aus der Feder seines Autorenkollegen Dayton Ward, in dem es zu dem ungeheuerlichen Bruch Andors mit der Föderation kommt. Martins „Feuer“ ist also chronologisch zwischen die TITAN-Bände 6 und 7 einzuordnen. Vor allem was das Schicksal von Tuvok und ZweitGen Weiß-Blau betrifft ist diese Information bedeutsam, denn was ihnen im TYPHON PACT-Roman „Feuer“ zustößt, bildet für „Gefallene Götter“ eine wichtige Handlungsgrundlage. Darüber hinaus gewährt Martins Roman aber einen interessanten Einblick in das Eheleben von Tuvok und seiner Ehefrau T'Pel, das einerseits von der vulkanischen Logik und Förmlichkeit bestimmt wird, andererseits aber auch eine spezielle Warmherzigkeit besitzt, wie man sie in so mancher menschlichen Ehe vergeblich sucht. Dennoch, sich die kühle, rationale T'Pel als Betreuerin für menschliche Kinder vorzustellen, fällt bei aller Toleranz schwer.

Im Mittelpunkt steht aber die Gefahr für den Planeten Ta'ith, sowie die Krise auf Andor, die auch sieben Besatzungsmitglieder der Titan betrifft. Hier darf Riker wieder Sympathie-Punkte sammeln, denn selbstverständlich lässt er es nicht zu, dass die tapferen Andorianer auf dem Altar der Politik und Bürokratie geopfert werden. Am spannendsten sind die Szenen des andorianischen Lieutenants Pava, die nicht nur als Figur sehr sympathisch ist. Auch ihre Erlebnisse auf dem andorianischen Schlachtkreuzer sorgen für Nervenkitzel und Kurzweil. Außerdem liefert sie die bislang beste und griffigste Beschreibung der Tholianer ab, die ich bisher bei STAR TREK zu hören und zu lesen bekam:

„Sie mögen Wärme, lange Strandspaziergänge, das Weben von Energienetzen und Pünktlichkeit.“

Im Kontext mit der bizarren Beschreibung der Tholianer und der TOS-Episode „Das Spinnennetz“ einfach urkomisch.
Ein wenig gewöhnungsbedürftig sind jedoch die Ereignisse auf dem Planeten Ta'ith, insbesondere jene, die aus der Sicht der indigenen Spezies geschildert werden, einer insektoiden Rasse, die zweigeschlechtlich sind, so dass ständig die Rede von er/sie oder ihn/ihr ist. Reichlich umständlich, da der Lesefluss doch erheblich gestört wird. Die teilweise komplizierten Namen der exotischen Crewmitglieder der Titan werden glücklicherweise abgekürzt und im Personenverzeichnis am Ende noch einmal detailliert aufgeführt.

Das Dilemma, das Riker in einen Loyalitätskonflikt mit der Sternenflotte bringt, wird schlüssig beschrieben, ebenso wie die drohende Eskalation mit dem andorianischen Schlachtkreuzer. Merkwürdig nur, dass die Andorianer über so mächtige Kriegsschiffe verfügen, die sie ohne weiteres aus dem Handgelenk schütteln können. Immerhin ist der andorianische Schlachtkreuzer der Titan in Punkto Bewaffnung mindestens doppelt so hoch überlegen. Wo waren diese mächtigen Schiffe denn im Dominion-Krieg? Dort hat man in der Serie DEEP SPACE NINE eigentlich nur Sternenflotten-Schiffe gesehen.
Den größten Spaß während der Lektüre bereiten aber in erster Linie die geschliffenen Dialoge, die zudem exzellent übersetzt wurden. Vor allem was die einzelnen TV-Serien betrifft, keine Selbstverständlichkeit.


MORBUS: Bei Vollmond bist du tot: Doppelband (mit Im Bann der Mörderpuppe")
MORBUS: Bei Vollmond bist du tot: Doppelband (mit Im Bann der Mörderpuppe")
von Charly Blood
  Broschiert
Preis: EUR 12,00

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Evolver Books belebt den österreichischen Groschenroman neu und führt zugleich den Begriff des Schundheftchens ad absurdum, 19. Juli 2014
Der Verlag Evolver Books mit Sitz in Wien, hat es sich auf die Fahnen geschrieben den österreichischen Heft- und Groschenroman wiederzubeleben und gesellschaftsfähig zu machen. Nicht umsonst lautet das Motto des Verlags: „The New Home of Pulp“.

Da passt eine Serie wie MORBUS natürlich wie die Faust aufs Auge und bestens ins Konzept, und wer den vorliegenden Doppelband gelesen hat, der ist mit Sicherheit froh, dass sie bei Evolver eine neue Heimat gefunden hat.
MORBUS handelt von einer Geheimloge, deren Hauptquartier sich ebenfalls in Wien befindet, und die es sich zur Aufgabe gemacht hat, übernatürliche Phänomene, unlösbare Rätsel und Morde mit paranormalem Hintergrund aufzuklären. Und nein, es handelt sich weder um eine Außenstelle von Scotland Yard, noch um eine Filiale der PSA. BASILISK agiert (bislang) ausschließlich in Wien und hat eine überschaubare Anzahl an Mitgliedern, die von dem Autorenduo Zoë Angel und Charly Blood sehr sympathisch und glaubhaft geschildert werden. Hauptakteur ist aber in beiden Fällen der Privatdetektiv Bernd Waidmann. Auffallend ist außerdem, die Wiener Mundart, die den Geschichten über die typischen Örtlichkeiten und Straßennamen hinaus, das notwendige Lokalkolorit verleiht. Für den hochdeutschen Leser gibt es zum besseren Verständnis am Ende ein entsprechendes Glossar. Somit trägt das Buch also auch zur Bildung im Sinne der Völkerverständigung bei.
Da die ersten beiden MORBUS-Titel noch bei dem Verlag >grotesque erschienen sind und für eine Neuveröffentlichung bei Evolver überarbeitet werden müssen, sind in dem vorliegenden Doppelband die nächsten beiden Folgennummern 3 und 4 enthalten. Da es sich bei MORBUS um eine waschechte Serie mit sich entwickelnden Charakteren und einer Handlungskontinuität handelt sind Anspielungen auf die ersten beiden Bände unumgänglich. Doch dank der ausführlichen Personenbeschreibung zu Beginn des Buches und den Erklärungen im Kontext der Geschichte hat man auch als Quereinsteiger nicht die geringsten Probleme der Handlung zu folgen. In Band 3, „Bei Vollmond bist du tot“ bekommen es die Recken von BASILISK mit einem Werwesen der ganz besonderen Art zu tun, Ökobotschaft und Gesellschaftskritik inklusive, während Band 4, „Im Bann der Mörderpuppe“, die Unterwelt von Wien in Aufruhr versetzt. Spannend und blutig geht es in beiden Fällen zu.

Der Stil ist flott und schnörkellos, aber keinesfalls plump oder trivial. Mit anderen Worten: ein weiterer Volltreffer aus dem Hause Evolver.


John Sinclair - Folge 1879: Die Bestien aus der Schattenwelt
John Sinclair - Folge 1879: Die Bestien aus der Schattenwelt
Preis: EUR 1,49

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Origineller Plot, atmosphärisch und flott geschrieben. Nur die Charaktere sind noch sehr blass und oberflächlich., 18. Juli 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Alfred Bekkers erster JOHN SINCLAIR-Roman ist wirklich außergewöhnlich, nicht nur von der Thematik her, sondern auch vom Handlungsaufbau. Dass er sich mit der Serie im Vorfeld befasst hat, zeigt allein schon der Einsatz des Schwertes des Salomo. Während es bei Jason Dark im Schrank des Geisterjägers Staub ansetzt, traut sich ein Gastautor endlich die kunstvoll verzierte Klinge wieder heraus zu kramen. Auch das Kreuz kommt natürlich zu Ehren, doch hier hat der Autor frei fabuliert und den silbernen Talisman, einerseits schwächer dargestellt als er eigentlich ist, und zum anderen benutzt John die Namen der vier Erzengel um das Kreuz gewissermaßen per integrierter Spracherkennung auf eine bevorstehende (!) Konfrontation vorzubereiten. Ob man beim bloßen Nennen von vier Namen bereits von Rezitieren sprechen kann, darf bezweifelt werden. Immerhin erinnern sich Protagonist und Autor am Ende aber auch an die übliche, lateinische Formel. Die Namen der vier Erzengel ruft John Sinclair nämlich nur noch, wenn es gegen die direkten Antagonisten der himmlischen Boten geht, soll heißen gegen Luzifer persönlich oder einen seiner gefallenen Engel. Ansonsten verlässt sich Sinclair mittlerweile fast ausschließlich auf den bekannten Spruch „Terra pestem teneto – salus hic maneto“. Abgesehen davon hat Bekker seine Hausaufgaben nur zur Hälfte gemacht, da John plötzlich exzessiv wieder mit seinem Rang prahlt, und dass auch noch falsch. Denn seit dem 25. JOHN SINCLAIR-Roman, der noch lange vor der eigentlichen Serie erschien, befindet sich John im Rang eines Oberinspektors und nicht, wie hier behauptet wird, in dem eines Inspektors. Der Irrtum mag darin begründet sein, dass es Oberinspektoren in England gar nicht gibt. Nach dem Inspektor folgt dann nämlich schon der Chefinspektor. Da es aber zu den unumstößlichen Serieninterna gehört, wäre es angebracht John weiterhin im Rang eines Oberinspektors zu belassen. Jason Dark benutzt übrigens seit Jahren nicht mehr die Bezeichnung und vermeidet die Nennung des Ranges schlicht und ergreifend. Lediglich Suko wird immer wieder als Inspektor bezeichnet. Der hat in dem vorliegenden Band übrigens nur eine Statistenrolle. Warum er überhaupt mitgefahren ist, erschließt sich dem geneigten Leser jedenfalls nicht. Die Kämpfe muss John komplett alleine bestreiten, selbst in der Sakristei, wo sich der Gegner als äußerst hartnäckig entpuppt, hält es Suko nicht für nötig, einzugreifen. Das passt so gar nicht zu dem Inspektor, so dass auch hier etwas mehr Sorgfalt bei der Charakterisierung angebracht gewesen wäre. Die Handlung entwickelt sich Schlag auf Schlag, so dass Sinclair kaum zum reflektieren kommt. Der Plot ist wirklich originell und sehr spannend, doch was der Geschichte eindeutig fehlt ist die persönliche Note. Sinclair ist und war immer ein Genussmensch, so dass er sich Zwischendurch gerne mal einen Kaffee, ein Bier oder ein gutes Essen schmecken lassen darf, ohne dass dieses zur bloßen Randnotiz verkommt. Davon abgesehen ist der Geisterjäger auch durchaus emotional und ein Teamplayer. Es passt einfach nicht zu John Sinclair, dass er so kaltschnäuzig den Fall angeht und seinen Partner gewissermaßen links liegen lässt. Es ist zwar Bekkers erster SINCLAIR, aber der Autor hat hinreichend Erfahrungen als Schriftsteller gesammelt, so dass man wenigstens von der Hauptfigur Profil erwarten darf. Heftroman hin oder her. Lob gebührt dem Autor allerdings für die Story, denn Alfred Bekker ist es wirklich gelungen, dem Werwolf-Mythos neue Facetten zu verleihen. Allerdings hätte die Handlung locker für einen Zweiteiler ausgereicht. Das gilt im Prinzip aber auch für Uwe Voehls „Pestgasse“ und Michael Breuers „Friedhof der Kopflosen“.


Der Pesthügel Von Shanghai
Der Pesthügel Von Shanghai
Preis: EUR 6,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Vor allem für Fans von Suko/Martin May interessant - viel Getöse, wenig Atmosphäre, 18. Juli 2014
Rezension bezieht sich auf: Der Pesthügel Von Shanghai (Audio CD)
Der versierte Fan und Leser kann ob der Auswahl der Romane, die für die Hörspielserie JOHN SINCLAIR EDITION 2000 getroffen wird, eigentlich nur noch den Kopf schütteln. Die beiden CLASSIC-Episoden abgezogen, erscheinen im Jahr 10 Folgen, was zwar einerseits eine Menge ist, wenn man die unsichere Marktsituation in Betracht zieht, andererseits gibt es aber auch viele Handlungsfäden, die weitergesponnen werden müssen. Die von John Sinclair in dieser Episode genannten (Strigus, Mordliga, Großen Alten) sind ja längst nicht alle. Umso erstaunlicher, dass gerade die neuen Produzenten, allen voran Dennis Ehrhardt, immer wieder eher unbedeutende Einzelabenteuer vertonen. Wenn es sich um besonders herausragende Stoffe handeln würde oder es zumindest gruselige und unheimliche Geschichten wären, wäre gegen eine solche Vorgehensweise nichts einzuwenden.

Doch gerade „Der Pesthügel von Shanghai“ ist ein mittelmäßiger bis unterdurchschnittlicher Roman, der lediglich aufgrund der exotischen Kulisse und des originellen Plots interessant ist. Daher ist es durchaus bewundernswert, dass es den Machern dennoch gelungen ist, daraus ein recht gutes Hörspiel zu kreieren, bei dem allerdings die Action, wie immer pompös inszeniert, im Vordergrund steht. Auch der Splatter- und Ekeleffekt ist relativ hoch. Gruselig ist die Geschichte aber kaum, zumindest was die Atmosphäre angeht. Dafür wurde wieder tief in die Trickkiste der Geräusche gegriffen. Die Zombies, insbesondere ihre Vernichtung, und der schmatzende Sumpf dringen plastisch an die Ohren des Hörers. Der Soundtrack sorgt für eine entsprechend stimmungsvolle Begleitmusik, die nie zu aufdringlich wird. Im Gegensatz zu den lauten Effekten. Gerade die Kampfszenen sind im Gegensatz zu den Dialogen unverhältnismäßig laut.
Die Story hält sich grob an die literarische Vorlage von Jason Dark. Der größte Unterschied ist wohl der, dass Suko im Hörspiel alleine nach China entführt wird, während im Roman John Sinclair von Anfang an mit von der Partie ist. Der Cameo-Auftritt von Logan Costello kommt ebenfalls nur im Hörspiel vor und Bernd Vollbrecht macht seine Sache wieder außerordentlich gut. Ebenso wie Martin May als Suko, der in dieser Folge so richtig auftrumpfen darf. Frank Glaubrecht dagegen klingt dieses Mal ein wenig müde und lustlos. Dafür kommt man in den unverfälschten Genuss von Helmut Krauss' Stimme, der ansonsten in der Rolle des Vampiro-del-mar glänzt.
Bemerkenswert ist außerdem, dass das Finale nicht nur deutlich flotter und rasanter ausgefallen ist, als im Roman, sondern auch irgendwie schlüssiger herüberkommt.

ACHTUNG SPOILER! Inklusive der kopflosen Prinzessin Li, die im Roman wie die Deus ex machina über die Zombies kommt. Im Hörspiel wird es ihr nicht ganz so einfach gemacht, und als sie dann endlich erscheint ist das Kopfkino perfekt.
„Der Pesthügel von Shanghai“ ist kein Highlight der Serie, allein schon wegen der mangelnden Bedeutung für die Roten Fäden, aber eine durchaus hörenswerte Geschichte, die Spaß macht. Allerdings sollten die Produzenten in Zukunft wieder ein wenig mehr auf die Atmosphäre achten und die Geräusche nicht ganz so laut aufdrehen. Weniger ist manchmal mehr.


Tod im Hafen: Ein Fall für Jesse Stone
Tod im Hafen: Ein Fall für Jesse Stone
von Robert B. Parker
  Broschiert
Preis: EUR 10,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ebenso ergreifend und spannend, wie ausgeklügelt und raffiniert. Bislang der beste Roman der Serie., 15. Juli 2014
Gleich vorweg: dieser Band ist bisher der beste Roman der Serie JESSE STONE. Spannend und kurzweilig sind ja eigentlich alle Romane von Robert B. Parker, schon allein wegen der minimalistischen Schreibe und den geschliffenen, schlagfertigen Dialogen. Mit der Figur des Jesse Stone hat Parker sich außerdem eine gelungene Abwechslung zu seinem Alter Ego Spenser ausgedacht. Da letzterer nämlich die Fälle aus der Ich-Perspektive erzählt, konnte Parker keine Szenen schildern, in denen der Privatdetektiv nicht anwesend ist. Das verhält sich bei JESSE STONE gänzlich anders.

Zu Beginn wird sogar der perfide Mord an Florence Horvath beschrieben und im Laufe der Ermittlungen bekommt Jesse tatkräftige Unterstützung einer Polizistin aus Miami, Kelly Cruz. Charakterlich wirkt sie zwar wie eine weibliche Version des Serienhelden, was sie ein wenig oberflächlich erscheinen lässt, aber keineswegs unsympathisch macht. Natürlich und wie so oft, geht es auch dieses Mal um Sex, und das nicht zu knapp. Allerdings stößt selbst der Don Juan Jesse Stone bald an seine Grenzen, zumal er gerade damit beschäftigt ist die Beziehung zu seiner Ex-Frau Jenn wieder zu kitten. Damit knüpft Parker direkt an den Vorgängerband „Eiskalt“ („Stone Cold“) an. Zugleich ist dieser Handlungsstrang jedoch auch derjenige, der die Romane am stärksten von den Verfilmungen mit Tom Selleck unterscheidet, abgesehen vom Alter des Protagonisten vielleicht. In den Filmen tritt Jenn lediglich am Telefon in Erscheinung, während sie gerade im vorliegenden Band eine wichtige Rolle als moralische Stütze und Gesprächspartnerin des Polizeichefs einnimmt. Natürlich fehlen auch dieses Mal nicht die obligatorischen Dialoge mit Jesses Psychotherapeuten Dix, bei dem der Serienheld nicht nur seine Beziehung zu Jenn reflektieren kann, sondern auch die Abgründe auslotet, in die er während dieses Falles zu blicken gezwungen ist. Erstaunlich wie es Parker gelingt ein derart heißes Eisen wie Missbrauch und Vergewaltigung auf solch unterhaltsame und dennoch ergreifende Art und Weise zu thematisieren. Ein psychologischer Kunstgriff, der sich erst im Finale zu erkennen gibt.

Fans von SPENSER kommen übrigens ebenfalls auf ihre Kosten, denn Rita Fiore, die nymphomanische Staatsanwältin aus Boston, hat einen erneuten Cameoauftritt, und der Privatdetektiv wird indirekt ebenfalls erwähnt. Ein wirklich lesenswerter Krimi, der nur zu empfehlen ist.


28: Die Zeitspule (Teil 1 von 2)
28: Die Zeitspule (Teil 1 von 2)
Preis: EUR 10,99

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Weniger bodenständige Science-Fiction ohne viel Action, 11. Juli 2014
Rezension bezieht sich auf: 28: Die Zeitspule (Teil 1 von 2) (Audio CD)
Nach einem Jahr erscheint mit „Die Zeitspule“ endlich wieder ein zweiteiliges Hörspiel aus der Serie MARK BRANDIS. Die Geschichte schließt nahtlos an die letzten Folgen an und erzählt von den Auswirkungen der Ikarus-Katastrophe. Priorität haben allerdings nicht die schrecklichen Folgen für die Bevölkerung der Erde und die Ressourcen-Knappheit, sondern eine regelrecht fantastische Science-Fiction-Story mit Spionage-Elementen. Mark Brandis goes James Bond, könnte man auch sagen. Action gibt es jedoch kaum im ersten Teil des Hörspiels, dafür wird viel geredet. Dank der herausragenden Sprecher wie Michael Lott (Mark Brandis), Dorothea Anna Hagena (Ruth O'Hara), Oliver Rohrbeck (Walter Hildebrand) André Beyer (Leonardo Assante) und viele weitere, kommt aber keine Langeweile auf. Viel Wert wieder einmal mehr auf die Darstellung und Charakterisierung von Mark Brandis gelegt, der hier sehr emotional reagieren darf. Eine schöne Herausforderung für Michael Lott. Die Geräusche wurden effektiv und gewissenhaft ausgesucht und in Szene gesetzt. Auch musikalisch bleibt sich die Serie treu und begleitet die Story mit einem dynamischen Soundtrack, bei dem sich ruhige und flottere Stücke abwechseln.
Natürlich gibt es auch dieses Mal ein Wiederhören mit vielen bekannten Nebenfiguren, wie beispielsweise dem Journalisten Walter Hildebrand.
Zugegeben, ein wenig befremdlich wirkt die Story um die Zeitspule schon, da die Serie sich bislang durch ihre Bodenständigkeit auszeichnete, sofern eine solche Bezeichnung überhaupt bei einer Science-Fiction-Serie angebracht ist. Mit zunehmendem Folgenreichtum wird es aber natürlich immer schwieriger für die Serie sich neu zu erfinden. Spaß macht dieses Hörspiel trotzdem und weckt vor allem die Lust am zweiten Teil.


Haunted: Horror
Haunted: Horror
Preis: EUR 4,99

3.0 von 5 Sternen Solider Geisterhaus-Grusel in typischer Kleinstadtatmosphäre, 10. Juli 2014
Rezension bezieht sich auf: Haunted: Horror (Kindle Edition)
Bentley Little hat im englischsprachigen Raum bereits eine erkleckliche Anzahl an Horror-Romanen veröffentlicht und wird gerne mit Stephen King verglichen. Aber welcher Schriftsteller unheimlicher Literatur wird das eigentlich nicht? Im Fall von Little mag das aber allein deshalb gerechtfertigt zu sein, da er gerne als Schüler des Horror-Königs beworben wird. Hierzulande ist er durch sechs Romane bekannt geworden, die im Bastei Lübbe-Verlag erschienen sind, und aus dem Zeitraum zwischen 1991 und 2004 stammen. Offenbar haben die Titel aber nicht den gewünschten Erfolg gehabt, was natürlich auch an der fragwürdigen Vermarktung liegen kann, denn Little hat eine eigene und sehr erfrischende Art bestimmte Themen anzugehen und niederzuschreiben.

Daher ist es umso begrüßenswerter, dass der Verlag Voodoo Press mit „Haunted“ eins der jüngeren Werke des Autors in deutscher Sprache veröffentlicht hat. Dabei handelt es sich um einen fast schon klassischen Geisterhaus-Grusel aus dem Jahr 2011. „Paranormal Activity“ und „Amityville Horror“ lassen grüßen. Es fällt nicht schwer sich dank der plastischen und visuellen Sprache von Little das Geschehen bildhaft vorzustellen, und das wirklich erstklassige, düstere Titelbild von Michael Schubert trägt seinerseits zu der unheimlichen Atmosphäre des Romans bei. Dabei beginnt die Geschichte naturgemäß sehr ruhig und der Schrecken steigert sich sukzessive von Seite zu Seite. Ganz ohne Längen kommt die Story aber nicht aus. Der Autor erfindet das Rad nicht gerade neu und interpretiert eigentlich nur bekannte Zutaten des Subgenres in seinem eigenen Stil um. Vor allem die vielen Erscheinungen, durch die die Familie in Angst und Schrecken versetzt werden soll, und die plakativen Sex-Szenen nutzen sich rasch ab. Gerade letztere sind ja schon beinahe symptomatisch für das prüde Amerika, das seine sexuellen Fantasien durch äußere Einflüsse und böse Wesen zu erklären und zu rechtfertigen versucht. Mit verbotenen Wünschen und Fantasien kann man leichter umgehen, wenn man sie dämonischer Besessenheit zuschreibt und nicht etwa der eigenen Psyche. Außerdem ist es schwer nachzuvollziehen, dass die Familie in dem Haus bleibt, obwohl auf der Einweihungsparty mehrere Zeugen die Erscheinung gesehen haben. Auch die Möglichkeit Geisterjäger oder Schamanen zu Hilfe zu holen verschenkt Bentley Little leichtfertig. Dafür ist ihm die Charakterisierung der Familie Perry gut gelungen, auch wenn die Konstellation ein wenig an Kings „Friedhof der Kuscheltiere“ erinnert: Der Vater bleibt am Ende allein in dem Haus zurück, sich allein der Gefahr stellend. Und auch das gespannte Verhältnis zwischen Julian und seinem Schwiegervater kennt man aus Kings Roman. Trotzdem hat Little seinen eigenen Stil und seine eigene Stimme und die Lektüre bereitet durchaus Spaß, obwohl das Lektorat und/oder die Übersetzerin etwas sorgfältiger hätte arbeiten können. Das Synonym „spitzen“ für gucken oder beobachten wurde in der ersten Hälfte exzessiv verwendet. Das ist vor allem deshalb so auffallend, weil es sich, laut Duden, um ein schwaches Verb handelt, das kaum noch verwendet wird. Prinzipiell ist es immer begrüßenswert wenn sich Verlage/Autoren/Lektoren/Übersetzer für einen vielfältigen Wortschatz einsetzen und auch Vokabeln benutzen, die veraltet oder weniger bekannt sind. Doch im vorliegenden Roman ist es einfach zu viel des Guten.

Solche Dinge fallen vor allem deshalb besonders auf, weil die Handlung zwischendurch immer wieder auf der Stelle tritt und stagniert, ehe sie durch eine erneute Erscheinung des bösartigen Geistes wieder ein Stück vorangetrieben wird. Sicherlich nicht Littles bestes Werk, aber ein solider Horror-Roman mit einem effektvollen Finale. LeserInnen, die mit dem Subgenre nichts anfangen können, werden aber auch durch diesen Roman ihre Meinung nicht ändern und sollten sich anderen Titel des Autors widmen.


John Sinclair - Folge 1878: Die Pestgasse
John Sinclair - Folge 1878: Die Pestgasse
Preis: EUR 1,49

2.0 von 5 Sternen Unlogisch zusammengeschustertes Stückwerk mit einem schwer erkennbaren Roten Faden, 9. Juli 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Mit diesem Roman gibt Uwe Voehl als zweiter Gastautor nach Michael Breuer, seinen Einstand in die Serie. Zunächst fällt auf, dass der Text der dritten Seite auf der nächsten Seite wiederholt wird. Aber zunächst der Reihe nach.

Die Charaktere:
Das A und O eines Serienromans sind nun einmal die Hauptcharaktere und so ist es die erste Pflicht eines jeden Autors sich mit den Figuren vertraut zu machen, mit denen sich die Leser identifizieren sollen. Im vorliegenden Fall handelt es sich dabei um John Sinclair, Suko, Glenda Perkins und natürlich Sir James. Letzterer dürfte neuen Autoren wohl am wenigsten Probleme bereiten. Ein wenig grantelig, aber trotzdem väterlich und fürsorglich, stellt man dem Chef ein Glas kohlensäurefreies Wasser vor die Nase und lässt ihn ansonsten in Ruhe organisieren. Bei den anderen drei wird es ein wenig schwieriger, aber eigentlich auch nicht wirklich problematisch, es sei denn man versäumt es, sich mit den Waffen und Fähigkeiten der Figuren auseinanderzusetzen. Eine Chronologie der Ereignisse erwarte ich von den Gastautoren dabei noch nicht einmal. Abgesehen davon, dass der vorliegende Roman plötzlich im Oktober spielt, obwohl die letzten beiden Hefte im April und Mai angesiedelt waren, wäre es aber trotzdem wünschenswert gewesen, dass Glenda zumindest darüber nachdenkt, sich aus der Bredouille zu beamen.
John mit seiner anfänglichen Nullbock-Stimmung wurde dagegen gut getroffen und glaubhaft dargestellt. Das Kreuz wurde angemessen und logisch eingesetzt, obwohl ich seine Skrupel auf einen Pestzombie zu feuern nicht ganz nachvollziehen kann. Vor allem, weil er kurz zuvor erst einem Piraten direkt zwischen die Augen geschossen hat. Dass er sich an seine vorherigen Hamburg-Fälle erinnert, habe ich nicht erwartet, doch zumindest hätte John Harry Stahl informieren müssen, beziehungsweise nachfragen können, ob dem etwas zu Ohren gekommen ist. Davon abgesehen, seit wann sind John und Glenda eigentlich Hamburg-Experten? Sowohl der Geisterjäger, als auch seine Sekretärin bezeichnen beide unabhängig voneinander Personen als typischen Hamburger oder typische Hanseatin. Was auch immer man sich darunter vorstellen soll.
Suko hat sich offenbar so einige Tricks und Kniffe von seiner Partnerin Shao abgeguckt und kennt sich mittlerweile bestens bei Facebook und Twitter aus. Und immerhin kann er seinen Chef letztendlich doch noch davon überzeugen ebenfalls nach Hamburg zu reisen. Unlogisch ist nur, warum er am Ende riskiert der Geisel zu schaden, in dem er mit der Beretta auf den Pestdoktor feuert. Hier wäre der Einsatz des Stabs sinnvoller und glaubwürdiger gewesen.

Der Gegenspieler:
Bösewicht der Woche ist ein Liliputaner mit Pestmaske, der sich für den 300 Jahre zurückliegenden Mord an seiner Familie rächen will. Warum das ausgerechnet jetzt passieren muss wird an keiner Stelle schlüssig erklärt, ebenso wenig warum er unbedingt John Sinclair als Gegenleistung für den Höllenfürsten dafür braucht. Der erweist seine Gunst doch auch ohne eine solche Gegenleistung, Hauptsache es werden Grauen und Tod unter die Menschen gebracht. Immerhin erklärt sich dadurch der unglaubliche Zufall, dass Glenda Perkins ausgerechnet in ihrem Urlaub und unter Millionen von Einwohnern mit dem Pestdoktor aneinandergerät. Abgesehen davon, dass der Liliputaner nicht besonders eindrucksvoll dargestellt wird. Dieses sinnfreie Erscheinen und Verschwinden zu Beginn und auch später die Scharade in der Hafenspelunke, in der Pestgasse und im Krankenhaus erinnert frappant an die unglaublich schlechte Verfilmung des Romans „Der Spiegel-Dämon“ unter dem Titel „Das Horrorkabinett“.
Die Vielzahl an Handlanger und Helfershelfer stiehlt dem Liliputaner aber letztlich die Show, so dass er dem Leser kaum nennenswert im Gedächtnis haften bleibt.

Die Handlung …
… ist der größte Knackpunkt an dem Roman, denn es will trotz des hohen Tempos und der reichhaltigen Action kaum Spannung oder gar Gruselatmosphäre aufkommen. Meiner Meinung nach hat der Autor hier versucht zu viel Handlung in zu wenig Seiten zu quetschen. Was sollte denn beispielsweise das Intermezzo im Haifischbecken, der Hafenspelunke? Warum reagiert überhaupt ein untoter Pirat auf einen Tritt zwischen die Beine? Auch dieses ganze Hin und Her mit der Pest und den Symptomen, die wahllos auftreten aber nirgendwo echte Konsequenzen nach sich ziehen, ist vollkommen unlogisch. Normalerweise hätte doch Hamburg unter Quarantäne gestellt werden müssen. Und John spaziert mit seinem Scotland Yard-Ausweis herum und macht einen auf dicke Hose. Auch das anfängliche Massaker auf der Party erfüllt keinen richtigen Sinn oder Zweck. Zunächst muss sich der Leser dann auch mit einigen belanglosen Nebencharakteren beschäftigen, ehe John Sinclair ins Spiel kommt. Später wird dann Glendas Part in Form einer Rückblende nacherzählt. Innerhalb dieser Rückblende wird wieder in die Gegenwart gewechselt, um Sukos Eingreifen logisch zu erklären, um dann ohne Ankündigung wieder mit der Rückblende fortzufahren. Unsinniger Nonsens. Das Finale ist dann leider auch sehr konstruiert und der Gegner viel zu leicht zu besiegen. In dieser Hinsicht nimmt sich der Roman nichts mit denen von Jason Dark. Schlussendlich wirkt der Roman wie aus einzelnen Szenen zusammengeflickt. Den Roten Faden muss man mit der Lupe suchen. Der Autor scheint mehr Wert auf das Lokalkolorit gelegt zu haben, als auf den Inhalt der Story.


Tiefes Land, Band 1 (Amsterdam-Thriller)
Tiefes Land, Band 1 (Amsterdam-Thriller)
Preis: EUR 1,49

4.0 von 5 Sternen Flott und kurzweilig erzählter Thriller mit einem gut durchdachten Plot, 6. Juli 2014
Nachdem die Psychothriller GmbH von Ivar Leon Menger einst als Label für Hörbücher startete, schwenkte das Unternehmen bald um und konzentriert sich mittlerweile auf die Veröffentlichung und den Vertrieb von Ebooks. Einer der ersten Titel im Verlagsprogramm ist der Kurzroman „Tiefes Land“ aus der Feder des Düsseldorfer Autors Carsten Steenbergen. Kein Bestseller-Autor, dafür aber ein echter Tausendsassa, der sich in vielen Genres heimisch fühlt und sich weder vor Kurzgeschichten, komplexen Romanen, noch vor Hörspielen oder Hörbuch-Adaptionen scheut.

„Tiefes Land“, beworben als Amsterdam-Thriller, ist ein rasanter und spannend geschriebener Krimi, der auf knapp 100 umgerechneten Seiten alles hat, was sich der Leser für die Lektüre des entsprechenden Genres nur wünschen kann: Action, Spannung und Ermittlungsarbeit. Dabei wartet der Autor mit interessanten, obgleich auch leicht stereotypen Charakteren auf, die sich aufgrund der Kürze des Romans nur unzureichend entwickeln können. Trotzdem macht der Roman sehr viel Spaß und vor allen Dingen Lust auf mehr. Offenbar war der Titel auch als Start einer Serie geplant, doch bislang gibt es noch keine Fortsetzung. Der Plot ist gut durchdacht und sehr schlüssig, auch wenn der geübte Krimi- und Thriller-Leser vermutlich nicht ganz so überrascht sein dürfte wie die verblüfften Ermittler. Für den kurzen Lesespaß zwischendurch absolut empfehlenswert.


Star Trek - Voyager 4: Geistreise 2 - Der Feind meines Feindes
Star Trek - Voyager 4: Geistreise 2 - Der Feind meines Feindes
Preis: EUR 7,99

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Deutliche Steigerung zum ersten Teil, insbesondere wegen zwei schillernder Antagonisten, 6. Juli 2014
Nach dem äußerst spirituell angehauchten, langatmigen ersten Teil dieses zweiteiligen VOYAGER-Romans aus der Feder der Trek-Spezialistin Christie Golden, ist die Fortsetzung ungleich spannender, dramatischer und vor allen Dingen flotter im Handlungsverlauf. Mit dem Formwandler und Crell Moset hat Christie Golden zwei schillernde und faszinierende Antagonisten in die Geschichte eingebracht, die bei den Fans für leuchtende Augen sorgen dürften. Die Wechselbälger sind ja bestens bekannt aus der dritten STAR TREK-TV-Serie DEEP SPACE NINE und sorgen allein durch ihre außergewöhnlichen Fähigkeiten für genug Spannungs-Potenzial. Crell Moset ist speziell den VOYAGER-Fans ein Begriff, denn in der 8. Episode der 5. Staffel, „Inhumane Praktiken“, spielt er bereits ein wichtige Rolle, wenngleich er dort lediglich als Hologramm in Erscheinung tritt. Persönlich ist er dafür in dem Roman „Die Rache des Dominion“ mit von der Partie, wo er von der Besatzung der Enterprise festgesetzt wird. An diesen Handlungsstrang knüpft Golden mit dem vorliegenden zweiteiligen VOYAGER-Roman „Geistreise“ an. Gerade solche Querverbindungen und Überschneidungen von offiziellen TV-Handlungsfäden mit sogenannten Non-Kanon-Storys aus Comics und Romanen machen den Reiz von STAR TREK aus, umso mehr weil es keinen Nachschub mehr in Form von TV-Serien und Kinofilmen gibt. Die Belagerung von Betazed wird in DEEP SPACE NINE lediglich am Rande erwähnt, doch Einzelheiten sind nicht bekannt. Der Roman „Die Rache des Dominion“ stammt übrigens nicht aus der Feder von Christie Golden, sondern wurde von Susan Kearny und Charlotte Douglas verfasst. Er ist im Heyne Verlag erschienen und dort aktuell wieder als Ebook erhältlich.

Wie schon in der VOYAGER-Folge „Inhumane Praktiken“, geschrieben von Jeri Taylor, so ist Crell Moset auch hier kein durch und durch böse Charakter, sondern hält seine Taten für durchaus moralisch gerechtfertigt. Mehr noch, er sucht nach Absolution und Verständnis bei seinen Opfern. Die Story mit dem infiltrierten Besatzungsmitglied durch einen Formwandler ist gewiss nicht neu, erhält hier aber eine neue, faszinierende Facette, da die Ereignisse größtenteils aus der Sicht des Wechselbalgs geschildert werden, der übrigens bei seinen Artgenossen in Ungnade gefallen ist. Neben den beiden Bösewichtern legt die Autorin sehr viel Gewicht auf die Charaktere Chakotay und Dr. Jarem Kaz, einem Trill, der mit einem früheren Wirt im Clinch liegt, während Sekaya relativ blass und oberflächlich bleibt, von ihren sonderbaren, langweiligen und surrealen Visionen einmal abgesehen. Darüber hinaus haben aber fast alle ehemaligen Besatzungsmitglieder des Raumschiffs Voyager mehr oder weniger große Auftritte. Neben Chakotay und Harry Kim, darf sich der Leser vor allem auf Admiral Janeway und Tom Paris freuen, dem übrigens auch das lesenswerte Dossier von Julian Wangler am Ende des Romans gewidmet ist. Der Part von B'Elanna Torres hat indes lediglich Alibi-Funktion und bringt die eigentliche Handlung keinen Deut weiter. Seven of Nine und der Holo-Doc werden da weitaus schlüssiger eingebunden. Am meisten Spaß scheint Golden jedoch die Figur des Trill-Arztes Jarem Kaz bereitet zu haben, einem sympathischen Doktor mit einem erfrischenden Hang zu Aufsässigkeit. Die Handlung ist spannend und gut durchdacht und der Beginn des Finales ist wirklich vielversprechend, insbesondere durch die Intervention von Tom Paris. Leider erfährt das Ende durch die titelgebende Geistreise von Chakotay und Sekaya einen dramaturgischen Dämpfer und erhält dadurch einen bitteren Beigeschmack.

ACHTUNG SPOILER: Der Cameo-Auftritt von Wesley Crusher ist gut gemeint, letztendlich aber deplatziert und unnötig. Nichtsdestotrotz macht der Roman Spaß und VOYAGER-Fans kommen voll auf ihre Kosten.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jul 8, 2014 8:34 PM MEST


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