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Beiträge von Florian Hilleberg
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Rezensionen verfasst von
Florian Hilleberg (Göttingen)
(TOP 500 REZENSENT)    (VINE®-PRODUKTTESTER)   

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Frankensteins Höllenbrut - Metal-Pack [2 DVDs]
Frankensteins Höllenbrut - Metal-Pack [2 DVDs]
DVD ~ Hiroshi Ishikawa
Preis: EUR 42,83

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Oftmals unterschätzt, mit sehr originellen Einfällen und sensationellen Extras, 2. Februar 2016
Dieser Film wird einem jüngeren Publikum vermutlich eher unter dem albernen Titel „Godzilla und die Riesenkäfer“ bekannt sein, unter dem er hier im Fernsehen lief. Ich konnte mich an den Inhalt nicht mehr wirklich erinnern und weiß auch gar nicht, ob ich ihn früher schon einmal komplett gesehen habe.
Da es sich jedoch um die zweite Regie-Arbeit von Jun Fukuda für das Franchise handelt, ahnte ich das Schlimmste, denn immerhin hat er auch den albernen Godzilla-Agenten-Murks „Frankenstein und die Ungeheuer aus dem Meer“ verbrochen.
Nun Frankenstein hat natürlich mit beiden Filmen nichts zu tun, ebensowenig wie mit dem Teufelsmonster Hidorah, gegen das Godzilla ein Jahr zuvor antreten musste.

Bei dem erneuten Anschauen von „Frankensteins Höllenbrut“ wurde ich jedoch angenehm überrascht. Zwar besitzt auch dieser Film schon diese kindliche Naivität, wegen der solche Filme heute gerne belächelt werden und er scheint auch eher auf ein kindliches Publikum zugeschnitten zu sein, wobei glücklicherweise auf eine entsprechende Identifikationsfigur verzichtet wurde. Anderderseits sprechen aber auch viele Details gegen eine junge Zielgruppe. Angefangen bei dem spritzenden Kunstblut der Monster, bis hin zu den düsteren Kampfsequenzen mit dem Militär.
Auch der sterbende Chef der Außerirdischen, der am Ende des Films unter den Trümmern des Godzilla-Turms sein Leben aushaucht und sich dabei in eine riesige Schabe zurückverwandelt, dürfte kaum für ein kindliches Gemüt geeignet sein.
Möglicherweise ist es auch die wunderbare Ausstattung der Doppel-DVD, die mich gegenüber dem letzten Titel der Kaiju-Classics versöhnlicher stimmt, denn wie schon bei „Frankensteins Kampf gegen die Teufelsmonster“, so wartet auch dieser Titel mit der japanischen und der deutschen Kinofassung auf und hat insgesamt wieder drei Audio-Kommentare zu bieten, die allesamt wirklich informativ und hörenswert sind, zumindest wenn man einen Hang zu Trivia-Wissen hat.
Was den eigentlichen Film betrifft, so ist natürlich die japanische Fassung empfehlenswerter, obwohl die deutsche auch ihre Vorteile besitzt.
In der japanischen Fassung kommt der Zuschauer gleich zu Beginn in den Genuss des vollständigen Intros, bei dem die Namen der Darsteller und Produzenten durch eingeblendete Laserstrahlen ins Bild projiziert werden. In der deutschen Fassung wurde dieses nette Detail leider komplett rausgeschnitten, obwohl die Töne der Laserstrahlen deutlich zu hören sind.
Außerdem ist die japaniche Fassung gut zehn Minuten länger, denn die Recherchen von Gengo and Friends fielen hierzulande der Schere zum Opfer. So musste sich der Zuschauer damals nur aufgrund einer kurzen Aussage von Kubota und seinem Chef zusammenreimen, dass sich die beiden Außerirdischen menschlicher Identitäten bemächtigt haben, indem sie die eigentlichen Träger getötet haben. Die Szene, in der Gengo und seine Mitstreiter dies herausfinden, wurde in der japanischen Fassung mit deutschen Untertiteln hinterlegt und besitzt einige fantastische Weitwinkel-Aufnahmen.
Was die deutsche Fassung sehenswert macht, ist ebenfalls einem Schnitt zu verdanken, denn man hat die Kommunikation zwischen Godzilla und Angilas, die sie mit eingeblendeten Sprechblasen führen (kein Witz!) herausgenommen. Die Szenen sind zwar enthalten, aber eben ohne Sprechblasen. Eine Verbindung zum Manga-Genre und dem Comiczeichner Gengo wird zwar von den Kommentatoren vermutet, eine Bestätigung dafür gibt es aber keine. Und da wurde sich wegen des fliegenden Godzillas in „Frankensteins Kampf gegen die Teufelsmonster“ mokiert …

Der Kampf zwischen Godzilla, Angilas, King Gidorah und dem neuen Monster Gigan wurde nur teilweise neu gedreht und gerade in den Szenen mit dem dreiköpfigen Gidorah wurde viel auf Archivaufnahmen zurückgegriffen. Das sieht man nicht nur deutlich am Design Godzillas, dessen Kostüm im letzten Streifen doch arg in Mitleidenschaft gezogen wurde, sondern eben auch daran, dass alle neuen Szenen mit den Monstern in Zeitlupe aufgenommen wurden. Wenn Godzilla plötzlich aber in doppelter Geschwindigkeit wütend hin und her springt, um dann mit den Fäusten auf seinen Kontrahenten loszugehen, weiß der geneigte Zuschauer, dass diese Szenen nicht neu gedreht wurden. Auch die Schnitte wurden bisweilen sehr ungeschickt gesetzt. Nichtsdestotrotz macht der Kampf aber unheimlich viel Spaß und ist in meinen Augen auch nicht zu lang geraten.
Auch hier gibt es übrigens ein paar Details, die sich die Macher von JURASSIC PARK evtl. abgeguckt haben. So verfügt das Weltkinderland nämlich über ferngesteuerte Autos, mit denen die kleinen Gäste durch den Park kutschiert werden können.
Ein weiterer Umstand, der den Film so sehenswert macht, ist der Humor, der hier keineswegs naiv oder platt daherkommt. Das geht schon mit dem Hauptdarsteller los, der seinem Ungeheuer Mamagon das gleiche Outfit verpasst wie seiner Freundin und endet mit Godzilla, der sich verwundert die Augen reibt, als er im Weltkinderland seinem maßstabsgetreuen Abbild gegenübersteht und er glaubt er träume.
Die Darsteller liefern hier durch die Bank weg eine exzellente Arbeit ab. Vor allem Toshiaki Nishizawa als Sekretär Kubota, Zan Fujita als sein minderjähriger Chef und Minoru Takashima als Seisaku sind herausragend gut besetzt. Von den beiden Hauptdarstellern Hiroshi Ishikawa und Yuriko Hishimi ganz zu schweigen. Letztere verkörpert übrigens einen der fortschrittlichsten weiblichen Charaktere seiner Zeit. Als selbstbewusste Karatekämpferin ist Tomoko deutlich schlagkräftiger als ihr Freund, der sich ständig die Tolle aus dem Gesicht halten muss, bewahrt sich darüber hinaus aber auch ihre Weiblichkeit.
Bewundernswert ist zudem wie gut die Story mit den Ungeheuern funktioniert. Die Außerirdischen besitzen Tonbänder, mit denen sie ihre Ungeheuer lenken können. Eines wird ihnen gestohlen und von den Helden abgespielt, ohne dass sie wissen, was sie da tun. Daraufhin schickt Godzilla seinen Kumpel Angilas, um herauszufinden, was da abgeht. Das Militär reagiert natürlich wenig erfreut und vertreibt Angilas mit ihren Maser-Kanoen, die ihren ersten Auftritt bereits in dem Film „Frankenstein – Zweikampf der Giganten“ hatten.
Trotzdem ist den außerirdischen Aggressoren klar, dass Godzilla und sein Freund nicht so einfach zu besiegen sind. Sie haben noch ein weiteres Tonband und rufen King Gidorah und den neuen Gigan zu Hilfe. Letzterer ist ein echter Hingucker mit dem zylonenartigen Zyklopenauge, der Kreissäge im Bauch und den Armen, die in spitzen Fleischerhaken zu enden scheinen. Ein Cyborg-Monster-Hybrid par excellence.
Lediglich Angilas, der Ankylosaurus-Verschnitt, wirkt immer irgendwie albern, wenn er auf Knien herumrutscht und mehr wie Godzillas Schosshund daherkommt.
Die Musik stammt übrigens komplett aus der Konserve, was nicht tragisch ist, denn den schmissigen Soundtrack von Akira Ifukube kann man sich immer wieder anhören und passt zu Godzilla wie die Faust aufs Auge.

Ein fetter Bonus für die Fans sind die drei Audiokommentare, denen ein ganz großes Lob gebührt. Jörg Buttgereit und Bodo Traber gehören zu den Kaiju-Classics wie der Hitzestrahl zu Godzilla und die beiden versierten G-Fans bekommen dieses Mal Unterstützung von Alex Iffländer, der mit interessantem Trivia-Wissen aufwartet, auch wenn er es mit seinem Detail-Wissen über die japanischen Darsteller und ihren bisherigen und weiteren Auftritten bisweilen arg übertreibt.
Sehr interessant ist auch der Kommentar von Thorsten Rosemann zur deutschen Fassung, und entsprechend seinem Steckenpferd beschäftigt er sich viel mit den deutschen Synchronsprechern, zu denen solche Veteranen und Legenden wie Thomas Danneberg (Arnold Schwarzenegger, Sylvester Stallone) und Christian Brückner (Robert deNiro, Robert Redford) gehören. Rosemann verstrickt sich irgendwann nur zu sehr in seinen nostalgischen Erinnerungen an die Super-8-Filme.
Ein zweiter Kommentar zur japanischen Fassung stammt von Florian Bahr, obwohl man diesen schon mehr als Podcast betrachten muss, denn kommentieren tut er eigentlich gar nichts, er liest lediglich Fakten ab, die er sich vorher angelesen hat. Durchaus interessant, aber es wäre schöner gewesen, wenn es einen direkten Bezug zum Gesehenen hätte.

Bildergalerien und Trailer vervollständigen das umfangreiche Bonusmaterial, zu dem auch das obligatorische Booklet von Ingo Strecker zählt.

Insgesamt eine sensationelles und wunderschön gestaltetes Sammler-Stück, das in keiner Sammlung eines echten Kaiju- und Godzilla-Fans fehlen sollte.


Sherlock Holmes und das Geheimnis der Pyramide (KBV Sherlock Holmes)
Sherlock Holmes und das Geheimnis der Pyramide (KBV Sherlock Holmes)
von Franziska Franke
  Broschiert
Preis: EUR 9,95

3.0 von 5 Sternen Detailliert und gut recherchiert, aber so trocken wie Wüstensand, 31. Januar 2016
Dieses Mal verschlägt es Sherlock Holmes, der immer noch unter seinem Alias Sven Sigerson reist, und seinen anhänglichen Gefährten David Tristram also nach Ägypten. Der Titel ist jedoch ziemlich irreführend und wohl des reinen Effektes willen gewählt worden. „Das Geheimnis der Pyramide“ klingt natürlich deutlich mysteriöser und spannender als „Das Geheimnis der verschwundenen Landkarte“ oder „Der tote Archäologe“.
Auch auf dem Klappentext wurde mehr geklotzt als gekleckert. Denn Pharaonen spielen in dem Roman genausowenig eine Rolle wie Pistolen. Wenn man mal davon absieht, dass der Hund von Major Wallace Ramses heißt.

Ansonsten bekommt der Leser jedoch genau das geboten, was er von einem Sherlock Holmes-Roman aus der Feder von Franziska Franke erwarten kann, nämlich einen exzellent recherchierten, historischen Kriminalroman mit Köpfchen, der komplett auf billige Effekthascherei verzichtet. Natürlich ist auch dieses Mal der ewig nörgelnde David Tristram als Ich-Erzähler mit von der Partie, dient in dem vorliegenden Fall noch mehr als sonst als bloßer Stichwortgeber und Gesprächspartner und bekommt noch weniger auf die Reihe als ein gewisser Dr. John Watson, der wenigstens ein passabler Mediziner war.

Wie immer schafft es die Autorin hervorragend das entsprechende Lokalkolorit darzustellen und dem Leser nicht nur einen Eindruck von Ägypten zu verschaffen, sondern eben von Ägypten im ausgehenden neunzehnten Jahrhundert. Auch die Charaktere wurden sehr detailliert und liebevoll beschrieben. Leider bleibt die eigentliche Handlung dadurch auf der Strecke, denn die Ermittlungen im Mordfall Ylmaz ziehen sich extrem in die Länge, ohne dass der Roman mit Höhpunkten aufzuwarten weiß, die den Leser bei der Stange halten. Holmes verhält sich überraschend zurückhaltend und außer seiner obligatorischen Pfeife und seiner steten Knauserigkeit, was Informationen anbelangt, ist er kaum als der Exzentriker aus der Baker Street wiederzuerkennen. Die Fiedelei auf der Geige und seine Maskerade wirken eher lieblos und konstruiert, als wirklich sinnvoll in Szene gesetzt und man bekommt während der Lektüre unweigerlich den Eindruck, als würde Holmes nur auf Sparflamme ermitteln. Zu zäh und langwierig schreiten die Nachforschungen heran und statt Fortschritte in einem doch recht banalen Mordfall zu machen, reist er scheinbar ziellos mit seinem Adlatus von A nach B bis C und zurück nach A.

Der Fall geipfelt nach 340 Seiten in einem Finale, in dem es den Leser beinahe kaum noch interessiert, wer eigentlich der Mörder ist. Darüber hinaus ist die Handlung viel zu bieder angelegt, wenn man sich vor Augen hält, mit was für bizarren Problemen Sir Arthur Conan Doyle seinen Detektiv bei Laune gehalten hat. Es muss ja nicht gleich ein Höllenhund oder ein Pygmäe mit Blasrohr sein, aber etwas mehr Fantasie wäre schön gewesen, denn so einen simplen Mordfall wie hier, hätte jeder Polizeiinspektor aufklären können und irgendwie scheint Holmes auch nicht wirklich viel dafür getan zu haben.
So bleibt dem Leser nur ein gut recherchierter Reisebericht aus dem vorletzten Jahrhundert, dessen Handlung so trocken ist wie der Sand der Sahara.


Futures End - Das Ende aller Zeiten: Bd. 8
Futures End - Das Ende aller Zeiten: Bd. 8
von Brian Azzarello
  Broschiert
Preis: EUR 14,99

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Nicht nur optisch ein Highlight, 29. Januar 2016
Wer mit FUTURES END zum neuen DC-Universum gestoßen ist, dürfte ob der Fülle an Figuren, sowohl Helden als auch Schurken, schon ins Straucheln geraten sein, doch die meisten kennt man so und anders bereits aus zahlreichen Comics, Filmen und TV-Serien, selbst wenn man kein eingefleischter Fan ist. Trotzdem stellte sich einem die Frage, wie diese Fülle an Handlungsfäden zu einem schlüssigen Ende zusammengeführt werden sollte. Das Ergebnis lässt sich durchaus sehen, und das im wahrsten Sinn des Wortes, denn die Story wurde mal wieder bildgewaltig in Szene gesetzt. Lediglich Andy MacDonalds etwas grober Zeichenstil sticht aus der Masse hervor, doch auch sein Stil besitzt letztendlich einen gewissen Reiz.
Die Autoren haben sich mit der Story viel Mühe gegeben, obwohl die Handlung locker Stoff für zwanzig Seiten mehr hergegeben hätte. Immerhin, mit der zufriedenstellenden Beendigung der Storyline um Agent Frankenstein und Lady Amethyst habe ich schon gar nicht mehr gerechnet.
Auch Fifty Sue, Cole Carter und Lana bekommen ein schönes Finale, obwohl es schön wäre, irgendwann mal wieder von der neunmalklugen Göre mit den gottgleichen Kräften zu lesen. Mir hat sie jedenfalls sehr gut gefallen.

Natürlich geht es auch mit Atom, alias Dr. Ray Palmer, Firestorm und dem neu entstandenen Dr. Polaris weiter. Es wird sicherlich nicht zuviel verraten, wenn ich schreibe, dass Superman sein selbstauferlegtes Exil endgültig aufgibt. Das Hauptaugenmerk liegt aber auf dem Batman aus der Zukunft, bzw. auf Terry McGinnis und Tim Drake, wobei auf den Leser hier eine gelungene und überraschende Wendung wartet.
Alles in allem haben sich Autoren und Zeichner viel Mühe gegeben, um das Event angemessen und würdig zu beenden. Ich möchte nicht so weit gehen, zu sagen, dass sie sich selbst übertroffen haben, aber das Finale von FUTURES END mag alles mögliche sein, aber es ist gewiss nicht langweilig und auch keineswegs enttäuschend. Im Gegenteil, schade, dass es nur acht Bände waren '
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Feb 3, 2016 8:34 PM CET


Sparrow Rock - Der schleichende Tod: Endzeit-Thriller (Horror Taschenbuch)
Sparrow Rock - Der schleichende Tod: Endzeit-Thriller (Horror Taschenbuch)
von Nate Kenyon
  Broschiert
Preis: EUR 13,95

4.0 von 5 Sternen Besticht durch die Charaktere und das überraschende Finale, 26. Januar 2016
Mit diesem Band bringt Festa einen weiteren, vielversprechenden Horror-Autor aus Amerika in die heimischen Bücherregale. Dabei ist Kenyon in den USA kein unbeschriebendes Blatt mehr und sein Debütroman wurde sogar für den begehrten Bram Stoker Award nominiert. „Sparrow Rock“ gehört bereits zu seinen späteren Werken und der Stil des jungen Schriftstellers ist schon sehr ausgefeilt und besticht durch eine gefällige Prägnanz, die den Leser sofort in ihren Bann schlägt.
Die Ich-Perspektive, die der Autor gewählt hat, tut ihr Übriges, um sofort eine Nähe zu dem Protagonisten herzustellen, einem Teenager mit alltäglichen Sorgen, der sich plötzlich mit einer absoluten Ausnahmesituation konfrontiert sieht.

Meine anfänglichen Befürchtungen, hier wieder einen der mittlerweile unvermeidlichen Endzeit-Zombie-Schocker serviert zu bekommen, haben sich glücklicherweise nicht bestätigt. Zwar ist auch das Genre des postapokalyptischen Thrillers auch ohne menschenfleischfressende Untote nicht gerade neu, doch Kenyons Variante setzt den Fokus auf die Charaktere und schildert die wachsenden Spannungen innerhalb der Gruppe, die sich mit unerklärlichen Phänomenen konfrontiert sieht, die aus einem Lehrbuch für Horror-Autoren ausgebrochen zu sein scheinen. Sicher, dabei greift Kenyon schon einmal tief in die von diversen B-Movies inspirierte Klischee-Kiste, doch die mutierten Ratten und ihre gliederfüßigen Kollegen sind schlussendlich nur mehr Staffage.
Der Großteil des Buches spielt sich ausschließlich im Bunker ab, so dass „Sparrow Rock“ fast wie ein altpraumhaftes Kammerspiel daherkommt.
Der Roman gliedert sich in vier Teile, wobei der erste lediglich der Einführung der Charaktere dient und die Ausgangssituation schafft. Dass es trotzdem nicht langweilig wird, liegt an der lebendigen Schreibe des Autors. Nur Zwischendurch hätte es an einigen Stellen etwas flotter vorangehen dürfen. Erst im letzten Teil, ab Seite 280, trauen sich die Protagonisten schließlich aus dem Bunker heraus, was die Angelegenheit für sie aber auch nicht besser macht …

Am Ende zieht die Story noch einmal richtig an und präsentiert dem Leser eine Wendung, mit der er in diesem Setting wohl nicht so schnell rechnet. Das Besondere daran ist, dass man fast schon gewillt ist, den Roman gleich noch einmal zu lesen, weil man doch im Laufe der Handlung längst hätte auf den Trichter kommen müssen.
Dank Michael Krug (ja, dem von Otherworld bzw. mkrug) kommt der Leser außerdem in den Genuss einer wunderbaren Übersetzungsarbeit.


Star Trek - Voyager 7: Kinder des Sturms
Star Trek - Voyager 7: Kinder des Sturms
von Kristen Beyer
  Broschiert
Preis: EUR 12,80

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Langweilig, zäh und viel zu rührselig, 12. Januar 2016
Ein Vorteil des vorliegenden Romans ist sicherlich, dass er sich endlich wieder mit der Erforschung unbekannten Lebens beschäftigt, doch ein TREK-Roman wäre nicht vollständig, wenn nicht auch die Charaktere entsprechend beleuchtet würden und hier muss die Autorin die erste Hürde meistern, was sie in meinen Augen nur unzureichend geschafft hat.

Der Roman ist einfach hoffnungslos überfrachtet. Wir haben insgesamt neun Schiffe, für die man bereits einen Anhang braucht, um nicht den Überblick zu verlieren. Dabei ist der Appendix unabhängig betrachtet ein nettes Extra, in dem man immer wieder nachschlagen kann, zu welchen Klassen die einzelnen Schiffe gehören, wie groß die Besatzung ist und wer dort eigentlich zur Brückencrew gehört.
Das Hauptaugenmerk liegt natürlich auf der Voyager, trotzdem versucht Beyer zahlreichen Figuren gerecht zu werden. Ein Schuss, der nach hinten losgeht, denn dadurch verliert die Geschichte schon zu Beginn an Tempo und schleppt sich 450 Seiten lang dahin, ohne echte Höhepunkte zu entwickeln. Selbst der eskalierende Konflikt mit den Kindern des Sturms wird immer wieder durch kitschige Soap-Einlage bei der Familie Paris oder tiefschürfenden Gesprächen zwischen Chakotay und Eden gebremst. Hinzu kommt noch Harrys beginnende Romanze mit der neuen Chefingenieurin der Flotte, Nancy Conlon. Und dann ist da ja noch der nervie Bord-Counselor Hugh Cambridge, der sich in seiner unnachahmlichen Art und Weise als A-Loch vom Dienst austoben darf, nur damit er am Ende (ACHTUNG SPOILER) tatsächlich von Seven of Nine zu einem leidenschaftlichen Kuss genötigt wird.

Dachte man, mit Naomie Wildman hätte man das obligatorische nervige Kind endlich im Alpha-Quadranten zurückgelassen, kommt auch schon Miral-Paris um die Ecke. Der Sonnenschein der Flotte, mit Ambitionen zum Wunderkind.
Die Kinder des Sturms und ihre potentielle Bedrohung geraten bei all dem rührseligen Geschmonze gnadenlos ins Hintertreffen. Lediglich die Passagen an Bord der Demeter sorgen für Dramatik und Spannung. Den Roman können sie leider nicht mehr herausreißen.
Es gibt wirklich STAR TREK-Romane, wo ich manchmal denke, dass sie auch Nicht-Trekkies gefallen könnten. „Kinder des Sturms“ ist jedoch ein Buch, dass aber nur eingefleischte VOYAGER-Fans lesen sollten.

Für mich hat die TV-Serie nach der vierten Staffel enorm an Reiz eingebüßt wo sich gefühlt jede zweite Folge um Seven of Nine oder den Doctor drehte. Dies nur als Anhaltspunkt, damit sich keiner durch meine Rezension abschrecken lässt, für den VOYAGER zum Besten gehört, was unter dem Label STAR TREK vermarktet wurde. So jemand wird vermutlich auch an „Kinder des Sturms“ Gefallen finden.


Young Sherlock Holmes 1 & 2. Der Tod liegt in der Luft & Das Leben ist tödlich
Young Sherlock Holmes 1 & 2. Der Tod liegt in der Luft & Das Leben ist tödlich
von Andrew Lane
  Audio CD
Preis: EUR 19,99

3.0 von 5 Sternen Mit Sherlock Holmes hat dieser Jugendthriller außer dem Namen nicht viel gemein, 4. Januar 2016
Derzeit verkauft sich ja alles wo der Name Sherlock Holmes nur draufsteht wie geschnitten Brot. Vielleicht einer der Gründe warum Andrew Lane seine Jugendbuchserie YOUNG SHERLOCK HOLMES genannt hat.
Mal ehrlich, bis auf die Namen Sherlock und Mycroft Holmes haben die Abenteuer des naseweisen Jungspunds kaum etwas mit dem beratenden Detektiv aus der Baker Street gemein. Klar, seinen Gefährten Dr. John Watson lernt er erst sehr viel später kennen, ebenso wie seine Haushälterin Mrs. Hudson oder die Scotland Yard-Inspektoren Lestrade und Jones. Doch selbst die Charaktere von Sherlock und Mycroft sind kaum wiederzuerkennen und damit leicht austauschbar. Da Sherlock offenbar noch keine von seinen typischen Marotten entwickelt hat, abgesehen davon, dass er in Folge 2 Violine spielen lernt, ist es schwer sich vorzustellen, dass aus ihm einmal der eigenbrötlerische Sonderling wird, den man kennen und lieben gelernt hat.
Tatsächlich ist es wenig glaubhaft, dass irgendein Ereignis ihn derart in die Isolation treiben wird. Die Figurenkonstellation erinnert frappant an HARRY POTTER. Da wäre zum einen natürlich der junge Sherlock Holmes (Harry Potter), der ohne elterlichen Beistand bei ungeliebten Verwandten abgeladen wurde. Zum anderen ist da sein bester Freund Matty (Ron), vorlaut und etwas einfacher gestrickt, und, last but not least, natürlich das Mädchen Virginia Crowe (Hermine), klug und vorwitzig.
Alles in allem sind die Geschichten natürlich auf ein junges Publikum zugeschnitten, doch der Eindruck, dass der Name nur aus verkaufswirksamen Gründen benutzt wurde, bleibt dennoch. Nichtsdestotrotz bieten die Abenteuer von YOUNG SHERLOCK HOLMES kurzweilige und vergnügliche Unterhaltung, die weit über das übliche Who-done-it hinausgeht. Tatsächlich handelt es sich bei den Geschichten mehr um Action-Thriller und befinden sich damit mit Guy Ritchies Neuverfilmungen in bester Gesellschaft.
Auch optisch wurde die Jugendbuchserie von Andrew Lane an die Kinofilme angelehnt. Und wie es sich für eine ordentliche Lektüre für Schüler handelt, ist sie auch noch pädagogisch wertvoll, denn Andrew Lane streut immer wieder interessante Fakten ein, die natürlich in erster Linie historischer Natur sind.
So ganz glaubhaft sind die Charaktere natürlich nicht, denn trotz der stilistischen Klasse, die die Geschichten besitzen, agieren die Jugendlichen schon viel zu abgeklärt und erfahren. Keiner, der im Angesicht des Todes die Nerven verliert und schon jetzt findet Sherlock Holmes aus jeder vertrackten Situation einen Ausweg. Zudem erlebt der spätere Detektiv in seinen Jugendabenteuern deutlich mehr als in den Original-Erzählungen von Sir Arthur Conan Doyle. Kein Wunder also, dass der berühmte Detektiv seine Fälle so schnell und einfach löst, denn wer schon als Jugendlicher nicht weniger als die Welt rettet und den Frieden bewahrt, den können Geisterhunde, Familientragödien und Adelsskandale kaum noch aus der Ruhe bringen.

Gelesen werden die Abenteuer von YOUNG SHERLOCK HOLMES von Jona Mues, einem sehr vielseitigen Schauspieler und Sprecher, bei dem man sofort die verschiedenen Charaktere mit Leichtigkeit unterscheiden kann. Nur im direkten Gespräch mit Erwachsenen klingt seine Holmes-Interpretation ein wenig zu schrill und piepsig.

Das Medium CD wurde für die Hörbuch-Adaption komplett ausgereizt. Jede der insgesamt sechs CDs besitzt mehr als achtzig Minuten Laufzeit, so dass der Hörer für sein Geld ordentlich was geboten bekommt. In der vorliegenden Ausgabe sind die ersten beiden Abenteuer des jungen Sherlock vereint, die auch schön aufeinander aufbauen.

Wer auf der Suche nach originellen und spannend erzählten Jugendthrillern ist, ist bei Andrew Lane goldrichtig. Der Holmesianer auf der Suche nach weiteren Pastiches indes könnte ein wenig enttäuscht sein, denn mit Doyles Schöpfung hat dieser junge Sherlock (noch) nichts zu tun.


Alan Moore: Providence: Bd. 1
Alan Moore: Providence: Bd. 1
von Alan Moore
  Broschiert
Preis: EUR 19,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Äußerst behäbige und langweilige Hommage an Lovecrafts Leben und Werk, 2. Januar 2016
Rezension bezieht sich auf: Alan Moore: Providence: Bd. 1 (Broschiert)
Schon in „Neonomicon“ wandelten Comic-Legende Alan Moore und der Künstler Jacen Burrows auf höchst beeindruckende und verstörende Weise auf den Spuren von H. P. Lovecraft. Mit „Providence“ beabsichtigen sie an den Erfolg anzuknüpfen und die Bilder von Burrows sind ebenso unverkennbar wie eindrucksvoll. Die szenischen Darstellungen von Landschaften und Gebäuden leben von der detaillierten Authentizität, mit der der Künstler arbeitet. Vor allem die Gesichter und Mimiken der Figuren sind sehr lebendig und individuell gestaltet worden. Nur bei den Zeichnungen nackter Körper greift er auf austauschbare Ideale zurück.
Als Bildband ist „Providence“, der die ersten vier US-Ausgaben der Serie in sich vereint, nicht nur ansehnlich, sondern regelrecht künstlerisch wertvoll. Nur sollen die Bilder ja auch eine Geschichte erzählen und hier bleibt „Providence“ leider weit hinter meinen Erwartungen zurück.
Gleich vorab: wer mit dem Werk von H. P. Lovecraft nicht vertraut ist und mit subtilem Horror nicht viel anfangen kann, der sollte tunlichst die Finger von Providence lassen. Die Geschichte entwickelt sich ungleich langsamer und behäbiger als in „Neonomicon“ und auf die bizarren Höhepunkte dieser Geschichte wartet der Leser vergebens. Dabei muss es ja nicht unbedingt in monströsen Orgien enden, doch so langatmig und übetrieben subtil wie in „Providence“ sollte es auch nicht sein. Zumal es ziemlich übetrieben scheint, wenn Christian Endres im Vorwort und Antonio Solinas im Nachwort von Alan Moore als Comic-Gott reden. In dieser Verklärung ist es ja schon beinhahe blasphemisch, wenn man nicht von der Story begeistert ist, in der der Autor exzessiv mit Subtexten und Meta-Ebenen um sich wirft. Vor lauter Andeutungen, Hommagen und Querverweisen auf Lovecrafts Werk scheint die Story dabei buchstäblich auf der Stelle zu treten. Pseudoauthentische Seitenschinderei wird mit Auszügen aus Robert Blacks Kollektaneenbuch betrieben, das in Schreibschrift verfasst wurde und schon nach wenigen Seiten in den Augen schmerzt. Zum Glück wird darin nur die bereits in den Bildern gezeigte Geschichte nacherzählt. Die Altersempfehlung ab 18 Jahren ist ebenfalls nicht nachvollziehbar und mit knapp 20 Euro gehört der Band nicht gerade zu den günstigsten Werken im Programm von Panini.
Nein, dieses Werk vermochte mich nicht zu begeistern, obwohl ich mit Lovecrafts Werk vertraut bin und seine Kurzgeschichten und Novellen auch sehr schätze. So gehört „Der Schatten über Innsmouth“ für mich zum Besten, was Lovecraft zu Papier gebracht hat. Doch immer wieder die ewig gleichen Inzestmotive aufzuarbeiten und die sexuellen Zwischentöne herauszudestillieren, macht in meinen Augen noch keine gute Hommage aus. Ein Grund „Providence“ weiterzulesen, falls die Serie fortgesetzt wird, besteht für mich jedenfalls nicht. Allein das Ende des vorliegenden Bandes versagt in meinen Augen kläglich als Ciffhanger.


Star Trek - New Frontier: The Captain's Table - Gebranntes Kind
Star Trek - New Frontier: The Captain's Table - Gebranntes Kind
von Peter David
  Taschenbuch

5.0 von 5 Sternen Ein Roman der auch als Appetizer für diese außergewöhnliche Serie dienen kann!, 31. Dezember 2015
Vorab: dies ist mein erste Roman von Peter Davids persönlicher STAR TREK-Serie NEW FRONTIER und ich bin – begeistert.
Ich hatte mir gedacht, bevor ich direkt in die Serie einsteige, bietet mir der CAPTAIN'S TABLE die optimale Gelegenheit mal hineinzuschnuppern, um herauszufinden, ob die Serie überhaupt was für mich ist.

Im Gegensatz zu den eigentlichen Romanen der Serie wird die vorliegende Geschichte jedoch naheliegenderweise aus der Ich-Perspektive erzählt, was sofort Nähe zu dem Protagonisten Mackenzie Calhoun herstellt. Aufgrund von Beschreibungen und Rezensionen hatte ich schon die Befürchtung, dass es sich bei dem xenexianischen Captain um einen Kirk-Plagiat handelt, doch bereits nach den ersten Seiten konnte ich erleichtert aufatmen. Zwar werden James T. Kirk und einige seiner Abenteuer im Laufe des Romans erwähnt, jedoch nur an passenden Stellen, wo Calhoun Parallelen zu seinem eigenen Schicksal erkennt, denn immerhin gehören die Abenteuer des Raumschiffs Enterprise unter Kirks Kommando zum Lehrstoff der Sternenflotten-Akademie.

Zum Glück braucht Peter David weder viele Seiten, noch viele Worte, um Charaktere glaubhaft darzustellen und eine inhaltliche Tiefe zu erzeugen, so hat mich „Gebranntes Kind“ auf seinen 250 Seiten mehr beeindruckt als andere Titel es mit 400 oder 500 Seiten nicht geschafft haben. Die Ausgangslage des Konfliktes zweier benachbarter Spezies ist dabei schon ein alter Hut bei STAR TREK, doch letztendlich dient er lediglich als Aufhänger, denn es geht in erster Linie um die Figuren und ihr Schicksal. Und hierbei zeigt Peter David sein gesamtes schriftstellerisches Können. Nicht umsonst, gehört er in meinen Augen zu den besten STAR TREK-Autoren überhaupt, was möglicherweise daran liegen mag, dass sein TNG-Roman „Eine Hölle namens Paradies“, mein erster TREK-Roman überhaupt war.
Zugegeben, zunächst wirkte die Idee des Captain's Table auf mich in Hinsicht auf die rationalen STAR TREK-Verhältnisse ziemlich fantastisch und befremdlich, doch dank Peter Davids Sinn für Humor und seine grandios-grotesken Ideen, konnte ich mich schnell mit dieser besonderen Bar anfreunden. Schließlich bildet sie auch nur die Startlinie und bietet das Setting für Calhouns Geschichte, die viel zur tieferen Gestaltung seines Charakters beiträgt. Zudem spricht es für den Autor, dass er es geschafft hat, einen STAR TREK-Roman zu schreiben, der ohne bekannte Figuren aus den TV-Serien zu fesseln vermag. Die Cameo-Auftritte von Elizabeth Shelby und Admiral Jellico sind dabei im vorliegenden Roman beinahe vernachlässigbar.

Wer diesen Roman noch nicht gelesen hat, egal ob er NEW FRONTIER schon kennt oder nicht, sollte dies unbedingt nachholen. Ich möchte nicht soweit gehen, dass er auch Nicht-Trekkies begeistern wird, aber wundern würde es mich nicht.


Star Trek - Einzelschicksale
Star Trek - Einzelschicksale
von Keith R. A. DeCandido
  Taschenbuch
Preis: EUR 12,80

4.0 von 5 Sternen Die Brücke zwischen DESTINY und TYPHON PACT, 28. Dezember 2015
Rezension bezieht sich auf: Star Trek - Einzelschicksale (Taschenbuch)
David Macks DESTINY-Trilogie ist wohl der Meilenstein der STAR TREK-Literatur und mit Sicherheit das Einschneidendste Ereignis im Universum von Gene Roddenberry nach Einstellung der bis dato letzten TV-Serie.
Als Prequel zu DESTINY dient das Buch „Die Gesetze der Föderation“, geschrieben von Keith R. A. DeCandido, in dem das erste Regierungsjahr von Präsidentin Nanietta Bacco geschildert wird. Der vorliegende Roman, der aus der Feder desselben Autors stammt, ist das entsprechende Sequel der DESTINY-Trilogie, dem die Aufgabe zukommt Ordnung in das Chaos zu bringen, das David Mack hinterlassen hat. So jedenfalls hat sich der Autor ausgedrückt und diese Aussage beschreibt die Ausgangslage des Romans recht gut.

Natürlich ist es möglich „Einzelschicksale“ unabhängig zu lesen, ohne dass man „Die Gesetze der Föderation“ oder die DESTINY-Trilogie kennt, doch sinnvoll oder empfehlenswert ist es nicht. Am Interessantesten an diesem Roman ist, dass der Protagonist aus keinem der bestehenden Serien-Universen stammt. Die einzige Figur aus einer TV-Serie, deren Auftritt über ein Cameo hinausgeht, ist Ezri Dax, die mittlerweile Captain der U.S.S. Aventine ist. Als solcher ist sie nicht nur für den Transport der Nahrung zum romulanischen Sternenimperium verantwortlich, sondern auch für Sonek Prans Reise zum imperialen Staat von Donatra.
Natürlich darf der Leser auch wieder einen kleinen Blick hinter die politischen Kulissen der Föderation im Palais de la Concorde werfen, wo Nanietta Bacco und ihre Stabschefin die Fäden ziehen. Für den versierten Trekkie gibt es innerhalb des Roman jede Menge kleinerer und größerer Aha-Erlebnisse. So leistet ein Admiral namens McCoy auf einer von den Borg versehrten Welt medizinische Hilfe, in dem er das dortige Ärzteteam leitet. Und den klingonischen Captain Drex kennt man bereits aus der DS9-Doppelfolge „Der Weg des Kriegers“, wo er als Martoks Sohn eher unsympathisch und jährzonig rüberkommt.

Natürlich ist auch Martok selbst mit von der Partie, nur von den Hauptcharakteren der verschiedenen Serien lässt sich niemand blicken. Sowohl die U.S.S. Enterprise unter dem Kommando von Captain Picard, als auch die U.S.S. Titan unter dem Kommando von Captain Riker, sind anderweitig beschäftigt.
Trotzdem oder gerade deshalb ist „Einzelschicksale“ ein Roman, der aus der Masse heraussticht, denn er beleuchtet in verschiedenen Briefen, Logbucheinträgen, Interviews etc. tatsächlich vom Einzelschicksal unterschiedlichster Charaktere, die eben nicht alle in der Sternenflotte dienen. Und die aktuelle Flüchtlingsdebatte in Deutschland zeigt mal wieder, wie aktuell STAR TREK ist, und dass das Franchise immer wieder als Spiegelbild der Realität funktioniert.

Dabei schlägt der Roman von DeCandido die perfekte Brücke zwischen der DESTINY-Trilogie und der Reihe TYPHON PACT, die aktuell in THE FALL ihre Fortsetzung erfährt.
Zudem fügt sich der Roman harmonisch in das Gesamtgefüge des erweiterten Universums ein, was durch das geniale Covermotiv hervorragend versinnbildlicht wird.
Zugleich ist das Titelbild aber auch eine Spiegelung von Sonek Prans Recherchen, die sich ebenfalls wie einzelne Puzzlestücke zusammenfügen, bis ein schlüssiges Bild zu erkennen ist.

Der Gelehrte vom Mars, dessen Großeltern Vulkanier, Bajoraner, Betazoid und Mensch waren, ist eine sehr interessante und sympathische Figur. Stellenweise sogar ein wenig zu sympathisch, denn die Leichtigkeit wie er Donatra überredet mit der Rivalin Tal'Aura in einen Dialog zu treten, legt den Schluss nahe, dass das diplomatische Korps der Föderation aus untalentierten Deppen besteht. Abgesehen davon, dass er nebenbei noch die Moral auf der Aventine hebt, den ersten Offizier Sam Bowers therapiert und noch eine Verschwörung aufdeckt, die den gesamten Alpha- und Beta-Quadranten betrifft. Ein echter Hans-Dampf-in-allen-Gassen eben.

Anika Klüver hat als Übersetzerin wieder sämtliche Register gezogen und tolle Arbeit geleistet. Es zahlt sich außerdem aus, wenn man jemanden hat, der sich mit STAR TREK auskennt und der sich auch für das Franchise interessiert. So jemand hat dem Heyne-Verlag leider gefehlt. Nur, dass ständige Gekichere der Protagonisten wirkte unpassend. Ein kleiner Wermutstropfen im Kontext eines ansonsten wirklich großartigen und absolut empfehlenswerten Romans. Wer die DESTINY-Trilogie kennt, sollte sich „Einzelschicksale“ wirklich nicht entgehen lassen.


Drive-In: Die Trilogie erstmals in einem Band
Drive-In: Die Trilogie erstmals in einem Band
von Joe R. Lansdale
  Broschiert
Preis: EUR 14,99

2.0 von 5 Sternen Missglückte Richard-Laymon-Kopie, 21. Dezember 2015
DRIVE-IN ist einer dieser Romane (respektive derer drei), der vermutlich von jedem Verleger kopfschüttelnd an den Verfasser zurückgesendet worden wäre, wenn er nicht von einem Auto stammen würde, dessen Name bereits einen gewissen Marktwert besitzen würde. Zumindest hierzulande, wäre solch ein Werk für einen Newcomer undenkbar, wenngleich die anglo-amerikanische Literaturlandschaft dahingehend ein wenig offener und liberaler ist.

DRIVE-IN wird von vielen Kritikern und Autoren hochgelobt und auf den Innenseiten des Umschlags wurden auch reichlich Zitate namhafter Zeitgenossen veröffentlicht. Am treffendsten ist wohl der Kommentar des Schauspielers Bruce Campbell:
„Joes Romane sind mal erschreckend, mal unglaublich lustig, mal verstörend – was immer du von ihm liest, wirst du nicht wieder vergessen können.“
Das stimmt tatsächlich, wohingegen Andrew Vachss' „Lest Joe R. Lansdale“ nicht mehr als ein lahmer Werbeslogan ist.
Joe Hill und Dean Koontz haben die üblichen, nichtssagenden Schmeicheleien verfasst, die sich geschätzte Autorenkollegen gerne mal gegenseitig um den Bart schmieren.
Daniel Woodrell indes hatte noch Folgendes zu sagen: „Lansdale ist eines unserer kostbarsten und außergewöhnlichsten Talente – alles, was er schreibt, ist großartig.“
Und diesem Zitat muss ich entschieden widersprechen, denn DRIVE-IN hat mir persönlich gezeigt, dass dem definitiv nicht so ist. Dabei habe ich vor der Lektüre der Trilogie bereits vier Bücher von Lansdale gelesen und bin mit seinem Stil nicht nur vertraut, sondern schätze ihn auch sehr.

Was er allerdings mit DRIVE-IN bezweckt hat, hat sich mir weder nach den ersten 214 Seiten erschlossen, nachdem der erste Roman beendet war, noch nach den restlichen 522 Seiten. Im Gegenteil, für mich ist die Entscheidung äußerst fragwürdig, wieso DRIVE-IN noch zwei Fortsetzungen nach sich ziehen musste.

Vom Stil her ist die Trilogie am ehesten mit Richard Laymon vergleichbar und ich kann mir nicht helfen, ich hatte beim Lesen immer wieder das Gefühl, als ob Lansdale seinen Kollegen in diesen Romanen nicht nur kopieren, sondern auch übertrumpfen wollte. Vor allem in Punkto Sex ist der Schriftsteller dieses Mal weitaus offensiver zu Werke gegangen. Angefangen bei den pubertären Fantasien des Protagonisten, der in allen drei Romanen als Ich-Erzähler fungiert, bis hin zu der omnipräsenten Kopulation von den Menschen, die in der alptraumhaften Parallelwelt eine Art von Degeneration zu erleben scheinen. Ständig fummeln sich die Leute an ihren Genitalien herum oder fallen übereinander her.
Trotz einiger ausgefallener Ideen herrscht gerade in den beiden Fortsetzungen von DRIVE-IN gepflegte Langweile. Es scheint, als ob Lansdale im ersten Teil der Trilogie sein Pulver verschossen und seine Ideen zu dem Thema bereits vollständig verbraucht hätte. Und selbst dieser Roman ist nicht unbedingt ein Highlight der amerikanischen Weird-Fiction.

Zumindest aber werden Horrorfilm-Freaks, die besonders auf die Streifen aus den 70er und 80er Jahren stehen, dort auf ihre Kosten kommen. Der Plot mag in seinen Ansätzen sehr innovativ sein, doch um einen kompletten Roman, geschweige denn eine ganze Trilogie zu füllen, dazu reicht es dann doch nicht. Selbst wenn der Übersetzer des Erstlings, Dietmar Dath, gerade diese Trilogie in seinem Nachwort über den Klee lobt.

Der größte Fauxpas passiert dem Autor aber im dritten Teil, in dem plötzlich Jacks bester Freund Bob, der am Ende von Band zwei noch quietschfidel ist, mit keiner Silbe mehr erwähnt wird. Stattdessen lamentiert Jack über Cryer und seinen abgetrenntes Glied.

Für mich ist DRIVE-IN nicht mehr als der missglückte Versuch Richard Laymon zu kopieren. Vielleicht habe ich den tieferen Sinn der Story auch einfach nicht kapiert.


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