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Rezensionen verfasst von
Florian Hilleberg (Göttingen)
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Sherlock Holmes: Bd. 3: Der Wille des Toten
Sherlock Holmes: Bd. 3: Der Wille des Toten
von George Mann
  Broschiert
Preis: EUR 12,99

5.0 von 5 Sternen Klassischer Fall für Sherlock Holmes, toll und authentisch geschrieben, mit ein wenig Steampunk-Atmosphäre, 17. Oktober 2014
Der dritte Band der SHERLOCK HOLMES-Reihe von Panini stammt nicht aus der Feder von Guy Adams, sondern wurde von George Mann verfasst. Dass der sich im viktorianischen London bestens auskennt, hat er bereits mehrfach mit seinen Steampunk-Romanen über das Ermittler-Duo Newbury und Hobbes bewiesen. Für Leser dieser Romane gibt es in dem vorliegenden Sherlock-Holmes-Abenteuer ein besonderes Schmankerl, denn der Scotland Yard-Beamte, der hier an der Seite des berühmten Detektivs ermitteln darf, ist kein Geringerer als Inspektor Bainbridge. Der gehört zum festen Ensemble der Newbury & Hobbes-Fälle. Hier erlebt man ihn allerdings noch in der untergeordneten Funktion als gewöhnlichen Inspektor und als solcher bekommt er es mit zwei wirklich kniffligen Problemen zu tun. Glücklicherweise ist Sherlock Holmes zur Stelle. George Mann trifft den Stil von Sir Arthur Conan Doyle wahrlich famos und es ist eine Freude Holmes und Watson gemeinsam mit Bainbridge ermitteln zu sehen. Vor allem deshalb, weil eben nicht reale und fiktive Berühmtheiten der viktorianischen Epoche herhalten müssen und auch nicht die Welt vor dem drohenden Untergang bewahrt werden muss. Der Leser bekommt einen wunderbar klassischen Kriminalfall präsentiert, lebendig erzählt und mit trockenem Humor gewürzt. Mann schrieb einen Holmes-Roman, wie ihn Fans des Detektivs erwarten, mit allen typischen Zutaten und Charaktereigenschaften des exzentrischen Ermittlers. Watson darf auch kräftig zulangen und spielt eine aktivere Rolle als lediglich Stichworte zu geben und den Notizblock zu zücken. Dass er aber zweimal kurz hintereinander auf denselben Trick von Holmes hereinfällt, spricht nicht gerade für ihn. Aber allein durch Watsons Begriffsstutzigkeit wird der Triumph seines Freundes nur umso eindrucksvoller. Für die nötige Prise Mystery sorgt der Fall der Eisenmänner, dessen Lösung aber relativ vorhersehbar ist.
Mit knapp 250 Seiten und einer recht großen Schrift ist der Roman schnell gelesen. Zum Glück gibt es als Bonus eine Kurzgeschichte aus dem Casebook von Newbury und Hobbes, in der Newbury seinem alten Freund Bainbridge von einem wirklich unglaublichen Fall erzählt. Sehr originell und ein echtes Lesevergnügen.


Das Haus der Sieben Giebel
Das Haus der Sieben Giebel
Preis: EUR 5,99

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Gefühlvoll erzählte und sorgfältig inszenierte Schauermär, 13. Oktober 2014
Rezension bezieht sich auf: Das Haus der Sieben Giebel (Audio CD)
Verfasser der Geschichte „Das Haus der sieben Giebel“ („House of the Seven Gables“) aus dem Jahr 1851 ist Nathaniel Hawthorne, der auch die Erzählung schrieb, auf der Folge 62 „Rappaccinis Tochter“ basiert. Der amerikanische Schriftsteller Hawthorne ist nicht nur selbst in der geschichtsträchtigen Stadt Salem geboren worden, einer seiner Vorfahren war sogar als Richter an den dortigen Hexenprozessen beteiligt, die durch Arthur Millers Bühnenstück „Hexenjagd“ bekannt wurden und zu den wenigen belegten Auswirkungen der Inquisition in der neuen Welt gehören. Hawthornes Interesse an der Welt des Übernatürlichen scheint ihm also in die Wiege gelegt worden zu sein. Vielleicht war es ihm deshalb vergönnt, im Jahr 1840 selbst einen Geist zu Gesicht zu bekommen, nachzulesen in „The Ghost of Doctor Harris“, einer Erzählung die posthum veröffentlicht wurde. Angeblich ist Hawthorne selbst als Geist zurückgekehrt und seinem Sohn Julian erschienen, der ebenfalls einige Gespenster-Geschichten zu Papier brachte (Haining, Peter: Das grosse Gespensterlexikon, 1996).

Die Story des vorliegenden Hörspiels handelt ebenfalls von Hexerei und alten Familienflüchen, wird jedoch manchmal ein wenig konstruiert und vor allem am Ende auch sehr hastig erzählt, was vermutlich dem Umstand geschuldet ist, dass „Das Haus der sieben Giebel“ eigentlich ein kompletter Roman ist. Trotzdem ist es natürlich schön, die Hörspiel- und Theaterlegende Dagmar von Kurmin wieder in einer Hauptrolle hören zu dürfen, immerhin ist die Schauspielerin von der ersten Titania-Stunde an mit von der Partie. Mit Helmut Winkelmann und Horst Naumann sind zwei weitere Hörspiel-Urgesteine dabei. Weitere bemerkenswerte DarstellerInnen dieses Hörspiels sind Janina Sachau, Sascha Wussow und Jacques Breuer. Lutz Reichert, der in der neuen SHERLOCK HOLMES-Folge „Das Rätsel von Boscombe Valley“ als Inspektor Lestrade seinen Einstand gibt, ist hier als einfältiger Diener Scipio zu hören.

Dramaturgisch wird sich bei den Stereotypen des Subgenres bedient, wie beispielsweise der Musik aus dem Nichts, dem unheimlichen Porträt des Urahns und dem alten Familienfluch. „Das Haus der sieben Giebel“ ist kein Highlight der Reihe, gewiss aber ein stimmungsvolles, unterhaltsames Hörspiel, ideal für stürmische Herbstnächte.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Oct 14, 2014 8:04 PM MEST


Zimmer 13
Zimmer 13
Preis: EUR 5,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Exzellent pointierte Vertonung einer klassischen Gespenster-Geschichte aus der Feder des britischen Autors M. R. James, 13. Oktober 2014
Rezension bezieht sich auf: Zimmer 13 (Audio CD)
Nach Folge 71 „Der Eschenbaum“ ist dies das zweite Hörspiel aus der Reihe GRUSELKABINETT, das nach einer Geschichte des englischen Schriftstellers M. R. James entstand. In der Story zu „Zimmer 13“ frönte James seiner Affinität für alte Bücher und Handschriften. Die Schriftstellerei betrieb er zudem nur nebenbei, obwohl er mittlerweile zu den bedeutendsten britischen Autoren von unheimlichen Geschichten zählt. Diese verfasste er ursprünglich für die Weihnachtsfeiern an der Universität von Cambridge, wo er studierte und später auch als Wissenschaftler und Dozent tätig war. Insgesamt hat James mehr als 30 Gespenster-Geschichten geschrieben. Auffallend dabei ist, dass seine Geister keine Witzfiguren waren, sondern äußerst bösartig dargestellt wurden. Das darf auch der Hörer der vorliegenden Episode feststellen, die zwar unspektakulär beginnt, aber einige sehr unheimliche und gruselige Szenen in petto hat. Schauerlich, wie Victor Anderson an der gegenüberliegenden Hauswand die bizarren Schattenspiele seines „Nachbarn“ missdeutet, obwohl der Hörer längst ahnt woher der gespenstische Wind weht.

Die kleine Vorgeschichte in der sich Victor mit seinem Cousin unterhält und diesem quasi stellvertretend für den eigentlichen Zuhörer sein Erlebnis mit dem titelgebenden „Zimmer 13“ berichtet, ist eigentlich nur schmückendes Beiwerk. Die eigentliche Geschichte kommt mit gerade einmal sechs SprecherInnen aus, von denen natürlich Christian Stark in der Hauptrolle besonders hervorgehoben werden muss. Unterlegt wird die klassische Geistergeschichte mit düsteren Klavierklängen, und der Hörer sollte sich gut überlegen wie und wann er sich das Hörspiel zu Gemüte führt. Am helllichten Tag, bei der Hausarbeit oder gar während der Autofahrt wird sich vermutlich nicht dasselbe beklemmende Gefühl unheimlicher Bedrohung einstellen, wie im Dunkel der Nacht, in einem vom Kerzenschein erleuchteten Raum.

Mit knapp 50 Minuten Laufzeit gehört „Zimmer 13“ überdies zu den kürzeren Folgen. Die nächste Vertonung einer Geistergeschichte aus der Feder von M. R. James ist bereits für Folge 101 im Frühjahr 2015 angekündigt.


Sherlock Holmes, Folge 15: Das Rätsel Von Boscombe Valley
Sherlock Holmes, Folge 15: Das Rätsel Von Boscombe Valley
Preis: EUR 6,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Kongeniale Vertonung einer der schönsten und einfallsreichsten Fälle aus der Feder von Sir Arthur Conan Doyle, 11. Oktober 2014
„Das Rätsel von Boscombe Valley“ gehört zu meinen Lieblingsfällen von Sherlock Holmes, obwohl die Ausgangslage absolut klassisch ist. Detektiv versucht die Unschuld des vermeintlichen Täters zu beweisen. Wie Sir Arthur Conan Doyle die Geschichte aber aufgezogen hat, verlangt Respekt und Sherlock Holmes darf hier wieder einmal beweisen, warum er der größte Detektiv der Welt ist. Allerdings ist der vorliegende Fall auch ein Paradebeispiel dafür, dass der gute Ruf von Holmes nicht nur auf seinen eigenen großartigen Fähigkeiten beruht, sondern zu einem Großteil auch auf der Begriffsstutzigkeit seiner Gefährten Dr. Watson und Inspektor Lestrade. Watson indes ist hier einmal mehr als Stichwortgeber und Erzähler unterwegs, doch darf er sich in der Version von Titania Medien wenigstens ein gelungenes Wortgefecht mit dem dümmlich-naiven Inspektor Lestrade liefern, gespielt von Lutz Reichert, der den wahrlich einfältigen Polizeiinspektor vortrefflich mimt. Der hat in dieser Folge übrigens seinen ersten Auftritt, denn bislang hatte Holmes nur mit den Inspektoren Jones und Abberline zu tun. Durch die Ambitionen alle klassischen Fälle aus der Feder von Sir Arthur Conan Doyle zu vertonen, konnte Marc Gruppe jedoch nicht länger den bekanntesten Inspektor an Holmes' Seite ignorieren. Letzterer wird von Joachim Tennstedt einmal mehr kongenial verkörpert. Watsons Frau Mary hat ebenfalls einen kleinen Cameo-Auftritt zu Beginn des Hörspiels und dies absolut werkgetreu, denn auch im doyleschen Original wird der Fall durch das Gespräch der beiden Eheleute Watson eingeläutet. Der vermeintliche Mörder James McCarthy wird übrigens von Joachim Tennstedts Sohn Julian gespielt, der sich nicht ohne Grund anschickt in die Fußstapfen seines Vaters zu treten. Die Rolle des James McCarthy ist seine zweite Arbeit für Titania Medien und seine erste Rolle bei SHERLOCK HOLMES. Ebenfalls mit dabei sind einmal mehr Helmut Winkelmann, Frank-Otto Schenk, Maximiliane Häcke, Janina Sachau als Mary Watson und natürlich Detlef Bierstedt. Musikalisch geht es dieses Mal ein wenig flotter und düsterer zu, als in der letzten Episode. Insgesamt betrachtet eine wirklich herausragende Folge, in welcher der unterhaltsam und raffiniert inszenierte Fall aus der Feder von Sir Arthur Conan Doyle kongenial vertont wurde.


Abgründe: Thriller
Abgründe: Thriller
Preis: EUR 8,99

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Nicht nur ab- sondern auch tiefgründig, 11. Oktober 2014
Rezension bezieht sich auf: Abgründe: Thriller (Kindle Edition)
„Abgründe“ ist der neue Roman aus der Feder des jungen Schriftstellerinnen-Duos, bestehend aus Nadine d'Arachart und Sarah Wedler, die in den letzten Jahren mit ihren bemerkenswerten Gemeinschaftsprojekten zunehmend für Aufmerksamkeit gesorgt haben. Die Geschichte ist auf den ersten Blick eine typische „Serienkiller vs. Antiheld“-Story, die sich aber vor allen Dingen durch die intensive Charakterdarstellung der Figuren auszeichnet. Dabei wechseln die Autorinnen kapitelweise gerne die Perspektive, so dass man nicht nur dem Ermittler über die imaginäre Schulter schauen darf, sondern auch dem Killer. Der geht zwar durchaus brutal zu Werke, aber nicht übertrieben blutig. Den Autorinnen geht es vielmehr um die Angst seiner Opfer, die für den Leser spürbar nachvollziehbar ist. Der Schauplatz des amerikanischen Küstenstädtchens ist dagegen fast austauschbar. Die Geschichte könnte genauso gut hier in Deutschland spielen, denn mit landschaftlichen Beschreibungen halten sich die Autorinnen vornehm zurück. Die Umgebung wird beschrieben, wenn für die jeweilige Szene von Bedeutung, ansonsten geht es um die Charaktere und ihre Beziehung zueinander, ob nun im Guten oder im Schlechten. Bei dem Dialog zwischen Ethan Hayes und dem Psychotherapeuten eines der Opfer beweisen Nadine d'Arachart und Sarah Wedler Geschick, Einfühlungsvermögen und Fachwissen. Die obligatorische Lovestory darf natürlich nicht fehlen, driftet aber nicht ins Kitschige ab und gewinnt vor allen Dingen im fulminanten Finale rasant an Bedeutung. Dort werden Leser und Ermittler nämlich mit starkem Tobak konfrontiert, obwohl der gute Hayes hier wirklich auf dem Schlauch steht, verständlicherweise. Bei dem Roman „Abgründe“ kommen Leser von Andreas Franz und Marina Heib auf ihre Kosten.


Dr.Tod
Dr.Tod
Preis: EUR 6,99

4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die langersehnte Vertonung der ersten Auseinandersetzung zwischen dem Geisterjäger und Doktor Tod, 10. Oktober 2014
Rezension bezieht sich auf: Dr.Tod (Audio CD)
Auf diese Folge haben die Fans sehnsüchtig gewartet. Schon nach Erscheinen der ersten Sonderedition, die später als Folge 1 der CLASSICS neu aufgelegt wurde, wurden immer wieder Vertonungen der ersten Fälle mit Doktor Tod gefordert und gewünscht. Neben dem ersten Auftritt des Chinesen Suko in „Die Nacht des Schwarzen Drachen“ gibt es wohl keinen JOHN SINCLAIR-Roman aus der Reihe GESPENSTER-KRIMI dessen Hörspielumsetzung sehnlicher erwartet wurde, nachdem bekannt geworden war, dass in den CLASSICS sämtliche GESPENSTER-KRIMI-Romane vertont werden würden.

Das Ergebnis kann sich hören lassen, obwohl der versierte Fan nicht viel Neues erfahren wird. Dennis Ehrhardt hat sich bei der Hörspiel-Adaption von „Doktor Tod“ so dicht an die literarische Vorlage gehalten wie selten. Lediglich der kleine Auftritt von Glenda Perkins und der Einsatz des Kreuzes unterscheiden das Hörspiel von dem Roman und der ersten Vertonung durch das Tonstudio Braun. Um die Kontinuität zu unterstützen und als Appetizer auf die kommende Folge 21, sowie die nächste Episode der EDITION 2000, gibt es bereits einen ersten kleinen Auftritt von Father Ignatius, wenn auch nur am Telefon.
Zwanzig Folgen JOHN SINCLAIR CLASSICS ist natürlich auch ein Grund zu feiern, und der erste Auftritt des größten Feinds der Menschheit ist da natürlich die optimale Grundlage, obwohl Doktor Tod hier noch nicht sein volles Potenzial entfaltet. Immerhin darf aber Bernd Rumpf in seiner unnachahmlich charmanten Art und Weise das erste Mal in der Rolle des Höllenherrschers Asmodis in den CLASSICS in Erscheinung treten, wenn auch nur als Stimme aus dem Off. Doktor Tod indes wir nicht von Tilo Schmitz, sondern von Wolfgang Rüter gesprochen. Bevor jetzt die Hörer der EDITION 2000 auf die Barrikaden gehen, sei jedoch erwähnt, dass es nur logisch ist, dass der frühe Doktor Tod eine andere Stimme hat, denn schließlich fährt die Seele des Menschenhassers in der EDITION 2000 in einen neuen Körper, nämlich den des toten Mafioso Solo Morasso. Wolfgang Rüter, der Schauspieler mit dem markanten Gesicht, verkörpert Doktor Tod hier sehr subtil und schafft es vor allen Dingen den Spagat zwischen Wahnsinn und Genie glaubhaft darzustellen. Allerdings ist es schwer in dem Charakter den großmäuligen Anführer der Mordliga wiederzuerkennen. Der Doktor Tod aus dem vorliegenden Hörspiel scheint dahingehend ja eher ein Einzelgänger zu sein, der nur im Notfall auf Helfer zurückgreift, wie in diesem Fall Turpin und Carlo. Aber noch ahnt er ja auch nicht, dass er sich an Sinclair die Zähne ausbeißen wird. Fast 30 Sprecher sind an dem einstündigen Hörspiel beteiligt. Darunter bekannte Schauspieler wie Regina Lemnitz, Peter Weis, Erik Schäffler, Reent Reins, Jürgen Holdorf und viele andere. In der Rolle der Straßendirne Polly ist die junge Schauspielerin Eva Meckbach zu hören, die öfter in Hörspielen mitwirken sollte. Ebenso wie ihre Kollegin Celine Fontanges. Angst und Panik allein durch die Stimme glaubhaft zu transportieren gehört zu den Königsdisziplinen der Schauspielerei und Frau Fontanges beherrscht sie offenbar aus dem Effeff. Auch musikalisch gibt es ein paar neue Stücke zu hören, die gut zum Setting passen und auch nicht so rasch abgewürgt werden wie sonst üblich.

Inhaltlich hebt sich die Geschichte wohltuend von den vorherigen Episoden ab, obwohl der Typus des wahnsinnigen, dämonischen Verbrecher-Genies in den ersten Romanen mit JOHN SINCLAIR immer wieder gerne aus der Mottenkiste gekramt wurde. In der exzellenten Vertonung durch Lübbe Audio und ear2brain productions zeigt sich aber wie zeitlos die Geschichten des Geisterjägers letztendlich sind. Und man darf sich schon jetzt auf die nächsten Zusammentreffen zwischen John Sinclair und Doktor Tod freuen, obwohl der Geisterjäger vorher noch gemeinsam mit Father Ignatius die Bruderschaft des Satans zerschlagen muss.


Star Trek - Typhon Pact 7: Risiko
Star Trek - Typhon Pact 7: Risiko
von Una McCormack
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 12,80

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Großartiger Schlussakkord von Una McCormack, 7. Oktober 2014
Mit „Risiko“ erscheint hierzulande der letzte Band der großartigen STAR TREK-Crossover-Serie TYPHON PACT, die im kommenden Jahr mit der neuen Romanreihe THE FALL fortgesetzt werden soll.

Im Mittelpunkt stehen dieses Mal die U.S.S. Enterprise und die U.S.S. Aventine, mit Hauptaugenmerk auf den Charakteren Captain Picard, Dr. Beverly Crusher, Glinn Dygan, Captain Ezri Dax und ihrem ersten Offizier Commander Sam Bowers.
Weitere interessante Figuren des Romans sind die Ferengi-Botschafterin Ilka, die sich mit Beverly Crusher anfreundet, Peter Alden, einem engen Kadetten-Freund von Ezri Tigan, sowie ein menschlicher Spion und eine cardassianische Agentin auf der Heimatwelt der Tzenkethi. Una McCormack ist es famos gelungen, nicht nur die von der Mattscheibe bekannten Figuren glaubhaft und mit hohem Wiedererkennungsfaktor zu beschreiben, sondern auch die Nebencharaktere authentisch und lebendig wirken zu lassen.

Der Leser muss insgesamt drei Handlungsstränge verfolgen und im Blick behalten. Zum einen natürlich die Verhandlungen auf dem Heimatplaneten der Venette-Versammlung, zum anderen die Geschehnisse auf der U.S.S. Aventine und natürlich die Ereignisse auf Tzenketh. Einziger Kritikpunkt an dieser Stelle ist die relative Oberflächlichkeit und Blässe mit der die Venetaner dargestellt werden. Zwar gibt es Hinweise auf bestimmte Eigenschaften, doch die Kultur der Venette-Versammlung gerät unter den diplomatischen Verhandlungen und dem drohenden Krieg zwischen Khitomer-Allianz und Typhon Pact immer mehr in Vergessenheit. Wesentlich faszinierender ist da schon der Einblick in das Leben der Tzenkethi, den der Leser durch die Augen der cardassianischen Spionin Neta Efheny erhält. Interessanterweise hat die Autorin die Perspektive aus der Sicht der Cardassianerin gewählt und nicht aus der Sicht des menschlichen Agenten. Dabei hat sie hervorragend die Affinität von Neta zur Tzenkethi-Kultur herausgearbeitet. Dadurch bekommt die Figur eine Tiefe und Dreidimensionalität wie sie in den TV-Serien gar nicht möglich gewesen wäre. Ein kleiner Cameo-Auftritt der beliebten Föderationspräsidentin Nanietta Bacco und des Cardassianers Garak sind das Sahnehäubchen auf diesem Roman.

Irritierend sind einige Druck- und Satzfehler, doch die etwas größere Schrift macht dieses Manko wieder wett.
„Risiko“ ist, abgesehen vom Ebook „Kampf“, mit knapp 300 Seiten der kürzeste Beitrag zu der Serie TYPHON PACT, hat aber im Gegensatz zu den anderen Büchern kaum Action zu bieten. Die braucht die Geschichte glücklicherweise auch nicht, denn Una McCormack versteht es die Spannung durch die Interaktion der Charaktere durchgehend zu halten und zum Ende hin sogar stetig ansteigen zu lassen. Und da in den Romanen mittlerweile auch gravierende Einschnitte passieren, siehe die DESTINY-Trilogie, ist auch der Ausgang des letzten TYPHON PACT-Bandes mehr als ungewiss. Er besitzt zwar nicht die Brisanz des vorangegangenen Zweiteilers, doch lesens- und empfehlenswert ist er allemal.


Der Fluch von Siniestro - Hammer Edition [Blu-ray]
Der Fluch von Siniestro - Hammer Edition [Blu-ray]
DVD ~ Oliver Reed
Wird angeboten von movieclan
Preis: EUR 24,99

4.0 von 5 Sternen Auch diese Bluray-Veröffentlichung lässt die liebevollen Hammer-Kulissen in noch leuchtenderen Farben erstrahlen, 4. Oktober 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Während „Dracula“ und „Frankenstein“ die gleichnamigen Werke der Schauerliteratur von Bram Stoker und Mary Shelley zugrunde liegen, vergisst man gerne, dass es auch für den Wolfsmenschen oder den Werwolf ein ähnliches Standardwerk gibt, nämlich Guy Endores „Der Werwolf von Paris“ aus dem Jahr 1934. Die Handlung indes spielt während des deutsch-französischen Kriegs von 1870. Auf diesem Roman basiert auch der vorliegende Film „Der Fluch von Siniestro“, dessen englischer Titel „The Curse of the Werewolf“ wie so oft deutlich aussagekräftiger ist.

Allerdings spielt „Der Fluch von Siniestro“ nicht in Frankreich, sondern in Spanien. Der Grund hierfür liegt in einem anderen Filmprojekt, das die Hammer-Studios eigentlich 1960 starten wollten. Unter der Regie von John Gilling („Der Fluch der Mumie“) sollte ein Film über die spanische Inquisition entstehen, so dass entsprechende Kulissen gebaut wurden. Doch kurz vor Drehbeginn wurde das Projekt gestoppt, nicht zuletzt aufgrund der Drohung durch die katholische Kirche einen solchen Film mit allen zu Gebote stehenden Mitteln zu torpedieren. Um die bereits gebauten und bezahlten Sets aber nicht ungenutzt stehen zu lassen, wurde die Handlung von „Der Fluch von Siniestro“ kurzerhand nach Spanien verlegt. Keine schlechte Wahl, obwohl das mediterrane Klima natürlich keine nebelverhangene Gruselatmosphäre aufkommen lässt. Dafür überzeugt der erste und einzige Werwolf-Film der Hammer-Studios, der unter der Regie von Terence Fisher („Dracula“ und „Der Hund von Baskerville“) entstand, durch gewohnt farbenfrohe und mit der Liebe zum Detail erbaute Kulissen. Mit Richard Wordsworth, Anthony Dawson, Clifford Evans und Oliver Reed wurden zudem äußerst versierte Charaktermimen verpflichtet, die den Film trotz seinen langsamen Tempos und der schleppenden Erzählstruktur, sehenswert machen. Tatsächlich stellt das Drehbuch von Anthony Hinds das größte Manko des Films dar, denn bis Oliver Reed als Werwolf in Erscheinung treten darf, vergeht sage und schreibe eine komplette Stunde, so dass der tragische Höhepunkt des Dramas in den letzten dreißig Minuten abgehandelt werden muss. Zumindest hat man sich für die Entstehungsgeschichte des Fluchs angemessen Zeit gelassen. Ursprünglich war die Vergewaltigung der taubstummen Kerkermeisterin durch den tierhaften Bettler noch weitaus brutaler geplant gewesen. Dort sollte der auch äußerlich mutierte Bettler, die arme Frau vor den Augen des Marquis schänden. Eine solche Szene wollte die britische Zensurbehörde jedoch nicht genehmigen, so dass die Vergewaltigung in der Endfassung nur angedeutet wird. Doch allein das reicht schon, um unter die Haut zu gehen. Der titelgebende Marquis Siniestro wird hier zum alleinigen Täter, denn ihm ist es zu verdanken, dass der harmlose Bettler in den langen Jahren der Gefangenschaft zum Tier degeneriert und seine Schande an den Sohn vererbt, der schließlich von dem Arzt Don Alfredo Corledo (Clifford Evans) aufgezogen wird. Leon entwickelt sich zu einer tragischen Gestalt, hin und hergerissen zwischen dem triebhaften Erbe seines leiblichen Vaters und der Liebe zu einer Frau. Letztendlich ist es aber die obligatorische Silberkugel, die den Werwolf von seinem Leid erlösen muss. An dieser Stelle muss ich Dr. Rolf Giesen zustimmen, der in seinem Audiokommentar davon spricht, dass sich der Werwolf von seinen Monster-Kollegen Dracula und Frankenstein dadurch unterscheidet, dass er nicht nach ewigem Leben trachtet, sondern nach Erlösung. Oliver Reeds fulminantes Spiel zeigt auf beeindruckende Weise den ewigen Kampf des Menschen gegen die innere Bestie, die ihn zu unmenschlichen Gräueltaten zwingt, die er erst dann zu bereuen imstande ist, wenn er wieder zum Menschen geworden, also wieder bei Besinnung ist. Großartig auch die Todesszene, in der Oliver Reed einen geradezu wilden Todessprung vollführt, um schließlich entseelt zu Boden zu fallen. Obwohl die Verwandlung nicht besonders eindrucksvoll inszeniert wurde und nur durch Überblenden die immer haariger werdenden Hände der Kreatur zeigt, muss man die Arbeit des Maskenbildners Roy Ashton lobend erwähnen.

Das Bild ist gestochen scharf, so dass der Film in seiner ersten Bluray-Veröffentlichung enorm viel Spaß bereitet. Auch die Extras können sich sehen lassen. Neben den obligatorischen Trailern, Bildgalerien und Makin-Of's, gibt es auch dieses Mal den Comic zum Film, sowie den Audiokommentar von Dr. Rolf Giesen, der hier von Volker Lange unterstützt wird, auch wenn dieser nicht allzu oft zu Wort kommt. An dieser Stelle muss außerdem erwähnt werden, dass Dr. Giesen zwar mit einem sehr interessanten Detailwissen aufwartet, doch zum Geschehen auf dem Bildschirm nur an wenigen Stellen Bezug nimmt, so dass man eher von einer Audiodokumentation, als von einem Audiokommentar sprechen sollte.


Gruselkabinett - 91: Mary Rose
Gruselkabinett - 91: Mary Rose
Preis: EUR 6,99

3.0 von 5 Sternen Wenig aufregendes Gruselhörspiel ohne überraschende Wendungen, 1. Oktober 2014
Rezension bezieht sich auf: Gruselkabinett - 91: Mary Rose (Audio CD)
„Mary Rose“ basiert wie schon „Die Katze und der Kanarienvogel“ nicht direkt auf einer literarischen Erzählung in Form einer Kurzgeschichte, einer Novelle oder eines Romans, sondern auf einem Bühnenstück. Dem Hörspiel liegt ein Werk des schottischen Schriftstellers und Dramatikers James Matthew Barrie aus dem Jahr 1920 zugrunde, der hierzulande vor allem durch seine berühmteste Erzählung „Peter Pan“ bekannt wurde. Obwohl die vorliegende Geschichte durchaus ihren Reiz besitzt, ist sie für die Hörspielreihe GRUSELKABINETT nur bedingt geeignet und geht im direkten Vergleich mit den vielen Höhepunkten der Reihe gnadenlos unter. Lange bleibt die Geschichte nicht im Gedächtnis haften, trotz der durchweg tollen Besetzung. Letztendlich passiert aber einfach viel zu wenig und eine gewisse Vorhersehbarkeit im Handlungsablauf sorgt ebenfalls für eine Entschleunigung im Spannungsbogen. Der Hauptdarstellerin Luisa Wietzorek und ihren Kollegen Timmo Niesner, Frank-Otto Schenk, Monica Bielenstein und den anderen vier SprecherInnen ist jedoch kein Vorwurf zu machen, denn sie spielen ihre Rollen alle vorzüglich und sehr engagiert. Bis auf die Hintergrundgeräusche kommt das Hörspiel fast gänzlich ohne Effekte aus, auch musikalisch wird sich dieses Mal vornehm zurückgehalten. Leider wartet der Hörer vergebens auf den großen Schock oder Knalleffekt am Ende, so dass man beinahe froh ist, wenn die Herz-Schmerz-Geschichte vorbei ist.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Oct 1, 2014 11:01 PM MEST


Gruselkabinett - 90: Die Farbe aus dem All
Gruselkabinett - 90: Die Farbe aus dem All
Preis: EUR 6,99

4.0 von 5 Sternen Ein weiteres Highlight der Reihe, basierend auf einer Erzählung von H. P. Lovecraft, 1. Oktober 2014
Vertonungen von Erzählungen des Schriftstellers H. P. Lovecraft gehören zu den Highlights innerhalb der Hörspielreihe GRUSELKABINETT. „Die Farbe aus dem All“ bildet dahingehend keine Ausnahme und überzeugt durch eine sich langsam, aber stetig aufbauende Spannung, die in einem von Wahnsinn gekennzeichneten Höhepunkt gipfelt. In der Geschichte, die aus dem Jahr 1927 stammt, hat Lovecraft erneut seiner Vorliebe für das kosmische Grauen gefrönt, das den Erdlingen wenig Erfreuliches bringt. Marc Gruppe hat sich für die Adaption der 90. Folge für das GRUSELKABINETT jedoch einige Freiheiten herausgenommen. So wird der Landvermesser zum einen namentlich erwähnt und ihm auch noch eine weibliche Kollegin zur Seite gestellt, die offenbar den Erzähler ersetzen soll. Immerhin hätte Jeff Burger den Beginn auch als Monolog formulieren können, wie er es in Lovecrafts Erzählung macht, doch für das Medium Hörspiel ist ein echter Dialog natürlich angemessener. Trotzdem dauert es relativ lange, bis die Geschichte in Fahrt kommt, nämlich erst mit Beginn des Berichtes von Ammi Pierce, hier fabelhaft dargestellt von Jochen Schröder, einem Vollblutschauspieler, der bereits viele Projekte von Titania Medien bereichert hat. Die Erlebnisse der Familie Gardner sind schauerlich in Szene gesetzt worden und sorgen für die nötige Gruselatmosphäre, die so typisch für die Hörspielreihe ist. Vor allem die Sprecher tragen maßgeblich zum Unterhaltungswert bei. Cornelia und Peter Reinhardt spielen das Ehepaar Gardner, während Julian Tennstedt, der Sohn von Joachim Tennstedt (Synchronsprecher von John Malkovich und Darsteller von Sherlock Holmes in der gleichnamigen Hörspielserie), Daniel Schlauch und Jannik Endemann die Gardner-Söhne spielen dürfen. Der schleichende Wahnsinn, der die Familie nach und nach befällt ist für den Hörer deutlich spür- und nachvollziehbar, so dass die beklemmende Atmosphäre auf der Farm rasch für ein gewisses Gruselgefühl sorgt. Der Horror wird, wie bei Lovecraft eigentlich immer, auf sehr subtile Art erzeugt, so dass auch „Die Farbe aus dem All“ ein absolut empfehlenswertes Gruselhörspiel für lange Herbstabende ist, nicht zuletzt dank der großartigen Produktion von Titania Medien.


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