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Beiträge von Florian Hilleberg
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Rezensionen verfasst von
Florian Hilleberg (Göttingen)
(TOP 500 REZENSENT)    (VINE®-PRODUKTTESTER)    (REAL NAME)   

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Hydrophobia (Thriller Hörspiel)
Hydrophobia (Thriller Hörspiel)
Preis: EUR 16,98

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Düsterer Genre-Mix aus Horror-, Science-Fiction und Thriller-Elementen, 18. April 2014
Rezension bezieht sich auf: Hydrophobia (Thriller Hörspiel) (Audio CD)
„Hydrophobia“ heißt der sechste Hörspieltitel des noch jungen Independent-Labels Ohrenkneifer, mit dem sich die Sprecher Dirk Hardegen, Marc Schülert und Detlef Tams selbständig gemacht haben. Der Name ist Programm, denn in dem Unterwasser-Thriller wird es feucht. Auch wenn sich die Macher in Punkto Genre nicht gerne festlegen wollen (siehe Bonusmaterial: Making-of) gehört „Hydrophobia“ eindeutig in die Sparte Science-Fiction/Horror und konfrontiert den Hörer mit einer beklemmenden Unterwasser-Atmosphäre, die vor allem durch das exzellente Sounddesign hervorgerufen wird. Ständig plätschert, rauscht und tropft es, so dass man sich dem Element Wasser nicht entziehen kann. Weniger passend ist der Titelsong, beziehungsweise der „Hydrophobia“-Jingle, der zu flott und fröhlich daherkommt und irgendwie nicht so recht zum Setting passen will. Darüber hinaus ist der Soundtrack aber sehr stimmig. Eine gelungene Mischung aus Klavier- und Streichinstrumenten, während es bei den Action-Szenen im zweiten Teil deutlich härter und rockiger zugeht.
Das Ensemble ist relativ überschaubar und als Erzählerin konnte die unverkennbare Alexandra Lange gewonnen werden, deren markante Stimme bereits aus über zwanzig JOHN SINCLAIR-Hörspielen bekannt ist, und dort übrigens auch für die vorliegende Produktion entdeckt wurde. Ein weiterer Glücksgriff der Macher ist Martin Sabel in der Rolle des Klabauter-Chefs Chris. Nachdem es nach Beendigung der Fantasy-Serie DRAGONBOUND etwas ruhiger um den Sprecher in Sachen Hörspiele geworden ist, ist es schön, ihn mal wieder in einer größeren Rolle erleben zu dürfen. Jörg, jüngstes Mitglied der Klabauter GmbH wird von Christopher Albrodt gesprochen, dem Sohn von Erik Albrodt, der ebenfalls als Hörspielproduzent, Sprecher, Regisseur und Skript-Autor aktiv ist. Gordon Piedesack besetzt dieses Mal die Rolle des Fieslings, was ihm aber nur teilweise geglückt ist. Leider neigt er hier zum Overacting und macht aus dem wahnsinnigen Professor eine Karikatur, die man nicht immer ernst nehmen kann. Ähnlich verhält es sich mit Horst Kurth von der Hörfabrik (A.D.F. u.a.) als irrer Wächter. Immerhin, schreien kann er.

Dafür sind die weiblichen Hauptrollen hervorragend besetzt worden. Die toughe Mimmy spricht Vanida Karun und die zierliche Ulli wird von Julia Fölster-Riegel gespielt. Dirk Hardegen und Detlef Tams sind als Patchek und Kapitän Jensen in dem Hörspiel vertreten und erledigen ihren Part mit gewohnter Professionalität und Souveränität.
Die Handlung stammt von Bastian Lembrecht und erinnert an Filme wie „Deep Star Six“, „Abyss“ oder „Sphere“. Die Story beginnt im ersten Teil noch recht harmlos und konzentriert sich auf die Vorstellung der Hauptcharaktere, endet aber mit einem hammerharten Cliffhanger, der den Hörer bereits schonungslos auf den deutlich härteren und düsteren zweiten Teil vorbereitet. Viel Neues hat die Story indes nicht zu bieten, doch die bekannten Genre-Zutaten wurden dennoch spannend verarbeitet.
Der Part der Erzählerin nimmt allerdings viel Raum in Anspruch und beschreibt einige Szenen unnötig detailliert (sich anspannende Muskeln, fein verästelte Rinnsale usw.). einige Stellen wären auch locker ohne eine zusätzliche Erklärung ausgekommen.

Insgesamt ist „Hydrophobia“ ein durchaus ambitionierter und sehr spannender Unterwasser-Thriller mit einer düsteren Atmosphäre, auf die man sich gerne einlässt. Diverse Handlungsklischees muss man jedoch in Kauf nehmen.


John Sinclair - Folge 1866: Kein Weg in die Hölle
John Sinclair - Folge 1866: Kein Weg in die Hölle
Preis: EUR 1,49

2.0 von 5 Sternen Unglaublich zäh, 18. April 2014
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Was soll man dazu sagen bzw. schreiben? Nach dem flott erzählten letzten Band gönnt sich der Autor mit dem vorliegenden Roman offenbar eine kleine Pause, um (hoffentlich) im nächsten Band wieder voll durchzustarten, wenn es mit „Rasputins Diener“ weitergeht. Immerhin wird die Handlung des letzten Heftes kurz reflektiert, obwohl es schade ist, dass der letzte Templer-Zweiteiler, in dem Godwin de Salier ebenfalls mit von der Partie war, mit keiner Silbe erwähnt wird. Umso mehr, da es dort ja auch um Hector de Valois ging, bzw. um einen Ahnherrn des Templerführers. Damit wird auch gleich eine Katze aus dem Sack gelassen, denn „Kein Weg in die Hölle“ beginnt mit einer stimmungsvollen, obwohl langatmigen Szene aus der Vergangenheit, in dem ein Mann den Weg in die Hölle findet, den ein riesiger Totenschädel in der besagten Höhle im Elsass markiert. Als dieser Mann nicht zum verabredeten Treffen mit Hector erscheint macht sich dieser natürlich seine Gedanken und forscht nach. Was dann kommt gehört zu den herausragendsten Ideen des Autors in den letzten Wochen und Monaten, die er leider nur unzureichend umzusetzen verstand. Das Tor in die Hölle mit einer gigantischen Kopie des Kreuzes zu versiegeln ist zwar aufwändig, aber originell und vor allem wirkungsvoll. Auch Johns Part in der Gegenwart beginnt sehr unterhaltsam, wenngleich eher ruhig und gemächlich. Amüsant ist die Szene, in der John sich beim Würstchen braten am Kreuz verbrennt, das plötzlich heiß wird. Nachdem Godwin ihn über den Fund informiert hat, zieht sich der Roman jedoch unglaublich in die Länge. Es passiert eigentlich so gut wie gar nichts, außer, dass die beiden Freunde Wein trinken, Salat mampfen und eine mit Speck belegte Tarte verdrücken. Mit einem Wortschatz von gefühlt einhundert Worten, beschreibt Dark minutiös wie sie zu der Höhle fahren, das Kreuz entdecken und John seinen eigenen Talisman aktiviert. Dabei wird der Titel geradezu inflationär in die ohnehin holprigen Dialoge eingeflochten. (K)ein Weg in die Hölle, Höhle, Phänomen und perfekt sind die am häufigsten verwendeten Vokabeln und Umschreibungen, die der Leser über sich ergehen lassen muss, bis es den beiden Freunden gelingt mit Hilfe des Kreuzes in die Vergangenheit zu reisen, bevor Hector das riesige Kreuz errichten kann. Warum die Höhle übrigens in der Gegenwart nicht gesichert wurde wird nicht weiter erklärt, immerhin dürfte ein solcher Fund doch derart spektakulär sein, dass sich dafür eine Menge Leute interessieren. Wäre ja eine gute Gelegenheit gewesen mal wieder ein paar Baphomet-Templer in das Geschehen mit einzubringen. In diesem Zusammenhang hat man ja auch von Sinclairs Quasi-Verbündetem Drax nichts mehr gehört. Aber das ist wohl doch eine andere (offene) Baustelle. Einen dicken Fauxpas leistet sich der Autor mit der Beschrebung des Kreuzes, denn das Sechseck in der Mitte wird hier zweimal als Pentagramm bezeichnet! Ein Pentagramm ist aber ein fünfzackiger Stern, ein sogenannter Drudenfuß. In der Mitte von Johns Kreuz befindet sich aber der Davidstern.
Schließlich hat Jason Dark gemerkt, dass die Story nur wenig hergibt und kurzerhand eine Gruppe von Möchtegern-Satanisten in die Handlung getippt, die in der Vergangenheit den Weg in die Hölle beschreiten wollen. Hier offenbart sich ein weiterer Knackpunkt des Romans, der allerdings auch symptomatisch für die neueren Werke des Autors steht. Früher hat er sich mit der Charakterisierung der Nebenfiguren, selbst wenn sie nur für wenige Seiten auftauchten, deutlich mehr Mühe gegeben. Über die Teufelsanbeter, insbesondere über Serge und Galu, erfährt man überhaupt nichts, am wenigsten über ihre Motivation sich mit dem Satan und der Hölle einzulassen. Dadurch werden die Figuren nicht nur blass und austauschbar, sondern erfüllen auch das schlechte Klischee eines schurkischen Mitläufers, der am Ende seine gerechte Strafe erhält. Freuen darf man sich (ACHTUNG SPOILER) über den kurzen Auftritt von Asmodis, mit dem man fast gar nicht mehr gerechnet hat. Ja, hier darf der Teufel mal wieder richtig böse sein. Warum John aber ausgerechnet dieses Mal an Luzifers Diener Matthias denken muss, bleibt unverständlich. Sicher Luzifer, von dem Asmodis ja ein Bestandteil ist, hat deutlich mehr Macht und damit auch die Kraft ein solches Kreuz einzuschmelzen, aber hier tut John gerade so, als ob Matthias mächtiger ist als Asmodis selbst:
„ … Asmodis ist es sicherlich nicht gewesen. Aber es gibt da jemanden, der noch über ihm steht. Den Namen hast du oft genug gehört.“
„Ach, dieser Luzifer.“
„Ja. Aber es kann auch sein bester Diener Matthias gewesen sein. Er ist sehr mächtig. Er kann Menschen die Köpfe auf den Rücken drehen oder es auch mit Armen und Beinen machen. … „
Warum John immer wieder auf diese Eigenart von Matthias herumreiten muss, will sich mir nicht erschließen, zumal Asmodis dies vermutlich auch könnte. Immerhin ist Matthias „nur“ ein manipulierter Mensch, der von Luzifer zu einem Dämon gemacht wurde und Asmodis stellt ein Drittel des absolut Bösen. Aber Matthias ist nun einmal der neue Liebling des Autors und muss dementsprechend auch die erste Geige spielen.
Wer bis zu der finalen, auch recht gut inszenierten Szene durchgehalten hat, muss noch den unmotiviertesten und banalsten Schlusssatz der Seriengeschichte über sich ergehen lassen:
„“Und?“, fragte ich. „Wie geht es dir?“
„Morgen ist auch noch ein Tag.“
„Du sagst es, alter Junge, und das ist auch gut so ...““
Nun ja, dem ist nichts hinzuzufügen.


John Sinclair - Folge 1865: Blutgesicht
John Sinclair - Folge 1865: Blutgesicht
Preis: EUR 1,49

3.0 von 5 Sternen Der Geisterjäger jagt Rasputins blutleere Zombies, 18. April 2014
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Leider hat dieser keinen persönlichen Auftritt in dem vorliegenden Band. Ebensowenig wie Chandra und Wladimir Golenkow. Dies vorwegzunehmen ist in meinen Augen kein Spoiler, sondern bewahrt den geneigten Leser vor allzu hohen Erwartungen und damit einhergehenden Enttäuschungen. Davon abgesehen bekommt der Leser mit diesem Roman aber eine durchaus spannende und rasante Geschichte serviert, die kurzweilige Unterhaltung bietet – und das ist schließlich das alleinige Ziel des Autors.

Nach fast einem Jahr geht es also mit der Handlung um Rasputins Erben weiter. Leider nicht wie erwartet mit Wladimir, sondern mit einer neuen Storyline, die dieses Mal in London angesiedelt ist. Und hier liegt auch einer der beiden Knackpunkte des Romans, denn obwohl auf Wladimirs Schicksal kurz eingegangen wird, bekommt man den Eindruck, dass Jason Dark den letzten Zweiteiler vergessen hat und immer noch auf dem Stand ist, dass der Russe verschollen ist und sich in der Hand der Feinde befindet. Der zweite Knackpunkt bezieht sich direkt auf die Handlung des Romans, denn als John und Suko die Wohnung der toten Russin durchsuchen, klingelt plötzlich das Telefon. Beide gehen davon aus, dass es sich um den Mörder handeln könnte. Doch warum um alles in der Welt, sollte er in der Wohnung seines Opfers anrufen und sogleich auf Russisch auf den Gesprächsteilnehmer einreden? Diese Aktion wurde von dem Autor nicht gut durchdacht, tut der Spannung aber letztendlich nicht wirklich einen großen Abbruch. Dafür wird die Geschichte nämlich zu flott vorangetrieben und auch die Action-Szenen werden schön nachvollziehbar beschrieben. Leider wird das Tempo nicht konsequent bis zum Schluss durchgehalten, denn gerade das Finale hätte noch mal richtig anziehen müssen. Und jetzt folgt der SPOILER: Auf einem russischen Schiff im Londoner Hafen finden Karina, John und Suko einen Frachtcontainer mit 22 Zombies. Für Sinclair-Verhältnisse eine regelrechte Invasion. Doch statt die drei Freunde in eine gefährliche Materialschlacht zu verwickeln, sitzen die Untoten stumpf auf dem Boden herum und lassen sich in aller Seelenruhe mit Benzin überschütten und anzünden. Immerhin hält sich der gute John auch dieses Mal nicht mit unnötiger Nahrungsaufnahme auf. Im Büro wird lediglich ein leckerer Kaffee konsumiert.
So ganz kann man als langjähriger Fan der Serie Johns Überraschung bezüglich der blutleeren, sprechenden und autofahrenden Zombies nicht nachvollziehen. Schließlich hat er es bereits des Öfteren mit solchen Untoten zu tun gehabt. Nicht zuletzt im Fall von Waldimir Golenkow im offensichtlich vergessenen Zweiteiler 1823/1824 oder in dem Roman „Zombie 2000“.
Karina Grischin darf sich dafür aber wieder benehmen wie die Axt im Walde. Herrlich.

Ach ja, über die vielen Zufälle, sich High-Five gebende Zombies und eine Agentin namens Agentow sollte man sich nicht den Kopf zerbrechen. Das ist eben JOHN SINCLAIR.


Der Höllenwurm
Der Höllenwurm
Preis: EUR 5,98

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Showdown in den Alpen - Teil 2 übertrifft alle Erwartungen, 18. April 2014
Rezension bezieht sich auf: Der Höllenwurm (Audio CD)
Der Countdown läuft! Noch neun Folgen bis zur großen Jubiläums-Episode 100, einem Ereignis, dem man bei der derzeitigen Qualität der Hörspiele freudig entgegensehen kann. Was der erste Teil verspricht, kann der zweite vollkommen halten, denn es geht nahtlos und mit viel Action und Tempo weiter.

Izzi und seine schleimigen Diener sorgen dabei für den nötigen Ekelfaktor. Um den Hörer aber nicht nur mit brachialer Action bei Lauen zu halten, wurde die Vorlage von Jason Dark für die Vertonung um einige stimmungsvolle Szenen mit entsprechender Gruselatmosphäre erweitert. Die Rede ist von dem Schicksal des Ehepaars in der Schutzhütte am Montblanc. Dafür wurde die Rettungsaktion durch Kommissar Fleuvee am Eiffelturm etwas straffer gestaltet, ist aber trotzdem noch höchst dramatisch. In diesem Fall können John Sinclair und Suko die Strapazierfähigkeit ihrer Waffen testen, die nicht nur zum Vernichten von Dämonen nützlich sind, sondern auch als Halteriemen und Schneepickel verwendbar sind. Im Kampf gegen Izzi, der hier seinen ersten persönlichen Auftritt hat, der von den Machern klanggewaltig inszeniert wurde, dürfen die Geisterjäger ihr komplettes Arsenal einsetzen. Vor allem die Soundeffekte des Bumerangs wurden genial eingesetzt. Ein grandioses Beispiel wie man mit Geräuschen das Geschehen bildhaft und effektiv unterstützen kann. Echtes Kino für die Ohren. Das gilt übrigens auch für das komplette Finale und den epischen Kampf zwischen John Sinclair, Suko, Belphégor, Izzi und der Mordliga. Im Gegensatz zum Roman wurde Vampiro-del-mar deutlich mehr Raum gegeben, was Dennis Ehrhardt gekonnt genutzt hat, um die Spannungen innerhalb der Mordliga herauszuarbeiten. Ebenso wie Xorron, darf der Kaiser der Vampire, endlich mehr im Vordergrund agieren. Auch über Xorrons Auftritt darf sich der Hörer freuen. Udo Schenk ist als Herr der Zombies und Ghouls ein echter Glücksgriff und spricht diesen schillernden Charakter deutlich differenzierter als die Bösewichter, die er in der Anfangszeit der Serie spielen durfte. Auffallend ist jedoch, dass Xorron hier, wie in den Romanen als Herr der Zombies UND Ghouls bezeichnet wird, während ihn Oliver Döring lediglich als Herr über die Zombies einführte. Lediglich die chinesischen Krieger-Weisheiten, die er mit Lady X austauscht wirken ein wenig befremdlich, aber Xorron ist den Hörspielen auch deutlich weniger plump als in den Romanen. Mit dem Erscheinen von Izzi wird das Kapitel um die Großen Alten konsequent vorangetrieben. Zugleich ist diese Episode auch als direkte Fortsetzung von Folge 64 anzusehen („Um Mitternacht am Galgenberg“). Außerdem wird hier offenkundig, warum Belphégor eine andere Stimme hat, als in dem Zweiteiler „Der Hexer von Paris“ und „Gefangen in der Mikrowelt“. Dabei macht Steffen Gräbner einen fabelhaften Job. Ebenso wie Katrin Fröhlich, der ultimativen Lady X! Karin Buchholz darf als Madame Tanith so richtig auftrumpfen und auch Frank Glaubrecht und Martin May ziehen mal wieder alle Register ihres Könnens. Eine Folge, die nicht nur wegweisend für die Serie ist, sondern auch unheimlich viel Spaß macht. Begleitet wird das Geschehen natürlich wieder von Alexandra Lange, die aus der Serie mittlerweile nicht mehr wegzudenken ist.

ACHTUNG SPOILER.
Auch wenn einige Hörer vielleicht bemängeln werden, dass Belphégor und Izzi viel zu früh aus der Serie herausgenommen wurden, muss man die Inszenierung einfach loben. Außerdem hat sich Dennis Ehrhardt hier eng an das literarische Original gehalten. Man darf auch nicht vergessen, dass es noch sehr viele Baustellen in der Serie gibt, die noch etliche spannende Geschichten versprechen: Wikka, Jane Collins, die Mordliga, die Großen Alten, Strigus, Lilith, Lupina und natürlich Kali, die indische Todesgöttin. Darüber hinaus werden hier viele Fäden früherer Folgen zusammengeführt. Neben Belphégor und Izzi, werden auch Tanith und der Kelch des Feuers wieder ins Gedächtnis des Hörers zurückgerufen. In diesem Sinne – weiter so.


Ein Skandal in Böhmen
Ein Skandal in Böhmen
Preis: EUR 8,99

5.0 von 5 Sternen Die beste Vertonung dieser Erzählung, 16. April 2014
Rezension bezieht sich auf: Ein Skandal in Böhmen (Audio CD)
Mit dieser Folge setzt Titania Medien die neuen Vertonungen der Original-Fälle von Sherlock Holmes aus der Feder von Sir Arthur Conan Doyle fort. Nach der Wiederveröffentlichung der bereits vertonten Erzählungen aus der Reihe KRIMI-KLASSIKER, geht es nahtlos mit einem der berühmtesten Fälle von Sherlock Holmes und Dr. Watson weiter. In „Ein Skandal in Böhmen“ berichtet Watson nämlich von der denkwürdigen Begegnung zwischen Holmes und Irene Adler, der einzigen Frau, der der Detektiv aufrichtige Bewunderung entgegenbrachte. Im Gegensatz zu den Vertonungen von „Der Vampir von Sussex“, „Das gefleckte Band“, „Der Teufelsfuss“ und „Der Fall Milverton“ hat sich Marc Gruppe für das vorliegende Hörspiel Zeit genommen und der Erzählung eine komplette Folge mit 65 Minuten Länge gewidmet. Eine Zeitspanne, die dieser außergewöhnliche Fall aber auch verdient hat.
Im Gegensatz zu Maritim geht Titania Medien dabei streng chronologisch vor. Die Geschichte erschien erstmals im Juli 1891 und schließt direkt an „Das Zeichen der Vier“ an.
Entsprechend folgen demnächst „Der Bund der Rotschöpfe“ und „Eine Frage der Identität“. Die Erzählungen sind in dem Band „Die Abenteuer des Sherlock Holmes“ zusammengefasst.
Inhaltlich hat sich Marc Gruppe natürlich strikt an die Vorlage von Sir Arthur Conan Doyle gehalten und lässt das Herz eines jeden Holmesianers höher schlagen, zumal er eben nicht Dr. Watsons Ehe verleugnet, wie es so viele Vertonungen und Verfilmungen vor ihm gemacht haben.
Außerdem sind Joachim Tennstedt und Detlef Bierstedt auch altersmäßig sehr viel authentischer, werden Holmes und Watson doch allzu oft älter dargestellt, als sie letztendlich in den Geschichten von Doyle waren. Die beiden Sprecher sind in der vorliegenden Folge hervorragend aufgelegt und spielen ihre Rollen mit sehr viel Engagement und Hingabe. Ein großes Lob gebührt auch den beiden Nebendarstellern Pascal Breuer in der Rolle des böhmischen Königs und Traudel Haas als Irene Adler. Der Soundtrack ist unaufdringlich und passend, wenngleich es kaum Innovationen gibt. Die Atmosphäre des viktorianischen Londons wird vor allem durch das exzellente Sounddesign, in diesem Fall die Hintergrundgeräusche erzeugt.
Die mit Abstand überzeugendste Vertonung dieser Geschichte.


Berlin Requiem: Roman
Berlin Requiem: Roman
von Carla Hansen
  Taschenbuch
Preis: EUR 12,99

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Zombies regieren Berlin, 13. April 2014
Rezension bezieht sich auf: Berlin Requiem: Roman (Taschenbuch)
Peter Huth gehört zu einer verschwindend kleinen Minderheit deutscher Autoren, die trotz der Masse an Zombie-Romanen, die derzeit den Buchmarkt überschwemmt, den Mut besitzen, sich einen Platz in der von englischsprachigen Schriftstellern dominierten Domäne zu erkämpfen. Und das, obwohl sein Name nicht gerade mit Fantasy- oder Horror-Literatur assoziiert wird. Das er sein Metier dennoch beherrscht zeigt die Veröffentlichung seines Romans „Berlin Requiem“ im Heyne Verlag, der hierzulande den wohl größten Anteil an Zombie-Romanen besitzt.

Aber mittlerweile reicht es nicht aus, einfach eine brutale Zombie-Schlachtplatte zu Papier zu bringen, in der eine Handvoll Überlebender sich gegen die tote Übermacht zur Wehr setzt. Was also hebt Peter Huths Roman von den zahllosen Veröffentlichungen zum Thema ab? Zum einen natürlich der Schauplatz Deutschland, beziehungsweise Berlin. Abgesehen von ein paar Pionier-Büchern, Heftromanen und Kurzgeschichten ist Deutschland ein relativ zombie-armes Land.
Zum anderen spielt die Handlung nicht in einer postapokalyptischen Welt, in der die Zombies bereits jegliche gesellschaftliche und politische Ordnung überrannt haben. Der Leser ist vielmehr mitten drin im Geschehen und erlebt an der Seite der Protagonisten Robert, Sarah und Ben mit wie die scheinbar kontrollierte Situation eskaliert.

Auch die Wahl der Hauptfiguren, aus deren Sicht die Geschichte erzählt wird ist neu und außergewöhnlich. Statt Soldaten, Polizisten oder Wissenschaftler (die trotzdem natürlich mit von der Partie sind) schreibt Peter Huth aus der Sicht von Journalisten und Politikern, deren Metier er als Chefredakteur der B.Z. besser kennt. Dadurch richtet sich die Gesellschaftskritik weniger an den Konsum- und Wirtschaftswahn wie es in George A. Romeros „Dawn of the Dead“ vorgemacht und vielfach nachgeahmt wurde, sondern an die Macht- und Sensationsgier, allerdings nicht nur von Politikern und Journalisten. Natürlich werden auch Fremdenhass, Ausländerfeindlichkeit, Vorurteile und Angst thematisiert. Glücklicherweise sehr subtil und differenziert ohne mit erhobenem Zeigefinger vor der Nase des Lesers herumzufuchteln. Darüber hinaus hat man aber auch einfach Spaß an der Lektüre, die dem Zombie-Mythos neue Facetten verleiht und neben einer herausragenden Charakterdarstellung auch viel Action und Gefühl zu bieten hat. Nur mit allzu blutigen Details und Splatter-Szenen hält sich Peter Huth zurück. Dass der Roman dennoch funktioniert, ist ein deutlicher Beweis für seine Qualität.


Labyrinth der Puppen
Labyrinth der Puppen
von S. L. Grey
  Broschiert
Preis: EUR 13,95

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Faszinierender Plot und differenzierte Charaktere gegen stagnierende Handlung und punktuelle Langeweile, 11. April 2014
Rezension bezieht sich auf: Labyrinth der Puppen (Broschiert)
„Labyrinth der Puppen“ ist der erste Roman des Autorenpaares Sarah Lutz und Louis Greenberg aus Südafrika, wo die Handlung auch angesiedelt ist. Cover und Klappentext der deutschen Ausgabe aus dem Festa-Verlag suggerieren dem geneigten Leser einen düsteren Cyber-Horror-Roman. Der Hinweis, dass es sich außerdem um eine Satire auf unseren Konsum- und Schönheitswahn handeln soll, gestaltet die Lektüre nur umso interessanter. Nach dem durchaus vielversprechenden Anfang folgt allerdings auch die Ernüchterung.
Die Geschichte wird abwechselnd aus der Sicht der beiden Protagonisten Rhoda und Daniel erzählt, die dank ihres ethnischen Hintergrundes zwei gegensätzliche Persönlichkeiten darstellen, die im Laufe der Handlung feststellen, dass sie doch nicht so unterschiedlich sind. Vor allen Dingen Rhoda schließt man rasch in sein Herz. Doch leider stagniert die Story schnell und langweilt durch das Gezicke der beiden Hauptfiguren und einer Handlung, die mehr an ein Videospiel erinnert, als einen Horror-Roman. Im Vergleich mit anderen Titeln der Reihe kommt das „Labyrinth der Puppen“ regelrecht harmlos daher, und obgleich die sinistre Parallelwelt unterhalb des Einkaufszentrums durchaus originell in Szene gesetzt wurde, fehlt hier noch der richtige Thrill, um den Leser wirklich zu fesseln. Die Wandlung, die Rhoda und Daniel im Labyrinth der Puppen erfahren ist faszinierend und erschreckend gleichermaßen. Hier halten die Autoren dem Leser gnadenlos den Spiegel der Konsumgeilheit vor. Nur leider verbraucht sich das Potenzial der Gesellschaftskritik relativ schnell, denn neu ist das Thema schließlich nicht. Der Plot des Romans ist durchaus originell, doch leider mangelt es der Umsetzung noch an Tempo und Spannung. Da es sich um den ersten Teil einer Trilogie handeln soll, besteht Hoffnung, dass in den Folgebänden die Kinderkrankheiten des Debüts ausgemerzt werden. Dazu gehört auch das unsägliche Nicken, Lachen und Grinsen von Dialogen. Es wird nicht besser je öfter man so etwas liest. Eigentlich auch Aufgabe des Lektorats solche Stilblüten zu beseitigen.


Kill for Fun: Gnadenlose Geschichten
Kill for Fun: Gnadenlose Geschichten
von Richard Laymon
  Broschiert
Preis: EUR 13,95

5.0 von 5 Sternen Abwechslungsreiches Potpourri aus 26 Jahren Schriftstellerei, 11. April 2014
Nach „Furien“ ist dies der zweite Band in deutscher Sprache, in dem ausschließlich Kurzgeschichten und Novellen des gefeierten Horror-Schriftstellers Richard Laymon versammelt sind. Der Vorteil solcher Sammlungen ist zum einen, dass Neulinge Sprache und Stil des Autors testen können, ohne sich gleich an einen der dickeren Schinken heranwagen zu müssen. Andererseits bekommen Laymon-Fans eine Extradosis ihrer Lieblingslektüre verpasst, und das in hoher Konzentration mit viel Abwechslung.
Die Auswahl ist mal wieder famos, obwohl Stammleser des Festa-Verlags die Storys „Der Pelzmantel“ und „Die Turmspringerin“ aus den Anthologien „Necrophobia“ und „Dark Delicacies“ bereits kennen werden. Zumindest die zu erst genannte Story-Sammlung ist allerdings schon lange ausverkauft und die Geschichte ist absolut genial, vor allem ohne die typischen Laymonschen Männerphantasien. Aber keine Panik, in den restlichen Erzählungen bekommt der Leser ausreichend blutverschmierte nackte Haut serviert. Mit der Kombination aus Sex und Gewalt hat Laymon einen empfindlichen Nerv getroffen und sich eine treue Fangemeinde geschaffen, die immer wieder nach neuem Stoff lechzt. Schon in der ersten Story, die mit über 70 Seiten Umfang zu den längsten des Buches gehört, bedient Laymon die niedersten Instinkte des Lesers. Es ist wohl die Kombination aus Abscheu und prickelnder Faszination, die man während der Lektüre genießt. Es ist schwer aus dem Dutzend Storys einzelne Highlights herauszupicken, selbst die beiden Erzählungen „Die gute Tat“ und „Graces Rettung“ sind einzigartig, obwohl sie sich auf den ersten Seiten sehr ähneln. Laymons Stil dagegen ist unverwechselbar, so dass man den Band in Rekordzeit verschlungen hat. Die niedrige Halbwertszeit von Laymons Texten ist zugleich auch der einzige Kritikpunkt, denn insbesondere die Kurzgeschichten saugt man regelrecht in sich auf. Dabei bietet die vorliegende Sammlung einen perfekten Abriss über Laymons Schaffenszeit, von den Anfängen seiner Karriere als Schriftsteller („Oscars Vorsprechen“, 1975) bis zu ihrem tragischen Ende durch den Tod Laymons, der den Autor im Jahr 2001 ereilte. „Die Turmspringerin“, eine der harmloseren Erzählungen dieser Sammlung, erschien noch im Jahr 2005, posthum. Für Fans des Autors ist dieser Band, vor allen anderen Laymon-Titeln des Verlags (von „Furien“ einmal abgesehen) ein absolutes Muss, und wer auch nur einen Hauch neugierig geworden ist, sollte unbedingt einen Blick riskieren.


The Border Teil 1-Der Weg in die Hölle
The Border Teil 1-Der Weg in die Hölle
Preis: EUR 11,60

5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Es ist angerichtet. Oliver Dörings neue Hörspielreihe startet mit einem echten Leckerbissen für Horror-Fans., 11. April 2014
Inhalt:
Die Wissenschaftler Malcolm Slade und Paul Evans sollen das streng geheime Forschungsprojekt von Dr. Robert Quiller und Dr. Penelope Walker inspizieren und bewerten. Ziel ist es eine nachwachsende Nahrungsressource zu erschaffen, die die Menschheit vor einer zukünftigen Lebensmittelknappheit bewahren soll. Um diese Nahrungsressource zu testen wurden über 300 Freiwillige in eine hermetisch abgeriegelte, autarke Biosphäre eingeschleust. Die Menschen machen auf Malcolm Slade und Paul Evans einen gesunden und glücklichen Eindruck. Obwohl die Anlage in unterirdischen Höhlen angelegt wurde, herrscht dort jeglicher Komfort. Ein wahres Idyll. Doch unter der Oberfläche brodelt es schon ...

Meinung:
Bei THE BORDER handelt es sich um eine Reihe von Horror-Hörspielen, mit in sich abgeschlossenen Storys, die nichts für schwache Nerven sind. Bereits die erste Folge setzt die Messlatte hoch an und schon nach wenigen Minuten wird dem Hörer klar, dass es sich um eine hochwertige und anspruchsvolle Produktion handelt, die sich an ein erwachsenes Publikum wendet. Erwähnt werden sollte vielleicht noch, dass die Geschichten nicht auf irgendwelchen (Heft-)Romanen basieren, sondern von Döring direkt für die Serie ersonnen werden. Das Thema der ersten Folge ist hochaktuell und regelrecht visionär, was die Geschichte umso brisanter und beklemmender macht, vor allem weil sich die Handlung nachvollziehbar und glaubhaft entwickelt.
Das authentische und lebhafte Spiel der einzelnen Sprecher trägt sein Übriges dazu bei, das Hörspiel so spannend und real wirken zu lassen. Die Hauptdarsteller Bernd Vollbrecht, Hans Bayer, Tobias Kluckert und Katrin Fröhlich gehen in ihren Rollen regelrecht auf. Ebenfalls mit von der Partie ist Joachim Kerzel, der jedoch lediglich die Ansage spricht, denn auf einen allwissenden Erzähler hat Oliver Döring einmal mehr verzichtet. Wie schon bei END OF TIME funktioniert dieses Konzept auch bei THE BORDER hervorragend. Insbesondere deshalb, weil dadurch die Fantasie des Hörers noch mehr gefordert wird, zugleich aber auch mehr Spielraum bekommt. Der Soundtrack fügt sich wunderbar harmonisch in die Handlung ein und die Geräusche sind von geradezu beklemmender Intensität – man denke nur an die Szene, als das Buffet angeschnitten wird.
Horror-Fans und Liebhaber anspruchsvoller, innovativer Hörspiele kommen an THE BORDER nicht vorbei. Ein weiterer großer Wurf von IMAGA, den man sich nicht entgehen lassen sollte.


Buk und Jimmy ziehen nach Westen - Extrem
Buk und Jimmy ziehen nach Westen - Extrem
Preis: EUR 4,99

4.0 von 5 Sternen Literarischer Roadmovie, angefüllt mit brutaler Gewalt, bei dem eigentlich nur das Ende gewöhnungsbedürftig ist, 7. April 2014
Für den vierten Band der Reihe FESTA EXTREM wurde eine derbe Novelle des australischen Newcomers Brett McBean auserwählt. McBean, der bereits mit dem Roman „Die Mutter“ sein schriftstellerisches Talent unter Beweis stellte, hat mit der vorliegenden Story ein blutiges Roadmovie verfasst, an dem Quantin Tarantino seine helle Freude haben würde. Kein anderer schien überdies Pate für die Handlung gestanden zu haben, zu sehr erinnert das Setting an „Natural Born Killers“ und „From Dusk Till Dawn“. Bei diesen Filmen hat Tarantino zwar keine Regie geführt, aber dafür kräftig am Drehbuch mitgewirkt. Entsprechend ist der „Held“ der Geschichte auch ein absoluter Filmfreak, weshalb sich der Autor zu dem literarischen Kniff hat hinreißen lassen, die einzelnen Kapitel durch Beschreibungen der Kulissen in Form eines Drehbuch-Skriptes einzuläuten. Den Mittelteil des schmalen Taschenbuchs bildet der Ausschnitt eines Storyboards (die zeichnerische Darstellung eines Drehbuchs, ähnlich einem Comic), von dem sich auch Ausschnitte auf dem Cover finden. So steht dieser Roman ganz im Zeichen des Films, der aber gewiss nichts für schwache Nerven ist. Andernfalls hätte er auch nichts in der Reihe FESTA EXTREM zu suchen gehabt. Buk ist wirklich ein fieser Mistkerl und seine Morde sind selbst für starke Mägen eine Herausforderung. Trotz der blutigen Splatter-Szenen ist Brett McBean eine exzellente Charakterisierung gelungen. Kontrovers betrachtet werden müssen eigentlich nur die letzten beiden Kapitel (sofern man nicht ohnehin die komplette Novelle aufgrund ihrer expliziten Gewaltdarstellung kontrovers sehen möchte). ACHTUNG SPOILER!
Fragwürdig und lästig dürfte für einige Leser die unangenehme Neigung englischsprachiger Horror-Schriftsteller zu unangemessener Religiosität sein. Warum um alles in der Welt muss Buks Horror-Trip mit einer Filmaufnahme enden, bei der ein Engel Regie führt und Gott der Produzent ist? Auch Edward Lee, Bryan Smith und Brian Keene haben schon ähnliche Anwandlungen gehabt und das Böse dieser Welt mit göttlicher Vorsehung zu erklären versucht. Wenn man sich drauf einlassen kann, ein netter Schlussgag, aber irgendwie auch unbefriedigend. Es ist immer spannender zu lesen, wie sich normale Menschen aus eigener Kraft aus der Bredouille retten, als das irgendwelche göttlichen Boten die Drecksarbeit für sie erledigen. Richard Laymon und Jack Ketchum haben solche Sperenzchen jedenfalls nicht nötig gehabt. Und dabei hat Brett McBean es durchaus drauf. Wie gesagt, die ersten 120 Seiten sind richtig gut – flott geschrieben, brutal und blutig. Die letzten beiden Kapitel erfordern jedoch sehr viel guten Willen und Toleranz.


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