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Rezensionen verfasst von
Florian Hilleberg (Göttingen)
(TOP 500 REZENSENT)    (VINE®-PRODUKTTESTER)    (REAL NAME)   

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Star Trek - Enterprise 6: Der Romulanische Krieg - Die dem Sturm trotzen
Star Trek - Enterprise 6: Der Romulanische Krieg - Die dem Sturm trotzen
von Michael A Martin
  Broschiert
Preis: EUR 12,80

4.0 von 5 Sternen Kongenialer Schlussakkord des Romulanischen Krieges, 16. April 2015
Mit diesem Roman beendet Michael A. Martin den großartigen Zyklus um den Irdisch-Romulanischen Krieg, der für die Entstehung der Vereinigten Föderation der Planeten eine bedeutsame Rolle spielt. In den Serien STAR TREK: THE ORIGINAL SERIES und STAR TREK: THE NEXT GENERATION wurde auf diesen, aus ihrer Sicht historischen, Konflikt immer wieder verwiesen und die TV-Serie STAR TREK: ENTERPRISE erlebte nach der vierten Staffel ihr vorzeitiges Aus, so dass der Romulanische Krieg nicht mehr thematisiert werden konnte. Umso schöner, dass die Fans mit den Romanen nun die Gelegenheit erhalten, dieses wichtige Ereigniss des STAR TREK-Universums zumindest in Textform miterleben zu dürfen. Der Vorteil der Romane ist natürlich, dass die Geschehnisse weder zeitlich begrenzt, noch budgetiert sind. Michael A. Martin konnte also aus den Vollen schöpfen, und das hat er auch weidlich ausgenutzt.

Die Handlung wird hauptsächlich aus der Sicht von Captain Jonathan Archer, T'Pol und Commander Tucker erzählt, doch es wird auch vielen Nebenfiguren Raum gegeben sich zu entfalten. So trifft die Journalistin Gannet Brooks auf dem Mars nicht nur ihren alten Freund Travis Mayweather wieder, sondern auch einen Mann mit Namen Picard, der die Ohren eines jeden Trekkies zum Klingeln bringen dürfte. Zum einen sind solche Details natürlich extrem interessant und originell, zum anderen aber bringen sie die eigentliche Handlung, um den irdisch-romulanischen Krieg nicht wirklich weiter, so dass der Roman im Gegensatz zu seinen beiden Vorgängern deutlich entschleunigter wirkt. Auch das Intermezzo auf Andor liest sich wie aus dem Kontext gerissen. Eine Tortur für den Leser sind die außerirdischen Namen und Bezeichnungen. Der Verlag sollte ernsthaft überlegen ein Glossar mit entsprechender Lautschrift anzulegen. Ganz so schlimm wie in STAR TREK: TITAN ist es zwar (noch) nicht, aber für eine handvoll Zungenbrecher reicht es bereits.

Das Kriegsgeschehen wird authentisch beschrieben, obwohl sich der Irdisch-Romluanische Krieg stellenweise wie eine kleine Ausgabe das Dominion-Kriegs liest. Dessen ungeachtet muss man dem Autor aber einfach einen Heidenrespekt zollen, denn eine solche Geschichte erfordert sicherlich viel Planung, eiserne Disziplin und eine enorme Koordinationsarbeit, denn schließlich will die Story in das bestehende Trek-Universum eingebettet sein. Für Fans ist dieser Roman ohnehin Pflichtlektüre, doch es besteht kein Zweifel darüber, dass „Der Romulanische Krieg“, in den drei Bänden von Michael A. Martin, hervorragende Science-Fiction ist.


Tony Ballard, Bd. 20: In den Krallen der Tigerfrauen
Tony Ballard, Bd. 20: In den Krallen der Tigerfrauen

2.0 von 5 Sternen Wenig motivierte Schauspieler und Komparsen mühen sich vor unpassender Musikkulisse durch hölzerne Dialoge, 12. April 2015
Mit dieser Folge nullt die Hörspielserie TONY BALLARD bereits zum zweiten Mal. Ein untrüglicher Beweis dessen, dass die Macher von Dreamland Productions mit viel Herzblut an die Vertonung der großen Horrorserie von A. F. Morland herangehen.

Das Ensemble hat sich nicht nennenswert verändert, ist lediglich ein wenig erweitert worden. In Sachen Skript, geht man jetzt durchaus auch ungewöhnliche Wege, denn im Gegensatz zu vielen der ersten Episoden handelt es sich bei Folge 20 keineswegs um eine 1:1-Umsetzung des gleichnamigen Romans. Lance Selby und die abtrünnige Hexe Oda, die hier das Geschehen eröffnen, tauchen in der literarischen Vorlage überhaupt nicht auf. Ebensowenig wie Mago. Offenbar wurden hier wichtige Elemente eines anderen Romans mit der Handlung um Agassmea verknüpft. Wobei „verknüpft“ das falsche Wort ist, denn die beiden Handlungsstränge um die Tigerfrauen und das Höllenschwert verlaufen parallel, ohne sich nennenswert zu tangieren.
Auffallend ist zudem, wie viel Zeit und Handlung vergehen, ehe das typische Intro zu hören ist. Als Erzähler ist Klaus Dieter Klebsch weiterhin mit von der Partie und ist mit Abstand der professionellste Schauspieler der Riege. Leider fällt die Leistung sämtlicher anderer Sprecher und Komparsen dagegen deutlich ab. Einzig Martin Kessler vermag als dämonischer Hexenjäger zu überzeugen, wohingegen selbst gestandene Sprecher wie Torsten Sense, Aart Veder und Christian Rode seltsam hölzern und lustlos agieren. Das mag auch dem Hörspielskript geschuldet sein. Teilweise wurden die Dialoge vollständig übernommen, was zu einsilbigen Wortwechseln führt, die sich alles andere als authentisch und lebendig anhören. Bereits die Liebesbekundungen von Oda (Sabina Godec) und Lance Selby (Aart Veder) klingen wie aus einer schlechten Seifenopfer. Abnehmen tut man es ihnen keine Sekunde lang. Auch von Wolfgang Strauss und Joschi Hajek ist man eine andere Leistung gewohnt. Dagegen sind die Tigerfrauen komplett fehlbesetzt. Hier fehlt jegliche Glaubwürdigkeit, ebenso beim Abgeordneten Andrews, der von Raimund Junker mehr schlecht als recht dargestellt wird. Erschreckend wie sich auch Heidi Schaffrath durch ihre Dialogzeilen quält. Die Musik ist stellenweise sehr unpassend gewählt. Schon das erste Stück des Soundtrack passt mehr in einen Fahrstuhl oder eine Einkaufsmeile als in ein Horror- oder Fantasy-Hörspiel.

Insgesamt ein mangelhaftes Hörspiel, das weit hinter den Erwartungen zurückbleibt.


31: Geheimsache Wetterhahn
31: Geheimsache Wetterhahn
Preis: EUR 7,90

5.0 von 5 Sternen Science-Fiction wie sie sein sollte, 11. April 2015
Rezension bezieht sich auf: 31: Geheimsache Wetterhahn (Audio CD)
Die vorletzte Folge dieser großartigen Science-Fiction-Hörspielserie bietet gewohnt spannende und zugleich anspruchsvolle Unterhaltung. Leider wird auf den tragischen Tod eines engen Freundes von Mark Brandis in der letzten Folge mit keiner Silbe eingegangen. Trotzdem wird der Kontinuität genügend Rechnung getragen, denn zum einen wird die Handlung aus der Folge „Ikarus, Ikarus ...“, als auch der Plot der Doppelfolge „Die Zeitspule“ fortgesetzt. Natürlich ist auch der Tod von Präsident Hastings aus der letzten Episode Thema. Und wieder wird ein sehr glaubhaftes und realistisches Bild der Zukunft gezeichnet, in dem sich die Menschheit nicht gegen eine drohende Alien-Invasion wappnen oder einen Aufstand außer Kontrolle geratener Killerroboter niederschlagen muss. Vielmehr werden politische Verwicklungen und weltliche Probleme aufgegriffen, wie sie auch uns schon bald ins Haus stehen könnten. Allein eine drohende Hungersnot ist so aktuell wie nie. Wie soll man eine Welt mit über 10 Milliarden Bewohnern ernähren? Die undurchdringliche Wolkendecke aus Kometentrümmern und -staub ist dabei nur der auslösende Faktor und gewissermaßen die Spitze des Eisbergs, Stichwort: Klimakontrolle. Denn wer in der Welt der Zukunft das Klima kontrolliert, kontrolliert auch die Nahrungsressourcen. Der schwelende kalte Krieg zwischen der westlichen Union und den östlichen Republiken rückt hierbei schlagartig in den Vordergrund. Mit den Sondereinsatztruppen der Republiken in Gestalt von Cyborgs, dem Weltraumhafen Porta Stellaris und dem Tarnschiff Typ „Kranich“ gibt es auch jede Menge utopischer, technischer Spielereien, die das Herz eines jeden SF-Fans höher schlagen lassen. Der Soundtrack und die Geräuscheffekte sind mal wieder vom Allerfeinsten, und auch der Cast lässt keine Wünsche offen. Neben Michael Lott und Martin Keßler, überzeugen vor allem Wolfgang Kaven, Martin May, Gerhart Hinze und Andreas Conrad in ihren Rollen. Fang Yu und Anna Gamburg geben eine authentische Darstellung der östlichen Vertreter Chinas und Russlands zum Besten.
Schon jetzt darf man gespannt sein, was den Hörer im Finale der Serie erwartet.


Belphégor - Das Phantom des Louvre: Jens Wawrczeck spricht und singt
Belphégor - Das Phantom des Louvre: Jens Wawrczeck spricht und singt
von vitaphon Hamburg
  Audio CD
Preis: EUR 15,95

4.0 von 5 Sternen Packend, klischeehaft und fabelhaft gespielt von Jens Wawrczeck, 7. April 2015
Arthur Bernède ist ein hierzulande weniger bekannter französischer Schriftsteller, der mit einem Gesamtwerk von über 200 Werken zu den produktiveren Vertretern seiner Zunft gehört. Zu seinen bekanntesten Romanen gehört zweifelsohne „Belphégor – Das Phantom des Louvre“, obwohl die meisten Menschen wohl eher eine der zahlreichen Verfilmungen kennen dürften, wie beispielsweise die 13teilige Fernsehserie von 1965 oder den Spielfilm aus dem Jahr 2001 mit Sophie Marceau in der Hauptrolle. Der Roman wurde nämlich erst 2013 in die deutsche Sprache übersetzt. Passend für Jens Wawrczeck, der schon seit längerem damit liebäugelte das Werk zu vertonen.

Jetzt endlich ist das Hörbuch bei Vitaphon erschienen und darf die deutschsprachigen Hörer in seinen Bann schlagen.
Es handelt sich trotz seines mysteriösen Hintergrundes um eine klassische Kriminal- oder Detektivgeschichte, die im Paris der 20er Jahre spielt. Setting, Figuren und Handlungsaufbau erinnern unweigerlich an die Werke von Edgar Wallace, während der König der Schnüffler, Chantecoq, natürlich von niemand Geringerem als Sherlock Holmes inspiriert worden sein dürfte.
Der Roman bezieht seine Spannung in erster Linie aus der Frage, wer sich hinter dem titelgebenden Phantom verbirgt, obwohl die Auflösung aus heutiger Sicht jetzt nicht so überraschend ist. Zu der Zeit als der Roman zum ersten Mal in Frankreich erschienen ist, dürfte der Aha-Effekt deutlich größer ausgefallen sein. Ansonsten werden sämtliche Klischees des Genres bedient. Es gibt Geheimgänge, falsche Fährten, Drohungen (vorzugsweise als Briefe, die per Pflasterstein durchs Fenster befördert werden), unfähige Polizisten (die jeder noch so offensichtlich falschen Spur nachjagen und ständig im Dunkeln tappen), integre Gutmenschen, die über jeden Zweifel erhaben sind und sinistre Handlanger, von denen einer sogar einen Buckel hat. Nichtsdestotrotz wird die Geschichte packend erzählt und die bange Frage wie es Chantecoq gelingen mag, die Unschuld von Jacques Bellegardes zu beweisen und das Phantom zu demaskieren, beschäftigt den Hörer bis zum Schluss.

Jens Wawrczeck erweist sich dabei einmal mehr als exzellenter Sprecher und Schauspieler, dem die französischen Begriffe mit spielerischer Leichtigkeit über die Lippen kommen. Der schwedische Akzent von Simones Hausdame Elsa Bergen ist einfach grandios und obwohl der Sprecher versucht den verschiedenen Charakteren Individualität zu verleihen, indem er mit der Stimme changiert, übertreibt er es nicht und wahrt die Contenance. Ein wahrer Meister seines Fachs.


Zwanghaft: Wenn obsessive Gedanken unseren Alltag bestimmen
Zwanghaft: Wenn obsessive Gedanken unseren Alltag bestimmen
von David Adam
  Broschiert
Preis: EUR 16,90

4.0 von 5 Sternen David Adam leistet mit diesem Buch einen wichtigen Beitrag zur Aufklärung über das Phänomen der Zwangsstörung, 6. April 2015
Mittlerweile ist es ja en vogue, dass sich Promis outen an einer Depression zu leiden oder einen Burnout erlitten zu haben. Diese Erkrankungen und Phänomene sind mittlerweile in der Gesellschaft deutlich anerkannter als noch vor Jahren und trotzdem werden sie viel zu selten diagnostiziert, weiterhin totgeschwiegen und vom Umfeld der Betroffenen ignoriert. Der Zwangsstörung ergeht es da nicht viel besser, im Gegenteil. In der Öffentlichkeit kursiert bei diesem Begriff immer noch das Bild eines spleenigen Kauzes, der den ganzen Tag mit einem Stück Seife vor dem Waschbecken steht und sich die Hände wäscht, seinen Arbeitsplatz penibel aufräumt und cholerische Wutanfälle bekommt, wenn seine ritualisierten Abläufe durcheinandergebracht werden. Der Zwangsgestörte verkommt zur Witzfigur oder zum skurrilen TV-Helden. Nicht umsonst wird der Serienliebling „Monk“ in einem Kapitel des Buches als Beispiel genannt.

Zum Glück hat ein Betroffener namens David Adam, Redakteur und Wissenschaftsjournalist, mit dem nötigen Know-How ein solches Buch zu schreiben, den nötigen Mut aufgebracht mit seiner Leidensgeschichte an die Öffentlichkeit zu gehen. Nicht in einer Talkshow oder in Form eines Podcastes, sondern in einem populärwissenschaftlichen Buch, das zugleich ein Erfahrungsbericht ist.

Adam beschreibt seine Geschichte sehr emotional, aber auch mit einer gewissen Distanz und einer Prise Selbstironie. Das macht das Buch nicht nur lesenswert, sondern auch unterhaltsam, ohne Effektheischerei, Selbstmitleid und unnötige Trändendrüsendrückerei.
Die Verknüpfung zwischen seinen persönlichen Erlebnissen mit wissenschaftlichen Fakten und Erkenntnissen machen die Informationen greif- und verstehbar für den Laien. Der wird mit einer ihm fremden, beängstigenden Welt konfrontiert, bekommt aber auch einen Einblick in ein Krankheitsbild, das weitaus verbreiteter ist, als man gemeinhin annimmt. Dadurch leistet David Adam einen wichtigen Beitrag zur Entstigmatisierung und Entmystifizierung einer psychischen Erkrankung, die den Betroffenen viel von ihrer Lebensqualität raubt. Obwohl das Buch Betroffenheit und Angst hervorrufen kann, so macht es am Ende auch Hoffnung, denn es gibt eine Möglichkeit trotz einer schweren Zwangsstörung ein glückliches, erfülltes und erfolgreiches Leben zu führen. David Adam ist der Beweis.

Ein umfangreiches Literaturverzeichnis vervollständigt das Buch. Einziges Manko ist lediglich die Übersetzung, denn in der deutschen Version liest man häufig die Phrase „macht Sinn“, die sich mittlerweile zwar in den Sprachgebrauch eingeschlichen hat, aber weit von einem vernünftigen Deutsch entfernt ist. Hier stand wohl eher das englische „make sense“ Pate und hat zu der Entstehung dieser deutschen Stilblüte beigetragen. Korrekt müsste es nämlich heißen: „ergibt Sinn“ oder „ist sinnvoll“.


Plejaden 02: Splitter der Unsterblichkeit
Plejaden 02: Splitter der Unsterblichkeit
Preis: EUR 6,69

6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Kurzes Intermezzo, in dem mal wieder ordentlich auf die Action-Tube gedrückt wird, 5. April 2015
Folge 2 geht nicht weniger flott weiter, als der Serienauftakt. Logisch, schließlich endete die erste Episode mit einem fulminanten Cliffhanger. Und wieder muss Klein-Gucky herhalten, um die Kastanien aus dem Feuer zu holen. Die Besetzung hat sich natürlich im Gegensatz zu Folge 1 nicht wesentlich verändert. Auch die Effekte und die musikalische Begleitung sind von gleichbleibend hoher Qualität.

Die Handlung kommt weiterhin nur langsam voran, denn in erster Linie soll es schließlich krachen. Das heißt, viel Action, wenig Inhalt. Letzteres ist durchaus wörtlich gemeint, denn die Laufzeit beträgt gerade einmal 34 Minuten. Zieht man die Rückblende und die Vorschau ab, bleibt vielleicht noch eine halbe Stunde für die eigentliche Handlung übrig. Mit gut 40 Minuten Länge bei Folge 1 fragt sich der Hörer unweigerlich, warum die beiden ersten Episoden nicht auf einem Silberling erschienen sind, immerhin haben die meisten Hörspiele von DORIAN HUNTER ebenfalls locker über 70 Minuten Laufzeit.

Zum Vergleich: JOHN SINCLAIR Folge 100 von denselben Machern bekommt man bereits für die Hälfte und das Hörspiel ist als Doppel-CD mit 2 Stunden Laufzeit erschienen.
Für ein Science-Fiction-Hörspiel wird hier jedenfalls eindeutig zu wenig geboten.


Plejaden 01: Die 144 Kammern
Plejaden 01: Die 144 Kammern
Preis: EUR 6,99

3.0 von 5 Sternen Erstaunlich kurz, mit reichlich Action und sehr wenig Handlung, 5. April 2015
Rezension bezieht sich auf: Plejaden 01: Die 144 Kammern (MP3-Download)
Die Folge startet mit gewohnt erstklassiger Soundqualität und wirft den Hörer sofort ins Geschehen, beziehungsweise ins kalte All. Obwohl die Handlung in sich abgeschlossen sein soll, benötigt man schon gewisse Grundkenntnisse der Serie. Es sei denn, es ist einem völlig egal, was ein Zellaktivator ist, welche Rolle die Erde spielt, warum Rhodan befugt ist mit einem riesigen Raumschiff quer durch die Galaxie zu jetten und warum sein bester Freund ein sprechender Biber ist (auweia!).

Nun ja, der Waschbär in GUARDIAN OF THE GALAXY hat ja auch prima funktioniert, aber wieso um alles in der Welt muss denn Santiago Ziesmer als Sprecher herhalten? Die Assoziation zu Spongebob Schwammkopf geschieht einfach viel zu schnell, ohne dass man sich dem entziehen kann. Bei Rocket Racoon wurde beispielsweise komplett auf eine schrille oder niedliche Stimme verzichtet, was im Film umso besser rüberkommt. Die Hauptrolle indes wird famos gespielt von Torben Liebrecht, der die nötige Eloquenz mitbringt und in der Branche noch nicht so omnipräsent ist, wie viele seiner bekannten Kollegen.

Taisha Konta wird von Eva Michaelis sehr authentisch und glaubhaft gesprochen. In den weiteren Rollen findet man die üblichen Namen des Zaubermond-Ensembles: Thomas Schmuckert, Jürgen Holdorf, Dietmar Wunder, Klaus Dittmann, aber auch Johannes Steck, Patrick Bach, Udo Schenk und Oliver Stritzel.
Eine wahrlich hochkarätige Besetzung und auch der Soundtrack ist vom Allerfeinsten. Perfekt auf die Handlung abgestimmt und sehr dramatisch in Szene gesetzt.

Hapern tut es lediglich an der Story und stellenweise am Dialogbuch. Sicherlich ist es en vogue zeitgemäße Hörspiele für Erwachsene ohne allwissenden Erzähler zu gestalten, es sei denn er berichtet von den Geschehnissen beispielsweise in Form eines Verhörs. Tatsächlich wird hier auf diesen Kunstgriff zurückgegriffen. Umso unverständlicher, dass trotzdem bestimmte Handlungen noch kommentiert werden müssen. Funktioniert es beim Helmfunk noch tadellos, wirkt es aber reichlich albern, wenn Spongebob Gucky mit seinen telekinetischen Kräften prahlt. Die Figur des Mausbibers ist also alberner Sidekick à la Jar Jar Binks und Deus ex machina in Personalunion.

Ansonsten sind die 42 Minuten recht inhaltslos. Wert wird mehr auf die grobe Action gelegt, was das Hören bisweilen anstrengend und hektisch werden lässt. Zumal die kurze Laufzeit für ein Hörspiel von Zaubermond-Audio wirklich ungewöhnlich ist.


James Bond 14 - Octopussy
James Bond 14 - Octopussy
Preis: EUR 7,99

3.0 von 5 Sternen Vier außergewöhnliche, aber relativ unspektakuläre Fälle für James Bond, 4. April 2015
Rezension bezieht sich auf: James Bond 14 - Octopussy (Kindle Edition)
Im letzten Band der schmucken JAMES BOND BIBLIOTHEK schickt Ian Fleming den smarten Geheimagenten auf vier Missionen in Form von Kurzgeschichten. Auf knapp 150 Seiten begleitet der Leser James Bond bei recht unspektakulären Aufträgen. Die Titelstory beispielsweise, die außer dem Titel nichts mit der gleichnamigen Verfilmung aus dem Jahr 1983 gemein hat, kommt 007 nur auf wenigen Seiten vor, während er dem Major einen denkwürdigen Besuch abstattet. Der Rest der Geschichte beschäftigt sich mit dem Leben und der Karriere des Majors und seiner Liebe für die Unterwasserwelt der Karibik, die ihm letztendlich zum Verhängnis wird. Denn im Gegensatz zum Film mit Roger Moore, handelt es sich bei Octopussy in der Kurzgeschichte tatsächlich um einen Tintenfisch. Im Film wird dafür aber gleich eine weitere Szene aus einer Story dieses Bandes mitverwendet. Die Rede ist von der Fabergé-Versteigerung aus der Erzählung „Der Besitz einer Dame“. In beiden Geschichten ist Bonds Aufgabe eher theoretischer Natur. Erst in der dritten Story „Der Hauch des Todes“, darf er wieder zur Waffe greifen, wenn auch nur als Heckenschütze und Auftragskiller. Die Handlung der Kurzgeschichte findet sich auch in der gleichnamigen Verfilmung mit Timothy Dalton in der Hauptrolle wieder. Dem Leser begegnet in Flemings Story ein sehr menschlicher Bond, während in der letzten Geschichte der Lebemann und Kosmopolit in 007 zum Vorschein kommt. Hier beschränkt sich Bonds Tätigkeit auf einen Botengang, der durch eine gravierende Falschinformation in einem Desaster zu enden droht.

Unterm Strich bietet „Octopussy“ kurzweilige Lektüre, wobei die Kurzgeschichten, insbesondere die Titelstory auch ihre Längen haben. Flemings Stärke lag eindeutig bei den komplexen Romanen. Ein richtiges Highlight ist in dem vorliegenden Buch nicht dabei. So ist der Band in erster Linie für Sammler und Komplettisten interessant. Die besseren Kurzgeschichte mit 007 findet der Leser in dem Buch „In tödlicher Mission“.


Frankenstein und die Ungeheuer aus dem Meer [2 DVDs]
Frankenstein und die Ungeheuer aus dem Meer [2 DVDs]
DVD ~ Akira Takarada
Preis: EUR 44,94

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Die Augsburger Puppenkiste trifft auf James Bond und Jules Verne, 3. April 2015
Folge 11 der KAIJU CLASSICS ist bereits einen Monat nach Folge 10 erschienen und präsentiert dem Sammler den siebten Godzilla-Film aus den berühmten Toho-Studios. Dies ist der zweite Film mit dem Riesensaurier bei dem nicht Inoshiro Honda Regie führte. Vielmehr gibt hier Jun Fukuda sein Debüt, der später noch weitere Filme zur Reihe beisteuerte, unter anderem 'Frankensteins Monster jagen Godzillas Sohn'.

Auffallend hierbei ist bereits das geänderte Setting, denn Godzilla zertrampelt dieses Mal keine ganzen Städte, sondern treibt sein Unwesen auf einer kleinen Südseeinsel, auf der zufälligerweise auch ein gefährlicher Geheimbund sein Quartier aufgeschlagen hat. Das darf als einziger Gebäudekomplex auch später für Godzillas Zerstörungswut herhalten. Der Riesensaurier agiert dieses Mal wieder eindeutig auf der Seite des Guten und der Rechtschaffenen. Immerhin wird er von den Protagonisten auch extra zu diesem Zweck wieder erweckt. Warum das allerdings überhaupt erst geschehen muss, wird nicht befriedigend erklärt. Fukuda kümmerte sich nämlich nicht um eine etwaige Chronologie, die Honda noch ansatzweise zu etablieren versucht hat. Die Erweckung ist zugleich auch das richtige Stichwort, denn die Gefährten von Ryota, dem jungen Helden des Films, der seinen verschollenen Bruder sucht, nutzen für Godzillas Reanimation einen improvisierten Blitzableiter. Dadurch wird die einzige Brücke des Films zu dem deutschen Titel 'Frankenstein und die Ungeheuer aus dem Meer' gezogen. Seit 'Frankenstein, der Schrecken mit dem Affengesicht', dessen Handlung tatsächlich auf den verrückten Wissenschaftler zurückgeht, gab es in Deutschland die Unsitte die japanischen Monsterfilme mit Frankenstein zu betiteln. Und dessen Monster ist bekanntlich ja ebenfalls mit einem Blitz zu seinem unheiligen Leben erweckt worden. Eigentlich sollte sogar King Kong den Part des guten Monsters übernehmen, was den Schauplatz der Südseeinsel und die seltsam anmutende Affinität von Godzilla zu dem eingeborenen Sklavenmädchen erklären würde.
Solche Infos muss man sich natürlich nicht mühsam zusammenklauben, sofern dies überhaupt möglich ist, sondern bekommt der Zuschauer durch den hervorragenden Audiokommentar mit Jörg Buttgereit und Bodo Traber frei Haus geliefert. Es ist dieses Mal leider der einzige Audiokommentar, hat man bei 'Frankensteins Kampf mit den Teufelsmonstern' doch nicht weniger als drei unterschiedliche Audiokommentare gehabt, zwischen denen man wählen konnte. Insgesamt gibt es aber zu 'Frankenstein und den Ungeheuern aus dem Meer' deutlich weniger Extras: Japanische und deutsche Kinofassung, Trailer und Bildergalerien.

Der Film selbst ist auf ein jugendliches Publikum zugeschnitten, hat aber trotzdem eine ziemlich derbe und brutale Szene zu bieten, nämlich als der Riesenhummer zwei flüchtende Insulaner mit seiner Schere aufspießt. Ebirah ist natürlich das titelgebende Ungeheuer aus dem Meer und wird auch als erstes auf eindrucksvolle Weise gezeigt, nämlich schön minimalistisch, indem man nur eine gigantische Schere aus den stürmischen Fluten der See emporsteigen sieht. Godzilla selbst, lässt sich bis zu seinem aktiven Eingreifen Zeit, nämlich sage und schreibe 51 Minuten. Der gesamte Film hat gerade einmal eine Laufzeit von 83 Minuten. Bei den Schauspielern müssen vor allen Dingen Akira Takarada und Kumi Mizuno genannt werden, die eine sehr gute Leistung abgeliefert haben und in den Kaiju Classics keine Unbekannten mehr sind. Leider sind die Auseinandersetzungen der Monster nicht sehr eindrucksvoll geraten und sehen aus wie aus der Augsburger Puppenkiste entliehen. Godzilla fuchtelt albern herum, wenn er versucht angreifende Jagdbomber vom Himmel zu holen, die an Schnüren durch die Luft segeln. Mit Ebirah wirft er einen Felsbrocken hin und her, denn der Hummer lässig mit der Schere zurückschlägt, woraufhin Godzilla einen Kopfball landet. Und da dachte man der fliegende Godzilla aus 'Frankensteins Kampf mit dem Teufelsmonstern' wäre albern gewesen.

Dieser Streifen hatte wenigstens eine Botschaft zu vermitteln und besaß eine gewisse Symbolik. Dieser Abenteuer-Spionage-Monster-Verschnitt mit satirischen Elementen dürfte aber wohl wirklich nur eingefleischte Kaiju-Fans hinter dem Ofen hervorlocken. Allein der Kampf gegen den Riesenvogel ist kaum als solcher zu bezeichnen und einfach unterirdisch. Mothra selbst greift in die Auseinandersetzungen gar nicht ein, sondern wird als Retterin in der Not am Schluss aus dem Ärmel geschüttelt. Einziger Lichtblick ist der finale Kampf zwischen Godzilla und Ebirah, der den Riesensauier erstmals nach seinem Debüt im Jahr 1954 mal wieder unter Wasser agierend zeigt. Mit Ebirah verfährt er dann ebenfalls gewohnt rigoros und kompromisslos. Warum er jedoch die Insulanerin so interessant fand, dass er sich gleich mit einem ganzen Geschwader Jagdbomber und dem Riesenkondor anlegte, wird später weder erklärt noch aufgegriffen. Dafür greift man alle Nase lang zu diversen dramaturgisch fragwürdigen Kunstgriffen. So hat sich der Bankräuber Yoshimura an Bord der gestohlenen Yacht einen Allzweck-Dietrich gebaut, mit dem er sämtliche Sicherheitsschlösser des Hauptquartiers des kommunistisch-paramilitärischen Geheimbundes Roter Bambus(!) in Windeseile zu knacken versteht.

Dadurch kann man dem Film natürlich einen gewissen Unterhaltungswert nicht absprechen, den er allein durch seine liebevoll gestalteten Sets, die skurrilen Charaktere und die abgefahrene Story erlangt.

Die großartige Aufmachung, die sorgfältige Bildbearbeitung und die Extras lohnen die Anschaffung ohnehin, allein aus historischen Gründen. Denn zu der Zeit als der Film entstand, machte ein Geheimagent namens James Bond von sich Reden. Und welcher Cineast muss bei den Schurken vom Roten Bambus nicht an 007 und seine Gegenspieler denken? Auch der im Audiokommentar gezogene Vergleich zu Jules Verne und 'Die geheimnisvolle Insel' hat durchaus seine Berechtigung.


Sherlock Holmes und die letzte Fahrt der Lusitania
Sherlock Holmes und die letzte Fahrt der Lusitania
von Wolfgang Schüler
  Broschiert
Preis: EUR 9,90

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein bedeutendes geschichtliches Ereignis aus der Sicht der gealterten Helden von Sir Arthur Conan Doyle, 3. April 2015
Wolfgang Schüler schreibt nicht gerade klassische Holmes-Geschichten, sondern historische Romane, in denen das berühmte Ermittler-Duo von Sir Arthur Conan Doyle mitspielt. Es handelt sich gewissermaßen um prosaische Darstellungen bedeutender geschichtlicher Ereignisse aus der Sicht von Holmes und Watson.
Mit dieser Einstellung sollte man an diese Werke herangehen, deren Detailreichtum und Informationsgehalt enorm ist. Es würde nicht verwundern, wenn der Recherche-Aufwand das eigentliche Schreiben weit übertroffen hätte. Manchmal wird dabei der Eindruck erweckt, man hielte eine wissenschaftliche Abhandlung in Händen, so viele Fußnoten wie an den Kapitelenden zu finden sind. Ob nun jede Ankedote wie die Herkunft von amerikanischen Biersorten oder die feinen Unterschiede zwischen Whiskey-Sorten so interessant sind, dass sie in dem Buch erklärt werden müssen, bleibt allerdings fraglich. Vor allem weil es den Lesefluss erheblich stört, wenn man während der Lektüre mehrere Seiten weiterblättern muss, um die entsprechende Erklärung zu finden. Vielleicht wäre es sinnvoller die Fußnoten, so sie denn unbedingt sein müssen, direkt an den unteren Rand der entsprechenden Seite zu setzten, auf dem der Verweis zu finden ist.
Tatsächlich verliert sich der Autor immer wieder in ausschweifenden Beschreibungen zu historischen Fakten und technischen Details, die interessant sein mögen, für die eigentliche Handlung aber völlig unerheblich sind. Allein die minutiöse Auflistung des mehrgängigen Menüs war reine Zeilenschinderei. Gut, die Herren der ersten Klasse haben opulent gespeist. Andererseits wird hier dem fortgeschrittenen Alter der Protagonisten Rechnung getragen, die sich bei leiblichen Genüssen vermutlich mehr an einem guten Essen als am schönen Geschlecht erfreuen.
Nur mäßig interessant und für die eigentliche Handlung unerheblich sind in meinen Augen die beiden Kapitel „Männergespräche I & II“. Der Roman hätte leicht auf 200 Seiten Platz gefunden, ein Umfang, den auch Doyle mit seinen Werken nie überschritten hat.

Die Handlung setzt die Ereignisse des vorherigen Bandes chronologisch und konsequent fort. Haben der Meisterdetektiv und Dr. Watson in „Sherlock Holmes und die Schwarze Hand“ noch verzweifelt versucht, den drohenden Weltenbrand im Keim zu ersticken, so streben sie jetzt danach, das Schlimmste zu verhindern und die Ausbreitung einzudämmen, beziehungsweise die eigene Haut zu retten. Ein wenig erinnert das Setting an Bord, vor der politischen Kulisse des Weltkriegs an die Verfilmungen mit Basil Rathbone und Nigel Bruce, die aus Propaganda-Zwecken auch dem teuflischen Nazi-Regime die eine oder andere Niederlage beibringen durften. Vom Alter her passt Schülers Darstellung der beiden Detektive natürlich perfekt zu den Mimen Rathbone und Bruce, die eigentlich für die Figuren aus Doyles Kanon etwas zu betagt waren.
Der Geniestreich des vorliegenden Romans ist jedoch, dass man glauben mag, Holmes und Watson hätten tatsächlich die letzte Fahrt der Lusitania miterlebt, denn die an Bord befindlichen Persönlichkeiten haben bis auf wenige Ausnahmen tatsächlich existiert, inklusive der drei vermeintlichen deutschen Spione. Der Eindruck der tatsächlichen Existenz von Sherlock Holmes wird durch den fulminanten Plot am Schluss des Romans noch verstärkt und man darf gespannt sein, ob es noch eine weitere solche Episode von Wolfgang Schüler zum bestehenden Kanon geben wird.

Trotz vieler unnötiger Einschübe,Fußnoten und Anekdoten ist „... die letzte Fahrt der Lusitania“ eine vergnügliche, hochinteressante und vor allen Dingen authentische Lektüre, von der man sich nur schwer losreißen kann.


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