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Rezensionen verfasst von
Florian Hilleberg (Göttingen)
(TOP 500 REZENSENT)    (VINE®-PRODUKTTESTER)    (REAL NAME)   

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John Sinclair Classics - Folge 22: Der See des Schreckens.
John Sinclair Classics - Folge 22: Der See des Schreckens.
von Jason Dark
  Audio CD
Preis: EUR 7,99

5.0 von 5 Sternen Horror-Hörspiel mit einem entscheidenden Manko: es ist zu kurz!, 22. Mai 2015
Was Dennis Ehrhardt und die Macher von ear2brain productions aus der Romanvorlage von 1975 gemacht haben ist einfach großartig. Neben einer spannenden und sehr actionreichen Handlung, kommt auch dieses Mal die Gruselatmosphäre nicht zu kurz. Vor allem die Zombie-Szenen unter Wasser und bei der Hotelbelagerung sorgen für Gänsehaut pur. Da nicht davon auszugehen ist, dass sämtliche Hörer auch den Roman kennen, ist bei der Beschreibung der Handlung Vorsicht geboten, um nicht zu spoilern.

Daher sei zunächst einmal gesagt, dass das Ensemble perfekt zusammengestellt wurde. Neben Dietmar Wunder und Detlef Bierstedt, sollten vor allem Lutz Mackensy, Klaus Dittmann, Katharina von Keller, Torben Liebrecht und natürlich Alexandra Lange lobend erwähnt werden. Ebenso wie Wolfgang Rüter, dessen Rolle allerdings sehr klein ausgefallen ist. Leider.
Der Soundtrack ist sehr innovativ und passend. Melodische Gitarrensolos vermitteln das nötige Lokalkolorit, während es im Kampfgetümmel natürlich etwas schneller und härter zur Sache geht.

Bei den Geräuschen wurde wieder tief in die Trickkiste gegriffen und damit kommen wir zum unvermeidlichen SPOILER!

Denn der Gegner, mit dem es Sinclair dieses Mal zu tun bekommt ist ein echtes Novum, denn hier trifft er zum ersten Mal auf ein riesiges, drachenähnliches Ungetüm. Es besitzt zwar nicht die Ausmaße Godzillas, aber immerhin. Vor allem, weil es gegen dieses Monster nur eine Waffe gibt: eine schwere, altertümliche Armbrust mit einem silbernen Pfeil. Nur, dass Sinclair nicht wie im Roman ins nächste Heimatmuseum spazieren muss, um sich die Waffe unter den Nagel zu reißen. Stattdessen hat sich Dennis Ehrhardt für den Geisterjäger eine etwas härtere Nuss einfallen lassen, die es zu knacken gilt. Die viel zu kleine Rolle von Wolfgang Rüter betrifft natürlich den zweiten, beziehungsweise den dritten Auftritt von Doktor Tod, wenn man den Epilog der letzten Episode dazurechnet. Doch allzu lange muss der Hörer ja nicht auf ein Wiederhören mit Sinclairs erstem Erzfeind warten. Die Weichen werden bereits, anders als im Roman, schon am Ende dieser Folge gestellt. Auszusetzen gibt es an diesem Hörspiel eigentlich nicht viel, außer, dass es viel zu schnell vorbei war. An einigen Stellen hätte man sich ein wenig mehr Zeit zum Verweilen gewünscht. Gerade das Finale wird viel zu schnell abgehandelt. Immerhin gelingt einigen Teufelsrockern die Flucht. Auch hier wurden sich einige künstlerische und dichterische Freiheiten genommen. Selbst Kenner der Romane dürfen gespannt sein, wann die Rocker wieder aufgegriffen werden. Bis dahin heißt es abwarten und SINCLAIR CLASSICS hören, es lohnt sich.


The Border: Teil 3 - Der Ungebetene
The Border: Teil 3 - Der Ungebetene
Wird angeboten von marvelio-germany
Preis: EUR 10,75

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Found-Footage-Hörspiel der Superlative. Garantiert nicht zum Einschlafen geeignet!, 22. Mai 2015
Found Footage (deutsch: gefundenes Fimmaterial) ist gerade im Horrorgenre ein beliebtes Stilmittel. Angefangen bei „Blair Witch Project“ bis hin zu „Paranormal Activity“ reicht die Palette überaus erfolgreicher Filme, die mit relativ geringem Budget, unbekannten Schauspielern und wenig Aufwand gedreht, Unsummen eingespielt haben.

Auch im Hörspiel finden sich diverse, sehr ambitionierte Found-Footage-Projekte wie die Reihe MITSCHNITT von Lübbe Audio oder „Das Lufer Haus“ von Lauscherlounge. Mit der dritten Folge der neuen Horror-Reihe THE BORDER hat sich nun auch endlich Oliver Döring diesem Subgenre gewidmet und das Ergebnis ist überwältigend.

Bereits von der ersten Minute an wirkt das Setting extrem authentisch, was zum Großen Teil auch den exzellenten Sprechern geschuldet ist. Kein Einziger, der hier aus der Reihe tanzt. Es handelt sich durchweg um Profis, die vor dem Mikrofon genauso natürlich agieren wie andere auf der Bühne oder vor der Kamera. Dazu gehören in diesem Fall Sebastian Rüger,, Axel Siefer, Michael-Che Koch, Marco Göllner, Christina Puciata, Gerhard Hartwig, Juliane Ahlemeier und noch viele weitere mehr.
Ein Soundtrack fehlt aus naheliegenden Gründen natürlich, doch das restliche Sounddesign ist schlichtweg genial in Szene gesetzt worden. Stephan Busch ist der Name hinter den Effekten und er versteht sein Handwerk. Schockspezialist Oliver Döring ist bei dieser Episode jedenfalls voll in seinem Element und kein Hörspiel aus seiner Feder wäre weniger geeignet zum Einschlafen, als dieses hier.
Die Story ist natürlich nicht unbedingt neu, aber großartig umgesetzt worden. Insbesondere durch die anfänglichen psychologischen Erklärungsversuche des Phänomens Horror, die natürlich im Hörspiel selbst Anwendung finden. Versetzt man sich in die Rolle des Protagonisten, schüttelt man unweigerlich den Kopf und denkt sich: „Wie kann der nur so dämlich sein?“ Eben wie in einem richtig guten Horror-Film. Der findet hier natürlich nur im Kopf statt, und das macht das Erlebnis nur ungleich intensiver. Also Achtung: Nichts für schwache Nerven!


Der Daumen des Ingenieurs: Sherlock Holmes - Folge 19.
Der Daumen des Ingenieurs: Sherlock Holmes - Folge 19.
von Arthur Conan Doyle
  Audio CD
Preis: EUR 5,99

5.0 von 5 Sternen Vor allem aufgrund des professionellen Ensembles eine exzellente Folge, 20. Mai 2015
Und wieder präsentieren Marc Gruppe und Stephan Bosenius von Titania Medien ihren Hörern ein werkgetreues und wunderbar inszeniertes Hörspiel mit Sherlock Holmes, nach einer Erzählung von Sir Arthur Conan Doyle. Dabei hat sich Skriptautor Marc Gruppe nur wenige Freiheiten bei der Umsetzung der literarischen Vorlage genommen, die aber teilweise auch sehr zu begrüßen sind. So kommt Watsons Ehefrau Mary in der Geschichte von Doyle eigentlich gar nicht vor. Umso schöner, dass sie in den Hörspielen öfter zu hören ist, nicht zuletzt wegen der tollen Darstellung durch Janina Sachau. Überdies verleiht es der Serie etwas mehr Kontinuität. Nur der arme Inspektor Bradstreet wurde komplett totgeschwiegen. Nach „Der blaue Karfunkel“ und „Der Mann mit der entstellten Lippe“, hätte er in dieser Geschichte laut Doyle seinen dritten und letzten Auftritt haben müssen. Doch in den Versionen von Titania Medien war scheinbar kein Platz für den wackeren Polizeibeamten. In dem vorliegenden Hörspiel wird er ersetzt durch Inspektor Abberline, eine historische Figur, die tatsächlich mit den Ermittlungen in Sachen „Jack the Ripper“ betraut war und seit der ersten Folge fester Bestandsteil der neuen Serie von Titania Medien ist. Gespielt wird er auch dieses Mal von Christian Stark. Victor Hatherley indes wird von Patrick Bach erstklassig verkörpert. Allein sein hysterische Anfall ist genial. Auch Detlef Bierstedt und Joachim Tennstedt sind wieder in Hochform. Die Bösewichter der Folge werden von Lutz Mackensy und Andreas Mannkopff gespielt, die ihren Rollen zu der erforderlichen Glaubwürdigkeit verhelfen. Musik und Geräusche sind von gewohnt hoher Qualität und mit einer Laufzeit von gut 46 Minuten bekommt der Hörer eine sehr kurzweilige und trotzdem spannende Kriminal-Geschichte geboten.


Digital Junkies: Internetabhängigkeit und ihre Folgen für uns und unsere Kinder
Digital Junkies: Internetabhängigkeit und ihre Folgen für uns und unsere Kinder
von Bert te Wildt
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,99

5.0 von 5 Sternen Ein Appell an den verantwortungsvollen Umgang mit Internet und Bildschirmmedien, 17. Mai 2015
Unser Leben wird immer vernetzter und die Zahl derer, die nur auf ein Display in ihren Händen schauend, durch die Straßen wandeln, wächst. Ebenso wie die Zahl derer, die Zuhause allein vor ihren Rechnern sitzen, Online-Spiele zocken, Pornos konsumieren in sozialen Netzwerken Kontakte suchen und zu pflegen versuchen. Dass dabei das wirkliche, reale Leben an ihnen vorüberzieht, Freundschaften zerbrechen, Familien auseinandergehen und Partnerschaften enden, merken die meisten erst, wenn es zu spät ist. In dramatischen Einzelfällen, sind sogar schon Todesopfer von Internetabhängigkeit bekannt geworden. Dann nämlich, wenn dem Körper Nahrung, Flüssigkeit und Bewegung versagt blieben. Doch der Mensch als soziales Wesen leidet auch unter dem Mangel an persönlichem Kontakt. An Gesprächen und Berührungen. Das Fehlen solcher, wird oft erst zu spät bemerkt und bei vielen Abhängigen fehlt auch einfach die Krankheitseinsicht. Bert te Wildt gehört zu den Pionieren auf dem Gebiet der Behandlung der Internetabhängigkeit und mit seinem populärwissenschaftlichen Buch „Digital Junkies“ versucht er, ähnlich wie Manfred Spitzer mit „Digitaler Demenz“, Aufklärungsarbeit zu leisten.

Dass diese bitter nötig ist, macht er bereits in den ersten Kapiteln deutlich, ohne jedoch belehrend und gönnerhaft zu wirken. Vielmehr beschreibt er sachlich die Fakten und umgeht damit das Fettnäpfchen als Gegner des digitalen Zeitalters abgestempelt zu werden, der nichts Besseres zu tun hat, als das Internet und sämtliche Bildschirmmedien zu verteufeln.
Doch er hält auch nicht hinter dem Berg mit eindringlichen Warnungen, denn gerade der unkritische Umgang mit dem Medium Internet und entsprechenden Medien, die es uns ermöglichen zu jeder Tageszeit an beinahe jedem Ort ins World Wide Web vorzudringen, gefährdet vor allem unsere Kinder, die nachwachsende Generation, die ein Leben ohne Internet und ständiger Erreichbarkeit gar nicht mehr kennt. Die tatsächlichen Folgen sind derzeit gar nicht abschätzbar und da das Thema Medienkompetenz gerade in Hinsicht auf unser Bildungswesen heiß diskutiert wird, ist eine sachliche, fachlich fundierte Stellungnahme umso bedeutender. Eine solche ist Bert te Wildt mit seinem Buch perfekt gelungen. Vor allem weil er sich einer deutlichen, klar verständlichen Sprache bedient. Ihm geht es um den verantwortungsvollen Umgang mit diesem neuen Medium und einer gewissen Achtsamkeit, vor allem in Hinsicht auf unser Sozialleben und die Erziehung unserer Kinder. Auch Hilfsangebote und Wege aus der Sucht für Betroffene, die bereits an einer Abhängigkeit leiden, werden aufgezeigt.

Kurz und bündig zusammengefasste und grau hinterlegte Hinweise zum Umgang mit Internet und Bildschirmmedien, sowie Leitfäden zu den Kriterien der Internetabhängigkeit von Kimberly Young und zur Abhängigkeit von Online-Spielen vervollständigen das Werk.
Ein umfangreiches Stichwort-Register und ein Literaturverzeichnis finden sich am Ende des Buches.

Bert te Wildt schrieb mit „Digital Junkies“ ein leicht verständliches, flüssig zu lesendes Sachbuch, dessen Bedeutung für unsere Gesellschaft gar nicht hoch genug eingeschätzt werden kann.


George R.R. Martin: Skin Trade - In der Haut des Wolfes
George R.R. Martin: Skin Trade - In der Haut des Wolfes
von George R. R. Martin
  Broschiert
Preis: EUR 14,99

5.0 von 5 Sternen Kongeniale Comic-Adaption einer der besten Werwolf-Geschichten überhaupt, 16. Mai 2015
Seit GAME OF THRONES ist der Name George R. R. Martin selbst überzeugten Lesemuffeln ein Begriff. Dabei hat der Schriftsteller neben seiner Bestseller-Fantasy-Serie wesentlich mehr in petto. Unter anderem die Horror-Novelle „In der Haut des Wolfes“, hierzulande erschienen als bibliophiles Hardcover im Festa Verlag. Bei Panini ist nun die deutsche Übersetzung der Comic-Adaption „Skin Trade“ erschienen und die Graphic Novel braucht sich hinter dem literarischen Original nicht zu verstecken.
Daniel Abraham ist für die Umsetzung verantwortlich und hat sich wirklich minutiös an die Vorlage von Martin gehalten. Für die intensiven, lebendigen und teilweise sehr blutigen Bilder zeichnet sich Mike Wolfer verantwortlich, der dem Setting das nötige Noir-Feeling verliehen hat. Lediglich die Mimik der Protagonistin Randi Wade mochte ihm nicht so recht gelingen, denn die Detektivin sieht mit ihrem kleinen Mund und den runden Pausbacken fast immer gleich aus. Nur in höchster Todesangst zeigt sie eine deutlich erkennbare Reaktion. Dafür sind dem Zeichner die Werwölfe und die Opfer umso besser geglückt. Die teils sehr drastischen Darstellungen sind gewiss nichts für kleine Kinder, so dass die Altersempfehlung ab 18 Jahren durchaus ernst zu nehmen ist. Auch der erotisch-animalische Aspekt der Werwölfe wird auf subtile Art und Weise berücksichtigt. Immerhin wird beim Werwolf nicht umsonst auch vom Tier im Menschen gesprochen.
Der Plot wurde nicht nur anspruchsvoll umgesetzt, sondern ist auch äußerst originell. Ein eindeutiger Beweis dafür, dass der Werwolf-Mythos immer noch Potenzial hat, ohne dass die pelzigen Gestaltwandler nur als Antagonisten für versnobte Vampire herhalten müssen.
„Skin Trade“ ist eine packende Mischung aus Krimi-Noir und Horror-Novelle, beherrscht von einer düsteren Atmosphäre, die auch im Comic hervorragend zum Tragen kommt. Hinzu kommen die sehr authentischen und glaubwürdigen Charaktere.
Vervollständigt wird diese außergewöhnliche Graphic Novel durch die Cover-Galerie am Ende, in der die Werwölfe in voller Seitengröße zur Geltung kommen.


06: Woran Du glaubst...
06: Woran Du glaubst...
Wird angeboten von Verso29
Preis: EUR 7,59

3.0 von 5 Sternen Kurzweilige Unterhaltung für Science-Fiction-Fans, 16. Mai 2015
Rezension bezieht sich auf: 06: Woran Du glaubst... (Audio CD)
Die Fortsetzung des ersten Zweiteilers der Hörspielserie RAUMKADETT MARK BRANDIS kann das Niveau des Vorgängers nicht ganz halten. Dafür hat die Story zu wenig Neues zu bieten. Verschwörungstheorien, das bekannte TKKG-Feeling, das man schon aus früheren Episoden kennt, und jede Menge Pathos. Hinzu kommt noch etwas Action und eine Prise Humor. Die Sprecher leisten solide Arbeit und auch das Sounddesign kann sich hören lassen. Vor allem die Hintergrundatmo bei der halsbrecherischen Fahrt mit dem Jeep in strömendem Regen und mit Bombardement, ist hörenswert. Darüber hinaus hat das Hörspiel kaum nennenswerte Highlights zu bieten, so dass es unwahrscheinlich ist, dass es öfter als ein oder zweimal seinen Weg in den CD-Player finden wird. Trotz der Sorgfalt der Macher erreicht das Prequel nicht das Niveau der Hauptserie. Mit einer Laufzeit von nicht einmal 50 Minuten, muss man aber auch nicht viel Zeit investieren. Als schnelle Unterhaltung zwischendurch für Science-Fiction-Fans allemal geeignet. Die Zielgruppe ist jedoch eindeutig ein junges Publikum.


Blutgeil: Thriller
Blutgeil: Thriller
von Bryan Smith
  Broschiert
Preis: EUR 13,95

0 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Kommt nicht an den Vorgänger heran, 14. Mai 2015
Rezension bezieht sich auf: Blutgeil: Thriller (Broschiert)
Bryan Smith kann man getrost als Entdeckung des Festa-Verlags bezeichnen. Mit „Blutgeil“ (The Killing Kind 2) ist sein achter Roman in deutscher Sprache erschienen. Dabei handelt es sich um die direkte Fortsetzung von „Todesgeil“, dem ultraharten Torture-Porn mit Kultfaktor. An diese Klasse kommt „Blutgeil“ zwar nicht ganz heran, gehört aber dennoch zu den brutalen Porno-Splatter-Storys, die sich nicht hinter den Werken von Laymon und Co. zu verstecken brauchen.

In die Geschichte muss man nicht viel hineininterpretieren, obwohl das Voting der anonymen Internet-Fans für die brutalste Tötung eine deutliche Gesellschaftskritik beinhaltet. Leider mangelt es der Geschichte an Identifikationsfiguren und es ist auf eine bestimmte Art und Weise sehr bedenklich wie viel Zulauf solche Literatur mittlerweile hat. Zumal es stellenweise wirklich sehr menschenverachtend und abartig zugeht. Im Gegensatz zu Richard Laymon, dessen Werke oft eine gewisse Selbstironie besitzen, bleibt dem Leser der schwarze Humor bei dem vorliegenden Roman regelrecht im Hals stecken.
Die halbherzigen Versuche, die Wandlung der männlichen Protagonisten, die sich noch einen Rest Menschlichkeit bewahrt haben, in skrupellose Killer glaubwürdig zu beschreiben, scheitern. Das Frauenbild des Autors scheint ebenfalls nicht das Beste zu sein, denn die weiblichen Hauptfiguren sind absolut erbarmungslos, unberechenbar, sadistisch und grausam. Keine, der man nicht den finalen Rettungsschuss gönnen würde. Der Reiz des Vorgängers ist größtenteils verflogen, dennoch kann man dem Roman eine gewisse Sogwirkung nicht abstreiten, da er zumindest sehr spannend, flott und schnörkellos geschrieben ist. Eine dritten Band mit Roxie und Co. bedarf es jedoch nicht, das Potenzial der Figuren scheint aufgebraucht. Fans von „Natural Born Killers“ oder Ego-Shootern könnten hier auf ihre Kosten kommen.


Verfluchte aus dem Jenseits (18) (Original Dan Shohocker Hörspiele)
Verfluchte aus dem Jenseits (18) (Original Dan Shohocker Hörspiele)
Preis: EUR 6,99

4.0 von 5 Sternen Würdiger Schlussakkord einer großartigen Hörspiel-Trilogie, 11. Mai 2015
Der dritte Teil der ersten LARRY BRENT-Trilogie kann Tempo und Spannung der beiden Vorgänger locker halten. Und man darf an dieser Stelle den Machern Simeon Hrissomallis und Wolfgang Strauss zu ihrer großartigen Leistung gratulieren, denn sie haben es geschafft als erstes einen kompletten Dreiteiler aus der Feder Dan Shockers werkgetreu zu vertonen. Dabei handelt es sich um die Fortsetzung der zehnten Episode „Mordaugen“, in der die PSA-Agenten es zum ersten Mal mit den Crowdens zu tun bekommen.

Einen Vergleich mit den EUROPA-Vertonungen hat die neue Serie jedenfalls nicht mehr nötig, zumal sie drauf und dran ist, diese in Punkto Folgenanzahl zu übertrumpfen.
Dabei ist es der R&B-Company und Michael Donner hervorragend geglückt einen Soundtrack zu schaffen, der der Serie ihren eigenen Stempel aufdrückt. Das LARRY BRENT-Thema ist jedenfalls schon einmal ein absoluter Ohrwurm mit Wiedererkennungswert. Auch die Sprecher machen ihren Job ausgezeichnet, allen voran Jaron Löwenberg, David Nathan, Karen Schulz-Vobach und Jo Jung als David Gallun. Der Leser und Fan der Romane erkennt in den Dialogen den unvergleichlichen Stil von Dan Shocker wider. Bei der Modernisierung sind die Skriptautoren Simeon Hrissomallis und Markus Auge sehr behutsam vorgegangen, so dass es zu keinen eklatanten Brüchen in der Handlung kommt. Das Sounddesign lässt keine Wünsche offen, lediglich das Ende dieser großartigen Trilogie kommt relativ abrupt, so dass sich der Hörer ein wenig überrumpelt fühlt.

ACHTUNG SPOILER!

Obwohl das Kapitel der Crowdens abgeschlossen zu sein scheint, wird der Fall nicht zur Gänze abgeschlossen, denn ein Gegner, der der PSA bereits einmal durch die Lappen gegangen ist, entkommt abermals und schwört insbesondere Larry Brent bittere Rache. So bekommt die Serie deutlich mehr Kontinuität, zumal sich die Verantwortlichen bemühen, zwischen den Fortsetzungen der fortlaufenden Handlungen nicht allzu viele Folgen verstreichen zu lassen. Es bleibt spannend und man kann nur hoffen, dass dieser tollen Serie noch viele weitere Folgen beschieden sein werden.


Mord in Serie 17: Terror hinter Gittern
Mord in Serie 17: Terror hinter Gittern
von Markus Topf
  Audio CD
Preis: EUR 7,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ergreifender Psychothriller in beklemmender Knastatmosphäre, 10. Mai 2015
Kaum ein Thema des Thrillergenres, das Skriptautor Markus Topf noch nicht aufgegriffen hätte und doch zaubert er immer wieder ein neues Setting aus dem imaginären Hut. Dieses Mal wird also ein Hochsicherheitsgefängnis zum Schauplatz des Geschehens. Dass die Storys von MORD IN SERIE im deutschsprachigen Raum angesiedelt sind, gestalten die Hörspiele nur noch interessanter und origineller. Es könnte genau hier, um die Ecke passieren, es könnte dir passieren!, das sind die Botschaften, die dem Hörer unbewusst suggeriert werden und so für zusätzlichen Nervenkitzel sorgen.

Tatsächlich gelingt es Markus Topf auch dieses Mal wieder den Hörer um Ungewissen zu lassen. Ist Marc Adam der Täter oder verhält es sich doch wieder einmal ganz anders? Sicher ist nur, dass am Ende noch einmal eins oben drauf gesetzt wird. Das vorliegende Hörspiel besitzt alle dramaturgischen Elemente, die das Genre so faszinierend machen.
Entgegen der üblichen Plots, die einem solchen Setting zugrunde liegen (Flucht oder Revolte), handelt es sich bei „Terror hinter Gittern“ um ein ergreifendes Psychodrama, bei dem der Titel absolut zutreffend ist. Zugegeben, am Ende gerät die Story etwas außer Kontrolle, doch diese Überzeichnung passt in diesem Fall wie die Faust aufs Auge.

Gekrönt wird das Hörspiel durch einen packenden, temporeichen Soundtrack und die exzellenten Sprecher. Jürgen Thormann als Gefängnisdirektor, Asad Schwarz als Marc Adam, Angela Quast als Dr. Anna Riedmüller und Volkram Zschiesche als Bojan, um nur eine kleine Auswahl des stattlichen Ensembles zu nennen.

Ermüdungserscheinungen zeigt diese ambitionierte Reihe jedenfalls noch keine, so dass man sich auf viele weitere gelungene Thriller-Hörspiele aus der Feder von Markus Topf, inszeniert von Christoph Piasecki und musikalisch begleitet von Konrad Dornfels freuen darf.


Der Killer kehrt zurück: Ein Fall für Jesse Stone
Der Killer kehrt zurück: Ein Fall für Jesse Stone
von Robert B. Parker
  Taschenbuch
Preis: EUR 11,99

5.0 von 5 Sternen Sex and Crime in Paradise, 9. Mai 2015
Diesen Roman könnte man auch als die inoffizielle Fortsetzung des zweiten Bandes mit Jesse Stone, „Terror auf Stiles Island“, bezeichnen. Auffallend dabei ist, dass zwischen den beiden Romanen eine Zeitspanne von gut zehn Jahren vergangen sein soll. Immerhin zeigt sich hier ein weiteres Mal wie gut Jesse und seine Kollegen, in erster Linie natürlich Molly Crane und Suitcase Simpson, aufeinander eingespielt sind.
Überzeugend spielte Parker hier mit dem Bad-Boy-Image und selbst der rechtschaffene Jesse Stone muss am Ende feststellen, dass der charismatische und prinzipientreue Crow einen wirklichen guten Kern hat, obwohl er auch ein eiskalter Killer ist. In diesem Band schuf Parker sehr überzeugende Charaktere, zu denen auch die vierzehnjährige Amber gehört, die ohne elterliche Fürsorge zu rasch in schlechte Gesellschaft geraten ist. Auch die Vorurteile der gutsituierten Bürger gegenüber einer ethnischen Minderheit werden ohne moralisch erhobenen Zeigefinger glaubhaft und authentisch beschrieben. Da es sich aber um einen Kriminalroman und keine Gesellschaftsstudie handelt, steckt natürlich mehr hinter der Fremdenfeindlichkeit von Mrs. Fiedler, der Anführerin der Bewegung gegen die Lateinamerikaner. Wie schon im letzten Band hat es Jesse also mit zwei Problemen zu tun, für die er unkonventionelle Lösungen findet.

Kurze Kapitel, eine gefällige Schriftgröße und der pointierte, präzise Schreibstil Parkers machen den Krimi zu einem einzigen Pageturner. Die Bücher des Autors sind wie eine Droge: man wird schnell angefixt, kann nicht aufhören und verlangt immer mehr.


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