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Rezensionen verfasst von
Florian Hilleberg (Göttingen)
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Digitale Demenz: Wie wir uns und unsere Kinder um den Verstand bringen
Digitale Demenz: Wie wir uns und unsere Kinder um den Verstand bringen
Preis: EUR 10,99

5.0 von 5 Sternen Pflichtlektüre für Eltern und jeden, dem die nachfolgenden Generationen nicht egal sind, 21. Dezember 2014
Manfred Spitzer, seines Zeichens Psychologe, Mediziner und Philosoph, führt seinen einsamen Feldzug gegen das digitale Zeitalter tapfer fort. Und nach der Lektüre kommt man nicht umhin, sich dabei zu ertappen, ihn nach Kräften darin zu unterstützen. Sofern man über die Fähigkeit der Selbstreflektion verfügt. Ich für meinen Teil habe meinen Laptop, meinen Fernseher und vor allen Dingen mein Smartphone anschließend sehr viel skeptischer betrachtet. Erschreckend, aber leider immer fundiert und mit detaillierten Quellenangaben versehen, sind die vielen Untersuchungen und wissenschaftlichen Statistiken, mit denen der Autor seine Behauptungen untermauert. Dabei bedient er sich einer fachlich korrekten, aber dennoch sehr unterhaltsamen Sprache und lockert den Lesefluss auch mit persönlichen Anekdoten auf. Teilweise ist der Tenor des Buches sehr düster, bedauerlicherweise nicht ganz unbegründet, und ich finde es besser, rechtzeitig und eindringlich zu warnen, als die Sachlage zu verharmlosen. Es ist beinahe beschämend und ein Anachronismus, dass diese Rezension im Internet erscheint und es wundert mich geradezu, dass es das Buch als Ebook gibt, obwohl dieses Medium nicht explizit erwähnt oder madig gemacht wird. Tatsächlich wird in dem Buch schnell der Eindruck erweckt, dass alle Bildschirmmedien hier, auf Teufel komm raus, verunglimpft werden sollen, doch es sollte jedem klar sein, dass es in erster Linie um den übermäßigen Konsum und Missbrauch dieser Medien geht. Es geht nicht darum, Fernsehen, Smartphones oder soziale Netzwerke zu verbieten, sondern den Umgang mit ihnen kritisch zu hinterfragen und sie gezielt einzusetzen. Manfred Spitzers populärwissenschaftliches Buch ist nicht nur uneingeschränkt empfehlenswert, sondern in meinen Augen auch Pflichtlektüre für alle Eltern und jeden Menschen, dem die nachkommenden Generationen nicht egal sind. Dass der Autor sehr provokant vorgeht ist hilfreich, um die Brisanz der Thematik zu verdeutlichen. Leider wird es wie immer, nur diejenigen erreichen, die es am wenigsten betrifft, denn jene, die gefährdet sind, lesen in den seltensten Fällen Bücher.


Sherlock Holmes - Box 1 (3 Folgen + Bonus CD / exklusiv bei Amazon.de)
Sherlock Holmes - Box 1 (3 Folgen + Bonus CD / exklusiv bei Amazon.de)
Preis: EUR 10,97

4.0 von 5 Sternen Kriminell gute Unterhaltung mit nostalgischen Krimis im Stil von Sir Arthur Conan Doyle, 21. Dezember 2014
Jetzt ist also auch die erste Box mit drei SHERLOCK HOLMES-Hörspielen aus dem Hause Titania Medien erschienen. Auffallend ist dabei zunächst der Exklusiv-Vertrieb über Amazon, und dass die Folgen nicht chronologisch erscheinen. So beinhaltet die Box nicht wie zu erwarten wäre, die Folgen 1 bis 3, sondern nur die ersten drei geraden Nummern. Mit anderen Worten, die Box beinhaltet die Folgen 2, 4 und 6. Warum, wieso, weshalb? Keine Ahnung. In Anbetracht des Schnäppchenpreises von wenig mehr als 10 Euro aber eine müßige Frage, denn wer die Folgen noch nicht besitzt oder noch ein Weihnachtsgeschenk in letzter Minute sucht, ist hier goldrichtig. Zumal es als Bonus noch das GRUSELKABINETT-Hörspiel „Die Spinne“, nach der gleichnamigen Story von Hanns Heinz Ewers, gratis mit dazu gibt.

Die SHERLOCK HOLMES-Episoden basieren auf neuen Geschichten, erdacht von Marc Gruppe, und bieten solide bis sehr gute Krimiunterhaltung der alten Schule. Gruppe erweist sich wirklich als würdiger Epigone von Sir Arthur Conan Doyle. Aufbau und Abwicklung der Fälle halten sich dicht an die Vorgehensweise des geistigen Vaters von Sherlock Holmes. Natürlich ist es immer wieder reizvoll den beratenden Detektiv auch mit übersinnlichen Phänomenen zu konfrontieren und es ist immer wieder ein Genuss Holmes und Watson in Aktion zu erleben. Zumal Joachim Tennstedt und Detlef Bierstedt ihre Rollen wirklich fabelhaft umzusetzen wissen. Agierte Bierstedt in den KRIMI-KLASSIKERN häufig noch übertrieben theatralisch und erstaunt ob der genialen Gedankengänge seines Freundes, so wirkt er in den neuen Produktionen sehr viel gefestigter und glaubhafter.
Der Soundtrack begleitet das Geschehen unaufdringlich im Hintergrund, ohne großartig aufzufallen. Die Effekte beschränken sich aufgrund mangelnder Action größtenteils auf die unterschiedlichen Hintergrund-Atmosphären. Obwohl das ewig knisternde Kaminfeuer in der Baker Street mittlerweile ein alter Hut ist.
In „Spurlos verschwunden“ greift Marc Gruppe ein brisantes Thema auf, das zu der damaligen Zeit zu den größten Missständen Englands und vor allen Dingen Londons zählte. Auffallend dabei ist, dass das Hörspiel, das mit knapp 80 Minuten Laufzeit immerhin fast Spielfilmlänge besitzt, komplett auf Action verzichten kann. Sherlock Holmes löst den Fall in gewohnt souveräner Art und Weise – und mit der tatkräftigen Unterstützung seiner Haushälterin Mrs. Hudson, die in dieser Folge endlich mal aktiver werden darf. Regina Lemnitz verkörpert zwar nicht gerade den fürsorglichen, mütterlichen Typ wie ihn Rosalie Williams in der Fernsehserie mit Jeremy Brett darstellte, liefert dafür aber eine durchweg gelungene Neuinterpretation der guten Seele der Baker Street 221b ab.

Das Bonus-Hörspiel „Die Spinne“ ist ein Klassiker der deutschen Phantastik-Literatur und wurde von Titania Medien kongenial vertont. Das Grauen entsteht leise und subtil, dezent unterlegt von stimmungsvoller Musik.
Wer die Hörspiel bereits im Original besitzt, wird mit der Box nichts anfangen können, doch als Appetizer für Neulinge oder als Geschenk, wie oben bereits erwähnt, ist sie optimal geeignet.


Mountain Home: Wie ein blutiger Tanz der Rache
Mountain Home: Wie ein blutiger Tanz der Rache
Preis: EUR 4,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Fulminanter Action-Kracher und intensive Charakterstudie zugleich, 19. Dezember 2014
Bracken MacLeod schrieb mit „Mountain Home“ einen überzeugenden und packenden Debütroman. Ohne langes Vorgeplänkel und dennoch wortgewandt und intensiv beschreibt er die Belagerung eines kleinen Diners in den Bergen durch eine ausgebildete Scharfschützin und Kriegsveteranin. Dass der Roman trotz seines schmalen Umfangs von gerade einmal 220 Seiten deutlich mehr zu bieten hat als Action und Gewalt liegt an der gelungenen und vielschichtigen Charakterdarstellung und der Hintergrundstory. Dabei beschreibt er die Figuren absolut authentisch und jede Figur hat gute und schlechte Eigenschaften, so dass sich der Leser selbst ein Urteil bilden muss, wem er seine Sympathien schenkt. Passenderweise verzichtet er auf die Schilderung der Ereignisse aus der Ich-Perspektive und wer am Ende überlebt bleibt bis zum Schluss ungewiss. Der einzige Wermutstropfen ist der vierzehnjährige Hunter, der einerseits kindlich und trotzig reagiert, wie zu erwarten wäre, andererseits aber auch unnatürlich altklug und abgeklärt reagiert. Trotz der Kürze des Romans und der flotten, rasanten Erzählstruktur erlebt der Leser eine regelrechte Achterbahnfahrt mit. Spannend, mit jeder Menge überraschender Wendungen und am Ende ist alles viel zu schnell vorbei. Bracken MacLeod tritt mit „Mountain Home“ aber auch den Beweis an, dass gute Romane nicht immer 500 Seiten und mehr haben müssen. Im Gegenteil, besteht die Kunst in unserer schnelllebigen Zeit doch darin, auch mit wenigen Worten viel auszusagen.

„Mountain Home“ erzählt dabei mehrere Geschichten. Zum einen geht es um die traumatisierte Kriegsveteranin Joanie, die sich mit extremen Mitteln gegen ihre Peiniger zur Wehr setzt. Doch es geht auch um einen Polizisten und Familienvater, der um Wiedergutmachung bemüht ist. Die Hauptfigur ist aber letztendlich die unscheinbare Kellnerin Lyn Lowry, die angesichts der grauenhaften Ereignisse über sich hinaus wächst, dabei aber den Verstand zu verlieren droht. Kein Wunder, dass am Ende eigentlich jeder zu verlieren droht. Bracken MacLeods Botschaft ist nüchtern, brillant aber auch sehr schwermütig und düster. Ein wirklich empfehlenswerter Thriller mit Tiefgang.


John Sinclair-Folge 97: Die Tochter des Totengräbers
John Sinclair-Folge 97: Die Tochter des Totengräbers
Preis: EUR 6,99

3.0 von 5 Sternen Nur was für Komplettisten, Sammler und Ghoul-Freunde, 19. Dezember 2014
Eigentlich ist es ja sehr zu begrüßen und äußerst lobenswert, dass neben den roten Fäden um die Mordliga, die Großen Alten und die Strigen immer noch Zeit und Raum bleibt, um auch einzelne, eher unspektakuläre Fälle des Geisterjägers zu vertonen.
Ob der Roman „Die Tochter des Totengräbers“ nun die beste Wahl für eine Vertonung war, ist allerdings fraglich. Dabei hat die Geschichte alles, was man für eine klassische Gruselgeschichte braucht: düstere Schauplätze (Friedhof, Park, Kellergewölbe und ein unterirdisches Labyrinth), den obligatorischen Pakt mit dem Satan, einen untoten Richter und einen schleimigen Ghoul.
Mit knapp 50 Minuten Laufzeit kommt das Hörspiel auch prompt zur Sache und gerade die Einstiegsszene sorgt bereits für die nötige Gruselatmosphäre.
Leider kann das Hörspiel die Spannung nicht konstant halten, geschweige denn steigern. So wirkt Glendas Part, der im Roman übrigens gar nicht vorkommt, sehr konstruiert und unpassend. Abgesehen davon, dass Ilya Welters Interpretation von Johns Sekretärin seit einiger Zeit unangenehm schnippisch und schrill wirkt.
Frank Glaubrecht (John Sinclair) und Detlef Bierstedt (Bill Conolly) bestreiten ihre Rollen gewohnt souverän. Nur schade, dass sich John bei seiner Begegnung mit dem Ghoul nicht ein einziges Mal an Grimes erinnert, denn gerade die Leichenfresser haben John und sein Team relativ zu Beginn der Hörspielserie stark in Atem gehalten.
Dagmar Bittner und Bert Franzke machen als Marion und Jason Price einen guten Job, stechen aber auch nicht besonders hervor. Gerlinde Dillge als Thelma Price merkt man die gespielte Furcht mit den bemüht gestellten Fragen nur zu deutlich an.
Toll besetzt ist die Rolle von Edward Jeffries durch Reent Reins, der jedoch nur in der Introszene richtig zum Zuge kommt.
Unterlegt ist das Szenario mit einer stimmungsvollen, unaufdringlichen Musik.
Das Ende wirkt leider wieder sehr gehetzt und überfrachtet und spannend ist eigentlich nur die Auseinandersetzung mit dem Ghoul in dem unterirdischen Tunnelsystem, die sich übrigens eng an die literarische Vorlage hält.
Was bleibt ist ein unspektakuläres und mäßig produziertes Gruselhörspiel ohne große Höhepunkte. In der Auswahl der Einzelabenteuer zeigen die Macher leider kein allzu gutes Händchen.


Spenser und der Graue Mann: Ein Auftrag für Spenser
Spenser und der Graue Mann: Ein Auftrag für Spenser
Preis: EUR 8,99

5.0 von 5 Sternen Schnörkellos, ohne Kitsch und große Worte, 15. Dezember 2014
Band 24 der Serie EIN FALL FÜR SPENSER stammt aus dem Jahr 1997 und wurde von Ute Tanner hervorragend übersetzt. Der Fall liest sich wie ein kleines Who-is-Who der SPENSER-Charaktere, denn neben dem Serienhelden und seiner Freundin Susan, sowie dem Wunderhund Pearl, gibt es ein Wiederlesen mit Hawk, Vinnie Morris, Gino Fish, den Cops Quirk und Belson, Patricia Utley, die April Kyle unter ihre Fittiche genommen hat, und natürlich Rita Fiore, die männermordende Staranwältin, deren Hobby es zu sein scheint mit Spenser zu flirten und ihm eindeutige Angebote zu machen. Außerdem findet Spenser noch Zeit mit Paul Giacomin essen zu gehen, seinem Ziehsohn, den er in dem Roman „Finale im Herbst“ zum Mann gemacht hat.
In dem titelgebenden Grauen Mann findet Spenser beinahe seinen Meister und selten musste der Privatdetektiv so viel einstecken wie in diesem Fall. Dadurch wird der vorliegende Roman zur Spenser-Charakterstudie, denn hier kann der Leser hautnah miterleben wie Spenser tickt, was ihn antreibt und warum er sein Leben für einen Gangster riskiert, auch wenn dieser für ein Verbrechen verurteilt wurde, das er nicht begangen hat. Aber der Roman ist auch ein schönes Beispiel für die intensive Beziehung Spensers zu der Psychologin Susan. Darüber hinaus kommen auch Hawk-Fans voll auf ihre Kosten. Kein Wunder, dass dieser im Fernsehen seine eigene Serie bekommen hat.
Der Roman lässt sich flüssig und flott lesen. Ein großartiges Stück Kriminalliteratur, in dem es um den menschlichen Faktor geht. Schnörkellos und ohne Kitsch und große Worte präzise zu Papier gebracht. Bildlich gesprochen, denn natürlich erscheint auch dieser Roman bei Pendragon ausschließlich als Ebook. Absolut empfehlenswert, nicht nur für Parker- und SPENSER-Fans.


Wo steckt April Kyle?: Ein Fall für Spenser
Wo steckt April Kyle?: Ein Fall für Spenser
Preis: EUR 7,99

5.0 von 5 Sternen Die zeitlose Lektüre überzeugt durch eine authentische Charakterdarstellung und weniger durch ausgefeilte Ermittlungsmethoden, 15. Dezember 2014
„Wo steckt April Kyle“ ist der 9. SPENSER-Roman von Robert B. Parker und führt eine weitere Figur in die Serie ein, mit der der Privatdetektiv später noch einmal zu tun haben wird, denn April Kyle spielt auch in dem Roman „Hundert Dollar Baby“ eine wichtige Rolle.

Ein wirklich packender und außergewöhnlicher Detektiv-Krimi von Parker mit einem ebenso überraschenden wie schlüssigen Ende.
Die Ermittlungen laufen dabei jedoch recht schematisch ab. Befragungen, coole Sprüche, harmlose Flirts und natürlich dürfen Hawk und Spenser mal wieder zeigen, was für harte Kerle sie sind. Das alles beschreibt Parker mit einer so beiläufigen Selbstverständlichkeit, dass es sich beinahe wie ein Erlebnisbericht liest. Dank der großartig pointierten Dialoge ist auch dieser Roman eine ebenso kurzweilige wie unterhaltsame Lektüre, ideal für Zwischendurch. Parkers Figuren wirken sehr authentisch, allen voran Spenser, der die Geschehnisse in bester Philip-Marlowe-Manier aus der Ich-Perspektive schildert. Kein Wunder also, dass Parker die letzten beiden Fragmente von Raymond Chandler vervollständigen durfte.

Im vorliegenden Roman geht es aber nicht um eine herkömmliche Mordermittlung, sondern um ein junges Mädchen, das durch mangelnde elterliche Fürsorge auf die schiefe Bahn gerät. Damit thematisiert Robert B. Parker einmal mehr die Bedeutung einer stabilen Eltern-Kind-Beziehung für die Entwicklung junger Menschen. Ein Thema, das dem Autor offenbar am Herzen lag.
Doch egal mit welcher Motivation Parker diesen Roman im Jahr 1982 verfasst hat, der Leser bekommt eine lohnenswerte und irgendwie zeitlose Lektüre, die durch Charaktere überzeugt und nicht durch technische Ermittlungsmethoden.


26:die Schöne und die Bestie
26:die Schöne und die Bestie
Preis: EUR 6,99

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Klassisches Thema unheimlich und anspruchsvoll in Szene gesetzt, 9. Dezember 2014
Rezension bezieht sich auf: 26:die Schöne und die Bestie (Audio CD)
Andrea Bottlinger legt einen sehr guten Start als neue Skriptautorin hin. Schon seit Längerem ist die selbständige Schriftstellerin für die Serie DORIAN HUNTER im Zaubermond-Verlag tätig und jetzt soll sie in die Fußstapfen von Marco Göllner treten, nachdem Dennis Ehrhardt in Folge 25 eher kommissarisch als Drehbuchautor eingesprungen ist. Immerhin ist er mit seinen anderen Projekten, zu denen unter anderem DIE ELFEN, sowie JOHN SINCLAIR EDITION 2000 und die SINCLAIR CLASSICS zählen, mehr als ausgelastet.

Nach einem Exposee von Ernst Vlceck und einem Roman von Neal Davenport entstand ein fast schon surreales Horror-Märchen für Erwachsene, dessen eigenwillige und verschachtelte Erzählstruktur ohnehin keine Kinder begeistern dürfte. Die Geschichte von der Schönen und der Bestie ist ja alles andere als neu, wird in diesem Fall aber durchaus originell und innovativ erzählt. Das neue Intro, dass man dank gefälliger Trackeinteilung auch überspringen kann, informiert Quereinsteiger kurz und bündig über den Serienhelden, so dass gerade diese Episode durchaus für Neueinsteiger geeignet ist, denn ein direkter Bezug wird auf die letzten Folgen nicht genommen. Obwohl auf dem Booklet die Zahl 26 steht, handelt es sich eigentlich schon um die 30. Episode der Serie, denn Mehrteiler wurden bislang in der laufenden Chronologie als eine Folge gezählt. So besteht die letzte Episode 25 ja eigentlich aus drei Einzelfolgen.
Das Herzstück des Hörspiels bilden einmal mehr die großartigen, professionellen Sprecher, deren Akzente absolut authentisch sind, was im Booklet ausdrücklich betont wird. Hier muss vor allen Dingen Irina Platon erwähnt werden, die als Tanja so ausdrucksstark und leidenschaftlich spielt, dass es fast schon schade ist (ACHTUNG SPOILER!), dass ihre Rolle am Ende des Hörspiels nicht überlebt. Lediglich die Sexszene ist übertrieben dargestellt worden. In weiteren Rollen sind unter anderem Frank Felicetti, Gennadi Vengerov, Tim Kreuer, Ernst-August Schepmann und natürlich Thomas Schmuckert zu hören.
Die Musik ist mal wieder ein echter Ohrwurm. Leider schwankt die Tonqualität sehr stark, so dass das Hören schnell anstrengend wird, sobald geringste Außengeräusche stören.

Dank der realistischen Soundkulisse ist es ein Leichtes sich das verschneite Bergdorf vorzustellen. Besser hätte man das Veröffentlichungsdatum dieser Episode gar nicht planen können.


Sherlock Holmes 5: Sherlock Holmes und die seltsamen Särge
Sherlock Holmes 5: Sherlock Holmes und die seltsamen Särge
Preis: EUR 3,99

4.0 von 5 Sternen Originell, werkgetreu und spannend verleiht Barbara Büchner den Figuren von Sir Arthur Conan Doyle neue Facetten, 7. Dezember 2014
Auch im fünften Band der Reihe MEISTERDETEKTIVE aus dem Fabylon Verlag spielt kein Geringerer als Sherlock Holmes die Hauptrolle. Damit trägt die Herausgeberin Alisha Bionda dem andauernden Hype um den beratenden Ermittler aus der Baker Street 221 b Rechnung, denn noch immer erfreuen sich neue Abenteuer von Sherlock Holmes wachsender Beliebtheit. Wie schon Band 4 „Sherlock Holmes und das verschwundene Dorf“, so stammt auch der vorliegende Episodenroman aus der Feder von Barbara Büchner, die unter der Ägide von Alisha Bionda so stimmungsvolle Gruselromane wie „Der schwarze See“, „Die Weihnachtsbraut“ und „Das Familienritual“ geschrieben hat. Auch in „Sherlock Holmes und die seltsamen Särge“ geht es durchaus unheimlich zu, obwohl der Meisterdetektiv letztendlich der Wahrheit und der Rationalität zum Sieg verhilft – oder etwa doch nicht?
Barbara Büchner gelingt einmal mehr der elegante Spagat zwischen Eigenständigkeit und werkgetreuer Darstellung der Charaktere von Sir Arthur Conan Doyle. Holmesianer werden dabei die Hinweise auf bekannte Fälle des Detektivs zu schätzen wissen.
Das Buch gliedert sich in sieben Kapitel, die von Crossvalley Smith mit kunstvollen Grafiken verziert wurden. Allerdings handelt es sich dabei nicht analog um die sieben Fälle, die Holmes laut Wette aufzuklären hat. Tatsächlich muss der beratende Detektiv aus der Baker Street viel mehr Rätsel lösen und das eine oder andere Mal hätte man sich doch ein wenig mehr Ermittlungsarbeit und Tiefe gewünscht. Das verbindende Element ist Dr. Julian Brentano, dessen Einbindung in die Geschichten, teilweise doch reichlich konstruiert und bemüht wirkt. Nichtsdestotrotz bereiten die Storys sehr viel Vergnügen, nicht zuletzt dank originellen und ausgefeilten Plots, die sich die Autorin für die Fälle ausgedacht hat. Watson und Lestrade lassen sich von der Spökenkiekerei und dem Aberglauben des Irrenarztes anstecken, was gerade im Fall des rationalen Polizei-Inspektors ein wenig befremdlich wirkt. Im direkten Vergleich schneiden „Die seltsamen Särge“ etwas schlechter als „Das verschwundene Dorf“ ab, doch unabhängig davon, ist Barbara Büchner wieder ein lesenswerter Band mit dem größten und beliebtesten Detektiv der Welt gelungen, der dank der bibliophilen Gestaltung und der tollen Grafiken auch optisch ein Highlight ist.


Tod in der Gespenstervilla (17) (Original Dan Shocker Hörspiele)
Tod in der Gespenstervilla (17) (Original Dan Shocker Hörspiele)
Preis: EUR 9,99

4.0 von 5 Sternen Stimmungsvoll und unheimlich geht es in die zweite Runde der Crowden-Trilogie, 7. Dezember 2014
Die Crowden-Trilogie geht in die zweite Runde und wieder präsentiert die R&B-Company ein werkgetreues und dennoch modernes Gruselhörspiel. Lediglich der Part von Klaus Thorwald fällt dieses Mal leider komplett unter den Tisch, so dass man erst auf den dritten Teil der Trilogie warten muss, ehe man erfährt wie es mit X-RAY-5 weitergeht. Dafür dürfen Larry Brent und Iwan Kunaritschew voll auftrumpfen und die Sprecher Jaron Löwenberg und David Nathan gehen in ihren Rollen richtiggehend auf. Ebenso wie Detlef Bierstedt als teuflischer Handlanger der Crowdens, Philip Hanton, oder Wolfgang Strauss als Lord Crowden himself. Auch Tatjana Auster macht als Sioban Coutrey eine gute Figur. Ein kleines Highlight ist der Cameo-Auftritt von Rüdiger Schulzki in der Rolle des Lord of Shannon, denn Schulzki hat in der ersten LARRY BRENT-Hörspielserie aus dem Hause EUROPA die Rolle des David Gallun, alias X-RAY-1, inne gehabt, die hier von Jo Jung verkörpert wird.
Merkwürdigerweise vergeht mehr als ein Drittel der Laufzeit bis das Intro ertönt und auch das Ende kommt sehr abrupt, ohne einen Hinweis, dass der zweite Teil endet und in Folge 18 fortgesetzt wird. Andererseits gibt das dem Hörer natürlich die Gelegenheit alle drei Hörspiele mittels CD-Wechsler oder Digitalisierung nahtlos hintereinander zu schalten. Im Gegensatz zu FAITH VAN HELSING setzen die Macher bei LARRY BRENT vermehrt auf Atmosphäre. Natürlich kommt auch hier nicht die Action zu kurz, geht aber nicht auf Kosten der Handlung. Die ist alles andere als vorhersehbar, und geradlinig ist eigentlich nur der Schienenstrang, der durch die Villa der of Shannons führt. Neugierig geworden? Dann unbedingt rein hören. Um der Handlung jedoch folgen zu können, sollte man unbedingt die Episoden 10 und 16 kennen.


Die Anderen (46)
Die Anderen (46)
Preis: EUR 8,99

3.0 von 5 Sternen Zu viele Figuren, zu wenig Handlung - Musik und Effekte lassen aber keine Wünschen offen, 5. Dezember 2014
Rezension bezieht sich auf: Die Anderen (46) (Audio CD)
Ursprünglich trug diese Folge einen anderen Titel, den man bei der Ansage hört. Also nicht irritieren lassen, wenn Episode 46 als „Aufstieg der Echsen“ betitelt wird. Ein großes Geheimnis wird ohnehin nicht aus den Echsen gemacht, so dass dem Hörer hier nicht allzu viel verraten wird. Für den geneigten Hörer und Fan der Serie fasst Wolfgang Strauss zu Beginn die wichtigsten Fakten der letzten Episoden zusammen. Diese Zusammenfassung dient jedoch lediglich der Erinnerung; Quereinsteiger dürften mit diesem Hörspiel trotzdem überfordert sein. Das liegt nicht nur an der undurchsichtigen, dürftigen Handlung, die natürlich auch dieses Mal mit reichlich Action aufgepeppt wurde, sondern in erster Linie an der Fülle an Figuren, die hier erneut auftreten. Angefangen bei David Russell, dem Geistersamurai, bis hin zu Julian Sparks. Von Faith van Helsing, Raven, Daniel Drake, Delia Richards und Alain de Winter mal ganz zu schweigen. Das alberne Geplänkel nimmt dieses Mal nicht viel Raum ein, obwohl auch nicht komplett drauf verzichtet werden konnte. Ebensowenig wie auf die übertrieben plastisch dargestellte Sexszene, die sogar einen gewissen Zweck erfüllt. Ob es dazu allerdings nötig ist, dass Victoria Sturm hemmungslos ins Mikro stöhnt und keucht, darf bezweifelt werden. Die Sprecher sind jedoch insgesamt hervorragend ausgewählt worden. Vor allem Kim Hasper macht als Julian Sparks einen guten Job, obwohl diese Harte-Kerl-US-Marine-Chose sehr überzogen wirkt. „Guck mal, hier habe ich einen Granatsplitter und hier habe ich auch noch ein paar Narben.“ Testosterongeschwängertes Gehabe, das kaum jemanden hinter dem Ofen hervorlocken dürfte. Auch der Cliffhanger sorgt jetzt nicht für den großen Aha-Effekt oder das bange Warten auf die Fortsetzung. Dafür hat der erste Teil einfach zu wenig zu bieten. Immerhin scheint es in Sachen Roter Faden weiterzugehen. Von daher bleibt zu hoffen, dass der zweite Teil wirklich ein paar Überraschungen in petto hat. Vielleicht ist sogar ein Auftritt von Brandolf Welf drin. Musik und Effekte sind von gewohnt hoher R&B-Company-Qualität und lassen keine Wünsche offen.


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