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Rezensionen verfasst von
Florian Hilleberg (Göttingen)
(TOP 500 REZENSENT)    (VINE®-PRODUKTTESTER)    (REAL NAME)   

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Tief begraben: Thriller
Tief begraben: Thriller
Preis: EUR 4,99

4.0 von 5 Sternen Kein richtiger Zombie-Schocker aber dennoch eine packende Lektüre und gewiss nichts für schwache Nerven, 26. Oktober 2014
Rezension bezieht sich auf: Tief begraben: Thriller (Kindle Edition)
„Tief begraben“ ist ein recht kurzer Roman, mehr eine Novelle, die in derselben Realität wie „Totes Meer“ spielt. Der Roman stammt ebenfalls aus der Feder von Brian Keene, obwohl die Protagonisten vollkommen verschieden sind und der Leser zum jeweiligen Verständnis den anderen Band nicht kennen muss.

Die Geschichte wird von Pete aus der Ich-Perspektive geschildert und Zombies kommen nur in seiner Erinnerung oder als Akteure auf den Bildschirmen diverser Überwachungsmonitore vor. Hier geht es vielmehr um die Auswirkungen der Isolation auf die Überlebenden und wozu sie sich letztendlich gezwungen sehen. Der schleichende, fortschreitende Wahnsinn, der Pete befällt, wirkt durch die Ich-Perspektive nur noch eindringlicher und beklemmender. Petes Lebensmotto, „Tu, was du tun musst, um zu überleben“, wird zum Leitsatz des Romans. Ein wirklich schauriges Lesevergnügen und nichts für schwache Nerven.
Ebenso verhält es sich mit den beiden Bonus-Storys, denn um den Band zu füllen hat sich der Verlag entschlossen eine Novelle und eine Kurzgeschichte dranzuhängen. Beide entpuppen sich als originelle Western-Horror-Hybride, wobei „Die vergessene Schlucht der Verdammten“ sogar noch mit Dinosauriern aufwartet! Abgefahren, aber auch düster und brutal. Echt Keene eben. Mit der Novelle „Im Tal der verrückten Bären“ outet sich der Autor außerdem als Hobby-Kryptozoologe, denn in der Geschichte geht es um Bigfoot und jeder der beiden Bonus-Storys ist eine persönliche Anmerkung des Autors beigefügt, in der der geneigte Leser mehr über die Entstehungsgeschichte und die Hintergründe der beiden Erzählungen erfährt.


Schiffskatzen (insel taschenbuch)
Schiffskatzen (insel taschenbuch)
Preis: EUR 7,99

5.0 von 5 Sternen Die Katze auf großer Fahrt - für Katzenfreunde absolut empfehlenswert, 25. Oktober 2014
Als bester Freund des Menschen gilt seit jeher der Hund. Die eigensinnige Katze hat als Haustier erst in den letzten Jahrzehnten an Popularität zugenommen und mittlerweile dem Hund den ersten Rang abgelaufen. Jahrtausende diente sie in erster Linie als effizienter Schädlingsbekämpfer, wurde zeitweise verehrt und verteufelt.
Dass die gemeine Hauskatze auch eine bedeutende Rolle in der christlichen Seefahrt gespielt hat und damit maßgeblich zur Globalisierung beitrug, wissen indes nur wenige.
Detlef Bluhm hat die ereignisreiche Geschichte der Schiffskatze in einem unterhaltsamen Büchlein zusammengetragen. Anschaulich, einfühlsam und mitreißend erzählt er von besonderen Vertretern ihrer Art, die nicht selten für ihre Dienste geehrt wurden. Leider haben nicht alle Schiffskatzen ihre abenteuerlichen Reisen gut überstanden, denn die vom Autor zusammengetragenen Geschichten sind alles andere als Fiktion und haben sich bis auf wenige legendäre Ausnahmen genauso zugetragen wie hier dokumentiert. Das bezeugen auch einige wirklich schöne Schwarzweiß-Fotografien, die das Buch vervollständigen und die Lektüre kongenial abrunden. Ein echtes Muss für alle Katzenliebhaber.


Hände voller Blut - Hammer Edition [Blu-ray] [Limited Edition]
Hände voller Blut - Hammer Edition [Blu-ray] [Limited Edition]
DVD ~ Eric Porter
Preis: EUR 23,93

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Eine zu unrecht in Vergessenheit geratene späte Perle der HAMMER-Studios, 22. Oktober 2014
„Hände voller Blut“ ist ein Horror-Film aus dem Jahr 1971, bei dem Peter Sasdy Regie geführt hat, der für die britischen HAMMER-Studios schon mehrfach hinter der Kamera die Fäden in der Hand hielt. So zeichnet er sich außerdem für die Streifen „Countess Dracula“ („Comtesse des Grauens“) und „Taste the Blood of Dracula“ („Wie schmeckt das Blut von Dracula?“) verantwortlich.

Der vorliegende Film ist einer der ersten, der das Thema Jack the Ripper zu Unterhaltungszwecken aufgreift und nutzt. Zu der Zeit als der Film entstand lagen die Untaten, des bis heute unbekannten Täters, noch nicht einmal 100 Jahre zurück, denn die Morde, die dem Ripper zugeschrieben werden, geschahen alle in der zweiten Hälfte des Jahres 1888 im Londoner East End. In diesem Film geht es jedoch nicht um historische Korrektheit und auf die eigentlichen Morde wird auch gar kein Bezug genommen. Lediglich eines von Annas Opfern stellt sich als lange Liz vor. Diesen Spitznamen trug auch Elizabeth Strode, eines der „echten“ Ripper-Opfer.

Sasdys Film verbindet die Elemente der Ripper-Morde mit freudianischer Psychologie, ohne jedoch wirklich in die Tiefe zu gehen. Der Film wird zwar damit beworben, dass er „in bestem Hitchcock-Stil“ daher kommt, doch in erster Linie geht es wohl um die „überraschenden Schocksequenzen“, die hier tatsächlich sehr effektiv eingesetzt werden. Auch aus heutiger Sicht nicht gerade zimperlich.
Denkt man noch in einer Szene, wie billig das aussieht, wird man schon eine Sekunde später eines Besseren belehrt, denn die Kamera hält unerbittlich drauf, wenn eine Spiegelscherbe tief in den Hals des Opfers getrieben wird. Es handelt sich bei „Hände voller Blut“ weniger um eine psychologische Fall- oder Charakterstudie als vielmehr um einen der ersten Slasher-Filme überhaupt, der bereits viele Stereotypen, aber eben auch schon ihre Ausnahmen vorweg nimmt.
Der geneigte Zuschauer erlebt hier eine weibliche Täterin, ähnlich wie in „Freitag, der 13.“, obwohl man der zarten Anna, fabelhaft gespielt von Angharad Rees, mit ihrem bezaubernden Lächeln die Morde ohnehin nicht übel nehmen möchte. Trägt Dr. Pritchard, intensiv und wunderbar fanatisch von Eric Porter dargestellt, nicht viel eher die Verantwortung für die Morde, da er diese scheinbar billigend für seine wissenschaftlichen Forschungen in Kauf nimmt?
Auffallend ist dabei das Fehlen der typischen Helden- und/oder Identifikationsfigur. Pritchards Sohn, der diesen Part am ehesten hätte übernehmen können, spielt eine viel zu unbedeutende Rolle und ergreift fast nie aus eigenen Antrieb die Initiative, erst zum Ende hin, als es fast schon zu spät ist, wird er aktiv.
Vom Setting her hebt sich dieser HAMMER-Film angenehm von anderen Produktionen des Studios ab. Er spielt nicht in einer ländlichen Umgebung, aber noch vor dem Industriezeitalter und überzeugt durch authentische, stimmungsvolle Kulissen, die, laut Audiokommentar, noch von Billy Wilders „Das Privatleben von Sherlock Holmes“ stammen.

Das Bonusmaterial der HAMMER-BLU-RAY-EDITION allein lohnt bereits die Anschaffung und auch „Hände voller Blut“ bildet da keine Ausnahme. Audiokommentare von Angharad Rees, Stephen Jones und Kim Newman, die Dokumentation „The Devil's Bloody Playground“, Trailer, Bildergalerien, Presseheft und Werberatschlag bieten umfassende Hintergrundinformationen zum Film. Ebenfalls enthalten ist der obligatorische und sehr informative Audiokommentar des Experten Dr. Rolf Giesen, der dieses Mal mit Ivo Scheloske hinter dem Mikrofon steht. Giesen und Scheloske harmonieren sehr gut miteinander, obwohl auch sie nur wenig Bezug zum Geschehen auf dem Bildschirm nehmen und der Audiokommentar wie so oft eher als Audiodokumentation funktioniert.


James Bond: Kernschmelze
James Bond: Kernschmelze
von John E. Gardner
  Broschiert
Preis: EUR 12,80

5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen John Gardner ist ein meisterhafter literarischer Spagat zwischen Flemings Romanfigur und den 007-Filmen gelungen, 21. Oktober 2014
Rezension bezieht sich auf: James Bond: Kernschmelze (Broschiert)
John Gardner (1926 - 2007) hat nicht weniger als 14 Romane mit James Bond verfasst, sowie zwei Drehbuchadaptionen und hat somit als einziger Schriftsteller das Werk des Schöpfers von 007, Ian Fleming, rein quantitativ natürlich, überrundet.
Sein Bond-Debüt „Kernschmelze“ stammt aus dem Jahr 1981 und erschien hierzulande kurz darauf unter dem Titel „Countdown für die Ewigkeit“. Für die JAMES BOND BIBLIOTHEK wurde der Roman nicht nur von Anika Klüver und Stephanie Pannen neu übersetzt, was der Reihe eine exzellente sprachliche Kontinuität verleiht, auch der neue Titel ist deutlich präziser und griffiger.

Gardners Bond orientiert sich zweifellos an Flemings Darstellung aus seinen Romanen, doch der Einfluss der Filme ist dennoch unverkennbar. Schon allein die Figurenkonstellation ist typisch. Neben dem intelligenten Oberbösewicht Dr. Anton Murik, gibt es auch den obligatorischen Schläger, sowie zwei attraktive Frauen, von denen eine Bonds Liebchen wird und die andere sich auf die Seite des Finsterlings schlägt. Und natürlich geht es um nicht weniger als die Sicherheit und das Wohl der gesamten Welt, auch wenn in erster Linie die westlichen Industrienationen betroffen zu sein scheinen.
Bei den Schauplätzen bewegt sich die Geschichte dieses Mal von England nach Schottland, dann nach Frankreich, um schließlich über dem Mittelmeer in einem gewaltigen Finale zu gipfeln, ehe es zum Ausklang zurück nach Schottland geht. James Bond indes muss nicht nur seine körperlichen Qualitäten unter Beweis stellen, sondern auch seinen Grips anstrengen. Immerhin weiß Gardner wovon er schreibt und er hat seine Hausaufgaben in Sachen Recherche offenbar gewissenhaft erledigt.

So ist „Kernschmelze“ ein echte Perle und ein wahres Lesevergnügen, bei dem sowohl die Leser von Flemings Bond, als auch die Fans der Filme auf ihre Kosten kommen. Ein meisterhafter Spagat, der John Gardner mit seinem 007-Erstling geglückt ist.


James Bond: Colonel Sun
James Bond: Colonel Sun
von Kingsley (Robert) Amis (Markham)
  Broschiert
Preis: EUR 12,80

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Markham, alias Kingsley Amis, trifft Flemings Bond mit traumwandlerischer Sicherheit, 21. Oktober 2014
Rezension bezieht sich auf: James Bond: Colonel Sun (Broschiert)
Unter dem Pseudonym Robert Markham schrieb der Schriftsteller Kingsley Amis (1922 - 1995) seinen einzigen JAMES BOND-Roman, der bereits 1968 veröffentlicht wurde und hierzulande unter diversen Titeln erschienen ist: „Liebesgrüße aus Athen“, „Die Spur führt nach Griechenland“, „007 auf der griechischen Spur“ und natürlich „Colonel Sun“.

Cross Cult hat sich entschlossen die JAMES BOND BIBLIOTHEK nahtlos und chronologisch fortzusetzen, so dass Markhams Roman folgerichtig der erste offizielle Roman mit 007 nach Ian Flemings Tod ist. Für die Neuauflage bei Cross Cult wurden keine Kosten und Mühen gescheut, so dass der Roman auch dieses Mal in einer Neuübersetzung durch Anika Klüver und Stephanie Pannen erscheint, sowie mit einem einzigartigen, neuen Titelbild von Michael Gillette.

Die Geschichte ist ein typischer Bond, in der 007 seine Qualitäten als Geheimagent seiner Majestät ebenso unter Beweis stellen darf, wie die als Lebemann. Dabei ist es Markham glänzend gelungen den Stil Flemings zu imitieren und Bonds Charakter so darzustellen wie ihn der Leser aus den zwölf Romanen und zwei Kurzgeschichtensammlungen Flemings her kennt, und nicht wie er in den Filmen dargestellt wird. Denn auch Markhams Bond hat Gefühle und ein Gewissen, so möchte er beispielsweise nicht, dass ein pubertierender Junge zu viel Gewalt erfährt und ausübt, damit er sich gar nicht erst an das Töten gewöhnt.
Ganz ohne Längen kommt die Geschichte indes nicht aus, doch das Finale entschädigt für alles. Im Gegensatz zu den Filmen geht es nicht um bombastische Effekte und Explosionen, sondern um psychologische Duelle. Besonders eindringlich wurde beispielsweise Bonds Folter durch Colonel Sun beschrieben.

Abgerundet, beziehungsweise eingeleitet, wird der Roman durch ein Vorwort von Kingsley Amis alias Robert Markham.
Für Fans von Ian Fleming und James Bond absolut empfehlenswert, ebenso wie für all jene die gut geschriebene, authentische Spionageromane zu schätzen wissen.


Sherlock Holmes: Bd. 3: Der Wille des Toten
Sherlock Holmes: Bd. 3: Der Wille des Toten
von George Mann
  Broschiert
Preis: EUR 12,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Klassischer Fall für Sherlock Holmes, toll und authentisch geschrieben, mit ein wenig Steampunk-Atmosphäre, 17. Oktober 2014
Der dritte Band der SHERLOCK HOLMES-Reihe von Panini stammt nicht aus der Feder von Guy Adams, sondern wurde von George Mann verfasst. Dass der sich im viktorianischen London bestens auskennt, hat er bereits mehrfach mit seinen Steampunk-Romanen über das Ermittler-Duo Newbury und Hobbes bewiesen. Für Leser dieser Romane gibt es in dem vorliegenden Sherlock-Holmes-Abenteuer ein besonderes Schmankerl, denn der Scotland Yard-Beamte, der hier an der Seite des berühmten Detektivs ermitteln darf, ist kein Geringerer als Inspektor Bainbridge. Der gehört zum festen Ensemble der Newbury & Hobbes-Fälle. Hier erlebt man ihn allerdings noch in der untergeordneten Funktion als gewöhnlichen Inspektor und als solcher bekommt er es mit zwei wirklich kniffligen Problemen zu tun. Glücklicherweise ist Sherlock Holmes zur Stelle. George Mann trifft den Stil von Sir Arthur Conan Doyle wahrlich famos und es ist eine Freude Holmes und Watson gemeinsam mit Bainbridge ermitteln zu sehen. Vor allem deshalb, weil eben nicht reale und fiktive Berühmtheiten der viktorianischen Epoche herhalten müssen und auch nicht die Welt vor dem drohenden Untergang bewahrt werden muss. Der Leser bekommt einen wunderbar klassischen Kriminalfall präsentiert, lebendig erzählt und mit trockenem Humor gewürzt. Mann schrieb einen Holmes-Roman, wie ihn Fans des Detektivs erwarten, mit allen typischen Zutaten und Charaktereigenschaften des exzentrischen Ermittlers. Watson darf auch kräftig zulangen und spielt eine aktivere Rolle als lediglich Stichworte zu geben und den Notizblock zu zücken. Dass er aber zweimal kurz hintereinander auf denselben Trick von Holmes hereinfällt, spricht nicht gerade für ihn. Aber allein durch Watsons Begriffsstutzigkeit wird der Triumph seines Freundes nur umso eindrucksvoller. Für die nötige Prise Mystery sorgt der Fall der Eisenmänner, dessen Lösung aber relativ vorhersehbar ist.
Mit knapp 250 Seiten und einer recht großen Schrift ist der Roman schnell gelesen. Zum Glück gibt es als Bonus eine Kurzgeschichte aus dem Casebook von Newbury und Hobbes, in der Newbury seinem alten Freund Bainbridge von einem wirklich unglaublichen Fall erzählt. Sehr originell und ein echtes Lesevergnügen.


Das Haus der sieben Giebel
Das Haus der sieben Giebel
Preis: EUR 6,99

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Gefühlvoll erzählte und sorgfältig inszenierte Schauermär, 13. Oktober 2014
Rezension bezieht sich auf: Das Haus der sieben Giebel (Audio CD)
Verfasser der Geschichte „Das Haus der sieben Giebel“ („House of the Seven Gables“) aus dem Jahr 1851 ist Nathaniel Hawthorne, der auch die Erzählung schrieb, auf der Folge 62 „Rappaccinis Tochter“ basiert. Der amerikanische Schriftsteller Hawthorne ist nicht nur selbst in der geschichtsträchtigen Stadt Salem geboren worden, einer seiner Vorfahren war sogar als Richter an den dortigen Hexenprozessen beteiligt, die durch Arthur Millers Bühnenstück „Hexenjagd“ bekannt wurden und zu den wenigen belegten Auswirkungen der Inquisition in der neuen Welt gehören. Hawthornes Interesse an der Welt des Übernatürlichen scheint ihm also in die Wiege gelegt worden zu sein. Vielleicht war es ihm deshalb vergönnt, im Jahr 1840 selbst einen Geist zu Gesicht zu bekommen, nachzulesen in „The Ghost of Doctor Harris“, einer Erzählung die posthum veröffentlicht wurde. Angeblich ist Hawthorne selbst als Geist zurückgekehrt und seinem Sohn Julian erschienen, der ebenfalls einige Gespenster-Geschichten zu Papier brachte (Haining, Peter: Das grosse Gespensterlexikon, 1996).

Die Story des vorliegenden Hörspiels handelt ebenfalls von Hexerei und alten Familienflüchen, wird jedoch manchmal ein wenig konstruiert und vor allem am Ende auch sehr hastig erzählt, was vermutlich dem Umstand geschuldet ist, dass „Das Haus der sieben Giebel“ eigentlich ein kompletter Roman ist. Trotzdem ist es natürlich schön, die Hörspiel- und Theaterlegende Dagmar von Kurmin wieder in einer Hauptrolle hören zu dürfen, immerhin ist die Schauspielerin von der ersten Titania-Stunde an mit von der Partie. Mit Helmut Winkelmann und Horst Naumann sind zwei weitere Hörspiel-Urgesteine dabei. Weitere bemerkenswerte DarstellerInnen dieses Hörspiels sind Janina Sachau, Sascha Wussow und Jacques Breuer. Lutz Reichert, der in der neuen SHERLOCK HOLMES-Folge „Das Rätsel von Boscombe Valley“ als Inspektor Lestrade seinen Einstand gibt, ist hier als einfältiger Diener Scipio zu hören.

Dramaturgisch wird sich bei den Stereotypen des Subgenres bedient, wie beispielsweise der Musik aus dem Nichts, dem unheimlichen Porträt des Urahns und dem alten Familienfluch. „Das Haus der sieben Giebel“ ist kein Highlight der Reihe, gewiss aber ein stimmungsvolles, unterhaltsames Hörspiel, ideal für stürmische Herbstnächte.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Oct 14, 2014 8:04 PM MEST


Zimmer 13
Zimmer 13
Preis: EUR 6,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Exzellent pointierte Vertonung einer klassischen Gespenster-Geschichte aus der Feder des britischen Autors M. R. James, 13. Oktober 2014
Rezension bezieht sich auf: Zimmer 13 (Audio CD)
Nach Folge 71 „Der Eschenbaum“ ist dies das zweite Hörspiel aus der Reihe GRUSELKABINETT, das nach einer Geschichte des englischen Schriftstellers M. R. James entstand. In der Story zu „Zimmer 13“ frönte James seiner Affinität für alte Bücher und Handschriften. Die Schriftstellerei betrieb er zudem nur nebenbei, obwohl er mittlerweile zu den bedeutendsten britischen Autoren von unheimlichen Geschichten zählt. Diese verfasste er ursprünglich für die Weihnachtsfeiern an der Universität von Cambridge, wo er studierte und später auch als Wissenschaftler und Dozent tätig war. Insgesamt hat James mehr als 30 Gespenster-Geschichten geschrieben. Auffallend dabei ist, dass seine Geister keine Witzfiguren waren, sondern äußerst bösartig dargestellt wurden. Das darf auch der Hörer der vorliegenden Episode feststellen, die zwar unspektakulär beginnt, aber einige sehr unheimliche und gruselige Szenen in petto hat. Schauerlich, wie Victor Anderson an der gegenüberliegenden Hauswand die bizarren Schattenspiele seines „Nachbarn“ missdeutet, obwohl der Hörer längst ahnt woher der gespenstische Wind weht.

Die kleine Vorgeschichte in der sich Victor mit seinem Cousin unterhält und diesem quasi stellvertretend für den eigentlichen Zuhörer sein Erlebnis mit dem titelgebenden „Zimmer 13“ berichtet, ist eigentlich nur schmückendes Beiwerk. Die eigentliche Geschichte kommt mit gerade einmal sechs SprecherInnen aus, von denen natürlich Christian Stark in der Hauptrolle besonders hervorgehoben werden muss. Unterlegt wird die klassische Geistergeschichte mit düsteren Klavierklängen, und der Hörer sollte sich gut überlegen wie und wann er sich das Hörspiel zu Gemüte führt. Am helllichten Tag, bei der Hausarbeit oder gar während der Autofahrt wird sich vermutlich nicht dasselbe beklemmende Gefühl unheimlicher Bedrohung einstellen, wie im Dunkel der Nacht, in einem vom Kerzenschein erleuchteten Raum.

Mit knapp 50 Minuten Laufzeit gehört „Zimmer 13“ überdies zu den kürzeren Folgen. Die nächste Vertonung einer Geistergeschichte aus der Feder von M. R. James ist bereits für Folge 101 im Frühjahr 2015 angekündigt.


Sherlock Holmes, Folge 15: Das Rätsel Von Boscombe Valley
Sherlock Holmes, Folge 15: Das Rätsel Von Boscombe Valley
Preis: EUR 6,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Kongeniale Vertonung einer der schönsten und einfallsreichsten Fälle aus der Feder von Sir Arthur Conan Doyle, 11. Oktober 2014
„Das Rätsel von Boscombe Valley“ gehört zu meinen Lieblingsfällen von Sherlock Holmes, obwohl die Ausgangslage absolut klassisch ist. Detektiv versucht die Unschuld des vermeintlichen Täters zu beweisen. Wie Sir Arthur Conan Doyle die Geschichte aber aufgezogen hat, verlangt Respekt und Sherlock Holmes darf hier wieder einmal beweisen, warum er der größte Detektiv der Welt ist. Allerdings ist der vorliegende Fall auch ein Paradebeispiel dafür, dass der gute Ruf von Holmes nicht nur auf seinen eigenen großartigen Fähigkeiten beruht, sondern zu einem Großteil auch auf der Begriffsstutzigkeit seiner Gefährten Dr. Watson und Inspektor Lestrade. Watson indes ist hier einmal mehr als Stichwortgeber und Erzähler unterwegs, doch darf er sich in der Version von Titania Medien wenigstens ein gelungenes Wortgefecht mit dem dümmlich-naiven Inspektor Lestrade liefern, gespielt von Lutz Reichert, der den wahrlich einfältigen Polizeiinspektor vortrefflich mimt. Der hat in dieser Folge übrigens seinen ersten Auftritt, denn bislang hatte Holmes nur mit den Inspektoren Jones und Abberline zu tun. Durch die Ambitionen alle klassischen Fälle aus der Feder von Sir Arthur Conan Doyle zu vertonen, konnte Marc Gruppe jedoch nicht länger den bekanntesten Inspektor an Holmes' Seite ignorieren. Letzterer wird von Joachim Tennstedt einmal mehr kongenial verkörpert. Watsons Frau Mary hat ebenfalls einen kleinen Cameo-Auftritt zu Beginn des Hörspiels und dies absolut werkgetreu, denn auch im doyleschen Original wird der Fall durch das Gespräch der beiden Eheleute Watson eingeläutet. Der vermeintliche Mörder James McCarthy wird übrigens von Joachim Tennstedts Sohn Julian gespielt, der sich nicht ohne Grund anschickt in die Fußstapfen seines Vaters zu treten. Die Rolle des James McCarthy ist seine zweite Arbeit für Titania Medien und seine erste Rolle bei SHERLOCK HOLMES. Ebenfalls mit dabei sind einmal mehr Helmut Winkelmann, Frank-Otto Schenk, Maximiliane Häcke, Janina Sachau als Mary Watson und natürlich Detlef Bierstedt. Musikalisch geht es dieses Mal ein wenig flotter und düsterer zu, als in der letzten Episode. Insgesamt betrachtet eine wirklich herausragende Folge, in welcher der unterhaltsam und raffiniert inszenierte Fall aus der Feder von Sir Arthur Conan Doyle kongenial vertont wurde.


Abgründe: Thriller
Abgründe: Thriller
Preis: EUR 8,99

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Nicht nur ab- sondern auch tiefgründig, 11. Oktober 2014
Rezension bezieht sich auf: Abgründe: Thriller (Kindle Edition)
„Abgründe“ ist der neue Roman aus der Feder des jungen Schriftstellerinnen-Duos, bestehend aus Nadine d'Arachart und Sarah Wedler, die in den letzten Jahren mit ihren bemerkenswerten Gemeinschaftsprojekten zunehmend für Aufmerksamkeit gesorgt haben. Die Geschichte ist auf den ersten Blick eine typische „Serienkiller vs. Antiheld“-Story, die sich aber vor allen Dingen durch die intensive Charakterdarstellung der Figuren auszeichnet. Dabei wechseln die Autorinnen kapitelweise gerne die Perspektive, so dass man nicht nur dem Ermittler über die imaginäre Schulter schauen darf, sondern auch dem Killer. Der geht zwar durchaus brutal zu Werke, aber nicht übertrieben blutig. Den Autorinnen geht es vielmehr um die Angst seiner Opfer, die für den Leser spürbar nachvollziehbar ist. Der Schauplatz des amerikanischen Küstenstädtchens ist dagegen fast austauschbar. Die Geschichte könnte genauso gut hier in Deutschland spielen, denn mit landschaftlichen Beschreibungen halten sich die Autorinnen vornehm zurück. Die Umgebung wird beschrieben, wenn für die jeweilige Szene von Bedeutung, ansonsten geht es um die Charaktere und ihre Beziehung zueinander, ob nun im Guten oder im Schlechten. Bei dem Dialog zwischen Ethan Hayes und dem Psychotherapeuten eines der Opfer beweisen Nadine d'Arachart und Sarah Wedler Geschick, Einfühlungsvermögen und Fachwissen. Die obligatorische Lovestory darf natürlich nicht fehlen, driftet aber nicht ins Kitschige ab und gewinnt vor allen Dingen im fulminanten Finale rasant an Bedeutung. Dort werden Leser und Ermittler nämlich mit starkem Tobak konfrontiert, obwohl der gute Hayes hier wirklich auf dem Schlauch steht, verständlicherweise. Bei dem Roman „Abgründe“ kommen Leser von Andreas Franz und Marina Heib auf ihre Kosten.


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