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Ich kenne dich aus meinen Träumen: Roman
Ich kenne dich aus meinen Träumen: Roman
von Clélie Avit
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,99

4.0 von 5 Sternen Originelle, romantische Liebesgeschichte, 20. Juni 2016
Es gibt kaum etwas, dass ich so beängstigend finde, wie die Vorstellung im Koma zu liegen, alles um sich herum wahrzunehmen, aber sich nicht verständigen zu können. Genau in dieser Lage befindet sich die Protagonisten Elsa. Nach Monaten im Koma erwacht ihr Geist und sie hört wie die Ärzte und ihre Eltern darüber reden, ihre Geräte abzuschalten. Damit schafft Clelie Avit eine unglaublich spannende Ausgangssituation, die auf mich sofort eine unglaubliche Faszination ausübte.

Neben dem Hauptstrang, in dem es um die Annäherung von Elsa und Thibault geht, gibt es auch noch zwei Nebenhandlungen, die die Geschichte einerseits auflockern (Thibaults beste Freunde möchten ihn als Taufpaten für ihre kleine Tochter. Dafür muss er allerdings noch einige Tests überstehen.), andererseits noch mehr Tiefe verleihen (Thibaults Bruder liegt im gleichen Krankenhaus wie Elsa).

Obwohl dieser Roman mit seinen rund 250 Seiten ziemlich kurz ist und man ihm deshalb unterstellen könnte, nur an der Oberfläche zu kratzen, kann ich dies ganz und gar nicht bestätigen. Mit viel Feingefühl, Authentizität, aber auch einer guten Prise Selbstironie lässt die Autorin ihre Protagonisten zu Wort kommen. Man spürt ihre Verzweiflung, die Ausweglosigkeit ihrer Situation, zugleich aber auch ihre Hoffnung, dass Thibault – ein Fremder, der sich zufällig in ihr Krankenzimmer verirrt – spürt, dass Elsa noch da ist.

Die Kapitel wechseln regelmäßig zwischen Thibaults und Elsas Perspektive, was dem Leser nicht nur Abwechslung bietet, sondern vor allem ein Einfühlen in die Charaktere ermöglicht. Zu Elsa hatte ich sofort einen Zugang. Ich mochte ihre Stärke, ihre Selbstironie und wie sie die Menschen in ihrer Umgebung analysierte ohne sie sehen zu können. Thibault ist zwar auch ein sympathischer Charakter, war mir aber stellenweise zu perfekt. Gerade in der Nebenhandlung mit seinem besten Freund und dessen kleiner Tochter war mir das alles ein bisschen too much: ein Mann, der bisher zu Babys keinen Bezug hatte, kümmert sich aufopferungsvoll und mit allen Schikanen ganz allein um ein Baby? Das war für meinen Geschmack etwas unglaubwürdig. In der Beziehung zu seinem Bruder und zu Elsa fand ich Thibault allerdings authentisch und sympathisch.

Das Ende des Romans ist ziemlich offen, was mir persönlich besser gefällt als ein super romantisches happy love Ende. Ich fand es daher sehr gelungen. Außerdem hat mich der insgesamt eher melancholische und ruhige Ton der Geschichte sehr angesprochen.

Mein Fazit:
„Ich kenne dich aus meinen Träumen“ ist eine originelle und bewegende Geschichte, in der es weniger um große Gefühle als vielmehr um Hoffnung, Willensstärke und eine nahezu übersinnliche Verbindung zwischen zwei Menschen geht. Damit sind diese 250 Seiten ein schönes Buch für zwischendurch, das ich jedem Leser, der eine positive und hoffnungsvolle Geschichte lesen möchte, empfehlen kann.


Blauschmuck
Blauschmuck
von Katharina Winkler
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 18,95

5.0 von 5 Sternen Wie ein Bad in eiskaltem Wasser…, 20. Juni 2016
Rezension bezieht sich auf: Blauschmuck (Gebundene Ausgabe)
Ich wurde gewarnt vor diesem Buch. Mehrfach. Es sei wirklich hart und schwer zu verdauen. Ich fand den Klappentext aber so ansprechend und dachte „So schlimm wird es ja nun nicht sein. Solange niemand niedergemetzelt wird, halte ich das gut aus.“ Nun, so viel ist klar: Eine Geschichte kann auch fast unerträglich brutal sein, wenn niemand niedergemetzelt wird. Denn in „Blauschmuck“ wird niemand im eigentlichen Sinne auf bestialische Weise ermordert, sondern vielmehr über mehrere Jahre auf schier unglaublich brutale Art und Weise gequält. Erzählt wird die Geschichte eines kurdischen Mädchens, dass auf eigenen Wunsch früh heiratet und damit ungeahnt einen Pakt mit dem Teufel schließt.

Katharina Winklers Schreibstil ist außergewöhnlich distanziert und nüchtern, was absolut zum Erzählten passt. Noch nie habe ich erlebt, dass kurze Sätze eine derart immense Aussagekraft innehaben können. Anstatt die körperlichen und seelischen Schandtaten ausschweifend im Detail zu beschreiben, werden sie in wenigen kurzen Sätzen abgehandelt. Und trotz dieser Konzentration auf die wesentlichen Informationen und dem Verzicht auf jegliche detaillierte Beschreibungen der Schandtaten des Ehemannes musste ich dieses Buch so manches Mal zur Seite legen, um das Gelesene zu verarbeiten.

Aber es sind nicht nur die Gewalttaten, die mir so zu schaffen gemacht haben, sondern auch die Haltung der Protagonistin, des Opfers. Sie wächst in einem kurdischen Dorf auf, in dem Gewalt der Ehemänner an ihren Frauen zum Alltag gehört und Frauen, die unversehrt sind, ausgestoßen werden. Filiz lechzt nach Zuneigung, Anerkennung und Aufmerksamkeit. Und durch die Gewalt ihres Mannes bekommt sie zumindest letzteres, weshalb sie seine Gräultaten stillschweigend erträgt.

Auch eine Woche nach Beendigung der Lektüre kann ich kaum glauben, dass Katharina Winkler hier eine wahre Geschichte erzählt. Dass es häusliche Gewalt in mehr Familien gibt als man denkt, ist hinlänglich bekannt. Dass dieses Thema in anderen Kulturkreisen noch häufiger präsent ist als in Deutschland, ist auch nichts Neues. Aber dass es Menschen gibt, die vorgeben ihre Ehefrau zu lieben, diese auf derart brutale Art und Weise körperlich und seelisch missbrauchen, hat mich wirklich geschockt. Ich möchte es einfach nicht wahrhaben, dass eine reale Person diese Qualen erleiden musste. Und dass sie vermutlich nicht die Einzige ist, der dies wiederfährt. Ich möchte gern weiter in einer Welt leben, in der es so etwas nicht gibt. Das geht nun nicht mehr. Und allein deshalb werde ich „Blauschmuck“ mein Leben lang nicht mehr vergessen. Außerdem ist Katharina Winklers Erzählstil wirklich brilliant und auch deshalb hat es sich gelohnt, sich auf diesen Roman einzulassen.

Mein Fazit:
„Blauschmuck“ zu lesen ist wie ein Bad in eiskaltem Wasser: Man ist schockiert, ringt nach Luft und ist froh, wenn man es hinter sich hat. Trotzdem kann ich dieses Buch nur jedem empfehlen, weil es eine Geschichte erzählt, die auf so wenigen Seiten mit so wenigen Worte eine Intensität hat, derer man sich nicht entziehen kann. Man muss Einiges aushalten, aber auch wenn es weh tut: das Bad im kalten Wasser lohnt sich. Denn danach weiß man seine 38 Grad warme Badewanne wieder zu schätzen.


Der Tag, als wir die Erde drehten
Der Tag, als wir die Erde drehten
von Valérie Tong Cuong
  Broschiert
Preis: EUR 10,00

5.0 von 5 Sternen Originelle Geschichte über die Zufälle des Lebens, 20. Juni 2016
Es gibt kaum etwas, dass ich so beängstigend finde, wie die Vorstellung im Koma zu liegen, alles um sich herum wahrzunehmen, aber sich nicht verständigen zu können. Genau in dieser Lage befindet sich die Protagonisten Elsa. Nach Monaten im Koma erwacht ihr Geist und sie hört wie die Ärzte und ihre Eltern darüber reden, ihre Geräte abzuschalten. Damit schafft Clelie Avit eine unglaublich spannende Ausgangssituation, die auf mich sofort eine unglaubliche Faszination ausübte.

Neben dem Hauptstrang, in dem es um die Annäherung von Elsa und Thibault geht, gibt es auch noch zwei Nebenhandlungen, die die Geschichte einerseits auflockern (Thibaults beste Freunde möchten ihn als Taufpaten für ihre kleine Tochter. Dafür muss er allerdings noch einige Tests überstehen.), andererseits noch mehr Tiefe verleihen (Thibaults Bruder liegt im gleichen Krankenhaus wie Elsa).

Obwohl dieser Roman mit seinen rund 250 Seiten ziemlich kurz ist und man ihm deshalb unterstellen könnte, nur an der Oberfläche zu kratzen, kann ich dies ganz und gar nicht bestätigen. Mit viel Feingefühl, Authentizität, aber auch einer guten Prise Selbstironie lässt die Autorin ihre Protagonisten zu Wort kommen. Man spürt ihre Verzweiflung, die Ausweglosigkeit ihrer Situation, zugleich aber auch ihre Hoffnung, dass Thibault – ein Fremder, der sich zufällig in ihr Krankenzimmer verirrt – spürt, dass Elsa noch da ist.

Die Kapitel wechseln regelmäßig zwischen Thibaults und Elsas Perspektive, was dem Leser nicht nur Abwechslung bietet, sondern vor allem ein Einfühlen in die Charaktere ermöglicht. Zu Elsa hatte ich sofort einen Zugang. Ich mochte ihre Stärke, ihre Selbstironie und wie sie die Menschen in ihrer Umgebung analysierte ohne sie sehen zu können. Thibault ist zwar auch ein sympathischer Charakter, war mir aber stellenweise zu perfekt. Gerade in der Nebenhandlung mit seinem besten Freund und dessen kleiner Tochter war mir das alles ein bisschen too much: ein Mann, der bisher zu Babys keinen Bezug hatte, kümmert sich aufopferungsvoll und mit allen Schikanen ganz allein um ein Baby? Das war für meinen Geschmack etwas unglaubwürdig. In der Beziehung zu seinem Bruder und zu Elsa fand ich Thibault allerdings authentisch und sympathisch.
Das Ende des Romans ist ziemlich offen, was mir persönlich besser gefällt als ein super romantisches happy love Ende. Ich fand es daher sehr gelungen. Außerdem hat mich der insgesamt eher melancholische und ruhige Ton der Geschichte sehr angesprochen.

Mein Fazit:
„Ich kenne dich aus meinen Träumen“ ist eine originelle und bewegende Geschichte, in der es weniger um große Gefühle als vielmehr um Hoffnung, Willensstärke und eine nahezu übersinnliche Verbindung zwischen zwei Menschen geht. Damit sind diese 250 Seiten ein schönes Buch für zwischendurch, das ich jedem Leser, der eine positive und hoffnungsvolle Geschichte lesen möchte, empfehlen kann.


Wie Sommer auf unserer Haut: Roman
Wie Sommer auf unserer Haut: Roman
von Sophie Miller
  Broschiert
Preis: EUR 9,99

3.0 von 5 Sternen Nette Story, der es aber an Tiefe mangelt, 20. Juni 2016
Als Liebesroman-Fan habe ich schon wirklich viele Geschichten gelesen, von denen sich letztlich doch die meisten Plots ähneln. Deshalb hat mich der Klappentext von „Wie Sommer auf unserer Haut“ neugierig gemacht, da man hier mal eine etwas andere Ausgangssituation vorfindet, nämlich eine Anziehung zwischen älterer Frau und jungem Mann.

Der Schreibstil der Autorin ist angenehm flüssig. Man kann diesen Roman locker an einem Abend lesen. Sie verzichtet auf eine blumige Sprache, was aber leider auch viele standardisierte Ausdrücke mit sich bringt. Ich habe oftmals beim Lesen gedacht, diesen oder jenen Satz so schon woanders gelesen zu haben. Erzählt wird die Geschichte aus der 3. Person, was ich sehr angenehm fand, weil diese eine Abwechslung zur inflationär gebrauchten Ich-Perspektive in Liebesromanen bietet.
Gleich zu Beginn hatte ich Schwierigkeiten mit der Geschichte, da für meinen Geschmack alles viel zu schnell passierte und damit sehr unrealistisch wirkte. Eine Frau Mitte 40 trifft auf den Sohn ihrer besten Freundin. Dieser baggert sie an, sie denkt kurz „Aber ich kann doch nicht!“, lässt sich schließlich (trotz Beziehung) doch darauf ein und 10 Seiten später ist es die große Liebe. Das ging mir alles viel zu schnell. Ich hätte viel lieber etwas über Katrins Gewissensbisse, Abwägungen oder von mir aus auch Gelüste gelesen als nur die Abhandlung der Fakten. Gerade weil Katrin als kluge, weltoffene Karrierefrau beschrieben wird, passte diese „Kopflosigkeit“ nicht zu ihr. Und Cameron: Nun ja, er wirkt zu Beginn eher wie der junge Toyboy, der natürlich wahnsinnig gut aussieht und der beste Liebhaber ever ist.

Davon mal abgesehen, fand ich den weiteren Verlauf der Geschichte gar nicht schlecht. Eine dramatische Wendung führt dazu, dass sich beide klar werden müssen, ob ihre Beziehung trotz aller Widrigkeiten bestehen kann. Dieser Teil hat mir gut gefallen. Das Ende wiederum ist vorhersehbar und hat mich nicht wirklich berührt.

Insgesamt fehlte von vorne bis hinten die Tiefe. Die Geschichte um die Beziehung von Cameron und Katrin bleibt immer an der Oberfläche. Selbst ausufernde erotische Szenen sucht man hier vergeblich. Es sind doch eher Schilderungen wie „Sie liebten sich die ganze Nacht.“ Kennen wir ja alle…

Mein Fazit: „Wie Sommer auf unserer Haut“ ist ein kurzweiliger Liebesroman, der mit den Sehnsüchten der Frauen mittleren Alters spielt. Er ist vermutlich für diese Leserschaft eine gute Unterhaltung, mir persönlich hat die Authentizität bei den Charakteren und ihren Verhaltensweisen gefehlt, weshalb diese Geschichte für mich in die Kategorie „Kann man lesen, muss man aber nicht.“ gehört.


Und ein ganzes Jahr: Teil 2
Und ein ganzes Jahr: Teil 2
von Gayle Forman
  Broschiert
Preis: EUR 14,99

2.0 von 5 Sternen Interessanter Protagonist, aber zu viele Längen, 20. Juni 2016
Rezension bezieht sich auf: Und ein ganzes Jahr: Teil 2 (Broschiert)
Nachdem Gayle Forman in „Nur ein Tag“ einen echt gemeinen Cliffhanger eingebaut hat, blieb mir quasi gar nichts anderes übrig als zu „Und ein ganzes Jahr“ zu greifen. Eigentlich scheue ich mich immer vor solchen Fortsetzungsromanen, da oftmals nur die gleiche Geschichte aus einer anderen Perspektive erzählt wird. Dies kann man Gayle Forman allerdings nicht vorwerfen. Während „Nur ein Tag“ tatsächlich zum Großteil nur einen Tag aus Allysons Sicht schildert, kommt in „Und ein ganzes Jahr“ Willem zu Wort, der allerdings im Wesentlichen von seinem Jahr nach diesem einen Tag erzählt. Soweit so gut.
Zu Beginn war ich deshalb wirklich angetan von diesem zweiten Band, zumal mir Willem wesentlich sympathischer war als die naive Allyson. Außerdem wurden recht bald einige Fragen, die nach dem Lesen des ersten Bandes noch offen waren, geklärt. Aber dann… Dann kam Willems Reise nach Indien. Und ab diesem Zeitpunkt war ich nur noch gelangweilt. Es passierte nichts wirklich wichtiges mehr und trotzdem habe ich danach noch ca. 150 Seiten gelesen, weil ich natürlich wissen wollte, wie und ob es mit Willem und Allyson weitergeht. Das war es schließlich, was ich mir von diesem Buch erhofft habe. Bekommen habe ich aber einen Reisebericht plus Familiengeschichte und lediglich ganz am Ende (auf unglaublichen 1,5 Seiten!) erfährt man in Mini-Ansätzen etwas darüber wie es mit beiden weitergeht. Was für eine Enttäuschung!
Zwar gibt es wohl ein E-Short, in dem dann auf rund 30 Seiten genau dieses Thema nochmals aufgegriffen wird, aber ich frage mich: Warum? Warum hat man den Roman durch langweilige Reiseberichte und Schauspielszenen-Rezitationen künstlich in die Länge gezogen? Die Geschichte hätte gut 100 Seiten kürzer sein können und dafür hätte man den Inhalt des E-Shorts noch mit aufnehmen können. Das Konzept dieses Romans erschließt sich mir einfach nicht.

Mein Fazit: Für mich war der zweite Teil des Roman-Duos trotz einem interessanten Protagonisten eine große Enttäuschung, weil mich die Geschichte im Wesentlichen nur gelangweilt hat und genau die Informationen, die ich mir erhofft habe, auf sage und schreibe 1,5 Seiten abgehandelt werden. Schade!


Romeo und Romy: Roman (insel taschenbuch)
Romeo und Romy: Roman (insel taschenbuch)
von Andreas Izquierdo
  Broschiert
Preis: EUR 14,99

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Belanglose und vorhersehbare Story, 20. Juni 2016
Bei diesem Roman hätte ich von Anfang an auf mein Bauchgefühl hören sollen. Der Klappentext hatte mich nicht wirklich angesprochen, Titel und Cover hingegen schon. Außerdem hatte ich bisher so viel Gutes von Andreas Izquierdos Romanen gehört, so auch von seinem neuesten „Romeo & Romy“, weshalb ich einfach nicht widerstehen konnte.

Nach den ersten Seiten war ich noch frohen Mutes, dass ich den Zugang zur Geschichte schon noch finden werde. Alles begann sehr langsam und irgendwie schwerfällig. Scheinbare Belanglosigkeiten werden lang und breit beschrieben und die Charaktere waren so sehr überzeichnet, dass sie auf mich zu konstruiert wirkten. Leider zog sich dieses Muster bis zum Ende des Romans durch. Ich habe mich zwischenzeitlich ungefähr 100 Mal gefragt, ob Andreas Izquierdo das alles ernst meint oder das eine bitterböse Satire ist. Da ich nach ewig langen knapp 500 Seiten zu dem Schluss komme, dass dies wohl keine Satire ist, weiß ich wirklich nicht, was diese Geschichte eigentlich ist. Es ist keine Liebesgeschichte wie der Titel vermuten lässt, vielmehr ist es eine Geschichte über eine Dorfgemeinschaft und deren Bewohner. Der Klappentext macht zwar deutlich, dass es sich hier um einen Unterhaltungsroman und nicht um eine soziologische Studie des Dorfmilieus handelt, aber diese überspitzte, unauthentische Story konnte mich in keinster Weise unterhalten.

Auch solch eine Geschichte könnte ihren Reiz haben, wenn sie doch wenigstens authentisch wäre. Aber diese hier trieft nur so vor Klischees und überspitzt schrulligen Charakteren, die mich bis auf wenige einfach nur genervt haben. Allen voran die Protagonisten Romy alias „Täubchen“, die in Naivität kaum zu übertreffen ist und ein Frauenbild verkörpert, das übel aufstößt, wenn man bedenkt, dass dieser Roman aus der Feder eines Mannes stammt. Ich bin ganz bestimmt keine Emanze, aber in diesem Roman sind die Geschlechterrollen derart stereotyp – da wird es einem manchmal wirklich übel.

Der Schreibstil des Autors ist an sich durchaus angenehm und durch lange Sätze auch etwas anspruchsvoll. Würde er sich nicht mit unzähligen Beschreibungen belangloser Sachverhalte aufhalten, könnte man daran durchaus Geschmack finden.

Bis zuletzt habe ich bei dieser Geschichte noch auf eine Wendung oder doch zumindest ein überraschendes Ende gehofft – Fehlanzeige. Das Ende war okay, aber eben vorhersehbar und nichts besonderes.

Mein Fazit: „Romeo & Romy“ bietet Stoff für eine originelle Geschichte, die allerdings an Banalität kaum zu übertreffen ist. 300 Seiten weniger und dafür etwas mehr Feingefühl für die Charaktere hätten diesem Roman gut getan. Ich kann diesen Roman nicht weiterempfehlen, da er mich erst gelangweilt und dann nur noch aufgeregt hat.


A wie B und C
A wie B und C
von Alexandra Kleeman
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 21,90

2.0 von 5 Sternen Sciene Fiction? Leider so gar nicht mein Fall., 20. Juni 2016
Rezension bezieht sich auf: A wie B und C (Gebundene Ausgabe)
Bei dieser Rezension muss ich gleich mit der Tür ins Haus fallen. Was habe ich mich durch dieses Buch gequält. Fast 2 Wochen habe ich an 300 Seiten gelesen, aber aufgeben kam auch nicht in Frage. Die Hoffnung stirbt schließlich zuletzt.

Obwohl ich den Einstieg vor allem aufgrund der klugen Sprache sehr gelungen fand, war mir schon nach wenigen Seiten klar, dass diese Story und ich keine Freunde werden. Weder die Leseprobe noch der Klappentext enthielten einen Hinweis darauf, dass es sich hier eine derart abstruse Geschichte handelt, deren tieferen Sinn sich mir bis zuletzt nicht erschlossen hat.

Laut Klappentext ist dies eine Geschichte über die Obsession perfekt zu sein. In Ansätzen ist dies durchaus der Fall. Die Ich-Erzählerin A ist eine junge Frau, die mit B (weiblich) in einer WG lebt und mit C (männlich) zusammen ist. Sowohl A als auch B haben ein sehr ausgeprägtes Körperbewusstsein, ernähren sich ausschließlich von Orangen und Wassereis und sehen sich zum Verwechseln ähnlich, was A ausgesprochen missfällt. Damit wäre der Plot im Groben schon zusammengefasst. Die Handlung schreitet nur sehr schleichend voran. Die Autorin legt dabei den Fokus auf scheinbar unwichtige Details wie die Beschreibung von Werbespots, dem Schälen einer Orange oder den Aufbau eines Supermarktes.

Dass die Protagonisten statt Namen nur Buchstaben tragen, soll vermutlich eine Verallgemeinerung der Figuren auf die Gesellschaft implizieren, führte bei mir aber nur dazu, dass ich gar keinen Zugang zu ihnen fand.

Es soll sich in dieser Geschichte auch noch hintergründiger Humor finden lassen, so verspricht der Klappentext. Ähm, wo genau? Gelacht oder wenigstens geschmunzelt habe ich exakt null mal. Ich empfand diese generelle Unzufriedenheit der Protagonistin eher deprimierend, so dass der Roman auf mich eher trist und nicht humorvoll wirkte.

Ich lese gerne Geschichten, die sich von der Masse abheben, aber hier wäre meiner Meinung nach weniger mehr gewesen, da diese Geschichte einfach zu abstrus und verwirrend ist. Vielleicht bin ich aber auch einfach trotz aller Bemühungen nicht dahinter gestiegen.

Mein Fazit: Durch diesen Roman musste ich mich durchquälen. Sein Sinn hat sich mir bis zuletzt nicht vollends erschlossen. Auch wenn ich die Idee das Streben nach Perfektion in den Mittelpunkt eines Plots zu rücken, sehr spannend finde, war „A wie B und C“ leider alles andere als das. Die Fokussierung auf scheinbaren Nichtigkeiten zuungunsten der fortschreitenden Handlung hat leider auch dafür gesorgt, dass ich mich recht bald auch nicht mehr an der ausgefeilten Sprache der Autorin erfreuen konnte.


Was ich euch nicht erzählte: Roman
Was ich euch nicht erzählte: Roman
von Celeste Ng
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,90

5.0 von 5 Sternen Beeindruckende Geschichte über die Macht der unausgesprochenen Worte, 20. Juni 2016
Bei diesem Cover und einem ersten Satz, der "Lydia ist tot." lautet, vermutet man hinter den Buchdeckeln zunächst einen Thriller. Wer mit diesen Erwartungen an "Was ich euch nicht erzählte" herangeht, wird vermutlicht enttäuscht werden, denn diese Geschichte ist eher handlungsarm und weit entfernt von einem spannenden Thriller. Spannend ist der Roman aber trotzdem, weil Celeste Ng auf subtile Weise zeigt welche Folgen unausgesprochene Worte haben können.

In ihrem Familienporträt erzählt die Autorin mit leisen Tönen wie eine scheinbar glückliche Familienidylle nach und nach feine Risse bekommt. Dabei werden während des Erzählens immer wieder die Perspektiven gewechselt, was manchmal kurz etwas verwirrend, letztlich aber nach wenigen Sätzen immer gut nachvollziehbar war. Auch gibt es immer wieder Rückblenden, die in die Geschichte nahtlos einfließen und nicht als solche angezeigt sind. Aber auch diesen konnte ich immer gut folgen. Damit beweist Celeste Ng einmal mehr ihr großartiges Erzähltalent. Der auktoriale Erzähler schafft anders als der sonst so inflationär gebrauchte Ich-Erzähler eine Distanz zur Geschichte, die dieser unheimlich gut tut.

Obwohl in diesem Roman Themen wie Harvard, Professoren-Karriere oder der Aufstiege einer Immigranten-Familie eine Rolle spielen, ist "Was ich euch nicht erzählte" frei von Pathos oder Klischees. Es ist keine typische "Wir leben den amerikanischen Traum"-Geschichte, sondern viel mehr ein Gegenentwurf dazu, der vermutlich genau deshalb so authentisch wirkt. Es geht vielmehr um Mitglieder einer Familie, die - jeder für sich - Probleme haben, die sie aber aus Rücksicht auf die anderen nicht aussprechen. Würde nur einer mal sagen, was er wirklich denkt, wäre es nicht so weit gekommen. Aber stattdessen schaukelt sich das Ganze latent immer weiter hoch und gipfelt dann in einer Tragödie. Obwohl es keine höchst dramatischen Szenen gibt und auch recht wenig wörtliche Rede (es geht ja eben um das Unausgesprochene), hat mich diese Geschichte sehr bewegt und emotional berührt.

Es ist fast unmöglich auf gerade einmal 288 Seiten eine derart komplexes, in sich stimmiges und authentisches Familienporträt zu entwerfen und trotzdem gelingt es Celeste Ng meisterlich. Man könnte mutmaßen, dass sie ihren eigenen familiären Hintergrund (es gibt da gewisse Parallelen zur Geschichte) mit in die Geschichte hat einfließen lassen - anders kann ich mir diese schon fast unheimliche Echtheit des Erzählten nicht erklären.

Mein Fazit:

"Was ich euch nicht erzählte" ist ein wahrer Schatz am Bücherhimmel. Celeste Ng erzählt die Geschichte einer scheinbar gewöhnlichen Familie mit subtiler Spannung, brillianten Worten und viel Feingefühl. Ganz klare Leseempfehlung für alle, die Wert auf einen außergewöhnlich brillianten Erzählstil legen und ein Roman suchen, der aus dem Einheitsbrei hervorsticht.


Wolken wegschieben: Roman
Wolken wegschieben: Roman
von Rowan Coleman
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

4.0 von 5 Sternen Unterhaltsame Lektüre mit kleinen Schwächen, 21. Mai 2016
Rezension bezieht sich auf: Wolken wegschieben: Roman (Taschenbuch)
Nachdem ich bisher beide Romane der Autorin gelesen und für absolut großartig befunden habe, war ich sehr gespannt auf Rowan Colemans drittes Buch „Wolken wegschieben“. Cover, Titel und Klappentext klangen vielversprechend, aber der Einstieg in die Geschichte fiel mir unglaublich schwer. Zu Beginn hat mich die Story stark an Bridget Jones erinnert. Ich liebe Bridget Jones, aber ich wollte doch keinen Bridget Jones Abklatsch lesen. Die Parallelen waren aber schon sehr stark:

Eine Frau mittleren Alters mit einigen Pfunden zu viel am Körper, mit einem anspruchsvollen Job, die einem Mann hinterher hechelt, der sie nur als Kumpel und nicht als mögliche Liebhaberin wahrnimmt, steht im Zentrum der Geschichte. Diese Frau, Willow, war mir zwar gleich zu Beginn durch ihre liebenswerte und natürliche Art sehr sympathisch, aber der Verlauf konnte mich anfangs einfach nicht packen und ich hatte keine Ahnung in welche Richtung das Ganze geht.

Etwa nach einem Drittel der Geschichte wurde es merklich besser, da der Plot dann von dem Brdget Jones-Muster wesentlich abwich und durch unvorhersehbare Ereignisse mehr und mehr Spannung aufbaute. Das eigentliche Thema, Willows Unzufriedenheit mit ihrem Leben und die Gründe dafür, rückte nun in den Fokus und ab dann war es wieder ein typischer Rowan Coleman Roman, in dem sie ein ernsthaftes Thema mit dem nötigen Feingefühl, aber auch viel Humor um der Geschichte ihre Schwere zu nehmen, verarbeitet.

Obwohl die Thematik durchaus Raum für tiefgreifende Emotionen bietet, haben mir diese an manchen Stellen gefehlt. Gerade dieses Talent Emotionen authentisch und nicht pathetisch zu übermitteln, habe ich bei Rowan Colemans beiden Vorgänger-Romanen hochgelobt und dementsprechend auch hier erwartet. Insgesamt konnte mich die Story zwar gut unterhalten, aber eben nicht so stark zu Tränen rühren wie ich es bisher von der Autorin gewohnt war.

Das Ende des Romans ist allerdings wieder typisch im bisherigen Stil der Autorin: Es lässt den Leser zufrieden das Buch zuklappen ohne vor Kitsch zu triefen. Einfach wunderschön!

Mein Fazit: „Wolken wegschieben“ ist ein unterhaltsamer Frauenroman, in dem Rowan Coleman wieder durch ihren angenehmen Schreibstil, viel Humor und einen spannenden Verlauf überzeugt. Durch den etwas platten Beginn und den insgesamt etwas weniger tiefgängigen Plot hat er mich nicht ganz so berührt wie ihre beiden Vorgängerromane. Trotzdem habe ich die Geschichte von Willow gerne gelesen und bin sicher, dass sie allen Fans von Rowan Coleman gefallen wird.


180 Grad Meer: Roman
180 Grad Meer: Roman
von Sarah Kuttner
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 18,99

5.0 von 5 Sternen Meer Authentizität geht nicht!, 18. Mai 2016
Rezension bezieht sich auf: 180 Grad Meer: Roman (Gebundene Ausgabe)
Ich gebe zu: Ich war skeptisch. Obwohl ich schon zwei Bücher der Autorin gelesen habe, die mir beide gut gefallen haben, war ich skeptisch, was mich bei „180 Grad Meer“ erwartet. Zumal in der Buchbeschreibung von einer „Road-Novel“ die Rede ist und die in der Regel so gar nicht mein Fall sind. Aber zum einen ist dieser Roman nun mal von Sarah Kuttner und zum anderen habe ich schon zig Lobeshymnen auf dieses Buch gelesen, also musste ich es einfach lesen.

Bereits nach 2 Seiten war mir eines klar: „180 Grad Meer“ ist definitiv Sarah Kuttners bisheriger schriftstellerischer Höhepunkt. Sofort war ich gebannt von ihrer Art zu Erzählen, die sich für mich nur schwer beschreiben lässt. Einerseits liest man da die freche Berliner Schnauze raus, andererseits gibt es aber auch eine Unmenge an ernsthaften, traurigen und poetischen Sätzen, die ich am liebsten alle konservieren würde. Die Art wie die Autorin eine ernste, oft traurige Geschichte mit Humor an den richtigen Stellen spickt, macht für mich den besonderen Reiz dieses Buches aus.

Es ist keine klassische Road-Novel im Sinne von Abenteuern, die ein Reisender erlebt. Vielmehr ist es die Aufarbeitung einer Familiengeschichte bei der die äußeren Umstände wie Ort und Zeit eher nebensächlich sind. Es geht um innere Zustände, um den Umgang mit Familienmitgliedern und die entscheidende Frage: „Was will ich eigentlich?“

Sarah Kuttners erzählerisches Talent ist dabei das Herzstück dieses Buches. Es ist nicht wie so oft eine sympathische Protagonistin, eine große Liebesromanze oder ein unheimlich spannender Plot, die diese Geschichte so lesenswert machen. Vielmehr erzählt „180 Grad Meer“ eine Geschichte ohne jegliche Übertreibung, deren Ende das wichtigste Merkmal dieses Buches, die Authentizität, nochmal doppelt unterstreicht.

Mein Fazit: In „180 Grad Meer“ verarbeitet Sarah Kuttner ein ernsthaftes Thema, nämlich wie unsere Vergangenheit unsere Gegenwart beeinflusst, in einer tragikomischen Geschichte, die durch eine ehrliche, oft witzige Sprache, kluge Beobachtungen und ambivalente Charaktere besticht. Ein wundervolles, ehrliches Buch, das von der ersten bis zur letzten Seite berührt. Ganz klare Leseempfehlung.


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