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noname

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Sie sehen aber gar nicht gut aus!: Aus dem Leben eines Rettungsassistenten
Sie sehen aber gar nicht gut aus!: Aus dem Leben eines Rettungsassistenten
von Christian Strzoda
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen keine seichte Unterhaltung, 26. Dezember 2012
Ich bin in der Buchhandlung ursprünglich über die Bücher von Jörg Niessen ("Schauen Sie sich mal diese Sauerei an" und den Nachfolger "Die Sauerei geht weiter") gestolpert. Nachdem ich (Aussenstehender ohne jegliche Erfahrungen im Rettungswesen) die Thematik sehr spannend fand, habe ich beide gelesen und direkt danach auch noch das Buch von Christian Strzoda. Eines vorweg: alle drei haben mir gut gefallen, aber auf unterschiedliche Art. Niessen's Geschichten sind eher unterhaltsam, leicht bekömmlich, oft lustig. Bei Strzoda ist die Atmosphäre viel düsterer. Die Sterblichkeitsrate in den Geschichten ist schon enorm. Es werden eben eher Einsätze mit tragischem Hintergrund und/oder Ausgang beschrieben und dabei das Leid der Beteiligten auch sehr plastisch beschrieben. Wer das nicht aushalten kann oder will, einem eingeklemmten Unfallopfer ins Gesicht zu sehen und ihm mitzuteilen, dass er das Auto nicht mehr lebend verlassen wird. Oder wen es zu sehr belastet, mitzuerleben, wie sich jemand das Leben nimmt (und davon gibt es einige Fälle im Buch), der ist hier falsch. Mir hat es trotzdem... nein, genau deswegen gefallen, weil diese Seiten eben auch zum Leben gehören - gerade in diesem Beruf. Und neben all den traurigen gibt's natürlich auch heitere Momente. Besonders gefallen hat mir hier die Anleitung, wie man einen Betrunkenen so "versorgt", dass er einem nicht in den RTW kotzt :-)
Was mich ab und zu ein bißchen gestört hat, war die etwas übetriebene Sprachwahl. Das wirkt teilweise etwas aufgesetzt, tut der Sache aber keinen Abbruch. Von daher: gute 4 Sterne


Kein Titel verfügbar

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen alles in allem EMPFEHLENSWERT, 7. Juni 2012
Hallo,

ich habe mir die Protektorenjacke bestellt, da ich den größtmöglichen Schutz für's Motorradfahren wollte. Als ich den Beipackzettel las, dann gleich eine Enttäuschung: Zitat: Diese Protektoren sind nicht für die Verwendung auf Motorrädern geeignet und zugelassen! (warum wird sie dann bei amazon unter "Motorradschutzbekleidung" gelistet ohne einen Hinweis darauf?) Ich denke, das hat aber eher juristische Gründe, denn meiner Meinung nach ist sie sehr wohl zum Motorradfahren geeignet.
Aber nun zum Produkt selbst: am Material und der Verarbeitungsqualität gibt es nichts auszusetzen. Es wirkt alles dem Preis entsprechend hochwertig. Die Protektoren (Schulter, Oberarm, Ellenbogen, Unterarm, Brust- und Rückenpanzer) sind alle ergonomisch geformt, passen sich gut dem Körper an und sind angenehm gepolstert. Wenn ich die Jacke trage fühle ich mich subjektiv wirklich sehr sicher (objektiv konnte ich es zum Glück noch nicht testen). Durch die vielen Einstellmöglichkeiten (Ärmelweite an Ober und Unteram über dehnbare Riemen, Schulterbreite, Bauchumfang) lässt sich die Jacke gut individuell anpassen und trägt sich sehr angenehm. Aufpassen sollte man aber bei der Größenauswahl. Ich (1,71m - 65kg) hatte die Jacke zuerst in Größe S/M bestellt und müsste sie zurückschicken, da sie zu klein, besser gesagt zu kurz war. Habe nun Größe M und mit entsprechend eng eingestellten Riemen passt diese ganz gut. Als Anhaltspunkt hier einmal die Größentabelle des Beipackzettels (die Angaben sind immer nacheinander die Körpergröße, die Oberkörperlänge (von Schulter bis Taille) und der Taillenumfang jeweils in cm):
Größe XS/S: 150-160 / 36-39 / 70-90
Größe S/M: 160-170 / 37-41 / 75-95
Größe M/L: 170-180 / 41-45 / 80-100
Größe L/XL: 180-190 / 45-47 / 85-105

Wenn es einen Kritikpunkt an der Jacke gibt, dann vielleicht der doch ziemlich hohe Preis. Verglichen mit einer Jacke für 50 Euro ist sie zwar mit Sicherheit in allen Belangen besser, aber ob das gleich den vierfachen Preis rechtfertigt, muss jeder für sich entscheiden.

Fazit: Alles in allem - empfehlenswert.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Aug 20, 2012 6:55 PM MEST


Kochen ist Krieg!: Am Herd mit deutschen Profiköchen
Kochen ist Krieg!: Am Herd mit deutschen Profiköchen
von Gregor Weber
  Gebundene Ausgabe

12 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Helden am Herd, 2. Januar 2010
Eines vorweg: ich habe das Buch nicht bei amazon gekauft sondern zufällig beim Stöbern im Buchladen entdeckt. Kurz hineingeschaut, spontan gekauft und in einem Zug durchgelesen.

zum Inhalt:
Das Buch ist eine Reise durch zehn vollkommen unterschiedliche Profiküchen in Deutschland und gibt damit einen wirklich breit gefächerten Einblick in die tägliche Arbeit der <Helden am Herd>. Die einzige Gemeinsamkeit der verschiedenen Stationen ist, dass alle auf relativ hohem Niveau (ihren jeweiligen Möglichkeiten entsprechend) arbeiten. Wer also Enthüllungsjournalismus a la Günther Wallraff erwartet, bei dem die dunkelsten Geheimnisse aus noch dunkleren Koch-Katakomben ans Licht gebracht werden liegt hier falsch. Ganz bewusst wurde darauf verzichtet, über diejenigen Küchen zu berichten, in denen lieblos, langweilig oder sogar unhygienisch gekocht wird, obwohl diese dem Autor auf seiner Reise zweifelsfrei begegnet sein dürften. Darunter leidet das Buch jedoch nicht - die Abwechslung auf den gut 300 Seiten ergibt sich durch die völlig unterschiedlichen Konzepte der besuchten Küchen (siehe Kapitelbeschreibung).
Hier geht es also nicht ums Krawallmachen, sondern ums Kochen - ums professionelle Kochen. Und darum, dass dies mehr ist, als das, was Otto-Normalkoch mal am Sonntagmittag in der heimischen Küche zusammenbrutzelt. Da geht es um die überlangen Arbeitszeiten (bei nicht überragender Bezahlung), die Hitze in der Küche, die betriebswirtschaftlichen Notwendigkeiten, die manchmal einfach keine großen Sprünge zulassen, die undankbaren Gäste (geliebte Feinde), den rauen Umgangston und den immerwährenden Zeitdruck. Aber es geht auch um Kameradschaft unter Köchen, um die Möglichkeiten, trotz begrenztem Budgets mit frischen, regionalen Produkten zu kochen, um die Faszination, wie raffiniert man Lebensmittel veredeln kann und darum, dass man trotz (oder gerade wegen) aller Strapazen am Ende des Tages glücklich über das Erreichte ist. Weber liebt seinen (neu erlernten) Beruf und das merkt man auch.

Kapitel:
1. lehre
(beschreibt Webers Kochanfänge im Berliner Sterne-Restaurant VAU und gibt wohl am ehesten das wieder, was sich der Normalbürger unter dem Kochalltag in einer Profiküche vorstellt)
2. gastarbeit
(das <Meisterhaus> in Unna ist ein typisches Beispiel für das heutige Bild alteingesessener Pizzerien in Deutschland, ihre Entstehungsgeschichte und die Familien dahinter)
3. auf gefechtsstation
(begleitet die Smuts der Fregatte Mecklenburg-Vorpommern auf der gut einwöchigen Reise zum Großseglertreffen im französichen Rouen)
4. schwarz rot gold
(die alltägliche und aussergewöhnliche Arbeit des Leibkoches des Bundespräsidenten)
5. come together
(die Küche des <Conviva im Blauen Haus> in München versorgt mittags und abends ihr eigenes Restaurant, die angrenzende Theaterkantine, die Küche des Kulturzentrums Gasteig sowie diverse Sonderveranstaltungen und dies alles mit einer Crew, die zu zwei Dritteln aus geistig Behinderten bzw. seelisch labilen Menschen besteht - ein herausragendes Beispiel für soziale Verantwortung und mein persönliches Highlight im Buch)
6. wellems way
(ein Strandrestaurant auf der Insel Amrum - leider fast ohne Erlebnisberichte aus der Küche)
7. draußen
(auch in einem Landgasthof, in diesem Fall in der Uckermark lässt sich anspruchsvoll kochen, wenn man auf die Besonderheiten des Landes und der Leute eingeht)
8. tradition
(als Gastkoch bei einem der traditionsreichsten Events Bremer Kapitäne und Kaufleute, der Schaffermahlzeit)
9. ost!ost!ostberlin
(Einblicke in die Systemgastronomie eines Sportstadions)
10. high end
(ein Drei-Sterne-Restaurant ist sowohl für den Gast als auch den Koch das non-plus-ultra; Gastronomie an der Obergrenze)
11. nachschlag
(das persönliche Resümee des Autors)
12. reservierung
(Anschriften der beschriebenen Restaurants)
13. küchenhilfen
(Danksagung an die Helfer)

zur Form:
Gregor Weber war mir vorher nur als Sohn Stefan der Familie Heinz Becker bekannt. Dort ertrug er mit stoischer Gelassenheit und pointierter, aber nie bösartiger Ironie die Kleinbürgerlichkeit seiner Eltern. Wem diese Rolle gefallen hat, der wird sich auch mit dem Schreibstil des Buches anfreunden. Es ist locker, aber nicht gedankenlos geschrieben und lässt sich sehr angenehm lesen. Die Sprache ist niveauvoll, ohne anstrengend zu werden.

Fazit:
Für einen reinen Erlebnisbericht wäre es sicher ein wenig zu unspannend. Etwas Kochbegeisterung und ein wenig Neugier, auf das, was hinter den Kulissen passiert sollte vorhanden sein. Dann jedoch ist ist es uneingeschränkt empfehlenswert und verdient 5 Sterne.


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