Profil für buji > Rezensionen

Persönliches Profil

Beiträge von buji
Top-Rezensenten Rang: 3.606.894
Hilfreiche Bewertungen: 225

Richtlinien: Erfahren Sie mehr über die Regeln für "Meine Seite@Amazon.de".

Rezensionen verfasst von
buji "buji" (Linz)

Anzeigen:  
Seite: 1 | 2
pixel
Live at the Fillmore East
Live at the Fillmore East
Preis: EUR 9,99

5 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das beste Live-Album aller Zeiten!!!, 10. März 2004
Rezension bezieht sich auf: Live at the Fillmore East (Audio CD)
Ten Years After spielten vom 26. - 28. Februar 3 (drei) Gigs vor jeweils ausverkauftem Haus im Fillmore East. Eröffnet wurden das Konzert am 26. von John Hammond und Zephyr (mit Tommy Bolin) und am 27. und 28. von John Hammond und Doug Kershow. Die Konzerte vom 27. und 28. wurden aufgezeichnet und finden sich jetzt auf der 2001 erschienenen Doppel-CD "Ten Years After live at the Fillmore East". Für mich das beste Live-Album aller Zeiten.
Top Qualität von Live-Act und Sound! TYA war wohl am Zenit.


Stonedhenge
Stonedhenge
Wird angeboten von rockpile19
Preis: EUR 9,90

14 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen psychedelic-acid-trip, 10. März 2004
Rezension bezieht sich auf: Stonedhenge (Audio CD)
Von der 1. Mammut-Welttournee ab 1968 zurück in England erschien im März 1969 das zweite TEN YEARS AFTER - studioalbum "STONEDHENGE", welches wiederum in die US-Charts kam, in U.K. mit der beachtlichen Nummer sechs nur knapp die Top Five verfehlte. Diesmal experimentierte das Quartett zusehends mit eigenem Songmaterial, brachte Einlagen von Acidtrip getragenen, elektronischen Studiosounds und bizarren Klangcollagen (Rocklexikon), laut ALVIN dazu gedacht, die visuelle und physische Komponente zu ersetzen.
Höhepunkte waren der Train-Shuttle "Speed kills" (mit witzigen, quirrligen, ins linke und dann wieder ins rechte Ohrwaschel abgemixte Gitarrensolos), und natürlich auch "Going to try", mit genialen Tempi- und Stimmungswechseln und die Giftlerhymne "No Title".
Ein weiterer Durchbruch gelang den "Königen des weißen Blues" (Pop) auf den Sommer Open Airs. Beim New Port Jazz Festival in Rhode Island war ihre Performance ein beachtlicher Prestigeauftritt, denn normalerweise sind dort nur Jazz-Acts zugelassen. LEE wurde bereits zum zweiten Mal in den britischen Zeitungen zum Gitarrist des Jahres gewählt.
Ich liebe dieses unorthodoxe jazzige Blues-Rock-Album, welches auch mit Top-Sound aufgenommen wurde.


Their First Album
Their First Album
Preis: EUR 8,99

47 von 48 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen even speedfingers habe the blues, 10. März 2004
Rezension bezieht sich auf: Their First Album (Audio CD)
Mit diesem Erstlingswerk begann der Seiltanz auf 6 Saiten! Die Schlüsselfigur von Ten Years After ist der Gitarrist, von dem die Englische Presse schreibt: Seine Finger bewegen sich wie Blitze. Man sieht und hört sieben Gitarren auf einmal und seine Stimme, ob sie nun einen weißen Soulblues stöhnt oder einfach nur gerade heraus singt, passt genau zu seinem Spiel (Melody Maker).
Das transparente, ungekünstelte erste "TEN YEARS AFTER" - Album präsentierte im Oktober 1967 alle Vorzüge dieser Band. Beschwingte Boogietitel, Slow Blues, wie z.B. das zehnminütige "Help me (babe)" des schwarzen Blues-Ausnahmekönners Sonny Boy Williamson, welches von TYA in einer einzigen Studiosession aufgenommen wurde und aufgrund der softig dahinsprudelnden, dumpf hervor gehobenen Power-Bassläufe eines grandiosen Leo Lyons, über die Alvin seine quirligen Gitarrenphantasien legt, eine atmosphärisch-düstere Dunkelheit verbreitet. Es mag vom Text her vielleicht ein wenig sexistisch sein und deshalb feministisch unnachgiebig geprägte Frauen nicht gerade ansprechen, aber wie Alvin dieses machoide "You have to wash, you have to sew, you have to cook, ...... and if you can`t help me babe, I go on the other side of the street and found somebody else" brutal hinaus röhrt, ist schon einsame, Gänsehaut erzeugende Spitzenklasse. Oder das einfühlsame und extrem bluesjazzlastige "I can`t keep from crying, sometimes" oder spritziger Barrelhouse-Jazz. Alles kam so intensiv und heavy und doch irgendwie achselzuckend und einfach easy daher, wie man das bis dahin noch nicht gehört hatte. Alvins Fingerfertigkeiten beeindruckten in ihrer superschnellen und doch sensiblen Virtuosität. Allen wurde bewusst: EVEN SPEEDFINGERS HAVE THE BLUES. Chick Churchills Orgelsolo in "Adventures of a young organ" zeigte Referenzklasse, hatte er doch seinerzeit noch die gleichen Rechte wie der Boss.
Alles in Allem ein Album aus der Ur-Zeit des Rock, als noch niemand recht wusste, wohin er einst gehen würde. Ein Spitzenalbum für Musikfreaks.


Der Minus-Mann. Ein Roman-Bericht
Der Minus-Mann. Ein Roman-Bericht
von Heinz Sobota
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,99

14 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Brutalrealismus pur, 9. November 2000
Ein Alptraum von einem Buch. Die Schattenseite unserer Gesellschaft wird brutal realistisch, ohne Selbstmitleid und Beschönigung offen gelegt. Dazu kommt eine sprachliche Qualität, die man manchem unserer sonstigen berühmten Autoren wünschen würde, die mit ihrer verträumten Kindersprache abseits vom wirklichen Leben viel Geld verdienen und eigentlich nichts bewirken, außer verlorener Zeit. Einige Stellen des Buches, besonders jene, in denen Sobota in seinen Gewaltorgien schwelgt, lesen sich fast wie perfekteste Lyrik. Ein Wortschatz des Bösen, der dich zwischen überwältigender Faszination und Angeekeltheit hin und her schwanken lässt. Letztendlich ist man froh, wenn sich die letzte Zeile verabschiedet hat. Doch irgendwann greift man wieder zu diesem Werk, weil man es niemals vergessen kann. Würde das Gute nur ebenso nach wirken. Man weiß, dieses Wesen, das auch Mensch sein soll, ist irgendwo da draußen, und es sind derer gar nicht so wenige. Wer würde wohl sonst das Internet heute mit den perversen Kinderbildern befriedigen. Doch wir sehen zu, tun nichts und ein jeder von uns hofft, dass dieser Krug an ihm vorüber geht. Und diese Wesen da draußen wagen immer mehr. Denn es ist selten, dass deren Taten einen Richter finden, denn die Opfer schweigen meist und wir haben sie ins Schweigen gedrängt, weil wir nichts davon wissen wollen. Wir Mit-Täter!


Als gäbe es mich nicht
Als gäbe es mich nicht
von Slavenka Drakulić
  Gebundene Ausgabe

12 von 29 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Berührend, 9. August 2000
Rezension bezieht sich auf: Als gäbe es mich nicht (Gebundene Ausgabe)
S.Wehrlos. (Ein Gedicht frei nach dem Buch "Als gäbe es mich nicht" von Slavenka Drakulic. Leider kommt die Versform in der Rezension nicht zur Geltung.)
Die Serben kommen am Morgen über ein wehrloses Dorf. Alle wehrlosen Männer zwischen 12 und 80 werden erschossen. Die wehrlosen Frauen und die wehrlosen Kinder werden in einen wehrlosen Bus gepfercht. Als der wehrlose Bus in einem wehrlosen Waldstück hält, zum Pinkeln, läuft keine dieser Wehrlosen davon, obwohl es ein leichtes gewesen wäre.
In der großen Lagerhalle einer wehrlosen Fabrik werden die wehrlosen Frauen und die wehrlosen Kinder untergebracht. Sie schlafen auf dem nackten Betonboden. Ende März, Anfang April. Draußen liegt Schnee, es ist bitter kalt. Es wird gestritten um den einzigen tropfenden Wasserhahn, trockenes Brot, etwas Salami.
Und es werden wehrlose Geschichten erzählt: vom FRAUENRAUM. Die wehrlosen Geschichten werden immer mehr. S.WEHRLOS hält Distanz. Nichts hören. Nichts sehen. Nichts glauben. Integrität und Würde nicht verlieren. Letzte Erinnerung an ihre frühere, menschlichere Welt.
S.Wehrlos sieht nicht hin, wenn "Soldaten" die wehrlosen Mädchen holen. S.Wehrlos stellt sich vor, wie sie sich wehren wird, wenn sie an der Reihe ist. Lieber sterben, als......
Doch als dann tatsächlich einer auf S.Wehrlos zeigt, steht S.Wehrlos auf und geht still, schweigend und wehrlos hinterher.
Als S.Wehrlos von drei Serben auf einem Tisch vergewaltigt wird, beobachtet S.Wehrlos eine Fliege, die nach einem langen Winter noch ganz benommen, fast wehrlos die Wand in einem Sonnenstrahl auf- und abläuft. S.Wehrlos will überleben, nur überleben. Dies ist nur möglich, wenn S.Wehrlos sich abspaltet, von ihrem wehrlosen Körper.
Irgendwann sieht S.Wehrlos ihre in die Luft gestreckten wehrlosen Beine, dazwischen einen serbischen Männerkopf. Irgendjemand zwingt S.Wehrlos irgendwo wehrlos herausspritzenden Urin zu trinken. Schläge prasseln ohne allzu großen Schmerz. Diese wehrlose Welt ist so fern und doch so nah. Irgendwann wird S.Wehrlos bewusstlos.
S.Wehrlos wacht wieder auf: im Frauenraum. Viele wehrlose Frauen und auch Kinder, 10 und 12 Jahre alt, werden mit ihr gefangen gehalten. In jeder wehrlosen Nacht kommen neue "Soldaten". Die Betrunkenen und die Ganzen Männer sind die Allerschlimmsten. Manch Wehrlose kommt nicht mehr zurück.
Der wehrlose Körper von S.Wehrlos wird zu einem fremden, wehrlosen Gegenstand. Der wehrlose Körper riecht nach dieser Ganzen Männer Schweiß, nach Sperma, Speichel und Urin. S.Wehrlos wäscht sich ständig mit wehrlosem Wasser und wehrloser Seife. Doch ein so fremder, wehrloser Körper stinkt und stinkt.
Eines Tages beginnt S.Wehrlos sich zu schminken. Annehmen einer neuen, falschen Identität. Tausch - Wehrlosigkeit gegen Wehrlosigkeit. Wer verführt, wird nicht vergewaltigt. Neue Logik des Selbstbetrugs. Eine Logik der Wehrlosigkeit, die sogar funktioniert.
S.Wehrlos ist die einzige Universitätsabsolventin im Frauenraum. Der Lagerkommandant braucht eine wehrlose Geliebte. Sie reden, sie essen, sie schauen Fern. Er schläft mit S.Wehrlos. Mit der Zeit übernachtet S.Wehrlos in seinem Bett. Normalität kehrt ein.
S.Wehrlos könnte ihn nachts, wenn er schläft, in seiner Wehrlosigkeit, erschießen. Aber S.Wehrlos tut es nicht, dies würde ihren Tod bedeuten. Und: Sind sie nicht ein wehrloses Liebespaar? Doch vor allem wohl: S.Wehrlos ist gar nicht wehrlos. Denn S.Wehrlos ist ein MENSCH.


Seite: 1 | 2