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Rezensionen verfasst von
Diti (Dortmund, Deutschland)

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Selection
Selection
von Kiera Cass
  Gebundene Ausgabe

4.0 von 5 Sternen Trotz Mängel einfach wahnsinnig unterhaltsam!, 27. Februar 2013
Rezension bezieht sich auf: Selection (Gebundene Ausgabe)
Klappentext:
Die Chance deines Lebens?

35 perfekte Mädchen – und eine von ihnen wird erwählt. Sie wird Prinz Maxon, den Thronfolger des Staates Illeá, heiraten. Für die hübsche America Singer ist das die Chance, aus einer niedrigen Kaste in die oberste Schicht der Gesellschaft aufzusteigen und damit ihre Familie aus der Armut zu befreien.

Doch zu welchem Preis? Will sie vor den Augen des ganzen Landes mit den anderen Mädchen um die Gunst eines Prinzen konkurrieren, den sie gar nicht begehrt? Und will sie auf Aspen verzichten, ihre heimliche große Liebe?

Meine Meinung:
Schon lange habe ich auf das Erscheinen von "Selection" gewartet und war gespannt, was mich erwarten würde. Gefreut habe ich mich auf eine unterhaltsame, an Reality-TV erinnernde Geschichte und habe letztlich auch genau das bekommen!

Die Geschichte, die "Selection" erzählt, erinnert an zahlreiche Reality Datingsshows wie beispielsweise "Der Bachelor" oder "A Shot at Love with Tila Tequila". Auch wenn ich solche Shows nie ernst nehme, muss ich zugeben, dass ich sie gerne gucke. Es macht einfach Spaß dabei zu sein, wenn jemand versucht seine Liebe zu finden. Die Idee, so eine Show in einem Buch zu erzählen, hat mir gut gefallen und Kiera Cass schafft es auch sehr gut den Leser im Bann zu ziehen, so dass ich mich während des gesamten Castingprozess' sehr gut unterhalten gefühlt habe.

Die Protagonistin America Singer ist talentiert, sehr hübsch, bodenständig und damit auch genau die perfekte Charakterin für so ein Buch. Man könnte ihr vorwerfen, dass sie nicht viele Ecken und Kanten hat, aber das hat mich nicht sonderlich gestört, da sie mir stets sympathisch war. Gerade weil America alles, was mit ihrer Teilnahme zusammenhängt, nicht wirklich will, macht es riesen Spaß, sie auf ihrem Weg zu Glanz und Gloria zu begleiten. Die erste Begnung zwischen den Prinzen und America beispielsweise ist einfach nur himmlisch und total unterhaltsam geschrieben.

Ihre Familie hält zusammen und wirkte auch ganz nett, wenn auch von den Charakterzügen nicht besonders innovativ. Da haben wir die ehrgeizige, fordernde Mutter, die lebendigen jüngeren Geschwister und den ruhigen Vater. Americas große Liebe Aspen scheint sehr stolz, leidenschaftlich und gutaussehend. Anders als ich vermutet habe, ist Prinz Maxon lieb, aufrichtig und sozial und war mir sofort sympathisch. Das einzige was ein wenig schade ist, ist dass so viele der Mitbewerberinnen charackter- und gesichtslos bleiben. Bis auf einige wenige Ausnahmen lernt man keine näher kennen.

Kiera Cass hat keinen besonders auffälligen Schreibstil. Die Geschichte ist flüssig geschrieben und liest sich sehr schnell, mehr aber auch nicht. Die einzelnen Schritte des Castingprozess' werden sehr gut beschrieben und wirklich sehr unterhaltsam in Szene gesetzt. Auch wenn man sich in etwa denken kann, worauf die Geschichte hinausläuft, bleibt es spannend und man weiß nicht recht, was als nächstes kommt. Neben dem realistischen Blick in Reality Datingshows, wird auch eine Dreiecksbeziehung erzählt, die ich eigentlich in Bücher weniger mag, hier aber durchaus nett und gut erzählt fand.

Das Problem des Buches ist, dass Kiera Cass sich an einer Mixture von Reality Dating und Dystopie versucht, was sehr interessant sein könnte, hier aber eher misslingt. Gelingt ersteres sehr gut, bleibt die Dystopie trotz halbherziger Versuche auf der Strecke. Ja, da ist das Kastensystem, dass die Menschen in Schichten ihrer Herkunft nach von 1 (beste) bis 8 (schlechteste) einteilt und darüber hinaus wird ein hartes, kaltes und unfaires Gesellschaftsbild entworfen, aber es bleiben einfach viel zu viele Fragen offen und die Welt bleibt noch zu oberflächlich. Zum Glück hat mich das nicht sehr gestört, da ich mir dachte, dass mehr Informationen möglicherweise im nächsten Band der Trilogie folgen. Mit einem Cliffhanger endet dieser Band und macht sehr neugierig, wie die Geschichte weitergeht.

"Selection" hat mich super gut unterhalten und hat einfach riesigen Spaß gemacht! Der Auftakt der Trilogie wird spannend erzählt und liest sich sehr schnell. Enttäuscht könnte man sein, wenn man eine gut erzählte Dystopie erwartet, hier bleiben noch zu viele Fragen offen. Will man aber eine unterhaltsame Datingshow mit schönen Momenten in einer gut gemachten Dreiecksbeziehung, wird man seinen Spaß haben!


Mary, Tansey und die Reise in die Nacht
Mary, Tansey und die Reise in die Nacht
von Roddy Doyle
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 14,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Interessante Idee, leider zu kurz!, 27. Februar 2013
Vine Kundenrezension eines kostenfreien Produkts (Was ist das?)
Klappentext:
Im Moment findet Mary alles gar nicht leicht: Ihre liebe, witzige, wunderbare Großmutter Emer liegt im Sterben. Deshalb hat Mary überhaupt keinen Nerv, sich mit der altmodisch wirkenden Fremden zu unterhalten, die sie eines Tages einfach so anspricht. Doch schnell stellt sich heraus, dass diese Tansey niemand Geringeres als die Mutter von Emer ist – also Marys seit langem tote Urgroßmutter. Als Geist ist sie gekommen, um zusammen mit ihrer sterbenden Tochter sowie Mary und deren Mutter Scarlett ein letztes großes Abenteuer zu erleben. Gesagt – getan! Mit Scarlett am Steuer begeben sich die vier Frauen aus vier Generationen auf eine unvergessliche, letzte gemeinsame Reise in die Nacht ...

Meine Meinung:
Ich muss zugeben, dass ich an "Mary, Tansey und die Reise in die Nacht" hohe Erwartungen hatte. Nicht nur die Rezensionen fielen oft sehr gut aus, sondern auch die Inhaltsangabe hat mich angesprochen. Ich hatte ein trauriges aber dennoch spannendes Buch vorgestellt. Letzlich bin ich ein wenig enttäuscht, und fand es zu kurzweilig.

Das Interessante an "Mary, Tansey und die Reise in die Nacht" ist, dass es aus vier Perspektiven erzählt wird und dabei handelt es sich um vier Generationen von Frauen einer Familie. Zum einen die bereits verstorbene Tansey, die im Sterben liegende Emer, ihre Tochter Scarlett und deren junge Tochter Mary. Das hat mir am Buch sehr gut gefallen und es hat in manchen wenigen Stellen, in denen alle zusammentreffen, einen unbeschreiblichen, magischen Zauber beim Lesen ausgelöst.

Tansey wird als eine sehr pflichtbewusste, glückliche Hausfrau dargestellt, die mit ihrem Leben zufrieden ist, bis sie plötzlich stirbt. Emers Leben prägt sich vor allem dadurch, dass ihre Mutter Tansey in so jungen Jahren gestorben ist und sie dadurch nie eine richtige Mutter hatte. Scarlett, die Emers Tochter ist, führt ein glückliches Leben mit ihrer Familie und ihre junge Tochter Mary ist sehr lebendig, frech und sehr klug für ihr Alter. Alle vier Frauen wirken sympathisch und dem Autor gelingt ein gutes Charakterprofil, besonders jedoch bei Tansey, die älteste und Mary, die jüngste. Aufgrund der relativ geringen Seitenanzahl (240 Seiten) gibt es im Buch bis auf diese vier Frauen keine besonders nennenswerten weiteren Charaktere.

Es ist wirklich erstaunlich, wie gut der (männliche) Autor Roddy Doyle es schafft aus der Sicht von Frauen zu schreiben und dann auch noch in vier Generationen. Gut gefiel mir, dass er nicht für alle Generationen gleich geschrieben hat und bei Mary beispielsweise einen eher kindlichen Schreibstil angewendet hat, was zwar vielleicht im Lesefluss stören kann, aber passt. Durch die große Schrift und die kurzen Kapiteln liest sich das Buch zudem sehr schnell. Insgesamt gefällt mir der Schreibstil des Autors sehr gut. Es werden einige witzig oder auch mal schöne, vor allem bildhafte Metaphern und Vergleiche benutzt. Außerdem sind vor allem die Dialoge zwischen Mutter Scarlett und Tochter Mary sehr witzig und unterhaltsam geschrieben.

Um Tiefe bei den Charakteren zu schaffen und das Leben von Tansey, Emer und Scarlett nachzustellen, arbeitet Roddy Doyle häufig mit Rückblenden und Anekdoten aus der Kindheit dieser. Diese sind leider nicht immer spannend, so dass es beim lesen manchmal zäh wurde und ich mich richtig konzentrieren musste, um nicht schnell abgelenkt zu werden. Auch kommt das Abenteuer, wovon im Klappentext geredet wird, im letzten Drittel des Buches und weil es erst so spät kommt, fällt es auch sehr kurz aus, was sehr schade ist.

"Mary, Tansey und die Reise in die Nacht" hat mit den verschiedenen Perspektivwechseln eine interessante Erzählweise und bietet einen schönen Schreibstil des Autors, der es sehr gut versteht aus Sicht von Frauen zu schreiben. Leider gerät das Abenteuer der vier Generationen viel zu kurz und häufig waren die Rückblenden zu langweilig. So ist "Mary, Tansey und die Reise in die Nacht" nicht schlecht und lesenswert, doch man hätte sicherlich viel mehr aus der Geschichte machen können!


Dylan & Gray
Dylan & Gray
von Katie Kacvinsky
  Gebundene Ausgabe

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine unkitschige Liebesgeschichte mit schöner Botschaft, 17. Januar 2013
Rezension bezieht sich auf: Dylan & Gray (Gebundene Ausgabe)
Vine Kundenrezension eines kostenfreien Produkts (Was ist das?)
Klappentext:
Gray ist ein cooler Typ. Er läuft nur mit seinem iPod rum und interessiert sich nicht sonderlich für das, was um ihn herum passiert. Dylan ist das pure Gegenteil: Sie sprüht vor Energie, steckt voller Ideen und will aus jedem Tag etwas Besonderes machen. Die beiden könnten unterschiedlicher nicht sein – und doch bemerken sie einander, lernen sich kennen, freunden sich an und verlieben sich schließlich ineinander. Doch irgendwann ist der Sommer zu Ende und den beiden ist klar, dass sich ihre trennen werden. Zeit zu erkennen, wie leicht es ist, sich zu verlieben – und wie viel schwerer es sein kann, sich wiederzufinden, wenn man sich einmal verloren hat.

Meine Meinung:
Katie Kacvinsky konnte mich mit ihrem ersten Buch "Die Rebellion der Maddie Freeman" nicht wirklich begeistern, deshalb war ich überrascht, dass ihr zweiter Jugendroman "Dylan & Gray" bisher so gut bewertet wurde. Aus Neugier musste ich dieses Buch nun lesen und ja, diese Liebesgeschichte hat mich nicht nur überrascht, sondern auch begeistert..

"Dylan & Gray" ist eine lebendige und erfrischend gut gemachte Liebesgeschichte und konnte sogar mich, der oft von Liebesgeschichten genervt ist, beeindrucken. Die Geschichte wird abwechselnd von Dylan und Gray erzählt und dass macht die Autorin so gut, dass man auch wenn man keinen Namen am Anfang hätte, wüsste, wer da gerade erzählt. Das sorgt dafür, dass man immer weiß, wie die Protagonisten sich in den Situationen fühlen und gerade weil die beiden so unterschiedlich sind, macht das Spaß.

Das Buch lebt von seinen Charakteren, die sich perfekt ergänzen und dafür sorgen, dass es richtigen Spaß macht, der Geschichte zu folgen. Dylan ist sehr offen, lebensfroh und lebendig. Sie ist ein kreativer Geist und ein herzensguter Mensch. Mit ihren eigenen Ansichten wirkt sie sehr interessant und ist mir sofort ans Herz gewachsen. Dagegen ist Gray fast das komplette Gegenteil. Er ist eher zurückgezogen und in sich gekehrt, wirkt für andere unnahbar und scheint sich nicht viel um seine Außenwelt zu kümern. Seine Gedankengänge sind besonders interessant zu lesen. Trotz allem wirkt er nicht unsympathisch, mit jedem Kapitel mag man ihn mehr. Man spürt richtig, dass die Autorin beim Schreiben in ihre Protagonisten verliebt war. Es war vor allem interessant zu sehen, welche Wirkung Dylan bei Gray hat und wie er sich dadurch ändert. Auch sehr gut gefallen hat mir, dass Äußerlichkeiten bei der Entwicklung der Beziehung der beiden nicht die übergeordnete Rolle gespielt haben. Außerhalb von Dylan & Gray gibt es nicht sehr viele andere Charaktere, das stört aber kaum, da man von den beiden einfach nicht genug bekommt.

Katie Kacvinsky hat in meinen Augen einen besonderen Schreibstil. Ihre Sprache ist einfach, aber fast schon poetisch und dadurch schön zugleich. Sie findet viele witzige, coole, kreative, aber auch schöne und manchmal nachdenkliche Vergleiche und Methapern. Wer sich also gerne Stellen aus Büchern rausschreibt, wird bei "Dylan & Gray" viel zu tun haben. Auch gelingt es ihr sehr bildhaft von Orten zu erzählen, so dass man sich alles sehr gut vorstellen kann. Die Autorin hatte für dieses Buch sehr viele Ideen, man fühlt sich sehr gut unterhalten und trotz der etwas preisgebenden Kapitelntitel ist die Geschichte nicht vorhersehbar. Besonders gut sind auch die Dialoge zwischen den beiden Protagonisten geschrieben, sie sind witzig, unterhaltsam und erfrischend geschrieben. Die Geschichte liest sich sehr schnell, weil man nicht genug bekommt von den Charakteren und dennoch habe ich langsam gelesen, um die Geschichte zu genießen.

Obwohl dieses Buch auch durchaus für sich stehen kann, gibt es im Englischen schon einen zweiten Teil um Dylan und Gray, den ich kaum abwarten kann!

"Dylan & Gray" erfindet das Rad zwar nicht unbedingt neu, hat mich aber sehr positiv überrascht und begeistert. Die Protagonisten ergänzen sich perfekt und werden schnell ins Herz geschlossen, der Schreibstil der Autorin ist poetisch und bildhaft, die Dialoge sind sehr unterhaltsam geschrieben und es macht einfach richtigen Spaß der Geschichte zu folgen. Eine unkitschige Liebesgeschichte mit schöner Botschaft. Lesen!


Die fünf Leben der Daisy West
Die fünf Leben der Daisy West
von Cat Patrick
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 14,99

3.0 von 5 Sternen Potential wird nicht ausgeschöpft.., 28. Dezember 2012
Klappentext:
Daisy ist fünfzehn – und schon mehr als ein Mal gestorben. Sie lebt waghalsig, denn sie weiß, dass es Revive gibt, ein Medikament, das ins Leben zurückhilft, wenn alle anderen Mittel versagt haben. Da diese Medizin hochgeheim ist, muss Daisy nach jedem Tod eine neue Identität annehmen und an einen anderen Ort ziehen. Bisher hat sie daher meist isoliert und ohne enge Freunde gelebt. Aber dann findet sie an ihrer neuen Schule nicht nur völlig unverhofft eine beste Freundin, sondern verliebt sich auch noch Hals über Kopf. Zum ersten Mal lässt Daisy sich wirklich auf das Leben ein.
Da entdeckt Daisy, dass sie Teil eines großen Experiments ist. God, der zwielichtige Leiter des Revive-Programms, hat viele Menschen auf skrupellose Weise rekrutiert und behandelt sie wie Versuchskaninchen. Daisy begehrt auf. Und setzt damit ernsthaft und unwiederbringlich ihr Leben aufs Spiel ...

Meine Meinung:
"Die fünf Leben der Daisy West" klang allein von der Grundidee sehr interessant, weshalb ich es natürlich lesen musste, dann allerdings folgten einige negative Rezensionen, wodurch meine Erwartungen niedriger wurden. Letzlich ist "Die fünf Leben der Daisy West" doch eher unterdurchschnittlich..

Bei so einer Grundidee sollte der Autorin klar sein, dass ihre Leser viele Fragen haben werden. Und nach einem gelungenem Einstieg, bei dem man keine Probleme hat, der Geschichte zu folgen, gelingt es ihr auch gut, den wissbegierigen Leser mit gut aufgeteilten Informationen zu versorgen. So liest man immer weiter, um mehr zu erfahren. Dennoch bleibt man am Ende eher verwirrt als informiert zurück und hat den Eindruck, das noch einige Fragen offen sind und das ist bei einem scheinbaren Einzelband ärgerlich.

Mit der Protagonistin Daisy West hat sich Cat Patrick wohl eine typische Hauptcharakterin für ein Jugendbuch ausgewählt. Daisy ist fünfzehn Jahre alt und hübsch, aber trotzdem wirkt sie einsam und kann anderen Menschen nur schwer vertrauen. Klingt vertraut, oder? Insgesamt bleibt sie selbst für eine Protagonistin viel zu oberflächlich und wird wahrscheinlich schnell vergessen werden. Versuche der Autorin sie besonders im Mittelteil tiefsinnig und nachdenklich erscheinen zu lassen, wirken leider doch zu oberflächlich gehalten. Doch hat man sich mal auf Daisy eingelassen, kann es dennoch interessant werden. Die Autorin erzählt von ihrem Schulleben, Privatleben und ihren Versuchen Freundschaft aufzubauen, so dass man gut unterhalten wird. Und da man zu keiner Zeit mehr als Daisy weiß und man mehr erfahren will, entsteht trotz allem eine spannende Atmosphäre.

Über die Nebencharaktere bleibt nicht wirklich viel zu sagen. Wenn schon die Protagonistin oberflächlich gezeichnet sind, bleiben sie es erst recht. Ihre Agenten, die ein Stück weit als Daisys Eltern agieren, wirken ungewöhnlich unnahbar und gefühlslos. Die beiden Geschwister Audrey und Matt mit denen sich Daisy anfreundet sorgen ab und an für einen unterhaltsamen oder spannenden Moment. Doch vor allem Daisys dauernde Geschwärme für Matt nach nur wenigen Augenblicken ging mir persönlich mächtig auf die Nerven. Die Liebe der beiden wirkte ein wenig zu gewollt und auch zu durchschnittlich. Durch diese Turtelei der beiden ist häufig auch Spannung und Interesse an der Geschichte verloren gegangen.

Cat Patrick schreibt Zielgruppenfreundlich und hat einen jugendlichen Schreibstil. Die Geschichte liest sich flüssig und schnell. Eigentlich lässt sie sich gut in drei Teile gliedern. Im einem guten ersten Teil, in dem die Autorin den Leser ihre Welt und ihre Charaktere näherbringt, in einem besonders schlechten zweiten Teil, der vor allem durch die Liebe von Matt und Daisy nervt und einem wieder etwas spannenderen dritten Teil.

Am Ende ist "Die fünf Leben der Daisy West" ein leicht unterdurchschnittliches Jugendbuch, das sein Potential nicht ausschöpft. Empfehlenswert vielleicht für diejenigen, die nichts verpassen wollen im Jugendbuchgenre und die, die wissen, worauf sie sich einlassen und auch dann empfehle ich die Erwartungen zurückzuschrauben.

Wertung: 2,5 von 5 Sternen


Tod in Neverland
Tod in Neverland
von Ronald Malfi
  Broschiert

2.0 von 5 Sternen Durchaus Potential, aber viel zu langatmig!, 7. November 2012
Rezension bezieht sich auf: Tod in Neverland (Broschiert)
Klappentext:
Kelly Rich, die sich vor langer Zeit von ihrer Familie abgewandt hat, ist gezwungen, nach Hause zurückzukehren, als ihre Schwester in einen mysteriösen Unfall verwickelt wird. Nachdem sie jahrelang die Ereignisse unterdrückt hat, die sie zur Flucht bewogen, muss sie das Geheimnis ihrer Vergangenheit lüften, um ihre Schwester zu retten. Aber in der unheimlichen Ortschaft Spires, ihrer einstigen Heimat, in der kalte Herzen herrschen und im Wald tödliche Geheimnisse lauern, ist nichts, wie es scheint. Kelly wird in die Traumwelt ihrer Kindheit gestürzt und muss sich ihrer Rolle in den Tragödien stellen, die ihre Familie heimsuchen ...

Meine Meinung:
Als ich beschlossen habe, "Tod in Neverland" zu lesen, war mir klar, dass mir dieses Genre des Horrors/der dunklen Märchen noch total unbekannt war. Letzlich wäre es mir lieber gewesen, diese Erfahrung wäre mir erspart worden und das Genre unbekannt geblieben..

Die Grundidee zum Buch klingt ja eigentlich gar nicht so schlecht und anfangs bei der Charaktereinführung werden dem Leser viele Rätsel aufgeworfen, so dass man, da auch noch dran bleibt. Es fiel mir aber dennoch sehr schwer eine Bindung zu der Protagonistin Kelly Rich aufzubauen, da sie distanziert und einsam wirkt. Man merkt, dass sie sich niemandem anvertrauen kann und sie scheinbar ein Geheimnis hat. Da wäre ein personaler Erzählstil wohl besser gewesen. Josh, ein fast schon ebenso wichtiger Charakter, ist sehr sympathisch und klug. Die Freundschaft zu Kelly ist ihm sehr wichtig und auch ihm ist etwas passiert, was der Leser im Laufe der Geschichte erfährt. Weiterhin werden viele weitere wichtige Charaktere eingeführt, aus deren Sicht man auch durch den vielschichtigen Perspektivwechsel liest. Zu der Hauptgeschichte parallel, werden einige andere, erzählt.

Der Autor Ronald Malfi versteht es gekonnt, Spannung aufzubauen. Dies habe ich zumindestens an einigen Stellen bemerkt. Doch muss man ganz deutlich dazu sagen, dass ich die Spannung nicht gut aufgeteilt fand, denn oftmals habe ich mich schlicht und ergreifend gelangweilt. Ich habe Monate gebraucht, diesen Roman zu beenden, da ich einfach keinen Reiz verspürt habe, weiterzulesen. Mit über 500 Seiten ist dieser Roman eindeutig zu lang geraten und das merkt man leider auch. Auch fiel es mir im Laufe der Geschichte schwer, aufmerksam zu bleiben, da der Autor viele - für die Geschichte wichtige - Rückblenden benutzt und einen "anstrengenden" Stil hat, bei dem Aufmerksamkeit nötig ist, um nicht den Faden zu verlieren. So kam es manchmal dass ich etwas las, ich aber gar nicht wusste, was erzählt wird. Positiv zu erwähnen wäre noch, dass mich das Ende mit seinen Wendungen überrascht hat. Bei all der Kritik, muss ich auch sagen, dass ich denke, es wird dennoch Leute geben, denen das Buch gefallen wird.

"Tod in Neverland" war für mich persönlich ein - fast schon totaler - Reinfall. Auch wenn durchaus Potential erkennbar ist, ist die größte Schwäche des Buches seine Langatmigkeit. Dennoch glaube ich daran, dass Fans dieses Genres, die wissen was sie erwartet, hierbei wahrscheinlich Gefallen finden werden. Allen anderen rate ich davon ab.


Wir beide, irgendwann
Wir beide, irgendwann
von Jay Asher
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 17,99

4.0 von 5 Sternen Eine sehr gute Idee, die aber besser umgesetzt werden könnte.., 13. Oktober 2012
Rezension bezieht sich auf: Wir beide, irgendwann (Gebundene Ausgabe)
Klappentext:
Im Mai 1996 bekommt die 16-jährige Emma ihren ersten Computer geschenkt. Mithilfe ihres besten Freunds Josh loggt sie sich ein und gelangt zufällig auf ihre eigene Facebook-Seite – 15 Jahre später. Geschockt stellt sie fest, dass sie mit 31 Jahren arbeitslos und unglücklich verheiratet sein wird. Josh hingegen, bislang alles andere als ein Frauenheld (der erst kürzlich von Emma einen Korb bekommen hat), wird das hübscheste Mädchen der ganzen Schule heiraten und zudem seinen Traumjob ergattern. Emma ist jedoch nicht gewillt, sehenden Auges in ihr Unglück zu laufen. Um das Zusammentreffen mit dem Jungen zu verhindern, der sie später mal unglücklich machen wird, beginnt sie, bewusste Änderungen in der Gegenwart herbeizuführen. Doch der Versuch, in ihr Schicksal einzugreifen und dadurch ihr künftiges Facebook-Profil zu verändern, setzt eine fatale Kettenreaktion in Gang ...

Meine Meinung:
Nach "Tote Mädchen lügen nicht" vom Autor Jay Asher, wollte ich mehr von diesen Autor lesen und war dann hoch erfreut und zudem sehr gespannt, als "Wir beide, irgendwann" erschien. Und ja, die Idee ist ganz gut umgesetzt, aber nicht sehr gut..

Emma entdeckt zusammen mit ihrem besten Freund Josh durch ihren ersten Computer 1996 Facebook und sieht ihr Profil in 15 Jahren. Während Josh überglücklich mit seiner Zukunft scheint, ist Emma total unzufrieden mit ihrer Zukunft und versucht die Gegenwart zu verändern, damit sie später glücklicher wird..

Eine Geschichte liest sich bekanntlich besser, wenn einem die Charaktere gefallen. Doch hier stießen Emma und Josh nur bedingt auf Begeisterung. Emma scheint unglücklich mit ihrem Leben: Ihr Freund ist ein Schwachkopf, ihr Vater hat die Familie für eine andere Frau verlassen und allein die Anwesenheit ihres Stiefvaters nervt sie. Hinzu kommt noch, dass Funkstille zwischen ihr und ihrem besten Freund Josh herrscht. Wenn eine Protagonistin mit diesen Problemen zu kämpfen hat, sollte man doch meinen, dass der Leser sie versteht und mit ihr mitfühlt, doch Emma schien auf mich nicht nur unsympathisch, sondern egoistisch und teilweise auch nervend. Dahingegen scheint der eher ruhigere Josh, der mit der Freundschaftspause der beiden und mit überfürsorgliche Eltern zu kämpfen hat, sympathischer, doch auch er wirkte zwischenzeitlich ein wenig nervig.

Die Nebencharaktere fand ich insgesamt blass und oberflächlich gehalten, was eigentlich ein wenig schade ist, da vor allem der Freundeskreis der beiden mit Kellan und Tyson, die selbst eine on/off-Beziehung führen, durchaus interessant erscheint und dort auch mehr zu erzählen wäre. Ebenso lernt man (mehr oder weniger) die Eltern der beiden kennen, die beide in verschiedenen Weisen ein wenig unglaubwürdig erschienen.

Die Autoren Jay Asher und Carolyn Mackler haben sich wirklich eine klasse Idee für die Geschichte ausgedacht, die auch sehr innovativ erscheint, doch habe ich mir irgendwo auch viel mehr erhofft. Ich habe gelesen, gelesen, gelesen und mich auch nach 200 und 300 Seiten gefragt, wann die Geschichte "so richtig" beginnt. Etwas hat einfach gefehlt. Es wäre falsch, zu sagen, dass Action gefehlt hätte, denn diese braucht nicht jede Geschichte, aber so etwas in der Art. Mir ging einfach nicht der Gedanke aus dem Kopf, dass man aus der Idee viel mehr hätte machen können. Man kann aber auch sagen, dass es Spaß macht, die Geschichte zu verfolgen, auch weil sie sich durch den passsenden Schreibstil schnell liest und der Perspektivwechsel zwischen den Protagonisten gut funktioniert. Ebenso schaffen die Autoren es sehr authentisch die Reaktionen der Charaktere auf Facebook zu beschreiben. Positiv aufgefallen ist mir auch, dass das Leben und die Kultur 1996 glaubwürdig vermittelt werden. Zudem hat mir das Ende trotz leichter Vorhersehbarkeit gefallen.

Auch wenn die Charaktere eher schwach gezeichnet sind, macht es durch den passenden Schreibstil und dem gut funktionierenden Perspektivwechsel Spaß, die Geschichte zu verfolgen. Doch sollte man eher mit kleineren Erwartungen an "Wir beide, irgendwann" rangehen.

Wertung: 3,5 von 5 Sternen


Tschick
Tschick
von Wolfgang Herrndorf
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 16,95

6 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Spannender und wahnsinnig unterhaltsamer Roadtrip mit tollen Charakteren!, 29. September 2012
Rezension bezieht sich auf: Tschick (Gebundene Ausgabe)
Story:
Mutter in der Entzugsklinik, Vater mit Assistentin auf Geschäftsreise: Maik Klingenberg wird die großen Ferien allein am Pool der elterlichen Villa verbringen. Doch dann kreuzt Tschick auf. Tschick, eigentlich Andrej Tschichatschow, kommt aus einem der Asi-Hochhäuser in Hellersdorf, hat es von der Förderschule irgendwie bis aufs Gymnasium geschafft und wirkt doch nicht gerade wie das Musterbeispiel der Integration. Außerdem hat er einen geklauten Wagen zur Hand. Und damit beginnt eine Reise ohne Karte und Kompass durch die sommerglühende deutsche Provinz, unvergesslich wie die Flussfahrt von Tom Sawyer und Huck Finn.

Meine Meinung:
"Tschick" war mein erstes Wanderbuch und eigentlich hatte ich mir nicht viel erhofft. Ich wollte nur mal bei einem Wanderbuch mitmachen und erinnerte mich daran, sehr gute Rezensionen zu dem Buch gelesen zu haben. Doch "Tschick" hat mich sehr überrascht und fast schon begeistert..

Als großer Fan von Roadtrips, war mir schnell klar, dass Tschick etwas für mich sein könnte. Denn genau auf so einen begeben sich die beiden Hauptcharaktere des Buches. Das dabei das ein oder andere Abenteuer und so manch Überraschungen passieren, ist doch irgendwie klar.

Das Herzstück des Buches sind seine Charaktere. Maik, der Protagonist, ist sehr ehrlich und in gewisserweise unfreiwillig lustig. Er hat es nicht leicht im Leben: In der Schule wird er scheinbar ignoriert, seine Eltern streiten nur noch und dann ist er auch noch unglücklich verliebt. Er wirkte auf mich sympathisch und ich konnte ihn auch gut verstehen. Als äußeres Schutzschild dient seine Unfreundlichkeit, doch da hat er die Rechnung nicht mit Andrej Tschichatschow - Tschick - gemacht, denn dieser ist mit seiner Offenheit fast schon ein wenig aufdringlich. Doch auch er bringt den Leser nicht zuletzt durch seine eigenen Ansichten oft zum Lachen und scheint sehr sympathisch. Es ist wirklich interessant mitanzusehen, wie sich die Freundschaft der beiden entwickelt, wo die beiden doch scheinbar so unterschiedlich sind.

Der Schreibstil von Wolfgang Herrndorf ist sehr locker. Umgangssprache und Jugendsprache verleihen dem Buch seine Authentizität. Das ist vielleicht ein bisschen gewöhnungsbedürftig und nicht für jeden was, ich kam allerdings gut damit zurecht. Sehr spannend und unterhaltsam erzählt der Autor mit vielen guten Ideen die Geschichte der beiden. Oft wurde ich überrascht durch Wendungen und oft habe ich lauthals gelacht bei Gesprächen zwischen Maik und Tschick. Es war wirklich schön, diese Geschichte zu lesen und mal für einige Stunden alles um sich herum zu vergessen. Danach hatte ich das starke Bedürfnis mich auch spontan auf ein Roadtrip zu begeben. Auch hat mir die versteckte Moral der Geschichte sehr gefallen und zu Denken gegeben. Der einzige Kritikpunkt: Leider viel zu schnell vorbei!

"Tschick" ist ein spannender und wahnsinnig unterhaltsamer Roadtrip, den ich jedem empfehlen kann - ob Jung oder Alt! Das Buch hat tolle Charaktere, die immer wieder ein Lächeln auf 's Gesicht zaubern können und schafft es, den Leser für einige Stunden alles um sich herum vergessen zu lassen!


Die Rebellion der Maddie Freeman
Die Rebellion der Maddie Freeman
von Katie Kacvinsky
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 15,99

3.0 von 5 Sternen Die ultimative Dystopie ist es nicht, aber immerhin ein nettes Jugendbuch, 17. September 2012
Story:
Eine Stadt in den USA, wenige Jahre in der Zukunft: Maddie, 17, lebt wie alle um sie herum ein digitales Leben. Schule und Verabredungen – das alles findet im Netz statt. Doch dann verliebt sie sich in Justin – für den nur das wahre Leben offline zählt.
Gemeinsam mit seinen Freunden kämpft Justin gegen die Welt der sozialen Netzwerke, in der alles künstlich ist. Dieser Kampf richtet sich gegen die ganz oben – und damit auch gegen Maddies Vater, der das System der Digital School gesetzlich verankert hat. Maddie wird für die Bewegung zu einer Schlüsselfigur. Und sie muss sich entscheiden: Auf welcher Seite will sie stehen?

Meine Meinung:
Auf "Die Rebellion der Maddie Freeman" habe ich mich schon lange gefreut, doch dann folgten viele negative bis mittelmäßige Rezensionen, so dass ich immer andere Bücher bevorzugte. Diesen Sommer war es dann soweit und ich muss zugeben: Ich bin jetzt nicht enttäuscht - aber auch nicht wahnsinnig begeistert..

Das beste an dem Buch ist wahrscheinlich seine Idee: Im Jahr 2060 hat sich die Welt verändert. Statt dem realen Leben draußen auf der Straße, bevorzugen die Menschen ein Leben online. Schule, Dates, Freunde - all das gibt es nun am Computer. Dass auch die Technik weiter fortgeschritten ist, muss ich wohl nicht erwähnen.

In dieser Welt lebt auch unsere Protagonistin Maddie Freeman. Durch den Titel des Buches habe ich eigentlich ein taffes Mädchen erwartet, doch genau das ist Maddie nicht. Sie wirkt ängstlich, sehr einsam und auch unglaublich naiv. Durch ihr Umfeld scheint Maddie verständlicherweise auch ein wenig sozialinkompetent, doch wirkt sie mir für ihr Alter ein wenig zu unreif und nervte auch öfter mit ihrem Schwärmen für Justin. Justin, den Maddie im Internet bei einer Online-Lerngruppe kennenlernt, ist um einiges interessanter. Von ihm wird der Leser auch mal mit Sätzen überrascht, die sehr viel Tiefgang beinhalten. Doch je weiter man liest, desto perfekter wirkt Justin, so dass ich ihn fast schon als unglaubwürdig bezeichnen würde. Zu den Nebencharakteren kann man (leider) nicht sehr viel sagen, denn sie bleiben insgesamt alle sehr blass.

Der Schreibstil von Katie Kacvinsky ist jugendlich, flüssig, schnell und leicht zu lesen und somit Jugendbuchtypisch. Nicht besonders innovativ, aber auch nicht schlecht. Das Zukunftsszenario in "Die Rebellion der Maddie Freeman" ist realistisch dargestellt und dennoch blieben mir persönlich viele Fragen zu oberflächlich beantwortet. Gefragt habe ich mich auch oft, wo denn im dem Buch eine Rebellion ist. Ich hoffe, all das ändert sich mit dem zweiten Teil.

Doch ich muss auch sagen, dass ich das Buch nicht so schlecht finde, wie viele sagen. Es gibt auch Sachen, die mir gut gefallen haben, wie z.B. Maddies Tagebucheinträge, in denen sie sich dem Leser öffnet. Auch war ich an einigen Stellen sehr gut unterhalten worden mit der ein oder anderen Actionszene oder Dialogen von Maddie und Justin.

Die Idee von "Die Rebellion der Maddie Freeman" ist sehr interessant, doch leider wird das Potenzial der Geschichte durch die Umsetzung nicht ausgeschöpft. Die Charaktere sind eher schlecht als recht gezeichnet und auch insgesamt schreitet die Geschichte nur sehr langsam voran. Wie man das Buch finden wird, hängt damit zusammen, welche Erwartungen man hat. Wer die ultimative Dystopie sucht, wird enttäuscht sein. Erwartet man ein nettes Jugendbuch, kann man sich gut unterhalten fühlen.


Mottentanz
Mottentanz
von Lynn Weingarten
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,99

4.0 von 5 Sternen Spannendes und fesselndes Buch mit einigen Schwächen!, 1. September 2012
Rezension bezieht sich auf: Mottentanz (Taschenbuch)
Story:
Seit Ellies heißgeliebte, temperamentvolle Schwester Nina vor zwei Jahren spurlos verschwunden ist, hat Ellie nur noch einen Gedanken: Nina wiederzufinden. Vergeblich – selbst Ellies beste Freundin ist überzeugt: Nina ist nicht mehr am Leben. Da trifft Ellie den attraktiven Sean. Sean will Ellie bei ihrer Suche helfen, hat er doch selbst einen Bruder verloren. Ellie lässt alles stehen und liegen, um mit Sean einen verrückten Roadtrip zu unternehmen, auf den Spuren Ninas. Bald verliebt sich Ellie rettungslos in Sean – doch er verbirgt ein dunkles Geheimnis ...

Meine Meinung:
"Mottentanz" lag monatelang - ja fast schon ein ganzes Jahr - auf meinem SuB. Es klang zwar spannend und oft habe ich mir vorgenommen, es zu lesen, doch immer kam ein anderes Buch dazwischen oder mir fehlte schlichtweg die Motivation dazu. Nun kam ich endlich mal dazu, es zu lesen und wurde nicht völlig enttäuscht!

Der Leser begleitet die Protagonistin Ellie zu einem sowohl unterhaltsamen als auch spannenden Roadtrip quer durch die USA bei der Suche nach ihrer Schwester Nina, erlebt dabei die ein oder andere Überraschung und hofft und bangt mit ihr.

Die Protagonistin Ellie ist eigentlich ein sympathisches, cooles und lustiges sechzehnjähriges Mädchen. Doch man merkt deutlich, dass das Verschwinden ihrer älteren Schwester ihr zu schaffen macht. Nina, Ellies verschwundene Schwester, lernen wir durch Ellies Erzählungen auch kennen und können so besser die Beziehung der beiden verstehen. Die Mutter der beiden erschien mir stets eigenartig und verantwortungslos. Sean, den Ellie im Laufe der Geschichte kennenlernt, kommt sehr außergewöhnlich daher, ist aber sehr sympathisch, doch dennoch wirkte er immer etwas merkwürdig mit seiner übertriebenen Freundlichkeit. Die anderen Nebencharaktere wirkten sympathisch, unterhaltsam und einige auch lustig.

Die Autorin schreibt beschreibend, jugendlich und flüssig. Das Buch lässt sich dadurch ganz leicht und sehr schnell lesen. Zudem gelingt es Lynn Weingarten mit der Suche nach Nina zu fesseln, so dass man den Geschehnissen gespannt folgt. Man merkt, dass die Autorin viele Ideen für dieses Buch hatte, denn es wird einem nicht langweilig.

Ab und an erscheint auch die ein oder andere schöne Zeichnung im Buch, die zur Geschichte passt. Dies gibt dem Buch viel Individualität und verleiht ihm Charme. Soweit, so gut. Doch was ich dann als störend und nervend empfunden habe, war die - in meinen Augen - unangebrachte Liebesgeschichte. Zudem ergab nicht immer alles einen Sinn und viele Handlungen erschienen nicht mehr authentisch. Erschwerend kam hinzu, dass die Storyline auch leicht vorhersehbar war. Das Ende enttäuschte mich dann, weil es einfach unrealistisch und die Aufklärung flüchtig erzählt war. Einen Pluspunkt gibt es aber dafür, dass "Mottentanz" ein Einzelband ist!

"Mottentanz" bietet einen spannenden und fesselnden Roadtrip mit der richtigen Portion Unterhaltung, hat jedoch auch seine Schwächen. Wer kurzweilig unterhalten werden will, ist mit diesem Buch sicherlich gut beraten.

Wertung: 3,5 von 5 Herzen


Funkensommer
Funkensommer
von Michaela Holzinger
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 15,90

4.0 von 5 Sternen Trotz kleiner Schwächen, eine gut geeignete Sommerlektüre!, 16. August 2012
Rezension bezieht sich auf: Funkensommer (Gebundene Ausgabe)
Story:
"Vielleicht, überlege ich, heißt Funkensommer ja so etwas wie: Es sprühen Funken im Sommer, vor ... ja vor was eigentlich? Vor Wut? Vor Angst? Vor Liebe?"

Als in diesem Jahr der Sommer beginnt, beginnt für Hannah der Aufbruch. Nicht ganz ohne Zögern. Denn es kostet sie viel Mut, sich durchzusetzen. Gegenüber ihren Eltern und ihrem Bruder. Und was ist mit ihrer Liebe zu Finn? Viel einfacher findet sie es, ins tiefe Wasser zu springen. Eigentlich liebt sie dieses befreiende Gefühl. Wäre da nicht ein Geheimnis, das mit dem Felsen am Moorsee verbunden ist und mit ihrer besten Freundin Jelly.

Meine Meinung:
Beim Anblick dieses Covers, fiel mir die Entscheidung, dieses Buch zu lesen, nicht schwer. "Funkensommer" hat sich für mich nach einer geeigneten Lektüre für den Sommer angehört und dementsprechend gespannt war ich auf das Buch und habe letzendlich genau das bekommen, was ich erwartet habe: Ein tolles Sommerbuch..

Der Leser begleitet die sechzehnjährige Hannah über den gesamten Sommer hinweg und erlebt mit ihr das ein oder andere Abenteuer. Man ist beispielsweise dabei, wenn sie einige wichtige Entscheidungen trifft, Zoff mit ihrer besten Freundin oder ihrer Familie hat oder wenn sie schöne Momente mit ihrer ersten großen Liebe erlebt. Dass dabei alles nicht allzu leicht für sie ist, ist klar.

Die Charaktere sind gut gezeichnet, bilden jedoch nicht das Aushängeschild dieses Buches. Hannah wirkt sympathisch und natürlich, dennoch störte mich etwas an ihr: Nicht immer konnte ich ihre (oftmals voreiligen) Reaktionen verstehen. Finn, Hannahs große Liebe, scheint anders zu sein, als andere Jungs und Jelly, Hannahs beste Freundin, ist das komplette Gegenteil von Hannah und sorgt oft für Unterhaltung. Man findet sie alle zwar sympathisch, kann sie jedoch nicht richtig fühlen. Zu oft schon hat man Typen wie sie in anderen Bücher bereits erlebt. An dieser Stelle hätte ich mir durchaus ein wenig mehr Eigenarten der Charaktere gewünscht. Doch dafür ist das Buch, ähnlich wie der Sommer, viel zu schnell vorbei.

Der Schreibstil von Michaela Holzinger ist sehr bildhaft und locker-leicht, sodass sich das Buch sehr leicht und schnell lesen lässt. Sensibel erzählt die Autorin die Geschichte ihrer Protagonistin und spiegelt dabei Probleme und Sorgen Jugendlicher gut wider, sodass sich einige Leser mit Hannah identifizieren werden können.

Was mir ebenfalls positiv aufgefallen ist, dass die Bauernarbeit, die Hannah zu ihrem Leid ausführen muss, interessant und realistisch dargestellt wird. Zudem ist die Liebesgeschichte nicht durchschnittlich und wird trotz der Kürze der Geschichte gut erzählt. An vielen Stellen bin ich vom Handlungsverlauf überrascht worden und konnte so einige spannende Momente erleben. Und auch der Titel des Buches wird mittels einer ebenso schönen wie kreativen Art erklärt. Einzig das Ende der Geschichte, das mir etwas unglaubwürdig erschien, hätte ich mir anders vorgestellt. Dennoch habe ich es an keiner Stelle bereut, Funkensommer gelesen zu haben und habe mich gut unterhalten gefühlt.

"Funkensommer" ist keineswegs perfekt. Die Charaktere wirkten etwas zu durchschnittlich und das Ende unglaubwürdig. Dennoch bietet "Funkensommer" durch eine gut erzählte Liebesgeschichte, einem überraschenden Handlungsverlauf und einem bildhaften und zur Geschichte passenden Schreibstil gute Unterhaltung und ist dadurch eine gut geeignete Sommerlektüre. Ich bin mir sicher, dass das Buch seine Leser (in der Zielgruppe) finden wird!


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