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Türcken, Mohren und Tartaren Muslime in Brandenburg Katalog zur Sonderausstellung vom 23. März bis 5. Oktober 2014 im Brandenburg-Preußen Museum Wustrau
Türcken, Mohren und Tartaren Muslime in Brandenburg Katalog zur Sonderausstellung vom 23. März bis 5. Oktober 2014 im Brandenburg-Preußen Museum Wustrau
von Stephan Theilig (Hg.)
  Taschenbuch
Preis: EUR 10,00

5.0 von 5 Sternen Der Islam gehört zu Preußen!, 19. März 2015
„Der Islam gehört zu Preußen.“ Gaga, oder? Mitnichten. Es gab Zeiten, in denen waren Muslime höchst willkommen. Die „Treue und Tapferkeit“ der neuen Mitbewohner sei löblich, las etwa Preußens toleranter König Friedrich Wilhelm II. am 20. November 1795 in einem Brief; sein für Ostpreußen zuständiger Minister schrieb ihm weiter, er könne sich „keine besseren Colonisten als diese Tartaren“ vorstellen, „sie sprechen die Landessprache, sind aber nicht von deren Religion, die wegen ihrer Einfachheit sich mehr der protestantischen nähert“, das alles sei dermaßen positiv, dass er sich wünschte, „einige tausende von diesen Familien ansässig zu machen.“ Die Muslime waren durch die Feldzüge der tatarischen „Großen Horde“ am Ende des Mittelalters bis ins Baltikum gelangt; 1410 unterstützen sie die Polen im Krieg gegen den Deutschen Orden. Nun waren sie in Ostpreußen und Schlesien gern gesehene Gäste, die Regierung warb um sie, garantierte freie Religionsausübung und unterstützte den Bau von Moscheen. Aus ganz pragmatischen Gründen waren die „Türcken, Mohren und Tartaren“ gern gesehene Soldaten in den brandenburgisch-preußischen Armeen, bei den „Langen Kerls“ in Potsdam oder den „Bosniaken“ und ihrem „Tatarenpulk“ in Ostpreußen. Bis heute zeugen kulturelle Überbleibsel von dieser seltsamen Multi-Kulti-Liaison. Zum Beispiel der Schellenbaum und allerlei Schlagwerk bei Militärkapellen. Diese Zusammenhänge schildert und bebildert ein Ausstellungskatalog aufs Schönste. Im Brandenburg-Preußen Museum in Wustrau wurden die Exponate im vergangenen Jahr gezeigt – der Katalog ist weiterhin erhältlich und eröffnet einen neuen Blick auf die ewige Frage: Gehört der Islam zu Deutschland?


Luthers Erbe: Eine Kritik des deutschen Protestantismus
Luthers Erbe: Eine Kritik des deutschen Protestantismus
von Wolfgang Wippermann
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 24,95

4.0 von 5 Sternen Wohlbegründete Kritik am deutschen Protestantismus, 19. März 2015
Da sitzen die Gralshüter der Kirchengeschichte in ihren theologischen Fakultäten und Kirchenämtern und versuchen mal soft, mal bissig, die Deutungshoheit über „ihren“ Luther und die Entstehung des Protestantismus zu hüten. Und müssen erkennen, dass sich immer mehr sogenannte Profanhistoriker auf ihrem Terrain tummeln, ganz neue Perspektiven aufwerfen – und damit auf dem Buchmarkt auch noch erfolgreich sind. Der Überraschungscoup gelang dem Berliner Historiker Heinz Schilling vor drei Jahren mit seiner Luther-Biografie. Nun legt der Berliner FU-Geschichtsprofessor Wolfgang Wippermann nach. Als „protestantischer Profanhistoriker“ legt er eine überzeugende „Kritik des deutschen Protestantismus“ vor. Sein Maßstab ist eine Art Selbstverpflichtung der Kirche, die sie sich 1947 im „Darmstädter Wort“ auferlegt hat. Die Kirche sei zur Zeit des Nationalsozialismus „in die Irre gegangen“, wolle nun einen „neuen, besseren Dienst zur Ehre Gottes und zum ewigen und zeitlichen Heil der Menschen“ tun. Um das einzulösen, müsse die Kirche ihre Irrwege aufarbeiten, meint Wippermann. Dabei hilft sein Buch. In sieben Kapiteln führt er seine Leser auf kluge und verständliche Weise durch die Kirchengeschichte, beleuchtet das Verhältnis der Kirche zu Staat, Krieg und Kapital. Enorm gelehrt, aber ohne Belehrungsattitüde stellt er den evangelischen Antisemitismus, Antiziganismus und Antifeminismus dar. Wippermann argumentiert leidenschaftlich und nachvollziehbar, sein Buch ist durchweht vom Geist protestantischer Freiheit. Das macht es wertvoll für Luthers Erben.


Mein Bruder soll nicht Pepsi heißen
Mein Bruder soll nicht Pepsi heißen
von Alina Bronsky
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 14,90

5.0 von 5 Sternen Kleine Kostbarkeit, 31. Januar 2015
Namen sind mehr als Schall und Rauch? Für diese Weisheit hat sich die Berliner Schriftstellerin Alina Bronsky eine gleichzeitig so düstere wie humorvolle Zukunftsvision erdacht. Ganz unmöglich ist es ja nicht, dass bei fortschreitender Kommerzialisierung der Welt auch Kindernamen zu Werbeträgern werden. Als die neunjährige Hanna ihre Eltern belauscht, erfährt sie, dass ein Geschwisterchen naht. Die Freude ist getrübt, denn die Eltern haben kein Geld für einen schönen Namen. Wer nicht zahlen kann, muss sein Kind nach einem der Staatssponsoren nennen: Adidas, Lego, Volkswagen oder eben Pepsi. Aber Hanna ist erfinderisch. Sie denkt sich so manche Schliche aus, damit die Familie bis zur Geburt an Weihnachten einen Wunschnamen parat hat. Illustratorin Julia Drinnenberg hat die Geschichte witzig bebildert.


Die Bibel: Erzählt von Phillipe Lechermeier, mit Bildern von Rébecca Dautremer
Die Bibel: Erzählt von Phillipe Lechermeier, mit Bildern von Rébecca Dautremer
von Philippe Lechermeier
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 44,00

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wow. Was für ein Buch!, 31. Januar 2015
Schon wieder eine neue Bibel? Ja, aber diese ist wirklich völlig überraschend. Autor Philippe Lechermeier und Grafikerin Rébecca Dautremer haben sich mit dem Buch der Bücher befasst. Ihr großformatiges Werk ist atemberaubend – mal schön, mal verstörend, immer unerwartet. Mit der Freiheit der Kunst schaffen es die beiden, den wohlbekannten Geschichten ganz neue Perspektiven zu verleihen. Worte und Bilder, das wird schnell klar, unterscheiden sich von den Bibeln, die in kirchlichen Verlagen erscheinen. Da ist nichts Betuliches, Missionarisches oder Pädagogisches – nein, diese Bibel nähert sich dem alten Stoff in unverstellter Ehrfurcht und mit der Neugierde der vom Glauben Unvorbelasteten. Wow, was für ein Buch. Die aufwendige Produktion rechtfertigt den Preis.


Der Engel aus dem Nirgendwo
Der Engel aus dem Nirgendwo
von Tohby Riddle
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 24,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wunderschön und ergreifend, 31. Januar 2015
Wie ist das eigentlich mit den Engeln, sind das nun geflügelte Wesen, die irgendwo schweben oder sind es Menschen wie du und ich? Eine in Wort und Bild poetische Antwort bietet der australische Autor Tohby Riddle. Die Geschichte geht so: Während sich die himmlischen Heerscharen leidenschaftlich um die Menschen kümmern, sinkt einer von ihnen erschöpft gen Boden. Bekümmert versteinert er, bis Parkwächter ihn auf einen Sockel heben. Ein paar Kinder erkennen ihn und werden dem Engel zum Engel, bis er befreit in den Himmel zurück schweben kann. Die Geschichte ist auch deshalb so ergreifend, weil sie mit einer Mischung aus Zeichnungen und Collagen bebildert ist. Den Text ins Deutsche übertragen hat sie der spirituelle Musiker Hans-Jürgen Hufeisen, der viele Engel-Lieder komponiert hat.


Bibel und Bild: Die Cranachschule als Malwerkstatt der Reformation
Bibel und Bild: Die Cranachschule als Malwerkstatt der Reformation
von Sonja Poppe
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 18,80

5.0 von 5 Sternen Verständliches schönes Buch über die Cranachs, 31. Januar 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Ohne Lucas Cranach wüssten wir heute nicht, wie Martin Luther und Katharina von Bora aussahen. Lucas Cranach und sein ebenfalls malender Sohn gleichen Namens gehörten zu den Wittenberger VIPs und waren mit den Reformatoren eng befreundet. Diese Nähe machte es möglich, dass die Malerwerkstatt Cranach der Reformation ein Gesicht verlieh. Kunsthistorikerin und Theologin Sonja Poppe stellt bekannte Gemälde der Cranachs vor und beschreibt sie auf verständliche Weise. Zudem ist das Buch eine Zier fürs Bücherregal.


Die Ordnung herrscht in Berlin
Die Ordnung herrscht in Berlin
von Francesco Masci
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 14,90

4.0 von 5 Sternen Ein außergewöhnlicher Blick auf Berlin, 31. Januar 2015
„Berlin, du bist so wunderbar...“ Der Werbesong für ein Bier nistet sich derzeit wie ein lästiger Wurm ins Ohr, im Kopf rotieren dazu Bilder angesagter Clubs und romantischer Sonnenuntergänge über der Spree. Ein italienischer Soziologe zieht den Berlinern den Zahn der hippen und PR-mäßig aufgemotzten Hauptstadt. Francesco Masci heißt er, ist 47 Jahre alt, lehrt in Frankreich und lebt derzeit in Berlin. Seine Erlebnisse und Erkenntnisse fasst er in einem provokanten Buch zusammen. Allein schon der Titel: „Die Ordnung herrscht in Berlin“ – stimmt doch gar nicht, hier herrscht doch die Freiheit, anything goes, oder? Im Gegenteil, behauptet Masci wortgewandt. Freiheit sei zur Fassade verkommen, zur ästhetischen Stilfrage. Früher, vor hundert Jahren, da hätten Menschen wie Rosa Luxemburg noch gewusst, dass die Freiheit erkämpft werden müsse. Heute erschöpfe sich Freiheit in der Ästhetik. Politik werde nur noch als Event wahrgenommen, die „absolute Kultur“ herrsche und würde die Menschen einlullen. Ein „Königreich de Ereignisse“ habe das Regiment übernommen, dem sich alle vermeintlich Freiheit Suchenden willig unterordnen würden. „Die Stadt ist der Kristallisationspunkt, an dem sich die Moderne politikfrei verwirklicht“, analysiert Masci niederschmetternd. Seine geschliffen formulierten Provokationen schüren die Lust zum Widerspruch. Stimmt es etwa, dass in Berlin nicht die Freiheit, sondern eine unerbittliche Event-Ordnung herrscht?


Mystik und Widerstand
Mystik und Widerstand
DVD ~ Uta Hallant
Preis: EUR 13,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Beseelter Film, 5. Mai 2013
Rezension bezieht sich auf: Mystik und Widerstand (DVD)
Ein blau schimmernder Pfau schreitet erhaben über die Baracken eines ehemaligen US-Atomwaffenlagers. Mit diesem betörend schönen Bild beginnt der Berliner Rüdiger Sünner seinen Film über die Theologin Dorothee Sölle. Es gelingt ihm, die Spannung ihres Lebens filmisch überzeugend darzustellen: Mystik und Widerstand. Denn vor den Toren dieses Waffenlagers saßen in den Achtzigern Sölle und andere und protestierten mit Gebeten und frommen Liedern gegen die Aufrüstung. Das Filmporträt behält die ruhige Bildsprache bei. Berückende Naturaufnahmen kontrastiert mit Bildern schreienden Unrechts; dazu Gedichte der Poetin Sölle und Interviews mit Sölle-Weggefährt(inn)en. Antje Vollmer, Margot Käßmann, Bärbel Wartenberg-Potter. Voller Humor und Respekt erlaubt Fulbert Steffensky Einblick auch in Streitereien der beiden. Martin Sölle, heute Buchhändler, beschreibt seine Mutter. Und Biograf Ralph Ludwig erklärt, wie Mystik und Widerstand in Sölles Denken und Glauben ineinander fassen. Ein beseelter Film von einem der großen unabhängigen und idealistischen Filmemacher unserer Zeit.


Mehr als Ja und Amen: Doch, wir können die Welt verbessern.
Mehr als Ja und Amen: Doch, wir können die Welt verbessern.
von Margot Käßmann
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 17,99

11 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Es kann nicht oft genug gesagt werden...., 24. April 2013
... dass Weltverbessern kein Schimpfwort ist. Margot Käßmann begibt sich auf das Terrain der Sozialethik und macht Mut, mit kleinen Schritten und Aktionen Gutes zu tun. Ihr gelingt dies ohne erhobenen Zeigefinger und frommen Druck. Da geht es um "Gerechtigkeit als Leitbild", "Respekt vor der Schöpfung", "Mut zum Frieden" und um die "Würde des Sterbens". Die wache Theologin und Ex-Bischöfin traut sich, scheinbar Selbstverständliches, aber oft Vergessenes in Worte zu fassen, die Lust machen zum Weltverändern. Chapeau. Auch ich war in der Versuchung, Käßmann in der seichten Kuscheltheologie-Ecke zu verorten. Dieses Buch macht es mir schwer. Dass die ZEIT einen ganzseitigen Vorabdruck aus diesem Buch gemacht hat, zeigt das intellektuelle Niveau, das Käßmann trotz verständlicher Sprache erreicht.


Erdverbunden, luftvermählt
Erdverbunden, luftvermählt
Preis: EUR 18,20

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ergreifend, 18. Mai 2012
Rezension bezieht sich auf: Erdverbunden, luftvermählt (Audio CD)
Endlich wieder was Neues von Stephan Krawczyk. Schon bemerkenswert, dass und wie sich der Ex-DDR-Barde dem Thema des Glaubens nähert. Der Protestler befreundet sich mit dem Protestanten Luther - irgendwie passt das gut und war wahrscheinlich nur eine Frage der Zeit. Die professionellen Kirchensprecher könnten sich an Krawczyks poetischen Worten ein Beispiel nehmen. Über den Glauben lässt sich nur leise und fantasievoll reden, markige Sprüche und Floskeln führen vom Thema weg. Krawczyk kann's, man spürt viel Lebenserfahrung in seinen neuen Liedern. Ergreifend auch die neue Version seines alten Liedes "wieder stehen". Und hinter, über, neben den wunderschönen, wahren Texten Krawczyks virtuoses Gitarrenspiel.


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