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Rezensionen verfasst von
jrgela

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Terra
Terra
Preis: EUR 19,98

2.0 von 5 Sternen Vielleicht etwas für Metalcore-Puristen, 25. Juli 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Terra (Audio CD)
Aber mir persönlich ist der Aufbau zu schlicht und zu vorhersehbar. Vor allem der Gesang bleibt dabei stur festgelegtes Gebrüll, ohne jede Facette. Die zweite Hälfte wird durch ein Instrumental eingeleitet und kommt möglicherweise auch deshalb bei mir etwas besser an.
Ab hier lässt sich schließlich an der ein oder anderen Stelle auch ahnen, dass WALKING WITH STRANGERS vielleicht zu mehr in der Lage wären, als sich beliebig austauschbaren Genre Merkmalen zu unterwerfen. Darauf könnte man aufbauen, wenn man denn überhaupt wollte.
Aus meiner Sicht ist das jedenfalls alles noch ausgesprochen steigerungsfähig.


Oddities
Oddities
Preis: EUR 7,99

5.0 von 5 Sternen So geht Musik., 17. Juli 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Oddities (MP3-Download)
Hier geben geniale Musiker ihren Instrumenten einen Ausdruck, der auch in seiner abgefahrenen Skurrilität einfach nur grandios lebensecht ist.
Schnellen und verzwickten Legato Tonfolgen, Staccato Riffs, einer teilweise halsbrecherischen Rhythmik und streckenweise etwas verschobenen Melodien wird gewissermaßen funky eine Liebenswürdigkeit verliehen, die mein musikalisches Herz aufgehen lässt.
Hier geht's vorwärts über etliche Abzweige und Umwege und ich fliege an Ohren gepackt, den überaus mutigen und kreativen Kompositionen hinterher.

Wenn man hier Vergleiche anstellen will, sollte man es sich nicht so einfach machen, und zu schnell wieder bei King Crimson ankommen.
Was hier geschieht, geht noch ganz andere und eigene Wege. Und ich wage zu behaupten, auf Augenhöhe mit den Altmeistern.

Diese Scheibe bereitet mir größtes Vergnügen, reißt mich aus der Welt, um mich danach ganz fest wieder auf die Erde zu stellen.


Judas: Roman
Judas: Roman
von Pressler. Mirjam
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 22,95

4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen „Wenn die Juden ihn akzeptiert hätten…, 13. Mai 2015
Rezension bezieht sich auf: Judas: Roman (Gebundene Ausgabe)
...hätte die Geschichte ein völlig anderes Gesicht bekommen. Die Kirche wäre nicht entstanden (…) So wäre uns die Diaspora, die Verfolgungen, die Pogrome, die Inquisition (…) und auch die Schoah erspart geblieben.“ (S. 126)

Über die Beschreibung des Mikrokosmos einer etwas ungewöhnlichen Wohngemeinschaft lässt Amos Oz ein gelungenes Gesellschaftsporträt entstehen. Ich halte es für eine großartige Beschreibung eines menschlichen Dilemmas, nämlich der Hoffnungslosigkeit, die mit jeder religiösen und ideologischen Auseinandersetzung einhergeht.
Es ist ein Buch über Zäune, die Gesellschaften und Individuen um sich ziehen, falsche Voraussetzungen und Schlussfolgerungen, und schließlich auch eine ganz besondere Liebesgeschichte.

Oz bedient sich einer Erzählweise, die sich nicht aufdrängt, von der ich mich aufgenommen gefühlt habe und von der ersten Seite an bereit war, diese bei mir aufzunehmen. Ich habe mich in dem angenehmen Geisteszustand wiedergefunden, in dem ich in meiner Jugend Dostojewski gelesen habe.

Wunderbare Literatur.


42,195: Warum wir Marathon laufen und was wir dabei denken
42,195: Warum wir Marathon laufen und was wir dabei denken
von Matthias Politycki
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 20,00

10 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen "Marathon ist eine ganz einfache Disziplin, deshalb ist sie so schwer.", 9. Mai 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Nun ja, ich weiß nicht so recht.

Ich war freudig gespannt darauf, was ein Marathon laufender Schriftsteller, mir als Marathon laufenden Leser an Antworten liefert, warum wir das tun, was wir da tun.

Wahrscheinlich lautet die Antwort auf die Frage nach dem Warum auch beim Massenphänomen Laufen, genauso wie bei den Massenphänomenen Schlager, Public Viewing oder ähnlichem tatsächlich lapidar: Weil es oberflächlich ist.
Dennoch gäbe es sehr viel mehr Möglichkeiten sich dem zu nähern. Und ich hätte vermutet, dass ein Schriftsteller in der Lage ist, zumindest den Versuch zu unternehmen, diese auszuschöpfen.

Auf Seite 21, wenn es ums Geradeauslaufen geht, liest man den Satz: "Kein einziges Hindernis im Weg, und trotzdem kommt man dem Horizont keinen Schritt näher..." Dieser sagt aus meiner Sicht, wenn auch völlig anders gemeint und angebracht, einiges über das Buch aus.

Ich befinde mich während des Lesens im Feuilletonteil einer Laufzeitschrift. Auch wenn es sich im weiteren Verlauf etwas entwickelt und intensiver wird, betreibt Matthias Politycki mir persönlich zu sehr die übliche Effekthascherei. Zum Beispiel halte ich das ewige Männer - Frauensache Gerede mittlerweile nur noch für ausgesprochen langweilig.
Einige seiner Geschichten verlieren durch die Reduzierung auf die schlichte Aussage ein wenig ihre Glaubwürdigkeit. So ist es z.B. wenig nachvollziehbar, dass ein erfahrener Marathonläufer mit nagelneuen Schuhen, einer Marke, die er vorher nicht kannte, Schuhen, die außerdem noch das Barfußlaufen simulieren, einen 30km Trainingslauf angetreten haben soll. Vieles wirkt auf diese Art doch sehr konstruiert.
Auch bedient er mir zu oft nur Klischees. Sicher sind Klischees immer ein Teil der Wahrheit, aber als solche dann eben auch nicht besonders originell. Ich persönlich habe z.B. weder beim Halbmarathon, noch beim Marathon jemals unfreundliche Damen beim Medaillenverteilen erlebt. Auch nicht in der Stadt, wie Matthias Politycki, von der auch die wissen die niemals da waren, dass alle Taxifahrer unfreundlich sind.
Mir persönlich entpuppt sich sein "Wir" an zu vielen Stellen zu sehr als das "Bildzeitungs-Wir"

Es geht mir nicht darum, dass meine Erfahrungen und Antworten zum Thema Laufen andere sind, als die Matthias Polityckis. Ganz im Gegenteil. Aber was mir hier eröffnet wird ist leider wieder nur eine irgendwie, wie soll ich sagen, elitäre Weltsicht, die sich nicht aus ihrer Komfortzone traut.
Leistungsgesellschaftsgerede, bunte Schuhe, "Schwanzvergleiche". Geschieht denn wirklich auch das Laufen, wie scheinbar alles, was wir in unserer satten Selbstgefälligkeit tun, nur aus diesen gnadenlos banalen Motivationen heraus?
Ja, ich bin etwas ungerecht, das ein oder andere mehr kommt dann schon noch zur Sprache. Aber dennoch, bei mir bleibt nichts hängen. Auch der reine Unterhaltungswert erzeugt lediglich ein Achselzucken.


Die Nacht ist Leben: Autobiographie
Die Nacht ist Leben: Autobiographie
von Sven Marquardt
  Broschiert
Preis: EUR 14,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "I cast my vote upon this earth…, 30. April 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
take my place for what it's worth
hunger for a pair of eyes
to notice and to recognize''

Suzanne Vega, "Institution Green"(1990)

Ich gebe diesem Buch die fünf Sterne nicht deshalb, weil ich es für ein literarisches Meisterwerk halte. Es sind fünf Sterne für eine sehr gute und ehrliche Einschätzung der eigenen Person. Er ist gerecht mit der eigenen Vergangenheit.

Ohne Berührungspunkte kann man es sicher schnell, ja wohl sogar quer lesen, ohne dass viel dabei verloren geht. Es ist schon richtig, dass der ein oder andere, obwohl im "Hamsterrad", Tiefgründigeres und Spannenderes zu erzählen hätte, nur kennt denjenigen halt keiner. Bekanntheit entsteht am sichersten durch Äußerlichkeiten. So sollte man sich also auch nicht beschweren, dass nicht das Erwartete zum Vorschein kommt, wenn man dann doch mal an der Oberfläche kratzt.

Und es ist ja durchaus auch ein Zeitdokument. So kann man z.B. bei der Beschreibung der DDR, als ein Land der Nischen, in dem eigentlich jeder irgendwie in die ihm entsprechende abgetaucht ist, auf interessante Gedanken etwa über Zweckfreundschaften stoßen, die es vielleicht dann doch lohnen, tiefer einzudringen.

Auch denen, die etwas über das Berghain erfahren wollen, biete es eher wenig. Es ist tatsächlich dann am lesenswertesten, wenn es um Menschen geht, Freundschaften, Weggefährten. Mit dem Thema Türsteher gleitet es sogar ab. Es bekommt eine andere Sprache. Das geht soweit, dass vor allem die Episode über die Anfänge wirkt wie von einem anderen Autor verfasst.
Dennoch scheint er genau dort am richtigen Ort zu sein, denn als Einlasser ist er auch durch die, gleich im Prolog beschriebene Eigenschaft (sein "Abschiedig") intuitiv gut. Und mit dem, worin man intuitiv gut ist, ist man schließlich immer noch am nächsten bei sich selbst. Auch wenn man sich im richtigen Leben mit der Reaktion sich "abschiedig" abzuwenden nur für eine Beklemmung, um der Gefahr einer anderen Beklemmung zu entgehen, entscheidet.
Als Fotograf zwingt ihn genau diese Eigenschaft zur Inszenierung. Das Gutsein wird wesentlich schwieriger und aufwendiger, wie dann auch das Schreiben von Büchern.


Invisible Rays
Invisible Rays
Wird angeboten von Fulfillment Express
Preis: EUR 22,31

5.0 von 5 Sternen "Panakustikum" der Geräuscherzeugung, 19. März 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Invisible Rays (Audio CD)
Der Drummer Morgan Ågren, Gitarrist Henry Kaiser und Trey Gunn (Touch Guitar und Bass) haben "Invisible Rays"
an nur einem Tag aufgenommen. Was dabei rausgekommen ist, verschiebt alle Grenzen herkömmlicher Musik.
Es ist lebendig, kantig, schwer, herausfordernd, komplex, mitreißend, überwältigend und vernichtend.
Hier sind drei geniale Musiker am Werk, die der von allen Zwängen befreiten intensiven Klangkunst frönen.
Großer Spaßfaktor für Musikhörer, die empfänglich sind für ausgefallene, technisch brillante Improvisationen.


The Grand Experiment
The Grand Experiment
Preis: EUR 16,99

5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Das große Experiment?, 8. März 2015
Rezension bezieht sich auf: The Grand Experiment (Audio CD)
Ich habe Spock's Beard, Transatlantic und andere, wie z.B. The Flower Kings in den letzten Jahren ein wenig aus den Augen verloren, weil ich hier für mich nicht mehr so viel Neues zu entdecken wähnte und deshalb mein Interesse verlorengegangen ist. Die neue Neal Morse hat mich wieder rausgelockt, weil irgendwo von einer völlig neuen Herangehensweise bei der Entstehung dieses Albums die Rede war.

Grundsätzlich wird zunächst erstmal auch hier wieder mit der großen Kelle aus dem Prog-Rock Topf geschöpft. Positiv fallen dabei die facettenreicheren Gesangspassagen und ein paar interessante Aspekte am Bassspiel auf. Auch gelingt es Eric Gilette sich hin und wieder darauf zu besinnen, dass ein Gitarrensolo mehr ist, als das tonal perfekte herunterspielen von Skalen aus der Guitarschool Masterclass.
Das allein sagt aber jetzt noch nichts über eine neue Herangehensweise aus. Da ich aber auch nicht annehme, dass diese als eine Art Begründung für die kompositorische Vorhersehbarkeit, die insbesondere "Waterfall" und schließlich auch dem gesamten Album anhaftet, heraufbeschworen werden musste, würde ich deren Ergebnis in "The Grand Experiment", "Agenda" sowie der musicalhaften Komposition "Alive Again" sehen.
The Grand Experiment und Agenda halte ich für sehr pauschale Rocknummern, wobei sich Agenda zusätzlich auch noch etwas am Brit Pop orientiert. Alive Again fängt vielversprechend an, driftet später in einen seichten Pop Music Refrain ("...Fly away...") ab, blitzt kurz wieder auf, um sich dann doch endgültig dazu zu entschließen, am Schmalz zu kratzen. Wer so etwas sucht, kann hier fündig werden und sicher damit auch eine Menge Freude haben.
Ich persönlich sehe mich leider dann doch in meiner oben erwähnten Ahnung bestätigt und ziehe mich an dieser Stelle gleich wieder mit dem Resümee zurück:
Zweifellos ist es wieder ein hochklassig produziertes und gnadenlos professionell eingespieltes Album geworden. Aber im Großen und Ganzen hat es für mich persönlich künstlerisch erschreckend wenig Ausstrahlung und ich weiß nicht so recht, was ich damit anfangen soll. Es erfüllt unbestritten alle Kriterien um rein pragmatisch als hervorragend zu gelten. Der ein oder andere Musiklehrer hat wahrscheinlich seine helle Freude daran, aber bei mir bleibt nichts hängen. Ich persönlich muss mich dazu bekennen, dass es mich unterm Strich tatsächlich sogar ein wenig langweilt, auch wenn ich mich letztendlich doch nicht dazu durchringen kann, weniger als drei Sterne zu vergeben. Das ist vor allem dem großen Respekt vor dem musikalischen Können geschuldet, das eben trotz der Vorbehalte nicht von der Hand zu weisen ist.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jul 22, 2015 6:22 PM MEST


Hand.Cannot.Erase (Limited Edition)
Hand.Cannot.Erase (Limited Edition)
Wird angeboten von rockmusikfreak
Preis: EUR 15,99

6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Wie lange würde es dauern, bis man dich findet?", 28. Februar 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Steven Wilson hat sich bei seinem neuen Album vom Dokumentarfilm "Dreams Of A Life" inspirieren lassen, in dem die Filmemacherin Carol Morley versucht, dem einsamen Tod einer jungen Frau auf den Grund zu gehen.
Die Jazz und Fusion Anteile sind zurückgefahren. Die immer noch komplexen und phantastisch kreativen Strukturen werden nun zusätzlich mit Pop und Ambient Elementen angereichert.
Gegenüber dem Vorgänger wirkt es ausgeglichener und breiter gefächert. Auch wenn es vielleicht in der Gesamtheit musikalisch nicht so anspruchsvoll sein mag wie "The Raven That Refused To Sing", Steven Wilson erweist sich einmal mehr als grandioser Klangerzeuger. Die Thematik der Anonymität in der Großstadt verschmilzt mit der Musik zu einem organischen Gesamtkunstwerk.
Dazu tragen dieselben Mitstreiter bei, die schon auf dem Vorgänger zu hören waren. Adam Holzman Keyboard (u.a. Miles Davis), Marco Minnemann, Drums (Aristocrats und u.a. auch bei der Teilnahme an der Dream Theater Audition zur Nachfolge von Mike Portnoy aufgefallen), Nick Beggs, Bass und Chapman Stick (der ein oder andere mag ihn vielleicht noch von Kajagoogoo kennen) und Guthrie Govan an der Gitarre, der hier kongenial rüberkommt, wie bei den Aristocrats, allerdings weniger technisiert verfrickelt, eher lockerer, spontaner, dem Song und der Thematik dienlich.

Steven Wilson ist für mich ein herausragender Künstler, der auch diesmal wieder neben seinem musikalischen Sachverstand auch die große Liebe zu dem was er tut unter Beweis stellt. Er ist innerhalb des Musikbusiness ein äußerst wohltuender Gegenstrom zur Gleichmacherei und zum Opportunismus, der dort aus meiner Sicht zu sehr um sich greift.
Man mag seine Kompositionen für kopflastig halten. Für deren Entstehung trifft das vielleicht sogar zu, aber im Ergebnis sind sie eine funktionierende Synthese aus Anregung und Entspannung, der man sich auch zutiefst emotional aus unterschiedlichster Richtung nähern kann. Sie sind alles andere als gewöhnlich, bleiben dennoch jederzeit absolut zugänglich und haben das Potential, jeden, der sich darauf einlassen möchte, mit einem wunderbaren intensiven Hörerlebnis zu belohnen.


Now the Waves of Sound Remain
Now the Waves of Sound Remain
Preis: EUR 19,98

4.0 von 5 Sternen "We're Lost For Good If We Don't Figure", 26. Februar 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Now the Waves of Sound Remain (Audio CD)
Das österreichische Trio PHI besteht aus Markus Bratusa (vokals, guitars, programming), Arthur Darnhofer-Demár (bass, vokals) und Gabe Cresnar (drums). Selbst bezeichnen sie ihre Musik als "Post Progressive Rock". Wenn man Vergleiche ziehen wollte, kämen mir vielleicht Bands wie King's X, Rush und ein bisschen sogar Pearl Jam in den Sinn, bevor ich an Fates Warning oder tatsächlich auch bei "Revolution By Design" ein wenig an TOOL denke.
Wie man es auch immer einordnen mag, es kommt sehr erdig und vor allem Gitarren betont daher. Aber man sollte vielleicht gar keine Vergleiche ziehen, und PHI einfach als ihr eigenes Ding hören. Und ich meine, sie verdienen gehört zu werden.

Es hat durchaus Charakter. Der Grundsound ist sehr direkt, düster und mollastig. Ruhige und druckvolle Passagen wechseln sich ab.
Fette Riffs sind genauso zu hören, wie cleane Arpeggios. Die immer wieder dazwischen fegende Gitarre sorgt für eine ganz eigene Dynamik.
Kreative Basslinien und gekonntes Drumming runden das ganze ab. Über die gesangliche Leistung kann man sicher uneins sein, aber ich finde sie hat durchaus Ausstrahlung.
Die meisten Stücke bleiben eher kurz und kommen ohne Umschweife auf den Punkt. Dennoch mangelt es nicht an Wendungen und interessanten Soundschmankerln. Die beiden etwas längeren Tracks sind aber dann doch die Höhepunkte. Hier bekommen die Facetten mehr Raum, um auf Gehör zu treffen. Auch findet Markus Bratusa hier die Zeit zum Solieren, womit er sich sonst etwas zurückhält.
Für diejenigen, die etwas mit Art-und Progressive Rock anfangen können und dabei auf kernigen Gitarrensound stehen, sollte sich das Antesten lohnen.
Ich finde, PHI machen ihre Sache gut und können, bezogen auf die als Überschrift der Rezension gewählte Textpassage durchaus auch eine Rolle spielen. Sie sollten sich dafür an ihre letzte Textzeile halten: "We Won't Give Up"


Back from the Abyss
Back from the Abyss
Preis: EUR 16,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das zerrt am Kittel,, 25. Januar 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Back from the Abyss (Audio CD)
packt mich im Genick und sortiert die Bilder im Kopf.
Die sind irgendwo zwischen der trockenen Wüste Kaliforniens und dem Regen in felsigen Gebirgsschluchten, zwischen gleißender Sonne und dramatischer Dunkelheit.
Ich denke an Kyuss, Ozzy und frage mich, wie es Lemmy Kilmister wohl geht.

Ich denke, die Jungs machen hier alles richtig. Sie berufen sich auf ihre Stärken, aber verfeinern das Rezept. Die Stoner Formel wird erweitert um Blues, Metal und klassischen Rock. Es bleibt fest verwurzelt in seiner Nische und präsentiert dennoch eine erstaunliche Vielfalt. Von einigermaßen leichtfüßig bis ganz dick aufgetragen, bietet es alles an Spannung und Dramatik, was man sich so wünscht.


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