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Rezensionen verfasst von
Koy Karpfen "K.K." (Klinik unter Palmen)

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The Getaway
The Getaway
Preis: EUR 14,99

4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Tolle neue Songs - Red Hot Chillig Peppers, 24. Juni 2016
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: The Getaway (Audio CD)
Das lange Warten hat ein Ende - die Peppers bringen nach 5 Jahren endlich wieder ein neues Album heraus. Und natürlich verfangen sich die Hörer wieder in heißen Diskussionen: Wo ist die Power? Wo sind die 90er Peppers? Vs. Großartige Melodien! Neue Ideen! Ich persönlich bin erst bei Californication eingestiegen und mag genau diesen Sound und Weiterentwicklungen, während ich die ganz alten Sachen gar nicht so gut finde. Ich stehe am meisten auf die grandiosen Melodien und die verspielten Gitarren. Und man weiß eigentlich auch, dass Musiker mit wachsendem Alter selten härter, radikaler oder frecher werden. Sollten sie das probieren, wird ja dann auch wieder kritisiert, warum man sich so zwanghaft jugendlich verhält.

Aber kommen wir mal zur Sache: 13 neue Songs befinden sich auf der Platte. Die einzelnen Songs klingen insgesamt ein wenig entspannter als vorherige Alben, allerdings gibt es auch da Ausnahmen. Anthony verarbeitet darin größtenteils seine vergangene Beziehung. Die Band hat sich musikalisch wieder viele tolle Melodien, Breaks und Lines überlegt.
Die einzelnen Songs:

The Getaway (8/10): Ein vergleichbar entspannter Einstieg, der auch nicht zu größeren Steigerungen führt. Es zuckt und bleibt in einer entspannten Grundstimmung. Der Refrain ist sehr melodisch und gegen Ende folgt eine kleine Bridge in nettem Gewand. Ein solider Song. Aber ohne größere Sprengkraft.

Dark Necessities (9/10): Ein schöner Intro, der Lust auf mehr macht. Dann kommt eine Basslinie, die leider sehr an "Can't stop" erinnert. Insgesamt ist der Song mit Klavier aber ganz anders als der "By the Way-Kracher". Der Refrain ist wieder sehr melodisch und gefällt. Es folgt ein Klavierzwischenspiel und eine nette Bridge. Nach einer weiteren Strophe und dem Refrain kommt ein chilitypisches Solo, das sehr zu Gefallen weiß und den Song sehr schön zum ende bringt. Ein richtig guter Song.

We turn Red (9/10): Erst kommt ein schöner Schlagzeugbeat, dann rockt es, dann funkt es, dann kommt ein wunderschöner Chilirefrain. Toller Gesang. Mehr braucht es nicht. Sehr typisch, sehr gut.

The Longest Wave (10/10): Das erste Meisterwerk. Ein tolles Gitarrenspiel setzt ein, Anthony singt eine nette Strophe, die stets gegen Ende wunderschön endet. Und dann kommt auch noch ein grandioser Refrain mit etwas mehr Power. Diesen Song MUSS man als Single raushauen. Kann es locker mit "Californication" aufnehmen. Ich liebe den Song.

Goodbye Angels (9/10): Einer der dramatischsten Songs. Eine schöne Basslinie startet, das Schlagzeug setzt leise ein und steigert sich immer stärker, Anthony singt dazu, auch er steigert Lautstärke und Tiefe. Ein typisches "Hey-Yo" beendet jeweils eine Strophenzeile und findet Gefallen. Dann kommt es zum Refrain, der ganz typisch klingt, aber eher traurig ist mit Engelshintergrundgesang. Zwischendurch baut es sich noch einmal auf und Flea gibt ein tolles Basssolo und dazu folgt eine kratzige, atmosphärische Gitarre und das Lied endet. Wäre der Refrain ein wenig eingängier, wäre es eine perfekte Single. Aber auch so ist es ein klasse Song.

Sick Love (10/10): Das nächste Meisterwerk. Viel entspannter kam selten ein Chilisong um die Ecke. Dazu braucht es einen Cabrio, eine Straße in der freien Natur und Sonne. Auch hier finde ich, dass es der Song gut mit "Scar Tissue" aufnehmen könnte. Man möchte die ganze Zeit nur den Kopf dazu nicken und das Leben genießen, auch wenn der Text das nicht unbedingt hergibt. Mein heimlicher Favorit. Wäre auch eine Single, die einschlagen würde.

Go Robot (10/10): Ein Song, der ein wenig ausbricht. Er startet mit einer coolen Basslinie und einem Electrodrumset. Anthony singt Stakkato darüber und es fetzt. Der Refrain wird dann etwas wärmer und klingt ein wenig nach den aktuellen Daft Punk. Insgesamt eine richtig coole tanzbare Idee. Ich würde auch diesen Song als Single rausbringen. Der Song pumpt und macht einfach nur Spaß.

Feasting on the Flowers (8/10): Ein schöner Gitarreneinstieg, typische Chilistrophe und wieder ein sehr schöner Refrain. Solide.

Detroit (9/10): Es wird wieder lauter, rockiger und bluesiger. Ein Song, der gegenüber dem entspannten Rest ein Gegenstück bildet. Die erste Bridge drückt schön, der Refrain setzt danach gut ein folgt einer tollen Melodie. Very nice.

This Ticonderoga (9/10): Der härteste Song auf dem Album. Die Gitarre schmettert mit Powerchords dem Hörer entgegen und Anthony singt kraftvoll dazu. Eine Bridge setzt passend dazu ein. Und dann kommt ein schöner Peppersmoment: Ein Break setzt das Tempo runter und eine liebevolle Melodie erscheint. Klasse Idee. Diese Reihenfolge wiederholt sich noch ein paar Mal. Richtig guter und abwechlsungsreicher Song.

Encore (9/10): Der Song beginnt elektrisch und Anthony singt sehr sanft darüber, die Strophe bleibt dabei noch etwas nichtssagend. Mit dem Refrain macht das Ganze dann Sinn. Viel schöner kann er nicht gelingen. Großartig. Die Strophe ist Mittelmaß, der Refrain ist hervorragend. Aber natürlich passts so gut zusammen.

The Hunter (7/10): Ein Song, der meiner Freundin mit am besten gefällt. Ich finde ihn ein wenig zu melancholisch, aber Atmosphäre hat er ohne Zweifel.

Dreams of a Samurai (7/10): Ein interessantes Zusammenspiel von Klavier und Bass. Insagesamt gut gemacht, aber nicht mein persönlicher Favorit.

Zusammengefasst haben 11 der 13 Songs für mich mindestens 8 von 10 Punkten erreicht und beinhalten großartige Melodien. Das schafft fast keine andere Band auf der Welt. Das Album ist in der Breite also deutlich mehr als solide. Ich mag die Platte sehr gerne. Einziger Kritikpunkt: Es dürfte mehr echte Gitarrenriffs geben, dafür gibt es aber dieses Mal ganz andere Meisterwerke. Das Cover ist für mich eines der schönsten Chilicovers überhaupt. Die Qualität des Pappschubers ist allerdings leider nicht so wertig. Da hätte ich mir gerade vor dem Hintergrund der tollen Ästhetik mehr gewünscht.

Klare Kaufempfehlung, aber: Bitte nicht immer mit zu vielen speziellen Erwartungen an das Album herangehen. Hört es euch ein paar Mal an, es reift mit jedem Hören.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jun 25, 2016 4:39 AM MEST


Future Present Past (Ltd.10'' Ep) [Vinyl Single]
Future Present Past (Ltd.10'' Ep) [Vinyl Single]
Preis: EUR 16,11

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Typischer, modernder Strokes-Sound - Leider hitfrei, 5. Juni 2016
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Eher im Hinterzimmer veröffentlicht als mit großer Vorankündigung kommt jetzt eine brandneue EP der New Yorker Retter des Rocks der Nullerjahre. Zugegeben, der Hype ist schon lange vorbei, aber die Alben der Band haben mich immer wieder begeistert. Deswegen habe ich mir auch sogleich "Future Present Past" heruntergeladen - Vinyl für 17 Euro ist definitv zu teuer für drei Songs + einen Remix.

Aber kommen wir mal zum Inhalt. Der erste Song "Drag Queen" (2/5) kommt mit seinem getragenen 80er Grundsound im Strokesgewand nicht so richtig an. Auch wenn man nach mehrmaligem Hören insbesondere im Refrain einzelne Feinheiten findet, ist das maximal Mittelmaß. Der zweite Titel "Oblivious" (4/5) überzeugt schon deutlich mehr, der Intro ist typischer Strokessound. Dann zieht sich das Ganze in der Strophe wieder etwas hin. Der Refrain ist dramatisch-harmonisch und findet Gefallen. Richtig gut wird's dann aber zur Mitte, das Solo ist großartig und macht richtig Spaß mit den kreischenden Gitarren. Der Rest wie gesagt solide. Der dritte Titel "Threat of Joy" (4/5) ist der klassischste Strokes-Song und kommt sehr entspannt daher. Vor allem die Strophe macht richtig Spaß, der Refrain drückt das Ganze wieder etwas runter und könnte etwas cooler sein, dann wäre dieser Song der fehlende Hit auf der Scheibe. Aber vermutlich war das auch nicht das Ziel der EP. Der Remix zu "Obliviuos" ist zum Teil sehr nah am Original. Mich erinnert diese EP kaum an das letzte Album, vielmehr an "Room on Fire" oder "Angles", allerdings alles sehr entspannt, ohne rockigen Druck . Die Titel sind auch relativ lange für die Band.

Fazit: Ein schwacher Song und zwei solide Songs, die auf einem ordentlichen Album Gefallen gefunden hätten. Alles allerdings ohne einen richtigen Hit. Ich würde der EP am liebsten 3,5 Sterne geben.


Kompass
Kompass
Preis: EUR 5,99

4.0 von 5 Sternen Das Rad wird nicht neu erfunden - Dafür gibt's klassische, schöne Madsensongs, 10. September 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Kompass (Audio CD)
Madsen liefern ein solides Album mit einigen Ohrwürmern ab. Allen voran sind Songs wie "Leichter", "Kompass", "Unerreichbar" und "Ich trink nur eben aus" typische, eingängige Songs wie man sie von Madsen kennt und mag. Die Auskopplungen vorab fand ich tatsächlich weniger spannend.

Vom Anspruch der Band, bei dieser Platte "experimentell" zu klingen, sind sie dabei weit entfernt. Das ist vielmehr ein extrem klassisches Madsenalbum, wie ich finde. Dagegen kam "Wo es beginnt" eher experimentell und "tight" daher. Und es fehlen auch die ganz großen Madsenmomente, die man aus den vergangenen Alben kennt. Hier reduziert man sich auf Wesentliches und Einfaches.

Als Madsenfan macht man beim Kauf nichts falsch und kann sich auf den typischen Sound freuen. Überragende Hits mit neuen Ideen oder Ansätzen sucht man vergebens. Von daher einen Punkt Abzug. Davon abgesehen kann man das Album lange und gut genießen.


Schrei nach Liebe
Schrei nach Liebe
Preis: EUR 0,99

5.0 von 5 Sternen Großartig und zeitlos..., 5. September 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Schrei nach Liebe (MP3-Download)
Die Ärzte haben 1993 ein Zeichen gegen Rechts gesetzt. Das war ein unglaublich wichtiger Song, der heute, im Jahr 2015, wieder an Bedeutung gewinnt, aber generell zeitlos ist ist. Möge dieser großartige Song in allen Radiosendern der Welt ausgestrahlt werden und den einen oder anderen vielleicht überzeugen oder Überzeugte dazu bringen, ihren Mund noch weiter gegen Fremdenfeindlichkeit zu öffnen.


Tocotronic (Das rote Album)
Tocotronic (Das rote Album)
Preis: EUR 7,99

7 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Liebe wird das Ereignis sein!, 5. Mai 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Tocotronic (Das rote Album) (Audio CD)
Da ist es nun, das elfte Studioalbum der inzwischen 22 Jahre alten Band Tocotronic. Angefangen mit LoFi-Aufnahmen und Trainingsjacken haben die vier (früher drei) mittelalten Herren nunmehr eine ganze Reihe unterschiedlicher Entwicklungen hinter sich. Nach dem opulenten "Wie wir leben wollen" aus dem Jahre 2013 hat man sich ein wenig zurück genommen und nicht nur inhaltlich (Liebe statt Leben), sondern auch musikalisch fokussiert. Das hier ist im weitesten Sinne wieder ein Popalbum geworden, wie seinerzeit das weiße Album. Wie bei dem weißen Album soll wohl wieder ein neuer Akzent gesetzt werden. Textlich versucht sich Dirk insbesondere an der Thematik "Liebe", ohne in typische Lovesongs zu rutschen. Die Lyrics sind wesentlich weniger komplex und verkopft, was durchaus zu gefallen weiß. Musikalisch wechselt der Sound zwischen Neue deutsche Welle, Dark Wave und Sixties-Sound. Dem neuen Album mangelt es dabei kaum an Melodien - die Band ist inzwischen eine richtige Melodienschleuder. Wie beim letzten Album gibts wieder eine warme Wucht, insgesamt aber noch entspannter und auch optimistischer.

Zu den Songs:

Prolog (8/10) - Dunkler Wave-Einstieg, der schon Richtung Albumthema "Liebe" und musikalischem Fokus verweist.

Ich öffne mich (7/10) - Ähnlicher Sound wie beim Intro. Gut gemacht, könnte ohne Dirks Stimme aber auch von Linkin' Park sein oder ein Formatradiosong. 7 Punkte für solide Qualität, auch wenns nicht mein Geschmack ist.

Die Erwachsenen (9/10) - Musikalisch könnte das auch Klaus Lage sein. Textlich typisch Tocotronic - ein Text, den die Masse schwachsinnig findet...

Rebel Boy (10/10) - Der Hit des Albums. Es geht gemächlich los, bis ein kleines Riff startet, das sicher von The Who geklaut wurde. Die Basslinie vielleicht auch. Da sollte man drauf achten - ziemliches Brett. Der Text gibt einem dann den Rest: "Ich will keine Punkte sammeln, ich will nur ein neues Leben." Das ist zum Mitgrölen gedacht, super Slogan. Mein Favorit.

Chaos (6/10) - Ein Song, der wie so manch ein Tocosong vor sich hin plätschert, gefällt mir weniger gut. Der Sound könnte aber auch von The Coral sein, was zumindest gefällt.

Solidarität (10/10) - Ein Song, der sich durchaus mit "Im Zweifel für den Zweifel" messen kann: Solidarität mit den Andersdenkenden und Verachteten wird hier von Dirk besungen. Unterlegt mit Streichern und Folkgitarre ist das Ganze auch musikalisch spitze.

Spiralen (9/10) - Der Intro ist krass. Das ist so unglaublich entspannt-schön. Dann sorgt Dirk mit gelassener Stimme für eine tolle Atmosphäre. Ein wunderbarer Song.

Sie irren (10/10) - Wieder ein Brett. Direkt von The Smiths übernommen. Eine Achtzigergitarre mit verwunschener Melodie. Die zweite Strophe bleibt ein Solo, dann kommt gleich wieder der Refrain. Das geht inzwischen bei den Tocos. Tolle Atmosphäre.

Haft (8/10) - Hier geht ums Haften am Partner. Ein netter Song mit guter Melodie.

Zucker (9/10) - Wieder etwas peppiger/ schneller mit warmen schönen Akkorden und schönem Refrain.

Jungfernfahrt (6/10) - Plätschert ein bisschen, wächst vielleicht noch beim Hören.

Diese Nacht (9/10) - Eine tolle Folkgitarre bringt einen klasse Sound á la Conor Oberst. Auch toll gesungen.

Date mit Dirk (8/10) - Ein ironischer Song mit Bachplätschern und Vögelgezwitscher, auch wieder ein schöner Folksong.

Insgesamt hat die Platte eine große Breite an schönen Songs und wenigen kleineren Ausfällen. Im Vergleich fehlt es eigentlich nur an den harten Gitarren, die hier vielleicht auch nicht reingepasst hätten. Mir persönlich fehlen sie ein bisschen - insbesondere die jaulenden Impulse von Rick. Ansonsten gibts ein sattes Paket wunderschöner Popsongs mit tollem Gesang. Diese Band arbeitet auch nach 22 Jahre aktiv weiter, bewegt sich, bleibt nie stehen. Wer das nicht mag, muss gehen, die anderen haben ihre Freude. Im Übrigen werden die alten Hits ja trotzdem live rausgeschmettert.


Feelings aus der Asche
Feelings aus der Asche
Preis: EUR 14,99

12 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Alternder Olli veröffentlicht ein schlüssiges, aber ernstes Werk, 22. Januar 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Feelings aus der Asche (Audio CD)
Seine Haare sind grau und seine Helden sind alt... So beginnt die neue Platte vom großen, deutschen Songwriter Marc Oliver Schulz. Und das ist auch ein Tenor des Albums: Olli ist älter geworden und bringt deswegen eine reifere Platte raus. Als Fan der ersten Stunde kann ich auf eine ganze Reihe von Alben zurückblicken. Diese Platte ist in gewisser Weise Neuland: Insgesamt klingt die Scheibe produzierter und es gibt weder "improvisierte Schnellaufnahmen" (wie z.B. H.d.F.k.K.) noch irgendwelche Witze zwischendurch. Auch neu ist die zum Teil dunkle Ernsthaftigkeit der Texte. Während die Platte noch locker/ witzig startet (So muss es beginnen/ Phase), endet sie gleich mit drei ernst/traurigen Stücken (Das kann hässlich werden/ Mann im Regen/ Feelings aus der Asche). Letzteres ist darauf zurück zu führen, dass es sich um ein Trennungsalbum handelt.

Anspieltipps:
So muss es beginnen (9/10) - Ein toller Opener mit Groove, der nach vorne blickt, ohne die Schwierigkeiten des Lebens außen vor zu lassen.

Phase (9/10) - Witziger Song, der schon vorab veröffentlicht wurde. Erinnert ein bisschen an "Antonia" von Angelika Express. Gute Idee.

Als Musik noch richtig groß war (10/10) - Der Überflieger des Albums. Toller Text über seine musikalische Entwicklung als Kind und den Einfluss, den Musik auf ihn genommen hat und nimmt.

Mann im Regen (8/10) - Olli unterwegs, die Freundin braucht wieder Zeit für sich und er ist allein im Regen unterwegs. Gut umgesetzt.

Feelings aus der Asche (9/10) - Toller Titeltrack, der Ollis aktuelle Lebenssituation gut umschreibt.

Insgesamt ist es also ein absolut kaufenswertes Album von einem der besten, deutschen Songwriter, der mit unglaublich viel Herz seine Songs schreibt und vorträgt. Ich persönlich vermisse ein wenig den Witz des letzten Albums (Spielerfrau, H.d.F.k.K. usw.) und bin der Meinung, dass SOS einen Tick besser war als dieses Album. Aber SOS ist für mich generell eines der besten Alben, die bei mir im großen Schrank stehen und von daher ist die Platte dennoch hervorragend. Und die Lebenssituation, in der sich Olli befindet, kann man und er sich ja nicht aussuchen und Gefühle müssen raus.

Greift zu!


Endlich Urlaub!
Endlich Urlaub!
Preis: EUR 12,34

5.0 von 5 Sternen Phänomenal geniales Solodebut des Ärztefrontmanns, 23. Oktober 2014
Rezension bezieht sich auf: Endlich Urlaub! (Audio CD)
"Endlich Urlaub" gehört für mich als Deutschrockfan generell zu den besten deutschsprachigen Rockalbenüberhaupt. Wäre die Platte von den Ärzten, so wäre sie in der Qualität vergleichbar mit den Ausnahmealben 13 oder Planet Punk. Nun sind wir aber bei nur einem Arzt, dem Frontmann Farin Urlaub, der sich bewusst entschieden hat, eigene Wege zu beschreiten. Das ist dann wohl auch der einzige Kritikpunkt: Richtig abgrenzen kann er sich kaum. Das stört mich persönlich aber nicht.

Dem Ausnahmetalent hat es nicht geschadet, dass er als Kind stets bei seiner Mutter Musik der Beatles "hören musste". Verbunden mit seiner Punksozialisation und seiner Freude an Ska ist ein tolles musikalisches Gemisch entstanden. Aber Musik ist noch nicht alles. Der strahlende Blonde mit der immergleichen Frisur hat auch ein goldenes Händchen für kluge Texte - mal ernst, mal politisch, mal emotional und selten ohne Ironie. Hier passt einfach alles zusammen. Was Herrn Urlaub auf diesem Album gelingt, erreicht er in dieser Qualität leider in den kommenden Soloalben nur in Teilen.

Aber jetzt mal konkret: Das Album im schönen Pappgewand beginnt und endet mit dem gleichen Schema in "Intro" und "Outro". Sehr melodisch und ansprechend. Beim zweiten Song "Jeden Tag Sonntag" erzählt Farin euphorisch vom Verliebtsein. Ich selbst kann diesen Song hervorragend genießen, wenn ich an diese Zeit des Verliebens zurückdenke. Bei "Sumisu" läuft stets eine coole Gitarrenmelodie im Hintergrund zu einer dunklen Geschichte von Jugendlichen, die immer nur The Cure hörten und sozial ausgeschlossen waren. Zwar stereotyp, aber toll. Alle bisher genannten Songs kriegen 9/10 Punkte. Jetzt folgt die erste Singleauskopplung "Glücklich" - eines der besten Lieder aus Farins Feder (10/10). Bei "Ich gehöre nicht dazu" erzählt er von mangelnden Tanzskills, solide 8/10. "Ok" ist wohl auch eines der größten Songs vom Ärztefrontmann, tolles Riff, atmosphärisch, authentisch, groß (10/10).
"Der Kavalier" ist für mich der schwächste Track, nicht weiter schlimm (7/10), zumal mit "Am Strand" schon wieder absolutes Hitpotential ausgeschöpft wird, das sind für mich mathematisch inkorrekte 11/10 Punkte, großartig. "Wunderbar" bleibt spaßig und ist solides Material (8/10). Bei "Das schöne Mädchen" zeigt Farin wie so oft, dass ihm Songs über das weibliche Geschlecht immer gelingen, schön (9/10). "1000 Jahre schlechten Sex" bildet einen schönen Gegenentwurf und erzählt vom möglichen Racheakt beim Fremdgehen, eingängig und besonders (9/10). Nun folgt erstmal ein Instrumental im ritterlichen Mittelaltergewand, das wäre sicherlich auch ein toller Soundcheck, feinfein (9/10). Jetzt kommt eine gehörige Portion Kritik an Politik und Staat, inhaltlich und musikalisch solide (8/10). Zum Ende hin zieht Farin dann nochmal alle Register: ich gehe sogar soweit zu sagen, dass ihm mit "Phänomenal egal" sein wohl größtes Liebeslied überhaupt gelungen ist - mit tollem Langzeitwert und weiterhin mathematischer Inkorrektheit in der Bewertung(11/10). Sein "Abschiedslied" bleibt hochkarätig und hochemotional. Vermutlich steckt in diesem Song auch so viel Leidenschaft, weil er von seiner größten ebendieser erzählt. Mehr als groß (11/10). Zuletzt kommt der oben bereits erwähnte "Outro".

Dieses Album ist ein Meisterwerk auf dem Zenit seines Schaffens. Hier werden seine großen Themen meisterlich auf den Punkt gebracht. Das Album gefällt vom ersten Hören an und kann jahrelang wieder ausgepackt werden. So viele, tolle Songs auf einer CD schafften wohl sonst nur die vier Herren, die er bei seiner Mutter immer "hören musste". Riesig.


Trümmer
Trümmer
Wird angeboten von -uniqueplace-
Preis: EUR 9,60

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Fulminantes Debut junger Indieidealisten - natürlich aus Hamburg, 19. September 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Trümmer (Audio CD)
Das Debutalbum der Band Trümmer zählt für mich schon jetzt zu den besten deutschen Indieplatten der letzten Jahre. Textlich spricht Paul Pötsch aus dem Mund vieler junger, kritischer Anfangzwanziger ("Ich will Straßen voller Schmutz!" - "Ich starte die Revolte"). Das ist für mich ein entscheidender Punkt: Endlich wieder eine Band, die was zu sagen hat. Der Gesang ist dabei insgesamt eher sanft als reißerisch. Mich erinnert das am ehesten an den Gesang von Gisbert zu Knyphausen. Hin und wieder klingt das Ganze noch etwas naiv, aber das nehme ich gerade zu Beginn sehr gerne in Kauf - zumal die heutige Jugend sehr früh abgeklärt ist. Und: "Vor uns liegt immer noch mehr, als hinter uns". - Die Jungs haben also noch einiges vor. Musikalisch befindet sich das Ganze irgendwo Indierock und Punk. Der einzige Wermutstropfen: Der Indie wird seit Jahren als tot bezeichnet. Mich persönlich stören solche Trends nicht, aber vermutlich wird das Album nicht so einschlagen wie manch eine Platte aus den Nullerjahren. Kritisch sollte man auch anmerken, dass die Musik keine ganz neuen Akzente setzt. Mal klingt es nach Virginia Jetzt!, mal Libertines, mal Interpol, mal Madsen, mal Rio Reiser usw. Aber das sind auch alles ganz brauchbare Referenzen, so dass das für mich kein Problem darstellt. Der Bandname lässt auch viel Interpretationsspielraum: Es gibt ja den Song der Sterne (Wir hatten Sex in den Trümmern...), womit man die Band auch gleich in der Hamburger Schule verorten kann. Der Name erinnert aber auch an "Ton Steine Scherben". Generell geht es wohl darum, dass die Welt so wie sie ist bald zu Ende gehen wird und dann der bessere Neuaufbau aus den Trümmern heraus stattfinden kann. Das kennt man aber auch von Knyphausen...

Zu den Songs:
1. Schutt und Asche - Zu Beginn hört sich der Song nach Virginia Jetzt! an, erst so langsam bringt der Text aber mehr Tiefe. Der Opener erzählt schon gleich von einer langen Zukunft (s.o.). Schönes Teil. - 9/10

2. 1000. Kippe - Irgendwo zwischen Libertines und Angelika Express. Rotzig-frech. Eine der besten Songs auf dem Album - 10/10

3. Revolte - Mein Lieblingssong auf dem Album. Rockig-melodisch-melancholisch mit tollem Mitsingrefrain - 10/10

4. In all diesen Nächten - Kurzes, ruhiges Intermezzo. Sanft-pathetisch - 8/10

5. Wo ist die Euphorie - Wahrscheinlich der Song, der live am meisten rockt. Great. Grundsätzlich wäre nach diesem Song schon alles gesagt, aber es geht weiter.... - 10/10

6. Nostalgie - ...ist prinzipiell schwer zu ertragen. Na, woher kennt man solche Zeilen? Richtig: Tocotronic. Solide - 8/10

7. Der Saboteur - Jetzt wirds auch härter. Der Song könnte auch von Madsen sein. Richtig gut - 9/10

8. Straßen voller Schmutz - Der Aufruf zur Revolution - "Ich brauch ein paar verlorene Seelen...". Gut gelungen - 8/10

9. Scheinbar - Der Intro könnte von Franz Ferdinand oder Angelika Express sein, der Text wiederum von Thees Uhlmann; "Scheinbar geht es allen gut, ja ok, man spuckt schon manchmal Blut....". Ein Highlight - 10/10

10. Papillon - Der einzige Song über eine Frau - 9/10

11. Macht - Ein bisschen Selbstmitleid. Das gibts sonst nicht so oft - zum Glück - 7/10

12. Zurück zum Nichts - Ein kleiner Ausfall der Band. Erinnert leider ein bisschen an Tokyo Hotel. Geht besser - 4/10

13. Morgensonne - Schöner, ruhiger Outro - 9/10

Die Band macht Lust auf mehr. Es bleibt zu hoffen, dass die CD von vielen gekauft wird - genug Werbung gab es ja in allen großen (Musik-)Zeitungen und Zeitschriften. Für mich ist die CD eine absolute Kaufempfehlung für alle Musikbegeisterte, Freunde deutschsprachiger Musik sowie Idealisten


Beatsteaks
Beatsteaks
Preis: EUR 5,99

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Grundsolides Album - ohne nennenswerte Höhen und Tiefen, 7. August 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Beatsteaks (Audio CD)
Nachdem ich das Album sicher 10x gehört habe, bilde ich mir ein Urteil:
Das Album fließt, manchmal groovet es, manchmal rockt es, selten langweilt es. Auch nach mehrmaligem Hören entpuppt sich kein wirklicher Hit, der richtig im Ohr hängen bleibt. Insgesamt gibt es aber keinen Song, den man weiterschaltet, denn alle Songs haben ein ordentliches Grundniveau. Das konnte ich von "Boombox" nicht behaupten. Dafür fehlt aber leider ein Überflieger wir "Milk and Honey", "Hand in Hand" oder "Jane became insane". Allenfalls "Pass the Message" hat nen coolen Groove und ein schönes Solo. Das wäre sicher eine gute Single.

Meine Anspieltipps: DNA, Everything went black, Pass the Message


Right Thoughts,Right Words,Right Action
Right Thoughts,Right Words,Right Action
Preis: EUR 14,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Franz Ferdinand sind wieder so gut wie auf dem Debut, 13. März 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Franz Ferdinand erfinden das Rad nicht neu. Stattdessen spielen sie das, was sie schon auf dem Debut vorzüglich unter Beweis stellen konnten: Anspruchsvollen, extrem coolen, tanzbaren Indie-Rock. Und das gelingt ihnen besser denn je. Sie treten dabei auch wieder vom Synthie-Sound des Vorgänger-Albums einen Schritt zurück. Ich hoffe, sie finden weiterhin genug Fans - aber sie sind ja nicht die einzigen Überlebenden der Nullerjahre.

Das Album beinhaltet einige hochklassige Songs:

Right Action (8/10) - Netter Opener, hier geht aber noch mehr.

Evil Eye (9/10) - Trockener Beat im Zombiegewand. Sehr cool.

Love Illumination (10/10) - Viel größer geht es nicht: Eine harte Rocknummer im 70er Gewand.

Stand on the Horizon (9/10) - Erinnert etwas an "Monarchy of Roses" von den Chili Peppers, aber auch an Pink Floyd. Cooler, Beat, große Melodie.

Fresh Strawberries (10/10) - Die Beatles lassen grüßen: Das ist klassisch schön.

Bullet (10/10) - Hier bebt die Indie-Disco, weil es einfach rockt.

Goodbye Lovers and Friends (9/10) - Sehr schönes Ende mit tollem Refrain.

Hier stimmt einfach alles. Hoffentlich bleiben sie uns noch lange erhalten und produzieren weiterhin derart große Alben. Franz Ferdinand bleiben auch weiterhin eine Single-Band. Nicht, dass man ihre Alben nicht am Stück hören könnte. Aber die Songs sind zumeist in sich große Kunstwerke, die allesamt als Single veröffentlicht werden können. Kaufen!


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