Fashion Sale Hier klicken Strandspielzeug b2s Cloud Drive Photos Microsoft Surface Learn More HI_PROJECT Hier klicken Fire Shop Kindle PrimeMusic Summer Sale 16
Profil für Walter Cronkite > Rezensionen

Persönliches Profil

Beiträge von Walter Cronkite
Top-Rezensenten Rang: 2.850
Hilfreiche Bewertungen: 858

Richtlinien: Erfahren Sie mehr über die Regeln für "Meine Seite@Amazon.de".

Rezensionen verfasst von
Walter Cronkite "Walter Cronkite"

Anzeigen:  
Seite: 1 | 2 | 3 | 4 | 5
pixel
Hitler, Mein Kampf: Eine kritische Edition
Hitler, Mein Kampf: Eine kritische Edition
von Christian Hartmann
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 59,00

90 von 97 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Glanzstück der Editionswisenschaften, 26. Januar 2016
In der Vor-Bologna Zeit war im zehnsemestrigen Studium der Geschichtswissenschaften (Abschlüsse: Staatsexamen Lehramt, Diplom oder direkte Promotion) kanonisierter Pflichtbestandteil im Grundstudium die Teilnahme an einem Seminar „Editionswissenschaft“. Wer ein solches Seminar erfolgreich bestanden hat, etwa durch Anfertigen einer eigenen Edition, weiß, welche Anforderungen gestellt werden, welcher Aufwand ihn erwartet. Wesentlich bei einer Edition ist immer die Einleitung, denn hier werden die Editionsrichtlinien dargestellt und das zu edierende Werk auch historisch eingeordnet. Das Team um Christian Hartmann hat hier wahrhaft vorbildliches geleistet. Über das Übliche hinaus werden Kriterien diskutiert wie z.B. die Papierwahl (geglättete hochwertige Papiersorte: Kriterium Haltbarkeit), das Buchformat oder die Auswahl der Schrifttype, die Wahl des Einbandes: Kriterium Haltbarkeit. Hier erwartet den Leser eine beispielhafte, exzellente, ja Maßstäbe setzende Edition. Schon bescheidenere Editionen kosten ein mehrfaches, insofern ist der Preis für dies Edition geradezu lächerlich niedrig.

Was ist nun unter Kommentierung zu verstehen in dieser Edition? Zunächst, und in der überwiegenden Mehrzahl sind es Kommentierungen, die z.B. informieren über etwa die Bevölkerungsentwicklung in Wien oder über die verschiedenen Phasen der Sozialgesetzgebung in Österreich. Also reine Sachinformation. Aber auch Richtigstellungen dazu, ob etwa Angaben Hitlers stimmen können. Diverse Male wird korrigiert, wenn etwa der Besuch einer Theatervorstellung nicht mit 12 Jahren in Wien gewesen sein kann, weil das entsprechende Werk erst zu einem späteren Zeitpunkt überhaupt aufgeführt wurde. Und so gelingt es den Autoren, so manche „Stilisierung“ aufzudecken. Die Autoren enthalten sich jeder politisierenden, moralisierenden Stellungnahme. Es sei denn, jemand kritisiert in diesem Zusammenhang eine sachliche Korrektur als „ideologisch motiviert“oder was auch immer.

Das Team um Christian Hartmann hat darüber hinaus auch die textkritische Edition durchgeführt. Dabei werden verschiedene Ausgaben (Auflagen) von der Erstausgabe bis hin zur letzten Auflage 1944 dahingehend verglichen, ob der Text verändert wurde. Was, wenn man sich die Edition ansieht, sehr oft, im Schnitt zehnmal pro Seite erfolgt ist: Es handelt sich um Veränderungen von Schreibweisen oder auch Streichungen und Ergänzungen im Text.

Das Team um Hartmann lässt es auch nicht unerwähnt in der Einleitung, dass es natürlich auch andere Bezugsquellen für den reinen, unkommentierten Text gibt. Und nennt diese. Man kann davon ausgehen, dass es vor allem Vertreter des „rechten Spektrums“ sind, die eine Edition dieser Qualität in Bausch und Bogen verdammen. Nun ist Lernen ja keine Krankheit, die es zu verhindern gilt. Und mit dieser Edition lässt sich ein Lernprozess größeren Ausmaßes anstoßen.

Jedem, der sich mit einem der mutmaßlich einflussreichsten Bücher des 20. Jahrhunderts befassen will, sei diese Edition empfohlen.

Vielleicht abschließend noch ein Wort zur Preisgestaltung: Das IFZ hat bei dieser Edition bewusst den rein kostendeckend kalkuliert (siehe oben etwa Einband oder Papierqualität). Dass es dann leider Geschäftemacher gibt, die ohne jeden Grund ein Vielfaches verlangen, ist zum einen nicht wirklich verwunderlich und vor allem: höchst bedauerlich. Insofern ist es sehr zu begrüßen, dass alle vom IFZ in 2016 gedruckten Exemplare genau eine einzige Auflage darstellen. Keine Erstausgabe, keine zweite Auflage.
Kommentar Kommentare (44) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: May 10, 2016 10:24 PM MEST


Live at the Cow Palace, New Years Eve 1973
Live at the Cow Palace, New Years Eve 1973
Preis: EUR 20,99

6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Starke Leistung, 20. Januar 2016
Die Allman Brothers Band hat eine lange Tradition mit Silvesterkonzerten. Warren Haynes und seine Gov't Mule führen ja diese Tradition fort, so auch ihr letztes Konzert zum Wechsel 15/16 eben mit Klassikern von Grateful Dead und Allman Brothers. Dieses Konzert aus 1973, kurz nach den tragischen Todesfällen von Duane Allman und Berry Oakley zeigt ABB in einer Selbstfindungsphase und dabei, ABB im Geiste Duane Allmans weiterzuführen. Zusammen mit den Gästen (Jerry Garcia, Bill Kreutzman, Boz Scaggs und Les Dudek) gelingt ihnen das souverän. Drei sets werden gespielt, ab set drei verstärkt durch Garcia & Co. Alle Klassiker und einige selten gespielte Titel (Hideaway, Linda Lou etwa), einige längere jams. Was will der Fan mehr. Im Vergleich zur 3-CD Box hat man hier das komplette Konzert. Auf der 3-CD Box ist nahezu jeder Titel bearbeitet, gekürzt. „Mountain Jam“ schrumpft so von knapp 16 Minuten auf ca. 8. Wegen der Musik ist die 4-CD Box also klar die erste Wahl. Es handelt sich eben nicht um geringfügige Kürzungen an den Laufzeiten, wie das manchmal behauptet wird.

Der Cow Palace ist jetzt alles andere als eine ideale Konzert Arena. Zudem liegt das Konzert als 1:1 Mitschnitt einer Radio-FM Übertragung vor. Mit den entsprechenden Einschränkungen, was Sound angeht, Klangbalance. Es liegt grenzwertig Hall über der Aufnahme, immer gut hörbar, nie wirklich dominant. Woher der Mitschnitt stammt wird zwischendrin immer klargemacht: es gibt nach jedem Set eine kurze Ansage vom übertragenden Radiosender (20-40 Sekunden). Diese Ansagen lassen sich verhältnismäßig einfach raus schneiden (etwa mit Wavelab). Schwieriger ist es mit dem Sound, insbesondere mit dem Hall. Dafür einen Punkt Abzug. Schade, dass es zu diesen Konzert keine original 16-Spur Mastertapes gibt. Trotzdem, zum guten Schluss: der Sound ist ganz ordentlich, kann sich jederzeit messen mit den besten Soundboard Aufnahmen.
Kommentar Kommentare (7) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: May 17, 2016 5:30 PM MEST


Die schleichende Revolution: Wie der Neoliberalismus die Demokratie zerstört
Die schleichende Revolution: Wie der Neoliberalismus die Demokratie zerstört
von Wendy Brown
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 29,95

11 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Hartes Brot, 13. Januar 2016
Es ist ein hartes Brot, was Wendy Brown ihren Lesern anbietet. Und dazu trägt, dazu später, auch maßgeblich die deutsche Ausgabe bei. Auch engagierte Befürworter einer ANTI- neoliberalen Perspektive und im Geiste solidarisch mit WB werden sich mit dieser Schrift schwertun. Denn WB mäandert mehr als sie stringent argumentiert. Selten bringt sie ihre Gedanken auf den Punkt, hält eine Linie. Stattdessen schweift sie oft ab, diskutiert Details, die nur wenig zum Gesamtverständnis beitragen, bleibt bei ihren Ausführungen oft seltsam nebulös. In Kapitel IV will sie eigentlich den Begriff der „Governance“ zerpflücken, aber so recht gelingt ihr das nicht. Im Gegenteil: so wie sie es darstellt, scheint sie ungewollt FÜR Governance zu schreiben. So als habe sie es gegen Kapitelende bemerkt, stellt sie apodiktisch klar, dass Governance schlecht sei. Punkt.

Inhaltlich referiert sie im Wesentlichen über Foucaults Vorlesungen zur Biopolitik, was ihr dann, leider, ausgiebig Gelegenheit bietet zu mäandern. Ihr Anspruch: Foucault revidieren und erweitern in eine linke, marxistische Perspektive. In ihren Erweiterungen geht sie aber nur wenig, sehr dezent, über Foucault hinaus. Stattdessen gibt es einen Exkurs darüber, ob der „homo politicus“ weiblich ist. Dieser „homo politicus“ spielt in ihrer Argumentation eine wesentlich Rolle, wird er doch aus ihrer Perspektive durch den „homo oeconomicus“ übernommen. Sie fände damit ja jede Menge Befürworter, aber sie macht es ihren Lesern sehr schwer. Denn sie erklärt ihren Standpunkt einfach nicht, sondern setzt ihn quasi voraus. Und so wiederholt sich über die Schrift regelmäßig als Behauptung, was aber als Argumentation auszuführen wäre: die Vereinnahmung des einen durch den anderen. Und dass damit die Aushöhlung der Demokratie einhergeht. Wer die Geduld hat, den Text sorgfältig durchzuarbeiten, wird die folgenden Punkte festhalten können als ursächlich für die Aushöhlung der Demokratie: Governance, Humankapital, Dezentralisierung, Responsibilisierung, Leistungsvergleiche (benchmarking).

Sogar in ihrem Nachwort macht WB noch ein Fass auf und referiert über „Opfer“, besser zu verstehen als „victim“ und „sacrifice“. Beginnend bei Aristoteles endet auch dieser Exkurs (im Nachwort!) wieder bei Foucault. Um in ihrem letzten Appell an den Leser zu enden: möge dieses Buch dazu beitragen, dass die Aushöhlung der Demokratie gestoppt wird. Wohl an denn!

Zur Übersetzung. Diese schreckt zusätzlich ab. Wer mit Begeisterung Cicero übersetzt hat, der wird an den Bandwurmsätzen seine Freude haben (suche Subjekt, Prädikat, Objekt, bestimme die Casi und Zeiten und baue einen einigermaßen sinnvollen Satz daraus). Jedenfalls bin ich nach dreißig Seiten, als ich mich zunehmend dabei ertappte, wie ich den Text simultan ins Englische rückübersetzte, weil dadurch sich die Verständlichkeit besserte, gleich auf das Original umgestiegen. Der deutsche Text liest sich, als sei ein Übersetzungscomputer am Werk gewesen. (So wird, nur ein Beispiel, urverwandt von „Vernunft“ geschrieben, wo etwa „Kalkül“ oder „Theorem“ einfach sinnhafter wären, ganz zu schweigen von „Vernunft“ im Kantischen Sinne einer „Kritik der reinen Vernunft“ .) Und nur die gröbsten Kapriolen seien dann von Hand ausgebessert worden.

Achtung: Ironie. Unfreiwillig ist dieser Text dann noch ein schönes Beispiel für neoliberales Handeln aka Profitmaximierung. Ist er, gemessen am Inhalt, kein Sonderangebot.


Hitler: Biographie
Hitler: Biographie
von Peter Longerich
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 39,99

8 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Überzeugende Gesamtdarstellung, 4. Januar 2016
Rezension bezieht sich auf: Hitler: Biographie (Gebundene Ausgabe)
Mit Platons Höhlengleichnis lassen sich gleich mehrere Analogien, Metaphern aufstellen. Da ist zunächst die doppelte Blindheit, die sich ergibt, wenn man aus der Höhle aufsteigt zum Licht und dann wieder, beim Wiederabstieg in die Höhle. Zum anderen, dass alle, die sich in der Höhle aufhalten, die Realität, das „Außen“ immer nur als „Schatten“, als Näherung erfassen können. Niemals aber die Realität als solche. Mithin ein Problem der Erkenntnis (-theorie) seitdem.

Die Quellenlage zu Hitler hat sich, um eine Zäsur zu setzen, seit den 90er Jahren nicht mehr verändert. Dieser zentrale Einblick in das innerste der Person Hitler und / oder in das innerste Arkanum der obersten Führungsspitze (seien es jetzt Goebbels, Himmler, Göring, Speer) stellt aber mit die wichtigste Quelle zur Beurteilung. Ungeachtet etwa der Problematik im Zusammenhang mit der Bewertung von Tagebucheinträgen (gleichgültig von wem). Schon bei einer oberflächlichen Sichtung der Anmerkungen wird deutlich, dass Longerich sich, vor allem wenn es um Belege für seine These des aktiv handelnden Hitler geht, auf die Tagebücher von Goebbels bezieht, oder die von Model, ja auf Speers Erinnerungen, (um nur drei zu nennen). Mithin alles bekannte Quellen. Insofern ist auch die gesamte Literatur seit den 90er Jahren eher Sekundärbearbeitung, Interpretation von Bekannten, Akzentverschiebung. Genau das haben alle großen Biographen, Fest eingeschlossen, getan. Ob sie jetzt Fest, Kershaw oder Ulrich (mit seinem ersten Band) heißen, nicht genannt die unzähligen Partikularstudien. Oder auch Paul Matusseks Monographie „Hitler. Karriere eines Wahns“ von 2000. Das ist Teil zwei vom Höhlengleichnis: alle erkennen die Realität nur als Näherung, und weil neue Quellen nicht aufgetaucht sind, entfällt auch der Weg ins Licht, keiner erfasst die Realität als solche. Deshalb wird sich in der Gesamtschau aller hier genannten Biographen mutmaßlich das vollständigste Bild der Person Hitler ergeben und ihres Handelns.

Longerich legt hierfür eine sicher sehr solide Untersuchung vor, die aber mehr eine Gesamtschau der Nazidiktatur ist, und kann, vor allem für zentrale Entscheidungen, überzeugend Belege dafür anführen, dass Hitler „Handelnder“ war. Aber eine völlige Neubewertung, die sich von den „großen“ Vorgängern, ist das nicht. Und solange keine neuen Quellen auftauchen, werden wichtige Fragen unbeantwortet, spekulativ bleiben: War van der Lubbe tatsächlich der Täter oder war der Reichstagsbrand doch eine Inszenierung der Nazis (auch Longerich bedauert, dass er keine Antwort hat); gab es einen ausdrücklichen, schriftlichen Befehl zum Holocaust (Longerich beschreibt, dass am 28.4.45 ein Befehl an den Adjutanten ergeht, persönliche Unterlagen Hitlers in der Reichskanzlei und in den Privaträumen Hitlers zu vernichten (was er wohl auch getan hat).

Longerichs Monographie hält nicht den Maßstab, den er selbst mit den Biographien zu Goebbels und Himmler gesetzt hatte. Aber er legt ein Werk vor, das sich hochaktuell, umfassend und gut lesbar mit Hitler und der Nazidiktatur befasst. Und damit so etwas wie die erste Wahl darstellt für einen Einstieg in die Materie.


Die Ordnung der Welt
Die Ordnung der Welt
von Ulrich Menzel
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 49,95

9 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Grundlagenwerk in Politischer Ökonomie, 7. November 2015
Rezension bezieht sich auf: Die Ordnung der Welt (Gebundene Ausgabe)
„Es ist geschafft – für den Autor wie für den Leser“. So Ulrich Menzel zu Beginn von Kapitel 16 auf Seite 1015. Aber es liegen noch gut 120 anspruchsvolle Textseiten mit dem Fazit seiner Fallstudien vor dem Leser. Ulrich Menzel hat, nach Eigenaussage, stolze 15 Jahre an diesem opus magnus gearbeitet. Und jetzt eine Publikation vorgelegt, die Grundlagencharakter haben kann (wird). Durchaus in der Tradition großer Think Tanks wie etwa die RAND Corp. liegt hier eine Untersuchung vor geeignet zur Planung strategischer Entscheidungen in politischer Ökonomie herangezogen zu werden.

Nachdem Menzel in den Anfangskapiteln seinen eigenen theoretischen Rahmen vorgestellt hat, untersucht er in 14 Fallstudien Bedingungen für Aufstieg und Fall von Staaten, sei es als Hegemonialmacht oder als imperiale Macht. Dabei ist an mehr gedacht als an eine historische Untersuchung, etwa im Sinne einer großen Erzählung (wie sie z.B. Heinrich Winkler oder Ulrich Wehler unlängst vorgelegt haben). Nein, durchaus ist seine Studie auch als prospektive Entscheidungshilfe verstehbar. Dabei geht Menzel sehr akribisch und detailversessen vor. Der Klärung des Begriffs „Großbritannien“ widmet er im entsprechenden Kapitel immerhin stolze 16 Seiten. Danach dürfte der Begriff auch für Enthusiasten erschöpfend geklärt sein. Und, das sei eine Pikanterie am Rande, spricht Menzel von Russland nach 1990 von einer Regionalmacht. Also eben jene Charakterisierung, mit der sich Obama 2013 Putin zum Feind gemacht haben dürfte. Die RAND Corp. dürfte damals bei dieser Einschätzung federführend gewesen sein.

Aus Menzels Ausführungen wird spätestens in seinem Fazit klar, dass er zum einen es für gegeben und notwendig hält, dass es eine Ordnungsmacht gibt, weil ansonsten die Anarchie der Mächte herrsche. Und dass er die Macht vom Typ „Hegemon“ und dann vorzugsweise den liberalistischen bevorzugt für die Rolle der Führungs- ergo Ordnungsmacht.

Den interessierten Leser erwarten 1138 sehr anspruchsvolle Seiten voller Information, präziser Analyse. Und spätestens auf Seite 1138 wird der Leser das Eingangszitat verstehen.


Sächsische Schweiz - Elbsandsteingebirge: Wanderführer mit Extra-Tourenkarte, 50 Touren, GPX-Daten zum Download (KOMPASS-Wanderführer, Band 5263)
Sächsische Schweiz - Elbsandsteingebirge: Wanderführer mit Extra-Tourenkarte, 50 Touren, GPX-Daten zum Download (KOMPASS-Wanderführer, Band 5263)
von Bernhard Pollmann
  Taschenbuch
Preis: EUR 14,99

2.0 von 5 Sternen Bedingt geeignet, 22. September 2015
Der Wanderführer liegt hier in der zweiten Auflage vor, also sollte man meinen, dass Autor / Lektoren etwaige Unstimmigkeiten beseitigt hätten. Dem ist leider nicht so. Positiv ist, dass der Führer sich gut eignet zur Vorauswahl geeigneter Strecken: sei es durch die Klassifizierung als leicht – mittel – schwer, sei es durch die Infos, ob Punkt zu Punkt Wanderung oder Rundkurs. Auch die Informationen zu Sehenswertem auf oder bei der Strecke sind hilfreich, auch die Angaben zu Distanzen und Höhenmetern stimmen. Die kleinen Karten auf denen die Strecken abgebildet sind, erlauben aber bestenfalls eine grobe Orientierung. Die Einschränkungen, das Negative bei diesem Führer ist jedoch schwerwiegend: Die kleinen (winzigen) Karten, geschenkt, aber unterwegs nicht hilfreich; Oft genug lassen sich unterwegs die Informationen nicht transferieren. Teilweise stimmen Angaben nicht (mehr). So wäre es hilfreich gewesen, im Text an geeigneten oder wichtigen Stellen (Abzweige etwa) auf die richtigen Markierungen hinzuweisen. Dies geschieht zwar ab und an, aber zu selten. Teilweise fehlen diese Informationen ganz. Bei, nur ein Beispiel, Tour 19 wird als Startpunkt ein Ort benannt (Frinzthalmühle), den unter dieser Bezeichnung dort niemand kennt (Ironie der Geschichte: Wir haben den richtigen Ort intuitiv gefunden, stehen davor, aber unter der o.a. Bezeichnung kennt ihn keiner (Wir haben Anwohner befragt)). Also wie finden? Hier hat der Autor leider darauf verzichtet, konsequent die Namen von Bushaltestellen zu verwenden, um den Startpunkt zu finden (bei den meisten Strecken liegt eine Haltestelle in unmittelbarer Nähe). Solche Wanderführer richten sich in der Regel an Ortsunkundige, wer sich auskennt, braucht ihn nicht. Aber als Fremder ist mit diesem Führer Orientierung nicht zuverlässig möglich. Die GPX-Files, die sich auf der Verlags Webseite herunterladen lassen haben sich als brauchbar herausgestellt (Wir haben einen Garmin Oregon 450 benutzt). Unbrauchbar sind dagegen die angebotenen Koordinaten, da die benutzten Navis dieses Format (UTM 33) nicht kennen. Zudem ist die Darstellung der Koordinaten schlicht falsch: es gibt keine trennenden Punkte in der Koordinate (also muss es für y = 439.340 heißen: 439340. Und auch für den Fall der korrekten Darstellung verfügt nicht jeder über Umrechnungssoftware wie etwa den Koordinator der Schweizer Rettungsflugwacht, um den Startpunkt der Wanderung zu erreichen.

Fazit: Zur Vorauswahl gut geeignet, während der Wanderung nur sehr bedingt.


Freedom: Atlanta Pop Festival
Freedom: Atlanta Pop Festival
Preis: EUR 13,99

6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Nahezu komplett, 13. September 2015
Rezension bezieht sich auf: Freedom: Atlanta Pop Festival (Audio CD)
Der amerikanische Teil der „Cry of Love Tour“ beginnt am 25. April 1970 im LA Forum und endet am 1. August in Honolulu. 30 Konzerte, eine Mischung aus alten Standards und neuem Material, das auf der „First Rays Of The New Rising Sun“ erscheinen wird. Auf dieser Tour gibt es einige musikalische Großereignisse: eben den Tour Auftakt im Forum, den es leider nur in sehr bescheidener Tonqualität gibt, Berkeley oder auch den Abschluss der US Tour in Honolulu. Anschließend kommt Hendrix nach Europa, stirbt dann unter tragischen Umständen.

Der Auftritt in Atlanta war nun sicher derjenige vor dem größten Publikum (300 000, 400 000 ?), aber sicher keiner der inspiriertesten. Dennoch: von dieser Tour existieren so wenige gute Mitschnitte, dass jeder einzelne sich lohnt. Warum nun Sony bei diesem Konzert den letzten Song (das encore), „Hey Baby...“ ausgelassen hat: unerfindlicher Ratschluss der Produzenten. Weder kann es an mangelnder CD Kapazität liegen (CD-2 hat 38 Minuten Laufzeit), noch an fehlendem Audiomaterial (bei „All Along The Watchtower“ wurde, so ist es in den liner notes zu erfahren, auch fehlendes Mehrspur Material ergänzt durch die Audiospur des Filmteams.

Tontechnisch allerdings ist ein Coup gelungen: Im Vergleich zu „Atlanta 70“ aus der 4-CD Box „Stages“ ist diese Produktion um Klassen besser. Der Sound ist transparenter und differenzierter, die Bühne gestaffelt. Kurz: hier ist wohl das technisch machbare erreicht worden.

Man darf darüber spekulieren, dass Eddie Kramer seine Bandmaschinen immer mit dabei hatte: deshalb besteht noch Hoffnung, dass z.B. San Diego oder Honolulu auch noch kommen. Wert wäre es das.


1815: Napoleons Sturz und der Wiener Kongress
1815: Napoleons Sturz und der Wiener Kongress
von Adam Zamoyski
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 29,95

5.0 von 5 Sternen Vergnügliche Tour de Plaisir, 4. August 2015
Es gibt Themen der Weltgeschichte, zu denen etliche Bibliographien existieren und es gibt Themen, zu denen es Bibliographien der Bibliographien gibt, weil es soviele sind. Neben den beiden Weltkriegen ist es das Napoleonische Zeitalter und hier insbesondere der Wiener Kongreß, zu denen solche Meta Bibliographien zur Verfügung stehen. Man sollte meinen, das Thema ist auserzählt, kilometerlange Buchbestände zeugen davon.

Zamoyski fügt diesem Bestand zunächst nur eine weitere Monographie hinzu, meint man. Primär zählt: Zamoyski greift seriös auf die Quellenbestände zurück, begnügt sich mit wenig Sekundärliteratur. Und: er erzählt die Geschichte dieser entscheidenden Periode mit Schwerpunkt „Wiener Kongreß“ ermunternd frisch. Dabei changiert Zamoyski zwischen den geführten Verhandlungen in Wien und dem, na ja, Rahmenprogramm aus Soireen, Empfängen, Ausflügen, Liebschaften und Eifersüchteleien. Womit auch klar wird: der Wiender Kongreß wäre wahrscheinlich nie zu seinen Ergebnissen gekommen ohne dieses Rahmenprogramm. Er wäre vorzeitig geplatzt. Nie verlässt Zamoyski die feine Ironie, mit der er die Eitelkeiten und narzißtischen Defizite der Protagonisten (Zar Alexander, Metternich, Talleyrand etwa) aufs Korn nimmt. Fast möchte man meinen, es habe sich kaum etwas verändert, denkt man an die jüngsten Gipfel (gleichgültig ob G X, Davos, Weltklimagipfel z.B.). Damals wie heute: eine Show der Eitelkeiten mit dem Unterschied, dass sich damals das „Volk“ die „Herrschaften“ ansehen durfte, sich unter sie mischte. Heute undenkbar.

Ein äußerst lesenswertes, erfrischend unterhaltsames und seriöses Werk, nicht nur für Einsteiger.


Frauen für den Dschihad: Das Manifest der IS-Kämpferinnen
Frauen für den Dschihad: Das Manifest der IS-Kämpferinnen
von Hamideh Mohagheghi
  Taschenbuch
Preis: EUR 14,99

4 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Dokument des Wahnsinns, 3. August 2015
Im Zusammenhang mit dieser Schrift von einem „Manifest“ zu reden verbietet sich. Ist der Begriff doch grundsätzlich positiv besetzt. Eher würde ich dies hier als „Konvolut“ bezeichnen. Obwohl auch dieser Begriff noch zu positiv konnotiert ist. Ebenso erfahre ich massive Probleme, bei der Einstufung. Einerseits verdient dieser Text nicht die geringste Beachtung, eine „damnatio memoriae“ wäre das angemessendste, andererseits sollte dieser Text gelesen werden, wenngleich nicht (oder: auf keinen Fall) ohne kompetente Kommentierung. Also ein Kompromiß: drei Sterne.

Beim Lesen dieses Konvolutes, so viel sei noch vorangesstellt, dominierte eine intellektuelle Übelkeit, wie ich sie sehr selten erfahre (wenn überhaupt, so nur ein einziges Mal, bei der Bearbeitung von „Mein Kampf“). Dieses Buch kann ähnliche Übekeit auslösen. Dank gebührt der Kommentatorin, welche die womöglich riskante Aufgabe übernommen hat, diesen Text kritisch einzuordnen. Das macht sie, soweit das zu beurteilen mir möglich ist aus einer grundsätzlich christichen Perspektive, vorzüglich. Bedauerlicherweise verzichten sowohl Autorin wie auch Verlag auf eine synoptische Kommentierung. So ist der Leser veranlasst, im Text hin und her zu springen.

Gleichwohl, auf einer streng sachlichen Ebene: Noch nie ist mir ein Text begegnet, der so duchsetzt ist mit Widersprüchen. Es bleibt keine Zeile (!) ohne logischen Bruch. Es wäre ideal gewesen, wenn die Kommentatorin (weil schiitische Theologin) noch eine annerkannte sunnitische Ko-Kommentatorin gehabt hätte. Aber: „anerkannte sunnitische Autorität“, das ist leider ein Oxymoron. Ist doch für Sunniten ein Schiit der leibhaftige „Gott-sei-bei-uns“. Und somit wird der stringent sachlich gehaltene Kommentar von der eigentlichen Zielpopulation wohl ungelesen bleiben. Darüber hinaus tut sich die Kommentatorin schwer, wie wahrscheinlich alle, eine schlüssige Erklärung zu finden, was die IS sowohl für Frauen (die hier zur Debatte stehen) wie auch für Männer aus dem, im weiteren Sinne „westlichen Kulturkreis“ attaktiv macht. Richtet sich dieses Konvolut doch recht offen an EüropäerInnen im weiteren Sinne, zwecks Anwerbung.

Mir scheint, dass dieses „Phänomen“ zumindest für eine Teilpopulation nur psychopathologisch – psychodynamisch zu erklären ist: Ein solches Regime attraktiv finden, sich ihm unterwerfen, denn nichts anderes wird erwartet, entspricht dem Muster einer sexuellen Perversion: Masochismus. Die in ihrem männlichen Pendant auf eine antisoziale Persönlichkeit trifft, welche die Ausübung von Dominanz / Kontrolle / Gewalt in ihrer absoluten Form genießt. Der IS ist sein Sammelbecken für schwere Pathologien.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Sep 9, 2015 8:32 AM MEST


Das Kartell: Roman
Das Kartell: Roman
von Don Winslow
  Broschiert
Preis: EUR 16,99

10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Hart an der Realität, 3. Juli 2015
Rezension bezieht sich auf: Das Kartell: Roman (Broschiert)
Roberto Saviano hat mit „Gomorrha“, wenn man so will, eine Kulturgeschichte der organisierten Kriminalität vorgelegt. Und er muss wahrscheinlich zeitlebens fürchten, dafür ermordet zu werden.

Don Winslow legt nun mit „Das Kartell“ eine fiktionale Geschichte vor, die aber derart faktengetränkt ist, dass sie ohne Weiteres auch als Sachbuch (mit veränderten Namen) durchgehen kann. Insofern nimmt es Wunder, dass Winslow noch sicher lebt (aber die mexikanischen Narcos lassen sich ja auch gerne feiern, vielleicht deshalb). Wer die Entwicklung der Problematik (Trafficing) mitverfolgt, erkennt, dass, bis auf den – etwas romantisierenden Schluß – die Kriege der Kartelle um Pfründe, ihr taktisches und strategisches Vorgehen ziemlich exakt beschrieben werden. Bis hin zu den jeweiligen Methoden, Gegner, auch vermeintliche (immer noch sind 43 Studenten in Mexico vermisst, weil ein Bürgermeister sie ans Messer lieferte), zu massakrieren. Wenig überraschend, hat doch Winslow, so wie es seine Art ist, äußerst akribisch recherchiert und die Fakten zusammengetragen.

Nicht nur dass Nixons „war on drugs“ nach mehr als 40 Jahren als gescheitert angesehen werden muss. Winslow baut in seinen Plot ja mit ein, dass die USA in mehrfacher Hinsicht von der Situation profitieren. Und damit ist nicht nur gemeint, dass die private Gefängnisindustrie floriert oder der Waffenhandel. Dass mexikanische Kartelle, wie ihre europäischen „Partner“ von der 'Ndrangheta zunehmend in legale Unternehmen investieren, verwundert noch am Wenigsten. Im Gegensatz zu manchem Rezensenten halte ich die Schilderung von Gewalt in „Das Kartell“ nicht für überzogen, ja als geradezu dezent.

Interessierten sei der Dokumentarfilm „Hotelzimmer 164“ (original: el sicaro) empfohlen, in dem ein Zeta Killer von seiner „Arbeit“ erzählt.

Das Kartell ist äußerst spannend geschrieben, fesselnd, packend und keine Seite zu kurz.


Seite: 1 | 2 | 3 | 4 | 5